Indiana Tribüne, Volume 21, Number 78, Indianapolis, Marion County, 5 December 1897 — Page 3

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Roman von L. Haidheim. (3. Fortsetzung.) Klarenberg spielte also heute doch! Es fiel dem Major nicht ein, zu kritisiren; es war dies ganz einfach und nicht mehr als Recht, daß Ulrich Re--vanche gab, er hatte vorhin jene Aufforderung genau gehört. Und dort, an dem kleinen Tische, das war also dieser Ruscow? Wie "der Mensch fieberhaft aufgeregt ausW. Mit keinem Blick verließ er die Gruppe der Spieler! Ah. dem zuckte es Ja in jedem Finger, daß er nicht mit "dabei war! Richtig; nun erhob er sich auch schon und stellte sich hinter Klarenberg. Der Major sah sich den berüchtigten Spieler mit Interesse an. Was hatte der Mann nur? Der sah ja aus wie verzehrt von Leidenschaft und Aufregung. Ah! er wollte wirklich nicht spielen? Er wandte sich er ging zögernd, langsam hinaus. Das mochte ihn einen Kampf kosten. Alle Ehre! In der Gewalt hat er sich!" Inzwischen trat ein langer, bäumstarker Gardekürassier an den Tisch. das Bild leichtsinniger Gemüthlichkeit. Nein, ; Kinder, nun laßt aber mal dies langweilige Setzen, das ist ja, als ob Ihr alle Confirmanden wäret! Hurrah! Es lebe die Aufregung! Ein wenig Emotiren gehört nun einmal zum Leben, wenn es nicht wie schales Bier schmecken soll. Champagner her! Ruprecht. jChampagner! Wo ist der Bursche? I Nein, nein, Seppi. Sie nicht, Ruprecht kennt meine Marke und meinen Geschmack; ich bitte sagen Sie es ihm doch! Und während Seppi, der zweite Kellner für diesen Saal. sie trugen alle eine vornehme, einfache, schwarze Livree mit Silberschnüren, kurze KnieHosen und schwarze Seidenstrümpfe, lautlos hinweggleitet. Ruprecht zu rufen, drängen sich Gesinnungsgenos sen des Kürassiers an den grünen Tisch; man rückt zusammen; man stellt sich hinter die Stühle; das Spiel nimmt einen anderen Charakter an. Nun, vorwärts, Klarenberg, lassen Sie sich nicht verblüffen! Die launische Fortuna kommt Ihnen heute noch zurück hieß es. Und Ulrich Klarenberg hielt die erhöhten Sätze, verlor und verlor immer. Hier ist meine Uhr, ich spiele noch eine halbe Stunde, dann geh' ich!" legte er dieselbe neben sich. Er sehnte sich fortzukommen, diese Verluste waren zu viel für ihn. Ruprecht hatte endlich den Champagner gebracht; man trank rasch, eine wirkliche Aufregung bemächtigte sich Aller, als in der That, genau wie der Gardekürassier es vorher gesagt, Klarenberg plötzlich wieder gewann, abermals und immer wieder gewann. Leidenschaftlich erregt setzte man gegen ihn; er vergaß seine Uhr. eine ungewöhnlich hohe Summe stand. Das Ungewohnte der Situation die Nachklänge des Morgens jetzt der Gedanke: wird das Glück im Spiel mir Unglück in der Liebe bringen? und zugleich auch wieder die wirkliche Spielerleidenschaft Alles zugleich ließ ihn gar nicht mehr sehen, daß Feedern sein alter Freund besorgt und unruhig neben ihn getreten war, daß Ruscow ihm mit flammenden, düsteren Blicken und fest zusammengepreßUn Lippen todtenblaß gegenüberstand, vbne heute auch nur eine Karte anzu--rühren; daß selbst Ruprecht der Kellner, mit fliegender Röthe und seltsam unruhig arbeitenden Zügen, sich völlig vergessend, athemlos und gespannt auf das Spiel blickend, ihm über die Schulter sah. Er hielt die Bank; er zog die Karten ab. Ein Haufen Gold, Papierschnitzeln. Kassenscheine, alles durcheinander stand auf der PiqueDame. Ein allgemeiner Ausruf! Er hat wieder gewonnen!" Verzeihung. Herr Baron ließen ben diese Karte fallen!" klang Ruprechts bescheidene, wohlbekannte Stimme in das momentane Verstummen, und er legte eine Pique-Dame vor Klarenberg auf den Tisch. Was war das? Da lag ja die eine, mit welcher Kla--renberg eben gewonnen und da eine zanz gleiche Pique-Dame? Wo kommt sie her?" fragte Kla--renberg erstaunt, er hatte Ruprechts Worte gar nicht gehört. Sie ließen sie eben fallen, gnädiger Herr!" Ich nicht! Wer also?" Sie. gnädiger Herr! Ich sah es glücklicher Weise." Der Ton des Menschen klang völlig 'harmlos, aber er blickte Niemand an, 'doch achtete 'Keiner jetzt darauf. Klarenberq wußte gewiß, er hatt? 