Indiana Tribüne, Volume 21, Number 92, Indianapolis, Marion County, 19 December 1897 — Page 3

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Roman .von L. Halvhci:n. (5. Fortsehung.) lZr blickte schärfer bin. sah lim formen. horte heftige zornige Rufe, es blitzte wie blanke Waffen, Schreie, Ruhegebote, die nicht bechtet wurden und da mein Gott das war ja Otto von Feedern? -und der Andere Ruscow? Streit zwischen Soldaten und Civilisten. Und Feedern trug seine FreiwilllgenUniform ; er schützte offenbar Äuscow, der einen Stockdegen oder langen Dolch blank gezogen hatte und auf den ein riesenhafter Civilist eindrang. Das alles war die Wahrnehmung wer Sekunde. Ruscow! Er ist brav und warm für Ulrich eingetreten!" hatte Will gesagt, und das Wort ihm seit gestern immer im Ohr geklungen. Mit zwei Schritten war ev. ohne weiter zu überlegen, bei den Streiten den. Halt! Ruhe! Frieden!" commandirte er und warf sich mit aufgehobe ne:.i waffenlosen Arm vor Ruscow. dem Zunächststehenden und am meisten Bedrohten. Graf Ruscow! zurück!" rief er. Im selben Augenblick aber fühlte er einen wahnsinnigen Schmerz, tausend Flammen und Sterne tanzten vor seinen Augen. dann war Alles aus. Im nächsten Moment standen alle Streitenden starr vor Schrecken. Ein Officier in Uniform! Niedergeschlagen in Ausübung seiner Pflicht ! Blutüberströmt am Boden liegend! Eine wahre Panik ergriff die schuldbewußten bleich dastehenden Leute; Otto von Feedern hatte mit einem raschen Griffe einen der Schlimmsten gepackt, die andern mochten laufen. Dem Herrn Officier hatte es nicht gegolten, der hat sich dazwischen gewarfen ! Wem es zugedacht war, der weiß es wohl! Und wenn ich vors Gericht komme, will ichs schon sagen!" schrie der Mann, ein junger kräftiger Fabrikarbeiter seiner Erscheinung nach. Die herzukommenden Polizisten, die heute in den Hauptstraßen genug zu thun gehabt, konnten nur schnell den Thatbestand feststellen. Ruscow war allern mit Feedern durch die Straße gegangen und an einer Schankstube vorüber, in der es lu stig her ging, als er durch das offene Fenster von einem dort stehenden Manne sagen hörte Das ist er, da geht er!" Ob man ihn oder Feedern gemeint, s.'i zweifelhaft. Diesem Letzteren flog gleich darauf durch das Fenster eine gefüllte Bierflasche so hart an die Schulter, daß er taumelnd fast zur Erde stürzte, dann aber wüthend nach der am Fenster hohnlachenden Gruppe zurücksprang und mit der Polizei drohte. Ich blieb natürlich neben ihm", fuhr der Graf in seinem Bericht fort; wie auf ein Commando stürzten die Leute aus Thüren und Fenstern und fielen uns an; ich war zu meiner Vertheidigung genöthigt, diese Wasfe zu ziehen; die Leute hieben mit Fäusten und Knitteln auf uns ein und plötzlich erschien dieses Herr, warf sich vor mich und da " Kennen Sie den Herrn Ofsicier, Herr Graf?" Nein! Ich sah ihn niemals, so viel -ich weiß." Es ist der Baron von Klarenberg", erklärte sehr bedrückt Otto von Feedern. Ruscow fuhr zusammen wie von eiTier Schlange gebissen. Dann faßte er sich aber sofort. Wie die Sache lag, waren er und Feedern die Angegriffenen; für ihn konnte nicht viel Schlimmes daraus entstehen wäre nur nicht das Wort des langen Fabrikarbeiters gewesen, dies von einem sehr drohenden Blick bezeichnete Wort: Ich werde vor Gericht schon sagen, wem es galt!" Das Alles fiel ihm ein. Er hatte den Mann freilich nie gesehen, aber eine frappirende Aehnlichkeit erinnerte Ruscow mit Pein an jenes von ihm in gewissenlosestemLeichtsinn betrogene Mädchen. Damals hatte nicht , dieses, wohl aber die Familie desselben ihn ver klagt. Die Mutter und der Bruder hatten ihn mit öffentlicher Beschimpfung in Worten und Briefen bedroht, und als er die Sache hochmüthig den Gerichten übergeben und sich mit einer Geldsumme ausgelöst, da drohte ihm der junge Eberwein flüsternd mit blutiger Rache, als er ihm einst bei Hellem Tage begegnete. Es liegt wahrscheinlich eine Perso.uenverwechselung vor!" sagte der Polizeiwachtmeister. , '. Das beruhigte Ruscow sehr. Der Arretirte war ja nicht Eberwein selbst; er schwieg jetzt auch eingeschüchtert. Frau von Klarenberg kam eher in die Stadt, als sie gedacht, da man sie an das Krankenlager ihres schwer verwundeten Jüngsten rief. Dort saß sie neben den barmherzigen Schwestern und wachte über jedem Athemzuge ihres Ludwig. Sie war gern schweigsam, still und anspruchslos; nur mußte man ihr nicht mit der Barmherzigkeit und Gnade Gottes kommen. Dann wurde sie leidenschaftlich zormg und sprach so bitter über die ewlge Liebe, daß die Schwestern erschreckt schwiegen. Unterdeß entfaltete die Polizei eine

