Indiana Tribüne, Volume 21, Number 92, Indianapolis, Marion County, 19 December 1897 — Page 12

Der Stärkere.

BOn Paul Bliß. Eines Tages sagte Fräulein Kathi Wallburg zu b-em alten Herrn Bergemann: H'ören Sie, lieber Geheimrath, Sie müssen mir einen Gefallen erweifcnl" Wenn i's kann, gern," antwortete lächelnd der alte Herr, nur fürchte ich, daß Sie wieder eine ganz ausgefallene Sache verlangen werden, Sie kleiner Kobold!" Das Fräulein verneinte mit einem kokett graziösen Lächeln, das alle ihre herrlichen &äfjrte zeigte und zwei entzückende Grübchen aus ihre Wangen zauberte. Diesmal ist's was ganz Alltägliches," meinte sie kopfnickend. TIfo?" "mmo Sie müssen bei Ihrer nächsien Gesellschaft den jungen Sernau einladen." Der alte Herr sah sie erstaunt an. Endlich fragte er: Sie meinen den jungen Karl Sernau?" Lächelnd nickte sie. Den Schriftsteller, jawohl, den Mann mit der Denkersiirn und dem ewig finsteren Geficht, den sogenannten einsamen Mann, ganz recht, den meine ich!" Weshalb?" fragte der alte Herr etwas kurz. Weil ich ihn kennen lernen will, liebster Freund, weil der Mann, der so ganz anders ist wie die Anderen, mich interessnt. allein nur deshalb!" Lachelnd sah sie den alten Herrn an. - Dieser aber blieb ernst und schüttelte den Kopf. Liebes Kind." sagte er ruhig, dieser Mann ist zum Spielzeug zu schade." Aber, Alterchen, ich bitte Sie!" Nein. nein, es ist mein Ernst! Wenn Sie die vielen Anbeter, die schon an ihrem Triumphwagen ziehen, wieder mal langweilen, dann suchen Sie sich nur einen Anderen aus, an demSie jetzt Ihre Laune kühlen können, der arme Kerl, der Sernau. ist wirklich ich', der rechte Mann dafür." Nun wurde auch sie ernster. Ich verspreche Ihnen boch und theuer, daß ich keinen Augenblick daran denken werde, dem jungen Mann den Kopf zu verdrehen." Was also wollen Sie von ihm?" Nun. ich ich möchte ihn eben kennen lernen." Wieder schüttelte der Alte den Kopf.

schwieg einm Augenblick und fragte

dann: Kennen Sie denn seine Kit schichte?"

Ich (ab' so waZ reden hören;

unglückliche Liebe, nicht wahr?" Der Alte nickte und machte ein be-

trübtes Gesi5t. Ein Jahr ist's gerade

her, daß sie ihn verlassen hat. Und seit

dem hat man nichts mehr gelesen vom

ihm. Er scheint alle Lust und Kraft zur Arbeit verloren zu baben. Und ein so

talentvoller Kerl, schade, ewig schade

:ct

um u.u; Also laden Sie ihn ein?"

Wenn Sie trotz alledem darauf be-

stehen"

Wissen Sie. lieber Freund, ich will

ihn kennen lernen, weil ich einen littera

rischen Beistand brauche, einen guten ebrlichen Freund, mit dem ich über die Auffassung meiner Rollen sprechen.

kann. deshalb allem. Also ernt, ich will ihn bitten."

Als Karl Sernau am nächsten Tage

den Brief des alten Herrn bekam la chelte er wehmüthig und dachte: wes

halb so viele Worte? was mag er von

mir wollen, wie er das nun seit einem

Jahre schon bei allen Anderen that, diesmal aber schien es ihm doch zu unhöflich denn der Brief war gar zu herz

!ich und lieb gehalten. Er nahm also

an. Fünf Tage später war die Gesell schaft.

Als Karl kam, fand er bereits ein

volles Haus. Sie kannten ihn Alle und deshalb wurde er überaus herzlich be-

willkommnet. Er dankte Allen sprach hier und da ein paar scherzhafte Worte zu den Damen und zu den bekannten Herren ein paar derbe Witze, die seine wahre innere Empfindung verberg'N

sollten, immer aber blieb ihm das w:h

müthige Lächeln und der herbe Zug im

Gesicht sitzen.

