Indiana Tribüne, Volume 21, Number 49, Indianapolis, Marion County, 7 November 1897 — Page 6
Uns wie lange? Von Eliza JchenhSuser. ' Gedankenvoll faß er vor seinem Schreibtisch, den Kopf tief gebückt auf inen Wust von Briefen, die vor ih:a lagen. Hastig las er sie alle durch, den einen oder den anderen zum zweiten, dritten, vierten Male, dann dachte er nach, überlegte und las weiter, immer weiter. Es war zehn gegen eins zu wetten, daß es ein neues Geschäft war, das ihn, den Kaufmann, so ganz in Anspruch nahm, und ein Geschäft war's in der That, um das es sich handelte, ein Geschäft von großer Tragweite. Er hatte in den vier Jahren seiner Selbständigkeit so gründlich gewirthschaftet. daß er fast ganz abgewirthschastet hatte und nunmehr vor dem Bankerott stand. Die Sucht nach großem Erwerb, der Wunsch nach kaufinännischer Selbständigkeit hatten ihn verleitet, ohne eigene Mittel seine geschäftliche Thätigkeit zu beginnen ; er Shatte es verstanden, sich vier Jahre lang fremde Mittel zu verschaffen, fein Credit aber war nunmehr erschöpft, er Zbekam nichts mehr geborgt, er konnte auch nicht den kleinsten Theil seine: Schulden abtragen, nun hieß es biegen der brechen. Natürlich zog er das erstere vor und ebenso natürlich ersz')ien ihm die Art, dies zu bewerkstelligen.' Eine reiche Heirath mußte den in's Wanken gerathenen Finanzen wieder aufhelfen. Was frug er darnach, daß er das Vermögen eines jungen, nnselbständigen Mädchens opferte, was frug er nach dem Aequivalent, das er jhr dafür bot, wenn er nur für den Moment gerettet war, das Weitere stvürde sich von selbst ergeben. Keinen Augenblick bewegte ihn der Gedanke, daß es das Vertrauen d?Z jungen Geschöpfes betrügen hieß, keizienAugenblick dachte er an die Träume t?on Liebe und Glück, die das arme Wesen in seinem holden Vertraueil spann. Für ihn war die Heirath ein e schäft und nichts weiter als ein Gte schäft, möglicherweise das beste seines Lebens, da hieß es geschäftsmäßig vorgehen. Und geschäftsmäßig prüfte er sie. all diese Briefe von Heirathsbuxeaus, Vermittlern und Agenten. Die Einen hoben die Schönheit, di: Anderen den Geist, die Dritten den praktischen Verstand und die Tugend der betreffenden Dame hervor, aber schnell wurden diese Briefe zerknüllt. Was lag ihm an Schönheit, was an Geist und Tugend? Geld, Geld und nochmals Geld suchte er. und nur diejenigen Briefe fanden Gnade vor seinen Augen, die möglichst hohe Ziffern ufwiesen. Diese sichtete er wie ein ordentlicher Kaufmann und reihte sie nach der Höhe der versprochenen Summe, dann begann er sie sofort zu beantworten, es hieß keinen Augenblick verlieren, denn wie ein Damoklesschwert schwebte der Bankerott über seinem Haupte. Ungeduldig erwartete er die Fortsetzung der entrirten Unterhandlungen, die nächsten Tage zogen sich unendlich lange für ihn hin. Endlich trafen st: ein, die Boten der größten Rivalin der erbeingesessenen Heirathsstifterin, der Liebe. Diejenigen, die er am meisten begehrt hatte. waren natürlich die überhaupt begehrtesten, infolge dessen nicht so leicht zu erreichen, und eine Kette von Erkundigungen, Rendezvous und ähnlichen Dingen ward erst in Aussicht gestellt. Weniger Umstände wurde mit Denjenigen gemacht, die Fortuna wenig:r ?eich ausgestattet hatte. Hier wuroe ihm eine raschere Erfüllung seiner Wünsche in Aussicht gestellt. Da war eine Waise, sie hatte nicht Water, nicht Mutter; entfernt wohnende Geschwister, Onkel und Tanten -hatten das Heirathsgut wer weiß unitx wie vielen Opfern, Mühsalen uno Thränen zusammengesteuert, um das prächtige alleinstehende Mädchen zu versorgen, je schneller, desto besser, war sie doch ganz alleinstehend. Dem Briefe entfiel ein Bildniß, tvunderschön, es war die schöne Waise. Gleichgiltig legte er Brief und Bild bei Seite. Erst nachdem er die anderen geprüft, und gesehen hatte, daß keine der UnterHandlungen sich so günstig gestaltet batte. wie diese, griff er wieder zum Briefe. Die versprochene Summe war i nicht groß und sie würde. kaum ausreichen, sämmtliche Schulden zu decken, aber sie würde doch wenigstens den Bankerott abwenden, und das war die Hauptsache. Auf wie lange aber? Das gleichgiltig bei Seite geschobene Bild fiel auf den Boden und achtlos ivurde es liegen gelassen. Was thut's'Z Das Mädchen war doch Nebensache . . . Tmckfchlcr.
