Indiana Tribüne, Volume 21, Number 49, Indianapolis, Marion County, 7 November 1897 — Page 9
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goDtaßc Tribüne. Ella uf.dunKser.Nayn. ticn Carl Treumann. Das Bergglöckchen läutete. Sew Klang gemahnte die Bergleute an den baldigen Beginn der Frühschicht. Die leichtbeschneiten Gassen der alten Bergstadt toaxtn noch von der tiefen Ruhe der Nacht umfangen; aber schn leuchtete hier und da ein fchwa chev Lichtschein in den Fenstern auf. Bald schallten die ersten Tritte ansahrender Bergleute fernher durch die stillen Gassen. Der gaukelnde Schein der Grubenblenden huschte gespenstisch an den Wänden der Häuser hin. in flüchtigen Umrissen riesengroße Schattenbilder zeichnend. In den Schall der Tritte der schweren, eisenbeschlagenen Holzstiefel. die so hart und rasselnd auf dem holprigen Straßenpflaster klangen, mischte sich immer häufiger das Geräusch der sich öffnenden und wiedev schließenden Hausthüren, und einer kleinen Völkerwanderung gleichend. ergoß sich der Strom der anfahrenden Bergleute durch die Gassen, lmmerzu der einen Richtung folgend, in der. unweit der Stadt, die Schächte der Himmelfahrt" lagen. Nach einer in schwerer GemüthZverstimmung fast ganz schlaflos der brachten Nacht hatte sich der Häuer (5rnst Walter von seinem Lager erhoden. Während die jugendliche Schwägerin Frida Mühling, die seit dem Tode der Gattin dem kleinen Haushalte vorstand, den Morgenkaffee dereitete. legte er die von dev schwefeligen Grubenluft getränkten Grubenkleider an. In gewohnter Fürsorge goß er aus der dem Svinde entnommenen Glasflasche Oel in die Lampe der Blende und gab auch dem in der Zschärpertasche aufbewahrten Reservefläschchen ueue Füllung. Nachdem er noch eineTasse deö dampfenden Kaffees getrunken und den von der Schwägerin indessen gefüllten Brotbeutel unter den Falten des Berqkittels an der Brust untergebracht hatte, trat er seine Wanderung nach der Grube an. Frida, vergiß ja nicht, daß Rudi kieute eine Stunde früher zur Schule muß. äußerte er noch tm Fortgehen. Glück auf!" Nein, Schwager, ich werd's nicht vergessen und Rudi rechtzeitig wecken," beruhigte ihn diese. Glück auf! und komm' aesund wieder!" In trübem Sinnen schritt er die wohlbekannten Gassen entlang, vorüber an dem altehrwürdigen Donathsthurm. um bald die Stadt hinter sich zu lassen. Das Herz war ihm so sorgenvoll und schwer und die stolze Hofsnungs freudigkeit. die ihm noch vor wenigen Tagen die Seele bewegte, war nun dahin auf immer. Er hatte so zuversichtlich gehofft und gewähnt, daß in dem verwaisten Heim für ihn und die. armen mutterlosen Kleinen em neues bescheidenes Glück erblühen werde. Bon Tag zu Tag hatte er sich vorge nommen. die Entscheidung herbeizu führen und die so still und segensreich waltende Schwägerin, die den verwal sten Kindern im wahren Sinne des Wortes eine zweite Mutter geworden war, zu bitten, ganz und suv alle Zel ten die Stelle der heimgeganoenen Schwester einzunehmen, aber immer und immer wieder hatte ihn eine eigen thümliche Zaghaftigkeit abgehalten, das entscheidende Wort zu sprechen. Und nun nun war es zu spat! Es war am letzten Sonntage, als der iüngere Kamerad, der mit ihm in der Grube vor Ort arbeitete, ihm einen Besuch machte,, um sich seinen Dom pfaff. der so gelehrig war und das Steh' ich in finstrer Mitternacht" bereits so allerliebst pfeifen konnte, einmal anzusehen. Wie es dabei gekommen, er wußte es nicht: die Herzen der beiden jungen Leute hatten sich gefunden und waren in Liebe für einander erglüht. Und gestern, als der Kamerad seinen Besuch wiederholte, war ihm offenbar geworden. was ihn mit tiefem Schmerze erfüllte und alle die schönen Pläne und blühenden Hoffnungen mit einem Schlage vernichtete. Ernster Gesang tönte jetzt an sein Ohr; er war in der Nähe des Huthauseö angekommen, woselbst sich in der Betstube