fieberhafte Thätigkeit; eine Menge

Aerhastungen wurden vorgenommen ; Verhöre angestellt und die Freunde und Bekannten der unglücklichen Baronm fanden tagelang m ihrer Theil nähme und Sorge keine Ruhe. Nur einer schien nie sich nach dem Verwundeten zu erkundigen: Ruscow. . Das wär: sehr auffallend gewesen, wenn es nicht geheißen hätte, "derselbe sei durch ein Telegramm zu plötzlicher Abreise nach Petersburg veranlaßt. kehre aber m allernächster Zeit zu rück. Dies Gerücht war wohlbegründet. Als Ruscow aufgeregt und in pein lichster Weise niedergedrückt und beun ruhigt nach der Straßenscene in seiner Wohnung anlangte, fand er zu seiner großen Ueberraschunq auf seinem Tl sche einen Brief, der ihn für den ersten Augenblick durch seinen Inhalt geradezu sprachlos machte. ' Schon die Unterschrift: Graf Iwan Ruscow, Geheimer Staatsrath und Privat-Secretar Sr. Maie stät des Kaisers von Rußland. Das erste Gefühl beim Lesen dieser Worte war ein unaussprechlicher Schrecken. Er hat erfahren, daß Du Dich für semen Sohn ausgieost , dachte Ruseow. Dann überflog er mit unruhigen hin und her suchenden Blicken den Inhalt des Schreibens, verstand nichts davon bei dem Tumult in seinem Innern , fing von Neuem an. las Und las wieder und saß dann in einem grenzenlosen Erstaunen und dachte : Wenn!ch mich nur noch freuen könnU, aUi man ist ganz mürbe von all diesen Erlebnissen!" Er konnte sich in der That nicht freuen, und hatte doch so große, so gänzlich unerwartet, nie gehoffte Urfache dazu; sein Herz lag schwev und kalt, wie ein Stein, in seiner Brust. Zu jeder früheren Zeit wär' er außer sich gerathen vor Jubel und Triumph! Jetzt kam er nicht über das Verwundern hinaus. Solch ein Glücksfall! Solch wunderbare Gunst des Schicksals, ein wahres Füllhorn voll Gaben schüttete es über ihn aus! Dann wunderte er sich von.Neuem über die Leblosigkeit in seinem Innern. Es ist zu überraschend! Ich begreife mein Glück noch gar nicht!" Nach langem Vorsichymstarren. wo bei immer wieder das Gefühl der Stumpfheit ihm zum Bewußtsein kam. und dieselben zwei oder drei Gedanken wie ein Mühlrad in seinem Kopfe kreisten, nahm er seine Zuflucht zum Wein. Er klingelte nach seinem Diener, ließ sich vom Weinhändler nebenan Champagner holen; dort kannte man seine Lieblingsmarke schon. Und nun las er seinen Brief von Neuem; jetzt verstand ev ihn, konnte sich freuen, lachen und bei einem gewissen Punkte des Schreibens sogar zu seinem eigenenBenefiz cynische Glossen machen. Der Geheime Staatsrath , schrieb ihm Folgendes: Mein Herr Graf und lieber Better! Angesichts meines, nach menschlichem Ermessen nicht mehr fernen Todes babe ich mich als ein kinderloser Hagestolz ohne Geschwister nach meinen nächsten Erben umgesehen und gefunden, daß Sie, der Sohn des Iwan Alexewitsch Grafen von Ruscow.wenn auch nicht der nächste, doch der mir am tauglichsten erscheinende Anwärter dazu sind. Ich habe mich bei unserer Gesandtschaft nach Ihnen erkundigt und erfahren, daß Sie sich die Zufriedenheit Ihres Chefs zu erwerben gewußt und daß keinerlei Beschwerde gegen Sie vorliegt; ich abe sodann an einen alten Freund meiner Jugend, den Ministerialdirector von Meinhard geschrieben, der Sie zwar nicht kannte, dem man abev auf seine Erkundigungen erzählt hat. daß Sie sich bei einer kürzlich vorgekommenen Gelegenheit als ein Mann von Herz und Geist benommen. Diese Nachrichten haben mich befriedigt, Sie sehen, ich bin nicht der Mann, der hinter dem Berge hält! und so frage ich Sie, ob Sie geneigt sind. Sich von mir adoptiren zu lassen. Ich kann' nämlich gewisse Vorrechte und Vermögenstheile nur so auf einen Erben übertragen. An meinen Vorschlag würde ich die unerläßliche Bedingung knüpfen, daß Sie sich um die