Indiana Tribüne, Volume 21, Number 57, Indianapolis, Marion County, 14 November 1897 — Page 7
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Aie Schleppe. Von Klara Reichner. Von j5her hat sie vielen Staub aufgewirbelt, die viel angefeindete und wenig beliebte Schleppe, deren Hauptreiz und Vorzug vor allem darin stets bestanden, die Meisterin de: höchsten Eleganz für jede Gala - Toilette der Damenwelt, speciell der haute o6o, zu sein, ja, als eine Trägerin des Ceremoniells seit Jahrhunderten aus dem glatten Hofparkett zu herrschen. Folgen wir ihren Spuren auf dem weiten Weg der Zeiten, so finden wir hren eigentlichen Ursprung im Mittelalter, als dessen Vermächtniß sie der Neuzeit veicrbt ward. Im 14. Jahrhundert sehen wir sie zuerst erscheinen, und zwar am Hofe zu Burgund, im steifen, feierlichen Dienst der Etikette; schon zu Mitte desselben hatte sie soviel Terrain in Frankreich gewonnen, daß für eine Schleppe zwei Personen nöthig waren, das heißt also dieTrägerin derSchlepprobe selbst, und eine Eztra - Trägerin dieser Schleppe. Besonders soll die schöne Jsabeau. berühmt - berüchtigten Angedenkens, ein? bayrische Prinzessin und Gemahlin des geisteskranken Königs Karl VI. von Frankreich, zur Verbreitung der Schleppe viel mit beigetragen haben. Auch in Deutschland fungirte sie bereits anno 1310 als Trauzeugin, in dem es, als die französljche Prinzessin E'isabeth mit dem Sohn des deutschen Kaisers Heinrich VII., Johann, spätercm König von Böhmen, sich dermahlte, hieß: .Die Prinzessin trug ein sehr langes Kleid nach französischer Mode." Damals schon, bei ihrem ersten Auftreten, fand die Schleppe viele Feinde in der Männerwelt, namentlich als sie begann, iuch bei den Fiaue deZ Bürgerthums. mit Sammet oder Pelz verbrämt, sich bereit zu machen, und manch lautes Tadelswort hob sich gegen ibre wachsende Ausdehnung. Und mit Recht! Besaß eine richtige Schleppe jener Tage am Burgunder Hofe doch gut und gern ihren lespectabeln Schweif von 4 5 Ellen mindestens! Kein Wunder, daß deshalb ein ganz besondere Schleppen - Ceremoniell" nöthig wurde, dessen weitschweifiges Programm bei Begegnungen. Begrüßungen, Empfang und Festlichkeiten etc. ebenso umständlich wie lästig war. Auch zum Trauer - Ceremoniell gehorte die Schleppe für eine Frau von hohem Stande damals insofern, als eine vornehme, französische Witib den Tod ihres Gatten nicht etwa durch ein Verkürzung ihrer Schleppe, .sondern im Gegentheil, dessen Verlust Anfangs zwar in strenger Klausur zu betrauern hatte, jedoch als treue Gesellschafterin dieses Zimmerarrestes eine Schleppe Don riesigem Umfange besaß, das heißt: einen schwarzen Trauer - Schleppmantel, dessen Schweif mit Pelz ge füttert und ausgeschlagen tosr. Obgleich in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts Sie Schleppe in ihrem früheren, unbeschränkten Recht etwas verkürzt wurde, so daß die Trägerin wenigstens sie selber in btn Händen tragen konnte, blieb sie trotzdem nachvie vor das unentbehrliche Attri but alles Ceremonienwesens, folglich unzertrennlich von Krönungen, Ver mählungen etc. Auch in anderen Ländern hatte sie ja inzwischen von Frankreich aus festen Fuß gefaßt, ohne an mündliche oder schriftliche Anfeindungen sich ju kehren Am spätesten scheint sie in Deutschland eingezogen zu sein, doch dann im 15. Jahrhundert um so umfangreicher, so daß die Behörden bald, mit der extravagant - ausschweifenden Ausländerin sich zu beschäftigen begannen, voran der hohe Rath der Stadt Mllnchen, indem er ihr bestimmte, knappe Grenzen zog, die sie nicht sollte überschreiten dürfen, nämlich eines Finge .'s Breite nur! während der von Ulm ihr ein Viertel Elle Raum gestattete, später aber sich genöthigt sah. diese Freiheit um die Hälfte zu verkürzen. Dagegen gestattete nun in Modcna ihr freigebig eine ganze Elle; damit sie Diese jedoch innehielt, befand sich ein Modell, in Stein gehauen, öffentlich ausgestellt. Jede Ausschreitung wurde unbarmherzig dadurch controllirt, das heißt gemessen, und entsprechend abgeschnitten. Am ritterlichsten verfuhren Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht von Sachsen, indem sie anno 1482 n einem eigenen Erlaß allen ritterlichen Frauen und Fräuleins die Begleitung von zwei Ellen Schleppe gestatteten. Wo aber die Obrigkeit sich nicht mit ihr befaßte, that sie gern ein übriges im Gefolge kleinstädtischer Edeldamen, die stolz 4 5 ellenlange Roben spazieren führten, deren Schleppen Knaben tru-
