Indiana Tribüne, Volume 21, Number 85, Indianapolis, Marion County, 12 December 1897 — Page 6
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Wiener Kauflrcr. C Der halb-südliche Eindruck, den Wien auf den Fremden hervorbringt, beruht zum Theil auch auf den zahlreichen fliegenden" Geschäftsleuten, die mit ihren Waaren in den Straßen umherziehen oder die öffentlichen Plätze besetzt halten, um da über Tag ihren Unterhalt herauszuschlagen. Es fehlt bei dem Vergleiche mit ähnlichen Erscheinungen in Italien nur der dort übliche Lärm des Ausrufens. Aeltere Wiener erinnern sich übrigens noch ganz wohl, dak einst auch die verschiedenen Stimmen der Ausruser zu d:m characteristischen Straßengeräusch ge hörten. Damals pries noch der Essigbauer, der mit seincmFäßchen selbstbereiteten Essigs vom Lande herein kam, sein Erzeugniß durch lautes Schreien an. stellte sich der KotzenKrowat" mitten in einer Straße auf und orgelte sein textlich unverständliches Kotzen-Kotzen faste!" herunter, empfahl der Sandmann den Reibsand, den er auf einem Hundewägelchen mit sich führte, rief das Lumpenweib seine Geneigtheit aus, Abfälle zu kaufen, indem es mit' gewöhnlich heiserer Stimme in einem bestimmten, sich stets gleichbleibenden Tonfall sang: Haderlump, Haderlump! Baaner, Glasscherben!" Diese Symphonie von Straßengeschrei ist so ziemlich derstummt. In dem neuen Wien hört man nur noch den Handelsjuden in den Häuserhöfen sein HandelllnHandllln!" schnarren, oder zur Som rnerszeit die Lavendel-Weiber singen : Kauft's ein Lavendel, zwa Kreuzer a Büschel Lavendel! während der SloWake, der seine rohen Kinderspielwaaren mit dem langgezogenen, slawischschwermüthigen Ruf Spielelei" ?nkündigt, ,auch schon eine Seltenheit geworden ist. Es herrscht unter der geNerbeireibenden .Bürgerschaft eine o starke Abneigung gegen das Hausirwesen. von dem sie sich seit dem Augenblicke bedroht fühlt, als das kleine Gewerbe in seinem Erträgniß zu sinken begann. Mancherlei neue Gesetze und Verordnungen sind seither gegen daZ Hausirwesen erlassen worden, das al lerdings dadurch nicht auszurotten war, aber jedenfalls sehr eingeschränkt worden ist. ' Freilich, gewisse Erzeugnisse werden nach wie vor auf der Straße feilgeboten, und das Publikum wäre sehr erstaunt, wenn das plötzlich anders werden sollte. Die Wiener Hausfrauen sind nun einmal gewohnt, zur Sparaelzeit mit den Weibern, welche dieses köstliche Gemüse durch die Straßen tragen, bis auf's Blut zu feilschen Spargel ist natürlich auch anderwärts zu bekommen, bei den Standeln" Am Hof. in den Markthallen, bei den Gemüsehandlern. Allein das (Spargel weib" giebt ihn um ein paar Kreuzer billiger, und das erfüllt die Seele der Wiener Hausfrau mit unsäglicher Wonne. Auch der Hausvater, der seine Gattin angenehm überraschen will, würde es nicht wagen, den Sparcjtl in einem Laden zu kaufen. Er befürchtet in seinesUnverstandes durchbohrendem Gefühle, daß er von dem kundigen Geschäftsmanne überhalten" würde. Bei dem Spargelweib" kann ihm nichts geschehen. Verlang! sie für den Bund 80 Kreuzer, bietet er 60. verlangt sie einen Gulden, bietet er um zwanzig Kreuzer weniger. Selbstverständlich fällt er dennoch zutev.len hinein und wird daheim neben dem Lob über die Aufmerksamkeit auch ein bischen ausgezankt, weil er den SpZ?gel um fünf Kreuzer theure: gekauft, als die sorgliche Hausfrau selbst ihn erhandelt hatte. Aber er tröstet sich init dem Gedanken: was würde der
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Spargel erst in einem Laden gekostet