Hand des Fräulein Anna Feodor?wna Alitscheff, Toch. ter des Gesandtschaftsraths von Alitscheff bewerben. Man wird väterlicherseits Ihnen dieselbe nicht abschlagen ; bei dev Dame haben Sie selbst zu sorgen, daß dies nicht geschehe, denn eine Zurückweisung würde Sie mehr als die Häle meines Bermögens kosten. Die Mutter des Fräuleins, sie ist jung gestorben! war meinem Herzen einst sehr theuer. Sie begreifen also! .' Sobald Sie die Einwilligung des Fräuleins von Alitscheff erhalten haben, wünsche ich. daß Sie alle Schritte zu einer möglichst baldigen Hochzeit thun, zuvor aber sich 'mir vorstellen. Die Nachricht von Ihrer Verlobung wird Ihre gerichtliche Adoption meinerseits zur Folge haben und Ihre Hochzeitsnise mir Gelegenheit geben. Sie persönlich dann näher kennen zu kennen und mein geliebtes Töchterchen, Ihre Anna Feodorowna wieder in meine Arme zu schließen. Geben Sie mir telegraphisch Antwort und dann so schnell wie möglich die Nachricht Ihrer Verlobung. Anna Feodorowna hat miv geschrieben, daß sie Sie kennt. Weiter brauche ich nichts zu sagen. Mein Vaarvermögen beträgt die annäherndeSumme von einer Mil-

Non achtmalhunderttausend Rubel in

sicheren Anlagen. Eine Million, achtmalhunderttau send Rubels Es ist wie ein Jaubermärchen. das Einzige weniger Zauberhaste ,st diese Anna Feodo rowna! Alle Teufel, das Frauenzimmer hat keinen schlechten Geschmack! Den meinigen wird man, wenn ich ihr Mann bin, für weniger zweifelsohne hallen! Wer hätte aber auch an die ae dacht? Nicht hübsch, nicht elegant, coquett, emancipirt, rnauvaia genre Alles in Allem!" Und Graf Ruscow trank wieder, und ließ seinen Burschen um eine zweite Flasche gehen; er konnte es ja jetzt. Die tiefe Ebbe seiner Kasse wich morgen emer wahren Hochsluth, sobald er Ephraim Manasse diesen Brief zeigte. In der durch den überreichlichen Weingenuß auf das äußerste gesteigerten Erregung vergaß Ruscow alle seine Sorgen und Unruhen! Er wuvde mit einem Schlage ein schwer reieher Mann. Der nächste Morgen brachte dem Grafen einen wüsten Kopf und eine stark entnllchternde Stimmung. Dieses Mädchen, diese Anna Feodorowna! Sie hatte mindestens ihre dreißig Jahre auf dem Rücken! Von keinem Menschen war das reizlose Mädchen beachtet; er erinnerte sich, daß er einmal aus Mitleid mit ihr getanzt hatte; sie lag schwer wie Blei in seinem Arm und er mußte die Anwandlung von Gutmllthigkeit im Schweiße seines Angesichts büßen. Nun sollte er diese Person heirathen? Offenbar hatte sie sich in ihn verliebt. Ein angenehmer Morgen war der heutige nicht. Otto von Feedern kam: er ließ ihn abweisen, er sitze bei der Arbeit! Ein Gerichtsbote brachte eine Vorladung zumVevhör betreffs der Schlägerei"; Ruscow ärgerte sich wllthend über d:e Form dieses Befehls und wies ihn hochmüthig zurück, was ein langes Gerede zwischen ihm und dem Gerichtsboten kostete, bis dieser ihn endlich überedete. er könne den Protest ja beim Verhör anmelden, und sich, wenn er wirklich reisen müsse. durch seinen Anwalt Frist erbitten.. oder sonst vertreten lassen. Sein Diener brachte ihm aus dem Hospital die Nachricht, der Lieutenant von Kla enberg solle nach Aussaae der Aente Wohl bis zum Abend sterben. Lau ter unangenehme Eindrücke! Unterdeß, was konnte er besier thun, als diesen Fatalitäten aeaenüber Fortunas Hand fest zu ergreifen? telearaphirte er nach Petersburg seine dankbarste Zustimmung zu den gemachten Vorschlägen, meldete sich für die nächsten Tage an und ging daran, sich für seine Visite bei dem Gesandschaftsrath von Alitscheff anzukleiden. -Wenn sie mich nimmt, und sie thut es, sie wird sich wahrhaftig nicht erst lange bitten lassen! dann so schnell wie möglich fort aus diesem Krähwinkel, wo mir der Boden unter den Füßen allzu heiß zu werden anfängt," dachte er. Zwei Stunden später war er der Verlobte eines verblühten Mädchens, welches trotz der hypereleganten Toilette alt und häßlich war. Der alte Alitscheff schien von Herzen froh, der Tochter entledigt zu werden. Er lud Ruscow naturlich zu Tische; in seinem ganzen Leben war dieser sich nicht so deplazirt vorgekommen, wie heute. Seine Liebhaverrolle faßte ev klug als vornehmer Mann auf; er küßte