Dann kam derGeheimrath und stellte

ihn dem Fraulein vor.

Sie sahen sich Beide einen Augenblick

wortlos an. Ich habe viel von Ihnen gelesen.' sagte sie endlich mit tiefer leise erzit ternder Stimme.

Er nickte, sah sie wieder fragend ai

und meinte dann in einem Ton, der

freundlich sein sollte, aber zu har

klang:

Hoffentlich haben Sie keine zu

schleckte Meinung von mir!

Iekt spielte sie die Dame der Gesell

schaft und entaegnete mit ihrem reiz

vollen Lächeln: Ihre Sachen haben

mir sehr fallen.

Lächelnd nickte er nur, und sein Ge

' sichtsausdruck wollte sagen: die Phrase

kenne ick zur Genüge!

Sie verstand ihn wohl, ging aber mchi darauf ein. sondern fragte ganz harmlo?: Aber ick Hb? lange nichts

mehr gesunden von Jynen, Sie ar

beiten wohl an einem größeren Werk? Er nickte und sagte ein kurzes Ja" Dann kurzes Schweiz:. Endlich begann er wieder: Uebri

gens muß ich Ihnen sagen, daß, wenn

Sie fortfahren, Ihr schönes Talent an

solchen lappischen Rollen zu verzetteln

daß Sie dann bald abgewlrthschaslc haben werden."

Sie antwortete ein wenig erstaunt: .Ich muß spielen, was ich bekomme." Unsinn!" sagte er schroff. Sie müssen croße Parteien bekommen, Sie müssen Menschen auf die Bühne bringen. nicht ewig diese modernen Lustspielpvppen, die durch und durch verlogen sind. Aber freilich, dann haben Sie ja keine Gelegenheit. Ihre neuesten Pariser Eostüme und Ihre Brillanten zu $1" .....

Jetzt lachte sie auf: Offen sind Sie.

das ist wahr!"

ftaft erschrak er.- dak er ich o ver-

gessen hatte. Aber das kommt davon.

wenn man sich ein Jayr lang einschließt. .Entschuldiaen Sie," sagte er. ich

war zu schroff." ,

Sie aber lächelnd: AVer nem. icy danke Jbnen dafür. Man findet ja in der 77-schaft so wenia Menschen,

die einem die Wayryett sagen. Mit leisem Erstaunen sah er sie-an.

Er wußte nicht. sollte das Cocetterie oder Wahrheit sein?

Und da wir mal gerave vei oem Thema sind." sprach sie lächelnd weiter, will ich Ihnen auch ein offenes Geständniß ablegen. Ich selbst habe mich sckon oft danach aesebnt. was wirklich

Großes zu spielen, aber ich habe mich

noch Nie herangewagt.

Warum denn nichts Weil ick keinen Menschen habe, mit

dem ich darüber sprechen kann, keinen, der mir sagt, so ist's gut und so ist's schleckt. Sie versteben. keinen.

der mich lehrte, wie i's auffassen soll." r -ii 3 -

lernen rann man euvu muyi, faoie er ernst, .entweder man hat daS

5?eua dazu oder man hat es nicht."

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Sie nickte. Ganz recht, aver man i

muk dock jemand haven. Mit dem man

darüber sprechen kann."

Und den hätten Sie nicht?" szu ivrTmntp. Haait aber aleich da

rauf: Wenn es nicht zu unbescheiden ist, daß ich Sie ab und zu mal um Rath fragen könnte?"

Mich?" Er starrte ne an mit ouraz-

bohrendem Blick.

Nur manchmal, wenn icy Mir aar keinen Rath wß," bat sie mit liebli-

chem Lächeln. .

.Ich bin em schlechter Nalygeoer,

sagte er ziemlich kühl. Das aerade Geaentheil glaube ich!"

antwortete sie bestimmt. Und wenn Sie von meinem Talent wirklich etwas halten, dann werden Sie mir keinen Korb geben." . . -. M

Er zuckte die Schultern: Ich wem

nicht, weshalb Sie gerade mich"