die anfahrenden Genossen be reits zum gemeinschaftlichen Gesang und Gebet versammelt hatten. - Gefällig rückten die bereits Dasitzen den zur Seite, als er die Betstuoe be trat und der zunächst Sitzende reichte ihm die Lampe damit er die seine, die draußen im Winde verloscht war. da ran anzünde. ' Mechanisch griff seine Hand nach emem ver auf dem Fenster'gesimse. liegenden Gebetbücher und er suchte, auf einer der rogezimmerten Holzbanke Platz nehmend, die Lied nummer auf." Aber eö wollte heute nicht recht gehen mit dem Singen; die 'Kehle war ihm wie zugeschnürt. Wah rend er sonst mit einer gewissen Freu diqkeit seine kräftige sonore Männer stimme zu fcen Klängen der kleinen Bergorgel ertönen ließ, starrte er heute stumm und gedankenschwer auf das BuÄ.Nleder. Nachdem die Morqenandacht beendet und das Verlesen der einfahrenden Mannschaft durch den diensthabenden Unterstelger - vorgenommen worden w. gingen dieLeute auseinander, un sich für daZ Einfahren vorzubereiten. ' .. Während dle. jungen Leute Gni enjungen und Bergknechte von den
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Sängsteigern die ihnen in den der. schiedenen Grubenbauen zugedachten Arbeiten zugewiesen erhielten, gingen ie Häuer hinüber zum Hutmanne.um die in der Bergschmiede srischgeicyarsten Bohrer in Empfang zu nehmen und -um die nöthigen Sprengmaterialien zu fassen. Für den Hutmann und feinen Gehilfen gab es eine Weile alle Hände voll zu thun, oenn vie edürfnisse waren aar mannigfaltige. und Alle wollten möglichst schnell ab gefertigt sein. Nach emem kurzandauernden lebhaften Durcheinander rufen und Drängen war jedoch der ersteAnsturm glücklich überstanden und bald waren die Wünsche auch deö letzten Häuerö befriedigt. In plaudernden Gruppen standen sie nun koxl im Treibehause um die Schachtmündung herum, und einer nach dem andern ergriff die Sprossen der ??ahrt (Leiter) und trat bei dem matten Scheine der an dem Halsrie men auf der Brust hängenden Blende die Einfahrt an. Ernst Walter hatte ven Abstieg auf der steilen Fahrt bereits bis zur fünften Gezeugstrecke zurückgelegt, ohne nur ein einziges Mal zu rasten. In großen Tropfen rann ihm der Schweiß, langsam unter der schweren Filzkappe hervorquellend, von der Stirn und den Schläfen hernieder, und die Last der stählernen Bohrer, die er in zwei Bündeln an dem über die Schulter gehängten Strick trug, drückte schwev und schmerzhast. Auf den Bänken, die zum Ausruhen im Hintergrunde des Füllorts angebracht waren, hatte bereits eine größere Anzahl Kameraden Platz genommen, und Walter kam ein paar Augenblicke lang in Zweifel, ob er versuchen sollte noch einen Platz dort zu finden, oder ob es nicht gerathener sei. bis zur nächsten Gezeugstrecke zu fahren. Das starke Ruhebedürfniß überwand jedoch schnell alle Bedenksn; langsam schritt er. die nasse Stirn mtt dem Schweißtuche trocknend, nach denRuhebänken bin. Ein paar junge Förderleute, die mit dort saßen, räumten ihm ihre Plätze ein und setzten die Einfahrt fort. Die Blende zu seinen Füßsn auf den Boden stellend, nahm Walter Platz unter den Kameraden, die'eben in lebhafter Unterhaltung begriffen waren. Man sprach gerade von Unglllcksfällen in der Grube, und der eine Sfiutt schilderte eben den schrecklichen UnglückZfall, der sich vor etwa einem Jahre auf dem benachbarten Schachte ereignet hatte. Ein Paar Zimmerlinge hatten, trotz des bestehenden, strengen Verbotes, die Fördertonne zum Ausfahren benutzt. Das Förderseil zerriß; die Fördertonne raste, im fürchterlichen Sturze Alles zertrümmernd. hinab in die Tiefe und die leichtsinnigen Arbeiter fanden dabei einen entsetzlichen Tod. Von dem einen Unglück'alle kam man auf andere zu sprechen und fast Jeder wußte etwas zu erzählen. So kam es. daß eine tiefernste Stimmung sich der Leute bemächtigte. Ernst Walter, dessen Gemüthsstimmung so wie so schon