Indiana Tribüne, Volume 21, Number 92, Indianapolis, Marion County, 19 December 1897 — Page 10
ZndiQNü Tribüne.
Erichen Täglich uns SonÄuz. Die tZzUche. Tribüne- kostet durch den Trlge, 1 ttenU per Woche, die SovntagSTrtbüne-k 2 tut per Woche. Beide tufacwe 15 ttent e Cent ptx ttixat. Vtx Post uberhalb Iv tbt geschickt im ,rab,ehlng l p JaU. t?siui 18 Cst llubama SttaHe. Indianapolis, Ind., 19 Dezember '97 rci Jahre in Grönland. Am 26. August 1S94 brachte der dänische Dampfer Hvidbjörnen" sechs Personen: den Pastor Nyttel und seine Frau, den Handelsmann Pedersen mit seiner Gattin und die zwei Zimmerer Karl und Goren Nielsen nachAnmagssalik an der Ostküste Grönlands, wo s eine neue Kolonie gründen wollten. Die beiden Zimmerer smd dieser Tage nach Kopenhagen zurückgekehrt. Mit dem norwegischen Walfischdampfer Hertha", den die grönländische Handelscompagnie für diese Reise gemiethet hatte, waren sie nach Norwegen gekommen, von wo aus das dänische Schiff JSalbnr" sie hierher gebracht hat. Die sechs Kolonisten hatten ur. sprünglich nur zwei Jahre in Grönland bleiben sollen. Der Dampfer Castor". der sie voriges Jahr abholen sollte, konnte aber wegen der mächtigen Eismassen die Ostküste Grönlands nicht erreichen. Zwei Jahre lang lebten diese vierMänner und zwei Frauen ohne jegliche Nachricht von der Heimath, ohne einen Brief oder eine Zeitung zu erhalten, ohne die geringste Verbindung mit der Civilisation. Die wenigen, ganz uncivilistrten Grönländ?r bildeten ihren einzigen Umgang, bis Hertha" sie nach den freundlichen Gestaden der Heimath zurückführte. Was die Arüder Nielsen mir von dem langen Aufenthalte in der grönländischen Einöde erzählt haben, will ich Ihren Lesern mittheilen. Man wird daraus ersehen, daß man, von unserer so hoch gepriesenen Civilisation tteit entfernt, von allem Comfort des modernen Lebens völlig entblößt, von halbwilden Menschen und einer bar schen Natur umgeben, nicht nur glücklich und zufrieden leben kann, sondern daß ein solches Leben eines gewissen Neizes nicht entbehrt. Gleich nach der Ankunft fingen die zwei Zimmerer an, drei einfache HolzHäuser zu errichten, in welchen die allernöthigsten Möbel, die sie mitgebracht, untergebracht wurden. Der einzigeLuxus bestand in einer Stubenorgel, die übrigens fast nie gebraucht wurde. Im größten und besteingerichteten Hause wohnte der Pastor mit semer Frau, im zweiten schlug der Handelsmann seine Wohnung auf und das dritte war für die Brüder Nielsen bestimmt. Später wurde noch in G: bäude, das als Proviantmagazin diente, aufgeführt. Anfangs verlief die Zeit recht gut. Man freute sich über das Neue und Ungewöhnliche, man nahm lange Spaziergänge und Ausflüge vor, und die Abende wurden mit Lesen und Singen verbracht. Wenn man die Bücher ausgelesen hatte, fing man nochmals von vorn wieder an. Nach Verlauf des ersten Jahres kam .Hertha" mit Briefen und Nachrichten und brachte was fast das allerbeste war Zeitungen mit, d'.e von den Legebenheiten, die im verflossenen Jahre vorgefallen waren, Mittheilung machten. Natürlich war man mit den Zeitungen sehr sparsam. Es wäre ja verschwenderisch gewesen, sie alle aus einmal zu lesen, und man zog es vor. jeden Tag eine Zeitung zu lesen. Auf diese Weise folgten unsere Kolonisten den Begebenheiten Tag für Tag. obgleich man ein ganzes Jahr zurück war. Nach und nach wurden die Männer mit den Verhältnissen vertraut. Sie erlernten das Slilaufen" und übten sich, einen Kajak zu steuern undSchlitten zu fahren. Jeder hatte fünf Hunde, große, starte Thiere, die der