In diesem Augenblick kam der I2e heimrath und bat die Herrschaften zu Tisch. Karl führte daS Fräulein zur Tasei". Und während des Essens wurde die Unterl-altuna weiter aefübrt. Je län-

ger sie aber neben einander saßen, desto mehr schwand seine Zurückhaltung, und

als man beim Eyampagner war, yane sie seine bestimmte Zusage erhalten. Als er spät Nachts nach Hause kam, hatte er das Gefühl, als ob etwaS ganz Neues, Ungekanntes da wäre, daS er zwar erst tastend vcrahnte, da? aber da

war, das er trotz auevem suyiie uno emvsand. und das ibm vorkam wie ein

erster kleiner Sonnenstrahl nach lan-

gen qrauen Regentagen. i r. i

zrer age lpaier. Er war bei ihr gewesen, ftafcem zwei

Stunden lang. Mit leisem Widerstlx?n war er binaeaanaen. Als er aber

in ihrem traulichen Boudoir saß, den

würzigen Mocca trank und gyvler damvtte. war die Beklemmung von ihm

gewichen und er fühlte sich wohler denn

.

Zuerst hatten sie vom Tyeater gesvrocken. Sie wollte das widerspen-

stige Käthchen studiren. Dann aber führte sie die Unterhaltung auf ein anderes Gebiet, und das geschah mit solcher Eleganz und Weltfröhlichkeit, daß er ibr willenlos folgen mußte. Als er dann endlich aufbrach, mußte er ver-

sprechen, in drei Tagen wiederzukommen. Bis dabin wollte sie die Rolle gelernt und seine Winke beherzigt haben. Und nun saß er daheim und wußte nickt, was mit ihm vorgegangen war. Alles in ihm war in Aufruhr. Gefühle, die todtgeglaubt, waren erwacht und durchwühlten nun sein Inneres, so daß er zu keinem klaren Denken kam. Das ist ja Unsinn! sagte er sich Du gehst einfach nicht wieder hin, dann wird Alles vergessen sein. Als aber drei Tage herum waren, dachte er anders und aing doch wieder hin, ja, er erfand allerlei Gründe, um sich vor sich selber zu entschuldigen, und als er endlich vor ihrer Thür stand, kam es wie eine heimliche Fröhlichkeit über ihn und sogar der herbe Zug verschwand aus dem Gesrt

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5!i?re:'lkiden sind, wenn man sie vernach läsiigt, o tödllich wie Schwindsucht. S:e kommen hunvertmal so oft vor. S:e wirken so lanqsam und sickcr, daß sie Euch täuschen, ivährcud sie Euch tödten. Zuerst tritt Kräfteverlnst ein; Rücken schmerz, Schmerzen m der Niercngegend; dunkelfarbiger, trüber Urin; fortwahrende Abspannung ; Herzstockunaeu : geibliche Haut firde gkschwollcnc Augen; ivassersuchtertig N'chwrüurgin; SchwndelanfäUe :c. Solch? Srimptome deuten aus beginnende Nierenlraulheit. TaS Ende tjair.t von Euch ab. Tr. Cchorp dem Studium derNerven, roelc'e 3iiercnTranti;ciicii Ijciuotnifen, ein Menichenalter gewidmet. Das sind r.ici t die Nerven, welche andere Leute behandeln, mchi die Geiühlsnerven. ES sin) diservcn, welche Herz, Magen. Leber und Nieren ü: Tliätiqkeit versetzen. Ihr fühlt sie Zz .c.Ihr sie covtro' ilren könnt. Sie bitten 5 .-.5 s'zmpzth?!!sche Nerven, system. Tr Schoop Zat ein Buch über diese Nerven ezefchrieden; darüber, wie sie rankheiten ver' Ursachen uud wie sie qestälkt werden. Das Buch enthält Thatsacren, die vorher nicht bekannt waren, die jedoch jetzt vollstän diz erwiesen. ES wurde geschneben, um Leben zu retten und Leiden zu Verbindern. ES berichtet über Dr. ?choov'S Wiederher sieller und wie er em Menschenalter daran i.'tzte, um ihn herz?,stellen. ES berichtet ferner l'ler die Leben, welcbe er gerettet hat. Lat Euch daS Buch tommen, eS k:s!et UlchtZ. Ä.'enn 5hr dann dcn ZJiederhcrsiellerge braucht, könnt Ihr ihn in Avotheken oder per Erpreß bei Vorauszahlung für 51.00 be