Kunst des 14. und 15. T;i::-.te der herrschsüch- : tn weiten Umfang i-; , ein. iiw..' .hnde ward mit ihr dargestellt:-" y.n; rauMaria sowohl als $imni': ;";-:", und' andere heilige Frau, . . .' indische Fürstinnen oder ant! ' - ; ' ''nen. Erst fcv lationszeit mit ihren strengen, '.nd dunkel gehaltenen Trachte' - ' ie freie Bewegung der Schlep' . ':, ü'.. höchstens tauchte der Flüg''.ro :, i-:'.t man in Nürnberg sagte, c .chzeitstoilette derBraut und s ' .cr.jfern noch auf. lang nachs'7. ? o entweder, oder über den Arm viiiv'-n. Im Hofdienst blieb sie -tl i : : v, :oie vor, bei besonderen Gesogar zu oanz besonderer ' ' . !ru;:g sich verbreitend, wenn v., ' . ::: deutschen Landen auch nicht - -:it wie in Frankreich brackte, wo ...:ia von Medici bei ihrer Vermäh-::-i:r. mit König Heinrich IV. eine I'eppe von 15 Ellen Länge, bes:i;r mit güldenen Lilien, trug. od:r Mutiger gesagt: tragen ließ. c'uch in die Neuzeit hinein schlepp: - i-stätisch diese Fortsetzung des Sau- - ' der Robe, wenigstens in den höher.. Gesellschafts- und Gala-Regionenk
Gehörte sie doa? im 16.' und 17. Jahr, hundert, wo der französische Modeneinfluß tonangebend überall als Regent sein Scepter schwang, nothwendig mit zu der prunk- und prachtvollen Tracht des Sonnenkönigs" Ludwig XIV., gleich einem glänzenden Cometenschweif über das Parkett dahingleitend: draußen freilich fegte sie nicht denFußboden, sondern trug ein Lakai oder Mohrenknabe die imposante Scvleppe, die aus schwerstem Stoff bestand, der vornehmen Besitzerin nach. Erst im vorigen Jahrhundert verdrängte der in die Breite gehende Reifrock die in die Länge sich erstreckende Schleppe für ein Weilchen bei Hofe, wie aus hohen und bürgerlichen Kreisen. Doch mit dem Fall der Zopfzeit kehrte mit der langen Robe die Schleppe siegreich wieder; selbst die vorübergehende Gräkomame" der französischen Revolutions - Aera mußte sie dulden, an der antiken Tunika der bis nach Deutschland hin grassirenden griechischen Tracht, wenngleich federleicht und stark verkürzt in ihren früheren Rechten, bis unser eigenes Jahrhundert sie dann wiederum zu Ehren brachte. Und so ist es bis heute auch geblieben! Bald mehr, bald weniger in Mode, bald auf kurze Zeit in den Hintergrund gedrängt, stets ging sie nur, um wiederzukehren. Chic. Gala und höchste Eleganz vermögen ihrer mit Maßen! eben in gewissen Fällen nicht gut zu enbehren, weshalb sie iyren Sitz im Hof - Ceremoniell wie in der Gesellschaft als Salon - Decoration" behalten und behauptet hat, trotz Protest von Moralisten. Medicinern, Hau-Z-und Familienvätern, die ihr nie gewogen waren. Gefährlicher droht dagegen die Bewegung ihr zu werden, die ncuerdings, von Frauen ausgehend, ihre ganze Ezistenz bedrobt, denn wenn die Resolution, welche jüngst der schwedischeKleider - Reform - Verein" zu Stockholm unisono gefaßt, allgemeiner wird, so dürfte die Losung der Zukunft lauten: Keine langen Damenkleider mehr!" Hcrlzstbild. Von Johanna AmbrosiuS. Still und traumhaft rings umher, Gelbe Blätter langsam fallen; 'Wie ein endlos wogend' Meer Auf und ab die Nebel wallen. Me der Vogel müde zieht Heim mit schwachen Flügelschlägen! Ach. kein emz'ges, süßes Lied Will die Brust ihm froh bewegen. Und der Weg ist kalt und naß. Und so traurig still 'die Erde, Und die Sonne, ernst und blaß, Lugt durch graue Wolkenherde. Schwarz der Wald und schwarz die Reiser. Die entlaubt zum Hrmmel sehn! Beten sie in ihrer Weise Wohl zu Gott um Auferstehn? Ja, sie beten! Lausch' dem Amen, Menschenherz, in der Natur. Tief im Busen Hoffnungssamen Lrgt zur Ruhe sich die Flur. Tic neue Frau.