völlig niedergedrückt war. fühlte sich unbehaglich bei solcher Art Unterhaltung. Mit dem üblichen Gruße Gesunde Schicht!" verließ er bald wieder seinen Platz und'schritt zum Fahrschachte hin, um weiter zu fahren. Nach kurzer Zeit hatte er seinen Arbeitsplatz. einen in der siebenten Ge zeugstrecke gelegenen Querschacht, erreicht. Sein jüngerer Gesell (Kamerad) war bereits vor ihm eingetroffen, ebenso ein zum Karrenlaufen beorderter Fördermann. ' Beide hatten sich aus vorhandenen altenPfostenstücken ein primitives kleines Lager zurechtgemacht und waren, von den Anstrengungen des Emfahrens ermüdet, fest eingeschlafen. Dev Lichtschein von Walter's Blende überstrahlte das Gesicht des ruhig schlummernden Gesellen Max Nau. Wie er so des jungen Genossen blühendes Aittli!; sah. auf dem es wie der sonnige Abglanz eines stillen, leuchtenden Glückes lag, quoll das Gefühl einer tiefen Erbitterung in Walter's Herzen auf und er empfand etwas, wie einen tödtlichen Haß gegen dm.der ihm alles selige Hoffen und alles Glück der Zukunft geraubte Sein klarer Verstand und sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn gewannen aber bald wieder die Oberhand. Was konnte dieser dafür, daß er nun so glllckverlassen und hoffnungsarm der Zukunft gegenüberstand? Trug nicht er mit seiner Zaghaftigkeit. allein die Schuld an dem Verhängnisse? Hätte er dem jungen Genossen gegenüber nur einmal von seinen Plänen und seinen Hoffnungen gesprochen, gewiß wäre es dann nicht so gekommen, wie es nun geschehen war. Max Nau würde niemals seine Blicke zur künstigen Gattin des Freund'es und Arbeitsgenossen erhoben haben und eine gegenseitige Annäherung der Zungen Leute wäre von vornherein ausgeschlossen gewesen. Um noch un wenig zu rasten, hatte Walt:r sich ebenfalls einen, Sitz aus Pfostenstücken zurecht gemacht; es litt ihn jedoch nicht lange in der Unthätigkeit. Er weckte die Anderen und gemeinsam begannen sie die Arbeit. Bor Ort hatte sich der durch die Sprengarbeiten der vorhergegangenen Nachtschicht entstandene Pulverqualm fast gänzlich verzogen. Während der Fördermann die los?esprenaten Gesteinsmassen zurückräumte, um sie dann mit dem Laufkar ren bis dahin zu fördern, wo sie in die Hunte (Förderwagen) geladen werden konnten, trafen die beiden Häuer ihre Vorbereitungen zum Beginn der Bohrarbeiten. Bald schallte, in lustigem Doppel schlage, .der Klana..der. Bobrfäustel
durch, die nachtirfMlctt .Raume der Tiefe. ' Das Gestein war sehr quarzreich und . hart.' und wie unermüdlich die Bohrenden auch das . schwere Fäustel schwangen, nur sehr langsam und allmälig grub sich das Bohrloch seinen Weg in das harte, spröde Felsgestein. Max Nau, der die trübe Gemüthsstimmung deö Gesellen anfänglich nicht beachtete, versuchte wiederholt, während der das Fäustel schwingende Arm ausruhen mußte, ein Gespräch anzuknüpfen, er erhielt aber jedesmal so karge, ausweichende Antwort, daß er mit einiger Verwunderung über den Mißmuth des sonst doch so zugangli chen Freundes, bald alle weite Ve suche aufgab. . . So spann sich denn die mühselige und eintönige Arbeit deö Bohren in Schweigsamkeit weiter. Als der aufsichtführende Gangster, ger erschien, war .' das eine Bohrloch ziemlich ' niedergebracht; " in jeder Schicht waren gewöhnlich zwei zu bot)
ren. Der Steige? fand nichts Besondere? vor und verließ bald wieder daö Ort (horizontal' getriebener ' Grubenbau),' nicht ohne daß er noch zur ' größten Vorsicht beim Besetzen der Bohrlöcher und beim Schießen ermahnt hätte. Das Niederbringen des 'zweiten Bohrloches wurde durch die kurze Mit tagspause unterbrochen. Die Leute machten sich's auf ihren Pfostenstücken bequem und verzehrten das mitgebrachte Butterbrot, Zur Stillung deö quälenden Dinstei diente dev in einer Blechflasche mitge-' führte kalte Kaffee. Nach dem Essen streckten sie die müden Glieder auf den Pfosten