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?er '75'-?n gi::g das so fort. Zweiauck) dreimal war er in der Woche bei ihr. Sie machte glänzende Fortschritte, denn sie war wirklich begabt und er erwies sich als vortrefslicher Rathgeber. Sie waren gute offenherzigeFreunde geworden. Er hatte an ihrer Hand den Weg zum Leben, zum Frohsinn wiedergefunden. und er hatte auch wieder Anregung zur Arbeit bekommen, kurzum: er lebte auf und wurde ein Anderer. Die Veraanaenbeit war todt

und ein neues sonnentzelles evcn lag vor ihm. Und sie gefiel sich noch immer in der Rolle. Sie war ihm wirklich eine liebe volle Freundin, die ihm dem Leben zu rückgewinnen wollte. Kein Wort von Liebe war gesprochen worden. Mit echt weiblichem Instinkt wich sie jedem solchen Worte aus und sobald er nur einen leisen Versuch dazu machte,' gleich ging sie mit Lachen und Scherzen zu einem anderen Thema über. Oft starrte er sie dann sprachlos an und dachte: sie ist doch nur eine kalte Schönheit, sie hat kein Herz im Leibe. Trotzdem aber wagte er es nicht, abzubrechen und nicht wiederzukommen. Sie hatte dasKäthchen gespielt und einen stürmischen Erfolg gehabt. Von allen Seiten wurde ihr nun die glänzendste Zukunft prophz:it. Lächelnd saß er in einer Loge :nd sah dem Jubel zu. Er wußte ja. daß es so kommen mußte, mit Stolz hatte er eL ja vorausgesehen. Nun saß er da voll stiller, leimlicherFreude über das glänzende Gelingen. Er hörte nichts von all' dem Beifall ringsum, nur immer sie sah er allein, sie im Strahlenkranze ihrer Schönheit sie. nur sie allein. Nach dem letzten Akt ging er in ihre Garderobe:. . Wohl fünf, sechs Herren der Hofgesellschaft harrten bereits auf dem kleinen Vorflur, keinem war der Eintritt gestattet worden. Er nur allein wurde eingelassen. Ich danke Ihnen, lieber Freund!" rief sie, ihm entgegen eilend, Sie allein haben mich ja dazu gemacht! Ihnen danke ich ja Alles!" Ergriffen drückte sie seine Hände. Und er starrte sie an mit großen glänzenden Augen und preßte ihre Händchen in den seinen, und ohne ein Wort riß er sie plötzlich an sich und preßte sie an sich und küßte sie. Athemlos. zitternd vor Angst und Erregung, ließ sie es geschehen. Sie wollte zurück, wollte ihm ein gebietendes Wort zurufen, aber umsonst, nichts konnte sie thun, ihm Einhalt zu gebieten, sie fühlte Plötzlich, daß es Etwas gab dem sie sich beugen mußte, eine Kraft, die sie unterjocht hatte. sie hatte den Mann funden, der sie in seinen Vann zwang, dem sie von nun an für's Leben angehörte.

Ein gutes Vclchäst. VumorcZke von Bcrt)o!d Schildof. Herr Salomon MatKi. Manufzkturwaarenhändler in W. gehörte entschieden zu Un einnehmendsten Persönlichkeiten seines Standes. Er nahm ein für seine Baumwolle, seine Leinwand und für seine Seid:ntüch:l. Herr Salomon Maycr war auch ein sehr verständiger Mensch; er verstand nicht nur alle die obenzenannten Waaren und noch eine Menge anderer aus dem Grunde, er verstand es auch, sich durch dieses Verständniß ein sehr respektables Vermögen zu erwirthschaften. Doch wie es eben nichts Vollkommenes auf Erden gibt, so war auch Herr Salomon Mayer nicht vollkommen. Er besaß nämlich außer dem Ueberfluß an Geld auch einen Ueberfluß an Geiz und' einen Mangel an Verständniß für Pelze. Un aus diesem Mangel sollte Herr Mayer, der sich rühmto, der erste Geschäftsmann seiner Zeit zu sein, die Lehre ziehen, daß der Mensch nie aufhören soll, zu lernen. Neben seinen Besitztümern anGlück. Geld und Geiz besaß Herr Salomon Mayer auch einen Sohn, der auf dek schönen Namen Siegwart hörte. Herr Siegwart Mayer, wie sehr sich auch in die Fußstapfen seines Vaterö Zu treten bemühte, strebte aber auch darnach, zu dessen vielen einnehmenden" Eigenschaften auch die der persönlichen Erscheinung hinzuzufügen und verlieh zum größten Leidwesen seines Vaters seinem Aeußeren mit Hilfe vonSchneider und Modehändler einen Glanz. den Herr Salomon Mayer auf das gründlichste verabscheute und den er. allerdings in anderer Form, höchstens an den Knien, dem Rücken oder an den Ellbogen zu erjalten beflissen war. Kurz, Herr Siegwart Mayer repräsentirte Fin de Stecle, während der Alte in seiner Toilette noch immer die Erinnerung an jene Zeit aufrecht erhielt, wo er unter den eingehandelten alten Nleidem die schäbigsten zum ei genen OebrauS für sich hebielr.