'die Karte nicht fallen lassen, sie nie in Händen gehabt. Er sah, wie die Ändern sich betroffen anblickten. Die Karte ist nicht mein, ich habe sie nicht fallen lassen. Was soll das? Kerl. Du lügst!" Aber diese, mit jedem Blick auf die Mitspieler sich steigernden Ausrufe lourden längst übertönt durch 'den willen Tumult, welcher der sekundenlangen. lähmenden Stille folgte. Eine furchtbare Verwirrung; ein Ruhegebieten. Mahnen, Bitten, zorni--ges Aufbegehren, Fragen. Antworten, alles zugleich und dazwischen klang RuZcow's donnernde Stimme: Mensch bei Deinem Leben, wo iam die Karte her?" Und er schüttelte -den Kellner wie der Löwe ein Eichkätzchen. Hier! Der Herr von Klarenberg ließ sie in diesem Augenblick fallen. ein Gott, ich habe doch nichts Böses

gethan?" ächzte' der leichenblasse

Mensch. Viel blasser, bis auf. die Lippen bleich, stand Klarenberg. Der Mensch lügt, Ihr Herren, oder er irrt siq; mein Ehrenwort darauf. Er irrt sich er irrt sich, selbst verständlich!" riefen die Einen; die Anderen fragten: Aber woher die Karte? Und genau dieselbe der andern so gleich, wie nur je zwei Karten sich gleichen konnten." Und man verglich man machte ernste Gesichter. Mein Gott! Woher? Ich verlange die schärfste Untersuchung! Mehr als mein Ehrenwort kann ich nicht geben; aber ich werde jeden Blick, der mich beleidigt " Keine Drohungen, Herr von Klarenberg !" rief scharf ja verächtlich einer der Offiere. die mit dem Gardekürassier gekommen waren, da-' zwischen. . Ruscow war der Erste, der dernünftig wurde, oder vielmehr der Einzige, der es blieb. Sie haben hier gestanden, mein Herr," redete er Feedern an, der einer Ohnmacht nahe, mit erloschenenBlicken Klarenberg anstarrte Sie standen unmittelbar neben diesem Herrn; sahen Si- die Karte fallen ? Auf Ehrenwort!" Ich sah sie fallen; aber nicht aus Herrn von Klarenbergs Hand." Aus wessen Hand also ?" Ich sah nur die Karte keine Hand." Feedern! . Um des Himmels willen, Sie werden doch nicht glauben ?" wandte Klarenberg sich nach ihm hin. Daß Sie ein Betrüger wären? Sie, mein lieber Junge? Nie und nimmer!" Der Ton des alten Herrn seine Art. wie tx den Arm gleichsam schützend um Klarenbergs Nacken legte machten Eindruck. Nur ich könnte also in Frage kommen?" rief dazwischen dessen Nebenmann. Aber ich frage die Herren nur, welches Interesse ich an derKarte hätte haben sollen?" Gar keine Rede davon, daß Sie in Frage kämen. Gleichner beruhigen Sie sick. rief man von allen Seiten. . Sollte die Karte nicht etwa vorhin schon dagelegen haben?" begann Ruscow wieder. Der Herr Major von Feedern hat .sie fallen sehen? Sie hat also nicht vorher da gelegen!" sagte Klarenberg selbst mit dumpfer Stimme. Wer kann sie haben fallen lassen?" fragte man von Neuem. Wer warf sie hin?" schrie Klarenberg auf, und unwillkürlich bohrte sich sein Blick auf Ruscow. Alle sahen es; aber dieser Blick that ihm in Aller Augen auch den größten Schaden. Man liebte Ruscow nicht gerade; aber dieser Argwohn, den Klarenberg auf ihn richten zu wollen schien, war lächerlich erbärmlich! dachten sie. So sprangen denn gleich Drei vor: Bemühen Sie sich nicht, Baron Klarenberg! Herr von Ruscow stand hier Ihnen gerade gegenüber; der drängte sich, einer der Ersten, zu Ihnen, Ihre Vertheidigung zu führen Sie zu rechtfertigen . Und Sie, Ruscow, sind von dieser Minute an jeder Freundschastspslicht überhoben!" Meine Herren ich bitte Sie um Ihrer eigenen Ehre willen, glauben Sie dem schlimmen Schein nicht; untersuchen Sie !" bat Klarenberg, sich entschlossen aufrichtend, gefaßter. Es bliebe nur noch eine Möglichkeit!" drang Ruscows Stimme abermals durch das Getümmel. Der Ruprecht hier hätte gelogen? Aber Major von Feedern sah die Karte fallen; vielleicht sah er auch, daß dieser Mann sie, wie es seineDienerpflicht ist. aufhob?" Ja ich sah ihn die Karte aufheben." Herr von Klarenberg, haben Sie dagegen etwas zu sagen?" Nur, daß ich die Karte nicht fallen ließ," erwiderte tonlos der Unglückliche. In ihm schrie eine Stimme: Du. Du hassest mich. Du hast Feindseliges gegen mich im Sinne!" Aber Ruscow und Feedern waren ja die Einzigen, die