haben! Und das nächste Mal macht doch wieder das Spargelweib sein Geschast mit ihm. Ebenso ist der Arbeiter, dem unterWegs just der Magen knurrt, gewohnt, sein Gebäck bei dem Bretzenmann: zu kaufen der an irgend einer Kirche oder Häuserecke lehnt. Den Kindern schmecken keine Süßigkeiten so gut. als die vom Zuckerlmann" gelieferten, dessen Tablett die herrlichen Dinge o schön zur Auswahl ausgebreitet enthält. Desgleichen dürfen die Obstweiber in den Straßen stets auf guten Absatz rechnen, nicht minder die falschen Orientalen, die. einen türkischen Fes auf dem struppigen Haupte. Kokosnüsse anbieten. Man muß nur wissen, wie so einem Jungen, der gerade seinen Robinson gelesen hat, das Wasser im Munde zusammenläuft. wenn er eine Kokosnuß sieht. Er erinnert sich an die köstliche Milch dieser Frucht, die dem einsamen Helden der Robinson-Jnsel das Leben gefristet, und hat so eine unbestimmte Vorstellung, daß sie nach der besten Schlag. sahne schmecken müsse. Die Enttäuschung beim Genuß dieser faden dün nen Flüssigkeit ist immer groß; aber immer giebt es auch noch Knaben, ic noch nicht enttäuscht worden sind und ihre Heller für ein Stückchen der exoi:schen Frucht hinopfern, um sie zeschwind wieder auszuspucken. Zum neueren Straßenbilde von Wien gehört auch der Bosniake in Nationaltracht, der Pfeifen, Messer, Spazierstöcke, und allerlei orientalisch angehauchten Kram mit sich trägt. Diese meist imposanten Kerle, die im Solde von Fabrikanten stehen, erfreuen sich ganz befriedigenden Zuspruches und sind daher den andern Hausirern ein Dorn im Auge. Dem übrigen Publikum hingegen haben sich die Blumenmädchen, deren Zahl in Wien immer größer wird, geradezu verhaßt qemacht. Sie sind nicht zu verwechseln mit jenen betagten Weibern aus dem Volke, die tagsüber in den belebten Straßen der inneren Stadt zu billigen Preisen die Blumen der Saison feilbieten. Diese armen Weiber begnügen sich mit einem kleinen Gewinn und belästigen die Passanten wenig. Ihr Alter ist so sehr sprichwörtlich, daß ein witziger Autor in einer Gerichtsscene den Angeklagten auf die Frage nach der Beschäftigung seiner Eltern sagen läßt: Mei Vater is a Kegelbua, mei Muatter a Blu-' menmadel. Die Blumenmädchen, die geradezu eine öffentliche Plage bilden, sind junz. zumeist hübsch, aber von unerträglicher Dreistigkeit und Zudringlichkeit. Sie zahlen den Unternehmern größerer Veranuaunasetablissements ganz ar tige Summen für die Erlaubniß, dort mit Blumen hausiren zu dürfen. Um diese Pacht heraus zu schlagen, versuchen sie es förmlich mit Gewalt, den Gäste'nBlumen aufzudrängen. Plötzlich stecken sie einem eineBlume in's Knopfloch und eilen davon, um spater das nicht seor bescheidene Inkasso vorzu nehmen. Wehe, wenn eine Dame in Deiner Gesellschaft ist! Dann mußt m Ort T AZU sur ein paar eliazen, für eine welke Rose einen Gulden und auch mehr zahlen, weil dieser weiblicheVampyr daraus rechnet, daß man sich schämt, in Gegenwart einer Dame zu feilschen. Es giebt Blumenmädchen, die aus diese Art wohlhabend gewor den sind. In der Gegenwart macht sich eme Reaktion fühlbar aegen dieses Treiben. Die Damen selbst lehnen eZ ab, aus solchen Händen Blumen ' zu empfangen, und so wird das Feld dieser Plagegeister immer mehr auf dl galante Welt beschränkt, wohin es auch gehört. Eine Specialität bilden die Wirths Haus-Hansirer. Ein Gar?on kann.alle seine kleinen Toilettenbedürfnisse durch sie bestreiten, mitunter auch sein Be dürfniß, sich in den Anblick schöne? weiblicher Gestalten . zu versenken. Es giebt Hausirer, welche die Bilde? berühmter und unberuhmter Schon beiten in einer geheimen Tasche mit sich führen. Ihr Gegenstück sind die Bücherhausirer, die nicht bloß ernste Wissenschaft und Belletristik vertreiben, sondern auch ein pikantes Büchlein
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nicht verbergen, wenn sie der Vertrauenswürdigkeit der Käufer sicher