seiner etwas verdutzten Braut zart die Hand, sagte ihr die schönsten Dinge mit der äußersten Zurückhaltung des Benehmens und mponirte der Tochter wie dem Vater dadurch auf das Höchste. Anna Feodorowna konnte den Moment der Veröffentlichung ihrer Verobung kaum erwarten und ihr Vater übernahm daher bereitwillig die Bestellung und Beförderung der Karten und sonstigen Anzeigen. Erst jetzt dachte auch Ruscow ernstlich an das Aufsehen, welches dieselbe machen würde und an Willa! Ein sonderbarer Schnecken vor sich selbst überkam ihn. Eine Art Grausen! War er es denn noch, dev frei handelnd sich und sein Schicksal selbst führte, oder trieb ihn eine geheimnißvolle Macht? Wenn er. der jeh! Willa liebte, diese Anna Feodorowna heirathete, wozu dann ? Wozu hatte er gethan, was er that? O, wenn er jetzt es hätte ungeschehen machen können! Ganz verstört, eine Beute der quälendsten Gedanken, ging ev heim von seiner Braut". Dies entsetzliche Gefühl, daß eine dämonische Macht Herr über- ihn geworden, verließ ihn nicht. Die ganze Krtte der Ereignisse lag bis auf jede Einzelheit klar vor ihm, er fühlte, er ging nicht mehr, er wurde getrieben. Und dann wieder lachte er in ner vöser Ueberreiztheit mitten auf der Straße hell auf, als er sich das Gesicht Tante Hettas' beim Erblicken seiner Verlobungsanzeige vorstellte. Die Leute blieben stehen und sahen ihn betroffen und forschend an. Einige erkannten ihn, und es war gerade nicht Hochachtung, die er in ihren Blicken las; sie hielten ihn für betrunken. . Es duldete ihn nicht in seiner Wohnung, er lies hinaus vor das Thor, aber der folternde Gedanke, daß jene Niederträchtigkeit, die er an Klarenberg verübt, nicht nöthig gewesen, ging mit ihm und ließ ihn nicht 13. Alle diese nicht gerade schönen Manipulationen, durch die er sich über Wasser gehalten, bekümmerten ihn

nicht; so lange er denken -konnte, hatte seine Seele kein weißes Kleid mehr

angehabt, so daß er um em Fleckchen mehr ode? minder darauf sich nicht gesorgt hatte; aber einen sjJloxb Und immer schien es ihm Mord, - moralischen Mord"!. Und der Bruder seines Opfers warf sich gestern vor ihn! Ihn zu retten, ' erhielt Ludwig von Klarenberg diese Todeswunde Mein Gott, er konnte nicht dafür, er hatte den Mann weder zu Hülse gerufen, noch ahnte er, was diesen trieb; aber gekannt hatte der junge Ossizier ihn, er hörte noch jetzt, wie er rief: Ruscow! Zurück!" Und als er mit dieser inneren Pein nach seiner Wohnung heimkehren woll, te, traf er Otto von Feedern, der ihm erzählte, daß Ludwig gewußt, wie bvav Ruscow für feinen unglücklichen Bruder eingetreten! Das war nicht zum Aushalten! Er machte sich ziemlich brüsk und kurz von dem jungen Manne los, ging in den Klub und spielte bis zum Morgen, spielte mit Glück, wenn auch nie mit so wenig Selbstbeherrschung, trank bis zum Rausch und schlug nachher einen der Aufwärter, dev ihm eine Tasse heißen Kaffee über die Hand goß, mit der Faust ins Gesicht, daß dem Manne sofort das Blut aus Mund und Nase quoll. Solche Scenen waren in diesem Hause unerhört, wo man sich durch die äußerste Feinheit der Umgangsformen und das humanste Benehmen gegen die Diener selbst zu ehren beflissen war. Was siel denn nur dem Ruscow ein? Und dann diese neue Brutalität! Er warf dem sprachlosen wüthenden Kellner sein von einem Theil des Spielgewinnes stark geschwollenes Portemonnaie hin und lachte trunken: Nichts für ungut, Ruprecht, für Geld bist Du ja immer zu haben! Wir kennen uns!" Nein, das ging aber denn doch wirklich zu weit; man ließ einen Wagen holen und schickte Ruscow durch einen anderen Diener heim. Er hatte sich heute beinahe wieder um den Nimbus gebracht, mit dem er sich in letzter Zeit zu umgeben gewußt. Der Gesandtschaftsrath Alitscheff hatte nicht umsonst äußerste Eile befohlen, schon gegen die Mittagszeit des folgenden Tages kam ein Diener von ihm zu Ruscow, dev eben seinen Rausch ausgeschlafen hatte und bat sich die Liste derer aus, welchen die Verlobungsanzeige geschickt werden sollte. Der Graf war keineswegs in der rosigen Stimmung eines glücklichen Bräutigams. Die Liste! Ach du liebe Zeit, die Liste! Man incommodirte ihn zu sehr unpassenderStunde