zu ihm hielten! War denn dies Alles Wirklichkeit? Träumte er nicht einen furchtbaren Traum? War er wahnsinnig? Er stand ein Verlorener ein Geächteter inmitten der Männer und der alte Zseedern redete weinend, zitternd ZU dem ganzen Kreise: Ich kenne ihn, meine Herren ich bin der Major von Feedern fragen Sie nur! Ein ehrenhafter, alter Mann bürgt für diesen Unglücklichen! Er ist die Ehre vom Wirbel bis zur Zehe kein Winkel in seiner Seele, in welchem nicht die Ehre wohnt ! Ich bitte Sie inständig es wird sich ja aufklären lassen ." Nur tiefes Schweigen respektvolle, mitleidige Blicke, die ihm galten, nicht seinem Schützlinge, waren die Antwort auf diesen Appell ton ihr ruhiges Urtheil. Ja, was wollte denn dieser alte, brave Herr? die Thatsachen' sprachen ja unwiderleglich. Und nun flüsterte man, sich erinnernd, von Klarenbergs unverschämtem Glück! Und saß Ruscow ganz bei Seite in einem Sessel und hielt die Hände vor das Gesicht geschlagen. Weinte er? Bei Gott er hatte ja wohl ganz feuchte Augen! Er sah plötzlich krank und ganz elend aus! Das war ein schöner Zug von Ruscow! Und Mehrere, die ihm nie wohlgewollt, gingen hin und boten ihm die Hand. , Viel kränker viel' bleicher rathlos ganz außer sich, lehnte Klarenberg an dem Spieltische, auf dem nocd immer das von ihm mit der ver-

hängnißvollen Dame gewonnene Geld

lag. Mit bis zum Aeußersten gesteigerter Scharfe dachte er nach; umsonst - keine Erklärung keine Rettung! und dabei in ihm diese Stimme welche ruhelos laut und vernehmlich rief: Nuscow that es. Ruscow Hai es gethan." Und dann sagte er sich doch, Ruscow hatt: brav und ritterlich an ihm gehandelt! Der ganze Kreis hatte eine Art Grauen vor dem ersten Wort, welches jetzt folgen mußte. Bei alledem es mußte ein Ende gemacht werden. Jetzt eben trat der Gardelürassier zu Klarenberg. Aus dem jovialen Gesicht war jede Spur von leichtlebiger Bonhommie verschwunden eisige Verachtung nur und nichts weiter lag darin. Aber ehe derselbe ein Wort sagen konnte, war Ruscow aufgesprungen.'' Meine Herren ' jede weitereSilbe in dieser Sache ist zu viel! Aw'ick bitte Sie aus Achtung vor uns selbst geben wir uns das Wort darauf, diesen ganzen Lorgang'tddt zu schweigen !" sagte er hastig. Man blickte sich fragend an dann dachte Jeder, daß Ruscow Recht habe. Wir geben es!" sagten Alle. Sie auch. Herr von Feedern?" drängte Ruscow. Nein, nein! Ich gebe es nicht; Sie werden doch die Sache untersuchen? Ich gebe nicht mein Ehrenwort! Ich will das Recht haben, für den armen Jungen einzustehen!" rief der alte Herr. WaS ist da noch zu untersuchen!? Was einzustehen?" war die Antwort. Der Major schluchzte laut auf. Komm'. Junge, komm'! Ich weiß, Du bist ein so ehrlicher, braver Kerl wie ich und diese Alle!" sagte er laut und fest, und dann gingen die Beiden unter dem tiefen Schweigen aller Anwesenden aus dem Saale. Auf der Straße stand Ulrich Klarenberg still. Ich danke Ihnen. Major, Gott lohne es Ihnen, daß Sie an mich glauben!" sagte er langsam. Junge! schwöre miYs noch einmal bei dem Haupte Deiner Mutter!" stieß der Alte verzweifelnd heraus. Bei meiner Mutter über Alles geliebtem Haupt, bei dem Mädchen, welches ich liebe. Major ich bin das Opfer einesSchurkenstreichs!" flammte der Unglückliche auf. Wessen? Wer that's?" Ich habe Ruscow in Verdacht aber " Ruscow? Der hat sich brav benommen der nicht!" Nun dann weiß es Gott ich nicht!" schrie Klarenberg auf. Und nun Adieu, Major!" sagte er dann tonlos, aber sehr fest. Grüßen Sie mir den Otto! Leben Sie wohl ! Und, Major trösten Sie die Mutter!" ' Will's thun, mein Junge! - Gott Gott mit " Der alte Mann konnte ich weiter. Er wußte, wohin Ulrich Klarenberg gehen wurde und von dort kam Keiner wieder. Gott mir Dir!" hatte er sagen wollen da fiel ihm ein, warumGott denn nicht mit dem Unglücklichen geWesen in der Stunde der Noth? Ganz gebrochen lehnte der Major an einer längst geschlossenen Hausthür und horchte in bitterstem Weh auf die rasch sich entfernenden und dann verhallenden Schritte. Ich werde ihn nie mehr lebend sehen; morgen morgen, da liegt er todt und hat gethan, was allein ihm übrig bleibt. Herr