Indiana Tribüne, Volume 21, Number 42, Indianapolis, Marion County, 31 October 1897 — Page 7
IieLossänderin zu Kaufe. Plauderei von Jakoba Roelofse. " Der Holländer besitzt eine große Tugend: er ist sehr häuslich, und diese Haupteigenschaft spricht sich denn auch in der ganzen Anordnung seiner Wohnräume aus. In den echten, ch ten, ehrwürdigen Häusern auf den Amsterdamer Grachten findet man sehr große, hohe, schöne Zimmer, aber keine Zimmerflucht. Die einzelnen Räume der Wohnung sind stets jeder für sich abgeschlossen. Dadurch hat als naturgemäße Folge sich ergeben, daß ein Zimmer, am meisten von der Familie bevorzugt, gewissermaßen der MittelPunkt des Hauses im täglichen Leben wird. Der Holländer nennt es sein Hauszimmer" (huiskamer), und dieser Ausdruck ist bezeichnend; denn hier wohnt er nicht, hier haust er so recht, im intimen Verkehr mit. den Seinen. Hier nimmt er seine sämmtlichenMahlZeiten ein; sein behagliches erstes Frühstück, wobei er seine Zeitungen liest, seinen Thee trinkt, und dazu Eier und sein geliebtes, geräuchertes Rindfleisch ißt. Um zwölf seinen Kaffee, wieder mit kaltem Fleisch und Butterbrot, und um fünf sein Mittagsessen. Bei diesem bilden große Braten, die warm, oft auch kalt, als Beilage zu den reichlich vorhandenen Gemüsen gegessen werden, das Hauptgericht. Suppe spielt eine weniger große Rolle. Dagegen weiß die holländische Hausfrau den Gemüsen eine unglaublich große Abwechselung zu geben; es werden z. B. Portulak, Rübstiel. Porree. Cichorienlaub, Sauerampfer, Endidien und alle Salatsorten in Milch gestovt" und in großen Portionen als Gemüse zubereitet. Dem Empfang der Besuche und den Mußestunden dient das Wohnzimmer. Ein solches hat die Holländerin auch, außer dem Saal", wo die Möbel stets weißleinen überzogen, die Kronleuchter immer in Gaze gehüllt und die Vorhänge dauernd heruntergelassen sind. Den ganzen Unterschied zwischen Haus- und Wohnzimmer empfindet man, wenn man sich erinnert, daß letzteres in Holland das Sitzzimmer(zitkarner) genannt wird. In der Imiskarner findet man stets in einer Ecke neben dem Büffet den zierlichen Handtuchhalter mit. den Tassentüchern, die von der Hausfrau gebraucht werden, um ihre feinen Porzellantasscn, nach jedesmaligem Gebrauch, eigenhändig zu waschen und zu trockne; denn das ist keine Vollblutholländerm, die ihi thee en kofficsoed" zum Reinigen in die Küche schickt. Ja. es gehört sogar zu jeder vollständigen Brautausstattung ein Dutzend Tassentücher aus feinstem Damastgewebe für Gesellschaften," die der Kostbarkeit der dazu gehörigen chinesischen Porzellantassen entsprechen. Die wohlerzogenen, jungen Mädchen inachen sich dann bei der Gastgeberin liebenswürdig, indem sie ihre Hilfe nbieten: Mevrouw, innz? (darf) ik JJ hei peri, kopjes (Tassen) wassehen?" Die schlauen Dinger wissen sehr wohl, daß sie sehr niedlich aussehen, wenn sie. hausmütterlich am Theetisch sitzend, graziös und vorsichtig init der feinen, blauen Spülschale und dem zierlichen Theegeschirr Hantiren. Der Thee und sein Zubehör spielen überhaupt eine große Rolle in Holland. Denn noch einmal am Tage, außer beim Frühstück, behauptet er sein Recht. Es ist dies zu der Stunde, in der die huiskamer sozusagen im Glanzpunk.' irairfer Häuslichkeit steht: in der The stunde um sieben oder halb acht U'.i? Abends.