Drei weillich Schornsteinfeger und 35 weibliche Dachdecker giebt es nach einer amtlichen Quellen entlehnten Statistik der Frauen in sogenannten männlichen Berufen in Deutschland. 7 Frauen sind in der Büchsenmacherei, 19 in der Erz? und Glockengießerei, 50 als Steinsetzer und Pflasterer beschäftigt. Als Kupferschmiede arbeiten 147, als Huf- und Nagelschmiede nicht weniger als 379 Personen weiblichen Geschlechts. In der besonders schwere körperliche Anstrengung erfordernden Steinindustrie sind 309 Frauen und Mädchen als Steinmetze und Steinhauer, 2000 in Marmor, Stein- und Schieferbrüchen thätig. Wenn man noch erwähnt, daß auch in den verrufensten, unangenehmsten der früher ausschließlich männlichen" Beschäftigungen, wie z. B. in der Abdeckerei, Kanalräumerei u. s. w. auch bereits Frauen arbeiten, so dürfte es. abgesehen von den dem weiblichen Geschlechte durch Gesetz verschlossene Beschäftigungsarten, kaum einen Zweig menschlicher Thätigkeit mehr geben, wo nicht, wenn vielleicht auch nur in geringem Maße, die Frauenarbeit eingedrungen ist. Erlaubte Polygam'?. Die Vielweiberei im christlichen Deutschland war einmal nicht nur gesetzlich erlaubt, sondern wurde sogar von der Obrigkeit gewünscht. Es geschah dies kurz nach dem Westsälischen Frieden, nachdem der dreißigjährige Krieg Deutschland verarmt und entvölkert hatte. Man konnte meilenweit reisen, ohne auf den niedergebrannten Ortschaften eine menschliche Seele anzutreffen, und so war der Beschluß, welchen der fränkische Kreistag zu Nürnberg am 14. Februar 1650 faßte und veröffentlichte, zwar seltsam, aber begreiflich. Dieser merkwürdige Beschluß. der die Bigamie sanktionirte. lautet nach den Akten wörtlich: Es soll hinfüro jedem Mannßpersonen 2 Weyber zu heyrathen erlaubt sein: dabei doch alle und Jede Mannßperson ernstlich erinnert, auch auf den Kanzeln öfters crmahnt werden sollen. Sich dergestaltcn herinnen zu verhalten und vorzusehen, daß er sich völlig und gebürender Diskretion und versorg befleiße, damit Er als ein Ehrlicher Mann, der ihm 2 Weiber zu nemmen getraut, beede Ehefrauen nicht allein nothwendig versorge, sondern auch unter Ihnen allen Unwillen verhüette." Wie lange dieser Beschluß ge. setzliche Kraft hatte, ist leider nicht mehr zu ermitteln.
. Dlls Vliick voü Edinhall. , Von Eduard Iürgensen. Wenn Einer Einem einen Tritt versetzt, so pflegt dies weh zu thun; noch mehr weh thut es freilich bisweilen, wenn Einer Einem einen faulen Kalauer versetzt und man aus sogenannten gesellschaftlichen Rücksichten gezwungen ist, dabei ganz still zu halten und möglicher Weise noch ein freundliches Lächeln zu entwickeln; am allerwehsten thut es aber doch, wenn Einer Einem die letzte Hose versetzt! und das ist meinem Freunde Kristoffer Passirk. Wir wohnten damals zu Dreien auf einer Bude, so erzählte er mir kürzlich, und hatten alle Dreie kein Geld, gar kein Geld, absolut kein Geld. Versatzgegenstände besaßen wir aber auch nicht mehr, denn es war bereits längst Sommer geworden und alle entbehrlichen Kleidungsstücke waren schon ins Leihhaus gewandert, wie dies bei richtigen Studenten zur schönen Som merszeit ja auch in der Ordnung ist! Nun mußte freilich in den allernächsten Tagen Geld kommen, denn hingeschrieben war bereits, nur mit dem Herschreiben haperte es noch immer. Da man sich aber für Geld, welches blos erwartet wird, in Berlin nun doch mal weder Bier, noch Cigarren, weder Wurst noch Schinken kaufen kann, so war guter Rath theuer und wir verfielen zuletzt darauf, auszuknobeln wer seinen einzigen Anzug hergeben und sich so lange ins Bett legen sollte, bis die pekuniären Schwierigkeiten" gehoben seien. Wie immer, wenn ich mit meinen beiden Freunden Fritz und Ludwig den Würfelbecher schwang, so hatte ich denn auch di:sesMal dasPech, der Reingefallene zu sein, erzählte Kristoffer weiter, und so mußte ich mich denn entkleiden und am hellen Tage mein Lager aufsuchen, während die andern Beiden meinen schon überaus mitgenommenen Anzug säuberlich einpackten und damit ihr Heil versuchten. Daß nicht viel bei der Geschichte herausbraten würde, konnte ich mir bereits selbst klar machen, denn wie gesagt der Anzug war schon sehr