damit. Schließlich ließ er dieselbe von seinem eigenen Diener, macyen und san rm tiefsten moralischen Katzenjammer appetitlos vor seinem Frühstück. Es schwebte ihm dunkel vor, daß ev gestern mit einem Kellner Streit gehabt; möglicherweise gar mit Ruprecht? Eine ganze Reihe der Peinlichsten Gedanken knüpfte sich an diese unklaren Erinnerungen. Pah; Ruprecht sollte wohl schweigen: Äer vurzte schon gar Nicht reden und dann war da nicht in seinen Händen jenes Bekenntniß seines Bruders wegen des Testaments der alten Wallburg? Damit hielt er beide Brüder in der Hand. Aber wozu wozu hatte er nun in letzter Zeit dies Alles gethan was ev that? Da war wieder dieser quälende Gedanke ! Ganz nutzlos hatte er ei Infamie auf sich geladen! Wenn er hatte ahnen können! War denn die Geschichte nicht zu te dressiren? Er wußte wohl, daß seine Braut ihn erwartete, in Ungeduld erwar tete, um sich an semem Arme heute dem staunenden Publikum stolz zu zeigen. Aber er fühlte sich wahrlich nicht in der Stimmung dazu. Und doch! Was fiel ihm denn em. sich mit nutzlosen Sentimentalitäten zu befassen? War er nicht zetzt reich? Hatte er nicht gestern durch seinen schnellenEntschluß, sein energisches Vorgehen, alle Noth und Sorge, alles Haschen nach Gewinn und selbst alle Gedanken daran hmter sich geworfen? Und er. der Liebling der Glucksgöttin, saö hier und bejammerte gescyeyene Tmge, vie ncy rncyi meor an dern ließen? .Vorwärts!" hieß allezelt seme Devise; nun, er ging einer glänzenden angenehmen Lebensstellung entgegen, es kostete seinem Herrn Adoptivvater nur ein Wort, so placirte man ihn irgend wo anders. Dann Ueß er diese Stadt mit allen Erinnerungen hmter sich! Mit einer erfolgreichen Anstrengung schüttelte er das letzte Bedenken ab; er machte Toilette, wobei er sich damit beschäftigte, einen Bildungsplan- für Anna Feodorowna's Erziehung- zu entwerfen. Es mußte doch, gehen. sie zu- emev großen Dame umzusormen! In ihres Vaters Hause war sie aufgewachsen und alt geworden, ohne daß sich Jemand um sie kümmerte: es konnte fast für ein Wunder gel"il . rten, daß sie nocy o gemoroen, wie t eben war. ; . Er redete sich ein. Anna Feodorow. na sei gar keine so üble Zugabe z dem großen Reichthum. Sie betete ihn an, sie wurde Niemals grove ANsprüche an ihn machen, wenn er sie gut erzog. Und dann dachte er doch mit emem zornigen wilden Schmerz an Willa. So (ringen seine Gedanker ruhelos im Kreise herum, bis tx einTelegramm auö Petersburg, erhielt mit dev Nach-

richt, daß. Lei der Landesbank für ibn

eine größere Summe angewiesen sei. oie er im Bedursrnßsalle heben möge. Welch' ein Thor er doch war, sich mit Grillen zu plagen! Es lebe das Glück! Es lebe der Erfolg! Am folgenden Tage war er unterWegs nach Petersburg, bewaffnet und ausgerüstet mit aller ihm zu Gebote siehenden Liebenswürdigkeit. , Hätte Graf Ruscow das Gesicht des stlstssraulelns. iQttta von Feldklr chen, bei Empfang seiner VerlobunasNachricht gesehen, jeder Rest seiner Sentimentalität" Ware m den übermüthigsten Humor umgeschlagen. Glücklicherweise war die Dame dabei zufällig ganz allein. Jeder Zu schauer hätte sich nothwendig fracien müssen, war sie es. die Ruscow hatte yelratyen sollen, oder war es ihre Nichte? Dev Eindruck, den diese niemals, in meoe gekommene, nie für möglich gehaltene Verlobung in der Gesellschaft machte, war völlig ebenso verblüffend. Ruscow hatte sich wohl gehütet, die näheren Umstände derselben irgendwie zu besprechen; um so größer war die allgemeine Ueberraschung und den man n:cyl wußte, was dazu sagen. so zuckte man die Achseln und Ruscow. der Held aller Bälle, der Kourmache? par excellence, der Unentbehrliche in allen großen Häusern, wo man die Geselligkeit liebte, war mit einem Schlage von der Liste der in Frage kommenden jüngeren Herren gestrichen. Nach dieser. Verlobung war er moralisch todt; es kümmerte ihn dies wenig. Nur Willa nahm in gewisser Weise Theil an ihm, sobald es klar wurde, daß er von der Gesellschaft fallen gelassen wurde. S fand, daß man ihm damit Unrecht thue, und nachdem ihre Eltern schweigend eine gewisse Mißstimmung über diesen unerwarteten Abbruch von Ruscow's Bewerbung um ihre Tochter