Um diese Zeit versammelt sich V lr! Familie um den großen, runden T' jeder beschäftigt sich nach Belieben: '5. I j werden Zeitungen und Zeitsch,'.ft'!i gelesen. Handarbeiten gemacht, ur.d He gemüthliche Stimmung wird durö r: Summen des Wasserkessels auf cr;:rn theestoof" noch erhöht. Diei x',: ein großer Eimer aus polirtem cl$ rrM Messingeinsatz und 5lohIcn6chf.lt i:. i: den ausgeglühte Briquetts od'.i Torfstücke gelegt werden, die das ?.'.i'7cr in langsamen Kochen erhalten. De:m das Theestündchen wird Ia.,3 ausgedehnt, und dementsprechend ";th euch der Thee lange, so lange, bis :' 1 schwarz :rd: bt3 ist zwar nicht d chinei3fif, T:: ?u tl'.i.'Ien. aber rti.i' x'v r iu. e. Xiit ot:l"I.?-'5..". 'L. labende tragen viel dazu u:t " Hofländer das Kneipenleben zu verleb-:'. Wenn er nach seinem Mittagse r:i sich noch uf ein Stündchen sewl oeiuf gewidmet hat. dann kehrt ti v'Xr heim in seine geliebte huiskar . ?o im trauten Lampenschem di: .i.n ihn erwarten, wo der Theekess, . : su;n;i t und die Theeflamme leise kni' . lTO :yn .d legend:e die altbekannten Wobt stände anbeimelnd umael Als gewissenhafte Chr. ...iin muß ich noch eines Umstandes -l.nJM, der die meisten Leser gewiß m.t schaudern erfüllen wird: um 10 : .rr Abends wird nämlich in Holland - nicht etwa zu Bett gegangen, nein, . i' ruro noch ewmal gegessen! Ein Bticrbrot mit Fleifch. Käse, einen C't.luZ Wein fcczu dann erst ist der Sa 3 in Holland abgeschlossen. Deß der Holländer ihai'vt das späte Abendleben liebt, kernn j man sich am besten im J.aier über-1 zeugend Dort fällt zum':. -hft cm daß man sich während der Pauj:n i n Zu-; schauerraum ganz häusÄ r'r. idjtet: r Kellner erscheinen in der z ?:rb bieten Eis. Thee und eine Art'oc Iräu-! tennilch (slorn-p) an, die irM l'han, Nelken und Zimmet geko kt jfi. Dadurch, daß man dasPublikuni 137 . se Weise vor dem Verhungern ftfii.tt, i werden die gewöhnlichcnTheeraber.Je derart in die Länge gezogen, can bor Mitternacht meist nicht m S 'nuu denken ist. Vor einiger Zeit noch erlebte 1 c' persönlich, daß beim Bettelstud.. icn" ilt große Pause erst um' elf VK Un
I rr . er. k ?n 9 c. ling. yja man inoey ja Meißens oz Fehler semer Tugenden besitzt,, so ha dieser Hang für späte Abendvergnüqungen vielleicht nur wieder seinen Ur sprung in der dem Holländer eigenen Gründlichkeit: was er thut, das thu er ganz. Daher führe ich hier, so widersprechend es klingen mag, grade das. was man m Deutschland Unsolldität nennen würde, für seine Soudl tät in's Treffen. Denn solide ist der echte Holländer: solide ist sein Haus und sein ganzer Haushalt. Und dies bringt mich wieder auf das hauswirthschaftliche Gebiet zurück. Ich muß m der hui kamer noch auf etwas aufmerksam machen: auf die Wandschränke. Es sind ihrer vier im ganzen. Zwei davon nehmen thatsächlich die ganze Breite des Zimmers ein, rechts und links vom Kamin, und haben bis oben an die Decke reichende Tapetenthüren. Dadurch, und well sie das m jedem ge 4 Wi L w jm . megenen youanoi azen aushatt vorhandene Delfter oder chinesische Vor zellan, kurzweg her blauw" genannt. Krystallgläser und aSes Zubehör für die großen Gesellschaften bergen, also nur selten geöffnet werden, stören sie weiter nicht m der Einrichtung des Zimmers. Denn die Möbel stehen vor ihnen geordnet, wie vor jeder anderen Wand; ja, die Bilder sind an den grofcen Schrankthüren genau so wie an den Wänden befestigt, und drehen sich beim Oeffnen der Thüren mit, was für uns Kinder die ohnehin schon große Feierlichkeit des Aufschließens der groote käst" stets noch ungemein erhöhte. Die beiden anderen Wand schränke sind mehr für den täglichen Gebrauch bestimmt und in ihrer Ausdehnung kleinen Zimmern vergleichbar, sodah wieder etliche Spinde und 