Bald darauf betrat Herr 3c. die Rednertribüne. Meine sieben Zuhörer!" begann er. Alwine Schulze, P!odewaarengeschäft am großen Ring, macht das p. t. Publikum ausdrücklich auf die Solidität ihrer Waaden aufmerksam. Im philharmonischen Concerte wurde ein Taschendieb abgefaßt und natürlich sofort angegeigt. WunschlosesGlück. Jhr Fräulein Braut, üerr Lieutenant, ist wohl sehr glücklich?" Na, Mädel fällt beim besten Willen kein Wunsch mehr ein!" Die Militärstochter. Was. Anna. Du bist verlobt und koket-tirst-mit dem Doktor? Ja, weißt Du, ich habe einen aktiven Bräutigam und einen in der Reserve!
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Angesichts der furchtbaren Wirkung der neuesten Feuerwaffen sollte man glauben, daß derHund im Kriegsdienst wohl kaum mehr eine thatsächliche, wichtige Bedeutung haben könne. Aber von vornherein ist und bleibt er von hervorragendem Werth, nämlich im Dienst des Rothen Kreuzes. Hier, wo er in schwieriger Oertlichkeit. in gebirgigen oder sumpfigen Strichen mit Schluchten und Felsspalten, bestanden von dichtem Unterholz und Gestrüpp, in der Aufsuchung der Schwerverwundeten thätig ist, verdient er es in der That, als eines der wichtigsten KriegsHilfsmittel angesehen zu werden. Nun freilich begnügt man sich mit diesem Dienst des Kriegshundes keineswegs; man sucht ihn vielmehr auch noch in mehrfacher anderer Hinsicht nutzbar zu machen, indem er zu verschiedenartigen Verrichtungen sachgemäß abgerichtet wird. Auf dem Vorpostendienst, wiederum in ungünstiger Oertlichkeit, wo der einsam postenstehende Soldat selbst bei äußerster Wachsamkeit angeschliw &m' , Eüirv Preußische Jäger mit Hunden. chcn und überfallen werden kann, wie dies ja namentlich seitens der Eingeborenen in fremden Welttheilen dem Europäer gegenüber geschieht, doch auch in den Kriegen civilisirter Völker möglich ist, erscheint der gut abgerichtete Kriegshund vermöge seiner scharfen Sinne, vornehmlich des Geruchs, dann aber auch des Gehörs, geradezu von unermeßlicher Bedeutung. Er nimmt die Annäherung der Feinde wahr, selbst wenn der Mensch noch gar keine Ahnung hat und haben kann. Hier darf der gut abgerichtete Kriegshund dann aber seine Wahrnehmung nicht durch Gebell kundgeben, fondern nur durch Knurren, ausdrucksvolles Gebärdenspiel undSchwanzwedeln, wozu er vortrefflich angelernt wird. In dem vorhin erwähnten Terrain kann der Kriegshund sodann namentlich auch zum Schutz von Schleichpatrouillen brauchbar sein, und ebenso verwendet man ihn zumSpionendienst, wobei ein kluger, entsprechend abgerichteter Hund allerdings viel wirksamere Dienste leisten kann als der betreffende Mensch. Auch gegen Hinterhalt und Ueberfall vermögen Kriegshunde die von ihnen begleitete Truppe zu bewahren. Nicht minder wichtig ist ferner die Verwendung des Kriegshundes zur Beförderung von Nachrichten, Meldungen und anderm zwischen der , M&KMn&WitTtLrß' ,'. J Aufsuchen von Verwundeten. äußersten Feldwache und dem Führer der Vorpostencompagnie. Hier vermag ein guter Kriegshund sich wohl bis auf erstaunliche Nähe an den feindlichen Vorposten vorüber durchzuschleichen und zu seinem Ziel zu gelangen, und dann kann er den auf ferner Feld wacht stehenden Soldaten 'nicht bloß Nachrichten, sondern auch Munition überbringen, und gerade dies letztere dürfte nicht seine am wenigsten bedeutungsvolle Hilfe im Krieg sein. So haben alle großen Kriegsvölker Europas den Kriegshund in ihren Dienst gezogen: Deutschland. Frankreich.Oesterreich einschließlich Bosnien, Rußland. Italien. Am meisten wird für den Kriegsgebrauch