grönländischen Bevölkerung von unberechenbarem Nutzen sind und deren Unterhalt sehr billig ist, da sie größtentheils von Speck, Knochen und Abfall leben. Die Kälte genirte auch nicht besonders, da die Manner Pelzkmoei, die oen ganzen Körper einhüllten und ' nur oie Augen freiließen, angelegt hat- . ten. Die Frauen wollten dagegen ihre gewöhnlichen Kleider nicht ablegen. So verliefen die zwei ersten Jahre, und jeden Tag wurde die Gewißheit, daß man in diesem Jahre von der Heimath kein Schiff erwarten könne, größer: denn vor der Küste lagerten sich, soweit das Auge reichte, ungeheure Eismssen, die jeden Landgang unmöglich machen wurden. Dies war j eine traurige Aussicht, und man war genöthigt, größere Sparsamkeit zu zeigen. Wohl hatte die . grönländische Compagnie die Kolonisten mit reich 'llchen Vorrathen versehen, jedoch waren lmanche Sachen, wie: Kartosseln, oylen. Branntwein, Cigarren u. s. w. schon verbraucht. Glücklicherweise hatte man jedoch Munition genug für die Büchsen, und diese verschafften du Lebensmlttel. Moven und Schnee Hühner fanden sich in großer Menge. tauch Robben und Eisbaren lieferten sgute Speise und konnte man sich kein Fleisch verschaffen, waren die Eskimos iimmer willig, dasselbe gegen eine 'Scbacbtel Streichhzlier. ein ' wenic Mehl oder ähnliches zu vertauschen. Der Winter war sehr kalt, gewöhn .'lich 12 bis 15 Grad Raumur. Um sich Bewegung zu verschaffen, unternahm man lange Schlittenfahrt' über die endlosen Schneefelder, mar spannte die Schlitt- oder Schneeschuhe an. und fort ging es über die glitzernd.' fiilfläcfic der arofan Seen. Auck du tatfQ bot angenehme Zerstreuung.
ecsroicnger war es fevoo?, BkZchSNt gung för die langen Winterabende zu finden. Um drei Uhr sängt es an. dunkel zu werden, und die Nacht dauert bis zehn Uhr nächsten Morgen. Im ersten Jahre hatte man ein Spiel Karten, um die langen Winterabende dei der Thranlampe zu vertreiben, durch den unaufhörlichen Gebrauch wurden die Karten doch zuletzt so schmutzig und zerrissen, daß es ganz unmöglich wurde, sie zu benutzen und damit hörte das Vergnügen auf. Die Bücher, die die Colonisten besaßen, hatten sie so oft gelesen, daß sie dieselben auswendig kannten, und es blieb ihnen zuletzt nichts anderes übrig, als eine Pfeife zu rauchen und dampfend sich gegenseitig zu betrachten. 'In den mondhellen Abenden unternahmen sie oft eine Schlittenfahrt. Ueber ihre Häupter wölbte sich der von Sternen funkelnde Nachthimmel, rings umher herrschte die große feierliche Stille der Natur, und diese Ausslüge über die schneeschimmernden Felder hatten einen gewissen poetischen Reiz, der die Kolonisten mit großer Freude erfüllte. Natürlich führte der Winter auch große Unannehmlichkeiten mit sich. Oft lag der Schnee des Morgens so hoch um die Hütten, daß es gar nicht hell wurde, und man mußte sich gegenseitig ausgraben, um herauszukommen. Dies waren sehr beschwerliche Stunden. Eine große Zerstreuung im monoto nen Leben der Kolonisten war eö, wenn die Eskimos nachAngmagssalik kamen. Einige Meilen von der Kolonie wohnten drei Eskimo - Familien in ihren niedrigen Erdhütten, und sie kamen auch oft aus weiterer Ferne, um zu betteln oder zu tauschen. Um eine Schachtel Streichhölzchen zu bekommen, gingen sie oft 4 bis 6 Meilen. Sie betrachteten dieselben als einen großen Schatz und benutzten sie mit der äußersten Sparsamkeit. Ueberhaupt sind die Eskimos yroße Kinder, jedoch gutmüthig und dienstfertig. In intellektueller Beziehung stehen sie auf einer sehr niedrigen Stufe, sie haben für Gesana und Tanz kein