5kommoden dann Platz finden. Ihre großen Schränke sind es, die die Holländerin in der fremde am schmerzlichsten vermißt. Das Bedürfniß nach möglichst vielen und großen Nebengelassen in ihren Räumen hat wohl seinen Ursprung in dem stark ausgeprägten Ordnungssinn der Holländerin; es darf nichts herumliegen, was die peinliche, manchmal etwas sehr geradlinige Harmonie ihres Zimmers stören konnte. Leider artet dieser Ordnungssinn oft in Kleinigkeitskrämerei und Einseitigkeit aus. So ist z. B. aus dieser Sucht, der Wohnung stets das aufgeräumte" Ansehen zu geben, die Zweifellos gesundheitsschädliche, in die Wand eingelassene Bettstatte (bedsteo) entstanden, die freilich gewiß so alt ist wie Holland selber. Die bedstee ist eigentlich wieder weiter nichts als ein hölzerner Wandschrank, mit Betten versehen; des Abends legt man sich in diesen wenig luftigen Kasten hinein, des Morgens macht man die Thüren zu, und das Zimmer sieht ordentlich. ganz wie ein Wohnzimmer aus. Wollte man die sprichwörtliche holländische Reinlichkeit bis auf ihre Grundbestandtheile verfolgen, so würde man als Triebfeder mehr Ordnungsliebe als Sauberkeit finden. Thatsache ist. daß die Holländer, so unübertroffen .sie in dem Reinhalten der Häuser dastehen, in der Körperpflege doch ein ganzes Stück hinter den Engländern zurückstehen. Aber Reinmachen und Scheuern verstehen sie meisterlich. Auch kommt hier der hollän dischen Hausfrau ihre Wohlhabenheit .'gen. Mit gediegenen Geräthen ist ei ihr ein Genuß, die gediegenen ö'cgznstände reinzuhalten. Auf ihrem r flur liegt kem Staubchen; aber die Dielen sind dort auch so glatt und glkichmäßig wie in den guten StuUn" der Bürgersfrauen in Deutschürnd. Die Stangen, auf denen ihre Wäsche trocknet, sind aus bestem Holze, lichtblau in Oelfarbe gestrichen, wie ihre Rolltische. Plättbrettständer und Körbe. Die Küche ist mit weißem Marmor ausgelegt, und die Scheuerfrau schrubbt aus einem solidenEichenHolzeimer mit breiten Messingbändern. Dabei ist die Holländerin Meisterin in der Kunst, das Räderwerk ihres HausHaltes geräuschlos und dabei vorzüglich im Gange zu erhalten. Es geht darin alles nach einem festen System; und das Praktische dieses stelseb" liegt in der genauen Eintheilung der Arbeiten. in der planmäßigen Abwechselung zwischen gründlichem" und leichtem" Reinmachen, de groote beurt" und de kleine beurt zieven." Sparsam ist eine so ordentliche Hausfrau natürlich auch. Sie sammelt sogar die noch nicht ganz verbrannten Kohlen aus ihrem TheeEimer und löscht sie in einem fest verschlossenen Metalltops aus. um sie bei der nächsten Gelegenheit wieder anglühen zu lassen. Diese Gewohnheit hat sogar in Holland einen besonderen Erwerbszweig geschaffen, der zwar als die unterste Stufe zur Handels- und Wohlfahrtsleiter zu betrachten ist, aber wegen seines geringen Aufwandes an Betriebskapital gern von armen, alten ffrauen ergriffen wird. Es ist das Geschäft der water en Ymirvrouw,'4 die den ganzen Tag ein Torffeuer mit darauf siedendem Wasserkessel unterbält. Die Dienstmädchen holen hier ihren Bedarf an glühenden Kohlen zum vuur anninaken" oder für die stoos" ihrer Herrin ein. Die stoof ist ein hölzerner Fußschemel, dessen obere Platte durchlöchert ist und der im innern einen kleinen Steinautbehälter sür die Kohlestückche'n birgt. Fassen wir das Gesagte zusammen, so haben wir drei Haupttugenden festzustellen, welche die Holländerin auszeichnen, das sind ihr park entwickelter Sinn für Häuslichkeit, ihre fast peinliche Ordnungsliebe und ihre große Sparsamkeit.' . ' Wichtige Mittheilung. Dorfpolizist (zumVorsteher frühzeitig): Heite Rocht is a e Schwein in unse'.i Dorfe krank wur'n Vorsieher (schlaftrunken): Wer denne schunn wieder?"
Aas Wayatmanmnder.