sind. Die Bücherhausirer waren lange Zeit eine Specialität der Lsterreichischen Kaiserstadt, neuerdings haben sie m' 5Ü -TlSXf aber auch anderwärts, beispielsweise in Leipzig, Nachahmer gesunden. Da sie vorzugsweise wirklich gute Literatur, namentlich in den wohlfeilen Ausgaben der Universal-Bibliothek vertreiben, so können sie als mcht zu unterschätzende Culturträger gelten, die vom Publikum immer freudig begrüßt werden und auch bei den Wirthen gerne gelitten sind, da ein im Wirthshause erstandenes Büchlein den einsam sitzenden Gast m der Regel langer an daZ Restaurationslocal fesselt, als dies die Lectüre der Tageszeitungen vermag. Allgemach verschwinden die localen Eigenthümlichkeiten der in dieses Fach gehörenden Gestalten. Wien mvellut sich zur Großstadt schlechtweg, welche' die Formen anderer Großstädte annimmt. Außerdem läßt eine gewisse Engherzigkeit in dem Verkehrs- und Geschäftswesen der Stadt die Entwicklung so besonders merkwürdiger Erscheinungen von Straßenverkäufern wie zum Beispiel aus den Boulevards in Paris nicht aufkommen. Jede Stadt hat die Hausirer die dort verdienen! Ein chachmatador. Der iuaendliche Sieaer in dem diesjährigen großen Berliner Meisterturnler. Rudolf Charousek. verspricht eme der hervorragendstenZierden derSchachritterschast zu werden, wenn es iDm gelingt, die so rasch und frübzeitig erwordenen Lorb:ern durch weitere Zeichen de? Triumphes zu vermehren. Charousek tauchte auf der öffentlichen Schachbukne erst im vorigen ayre auf, nachdem er seit einer kurzen Reihe von Jahren seinen schachlichen TurnÜbungen namentlich in den Budapest Schachkreisen obgelegen hatte. Anfang vorigen Jahres fand zwischen ihm und dem ebenfalls noch jugendlichen Geza Maroczy, dem ersten Sieger im Hauptturnier zu Hastings 1895. ein Wettkampf von sechs Gewinnpartien statt, in dem er mit zwei zu sechs bei zwei Remisspielen unterlag. Sein erstes Meisierturnier war dasieniae zu Nürnberg 1896. worin er sich bereits rühmlich auszeichnete, indem er siegreich gegen Blackburne. Jnowski, Lasker. Porqes. Showalter und Waldbrodt blieb. Remis gegen Marco, ' Pillsbury. Schiffers. Schlechter und Winawer erzielte und nur unterlag gegen Albm. Maroczy, Schallopp, Steinitz, Tarrasch, Teichmann und Tschigorin. Gleich darauf, im 1896er Meisierturnier zu Budapest. kämpfte er so glücklich, daß er mit Michail Tschigorin bei je 8z GewinnRudolfCharousek. spielen von zwölf zu spielenden zum Stichkampf um den ersten und zweiten Preis gelangte, welch letzterer (2000 r je r. ; .i . v. ronen) iym iqneßiicn oeronco. in diesjährigen großen Berliner Turnier gewann er, wie erwähnt, den ersten Preis mit 14z bei 19 zu spielenden Turnierpartien. Rudolf Charousek wurde am 10. September 1873 zu Prag geboren. Als er fünf Jahre alt war, zogen seine Eltern nach Ungarn, so daß er zwar von Geburt Böhme, der Sprache, Er ziehung und Lebensweise, nach dagegen Ungar ist. Das Schachspiel erlernte er im Jahre 1891, und .wenige Jahre eifrigen Exercirens waren im Stande, den iungen Mann zum Mei st er heranzubilden. Sein erster Erfolg war ein Wettkampf gegen Prof. Exner in Budapest, den er mit 9:1 gewann. Anzüglich. .Justizrath Ste! ger vertheidigt doch jeden Lumpen!" .Hatten Sie ihn Nicht auch emmal zum Anwalt?" Auch ein Grund. .Aber. lieber Freund, dieses ewige Herumpumpen bei Bekannten und Fremden muß doch endlich aufhören." Ja. man weiß gar nicht, was man mü den Leuten immer sprechen soll!" S 0 verräth sich der Mensch selbst. Kellnerin: .Aber warum heute so nachdenklich, Herr Hu ber?" Stammgast: .Denken Sie sich. Nannerl, meine Frau weiß, daß lch zu Ihnen öfters .liebes Nannerl' und .Du" sage. Ich möchte nur wis sen, welcher schlechte Mensch es ihr er zählt hat!" Huber kommt am folaenden Tage wieder und ist Nicht nach denttich. Bon der Kellnerin gefragt, ob er den Betreffenden schon herausbe kommen.antwortet er: .Ich bin's selbst gewesen: ich habe im Schlaf immer .Liebes Nannerl, bring mir noch a Maß" gerufen.