Interesse, und ihre rellgiösenVorstellungen sind sehr unklar. Desto größer ist ihr Aberglaube, und sie betrachten Mord als zulässig. In Krankheitsfällen kommen sie zu den Kolonisten, um bei - ihnen Rath und Medicin zu holen. Besonders hatten sie große Vorliebe für Rizinusöl, und sie simulirten sogar Krankheiten, um in Besitz von diesem Leckerbissen zu kommen. Sie konnten ganze Gläser davon mit der größten Freude trinken! Sie sind übrigens auch sehr gefräßig und wissen es selbst sehr gut, daher richten sie sich darnach ein. Sie verwahren ihren Speck auf entfernten schroffen Felsen sonst würden sie alles auf einmal aufessen. Die trüben Wintertage näherten sich ihrem Ende, und die Kolonisten hatten zuletzt nur fünf Tonnen Kohlen übrig Auch ihre Lebensmittel waren fast verbraucht und noch immer kein Schiff von der Heimath! Jeden Tag bestieg der Zimmerer Nielsen einen hohen Felsen und ließ seinen Blick über dik See schweifen wie ein Gefangener, der einen Ausweg sucht, um befreit zu wer. den. Endlich, am 21. August, kam ein Grönländer und erzählte, er habe ein Schiff gesehen. Dies hatten die Grönländer aber so oft gesagt, daß die Kolonisten es kaum mehr beachteten. Diesmal war es jedoch wahr. Weit draußen in der Ferne zwischen den schimmernden Eisbergen, die schon anfingen, den Eingang zu sperren, sah Nielsen zu seiner unbeschreiblichen Freude die Masten eineö Schiffes. Eö war der norwegische Dampfer Hertba." In einem kleinen Boot ruderten die Brüder zwei Meilen, um das Schiff zu erreichen und Nachrichten von der Heimath zu erhalten. Man kann sich die Freude der Kokonisten leicht vorstellen. Die Brüder Nielsen befinden sich jetzt wieder in ihrer Heimath bei ihrer Familie. Ja, es ist eigenthümlich,- so schloß Nielsen seine Erzählung, ich bin aber doch überzeugt, daß ich oft ' nach den stillen Wintern'achten und den funkelnden Schneefeldern Sehnsucht fühlen werde."
,.Großmttchen". Bon Ernst Strahl. Sie war immer Großmuttchen genannt worden. Sie hatte niemals ge spielt, wie die anderen Kinder, niemals einen dummen Streich gemacht, wie sie; nie hatte das alte Haus ei Echo ihres Lachens zurückgegeben. ES lag etwas in ihrer seltsamen kleinen Persönlichkeit, daS ihr in den Augen der Nach barn eine gewisse Wichtigkeit verlieh. Die Frauen lachten nicht über sie, und die betrunkenen Männer schienen sich über sich selber zu schämen, wenn sie Großmuttchen auf dem Wege trafen. Ein alter, fast verlebter, müder Blick , Hi Wieder An Der ZltbtlL Alle kleinenVerletzungen wieSchnitt, Brüh und Brand-Wunden, Verrenkungen und Schwellungen werden rasch und sicher von Calvaticn Ocl aeheüt. Es ist ohne Zweifel daS beste Mittel für alle solche Schmerzen und sollte in keinem Hause fehlen. Herr Frank Stubcnhavcr, 1337 Elm Str., Dubuque, Iowa, schreibt wie folgt: "3c!) gebrauchte Salvation Oel um einen verstauchten Ellbogen zu kuriren, welcher mich von der Arbeit abzuhalten drohte, doch nachdem ich den Arm tüchtia eingerieben hatte war ich im Stande wieder an die Arbeit zu gehen. Wenn ich nicht das SalvanonOel gebraucht hätte so würde ich sicher für längere Zeit meinen Arbcitö Lobn verloren dabcn." Salvation Ocl ist überall für nur 23 Cents zu kaufen.
lag m töten Augen; tyr Gesicht sah o aus, als ob es eigentlich von tausend Runzeln durchfurcht sein müßte, aber eine eigenthümliche Sanftmuth und Zärtlichkeit lag auf ihren Zügen, eine Zärtlichkeit, die ihr Entstehen einem langen Kampfe mit den Mühen und Enttäuschungen des Lebens zu verdanken schien. Und doch war Großmuttchen erst 11 Jahre alt.