auS. um noch ein wenig zu ruhen, Die Zeit der Mittagspause ging aber schnell porüber: überall in den Grubenbauen sing es auf's Neue an, zu hämmern und zu arbeiten. Nachdem die Bohrlöcher auf die genUgende Tiefe gebracht waren, ging eS an' die Arbeit, des Besetzcns (Ladens) derselben. Die mit Sprengpulver gefüllteHlllse wurde vorsichtig in das Bohrloch eingeführt und gegen den Boden desselden festaedrückt. Die in das Pulver der Hülse gesenkte, mit eiem schwachen Schilfröbrcken umkleidete' und mit ihrem Oebr über den Nand des Bohrloches hervorragende Schteßnadel hatte die Aufgabe, den Zündgang freizuhalten. ' Mit dem Stampfer wurden über der Pulverhlllse die den Besatz bildenden Lehniwolgern festgerammt, bis sie daö Bohrloch bis an den Rand füllten. Hierauf wurde die Schießnadel auö dem Bohrloche entfernt und die Mün dung des Zündganges mit einem geschnitzten Holzpflöckchen abgeschlossen. Der Schilfzünder. an " dessen einem Ende das zum Anbrennen und Entzünden des Bohrloches dienende Stückchen Schwefelfaden, angebracht wurde, durfte erst vor dem Abbrennen jedeZ einzelnen Bohrloches , eingeführt' werden. Bald war die Arbeit des Besetzen? gethan.' Ein eigenthümliches Knacken im Gestein zeigte an. daß in anderen, entfernteren Grubenbauen das Schießen odev .Sprengen bereits begonnen hatte. ' ; Nachdem man allei Gezah. Holz u. s. w.' weggeräumt und . die nöthigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen hatje. konnte auch hier daZ Sprengen vorgenommen werden. Walter, als der ältere Häuer, hatte mehr unten, nach der Strosse zu, ge'bohrt. Seine Bohrlöcher waren zuerst zu sprengen. Nachdem der andere sich bereits ein Stuck zurück begeben und hinter der Sicherheitsblende (einer aus starken Hölzern hergestellten unh zum Schutze vor fortgeschleuderten Gesteinsstücken dienenden Thür)Posto gefaßt hatte, steckte er den Schilfzllnder auf. brannte den Schwefeffaden an und begab sich dann unter dem vorgeschriebenen WarnungSrufe Angesteckt, 'S brennt!" mit raschen, aber vorsichtien Schritten zu dem Gesellen, um hier till zu verharren, bis ein lautes, ddnnerndes ' Getöse anzeigte, daß 'die Sprengung sich vollzogen hatte, wenn anders ' diese nicht versagte, was " bisweilen geschah, -und nur der' leichte Schlag des ZünderS hörbar wurde. ' - Als Walter seine beiden Bohrlöcher glücklich aögebrannt hatte, kam die Reihe an Ma? Rau. Ein. dichter, undurchdringlicher Pülvevqualm, der seine Wogen bereits bis in die Nähe der Sicherbeitsblende' wälzte,'' erfüllte den -Raum vor Ort. dä Rau an dag Abbrennen seiner -Bohrlöcher ging.- ' ; Der hinter der Sicherheitsblende harrende Walter hörte noch,' wie der Geftll' sich eiligst vom, Ort entfernte. Mitten in dem Ausrufe - Angesteckt. 'S brennt!" aber ' brach' dex Gesell plötzlich' ab; ein. Geräusch, als ob Jemand übev ein Hinderniß stolpere und hinstürze, wurde hörbar und ein angst, voller, wimmernder Hilferuf tönte an del Erschreckten 'Ohr. ' ; : Schon wollte Walter'dem von schwerer Lebensgefahr bedrohten' Gefährten zu Hilfe eilen, da war es .ihm, als ob eine unsichtbare Macht ihm die Schritte hemme und eine Stimme ihm zuraune: Läß'ibn doch umkommen der dir dein ganzes LebenSglllck zerstört l Wenn er nicht , mehr trennend. . zwischen ? euch steht,- wird sie doch noch die Deine!"' ; , r Aber nur einen .Augenblick : währte eS,- daß Walter' :diesem ; lähmenden Banne gehorchte. : . Mit einem kräftigen Ruck riß erich loS von den sündhaften, selbstsüchtigen Gedanken und 'Regungen und in der nächsten Secunde schon stürmtet vorKarts, die Blende tief zu Boden haltenb. denn der erstickende Pulverdampf hüllte Alles mit seinem Schleier ein.,..') Er fand den hilfeheischenden $enof sen zimmernd zwischen den : loögesprengten GestelnSstücken liegend vor.' 4 Nur ein vaar Schritte weiter sab' er
vor Ort die blaue fflämcki des Schloß felfadenö lodern.