Unter den von sogenannten Jllusio nisten, vielfach auch von Spiritisten producirten Kunststücken ist eines der bemerkenswerthesten das Mahatma wundir: das Verschwinden einer fest gebundenen, außerdem von einemHerrn an der Hand, von einem zweiten Herrn an der Leine gehaltenen Dame und deren gleichzeitiges Erscheinen an einer entfernten Stelle. Dieses überraschende Kunststuck fuhrt seinen vlamtn nach den indischen Gauklerinnen (Mahatmas), die, angeblich m religiöser Ek stase, ihre Körperlichkeit abstreifend, vor den Augen der Menge ins Leere verschwinden. Die Buhne stellt einen m hellen Tönen gehaltenen, von Strömen elektrischen Lichts durchslutheten Ro cocosaal dar. Etwa 5 Fuß vom Pro spect entfernt steht auf dem teppichbedeckten Podium das sogn. spiritische Eabinet: vier dünne, in den Boden ae schraubte Messingstangen, die an ihren obern Enden durch Stäbe versteift sind. An den obern Seltenstangen hangen verschiebbare Tassetvorhange, die an den Ecken zurückgezogen sind. In dem ganz offenen Eabinet befindet sich ein dasselbe vollständig ausfüllendes orien talisches Ruhebett, eine auf vier niedern Füßen ruhende teppichdicke Bretterlage, an deren Ecken mit Schnallen versehene Ledergurte angebracht sind. Zwe: von den Zuschauern erwahlteVertrauensmänner verrichten die nöthigen Handleistungen. Die im Schleppkleid erscheinende Mahatma nimmt in liegender Stellung auf dem Divan Platz; der halbaufgerichtete Oberkörper stützt sich auf den rechten Ellenbogen. Die Vertrauensmänner schnallen die vchte Hand, die beiden Füße und dij Taille der Dame so fest als möglich an das Ruhebett und bergen die Riemenenden in den Schnallenschleifen. Dann umschnüren sie mit Schlingen und Knoten das Handgelenk des emporgehaltenen linken Armes der Mahatma mit einer Leine, die über die obere Querstange des Eabinets geführt und von dem einen der Vertrauensmänner in Spannung gehalten wird, sodaß er Vor dem Verschwinden. in unmittelbarem Contact mit der Dame bleibt. Der andere Vertrauensmann, der in der, nächsten Nähe der Dame sich niedersetzt, umspannt mit der rechten Hand einen von der gefesselten Mahatma gehaltenen Ring. An die Vertrauensmänner ergeht die Aufforderung. nach dem Schließen der Vorhänge mittels der Leine und des Ringes mit der Dame in Fühlung zu bleiden und auf den Ruf Mahatma" den Ring und die Leine mit einem kräftigen Ruck zurückzuziehen. Nun werden die Vorhänge des Cabinets auf allen vier Seiten geschlossen, sodaß nur noch die Hälfte des Ringes zwischen denselben ins Freie ragt. Auf das Losungswort Mahatma" werden die Vorhänge zurückgezogen: die Dame ist aus dem Cabinet verschwunden, und in demselben Moment tritt sie in ureigener Person durch die hinterste Parterrethür in den Saal. Die verblüfften Vertrauensmänner halten die Leine und denRing, selbstverständlich ohne die Mahatma, in den Händen. Die Ausführung des Kunststücks erfordert einen complicirten Apparat und, vor allem, in der Person' der Mahatma eine im Lösen und Abstreifen von Banden aller Art geübte Helferin. Der den Hintergrund eines Saals darstellende Prospect ist wandartlg versteift; er enthält einen durch die Malerei verdeckten Ausschnitt, der, sobald das verhängte Cabinet den Zuschauern die Aussicht verstellt, wie eineZugbrllcke herabgelassen wird und sich in das Fußende des Ruhebettes einhakt. Die ornamentalen Drachenköpfe am rechten vordern und am linken hinternFuß des Divans lassen sich aufklappen und ermoallcken das Eingreifen eines in der Versenkung agirenden Helfers. Sobald die Vorhänge zugezogen sind, öffnet dieser die beiden Klappen; durch den rechten Fuß des Divans emporgreifend, macht cr durch Oeffnen der Schnalle zuerst die Rechte der Mahatma frei und faßt den Ring, den der eine Vertrauensmann m der Hand hält. Mit der nun freien Rechten löst die Dame, fortwahrend m:t der Lmken die Leine des zweiten Vertrauensmannes in Spannung erhaltend, das sie fesselnde Riemenzeug. Ist sie aller Bande ledig, dann streift sie die verknotete Leine von der Linken und zieht durch den am Ende der Lerne befindli chen Carabiner eine ihr vom Helfer durch den hintern Fuß des Divans emporgereichte Doppelschnur, mittels der nun der Helfer die Leine des Vertrauensmanns in Spannung erhält. Nach blitzschneller Ausführung dieser schwierigen Verrichtungen schlupft die Mahatma über die Brücke, die hinter ihr wieder rasch aufklappt, und eilt durch einen Nebengang zur Eingangsthür, zu der sie auf, das Stichwort .Mahatma" hereintritt. Der Helfer läßt im richtigen Augenblick den Ring los, neht die durch den Carabiner gleitende Doppelschnur in die Versenkunq herab und schließt die beiden Klappen. Gewiegter Kenner. Bettler: Ich bitt' recht schön, liebes Fräulein, haben Sie nichts vom Mittagessen übrig?" Junge Frau: Ich bin kein Fräulein mehr,ich bin ja schon echt Tage verheiratet." Bettler: Dann, Madame, bitte ich um ein AImosen."