Gott, und da reden die Menschen von DemerGerechtigkeit! Und das kann einem solchen kreuzbraden Jungen Passiren!" Er konnte nicht daran denken, zu schlafen nicht in sein Zimmer im Hotel zurückzukehren. In einer Stimmung, wie er sie qualvoller nie erlebt, wanderte er bis zur Erschöpfung um her; immer wieder führte ihn sein Weg an Klarenbergs Wohnung vorüber ü stand er dann still und sah auf dessen immer noch brennendes Licht. Er schreibt; er ordnet seine Angelegenheiten! Und ich alter Kerl muß hier stehen und müßig zusehen, wie Schufte einen wahren Goldjungen aus dem Leben heraus Hetzen! O! O!" Und heiße, einzelne Thränen, Thränen, die aus dem tiefen Herzen kamen blutige 'Thränen, weinte der brave Major; aber er hätte es schmählich gefunden, seinem unglücklichen, jungen Freund den einzigen Weg zu versperren, der ihm blieb. Je weiter die Nacht vorrückte, um so angstvoller horchte er in die Nacht hinaus. Der Schuß mußte doch endlich fal len! In dieser Todtenstille mußte man ihn hören. v Und unterdeß sitzt mein eigen Blut singend und lärmend beim Schoppen!" dachte er zornig und vergaß, daß das Ottos gutes Recht heute war. Wie betäubt immer von Neuem sich fragend, o ' nicht ein gräßlicher Träum ihn ängstige stieg Ulrich von Klarenberg die Stiegen zu seinem hübschen chambre ganrie hinan. . Ehrlos! Rettungslos beschimpft! Wehrlos!" Nur rasch fort aus diesem ekelhaften Leben! Was hatte tx noch darin zu suchen? Jede Minute des Athmens darin' war eine neue Schmach für ihn. Aber Will! Die Mutter! Fort! Fort damit; er mochte nichts denken, ihm war, als ziehe er sie in seine Beschimpfung mit hinein. Ob er je sich retten, sich reinwaschen konnte was ging ihn das an? Keine Minute möcht' er länger leben. Eine wahre Sehnsucht fühlte er noch Befreiung, und ohne die mindeste Regung von Bedauern sagte er sich doch im nämlichen Augenblicke: Es wird sich schon aufklären! Aber so lange kann icy nicht warien.

Nein! Nur schnell!"

Nun war er oben; mechanisch griff c ri.. ... r t. er. r er naaz oem iiuoenicgiuci. oer i einen Platz unmittelbar urter der hellbren nenden. hübschen Flurlampe hatte. Der Schlüssel war nicht dort; .also steckte er. Das war eine UnregelMäßigkeit aber eö ist das erste Mal!" dachte er und wunderte sich, daß er so ruhig war. ' Nichtig! Der Schlüssel steckte. Die Thür war nicht einmal verschlossen das Zimmer erleuchtet, und eh' er begreifen, oder nur denken konnte, sah er seine Mutter auf einem , Sessel am Tisch, wo sie las, aufspringen und ihm entgegen eilen. 'Ulrich! Ich hörte Dich gar nicht! Mein lieber guter Junge! Es war gerade noch Zeit, den Abendzug zu erreichett! Und nun aber um Gotteswillen, wie siehst Du aus? Was ist Dir?"r '. - i : 'Mit großen entsetzten' Augen blickte die eben noch so glücklich lächelnde Mütter ihren Sohn an,' der seinerseits zurücktaumelnd an., der , Thür lehnte und sie mit beiden Händen von sich abwehrte. . , ' . . Wie sah er.ausl ' - . ' -Ulrich! Ulrich!. was ist geschehen? Hat sie Dich abgewiesen?".wiederholte sie unwillkürlich flüsternd, als sehe sie ihm an, daß Andere, nicht zu wissen brauchten, was ihn elend machte. Mutter! Mutter!" das war Alles, was er tonlos antwortete, mit einem Blick, als sähe erdas Haupt der Medusa vor sich. Sie war eine energische, besonnene Frau. Eiseskälte durchrieselte sie, daß sie schaudernd zusammenbebte; es war ohne Zweifel Entsetzliches gesche hen aber zunächst zog sie den hastig Zurückweichenden in das Zimmer schloß die Thür und stellte sich mit dem Rücken dagegen, denn sie errieth, er dachte sich ihr zu entziehen. Seine Augen suchten umher sie sah es und blieben auf dem Punkt haften, wo an der Wand sein Revolver hing. Um des Himmelswillen, Ulrich, sprich! Aengstige mich nicht zu Tode! Es ist Furchtbares geschehen; was? Sieh mich nicht an wie ein Verlorener! Ulrich, mein lieber Herzensjunge, so rede doch zu Deiner Mutter!" Und laut aufweinend sank die unglückliche Frau vor ihm nieder und umklammerte ihn mit ihren Armen, das Haupt an seine Brust bergend. Sie wußte nichts und ahnte das Entsetzlichste. Ueber sein Gesicht zuckte es wie ein Krampf. Er streichelte