Hier galt kein Besinnen, hier that schnelles Handeln noth: an Secunden nur hing hier das Leben! Schnell beugte er sich zu dem Gestürzten nieder und hob ihn mit fräs tigen Armen empor. Raff' dich auf, Gesell." mahnte er dringlich, sonst sind wir Beide verloten!" Der aber stöhnte vor Schmerz und vermochte sich kaum aufrecht zu erKalten. Gott, o Gott, ich kann ja nicht! Ich glaub', ich habe daö Bein gebrochen!" Weiter und weiter fraß indeß die akerige sslamme an dem kurzen Schweselfaden? Walter'dachte daran und ein Schauder durchrieselte seinen Kör per. Ja. wenn er die Flamme lo-, schcn könnte! Allein sie befand sich zu hoch. Rette du dich. Gesell, um deiner Kinder 'willen! Meiner mög' sich der Herrgott erbarmen!" tönte es jetzt an sein Ohr. Aber hastig gab er zur Antwort: Niemals! Das geschieht nimmer, daß ich dich treulos im Stich lasse! Geschwind leg' deine Arme um meinen Hals, ich muß dich tia gen!Jener that, wie ihm geheißen wor-' den. . und mit der Aufbietung allev Kräfte suchte Walter auf seinen Armen den Verletzten aus dem gefahrvol. len Bereiche zu bringen. , ' Nur mühsam vermochte der. Fuß sich seinen Weg zu bahnen in der tiefen Finsterniß. Das, Licht der Blende, war bei den heftigen Bewegungen erloschen. Mit keuchender Brust taumelte Wal-, ter so vorwärts mit semer Last; da plötzlich ging ein blitzartiges Aufleuchten durch die Finsterniß ein von-' neraonliches Getose folgte und die durch den Sprengschuß losgerissenen Gesteinsstücke sausten durch den nachterfüllten Raum. Barmherziger Gott!- kam es wie ein leisev Klagelaut von den Lippen Ernst Walter's und schwer sank er mit seiner Last zu Boden. Gesell. Gesell rief Max Nau, der eigenen Schmerzen nicht achtend, mit angsterfüllter Stimme, bist du ge-troffen?-Ein seiseS Stöhnen nur gab ihm Antwort. i Da tastete er suchend mit der Hand umher; ev erfaßte daö von der Kopfbedeckung entblößte Haupt des zu Boden gesunkenen Retters. Aber scheu und erschreckt zog er die Hand zurück: sie hatte eine klaffende Wunde berührt, ans der daö warme Blut hervorquoll. ' Da nahten eilende Schritte und durch den wogenden Pulverqualm und die grauenvolle Nacht-brach der Lichtschein einer hellen gelben Blende. Der Steiger eilte herzu, von dem För dermann herbeigerufen. Der' Letztere war von den Häuern weiter vorn, wo der Querschlag' mit einem anderen Streckenort sich kreuzte, postirt worden, um etwa daher kommende Personen des Schießens wegen zurückzuhalten. Er hatte die Hilferufe vor Ort ebenfalls vernommen und den gerade in der Nähe befindlichen Steiger darauf aufmerksam gemacht. . Als der Steiger sich zu dem schwerverletzten Häuer niederbeugte, um ihn vorsichtig emporzurichten, ging ein schweres Röcheln über dessen Lippen und mit einem letzten krampfhaften Zucken und Sichdehnen des ganzen Körpers war das mit dem strömenden Blute langsam versiegende Leben entflohen. In dem Bergstifte hatte man drei Tage später den Verunglückten aufgebahrt. V Weinend drückte Max Nau, der sich aus seinem Krankenzimmer hatte herüber tragen lassen, dem braven Kämeraden und Lebensretter noch einmal die treuen Hände. - Tieferschüttert legte er in die Rechte deö Todten das Gelöbniß ab, den armen verwaisten Kindern ein zweiter Vater zu sein