MMAMWAM "
Eerettct xcr Telegraph. LonEBerdbU. Kittie Mc Doncvan war Nachikelegrarhistin auf der kleinen Station Medicine Bow an der Union Pacific Roilroad im 'Staate Wyoming. Sie he.'te mit 18 Jahren ihr Elternhaus in Cbyenne verlassen, um für ihren und ihrer armen Mutter Lebensunterhalt zu sorgen. Die Station lag in der Wüste, die sich westlich von den Laramie Mountains bis an die Sweetwaterberge erstreckt und bestand nur aus dem eigentlichen Stationsgebäude mit Telegraphenamt, einer , Reparaturwerkstätte, welche von einem Werkführer und einem halben Dutzend chinesischer Arbeiter bewohnt war, einem Wasserreservoir und einem kleinen Kohlenschuppen. Der Tagesbeamte der Station, ein blutjunger Mensch fast noch in den Knabenjahren, schlief in der etwa 200 Aards entfernten Werkstätte, so daß Kittie in den langen finstern Nächten ganz allein im Tclegraphenzimmer sich befand. Ter Expreßzug No. 4, östlich nach Cheyenne bestimmt, war erst um 3 Uhr Morgens fällig und hielt in Medicine auch nur, wenn von der Station aus signalisirt wurde, um etwaige Passagiere aufzunehmen. Sonst raste er donnernd vorbei, ohne zu verweilen, und ließ Kittie für den Rest der Nacht allein auf öder Flur. Der Aufsehn ihrer Bahnabtheilung, ein frischer, lebenslustiger, junger Mann, bereiste die Strecke sehr oft und ermuthigte das zagenve Mädchen mit dem Versprechen, ihr, sobald eben eine Vakanz irgendwo eintrat, eine bessere und auch besser bezahlte Stelle zu verschaffen. Oft fand er sie weinend in einer Ecke des Zimmers sitzen und suchte sie zu trösten. Oft war sie schon entschlossen, zu kündigen und zu ihrer Mutter zurückzukehren, und wurde nur durch sein mitfühlendes Zureden wieder bewogen zu bleiben. In einer Nacht es war kurz nach 12 Uhr sitzt Kittie wieder bei ihrer Lampe und liest an einer neuen Novelle. Da! Was ist das? Hat es nicht eben leise an die Thüre geklopft? Wer ist da?" ruft sie mit zitternder Stimme. Ein Passagier, welcher den nach Osten gehenden Zug benutzen will!" antwortet man draußen in rauhem, heiserem Tone. Was thun! Sie ist allein und ohne Schutz. Doch sie ist Stationsagentin. Es ist ihre Amtspflicht. Passagiere einzulassen, wenn sie nicht ohne Gnade entlassen werden will. Sie schließt auf. Kaum hat sie den Schlüssel gedreht, da wird die Thüre gewaltsam aufgerissen, und herein treten sieben maskirte, bis an die Zähne bewaffnete Kerle. Mit einem Schrei des Entsetzens eilt sie zurück. Da tritt der stärkste und frechste der Kerle auf sie zu, hält ihr einen gespannten Revolver vor die Stirn und sagt mit lauter, fester, drohender Stimme: Hallo, junges Ding! Wir werden Dir nichts thun, aber sowie Du einen Laut von Dir giebst oder eine verdächtigeBewegung machst, oder gar schreist, so daß die Hallunken in der Werkstätte aufwachen, dann Jetzt ist ihr Alles klar. Sie ist in den Händen einer Bahnräuberbande, welche es auf den Expreßzug No. 4 abgesehen hat. Sie wollen ihn zum Halten bringen und ausplündern. Kann sie das verhindern? Zwar sind es noch 3 Stunden bis zur Ankunft des Zuges; aber angesichts dieser desperaten Kerle darf sie es nicht wagen, die Arbeiter zu wecken. Und wenn sie doch schreit, würden sie es auch gleich hören? Und wenn sie ihr Leben opfert und nun erschossen am Boden liegt, werden die Räuber sich scheuen, über ihre Leiche hinweg zu treten und die Laterne hervorzusuchen? Nein! Schreien und sich opfern ist nutzlos. Sie muß einlenken, vielleicht giebt's noch ein Mittel den Zug zu retten. Der Himmel wird es ihr eingeben. Wo ist die rothe Laterne?" schreit der Führer der Bande und drückt den kalten Lauf der Waffe fest gegen ihre weiße Stirn. Ihr findet sie hinter der Thür im Gepäckraum! Aber um Himmels Willen! Was wollt Ihr thun?" ruft sie flehend. Das geht Dich nichts an! Platz da!" Einer von der Bande nimmt die Laterne vom Haken, untersucht sie und setzt sich zu den Uebrigen auf die Bank,