der Schäferhund im Allgemeinen verwendet. . Deutschland hat 'dazu vorzugsweise den-' schottischen Schäferhund oder Collie ausgewählt, und neben diesem auch den heimischenSchäferHund und den pommerschen Spitz und .andere, die freilich als Mischlingsrassen sehr verschiedenartiae Thiere liefern. Der schottische Schäferhund von reiner Rasse ist ein Hochentwickeltes Thier, das bei aller Intelligenz Russischer Soldat mit Hunden. doch den Vortheil zeigt, auch naturwüchsig. kräftig, kerngesund, ausdauernd und noch keineswegs verweichlicht und entartet zu sein. Die Franzosen benutzen vorzugsweise Pudel und Terrier. die andern Kriegsvölker SchäferHunde in verschiedenartigen Spielrassen, doch auch diese oder jene von den verschiedenen Sporthunderassen. Am zvortheilhaftesten zur Abrichtung als eigentliche Kriegshunde dürften sich übrigens hauptsächlich Mischlinge, die man von den kleineren Nassen, namentlich Spitzen und Schäferhunden, heranziehen muß, ergeben, ganz ebenso
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wie a auch Vit vortrefflichsten Brieftauben, bezüglich Kriegstauben, Misch lingsrassen sind.
Der Hund al3 Depeschenboke. (Frankreich). Die Abrichtung des Kriegshundes muß natürlich eine mannigfaltig verschiedene sein, je nach den besonderen Zwecken, für welche man ihn verwenden will. Im Ganzen ist ja die derartige Dressur des intelligenten, geistig hochstehenden Hundes allbekannt. Man hat behauptet, daß der Hund, ebenso wie der Mensch, Furcht und Entsetzen empfinde beim Donner der Kanonen und beim Geknatter der Flintenschüsse; aber dies gilt für diesen wie für jenen doch keineswegs mehr, sobald sie entsprechend abgerichtet, bezüglich einexercirt sind. Ist der Hund'zumal von Jugend auf, an das derartige Kriegsspiel gewöhnt, so thut er auch im mörderischen Feuer und selbst, wenn er verwundet worden, unbeirrt seinenDienst. Nicht die Abrichtung allein, sondern auch die Ausrüstung muß selbstverständlich der Verwendung des KriegsHundes entsprechen. Er muß so unbehindert wie möglich für seinen Dienst ausgeschickt werden. Dazu bedarf er bloß des ganz glatt gelegten metallenen, mit Leder überzogenen, starken Halsbandes, welches innen hohl ist, also den Behälter zur Aufnahme der Depeschen enthält, mit möglichst sicherem Schloß, zu welchem je einSchlüssel in der Hand des Absenders und Emllbrichten von Hunden durch ltal.Bersaglieri. pfängers sich befinden muß. An diefern Halsband darf am zweckmäßigsten auch nicht einmal eine Oese für die Leine, an welcher der Hund zeitweise geführt wird, befestigt sein, weil er an dieser nur zu leicht in dem zu durchkriechenden Gesträuch hängen bleiben kann. Er braucht auch nicht einmal eine Decke mit sich zu tragen, denn für ihn kann eine solche ja an den EndPunkt?.: seines Dienstes bereit gehalten werden. Nur in entsprechenden Fällen muß ihm die Tasche mit Munition umgeschnallt werden, und dann kann ein mittelgroßer Hund wohl mehrere hundert Patronen nach den Vorposten hinaustragen. Ganz anders muß natürlich derSanitätshund ausgerüstet sein. Er hat gleichfalls ein Halsband, aber mit Ring, an welchem er vermittelst Lederriemens geführt wird. An jeder Seite trägt er eine an Rückenriemen und Baüchgurt hängende Tasche aus wasserdichtem Segeltuch, in welchen einerseits Verbandzeug für die i-ä3e-Bosnische Kriegshunde im Gebirge. ten, 'auch wohl ein Fläschchen mitWein oder Cognac zur Erquickung für diese, andererseits aber eine entsprechende Gabe von Hundekuchen zur Fütterung für ihn selbst vorhanden sind. Gleichwie der Soldat den Mantel, so