mechanisch ihr ergrauendes Haar. Ich muß sterben, Mutter! Laß mich gehen und halte mich nicht auf!" sagte er bittend, aber wie geistesabwesend. Sterben?" Sie sprang wie eine Rasende empor. Sterben? Ein amerikanisches Duell?" Nein! Sei doch still, Mutter! Was mußtest Du auch heute schon kommen?" . . . Ulrich! Mache mich nicht Wahnsinnig, sprich! Im Augenblick, rede!" Sie haben mir die Ehre abgeschnitten, Mutter! Ich soll ein Falschspieler sein!" Ein Schauder schüttelte ihn, seine Zähne klapperten wie im Fieber. Und sie starrte ihn wie versteinert an. Siehst Du nun einsaß ich nicht leben kann?" Nicht leben? Den Schuften Recht geben? Feig sich flüchten?" rief sie in immer größerem Entsetzen. Daö verstehst Du nicht. Mutter!" Nein, das versteht natürlich eine Mutter nicht!" rief sie bitter, m ihrer Angst tausend Gedanken zugleich den. kend. Dann sagte sie, da er ungeduldig aufseufzend wieder nach der Thür blickte, langsam, während ihre Haare sich ihr auf dem Haupte sträubten: - Du magst Recht haben. Ulrich! Du kennst mich und weißt, ich habe Dir gegenüber nie gelogen. Ich will Dich sterben lassen. Du mein Liebling! wenn ich keine Rettung sehe.' Aber erzähle. sprich zu mir, der Weg zum Tode bleibt Dir immer offen, nur geh' nicht so von Deiner Mutter!" Sie weinte keine Thräne, aber ihre Stimme versagte in einem Schluchzen, das sie sofort erstickte. Mutter! Wozu? Mir hilft kein Gott!" Sage das nicht! Wozu wäre Er da.?" rief sie aufglühend, und als er doch aufsprang und mit einem wilden Schrei fortstürzen wollte, hing sie sich an ihn, rang mit ihm wie sinnlos. Ich lasse Dich nicht; erst sprich! Ulrich! Ulrich! Ich ! Das. Thor des Todes ist in einer einzigen Minute erreicht. nur noch diese Stunden gönne mir. dann sollst Du ja sterben!" Sie wußte wohl, daß sie ihn nicht sterben lassen würde, wenn sie's hindern konnte. Aber er wußte das auch. List gegen List also! Ihr Weinen ängstigte ihn die Leute konnten ihr Schreien hören, wenn er sich gewaltsam losriß. , Nun ergab er sich erzählte kurz, mit fliegender Hast nur die Scene crm Spieltische. Und Willa?" fragte sie. Er hatte an Willa in all dieser furchtbaren Aufregung nicht mehr gedacht. Willa! Vor ihr ehrlos! Vor ihren Augen? Und er hatte immer nur die Männeraugen gesehen, die verächtlich sich auf ihn bohrten, an das Herz des geliebten Mädchens hatte er nicht gedacht. , Athemlos nur sie im Geiste befragend, ob sie an ihn glauben werde, starrte er an seiner Mutter vorbei in's Leere! Da machte ein Geräusch ihn aussahren. Die Hausthür flog krachend in'S

Schloß. Mutter und Sohn horchten auf; Schritte! Stimmen! In fliegender Hast stürmte man dieTreppe hinauf. Hier! Hier!" rief eine bekannte Stimme es war die Otto von FeederNs. Und eh' sie nur athmen sich besinnen konnten, flog die Stubenthür auf und .Fr lebt! Er lebt!" rief es. und herein flog Willa! ihm um den Hals in stürmischer Hast, und da hing sie und weinte' laut, und das Zimmer füllte sich; da war der alte Major blaß, düster, ganz verhärmt da war Willas Mutter da war die Stiftsdame ! War er also wirklich , wahnsinnig? Gott sei Dank, das war ein Trost! Ulrich! Ulrich! Wir glauben es ja nicht! Wir wissen ja ! Wir kennen Dich ja!" rief, Otto von Feedern und ergriff -den Arm. .den Willa frei ließ. Und .nun wußte derVerzweifelnde doch wieder, er war nicht wahnsinnig, er hatte : furchtbare Wirklichkeit erlebt. Aber so mitten in der Nacht? Wo kamen sie her? Sie sind die. Frau Mutter ? Wie kommen Sie hierher? Welch glucklicher Zufall?" fragte die Generalin die fast .ohnmächtige Frau von Klarenberg. Der Major küßte derselben inbrünstig die Hände: Es ist ein teuflischer Zufall! Eine Bosheit! Was weiß ich? Er hat's natürlich nicht gethan!" rief er dabei und schüttelte ihr die Hand fast aus dem Gelenk. Herr von Klarenbergk Willa! Willa!" Der General riß seine -Tochter ungestllm von Ulrich zurück. Er war der Lekte. der herein kam. Ganz frappirt noch immer, wußte er nicht, was er denken sollte. Da war ihnen soeben Feedern in höchster Aufregung begegnet, als sie von der Kranken kamen,, der es besser ging; Feedern hatte seinen Otto aus dem