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Die Ausstellung in $maftft'
Außer den für die eigentlichen Ausstellungszwecke errichteten Hauptgebäuden wird auf dem Ausstellungsplatze auch noch ein Gebäude erbaut werden, welches die Bezeichnung .Auditorium" erhält und das während der Ausstellung Concerten und Versammlungen dienen soll. Das Auditorium, welches einen Flächenraum von 136 bei 246 Fuß einnehmen wird, soll ein prächtiges Gebäude werden und sich den übrigen Ausstellungsbauten im sogenannten Haupthofe in würdiger Weise an-
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Das Auditorium.
schließen. In seinem Aeußern präsentirt sich das Auditorium als zweistöckiges, von hoher Balustrade umgebenes Gebäude, mit Logen, Gallerten und überragendem Mittelbau. Der Vaustyl ist der corinthische, mit reicher ornamentaler Verzierung, der franzosischen Renaissance entlehnt. Die beiden Haupteingänge zum Gebäude befinden sich auf der Ost- und Nordseite desselben, letzterer direkt der schmalen Endseite - der Lagune gegenüber. Reichlicher Statuenschmuck kommt zur Anwendung und der Charakter desZager zu Merde. Die 1895 errichteten MeldereiterDetachements im preußischen Heere haben nunmehr, nachdem sie im März d. I. die Bezeichnung Jäger zu Pferde erhalten haben, eme neue, einheitlich geregelte Uniform bekommen. Die frühern Uniformen zeigten für die Meldereiter der drei Armeecorps dreierlei verschiedene Typen, die sich an die Uniformen der Leibgendarmerie, der Kürassiere und der Husaren anlehnten. .Bisher bestanden Detachements nur bei Gardecorps und dem 1. und 15. Armeecorps. Jetzt haben auch das 14. und 17. Corps Jägerdetachements erhalten. O ffi c ie r zur Parade und JägerimMantel. Im Allgemeinen schließt sich die Bekleidung eng an das Vorbild der Kürassieruniform an. Der Helm ist von geschwärztem polirten Stahl gefertigt. Beschlag und Schuppenketten sind von gelbem Metall, bei den OsfH cieren vergoldet. Vorn ist beim Gardedetachcment ein weißmetallener Gardestern angebracht, bei den übrigen Detachements ein gelbmetallener heraldischer Adler. Die Garde trägt zur Parade weiße Haarbüsche. Die weiße Mütze hat gelbe Vorstöße um denDeckel und den hellgrünen Tuchrand. Koller und Waffenrock, letzterer nur bei den Gardejägern etatsmäßiges Bekleidungsstück, sind von graugrünem Tuch in der Farbe, die für die Forstbeamtcnuniformen vorgeschrieben ist; Kragenpatten, Schulterklappen und Vorstöße hellgrün; die Kollerborte gelb (Officiere golden) mit zwei hellgrünen Streifen; Knöpfe gelb. Auf den Achselklappen der Provtizial-Armeecorps ist die gelbe Corpsnummer in römischen Zahlzeichen angebracht. Felder und Unterfutter der Officierseplauletten sind hellgrün, desgleichen auch das Futter der Achselstücke. Der Ueberrock der Officiere ist dunkelblau mit hellgrünem, gelb vorgestoßenem Kragen, die übrigen Vorstöße hellgrün, die Knöpfe gelb. Der Mantel und die aus grauem Molton gefertigte Litewka haben hellgrüne Schulterklappen wie auf dem Koller. Die Reithosen sind weiß, die langen Beinkleider für Officiere schwarz mit ponceaurothen Vorstößen, für Mannschaften graugrün mit hellgrüner Biese. Am auffälligsten sind die braunen Reitstiefel. Aus braunem Leder sind auch Koppel, Bandelier, Kartusche, Revolverriemen, Revolvertasche.Kartentasche und FernamMWI WWM Jäger zur Parade und in L i t e Ä k a.