trägt dieser Hund eine Decke aus wasserdichtem Segeltuch, auf der man ihn nach verrichteter Arbeit ruhen läßt. Schließlich hat man noch eine Laterne hinzugefügt, die dazu verhelfen soll, daß der in der Nacht vom Hunde aufgesuchte Verwundete sich der Verbands- und Erquickungsmittel b:dienen kann und daß der Hund mit ihm von den nachsuchenden Krankenpflegern und anderen unschwer aufgefunden werde. Diese ganze Belastung des Hundes darf aber natürlich' nicht zu schwer sein, sondern im Ganzen nur etwa 10 Pfund wiegen. Keinenfalls darf der SanitätsHund ein Depeschenbehältniß haben, um seinerseits Nachrichten zu überbringen. Zu den Menschenfreunden, die sich zu allererst und bis zur Stunde um die -sachgemäße Abrichtung. Ausstattung und Einführung des SanitätsHundes bemüht haben, gehört der Thiermaler Jean Bungartz in Lechenich a. Rh. Er hatte es versucht. Einfluß bei der deutschen Kriegsleitung zu gewinnen, und man hat seine Dienste für das Kriegshundewesen denn auch sowohl in Deutschland wie in Oesterreich - Ungarn seitens der Kriegsministerien angenommen. Allein tye deutsche Kriegsbehörde glaubte sich nur mit der Abrichtung, bezuglich Verwendung der eigentlichen Kriegshunde befassen zu müssen, während sie die Beschaffung, Abrichtung, Verwendung der
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Sanitatshunde den Vereinen vom Rothen Kreuz überläßt. Da aber bei diesen letzteren die Hilfsmittel schon für die übrigen eigentlichen Sanitätszwecke kaum ausreichend sind, so ist im alten Vaterlande ein Deutscher Verein für Sanitätshunde" gegründet worden, dessen Bestrebungen seitens hochgestellter Persönlichkeiten in sehr thatkräftiger Weise gefördert werden. Die Ausstellung in Omaha.
In der Zeit vom 1. Juni bis 1. November nächsten Jahres wird in Omaha. Nebr.. die Trans-Mississippi und Internationale Ausstellung stattfinden, welche nicht blos die Entwickelung Nebraska's, sondern auch diejenige aller der übrigen jungen Staaten des Westens zur Anschauung bringen soll. Eine Idee von diese? ungeheuren Entwickelung giebt die Thatsache, daß die Bevölkerung der westlich vom Mississippi Flusse gelegenen Staaten und Territorien im Jahre 1870 blos 6.435.167 Seelen betrug und inzwischen auf etwa 20.000.000 gestiegen ist. Die Abhaltung dieser Ausstellung wurde auf dem in Omaha im Jahe 1895 stattgefundenen Handelscongresse beschlossen, auf welchem sämmtliche Staaten und Territorien der TransMississippi Region durch Delegaten vertreten waren. Zur Ausführung des Ausstcllungsunternehmens wurde eine Actiengesellschaft, welche über ein Capital von $1,000,000 verfügt, gegründet. Eine weitere gleich hohe Summe wurde durchSpenden und Bewilligungen von Staaten u. dgl. gesichert. Der 54. Congreß hat ber-its im Juni 1896 ein Gesetz erlassen, durch welches der Trans-Mississippi Ausstcllung internationaler Eharacter verlie Das Administrations-Ge-b ä u d e. hen und die Theilnahme der Bundesregierung angeordnet wurde. Deckung der dadurch entstehenden Kosten, sowie jener der Errichtung eines eigenen Gebäudes für die Unterbringung der Ausstellungsobjecte der Rcgierungs - Departements, wurde durch das erwähnte Gesetz eine Summe von $200,000 bewilligt. Eines der hübschesten der Hauptgebäude auf der Ausstellung wird unstreitig das Administrations-Gebäude sein. Das in Quadratform geplante Bauwerk wird einen Flächenraum von 50 bei 50 Fuß einnehmen und eine Höhe von 150 Fuß erreichen. Um oen Eindruck zu " erhöhen, wird das Gebäude reichlich mit Fresko-Malereicn geschmückt werden. Das spitz gestellte französische