überwunden, es war dem Grafen ja doch kaum zuzutrauen, daß er nicht gemerkt hätte, wie Willa ihm gegenüberstand! blieb das Feldkirchen'sche Haus fast das Einzige, in welchem man das Brautpaar, das nach Ruscows Rückkehr Besuche machte, empfing und einlud, worauf dieser den Takt hatte, eine verbindlich dankende Absage zu schreiben. Es war von jeher Tante Setta's Princip, einen Mißerfolg todt zu schwelgen. Um so mehr trua sie diese letzte Täuschung mit stummer Würde und dankte im Stillen dem Himmel, daß die Ihrigen viel zu sehr mit dem Schicksal des armen Ludwig von Klarenberg beschäftigt waren, um sie mit dieser Treulosigkeit ihres Günstlings zu neckeu, wie das in früherer Zelt geschehen sein wurde. Die gute Eonstitution des jungen Offiziers besiegte endlich den Würger Tod, dev lange neben seinem Krankenlager stand. Selbst, die bewährten Aerzte waren erstaunt über die dickliche Wendung; aber sie sagten sofort, der Patient werde trotz alledem lange em siecher Mann bleiben. Wenn er nur lebt! Wenn ev mir nur erhalten bleibt!" antwortete die arme, ganz darnieder gebeugte Mutter immer wieder, wachte an seinem Bette, als sei sie über zedes Ruhebedurfnin erhaben und sprach außer den Pflegennnen nur mwai Sie hatten sich nie gekannt und waren an dem Schmerzenslager Ludwigs die innigsten Freundinnen geworden. Um ihn sorgten sie und um Ulrich trauerten sie gemeinsam. Es war ein Glück für Willa, daß sie einen Lebenszweck fand m dem Beistande, den sie leisten konnte und eine Vertraute für ihren nimmer ruhenden Schmerz. Andererseits aber ließ dies unablässige Grübeln die Baronin und Willa , nie zur Ruhe kommen. Ulrichs Mutter war wie rnedergeschmettert von dieser Verlobung Ruscows, der ihrem Verdacht, der Graf habe in rasender Eifersucht Ulrich für Willa unmöglich machen wollen, so plötzlich zeden Boden entzog. Jetzt erft war die unglückliche Frau ganz vernichtet. Sie hatte sich m ihren Ideen wie emr, Erynnie an Ruscows Fersen haften wollen! Und jetzt ? Er dachte ja nicht einmal an Willa! Tage und Wochen gingen so hin. Ruscow hatte in derselben Weise, wie ev sich verlobte. Hochzeit gehalten, eine ganz stille Hochzeit und dann die Hochzeitsreise mit Anna Feodorowna nach St. Petersburg angetreten, genau wie es der Geheime Staatrath, sein nunmehriger Adoptivvater, gewünscht. Die Henath erschien nun emmal dem aristokratischen Kreise dev Stadt mauvais genre wie die Braut, und so kostbar und überaus vornehm die stille Hochzeit und die Toilette der Braut auch gewesen sein sollte. man zuckte schweigend die Achseln und wür digte dieselbe keines Wortes. Pah! was kümmerte das Ruscow, der jetzt im Palais des Geheimen Staatsraths vor Verlangen brannte, die Unbequemlichkeit, sich in die Eigenheiten eines in Bezug auf seine Anschauungen und Ziele höchst unduldsamen alten Mannes zu finden,' mit ei ner möglichst einflußreichen Stellung irgendwo im Auslande vergolten zu sehen. Der Ehrgeiz hatte sich semer in dem Augenblick bemächtigt, als er sich von drohendem Untergange und der Sorge um Subsistenzmittel wie durch ein Wunder befreit sah, und dieser glühende Ehrgeiz gefiel dem Adovtivvater außerordentlich. '. Der geistreiche gewandte Erbe seines Namens sagte ihm jetzt ungleich besser zu, als diese thörichte Ana Feodorowna,' oie den ganzenTag schmoll

te, weil sie sich in ihren Hoffnungen lluf eine Schäferliebe getäuscht fand. Die Aermste litt schwer an Lancier-

weile, während die beiden Männer stundenlange Unterhaltungen über die Politik und die Zukunft der Staaten führten; was sie aber bitter kränkte. das war die gleichgültige Antwort ihres Gatten auf ihre Klagen: En gagire Dir eine Gesellschafterin, liebes Rind, es wird muh beruhigen, wenn ich Dich beschäftigt weiß, während ich ciUikl Arbeit! Der Ruscow von heute begriff nicht, wie er Jahre mit Nichtsthun hatte vergeuden können. Gut bezahlte Arbeit. Geld, Stellung. Einfluß, Ehre! Das war. wonach ihn plötzlich dürstete. Und Alles abgestreift, was wie ein Vorwurf aus der Vergangenheit ihm 'nachhängen konnte! Er fi'hlte sich förmlich leicht; seine Schulden hatte er zum Theil vor seiner Abreise nach Petersburg bezahlt, zum andern Theil Zahlung