Ihre Mutter war gestorben, als sie 2 Jahre alt war. Vielleicht war es ein Glück für Großmuttchen. daß ihr Vater sich fogleich wieder verheirathete. Jahre ist ja auch noch kein hübsches Alter für ein Kind, auf sich selbst Acht zu geben. Die Erfahrung ist dann noch nicht reif genug, und all' die an- I ts . t. i r. .n ' ' veren grauen in oer sirae qanen selbst eine Menge Kinder und konnten Nck um kein fremdes kümmern. GroßmutichenS Stiefmutter schien eine tüchtige Frau zu sein. Vielleicht war sie im Grunde sogar eine gutmüthige, zärtliche Frau, nur hatten lange und trübe Erfahrungen ihr Gemüth verhärtet und verbittert und ihre Zunge geschärst. Im Elternhause hatte sie ein ödes, hartes Leben geführt und deshalb hatte sie mit Freuden die erste beste Gelegenheit wahrgenommen, sich zu verheirathen. Während ihrer Ehe hatte sie Zeit genug, den eiligen Schritt zu bereuen, denn das Leben, das GroßmuttchenS Vater führte, war keineswegs idecn. Wie die meisten anderen Männer in der Straße haßte er die Arbeit und liebte daS Wirthshaus. Dort gab er seinen Lohn aus und obendrein so viel von dem Verdienste seiner Frau, als er irgend bekommen konnte. GroßmuttchenS Stiefmutter arbeitete den ganzen Tag lang. Hätte sie es nicht gethan, so hätten sie Alle bald überhaupt kein Heim mehr gehabt. Obgleich sie nie wirklich unfreundlich gegen Großmuttchen war, so gab es doch Stunden, in denen ihr das Kind wie eine Last erschien, und wo sie wünschte, es möchte lieber nicht auf der Welt sein. Wenn man alles in Betracht zieht, so war das vielleicht nicht zu verwundern, denn Großmuttchen war damals noch sehr jung und konnte sich in sei ner Weise nützlich machen; ihre H'ändchen waren zu klein, um irgend welche Arbeit zu verrichten. Aber ein Kind war sie doch niemals gewesen sie hatte keine Zeit gehabt, ein Kind zu sein. In ihrem Leben gab eS dazu diel zu diel zu thun; lange ehe Großmuttchen 11 Jahre alt war, hatte ihre Stiefmutter zwei eigene Kinder, und da war Großmuttchen wirklich ein Trost und eine 'Hilfe. Sie wurde nie müde, sie zu beschäftigen und mit ihnen zu spielen. Als eins der Kinder 3 Jahre alt war, und das andere gerade anfing, auf dem Fußboden herumzukriechen, wurde Großmuttchen den ganen Tag mit ihnen allein im Hause ge'äffen, während die Mutter auf Arbeit ausging. Die Kinder nannten die Stiefschwester Großmuttchen", wie je der andere; und sie hatten sie lieber als irgend Jemanden in der Welt, lieber als die eigene Mutter. In Wirklichkeit sahen sie ja die Mutter nicht oft; und ihr Vater pflegte zu schelten und rn fluchen, so oft sie ihn sahen. Wie sollten sie da eme hohe Meinung von thren Eltern bekommen! Großmuttchen war ihnen alles. Keiner konnte so Zut mit ihnen fertig werden und so schön mvt ihnen spielen wie sie. Einst fand ein Pastor seinen Weg durch Zufall in GroßmuttchenS Heim. Geistliche hatten oft die Erfahrung gemacht, daß die enge, schmutzige Straße ein steiniger Boden für den Samen der Religion war die Leute in dem Gäß chen waren von ausgesprochen weltlichem Charakter. Großmuttchen's Heim lag im dritten Stockwerk. Der Pastor war ganz sicher, kalt, wenn nicht grob und roh, empfangen zu werden. Ein seltsamer, rührender Anblick bot sich ihm dar, als er die Thür öffnete. Ein Kind kniete amBoden und bemühte sich, das schmu, tzige, thränenfeuchte