Dach, die vier Eckthürme, überragt von dem Hauptthurm in der Mitte mit den hübschen Säulen und den theilweise überlebensgroßen alle gorischen Figuren, werden zur architektonischen Schönheit des Baues das Jbrige beitragen und den Eindruck, wel chen derselbe auf den Beschauer aus üben wird, zu einem nachhaltigen gealten. Ein Schwerenöther. Ifill .Ah! Herr Lieutenant, Sie hier?! Ich hätte wirklich nie gedacht, Sie heute zu treffen!" O, Sie kleine Pessimistin!" Verblümt. Wirth: Diesen Wein habe ich noch von meinem seligen Vater übernommen ; wie schmeckt er? Gast: "Na, lassen wir die Todten ruhen !" Beweis. Vater: Nun. bcschäftigst Du Dich auch recht fleißig mit der Sternkunde?" Studiosus (der Astronomie): O, Papa, sogar mein Stammwirthshaus heißt Zum Stern"!" Verplappert. Gast (auf die Winzigkeit der erhaltenen Portion anspielend): Da schauen Sie mal, Kellner, wie schnell das Beefsteak vom Teller verschwindet." Kellner: War ja auch von einem ausgezeichneten Renner !" Entschuldigung. Polizei - Commissär: Also, wieder einmal so ein Unvorsichtiger, der im Theater geraucht hat! Bedenken Sie, Mensch. wenn das Theater abgebrannt wäre Angeklagter: 's Theater?' Lächerlich! 's bat a net amal mei Zlgarr'l bren nen woll'n, weil 'ö gar ka Lust net g'habt hat!
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Arachm und Wissenschaft. Der Drachen, der schon in grauer Vorzeit den Chinesen und später den Japanern ein beliebtes Spielzeug war, gewinnt neuerdings eine immer größere Bedeutung als meteorologisches Instrument, dessen Wirksamkeit weder durch Schneetreiben noch durch Frost und Sturm beeinträchtigt wird. LiebHaber zeigten der Wissenschaft den Weg zur Herstellung möglichst leichter und geeigneter Drachen. Das Vorbild war lange der japanische Drachen, der zellenförmig construirt ist. Er besteht aus je zwei durch Querleisten verbundene Schachteln von rechteckiger oder cylindri scher Form; die Wände derselben sind vorn und hinten nach außen gebogen. Die ersten meteorologischen Versuche mit ihm machte W. A. Eddy, andere nahmen unter Äuarundeleauna dieser Urform die
verschiedensten Verbesserungen vor, deren wichtigste in dem Ersatz der Le:tschnür durch eine Claviersaite besteht. Dieselbe ist doppelt so stark wie Schnur, ebenso leicht und viel dünne? im Durchmesser. Durch besondere Versuche wurde nun die Möglichkeit daraethan. mit Äilfe des Drackens photographische Aufnahmen aus der Höhenperspective selbst während der Nacht zu machen, durch elektrisch oeBeobachtungsdeachen. leuchtete Drachen weithin sichtbare Signale zu geben, was für den Kriegsfall fehr wichtig sein dürfte, und schließlich erwies sich der Drache auch als zuverlässiger meteorologischer Beobachter. Zur Photographie eignet sich die Zellenform am meisten da man die Eamera am Zellengestell bequem anbringen kann, so daß sie nicht herunter zu hängen braucht. Die Steigkraft eines solchen Zellendrachens, der durchschnittlich 25 Fuß im Quadrat mißt, ist ganz erstaunlich. Der Beobachtungsdrachen, wird in der verschiedensten Art construirt. Neuerdings legt man hauptsächlich darauf besonderes Gewicht, die Seitenwände möglichst groß zu machen, da sie die Steigkraft erhöhen und das Umkippen des Drachens nach der Seite verhindern; sie verwandeln ihn im Nu in einen Fallschirm, sobald er losgelassen und ohne Leitung dem Wind preisgegeben ist. Dem Beobachter in dem Korb ist es möglich, das Steigen oder Fallen genau festzustellen. Dadurch, daß derselbe an der Halteschnur, die den Dracben vorwärts führt, zieht, bewegt er sich selber