Kreise seiner Freunde geholt erzählte dem Erhitzten sofort das Erlebte, weil cr3 faktisch nicht aushalten konnte, noch länger allein zu leiden, und. Otto' batte nicht sobald die Gruppe der nächtlich Heimkehrenden erkannt, als er .außer sich, für seinen Freund um Hilfe flehend er wußte freilich selbst. nicht, wie helfen dem General und den Damen zurief, was sich begeben hatte. Dazwischen zeigte der Major nach' Ulrichs Fenster. Hier sieh' ich nun schon seit Mitternacht; noch brennt die Lampe " Und vielleicht ist er schon todt!"rief Otto. Todt? Todt?" Und laut aufschreiend stürzte Willa, die bis jetzt vor Schrecken sprachlos und wie gelähmt, gar nicht beachtet worden, dem bezeichneten Hause zu; Otto von Feedern hinter ihr her

Beide ohne zu wissen, was sie eigentlichwollten, und nur durch den Zufall dieThür offen findend.' die Ulrich gedan--kenlos nicht geschlossen. Das Thun des jungen Mädchens war so unbegreiflich, daß Alle starr und stumm ihr nachsahen, ehe der Generak daran dachte, sie zurückLuruferr. Aber sie horte gar Nicht: sie und der Referendar verschwanden die An dern keuchten athemlos hinterher. Und nun. Herr von Klarenbera, was haben Sie zu sagen? Glauben Sie an einen bösen Zufall ? Oder trauen Sie die Niedertracht einem Feinde zu?" fragte der General. Willa so fest am Arm haltend als seien seine Finger Schraubstöcke. Ich kann nur sagen ich gab mekn Ehrenwort, und es ist das eines ehrlichen Mannes!" erwiderte Ulrich fest. Aber ich weiß es: Höre mich an. Papa! Du mußt mich hören!- unterbrach Willa den Geliebten: Er ist es, den ich liebe Ruscow Ruscow haßt ihn: ich habe es immer gefühlt, ich weiß es seit heute Mittag " .Sei keine Thörin. Madchen!" trat, streng und gebieterisch Tante Hetta die sich mit fest zusammengepreßten. Lippen dieser unmöglichen Scene" gegenüber gesehen, ohne sie verhüten zu können, noch auch in ihrer Neugier zu wollen, zu Willa: Wie kannst Du vage Vermuthungen und Albernheiten Deines aufge regten Hirns für Wahrheit ausgeben?" Papa, Papa! Wir lieben uns! Daß Ulrich Klarenberg keine falschen Karten führt o. mein Gott, Ihr Alle feid davon überzeugt wie von Eurem Leben! Ulrich!, Liebster! Liebster! Niemand .denkt, daran! Papa, sprich! Gieb der Wahrheit die Ehre! Glaubst Du, daß er er sieh ihn doch nur an!" Das Mädchen hat Recht ich glaube an Sie. Klarenberg!" 3Ech auch! Ich habe es all den Leuten erklärt!" fügte Feedern hinzu. Dank! Tausend Dank!" murmelte Ulrich von Klarenberg mit heißen, trockenen Augen. Ach die tiefe Trostlosigkeit blieb darin; was nützten ihm alle diese Erklärungen? Willas warme Parteinahme; waö nützte es ihm? es war ja doch Alles für ihn verloren Ehre und Glück! Und er wollte sterben. General. Er wollte mit der" Schmach belastet, die er nicht verschuldet sterben, statt zu l?ben! statt zu kämpfen um seine Ehre!" rief Frau von Klarenberg. Die Männer blickten sich düster an und schwiegen. Sterben? So sterben? Aber begreifen Sie denn nicht, daß er leben muß. um gerechtfertigt zu sein?" rief die Mutter von Neuem entsetzt und ganz außer sich. Die Sonne bringt es an den Tag, Ulrich! Du mußt leben! O, Gott! wende sein Herz! Er muß leben er darf nicht fo schmachvoll sterben!" schluchzte Willa sie hatte sich losgemacht und hing von Neuem an seinem Halse, obwohl der General zornig rief: .Das Mädchen ist toll!" und die

Tante sie zerrte. Sie ließ sich durch I

nichts beirre. Du weißt, daß ich Dich lieb hab und Dir treu bin!" schluchzte sie. Geh fort, geh wett fort ! Du wirst wiederkommen es ist unmögllch.daß Gott nicht die Wahrheit an's 'Licht kommen ließe! ' Aber lebe! Ulrich, stirb nicht!" Der alte Feedern und dek General sahen sich an. Das Mädchen hak Recht. Klarenberg! Gehen Sie gehen Sie, wohin' das Schicksal Sie leiten- wird' und überlassen Sie uns, Ihr.' Sache hier zu führen, wenn sich etwas darin thun läßt!" sagte er. und da die Mutter eine Bewegung machte, als wolle' sie Protestiren, fuhr er ernst fort: Hier bleiben kann er nicht, Gnädige, das wäre mebr als Tod das wäre der Vlak am Äranaer und ob .unschuldig oder nicht er soll da nicyl neyn. Sie baben Recht. Ercellenz!" sagte die unglückliche Frau leise. So ist es das Beste." wandte er sich dann bekümmert an Ulrich. Ich habe Sie lieb gehabt, Klarenberg, und hätte Sie mit Freuden meinen Sohn genannt. Diese unerklärliche Geschichte trifft nicht Sie attexn, sondern wie ich mit Schrecken sey?