Nach dieser nothwendigen Einleiiung gelangen wir zu unserer Geschichte, die nebst anderen offenen, und geheimen Vorzügen, auch die der Wahrhaftigkeit besitzt. Herr Siegwart Mayer, dem es gelungen war, durch seine einnehmenden Eigenschaften ein Mädchen mit baaren 100.000 Mark für sich einzunehmen, rüstete sich zur Hochzeit, die im Wohnorte der Braut, einem 30 Meilen von W. entfernten Provinzstädtchen stattfinden sollte. Nun war es ihm aber doch unangenehm, daß sein Vater, der reiche Salomon Mayer in einem Winterrocke zur Hochzeit fahren sollte, dessen Fadenscheinigkeit auf eine vierzigjährige Dienstzeit wies, somit ihn zur Pnsionirung berechtigte. Nach langem Hinund Hersinnen kam Herr May:r junior auf eine Idee. Er kaufte einen prachtvollen Zobelpelz, dessen Preis 1200 Mark Herrn Mayer senior in gelinde Raserei versetzt haben würde, ging damit zu seinem Vater und überreichte ihm denselben. Weißt Du. Vater." sagte er. ich habe da zufällig einen billigen Pelz bekommen, hab'-ich ihn Dir ge-

kaust zur Wtt aus meine Hochzeit. Dein Winterock ist ja doch zu einer solchen Gelegenheit nicht mehr recht passend " Wie haißt nix passend?" schrie der Alte erbost, wenn er war gut zu meiner Hochzeit, muß er auch gut sein zu Deiner Hochzeit. Uebrigens ä so a Leichtsinn. Der Belz da" er be-

fühlte ihn von allen Seiten, ohne eine richtige Vorstellung von dessen Werth zu bekommen, der Pelz da hat wenigstenS 500 Mark gekostet. Ich trag so waS theueres nix, geb' ihn zurück." Aber Vater," sagte Herr Siegwart, der Angst bekam, sein Vater werde doch im alten Winterrock zur Hochzeit sahren, der Pelz ist wirklich em sehr billiger Gelegenheitskauf, ich hab ihn um um 200 Mark gekriegt." . Herr Salomon Mayer dadurch ein wenig beschwichtigt, entschloß sich nach langerDebatte und mannigfachen Aeußerungen über die Verschwendungssucht der Jugend, den Pelz zu be halten. Der Tag der Abreise kam heran. ES war ein eisiger Decembertag und Mayer, der eS verschmäht hatte, es seinem eleganten Sohne nachzutbun und mit dem Schnellzuge zweiter Klasse zu fahren, bestieg in seinen kostbaren Pelz gehüllt, welchen, er aus Gewohnheit über seinen alten Winterock angezogen hatte, einen Waggon dritter Klasse des Bummelzuges. Wie man schon manch mal Bekannte auf der Reise trifft, war auch Mayer so glücklich, im Waggon Herrn Hirsch Rosenstein zu finden, der a Markte fuhr, um Felle einzukaufen. Nach der ersten Begrüßung und dem Austausch von Fragen über Befinden und Geschäftsgang machte Rofenstein, der mit lebhaftem Erstaunen das kostbare Kleidungsstück an Mayer entdeckt hatte, so hinaeworfen die Bemerkung: Ae scköneS Pelzl, waS Sie da haben. Herr Mayer." Dieser verzog sein Gesicht ein wenig und meinte dann mürrisch: 's iö von meinem Sohn; möcht' wissen, zu was ich einen so theuer' Pelz brauch! Aber ich bitt' Sie. die jungen Leus wissen nicht, wie schwer man sich das Geld verdient." Herr Rosenstein pflichtete dieser Ansicht bei und meinte dann: .Es wär' Ihnen vielleicht lieber, nxmi Sie das Geschäft mit'n Pelz rückgängig machen könnten?" . Hm," entgegnete Mayer, wenn ich mei Geld zurückkrieg" Wissen Sie waS, Herr Mayer? Ich kauf' Ihnen ab den Pelz ich hab' zufällig ä Bestellung auf so an Pelz." In Herrn Salomon Mayer, dem die 200 Mark für einen nach seiner Meinung ganz unnöthigen Gegenstand keine Ruhe ließen, dämmerte etwaS von einem Geschäft auf. . Kurz entschlossen fragte er: WaS geben Sie her dafür, Rosenstein?" Wissen Sie was? Weil ich'S grad brauch, und Sie'S sind ich geb' Ihnen 400 Mark. Vierhundert Mark ' Herrn Mayer erbebte das Herz vor Entzücken. 200 Mark bei einem Geschäfte zu verdienen und noch dazu einen überdrüssigen und überflüssigen Gegenstand los werden da gab'S nicht viel überlegen. WaS kümmerte ihn die Hochzeit und die Kälte. Doch er war ein