vorwärts und bringt den Drachen dadurch in eine mehr horizontale Lage. In Folge dessen wird es ihm möglich, dem Wind zu begegnen und so langsam zu sinken. Will der Beobachter aufsteigen, so zieht er seine Gondel an den Boden des Kastens und bietet dadurch dem Wind die Möglichkeit, den Drachen schneller emporzuhcben. Steigt dennoch der Drachen nicht, so hoch, so liegt das meist am Wind. Manchmal ist der Wirbelsturm, sogar bei leichter Brise so stark, daß selbst große Drachen vollständig umgedreht Telegraphiren mittelst Drachen. werden und dennoch sofort wieder in ihr Gleichgewicht zurückkehren. Solche Stürme sind natürlich von unten, wo nur eine leichte Brise weht, nicht wahrnehmbar, aber um so unangenehmer und gefährlicher, und der Luftschiffer thut gut daran, vorsichtig aufzusteigen und sich auf den Luftkarten zu ori:ntiren. Und doch mißlingt trotz mehrtägiger Vorbereitungen, trotz aller Vorsichtsmaßregeln das Aufsteigen häufig genug. Wohl kennt man die mannigfachsten Arten von Drachen, hat ihre Ausdehnung, ihr Gewicht auf den Quadratfuß und die beste Steu-::-metbode bei weckselnden Winden auprobirt. doch bleibt noch Manches zu thun, ehe alle Schw:erlgletten uverwunden sind. Bei dem auf unserm Bilde daraestellten Beobachtunasdrachen bildet die mittlere vertikale Fläche den Kiel oder das Rückgrat. Um einen Ausgleich zwischen den oberen und unirren Luftttrömunaen herzustellen, ermrttiTt man diese Flächen nahezu um das Doppelte. Der Drachen hat btlm
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Aufstieg die" Tendenz eine horizontale Lage einzunehmen, sobald sich die Schnur oder der Draht von der Rolle, um die er gewickelt ist, loslöst. So lange der Beobachter in der Gondel
nach Wunsch durch Aufziehen der Gondel die oberen und unteren Wände des Drachens mit seinem Gewicht belasten kann, ist es ihm auch möglich, das Aufoder Absteigen des Drachens zu contromren. Wenn er also, wie schon Photographische Luft, carnera. oben gesagt, die Gondel nach vorwärts bewegt, mmmt der Drachen eine honzontale Lage ein und sinkt. Die gcneigten Flächen erhöhen nicht allein die Stelgkrast, sondern verwandeln d?n Drachen, im Falle die Leitschnur losreißt, sofort in emen vollständigen Faäscs?i' m. Das ist durch einen Ver su) ui ichircrer Belastung des Dra che vitz'ji worden. Wir wenden uns r.' zweiten Bilde zu, das einen telegraphischen Apparat darstellt, der mit den drei Drachen verbunden ist. Zwei der letzteren sind sechs, einer sieben Fuß lang, und an einem Draht befestigt, der sich von einer am Boden festgemachten Winde abrollt. Um die Drachen in der Dunkelheit kenntlich zu machen, sind sie mit Signallaternen versehen. Der dünne elektrische Draht, an dessen Ende eine Senklaterne b:festigt ist. entrollt sich von einer Spule. die hoch oben von dem Kabel des Drachens gehalten wird. Die Drachen bezw. die Drähte werden so lange aufgerollt, bis die Senklaterne den L.'itungsdraht auf irgend einen Telegraphendraht. auf ein Haus oder die Bäume trägt, so daß an jedem Ende des Drahtes ein Telephon angebracht werden kann. Auf diese Weise werden verständliche Unterhaltungen auf weite Strecken vermittelt, ohne daß zum Telephoniren eine Batterie nothwendig ist. die schwachen Ströme von den Magneten an jedem End-Telephon werden durch den Einfluß der Erde und atmosphärischen Strome so verstärkt, daß jeder Laut hörbar wird. Der Apparat kann unter Umständen im Kriege z. B. bei einer Belagerung von großer Bedeutung sein, wenn :s sich darum handelt, eine telephonisckie Verbindung mit den Belagerten