strapezirt, und da ich außerdem nur sehr klein gerathen bin und vor allen Dingen ungewöhnlich kurze Beine habe, so war es leicht vorauszusehen, daß wir von dem Erlös kaum würden in Sekt schwelgen können. Es kam aber noch viel schlimmer, als ich gedacht hatte. Natürlicherweise kann ich die jetzt folgenden Vorgänge nur nach den Erzählungen von Fritz und Ludwig wiedergeben, denn .ich selbst mußte ja leider zu Haus und im Bette bleiben, ein persönliches Mitmachen der Geschichte wäre sonst gut und gerne 3 Mark Entree werth gewesen. Also auf dem ersten Leihamte wurden die Beiden überhaupt von vorn:herein sozusagen herausgeschmissen, da der Kgl. Leihbeamte kurz und rauh erklärte, für abgetragene und ausgewachsene" Kinderanzüge principiell" keinerlei Verwendung zu haben, sie möchten die alten Loden nur einer armen Familie schenken, das sei schon das Beste. Bei dem zweiten Versatzonkel hatten sie allerdings schon eine Art von Ach-tungs-Erfolg insofern, als Herr Abraham wenigstens die Sachen auspacken ließ, die Beinkleider in die Hand nahm und sie einer genauen Besichtigung unterwarf, dann aber, nachdem er sie zwischen seinen Armen ausgespannt hatte, mit listigem Lächeln meinte, Vadehosen könne man doch nicht gut beleihen! Ziemlich deprimirt und mit stark knurrenden Mägen wanderten der gute Fritz und der brave Ludwig also zu der dritten Stelle und hatten hier das Glück, eine würdige Matrone mit äusterst wohlwollenden Zügen anzutreffen, bei deren Anblick sich der Muth in ihren treuen Freundesherzen wieder etwas hob. Es handelt sich hier um einen Fall des äußersten, des unbeschreiblichsten Elends, gnädige Frau," begann der redegcwandte und mit großem schauspielerischen Talent ausgestattete Fritz seine Auseinandersetzung, um die grausigste unverschuldete Nothlage einer armen Familie, der wir mit unfern letzten Mitteln (hier wies er auf meinen schäbigen Anzug) zu helfen fest entschlossen sind!" Jotte doch, is et wirklich so schlimm? Wat Sie for'n Paar edle, jute Menschen sein müssen! Na, zeigen Se man mal den Bowel her, ville scheint ja zwar an die ollen Kledagen nich mehr dran zu sind!Das allerdings nicht! Aber es ist für einen guten Zweck, es geschieht aus reinster Menschenliebe!" meinte Fritz, indem er eine helle Thräne in seinem Auge zerdrückte. Ja ja, det gloobe ick ja allens recht jerne, entgegnete die gnädige Frau", aber sehn Se mal, wat soll ick denn man blos mit so 'ne Radfahrerhosen anfangen!" Vielleicht haben Sie einen Sohn, einen Neffen in der Familie, der sich auf dem Rade zu tummeln pflegt, höchstverehrte Frau, wir würden gerne gestatten, daß dieser sich desKleidungsstückes so lange bedient, bis wir's wieder abzuholen in der Lage sind." Ach nee doch, in unsere Familie is die Strampelei noch nich injerissen un ick selbst radele ooch noch nich um wenn ick et wirklich dhäte, so könnte ick doch de Hosen unmeeglich anziehn wissen Se wat? ick wer Ihnen for den janzen Klimbim eene Mark jeben, weil mir de traurige Jeschichte jar zu sehre an't Herz Zeht!" Ist das wirklich Ihr letztes Wort?" Ja. meine lieben Herren! un dabei lade ich noch 'ne , schwere Verantwortung uf mir, denn wenn mein Mann zu Hause kommt, denn wird er scheene schimpfen, det ick mir wieder habe anmogeln lassen, uf alte Lumpen soll ick
ieberhaupt nischt jeben; ja wenn Se irgend wat Änderet jebracht hätten. Jold, Silber oder ooch meinshalben man blos Porzellan " In Fritzens braunen Augen leuchtete es bei diesen letzten Worten merkwürdig auf, ihm mußte eine erhabene Idee gekommen sein. So? Also Porzellan beleihen Sie auch? Familienerbstücke? Kunstwerke ersten Ranges?" Na jewiß doch, erst recht! Uf sowat is mein Oller reene doll, da jeht er dücktiq in't Jeschirr " Schon gut! schloß Fritz mit finster entschlossener Miene die Unterredung, dann werde ich also etwas thun, was ich meiner eigenen Person wegen niemals gethan haben würde, selbst wenn es sich um mein Leben handelte; indeß um das Elend und den grenzenlosen Jammer dieser unglücklichen Familie zu lindern, ist mir Nichts auf der Welt unmöglich!" Jotte doch, Se machen Einen ja janz ängstlich! Wat wollen Se denn nu man blos anjeben?" Das werden Sie in einer halben Stunde