Gesichtchen eines kleinen Kindes zu trocknen, das äugen, scheinlich sehr, unartig gewesen war. Das kleine Kerlchen hielt sein Mündchen zum Kusse hin und sagte schluchzend: Iß will ahtiß sein, Doßmuttchen. sei wieder buti" Der gute Pastor war ganz fremd in der Gegend. Er wußte nichts von Äroßmuttchen und kannte das Kind natürlich nicht unter diesem seltsamen Namen. Ist d'.nn Niemand hier, der auf Euch aufpaßt, Kinder?" fagte der Geistliche und dachte an seine eigenen Kinder zu Hause. Nein, blos ich," sagte Großmuttchen und sah erstaunt zu dem fremden Manne auf, der so seltsame Fragen stellte. BtoS Du?" Großmuttchen paßt auf unS auf," sagte daS dreijährige Kind. Wir haben sie schrecklich lieb." Na ja, ich wußte doch, daß man so kleine Kinder nicht allein läßt," sagte der Pastor. Wo ist denn Großmuttchen? Fährt mich doch einmal zu ihr.DaS Kind zeigte mit dem Finger auf die Stiefschwester und steckte den Zipfel ihrer Schürze in den Mund. Nennen sie Dich Großmuttchen?fragte der Pastor erstaunt. Ja. alle!" Warum denn?" Sie schüttelte nachdenklich den Kopf. Ich glaube, weil ich so aussehe." Er lächelte. Nun, Du bist doch' noch nicht so alt?" . s,,5. KZ XTU aTä a ! Zf )JUUVVf lUf Vlifc UllVl, Ul Wlfr i denken. Wie alt bist Du denn?" Elf Jahre, aber ich denke immer, das stimmt nicht. Ich komme mir viel älter vor." Die Bemerkung eweZ Kindes setzte lbn in (staunen. ? betrachtete Sroö
muttchen genau und sa er? den Schatten von Sorge, die Verantwortlichkeit ihres Lebens in den ernsten Zügen und die mütterliche Zärtlichkeit in ihren tiefen, grauen Augen. Armes Kind," dachte er. Sie ist alt geworden, ehe sie Zeit hatte, jung zu sein." Der Geistliche bauchte die Kinder oft, denn sie interessirten ihn sehr, und Großmuttchen freute sich immer sehr, wenn er kam. Sie wußte nicht, daß sie ihm leid that, und es wäre ihr sicherlich nicht lieb aewesen. Sie fühlte sich durchaus nicht bemitleidenswert. Sie war glücklich in ihrer Weise. Die kleineren Kinder jubelten ihm entgegen, wenn er kam, denn er pflegte ihnen Zimmtbretzeln und Bonbons mitzubringen. Großmuttchen aß niemals solche Dinge. Ich bin zu alt dazu," pflegte sie den Kindern zu sagen. Manchmal blieb der Geistliche lange bei ihnen und hatte reichlich Gelegenheit, GroßmuttchenS Charakter zu studiren. Waren die Kinder müde oder eigensinnig, wurde sie niemals ungeduldig. Wenn sie unartig waren, schalt sie sie niemals aus, sondern redete ihnen gut zu. Oft fand er sie vor dem Feuer sitzend, das Kleinste in ihrem Schoß Großmuttchen mußte die Füße auf ein kleines Fußöänkchen setzen, um dem Kindchen einen bequemen Sitzplatz in ihrem .Schooß" zu verschaffen. DaS ältere Kind spielte um sie herum und fühlte sich wohl und glücklich, so lange Großmuttchen mit ihm redete. Manchmal, ' Im Zwielicht, tanzten seltsame Schatten entlang an den Wänden und an der Decke, und sie erzählte ihnen lange Geschichten, indem sie das bischen Wissen, das sie aufgeschnappt hatte, mit ihrer lebhaften Phantasie vermischte. Von der Welt da draußen" gab sie ganz eigenthümliche Beschreibungen, und seltsam schilderte sie ihnen daS Land, daö sie ja selber nie gesehen hatte. In GroßmuttchenS Geschichten war immer alleS schön und gut. Und dann, wenn die Kinder einschliefen, konnte sie stundenlang dasitzen, die Hände um die