-,, auch mein Kind, und damit uns Alle!' Gehen Sie mit Gott! Es giebt scc noch eine Gerechtigkeit im Himmel Willa that gut, uns daran zu muhnm." Lassen Sie ihn versprechen, daß er nicht freiwillig sterben' wiM" schluchzte Frau von Klarenbera auf. Hören Sie Tihxt Mutter'?"' rief der alke Feedern tief erschuitert. Er. j oer nocy vor emer Stunde' nr demTode die ernzr'ge Lösung sal). ES war ein schweres? Verlangen nid ein noch schwereres' Scheiden. ' Macht's kurz!" commandrrte der General Er ließ am Wenigsien seiner Tochter Zeit zu einem Abschied und sie sahen auch Alle.Klarenberg'S Kraft war am Ende. Aus Wiedersehen, mein' Junge! Auf ein glücklich Wiederseh'ent."' murmelte Feedern. Hatte er Recht gethan, seinen Spruch auf Leben" umzuändern? Dann waren Mutter inrbs Sohn wieder allein. In ffeberhafter Hast packte-sse' ihm seinen- Koffer er ging avathlsA in leidenschaftlicher Unruhe irr seiner Stube hin- und her. Sein- suchender Blick war- auf die Wand gefallen?der Platz, wo der Revolver gehangen hatte, war-leer Otto nahm ihn-ans einen Wink der Baronin Klärenberg mit. Sie sind Alle so barmherzig' vorsichtig!" murmelte er bitter. Im frühestenMorgengrauen-dampffe der 3ua aus dem Babnboie der Resi-denz-7 eine todtbleiche Mutter stand c w- l. , , 1 uno i cyaule-iyrem bieichen Sohne -nach. Und dann, als Alles vorbei war und die Sonne-bell über den Herbstwärdern emporstieg, wandte sie sich' der Stadt wieder zu: So oder er ist todt für nn7 sagte- sie- mi! brechendem Herzen.- . Man- hatte sich das Wort gegeben über eine Scene zu schweigen, welche allen Mitgliedern des Jockeyclubs im höchsten- Grade peinlich sein mußt;: man befahl der Dienerschaft auf da? Strengsie., kein Wort darüber verldu. terr zu lassen trotzdem drang-, wie immer, ein dunkles Gerücht in- daS PubtiZum und fand seinen Weg iw die Zeitungem Aber- eöen auch nur dies' Mrücht konnte- constatirt werden! Selbst über die-Person des ertappten Falschspielers war nichts Gewisses zu - erfahrenRuscow ging, ritt, fuhr vorder Au gen umher er konnte es' nicht' fern und an- Ulrich von Klarenberg- techte bei dieser Gelegenheit kein Mensch': Dcrß er, der nur auf' kurze-Zeit m Geschaftsfachen in die Residenz- gekommen, nicht mehr gesehew wurde, fiek Niemandem auf. Die Ankunft des Prinzen- wtfr fei nes fürstlichen Gastes machte' irr milktänschen Kreisen viel Bewegung .- Generrrk von Feldkirchen- vertrantev Jugendfreund des Lündesh'errn und einstiger militärischer Erzieher des Prinzen war vom Morgen bi'5 zum Abend in Anspruch genommen-7 wer hatte Arg daraus, daß sein- einziges Kind tagelang unter- den Augm der trostlosen Mutter sich in th'ränenloser Verzweiflung wand. und a$ endlich diese erleichternden- lösenden Thränen kamen, wie eine vom Frost berührte Blume das Haupk senkte. Es waren furchtbare Tage für Mut ter und Tochter selbst daß sie gemeinsam litten brachte weder der Ei nen noch der Andem Trost. Major von Feiern war der einzige Gast, den die Generalm empfing und zu Willa führte, damit er der Unglücklichen als Augenzeuge Bericht erstattete. Ich kann nicht anders sagen, als daß dieser Ruscow, von dem ich erst viel Unvovtheilhaftes gehört, sich in meinen. Augen geradezu rehabilitirt hat. liebes Kind-, widerlegte er Willas auch jetzt wieder ausgesprochene Berdächtigung. Der Mann soll ein leidenschastlr cher Spieler sein ich aber habe mit diesen, meinen eigenen Augen beobach, tet. wie er sich bezwäng, wie die Spielwuth ihm aus jedem Zuge sprach rmd in seinen Blicken loderte und er hielt sich dennoch tapfer er rührte keine Karte an. Und dann er war der Erste, der neben Klarenberg trat, der beruhigte, der entschieden betonte, es müsse ein Irrthum, ein böser Zufall vorliegen; er vergriff sich in seiner Erregung sogar an dem unglücklichen Kerl, dem Diener der die Unglückskarte aufhob ' (Fortsetzung folgt.) . .

Iiir die Küche.