sehen. Bitte, geben Sie mir jetzt nur das Geld für den Anzug!" Sehr jerne, mein lieber Herr! Hier sind die zehn Jroschen!" Besten Dank. Also auf Wedersehen!" Und so verabschiedeten die Beiden sich also von der braven Matrone. Fritz mit hocherhobenem Haupte, Ludwig still kopfschüttelnd, denn es war ihm durchaus nicht klar, was unser genialer Freund vorhatte. Als sie draußen auf der Straße waren. konnte es Ludwig denn doch nicht unterlassen, unsern Fritz nach der Ursache seiner plötzlich so zuversichtlich gewordenen Stimmung zu fragen. Das wirst Du bald zu sehen bekommen!" war die kurze Antwort, komm' nur mit!" Hiermit bogen sie um die nächste Straßenecke. Kaum hatten sie einige hundert Schritte zurückgelegt, als Fritz, ohne ein Wort weiter zu verlieren, in einen sogenannten Mark-Bazar trat, in dessen Schaufenster unter andern billigen Industrie - Erzeugnissen auch eine Menge sogenannter antiker St inkrügc prangten, mächtige Humpen mit sinnigen altdeutschen Trinksprüchen versehen, Stück für Stück eine baare deutsche Reichsmark im reellen Werthe. Nur wenige Minuten dauerte es, bis Fritz wieder aus dem Laden trat, ein kostbares Exemplar dieser Gattung sorgfältig unterm Arme tragend. Bist Du denn verrückt geworden, Kerl? unsere einzige Mark, von der wir noch alle Drei drei Tage leben wollten, vernaschst Du hier in leeren Steinkrügen?" fuhr ihn Ludwig an. Subalterner Geist! Ohne Verständniß für jeden höheren Gedankenflug!" gab Fritz einfach zur Antwort. Komm folge mir!" Und zurück ging es in das Geschäft der alten würdigen Dame, die glücklicher Weise immer noch allein dort ihres (Leih) Amtes waltete. Die Rede, welche Fritz dort nunmehr gehalten hat, soll nach LudwigsBerichten einfach ciceronianisch" gewesen sein, meinte mein Freund Kristoffer zum Schluß, als er mir diese Geschichte vortrug, sie triefte förmlich von Kunstgeschichte sowohl, als auch von historischen Erinnerungen. Er erzählte der Alten, daß sein Urahn diesen Krug um das Ende des dreizehnten JahrHunderts von Karl dem Großen selbst nach der Schlacht aus dem Lechfelde geschenkt bekommen habe, weil er den Engländern gegenüber mit unendlicher Bravour vorgegangen sei u. s. w. u. s. w. Seit fünf Jahrhunderten erbe sich nun dies kostbare Gut stets auf den ältesten Sohn seiner berühmten Familie fort und es knüpfe sich daran eine alte Sage, nach welcher ein plötzliches Aussterben aller Familienmitglieder sich zutragen würde, falls der Krug auch nur die geringste Beschädigung erlitte! Die gnädige Frau" müsse sich daher auf ihr heiligstes Ehrenwort verpflichten, das theure Erbstück im eisernen Geldschrank sorgfältig verpackt aufzubewahren, weil eben so und so viele Menschenleben davon abhingen! Kurzum, genau die Geschichte vom Glück von Edinhall" gab unser redegewaltiger Freund zum Besten, rührte die alte Dame damit zu blutigen Thränen und was die Hauptsache war erreichte eine Baarsumme von zwanzig (sage und schreibe 20) baaren Mark, die wir als jammergebeugte, vom Schicksal so entsetzlich hartbedrängte Familie" natürlich am selben Abend noch in gutem Stoff draufgehen ließen! Für mich selbst war diese Sauferei allerdings ein bischen umständlich, da ich sie im Bette liegend vornehmen mußte, aber es ging trotzdem ganz vorzüglich! Ich will aber doch nicht untcrlassen, hinzuzufügen, daß wir, als nach zwei Tagen der Geldbriefträger kam. das Glück von Edinhall" richtig wieder einlösten. Meine Badehosen sind zwar bei der alten Leihmama geblieben, denn ich war in der Lage mir neue zu kaufen. Vielleicht radelt sie doch heute schon darin? Wie viel 5rde braucht der Mensch 7
Von Lco Tolstoi. ....Die Baschkiren machen sich aus den Weg. Die 'cn reiten, die anderen fahren V" ,' -antaß. Pachom, begleitet vo: oci '. ' necht, fährt in seinem Taranl'-. Zie kommen zur Steppe, ak li: orgensonne den Himmel röth t fahren auf den Hügel und ver :, . ;: : In sich. Der Aelteste nähert ic, :.cin und weist mit der Hand aus l:; tppe. Das alles," ;v,t r, was du mit den Augen crfc ff j:i Innst, ist unser. Wähle dir aus Pachoms Auc,en' lruhien: weithin sieht er Pfriemen 71 .nid, glatt wie eine Handfläche, nr;:vrz wie Mohn. In den Thälern trögst verschiedenes Gras hoch bis an 'c u:st. Der Ael teste nimmt die Fl., "':e ab, legt sie in die Mitte des -yjtflä und sagt:
Dieses ist das Merkzeichen; darauf lege dein Geld. Dein Knecht wird auch hier stehen. Von hier gehe fort und hierher komme zurück. Alles L-.nd, welches du umschreitcst, solange die Sonne am Himmel steht, ist dein." Pachom nimmt dasGeld heraus und legte es in die Mütze. Er zieht den Kaftan auL, so daß er in einem Halbrock bleibt, steckt eine Tasche mit Brot zu sich. Am Gürtel bindet er eine flache Flasche mit Wasser fest, zieht de Schäfte glatt und set sich in Bcwegung die Reite? hinter ihm. Er geht weder langsam noch schnell. Eine Werst mochte er etwa zurückgelegt haben, als er, ohne anzuhalten, den Befehl ertheilt, einen Pfahl einzuschlagen. Einmal in Bewegung, beschleunigt er seine Schritte und läßt bald einen zweiten Pfahl einschlagen. Er siebt sich einen Augenblick um: der Hügel ist noch zu sehen, auch die Menschen dar--auf. Wie er zur Sonne blickt, vermuthet er, daß er an fünf Werst gegangen sei. Da ihm warm geworden ist, zieht er den Halbrock aus. Nach wei teren fünf Werst drückt ihn die Hitze. Jetzt aber muß man umbiegen meint er. Wie ich heiß geworden bin! Ich habe Lust zu trinken." Er nimmt die Flasche, trinkt im Gehen, läßt noch einen Psahl einstecken und biegt ' nach links ein. Er geht und geht das Gras stand hoch, ihm wird immer heißer. Müdigkeit stellt sich ein. Ein Blick auf die Sonne zeigt ihm an, daß es Mittag sei. Man muß ausruhen." meint er. Er bleibt stehen und ißt etwas Brot. Setzest du dich, dann schläfst du ein." Er steht also ein wenig, verpustet sich und geht weiter. Anfangs hat er es leicht, vom Essen war ihm neue Kraft gekommen. Aber es wurde zu drückend heiß und Schlaf überkommt ihn er fühlt sich überangestrengt. Nu," denkt er, eine Stunde voll Beben, werd' dafür ein Jahrhundert wohl leben." Auf dieser Seite geht er wohl an zehn Werst. Jetzt erst macht er einen Winkel. Wie er einen Blick auf cn fernen Hügel wirft, kann er die Menfchen kaum wahrnehmen. Bis yi ihnen Werden's an fünfzehn Werst sein. Die zwei Seiten habe ich zu lang genommen, die dritte muß deshalb kürzer gemacht werden. Zwar wird auf diese Weise ein schicfliniger Besitz was ist aber anders zu thun?" Und er wendet und schreitet geradeaus dem Hügel zu. Die Füße schmerzen Pachom, er bat sie durchlaufen. Er knickt ein ausruhen möchte er ,aber er darf's nicht er hat keine Zeit vor Sonnenuntergang muß er ankommen. Als triebe ihn Jemand, so läuft er. Die Füße bluten er läuft. Er läuft, er läuft, wirft den Halbrock for:, die Stiefel, die Flasche, die Mütze. War zu gierig habe alles verdorben bin vor Sonnenuntergang nicht am Ziel!" Noch ärger wird es: vor Angst gebt ihm der Athem aus. Er läuft Hemd und Hose kleben am Körper der Mund ist wie ausgetrocknet w:e mit Blasebälgen in der Schmiede arbeitet es in der Brust im Herzen schlägt es wie mit Hämmern aber er läuft. Die Baschkiren deutlich hört er sie rufen. Von ihrem Geschrei brenn: sein Herz noch mehr. Mit Aufwendung seiner letzten Kraft läuft er die Sonne steht fast am anve aber bis zum Hügel ist es schon ganz nahe. Die Baschkiren winken, rufen er sieht die Pelzmütze sieht das Gels darin, sieht den Aeltesten, wie er auf der Erde hockt und sich den Bauch hält. Er blickt auf die Sonne. Sie ist groß, roth, berührt die Erde, beginnt schon unterzutauchen. Jetzt hat er den Hügel erreicht die Sonne ist unter. Ein Wehegeschrei entringt sich ihm: er wähnt. Alles sei verloren. Jedoch erinnert sich, daß man vom höheren Ort aus die Sonne noch sehen müsse. Er stürzt den Hügel hinauf da liegt die Mütze. Er stolpert, fällt, langt mit den Händen bis zur Mütze. Tüchtiger Kerl!" ruft der Aelteste. Hast viel Erde gewonnen." Wie der Knecht Pachom b:ispring'n und ihn aufheben will, sieht er: aus dem Munde fließt ihm Blut. Er ist todt. Der Knecht jammert. Der Aelteste hockt cas dem Bod:n. er lacht laut. Jetzt erhebt er sich und wirft dem Knecht einen Spaten zu. Hier grabe!" Die Baschkiren fahren fort. Der Knecht gräbt seinem Herrn ein Grab. Wieviel Erde braucht Pachom Kaum 6 Fuß lang ist das Grab, das sich bald einsam auf dem Hügel erhebt. Mißverständniß.