um den Zug zu erwarten. Der Führer steckt sich eine Pfeife an und pafft eine Weile schweigend vor sich hin. Dann starrt er Kittie frech in's Gesicht und sagt endlich: Junge Gans, wenn Du den Zug pfeifen hörst, so wisse, daß Du etwas zu thun bast! Du gehst nämlich hinaus auf den Bahnsteig und giebst das Haltesignal mit der Lampe! Verstehst Du? Und nimm' Dich in Acht,- beim ersten verdächtigen Laut, oder wenn Du die Laterne nicht kräftig genug schwingst, knallen wir Dir ein paa, Dutzend Kugeln'in den Leib, springen auf unsere Pferde und jagen davon! Verstanden?" Es ist nichts zu machen. Lau! schluchzend und jammernd sinkt Kittn auf ihren Stuhl, legt die Arme kreuzweis aus den, Tisch und verbirgt ibi von Thränen überstromtes Gesicht in den Falten ihrer weißen Blousen Lrmel. Doch was aeschielzt? Seimlick leat sie ihre linke Hand auf die Armatur des Elektromagneten, so daß sie dieselbe am Klappen verhindert, und ergreift mit der Rechten den Taster. - Absichtlich laut weinend und lla-
gend. damik sie das Geräusch des Apparates übertönt, telegraphirt sie langsam die folgenden Worte: .Hülfe! Hülfe! Hülfe! " Dies wiederholt sie mehrmals, damit irgend ein Telegraphist auf der Linie darauf aufmerksam werden kann. Dann fährt sie, immer lauter schluchzend und jammernd, fort: Wer dieses hört um Himmels willen benachrichtige den Zugexpedienten in Laramze schnell schnell daß Station M. von sieben Räubern belagert Zug No. 4 in Gefahr sendet Hülfe schnell Mannschaft Kittie Donovan." Dann läßt sie die Armatur los, stützt den Kopf in die Hände und weint leise vor sich hin, indem sie mit dem feinen Battisttaschentuche die Augen bedeckt, um desto besser hören zu können. Da! Es beginnt zu klappen! Der Apparat arbeitet. Sie möchte laut aufjauchzen! Man hat sie verstanden! Muth! liebe Kleine habe Dich gehört ! Station H!" Das ist die Antwort des Zugexpedienten in Laramie! Kaum hat aber Einer aus derBande das Klappern gehört, als er aufspringt und auf die Weinende zufährt: Kanaille! Was heißt das? Was wird da gemeldet? Heraus damit!" Heraus damit! Wir wollen es wissen!" rufen die Anderen und fpringen auf. O nichts!" zitterte das erschreckte Mädchen. Eine entfernte Station fragt um Bestellungen an für einen
Frachtzug!" Bestie! Du lügst!" brüllt der Führer und zieht ein Dolchmesser. Du hast etwas gegen uns im Schilde! Heraus damit!" Nein!" weint die Wehrlose, dann müßte ich doch die Finger am Taster haben! Seht Ihr nicht, daß ich den Apparat gar nicht berühre?" Unsinn! Laßt keine Nachricht durch! Besser ist's, wir zerhauen das nichtsnutzige Zeug von einem Telegraphen!" schreit ein Räuber und holt mit dem Kolben seines Revolvers aus. Narr!" brummt derFührer. Das giebt gleich Verdacht! Laß die Maschme gehen! Die Bande nimmt schweigend auf der Bank Platz. Bleibe mir vomTische weg, Dirne! ruft der Führer. Setz' Dich dort!" . Kittie gehorcht stumm und setzt sich ganz m den Winkel. Sie verhüllt das Gesicht und lauscht. Alles still. Was wird geschehen? fragt sie sich. Da! Der Apparat arbeitet wieder. Kittie horcht. Es ist eine Depesche nach Green River. Sheriff Green River Mann schaft sammeln Zug No. 4 auf Station M. Gefahr Extrazug bereit!" Alles ist still. Kittie kann ihre Aufregung kaum verbergen. Horch! Wieder geht der Telegraph. Eine zweite Depesche nach Green River. Aufseher Green River sofort Extrazug bereitstellen!" Wieder lautlose Stille. Kittic's Herz pocht wie ein Schmiedehammer. Da! Der Apparat regt sich! Wieder eine Depesche nach Green River. Maschinist Green River schnellste Maschine anfeuern! Waggon ankuppeln! Befehle des Aufsehers abwarten!" Pause. Von Kittie's Schläfe rollt kalter Schweiß. Ihre Pulse fliegen. Sie ringt nach Luft. Horch! Es klappert! Diese Depesche geht nach Laramie. Sheriff und Mannschaft bereit! Extrazug fertig zur Abfahrt!" Sofort kommt die Antwort: Strecke frei!. Volldampf fahren! Halbe Meile vor Station halten Sheriff und Leute aussteigen! Drauf!" Augenblicklich wurde zurückgemeldet: Extrazug abgefahren! 