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selben weist auf dm welchem das Gebäude dienen soll, h(n. An den vier Ecken des GebäudeZ ergeben sich Pavillons in Thürmen auskaufend, deren Höhe jene des übrigen Theiles des Gebäudes überragt. Die- Eckn der Pavillons tragen lebensgroße FZguren. welche in symbolischer Werfe Musik, Tanz, etc., repräsentiren. Das Innere des Auditoriums ist nach Art des griechischen Theaters arrangirt, mit 4000 Sitzplätzen in der Halle und Raum für weitere 500 Sitzplätze auf
der Bühne. Dre Halle ist zu beiden: Seiten flankirt von einer Anzahl großerer oder kleinerer Raume, welche' als Comitezrmmer, Garderobezimmer u. dgl. Verwendung finden können, flankirt. ie Ositgfsfirrnirfitnrr I V V Vj V y VVlV Inneren des Gebäudes wird dem Aeu- j dl Ssafrrt. Miri...x... rrz. ar ! 14.111 VCtlUCil CiUf icuui. XJK Ulf chitekten (Fischers Lawrie in Omaha, Rebr.,) haben dem Problem der Akustik besondere Aufmerksamkeit gewidmet und sind voller Zuversicht, daß sie auch nach dieser Richtung hin ihre Aufgabe gelöst haben. glasfutteral gefertigt. Das Bandelier zeigt vorn zwei ovale Metallschilder mit Kettchen und daran befestigter Signalpfeife. Auf dem obern Schild befindet sich W. II. mit der Krone geschmückt. Das Bandelier der Ossiciere hat Unterlage uqd Vorstöße von hellgrünem Tuch. Als Beschlag dient bei der Kartusche für die Gardejäger der Gardestern, bei den übrigen Deta.chements ein gelbmetallenes Jagdhor. Die Bewaffnung besteht aus Revolver und Cadaleriedegen Ms89. Die Officiere tragen den Pallasch, bezw. Stichdegen. Die Pferdeausrüstung gleicht der für Kürassiere vorgeschriebenen. Schabracken und Stütze! (Schabrunken) sind von graugrünem Tuch, der Besatz ist gelb, für Officiere golden. In den hintern Ecken der Schabracke steht die Corpsnummer in römischen Ziffern, bei der Garde der Gardestern, den auch die Officiere der Gardejäger auf den Stützeln führen. Für die Officiere aller Detachements sind zur Parade Weiße Stulphandschuhe borgeschrieben. Tcutschland und Haiti. Um den Forderungen des deutschen Gesandten in Haiti Nachdruck zu verleihen, ist der Panzerkreuzer Deutschland" dorthin beordert worden. Die Besatzung des Panzers beträgt 650 Mann, und dazu geht die 389 Mann zählende Besatzung des außer Dienst gestellten Panzers Sachsen" mit. Das iSL. l'ä-' Der Panzer Deutschland. Panzerschiff 2. Klasse Deutschland" ist in den letzten Jahren in Wilhelmshaven modcrnisirt worden; es hat ein stählernes Oberdeck, mehr Querschotten und eine Armirung von 8 schweren, 23 Schnellfeuer- und 8 MaximGeschützen erhalten. AusdemGer-ichtssaale. Präsident: Wollen Sie einmal erzählen, wie die Schlägerei begann!'' Angeklagter: Der Peter und ich waren von Jugend an wahre Herzensfreunde. Wie ich ihn nun nach drei Jahren wiedersah. rief ich freudig aus: Lieber, guter Petev, Du bist aber groß und dick geworden!" Und erst Du," erwiderte er, Du siehst aus wie das ewige Leben!" Und so bracht' ein Wort das andere, bis wir schließlich handgemein wurden!" D i e Frauen hören manches nur mit halbem Ohre, aber sie erzählen es mit ganzer Zunae. Letztes Mittel. Sehen Sie mal, nun radelt die alte 'Jungfer auch noch!" Sie will eben den letzten Versuch machen, durchs Läuten die Aufmerksamkeit der Männerwelt auf sich zu ziehen!" . Mahnung. Junge Frau: Was soll ich denn morgen kochen, lieber Oskar?" Gatte: Weißt Du was. liebes Weiberl. koche morgen ein mal ausnahmsweise etwas zum essen!" ''Fürchterliche Strafe. Redacteursgattin: Mein Mann hat mich wieder geärgert." RedacteursSchwiegermutter: Dem Menschen schicke ich ein Gedicht von m i r. ein!" Im medicinischen Examen. Professor: Aber Herr Candidat. wie können Sie bei Ihren mangclhaften ärztlichen Kenntnissen nur daran denken, eine Praxis aiKzuüben?" Candidat: Ich beabsichtige auch nur. eingebildete Krankheiten zu kuri-ren!"