Arzt: Hier sitzt es bei Ihnen, liebei Freund, hier!" Patient (lächelnd): Nicht der Mühk werth. Doctor, lumpige zwanzigtau send Mark!" AusdemGerrchtssaal. Richter: Sie sind wegen MeineidZ noch nicht bestraft nicht wahr?" Zeuge: .Bis jetzt noch nicht!"
SchweißtreibendesMittel. Doctor Pfissikus hat meinem Patienten ein Kastendampfbad verordne:, dessen Bttlauf er selbst leiten will; es sind indessen alle Anstrengungen vergeblich, den Patienten zum Schwitzen
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zu bringen. Da zeigt sich dem Doctor, der schon ganz außer sich gerathen, ein letzter Rettungsanker: er sieht am Fenster ein altes Weib mit fürchterlichem Schlappmaul und triefender Nase einen wahren Ausbund von Halichkeit vorübergehen, ruft es :n's Zimmer und sagt zu ihm: Du bekommst eine Mark, wenn Du dem Herrn, dessen Kopf dort aus dem Kasten heraussieht, einen Kuß gibst." Warum denn nicht?" antwortet die Alte. Und sofort bricht beim Patienten ein solcher Angstschweiß aus, daß die Aufforderung des Doctors nicbt zur Ausführung zu kommen braucht. Der erstaunten Alten aber zahlt de: Doctor für den bezeugten guten Willen mitVergnügen den versprochenen Lohn. Revanche. Senner (zur Dame): Geh gieb mir a Busserl!" Herr: Sie unverschämter Mensch, wie können Sie die Dame so belästigen 1 Senner: Im vorigen Jahr hast Du von mei'm Schatz! a Busserl gwollt, jetzt probier' i's Kalt bei dem Deinigen!" DerneugeadelteBankie. Luwise, da Du bist geworden Baronin, schenk' ich Dir e' feinen Vrillantschmuck!" Geh', Du willst mer foppen ich kenn' Dich!" Was renommirst De immer mit Deine vornehmen Bekanntschaften!?" Doch'etwas Sicheres. Schau', Alte, ich seh' wirklich nicht ein, warum Du unsere Fanny nicht, den Official beirathen lajjen willst! Es ist ja richtig, so ein Bean:ter hat vorn 'und hint'n nix abec das hat er halt doch sicher!" NichtVerdienst los. M Ja. sagen mir Frau Pospisch'.l. verdient denn Ihr Mann gar nichts?O ja, tüchtige Schläg'!" Passend. Frau (die von einer Reise zurückkehrt): Hier, Lina, haben wir Ihnen einen Hut mitgebracht. Sie brauchen ja einen?" Dienstmädchen: Gewiß,gnädige Frau wissen halt immer, "wo unsereinen der Schuh drückt'"
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Präsident F a u r e, der bei dem neulichen Besuche der kleine Alpenforts an der Südostgrenze den Eindruck empfing, daß die dort eingeschneiten Alpenjäger sich im Winte? sträflich langweilen müssen, stiftete der beiden einsamsten und vorgeschobensten je eine Drehorgel, damit die Soldaten sich hübsche Weisen vorleiern können. Ein Heimathsloscr wurde dieser Tage dem Landgericht 1 in Berlin aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Es war der etwa 30jährige Seiltänzer Joseph Kasparccki. der über seine Personalien nichts weiter: anzugeben wußte, als daß er den c nannten Namen führe. Wo und warn er geboren sei, wisse er nicht; denn tr sei bei einer herumziehenden Zigeunertruppe erzogen worden, bis er schließe lich davongelaufen sei. Welcher Neligion er sei, wisse er ebenfalls nichts denn er sei niemals getauft worden. Als der Vorsitzende des Gerichtshofes den Angeklagten fragte, warum er sich, nicht nachträglich habe taufen lassen, erwiderte derselbe gleichmüthig, daß er keine Gelegenheit dazu gehabt habe wenn er sich auf freiem Fuße befunden er beabsichtige aber, sich im Gefängnissetaufen zu lassen. Daß der Angeklagteauf seinen Streifzügcn weit umher ge--kommen war. bewies der Umstand, tafe. er die Gefängnisse in den verschiedensten deutschen Städten kennen gelernt hatte. Jetzt hatte er wieder gestohlen. Wollen Sie denn nicht bald anfangen sich redlich zu ernähren?" fragte ihn der Vorsitzende. Ich habe ja weiter keine Ausweispapiere, als die Quittung über die zuletzt verbüßte Gefängnißstrafe, und daraufhin gibt mit Niemand Arbeit." lautete die Antwort. Der- Staatsanwalt meinte, daß man dem Angeklagten mit Rücksicht darauf, daß er unter Zigeunern