und nie zu vergessen, was er dem Opfertode des Heimgegangenen schulde. - Eine von dem Obersteiger geführte Äbtheilung Bergleute in Paradetracht mit der umflorten Knappschaftsfahne, und mit dem Bergmusikchore an der Spitze bildete das -letzte Ehrengeleite des wackeren väuers und unter den ergreifenden Klängen deö Anacker'schen Trauermarsches aus dem herrlichen und ' unsterblichen Bergmannsgruß trug man ihn hinaus. Leb' wohl, leb' wohl du Bergmannskind! Du hast vollbracht den Lauf. Treu wärest du und' brav gesinnt. Drum, rufen wir: Glückauf! Manche Menschen leben nur um für andere zu sterben. . - v ' 1) m'KVj''e r'n e n rö s. 11nterofficier: ' WaS sind Sie in Ihrem bürgerlichen Beruf? Rekrut:- Holzschneide?. Unterofficier: Die Feinthueret nützt Sie nichts; bleiben wir hübsch beim. Holzhacker! B o r G e r i ck t. Richter: Was hatte der. -' Brillantschmuck für einen Werth, der Ihnen gestohlen worden ist?- Tänzerin (verlegen): Ich weiß leider nicht, bis jetzt habe ich ihn poch nicht'versetzt gehabt?- . A u ö k u n f t. Reporter: Wird am Hofe nicht bald ein freudige Ereigniß erwarte?" Hoflakai:. Jawohl, Ihre Hoheit, die Frau Herzogin 'werden demnächst demStorch eine Audienz zii gewähren geruhen." Galgenhumor, A, (zum Freunde, den er nach langer Trennung wiedersieht): Was macht, denn Deine Braut von.damäls?" B.: O, die hat einen alten Esel gefunden, der sie geheiiathet bat!" A.: Wer ist eö denn?". B.: 7 ich' selbst!"
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Licht und Pflanzen. Der Astronom Camille Flamma rion hat der Astronom! sche:r Gesellschaft w Paris einen Bericht über Bersuche eingereicht,-welche sich, mit, 'dem Einflüsse der verschiedenfarbigen Licht, strahlen auf die Entwicklung pflanzli chen Lebens befassen. In seinem Ob servatorium zu Juvisy hatte der Gelehrte mehrere kleine Glashäuser nach Art der gewöhnlichen Gewächshäuser einrichten lassen, doch waren die Schciben des einen HauseS aus rothem, eines andern auö blauem, eines dritten nu5 grünem und deS ', letzten endlich auS farblosem Glase, so daß die in den Vers schiedenen Treibhäusern- enthaltenen Pflanzen immer - nur dasjenige Licht erhielten, daS von den Gläsern -durch-gelassen wurde. ' Die Resultate. waren geradezu erstaunlich: ' unter -dem Einflusse - deö blauen Lichtes -vegetirten" die Pflanzen nur, d. h. sie-starben zwar nicht ab, brachten eS aber ßu ttU ner rechten - Entfaltung , .und blieben klein und unansehnlich. 'DaS.'grüne Licht ließ sie schon höher schießen, aber auch hin hingen die Blatter größten theils noch schlaff, am Stengel. . .Die unter rother Glasdecke wachsenden Pflanzen schienen .sich dagegen außer ordentlich, wohl zu befinden; denn- sie schössen zu -' geradezu ; phänomenalen Höhen auf unv zeigten -eine .Ueberfülle von Saft und Kraft. Die- - mit Mirnosa sensitiva angestellten Ver suche ergaben fürdie Farben grün, blau. roth, weiß folgende H'öhenzif fern in Millimetern: 152. 40. 100 und 423 und dabei hatten die Pflanzen unter dem Einfluß deö ' blauen LichteL viel von ibrer Sensitipität eingebüßt. Auch auf Farbe und Duft der Blumen übt daö farbige Sonnenlicht einen star. ken Einfluß auS.