herzustellen. Aehnlich wie beim Telephoniren ist die Eonstruktion beim Telegraphiren. wie unser Bild zeigt. Unser drittes Bild führt eine Eonstruction vor. die es ermöglicht, vermittelst einer Luftcamera vom Drachen aus zu Photographiren. Ein dreischenkliges Trachengestell. das die Camera trägt, ist an dem Hauptdraht des Drachens so befestigt daß eine verhältnißm'äßiz horizontale Aussicht gewonnen wild. Wenn die Camera nicht höher aufsteigen soll, zieht man an einem besonderen Draht, der zum Drachen heraufführt, die Klappe der Camera schließt sich und im selben Augenblick fäll! ein Metallball, der an einer sechs Fuß langen Schnur hängt, herab. Die Schnur, an der das Gestell mit der Camera hängt, wird entsprechend verstärkt, um ein Zerreißen derselben unmöglich zu machen, was sonst bei dem raschen Auf- und Abgleiten der Camera wahrscheinlich wäre. Zur Sicherheit ist diese nicht allein durch die Leine, die zu der Winde-führt, sondern auch mit der zum Drachen führenden befestigt. Allerdings sind auch bei dieser Anwendung der Drachen zum Photographiren in der Luft die Gefahren für den Apparat mannigfach und d.s Gelingen des Bildes ist nicht immer von vorneherein gesichert. Nobel. Bauer (der vom Hausknecht aus dem Wirthshaus hinausgeworfen wird. zum Wirth', der unter der Hausthüre steht und leuchtet): A' nobler Kerl bist D' halt do', Ochsenwirth, sonst thatst D' uns net leuchten!" Modernes Tempo. (Aus einem Zeitroman.) wie von ra delnden Furien gepeitscht, stürzte Ari bert davon." Falsch bei standen. Professor: Herr Candidat. Ihre Antworten sind nicht schlecht, aber etwas un sicher." Student: Mein Ehren wort, Herr Professor,- ich habe heute noch nichts getrunken. Natürlich. Nun, wie hat der Commerzienrath Ihre Bewerbung um seine .reizende Aelteste ausaenom men?" Lieutenant: Großarg nur bedauert, daß er mir nicht alle seine Mädels geben könm!"
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Daö' gemüthliche Jungg-sellenzimmer.
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Na, da hab' ich nach ' langer Zeit wieder einmal ein gemüthliches Zimmer erwischt; ein schönes Kanapee Mit Schlummerrollen da kann man sich tl Wirklich ganz gemüthlich machen!' Im Zweifel. Ä Maler (der ein Stillleben malen will): Jetzt weiß ich nicht, soll ich'malen oder soll ich's essen?" Selb st verrathen. Heldenliebhaber (beim Hervorruj der Hauptdarsteller am Aktschluß): Wie können Sie sich unterstchen, nach dem Kranze zu greifen!" Bonvivant: (den Lorbeerkranz an den Arm hän gend): Er war für mich bestimmt Heldenliebhaber: Wie können Sii das behaupten, junger Mensch!" Bonvivant: Na hören Si: 'ntal: ich werde doch meinen Kranz kennen!' Nach der ersten Ausfahrt. Nu. mein Goldkind, wie bist De ge fahren mit'm Rad?" Anfangs ist's gegangen gut, später bin ich ader ge stürzt!" Nu. und der Hofmeister?' Js nicht gestürzt!" So e' fre. cher Mensch!" Eine Künstlerfamilie. Jhr Sohn wird auch Weinhändler?" Jawohl, wir bleiben in unserer Familie dev Kunst treu!" Abgeholfen. Dame: Ich gebe Bettlern nie etwas auf der Stra ße!" Bettler: Na. Gott, ick komm' ooch in Ihre Wohnung! Wo wohnen Sie denn?" Benutzte Gelegenheit. Junger Ehemann: Käthchen. Du bist das Licht im Dunkel meines Daseins." Junge Frau: Dann mußt Du mich aber auch gehörig putzen." Sicher. Glauben Si?. daß das Fahrrad sich lange als Vehikel be Häupten wird?" Nein, denn wenn das Strampeln so weitergeht, entwiöeln sich die Beine der Menschen in hundert Jahren so, daß sie springen können wie die. Uöh.e.
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