1 Uhr 15 Minuten!" Gott sei Dank! Rettung! Rettung! Kittie betet flüsternd ... Es ist 1 Uhr 20 Minuten. Also volle fünf Minuten rast schon die Maschine durch die Nacht. Sie muß die Meile in einer Minute machen und also schon 5 Meilen näher sein, so rechnet das wartende Mädchen, umringt von den beutegierigen Schurken. Der Führer gibt Jedem seinerVande seine strikten Befehle: Also Du, Billy, springst sofort auf die Maschine und machst den Heizer und den Maschinisten fest! Jack, Du machst Dich an den Postwagen und läßt Dir die eingeschriebenen Briefe und Packete herausgeben! Ich und Tom und Ned nehmen die ExpreßCar vor und Du Nell stellst den Condukteur! Nur nicht zaghaft. Jungens! Was widerspenstig ist, wird einfach niedergeknallt! Kein Parlamentiren! Entweder oder! Und Du Dirne, winkst ordentlich mit der Lampe! Hörst Du?" . Kittie nickt schweigend und zählt die Minuten. 2 Ub: 15 Minuten! Mein Gott! Noch drei Viertelstunden und das Verbrechen ist geschehen! Mein Gott! Vielleicht gar ein Zusammenstoß! Am Ende gar ein erbitterter Kampf! Schießen. Hauen, Stechen und Stöhnen und Jammern, der im Blute sich Wälzenden! Feuer und Qualm der brennenden Waggons! 2 Uhr 20 Minuten! Kittie klammert sich krampfhaft an die Vanklehne. Barmherziger Himmel, erbarme Dich! Da! Ein fürchterliches Krachen, Klingeln und Klirren! '
Hilfe!" haucht die in Ohnmacht Sinkende. Zwanzig Gewehrläufe blitzen durch die zerschmetternden Fensterscheiben und zielen auf die entsetzten Räuber. Hallo! Die Hände in die Höhe!" dröhnte eine tiefeBaßstimme von draußen. Der Sheriff von Green River! Ergebt Euch im Namen des Gesetzes von Wyoming! Rührt Euch nicht oder Ihr seid des Todes!" Die verdammte falsche Katze!" zischt der Führer, indem er sammt der Bande die Hände in die Höhe hält. Mit drei bis an die Zähne bewaffneten Männern tritt der Sheriff ein. entwaffnet die Kerle und legt ihnen Handschellen an. Kittie! Kittie!" ruft eine helle Stimme von draußen und fast unmittelbar hinter den Polizisten drängt sich ein junger Mann in's Zimmer. Es ist der junge Aufseher von Laramie. - - Kittie, mein braveS, muthiges Mädchen!" ruft tt und schließt die Ohnmächtige in seine Arme ..... Sieben Tage lag Kittie Donovan bewußtlos zu Bette im Hotel zu Green River. Dann setzte ein heftiges GeHirnfieber ein und während drei Wochen schwebte das tapfere Mädchen am Rande des Grabes. Der junge Aufseher besuchte sie während dieser Zeit mehrmals und that Alles, um sie wieder aufzuheitern. Endlich, endlich genas sie, und als sie vor dem Gericht zu Cheyenne als Zeugin gegen die Räuberbande auftrat, wurde sie von den Zuhörern sowohl als auch von dem Richter und den Geschworenen mit donnerndem Applaus begrüßt. Hat die Bahngesellschaft denn dieser Heldin auch eine Belohnung zukommen lassen?" so wird der geneigte Leser fragen. Nun ja! Belohnung! Es war eben nicht viel. ' Doch Kittie hat dafür schreckliche Rache an dem jungen Aufscher genommen. Sie hat ihn geheirathet! Rache ist süß!" ?adeeut. (Münchener Gerichtsscene). Der Metzgermeister Xaver X. stampft mit großer Mühe die steinernen Trepden im Gerichtsgebäude hinauf, ein derber Stock unterstützt seinen kranken linken Fuß, der in einem sogenannten Hatschen" steckt und auf jeder Stufe mit Vorsicht aufgesetzt wird. Oben angelangt, bleibt Herr X. tief aufathmend stehen und murmelt mit schmerzhaft verzogenen Lippen: Da balst mer net gehst mit denne Zuaständ, a so a Kraxlerei, und wia die G', ellschaft dader fchaugt! Ein leiser Pfiff wurde unter der Menge, die sich im Gange staute, vernehmbar, Herr 5. erkannte sofort die Bedeutung und gab entrüstet zurück: Fadian, ekelhafter, dummer, moant der Damian, dös waar der Spitzl! Schnecken sag i. aus'n Wagl bin i fehl g'sprungen! Laßt mi' durch,