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' 'ercssant" Äotto: Nöge iederunverrückt ' Seines Zieles warten. Wenn die Rose selbst sich schmückt. Schmückt sie auch den Garten! Sich hervorzuthun, sich aus der Menge herauszuheben, durch irgend etwas ein Gegenstand allgemeinen und besonderen Interesses zu sein wer strebt gegenwärtig nicht nach solchem Ziele? Es ist theils angeborene, menschliche Eitelkeit, welche solchenWunsch erzeugt, theils Ehrgeiz bei größer angelegten Naturen. Die Eitelkeit läßt alle solche Erscheinungen zu Tage treten, die lediglich darauf abzielen, die Aufmerksamkeit der Leute den Betreffenden zuzuwenden, für sie Reclame zu machen; sie verschmäht darum keineswegs Thorheit und Lächerlichkeit, sie läßt die Personen sogar mit den eigenen Fehlern cokettiren. Der Ehrgeiz verachtet solches, indem er sich einem bestimmten und großen Ziele zuwendet. Er erzeugt die Streber. Wohl ist es sicher als Glück zu empfinden, eine Quelle der Freude, des Vergnügens, der Anregung für unsere Mitmenschen zu sein, gewissermaßen der Mittelpunkt, von dem die erwärmenden und erleuchtenden Geistesstrahlen innerhalb der Gesellschaft ausgehen! Von des Lebens Gütern allen ist der Ruhm das höchste doch!" sagt ein Schillersches Dichterwort. Es klingt verlockend, verführend aber auch warnend. Die klare Einsicht muft erkennen, daß das Ergreifen des höchsten Gutes eine Fähigkeit und Kraft voraussetzt, die eben nicht Allgemeingut sein kann. Das Genie ist eben ein Göttergefchenk, es ist ewe Gabe, welche die Vorsehung von Anfang an nur Bevorzugten verliehen hat, anders würde es aufhören, das Genie", das Außerordentliche, zu sein! Diejenigen, welchen es nicht gelingt, sich, ungeachtet ihres glühenden Wunsches, aus der Allgemeinheit hervorzuheben, sind trotz ihres Fleißes, ihre? Strebsamkeit, rWlncherlci Gefahren ausgesetzt, vor denen sie nurBescheideuheit und Characterstärke bewahren können. Anders laufen sie stark Gefahr, alles menschliche Behagen zu verlieren, unglücklich oder lächerlich zu werden. Der Lächerlichkeit- entstammt das Gigerlthum, männliches und wüblichcs. ' Es giebt allerdings bestimmte Umstände und Verhältnisse, welche dazu helfen, eine Persönlichkeit interessant" zu machen: rcichbewegtes Leben, Reisen, besonders weite, ausländische, bedeutende Erfahrunaen und Kenntnisse etc. Aber das Gespräch mit Vielwisfern und Gelehrten braucht aus diesem Grunde längst noch nicht ansprechend und anregend zu sein. Ja, es' kann sogar langweilig und unangenehm werden. falls, wie leider häufig, dabei Selbstbespiegelung zu Tage tritt, wenn man dem Erzähler anmerkt, daß er stch selbst gern sprechen hört." Es kommt vor allem darauf an, daß die erworbenen Lebenserfahrungen und Kenntnisse auch durch angeborene Intelligenz befruchtet werden, um neue Gesichtspunkte, besondere treffendeAnsichten und originelle Gedanken zu erzeugen. Da erst sind die erworbenen Kenntnisse durchaus unser innerstes und vollständigstes Eigenthum 'wor-