zugesichert; der Malwine Eberwein hatte er durch Buchnev eine Summe überwiesen, welche die Zukunft des Mädchens leidlich sicherte; mochte der Bruder seine Zuchthaus st cafe. die ohne Zweifel bei der Untersuchung herauskam, absitzen. Dem Schreiber Heinnch Ruprecht hatte er dreiundertThaler gezahlt er hatte zwar vierhun dert versprochen und der Mensch ihm das Haus fast gestürmt um die Utzten Hunderts aber das Geld lief ihm bei dem Ordnen seines Angelegenheiten ja geradezu aus der H.and, er konnw nicht mehr geben. Die ganze Geschichte hatte' ihm ja auch keinen Pfennig Nutzen- gebracht! Der Ruprecht hatte ihn denrn auch noch um den Schein angegangen, den er ihn- damals hatte schreiben lassen; aber jetzt, gerade vor den Hochzeit, der Abreise und Abwickelung aller Geschäftssachen. wie konnte ev sich mit Suchen plagen? Ich werde ihn, wenn er mir in die Hände kommt,, zerreißen beruhigen Sie sich!"' damit! complimentirte er den Burschen: zur,- Thür hinaus. Heute? fiel ihm. ein: Wo lra? denn der Zettel, geblieben?- Er besann sich aber auch jetzt nicht gleich darauf. Na, die- Hauptsache war, daß die recht unsaubere Vergangenheit: hinter ihm lao daß sein guter Stern ihn hoch über dieselbe empor gehoben. Nichts drückte: ihn mehr, nichts beunruhigte und ängstigte ihn jetzt noch, kein Gläubiger machte ihm Sorge und am wenigstem die: ungeliebte F.tau! Nur das Eine!.' Wenn errdoch das hätte ungeschehen machen können! Das wav ein wahnsinniger, ein-miserabler Streich gewesen! Jedesmal, wenn er daran dachte,- überlief es. ihn glühend heiß und erdachte sö' viel daran immer zu jeder- Stunde! Nachts wachte er-oft mit-einem plötzllchen Schrecken auf, hatte wildes Herzklopfen und war wie iir Schweiß gebadet vor Entsetzen, denn- wic em Spuk verfolgte ihn eine.-Art' Traumbild, wo alle Männer jenes Abends sich gegen-ihn wandten und mit eisiger Verachtung in den Mienen-auf ihn blickten. Und dann trat : der: länge Kü rassier vor ihn hm und sagte,- daß Alle es hörten:- Graf Ruscow,. das war eine Infamie!"' Doch fort mit- dieser Nervosität die nur der Nachhall jenev Aufregungen sein konnte:. Arbeit- brauchte- er,. Arbeit war der Weg zu Einfuß und Ehre! Er wollte eine Rolle spielen, der Geheime Staatsrath wünschte, das., ebenso sehr, wie er. selbst. Niemand-fragte-Willa um ihren stil len Kummers Man erzählte- sich flüsternd, er aelie dem unglücklichen- Klarenberg, der im Irrenhause sn,. und mt sonst wenig schonungsvolle Welt bezeigte ihre Theilnahme für dur klagldsen Schmerz des allgemein beliebten- zungen Mad chens durch tausend- kleine zarte Freundlichkeiten welche ein krankes Herz nicht verletzen. Die Aermste fuhlw dieselben kaum rmd wenn dies doch geschah, dann kostete schon der dankende Blick sieSelbstbeherrschung, daß er sich mcht sofort mit Thränen füllte. Alle ihre Gedanken kreisten in ruhelosem Grübeln immer nur um die Frage, wie durch zvaend eine Eomplikation von Zufällen Ulrichs Unglück möglich hatte werden können, wre es möglich geworden? Dies stete peinigende Denken wur de durch das viele Zusammensein mit: Frau von Klarenberg stets neu angeregt; diese 5'".tzlere lleg sich vernicht genügen zu grübeln, sondern sie entfaltete, sobalds Ludwigs Zustand sich besserte, eme sleberhaste Proiekte machevei. welche doch gar keinen Erfolg haben konnte, noch es wagen dürfte. irgendwie das verderbliche Thema zu berühren. Selbst Major , von Feedern konnte kaum den einen oder andern Namen nennen, da sein Freund ihn als Fremden zuerst eingeführt und sich selbst dann zu seiner gewohnten L'HombrePartie in einem anderen Zimmer niedergesetzt hatte. Aon allenPhysiognomlen. welche der Major an jenem Abend um den Tisch versammelt gesehen, hatten ihn damals wenige interessirt; durch die hochgradige Aufregung war dann das Bild in seinem Gedächtniß dollig verwirrt; außer dem langen Kürassier mit dem jovialen Gesicht hätte er. kein einziges mit .Sicberheit wieder erkannt und gerade diesen sah er jetzt niemals, so da zu vermuthen stand, derselbe sei aus Urlaub. (Fortsetzung foIp In der Schule. Lehrer: .Wie behalfen sich also die Mensch.. Lls Geld noch nicht existirte?- Schüler: Sie ließen kalt auskreiden.-.