groß geworden sei, noch' einmal mildernde Umstände bewilligen könne. Er beantragte gegen ihn anderthalb Jahre Gefängniß trnk dreijährigen Ehrverlust, und der Gcrichtshof erkannte nach diesem Antrage. Hier eine Idylle aus dem Sachsenlande. Der 51 - jährisc.Handarbeiter Johann Georg Sckrner ler, ein Mann von geringer geistiger: Befähigung, war Gemeindediener in?. E schen bach. Er bekam täglich zwols' Pfennige und freie Kost durch' Neiheumgäng,. sowie jährlich 36 Mart für Straßenarbeiten. Vor einiger Zeit. erhielt er vom Gemeindevorstand den. Auftrag, den aus der Bezirksarmenanstalt Vogtsberg entlaufenen. und wieder aufgegriffenen Schuhmacher Eichhorn nach Vogtsbcrg zurückzubring?n.. Früh halb 8 Uhr trat Schmerler dem Transport an und erst nach 8 Uhr Abends kam er nach Vogtsberg; zn, dem dreistündigen Wege hatte er 12:. Stunden gebraucht. Der aus der Bezirksanstalt entwichene Schuhmacher.' war fußkrank, er bekam unterwegsHunger und Durst, und sein Tränst porteur auch. Geld hatte aber Keiner von ihnen. Aus diesem Grunde gesta tete Schmerler, daß der Schuhmacher: unterwegs bettelte ; das erbettelte Geldhaben dann Beide im Wirthshause verthan. Als sie noch 500 Schritte von der Bezirks - Armenanstalt entfernt waren, sagte der Schuhmacher gemüthliche zu dem Gemeindediener: Nu brauchst De Dich nich weiter um mich ze kümmern, ich geh' nu allein in die Anstalt!"' Und wirklich, der Transporteur ging auch auf diesen Vorschlag ein, mußte eS aber zu seinem Schmerz dann erleben, daß der arglistige Schubmacher nicht Ü das Bezirks - Armenhaus wanderte sondern zurück nach Eschenbach spa--zierte. Schmerler wurde nun als B t a m t e r vor Gericht gestellt und wegen: Entweichenlassi's eines Gefangenen zn 5 Tagen Gefängniß verurtheilt, wobei, es als straferschwerend angesehen wnrde, daß er den Schuhmacher hatte bei--teln gehen lassen. EineschrecklicheTragsdie hat sich soeben in Paris abgespielt, die wieder einmal die so oft gegebene,, aber so selten befolgte Lehre ins Gedächtniß ruft, sich Hunde nicht zu na$c kommen zu lassen, jede Berührung ihrerseits, das Lecken mit der Zung: etc. zu verhindern, vor Allem aber sie nicht zu küssen, wie dies sehr häufig die ganz unvernüftige Gewohnbeit besonders junger Frauen und Mädcben ist. D!eTochter eines sehr bekannten italienischen Restaurantbesttzers, Fräulein. Santarsiero, besaß einen kleinen Hund. den sie sehr liebte. Eines Tages verwei-. gerte das Thier die Nahrung und 1 mehrere Personen. Er wurde getödkt und als tollwüthiq erkannt; die Gebissenen unter anderen auch der Vater des jungen Mädchens, beaaben sich daher in das JnstitutPasteur. Seine Herrin selbst hatte der Hund nie gebissen so daß diese für sich keine Unruhe an Pfand, auch noch nicht, als ein leichte Uebelbefinden sich einstellte, das sie auf eine Erkältung schob. Aber bald verschlimmerte sich ihr Zustand, sie er---kannte selbst die Symptome an sich, dirihr Hund gezeigt, und als ire Mutter: sie küssen wollte, wehrte sie es ihr, da sie fürchtete, ihr die Krnakheit zu geben. denn sie hatte sie sich durch das Küsseri ihres Hundes zugezogen. m Institut Posteur wurde daraufhin auch erklart., daß die leiseste Berührung mit der Zunge eines tollen Hundes genüge, un das schreckliche Uebel mitzutheilen. Nie sollte man es gestatten, daß derHund dem Gesicht nahe kommt, ja wenn er die Krankheit bereits in sich trägt und d 5and. die er leckt, den geringsten Ri&. aufweist, kann dies den 'furchtbaren. Tod herbeiführen. Der Vater des un-. ter den entsetzlichen Qualen gestorbenen.Zungen Mädchens ist. als er die Nachricht davon erhielt, wahnsinnig gcwor-. den und man fürcbtet, daß er m? wieder gesundet. Die Mutter hatte daraf bestanden, die Tochter zum Grabe za geleiten, aber in das verniaiste Heizn zurückgekehrt, mußte sie sich sofort zn. Bette begeben, von dem sie sich,: nach. Ansicht der Aerzte, kaum wieder heben Wird.
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