- öin. Fliederstrauch wurde zum Theile dem weißen, rothen, grünen und blaüenLicht aus gesetzt , und so wurden an den Blüthen eines und desselben Strauchs die verschiedensten Farbentöne zwischen weiß und rätb lich-violett hervorgebracht. DaS von Erdbeeren, die unter rothem Glase gezogen wurden, auSaeströmte Aroma war so stark, daß eS vie ganze umgebende Luft erfüllte, und während die im gewöhnlichen Sonnenlichte aufgewachfenen Crassula . Pflanzen, nur wemg'Duft entwickelten, strömten die jenigen Blüthen, die dem rothen Lichte! ausgesetzt waren, ein zarteö, dem... der! Banane ähnliche? Aroma auS. Da sich dieser künstlich erzeugte Wohlgeruch als haltbar erwieS. falls man die.fcischen Blüthenblätter einsammelte und in Gefäßen verschloß, so glaubt Flammarion, der Parsüm - Fabrikation Neue Wege gewiesen zu haben. - Die große Schwierigkeit bei den Versuchen bestand in der Herstellung , von GlaS, dessen Färbung sich mit der betreffen den Nuance deS Sonnenspektrums ge nau deckte. .Herbftlled. Von Friedrich Sallet. Durch die Wälder streif ich munter, Wenn der Wind die Stämme rüttelt Und mit Rascheln bunt und bunter Blatt auf Blatt herunterschüttelt. Denn eö träumt bei solchem Klänge Sich gar schön vom FrühlingShauche, Bon der Nachtigall Gesänge Und vom jungen Grün am Strauche. Lustig schreit' ich durch'S 'Gefilde. ' Wo verdorrte Disteln nicken; Denk' an Maienröslein milde Mit den morgenfrischen Blicken. Nach dem Himmel schau' ichgerne,. Wenn ihn Wolken schwarz bedecken;. Denk' an tausend liebe ' Sterne. ' Die dahinter sich verstecken. WenndieMe n s ch e n zu m Wohle Anderer nur den vierten .Theil dessen bergeben wollten, was sie aus wenden, um sich zu . schaden,, dann würde das Elend auö der Welt ver schwinden. Kühner Vergleich. Ritt, meister: Sie, Einjähriger, Sie benehmen sich ja auf Ihrem Gaul wie ein Tbeatervorhang am Schluß eines erfolgreichen Aktes immer herauf unr hinunter! Fln de slöcle. Karl- Wohn des Nachbars). : Lieschen,' möchtest Du einmal einen Roman lesen? Ich habe einen, ich kann ihn Dir leihen." Lieschen: Einen Roman lesen, das ist mir zu dumm, erleben möchte ich ei nen.- ., AuS der Bettler Pra k i ö. Bettler: Ich bitt' schön um ein Almosen!" Hausherr: Zuerst mußich Ihnen sagen, daß ich grundsätzlich..Bettler: Ich empfehl' mich!.: Wenn mir Einer mit . Grundsätzen kommt, dann - weiß ich schon.' daß ich ' nichts krieg'!-.. .... ' ' " . . A Plaiii Statement. - . When thö liver becorncs torpid and eecretet an irregulär flovr of unhealthj bile, tben headacbe,Tertigo,biliou3ness and constipation prevail. These ailrnents'can be enred forthwith bj Dr. John W. BulTs Pilla, as is certified to by Mrs. Alrnira B. SnydarnrHä2let,N Jn "who prais'ei theni.aa follows : "IZ baveuaed Dr. Bull'i Pilla and found thern a yery goodpillfor bilioasness and for gently meving tho bowelsi 'Also, Mrs. Anderson of Keyport, X. J., ays Dr. Bull's Pills afe good; ho took thern for a aevero ick.headache and was cured." Dr. Jobn W. Bull'i PjiU (aixty in a box) coit but 25 Cents; trial box, 10 centa, at all dealers, or by mail. A.CMeyer& Co.fBalto., Md. Aakfor the genuine Dr. John WV Bull' Pills.. " c:. , . " ...... , . i : Zuhaben bei: JnoD. Sauld, 201 Jndiana Lve. A 3, Cx$o, Jtl ä TaSsen UvA
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