rstanviger' Mann und sagte nicht

letcy zu. ES wurde nun hm- und eraehandelt und als Rosenstein an

ein Reiseziel. daS wiseben W. und O.

lag, angelangt war, stieg er mit Herrn MayerS Pelz auS, sehr vergnügt übe? daS brillante Geschäft, noch vergnügter aber, als er den Pelz bei einem Gutsbesitzer um baare 1000 Mark weiter verkaufte. Am vergnügtesten war' abn Herr Mayer, der zwar ohne Pelz und ein wenig durchfroren, aber mit einem er heblichen Profit in der dicken rothen OriettalS, und in. seine alt: G&Tjf

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kerock in P. ankam, erwartet von iet 7.em Sohne, seiner zuZünftigenSchwiegertochter und deren Verwandten. Siegwart Mayer, als er seinen Vater ohne Pelz, mit dem alten Winterrock ankommen sah, war starr. Unheil ahnend zog er ihn bei Seite: Wo hast Du Deinen Pelz?" Sei ruhia, mein Kind, ick bab da mit gemacht ä sehr ä gutes Geschäft." Gerechter Himmel, Du wirst ihn doch nicht verkauft haben?" Natürlich hab' ich ihn verkauft und 250 Mark hab' ich dabei profitirt. Was? 1450 Mark hat man Dir dafür gegeben?" schrie, sich vergessend. Siegwart. Aber Herr Salomon Mayer, der an die Möglichkeit eines um 1200 Mark gekauften Kleidungsstückes nickt ein mal zu denken vermochie, lächelte nur und sagte: Wie Haitzt 1450 Mark? Mir scheint. Du kannst nix mehr rechnen, die Lieb hat Dir'n Kopp verdreht. 200 Mark hat er gekostet und um 450 hab ich ihn verkauft, ist 250 MarkProfit." Sprach's und wandte sich ab. Herr Siegwart Mayer aber schwor, seinem Vater nie wieder einen Pelz zn kaufen. HuWonstffSrS.

P a r i r t. Gast: Kellner, aber in den Eiern sind ja Hühnchen " Kellner: Nee. aber die Aerschwendung!" Errathen. Student: Mutter, ich geh' jetzt nach der Universität." Mutter: Trink' aber nicht zu viel, Eduard!" Entgegenkommend. Straßenpassant: Sie armer, blinder Mann, sind Sie vielleicht auch lahm?" Vettler: Det können Se ooch haben!" Auch ein Schluß. Bauer (zu seinem Sohn): Hannöl, allweil liest Du in den wissenschaftlichen Büchern, Du wirst noch ganz dumm werden!" SoliderDurst. Der Trink-

, huber vertilgt woyl ein schönes Vier-

! quantum?" Na, der hat seinen Stammwirth schon dreimal aus dem drohenden Bankerott herausgesoffen!" i Qualificirt. Also seit ' drei Jahren haben Sie kein Bild verkauft da müssen Sie ja als Künstler hungern." WaS thut'S? Als Hungerlünstler find' ich immer noch mein Brot!" .

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