Kür die Suche. Kalbsbrust in Bier. Man klopft etwa 2 Pfund Kalbsbrust, entfernt den Hauptknochen, bindet die Brust zusammen, überbrüht sie mit kochendem Wasser und salzt sie. Dann bräunt man 1$ Unze Butter, bratet das Fleisch von allen Seiten braun, bestreut es mit einem Löffel Mehl, fügt Eitronenscheibcn, kleingeschnittene Zwiebelstückchen, etwas Gewürz, einen halben Theelöffel voll in heißem Wasser aufgelöstes Fleischeztrakt hinzu und füllt nach und nach ein PintWeißbier darüber. Man fchmort die Kalbsbrust unter fleißigem Begießen 1ö bis 2 Stunden. Dann richtet man das Fleisch auf erwärmter Schüssel an und gießt die Sauce durch ein Sieb in eine Saucire. Einen kleinen Thcil der Sauce verdickt man besonders und übergießt die Brust damit. N o t h k ah 1 m i t S a n c i S ch e n. Von zwei festen Rothkohlkcpfen entfernt mair die: äußeren Blätter, schneidet die Köpfe! inBiertel und dann in feine Streifen. Mit eü:em Viertel Pfund Schweinefett., etwas Wasser und Salz. in einem Tiegel, auf daZ Feuer gebracht, laßt' man ihn fest zugedeckt langsam kochen., fllgt einige geschälte und entkernte Aepfel. guten Weinessig und ein Glas Rotk?oein hinzu und achtet darauf, daß. der Kohl kurz einkocht, ohne sich, anzusetzen. Zuletzt verrührt man' ein wenig Weißmehl mit Zucker, giebt, eä hinzu, schwingt das Ganze' durch und überzeugt sich, ob der Geschmack ein feiner süß-säuerlicher. fei.. Die Sancischen werden mit Ei und gerieben Semmel panirt, in Butter gebraten und kranzförmig um den Kohl gelegt. Kabeljau mit .E-u.?.t). Etwa 4 Pfund schönen Kabeljau richtet man vor, zerschneidet ihn in möglichst viereckige Stücke und schwitzte diee in 4 Unzen Butter durch, thut: nun zwei große, in Scheiben geschnittene Zwiebeln und einen ebenso zertheilten Apfel sowie ein Lorbeerblatt dazu und brät alles miteinander lichtbraun.. Dann wird ein halbes Pint kräftige Bouillon. ein Theelöffel Currypulver und ein Theelöffel Maismehl an .das Gericht gethan, alles gut verrührt und 13 Minuten gedämpft, worauf mau ein Viertel Pint dicke, süße Sahne (einfacher nur Vollmilch), etwas Pfeffer und das nöthige Salz daran giebt und die Fischspeise noch eine kurze Zeit durchkocht. Man richtet das Gericht in einem Rande aus Wasserreis an. Nudelpudding. Ein- Pint Milch und 1$ Unze Butter werden kochend gemacht, ein Viertel Pfund feine Nudeln hineingethan und) eine halbe Stunde gekocht; nach dem Erkalten werden 2 Eßlöffel voll Zucker und 6 Eigelb damit verrührt sammt dem steifen Schnee der 6 Eiweiß und dem abgeriebenen Gelben einer Citrone in die mit Butter ausgestrichenc:Form gefüllt und eine halbe Stunde im Ofen gebacken. Gebackene Kartoffeln. Die Kartoffeln werden geschält, sauber gewaschen und auf einen Durchschlag zum Ablaufen gegeben. Darnach vermengt man' sie gehörig mit einer Kleinigkeit Salz und schüttet sie in einen eisernen Topf. Diesen Topf bedeckt man mit einem Deckel von Eisenblech, der vollständig eben ist undv dessen Henkel man nach inwendig legt. Alsdann stürzt man den Topf um. und schiebt ihn derartig in einew heißen Ofen, daß die Kartoffeln auf den Deckel zu liegen kommen. Jeiroach der Hitze des Ofens bedürfen sie: mindestens eine Stunde zum Garwerden; sie müssen sehr- reichlich weich sein, schmecken dann 'aber besser als echte Kastaniem. Kart x. s ,s reclls a Ha t. Kartoffeln werden gekocht und heiß abgefchält. jedoch dürfen dieselben nicht mehlig sein; dann läßt man ste etwas abkühlen und schneidet, sie, in feine Scheiben. Nun- wird ein? kleinere Zwiebel so fein-wie möglich geschnitten oder-gewiegt'und daran gethan, ebenso Salz. Vfeffer: Essia.Oe! und eine

Tasse lauwarme- Bouillon hinzufügt, alsdann werden die- Kartoffeln recht vorsichtig gemengt,, damit kein Brei entebt. Der Salat" mnß seimig. nicht trocken- sein-, U letzteres der Fall. sä muß noch etwas Bomuon zugcgo,&n wden. fliitfi darf, er nicht zu sauer sein, dagegen muß er Genügend Oel haben. Cndivim werden in halbfingerlange feine- Streifchen geschrnt, in (StaD m lauwarmez Wässer gelegt, sauber gewaschen, mit wenig feingeschnittener Zwiebel. Salz. Essig und) Oel' angemacht und der Kartosfelstilat damit garnirt. Kalte- Eieriauce. 3 rarfrm Braten oderMschen paßt diese emfache Smice vortrefflich. Man rnmmt einige abgesottene Eier etwa vier bis fünf und wiegt sie mit ewigen Sardellen sein. Sodann vier vis Löffel feines Oel. zwei Löffel Senf, ein wemtf Pfeffer und feingewiegten Sckntttlaucd. Dies wird gut gemengt und mit Essig verdünnt. Mehrfaches Probiren ist unbedingt nöthig bei dieser Sauce. Wiener Tortchen. Man kegt kkune bleckene Tortenförmchen mit cu tun Blätterteig aus. füllt sie mit irgend einer Obstmarmelade und- uoergießt sie mit einer Mandelmasse. Diese wivd folgendermaßen hergestellt: Man rii&rt einiae Eidotter flaumig, fügt Aucker und gestoßene Mandeln bei. zuy . 1 r.rjt CfS.lX. legt oen UtNKlBlwnct. ic Werden hellbraun geback!- und noch warm zu Tisch gegeben. Deutlicher Beweis Herr (der sich mit 15.000 Dollars in eine Lebensversicherung eingekauft hat): .Also, wenn ich $. B. schon nächste Woche stürbe?- Agent: Dann würde ich sosort Ihrer Frau einen HeirathZantrag machen so sichex ist die Summe.-