Knie gefaltet, und in die glühende Asche starren und denken und überlegen. WaS für seltsame, wache Träume mochten in diesen Stunden über sie kommen? Waren eS Zukunstsgedanken, oder Bilder der Vergangenheit, der langen, langen Vergangenheit von elf Jahren? Sie sieht jeden Tag älter auö," sagten die Frauen; sie wird gar nicht wie ein jungeS Mädchm aussehen, wenn sie in das Alter kommt." Die Frauen irrten sich. ES kam ein Tag. an dem Großmuttchen nicht älter wurde, ein Tag. der heraufdämmerte, wie alle andern in der enen, schmutzi. gen Gasse, und der für die meisten ihrer Bewohner schloß, wie alle andern; für die meisten, aber nicht für Groß muttchen. Für sie war eS der Tag. an dem sie daS Werk treulich vollendete, für das si: in die Welt gesandt zu sein schien. Die Stiefmutter kehrte am Abend heim und hörte nichts von denKindern, als sie die , steile, dunkle Treppe zum dritten Stock hinaufsüritt. ES war noch nicht Schlafenszeit, und gewöhnlich pflegten die Kinder um diese Stunde fröhlichen Lärm zu machen. AIS sie in das Zimmer trat, bot sich ihr ein seltsamer Anblick dar. Die beiden Kleinen saßen auf dem Fußboden, und wischen ihnen lag Großmuttchen, stumm, regungZloö,. wie ein Knäuel zusammengeballt. Ihr Kleid war versengt und verbrannt, ebmso wie die Schürze deS ältesten KindeS. ' DaS Haar war fast ganz abgesengt, und der ausgestreckte rechte Arm zeigte schwere Brandwunden. DaS Gesicht war ganz bleich und die Augen waren geschlossen. Die blassen Lippen aber umspielte ein Lächeln. Großmuttchen! . Großmuttchen! waS ist denn geschehen?" fragte die Stiefmutter, indem sie' neben dem Kinde niederkniete. Doßmuttchen danz böse," sagte das Kleinste sehr ernsthaft, danz böse, sagk kein Wort." WaS ist denn geschehen, Kinder?" Nun fing daS altere Kind an zu weinen. Ich ich habe gespielt, und da bin Ich in'S Feuer gefallen, und da hab. ich mir die Hände verbravnt, da sieh mal, Weh-weh! Und da hat meine Schürze -angefangen .zu brennen und da hat Großmuttchen mich schnell hochgehoben und fortgetragen, und da hat sie auch angefangen zu brennen, und da hat sie mich fallen lassen, und dpS hat so weh gethan, und dann hat sie immer weiter gebrannt und hat 'sich auf die Erde geworfen und hat so dagelegen, wie jetzt, die ganze Seit über, und hat kein Wort gesagt. Ich glaube, sie ist böse, Großmuttchen, sage doch mal, bist Du böse? Ich konnte ja nichts dafür, daß ich brannte! ZZch will'S ja auch nie wieder thur., ich Hab'S ja nicht böse gemeint, sprich doch ein Wort, liebeö. liebeS Großmutt. chen!" und sanft legte daS bekümmerte Kind sein kleines Köpfchen auf Großmuttchenö verbrannten, ausgestreckten Arm. Großmuttchen war niemals böse geWesen, sie war eS auch jetzt nicht. Sie wollte nur nicht sprechen, sie "konnte nicht sie hat nie wieder gesprochen. Sie war von den Kindern fortgegangen, um selbst ein glückliche Kind zu werden, fortgegangen nach einer Heimath, die dem Feenlande so ähnlich sah, von dem sie so oft erzählt , hatte, wo die linden Sommerlüfte den lieblichen Gesang der Vögel mitbringen, wo grüne Wiesen mit goldenen Blu. men lachen, und wo die Menschen nie altern, nicht einmal, wenn sie schon 11 Jahre alt sind. m m m i, Meerstbaumpfeifen, lange beut süe Vfeifen, Zigarrenspitzen :c., bt
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