den, so daß ihr Besitz uns gestattet, ieden Augenblick frei über LnserenSchatz zu verfugen. Und dennoch giebt es eine Eigenschaft, welche absichtlos jedermann, Weib und Mann, aus der Masse hervorhebt, und immer, bis zu einem gewissen Punkte, interessant macht." Das ist die Natürlichkeit. Sei jederzeit Du felbst, gieb Dich bei aufmerksamer, sorgfältiger Selbsterziehung immer wie Du bist, wie Dich die ??atur gebildet hat. Wie die höhere Bildung und der bessere Geschmack die Schminke verachten wird, als einen wahrheitverhüllenden Trug und Schein ,aber auch in der richtigen Erkenntniß, daß Puder und Schminke den hohen Reiz eines anmuthigen, weiblichen Farbenspiels verwischen müssen, so verschmähe in Deinem Benehmen und Auftreten auch alle geistige Schminke. Du darfst und sollst zeigen, was die Natur Dir gab. und was Du durch Bildung und Selbsterziehung aus ihren Gaben gemacht hast. Das, was Du zeigt, ist dann ein Ausdruck Deines Seelenlebens. Ist Dir dabei etwas natürlicher Witz, MutterWitz, verliehen, und entspringt Deinem reinen und warmen öerzen das berrlichste Göttergeschenk, der Wund-rquell unversieglichen Humors, so bilt Du mehr als interessant! Wie es auf Erden nicht zwei Strohhalme giebt, die einander vollkommen gleichen, so wirst Du durch echte Natürlichkeit Dich ganz von selbst und mühelos aus der Masse hervorheben soviel als eben gut und richtig ist. Denn Original!tät, die mit Behagen und Selbstgefälligkeit ihre Wege geht, ist keineswegs ansprechend und nachahmungswerth, nein, häufig genug unschön und abstoßend; absichts- und berechnungslose Natürlichkeit hingegen wirkt auf die ganze Umgebung wie ein reiner Bergquell: erfrischend, erquickend, belebend! Ein welker Kranz. Von Paul Lang. Wie hing es stolz an Zweig und Asr, Das saftgeschwellte, grüne Laub! Jetzt schüttelt es wie eine Last Der Baum hinunter in den Staub. Da faßt's der Wind und trägt's im : Tanz Den kablen Hang hinauf, hinab Und legt Zuletzt den welken Kranz Dem Herbst aufs blüthenlose Grab. Im Beruf. Ist's denn wahr, daß der Herr Rath seine junge Frau so' schlecht behandelt?" Gewiß! Ach. heute Morgen soll sie wieder Rathschläge bekommen haben."
Professor und Pudel.'
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7 75T7 B UM V .Guter Ton mm tv. 1 'vr ctd x& Nun, Herr Professor, was macht de Sarah für Fortschritte?" Int Französischen und Englischen bin ich zufrieden, Frau Baronin nur im Deutschen geht es noch schwer!" Aber, HerrProfessor, wie ist denn da möglich? Verkehrt se doch immer nur mit faine Lait'!" Ja. eben deßwegen!" S t r a f e s s e n. Vater: Wird denn in Eu'rer Kochschule auch gestraft?" Tochter: O ja! üer sich schlecht aufführt, oder zu spät kommt, muß das selbst essen, was er gekocht hat!" Immer derselbe! i . Schnorrer( im Gefängniß): Sag'n Se. Herr Kerkermeister, könnt' ich nix bei dem Festzug, der morgen hier vorbeikimmt. mei' Fensterche vermiethen?!" Lakonisch. rj jy Bitte. Herr Forstadjunkt, wo liegt denn Lahnberg? Ich 'soll meinem Mann entgegenfahren!" Lahnberg liegt fünf Kilometer von hier an der Straße rechts der Herr Gemahl links!" Der verliebte Setzer. Setzer: Ach, Fräulein Röschen, ich bin überzeugt, wenn Sie in meinem Fache irgendwie thätig wären, gäb'ö dort nur iisä) Druckfehlerengel." Scherzfrage. WaZ i das Beste am Braustübel?" Antwort: Der Buchstabe (Lain jnnft Ware es em Brustuvel.
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