Kaninchenbraten roc Wild. Der Rücken , eines großen Kaninchens wird drei Tage vor dem Iebrauch in einem irdenen Geschirr mit folgeuder Beize übergössen: Man nehme ein halbes Pint Essig, ein hal bes Pint Rrthwein, vier gehackte mitelgroße Zwiebeln, einen gehäuften Teelöffel frische, grob gestoßene Wacholderbeeren, euien Theelöffel zerstoßene Pfefferko'Zncr, bui Lorbeerblätter und ein Bündchen Thymian Damit begieße man dai. Fleisch täglich drei ?wtl, lege es auch täglich aus die andere Seite. Dann NArd der Braten gespickt gesalzen, in steigende Butter gethrcr und sobald cx schön braun gebrate ist, wird saure Sah darüber gegoss.ur. A Galant ine v on 0 a n Einr GanT wird ausgelöst und mit. folgender Farce gefüllt: 1 Pfund durchldachsenes SchweinefleiÄ, H Pfund Kalbfleisch und die Fleuch- und die Fettabfälle, der Gans wden zweimal durch die Fleischmaschini. getrieben ; zuletzt das. F:tt. Hiera.zf wird alles gur-gesalzen, und gewür. Etwas Schalotten gehackte Petersilie, - die blanchirte-Leber, ein hatt As Pfund blanchjrter,. in Würfel gkfchnittencr' . . . ?j jir. c i-I gegeben.' . Zunge oder drei gepökelte,, gekocht, .in' Würfel geschnittere Gänse--magen, Pistazien, etwas Trüffel, zweiganze Eier,, alles wird gut gemischt: und das Ganze aanz einaenäbt in - Kuu.mr ivilj- uuii vsiirukiiii iituvt wi" ein Tüzundteine Wurst gewickelt,, in einer Brübe.mU einiaen Kalbsfüken - oder Schweinsfüen oder Schwarte und weißem. Wein drei Stunden, fchrlangsam weich gedünstet. Grünzeuz'; und Gewürz nach,, Geschmack. Die Galantine muimmer mit der Brühe bcdeckt sein;: nach dieser Zeit wird die Galantine - wch'nirmal fester einge wickelt undebunden, , leicht beschwert und kaltgesiellti. 2& Brühe in einem Seiher passlrt,. wenn sie kalt ist, ent---fettet und geklärt; die Galantine wird angerichtet mit! denn geklärten Aspic, . wenn fest, irr schöner Form garnirt. Galantine hällZsich längere Zeit, wenn sie durch eine Schichte von Gänsefett vor dem Zutritti der Luft geschützt wird. GefüllteeKllSsbrust. Di5 Brust bricht nran anr dünnen Theil durch. Dann - werden feingeschnitten: Zwiebeln, gewiegle-Peteisilie und eben soviel Schnittlauch., etwas Salz uni gestoßener Pfeffer7mir4 in Wasser eingeweichten undd ausgedrückten Milchbroten in einenn Stück Butter gedämpft und wenn'solcheS abgekühlt ist. mit 4 Eiern verrührt,, die Brust damii gefüllt, zugenäht; unk mit Salz und Pfeffer bestreut.'. Hierauf läßt man in einer Bratpfanne ein ziemlich großes Stück Butter rtzeiff werden, legt die Brust hinein und und brät sie 1 Stunden, währende) man sie öfters mit Jüs begießt. Berliner Pfcrnnkuchen. Zuthaten: ein Pint. Milch. 1Z Unze Hefe. 7 gelbe, 7, ganze. Eier, ein Biertel Pfund Zucker,, eine Unze bitter: Mandeln, Eitronengeschmack, Muskatblüthe. Mehl. Vn locht die Milch auf und rührt soviel Mehl dazu, daj ein nicht zu fester. Teig, entsteht, dein man, nachdem er. etwas abgekühlt ist, die aufgelöste Hefc beimischt und daZ Hefenstück aufgehen läßt. Man rührt Eier und Zucker, schaumig, fügt daZ aufgegangene Hefwstück. den Geschmack und sovieüMehl. hinzu, daß ein fester Teig entsteht den man gut durcharbeitet. Man läßt den Teig etwas aufgehen, .machr. dann eine Rolle davon, die man-. im beliebig große aber gleiche Stücke schneidet. In die Mitre eines Stückchens drückt man ein Häufchen feste Marmelade ein, drückt den Teig unten gut: zusammen, daß eine Kugel entsteht und, legt die Kuchen auf Bretter, welche.' mit einem Tuch belebt sind. LetztereS:mutz gut mit Mehl eingerieben sein.-. Man ckt die Kuchen dann mit einem: zweiten Tuch zu und läßt sie ausgehem. Sie werden dann in heißem Fett oder heißer Backbutter ausgebackeir und entweder mit Zuck:c bestreut oder mit Vanille-, Punschoder anderer Glasur überzogen. Man kann die Kuchen mit allen mög-, lichen Marmeladen füllen, als: Erd--beer-, Himbeer-. Kirsch-, JohanniS--beer-, Apfelsinen-, Ananas-, Punsch. Marmelade-usw. Letztere besteht aus . Apfel-Marmelade. mit Rum vermischt. . Man kann die Pfannkuchen auch so fu.rsiTTn Krfe mnn hen Teia auörollt. IV V4V0, " - ) " - m mit dem runden Ausstecher die eine Hälfte- der Teigplatte leicht anzeichnet -und in die Mitte eines jeden KreiseZ ein Häufchen Marmelade legt. MaNi sticht' dann von der anderen Hälfte -Platten' aus. deckt sie über die Marmelade, drückt die Seiten gut an und -sticht mit einem kleineren Ausstecher dieKuchen aus, die dann wie oben weiter: behandelt werden. "7d unstete K a st a n i e n Man legt die Früchte einige Minuten. tu kochendes Wasser, schält sie; dann?, nochmals in heißes Wasser und ziehtz hernach das braune Häutcheu ab. Run: werden sie in ine Pfanne, in welche ein wenig Butter heiß gemacht wurve. nebeneinander gelegt, ml Zucker be. streut, mit zuter Fleischbrühe übergos. sen, etwas gesalzen und. indem man sie mehrmals umwendet langsam we'.ch gedünstet. Ausgezeichnete Beizabe zu. Gans der Ente, ebenso zu Bkaukraut und Kohl. Weißkrautschnitzl.. Dit Köpfe werden geviertheilt und mi wenig Salzwasser halb gar gedämpft Dann werden sie gut abgeseiht und der Strunk weggeschnitten, hieraus sein-, gewiegt. Dann werden Semmelbrösel, bellaelb aedünsiete Äwiebeln (in Bu! ter) und Eier dazu gemischt. Die Masse muß derart sein, daß mcn Ku geln formen kann, die man flach diLö panirt und backt.