ös fade Leut! I möcht nur wissen, warum die Gaffer alle da heromet fan! wär scho' bald für die g'heimen VerHandlungen, weil d' Leut wia zu 'ner Kamedie herlaufen! Mehrer wia die Hälfte weichen der Arbeit aus und lungern da umanand. Kurz darauf kam zum Aufruf: Metzgermeister Xaver X. wegen Ruhestörung und der Angeklagte trat gemächlich vor, gefolgt von einem ganzen Zeugenschwarm. . Richter: Warum wollen Sie durchaus verhandelt sein? Es ist erwiesen, und alle Zeugen werden es bestätigen, daß Sie in der Nacht vom 10. zum 11. Juni in Ihrem eigenen Hause sowohl in Ihrer Wohnung als auch am Stiegenhause durch Schreien und Lärmen die Nachtruhe gestört haben, und da meinte ich. die Mandatsstrafe von 20 Mark dürfte nicht zu hoch gegriffen sein! Angeklagter: So! Zwanz'g Mark! für dm Verdruß zahl'n, a ganze Stund' am zügigen Gang außen sth'n, verkälten und an Huesten krieg'n. der Oan fast umbringt, dös wär' nacher nix'n? Von mein' Wehthum im linken Fuaß mag i gar net reden. UeberHaupts verhandelt mer, dafür san mer dader. Richter: Gut! Das soll geschehen. Erzählen Sie einmal die Ursache uno den Hergang der Geschichte. Angeklagter: D' Ursach san die faden Leut, mit denne sich a ruhigerBürgersmann und Hausherr 's ganze Jahr abärgern mueß, daß a wahre Schand is! Richtige Leut, die wo ihren Zinst zahlen und sich ruhig verhalten, kriagt mer heutzutag gar nimmer. Da kann i Eahna a Liadl singa, wie's die Bagaschi treibt. Jm ersten Stock hab i a seelige Wittwe mit fünf Studenten, natürlich sans lauter Dökter, aber i ließ mir von koan mein Schnurrbart stutz'n. viel weniger kurir'n. Die seelige Wittwe verlangt neulings von mir: i sollt a Badzimmer einrichten, ihre Dökter verlangen alle, Wochen a Bad, sunsi ziegh'n 's aus. Was? sag i, a Badmer? f unst nixn? Brauchen's net am End a laufendes Selterswasser aa no in der Kühl? oder a Faßl am Speicher, dös Eahna auf an Druck a Maß Wein gibt. P T fT(s VUiyiltlC JKJUlkli. UUVU iu oder wenn 's sich's austrägt, nach Baden - Baden zum Baden geh'n, außerdem ziahgn's, verstanden? Die is nimmer kemma. Im zwoaten Stock wohnt a Kaufmann so aner, wo die Bettlleut 's Brod abkauft, denk i er braucht koan Laden und koa Magazin, aber mit an Packl geht er alle Fruah; na' den Trost hab i, daß bei eahm koa Gant ausbricht und 's Haus b'schandelt wird. Commercienrath wird er aa net; aber voriges Monat sagt er: wenn in drei Tagen mei' Wohnung net desinfiktirt wird, nacher ziahg i ohne Kündiauna! D' Wanz'n und d' Schwab'n bleib'n zaruck! Hams mi? So a Mensch soll aus Remlichlensgrunden aus der Stadt verwiesen, werden. Im dritten
Stock wohnt a Schuester ver thats: Wenn der Blaumontag net wär, wo er nothwendig sein Sud hat, nacher . . . Richter: Ihre Miethsparteien sind uns höchst gleichgiltig. Ich will den Hergang der Affaire vom 10. Juni wissen, das Uebrige lassen Sie unbe.sprochen. Angeklagterz Da hamers jetz'n. G'rad käm i zur Mezzaninwohnung, in der ja der Hergang liegt, da wollen's nix mehrer hören. Also da wohnt a Künstler, nämlick so a Künstler, der um a Zwanz'gerl dreißig Paar Dicke ohne Brod ißt, wenn der Wirth di: Dicken gratis liefert. Den Kerl schauz i jedesmal verdraht an, wenn er mir begegnet. Kunnt der net amal nach aner Nos'n und a Paar Ohrwatschl an Gusto krieg'n? Dem hab i also am 1. Juni d' Wohnung aufg'sagt, weil i so lebensg'fährliche Leut net um mir haben mag. Derzeit stecka im Schlüsselloch von der Hausthür alle Nächt a halbes Dutzend abbrochene Zündhölzl und koa Mensch woaß, wer's einasteckt. A zwanz'g Mal hab i 's G'jcoloß bereits ausg'räumt, jetz'n am 10. JuniNachts denk i mir, heut wird net aufg'standen und wenn d' Hausthür inag'sprengt werden thuet. Da wird's Zwölfe und es geht bereits an; krack krack! Himmelelementshundsbarack'n, dös is doch der rechte Schlüssel! krack krack! ja was is' denn dös! Ah dös is g'scheidt, Herr Nachbar, vielleicht sperrt eahna Schlüssel, 's geht net. de? Hausprotz soll aufmacha. wenn er so g'lumpete Schlösser hat. Jetz'n kimmt a Dritter, der sagt: I' stell mich net her. bis der Depp aufsteht, i loschier auf seine Kosten heut a mal in an Hotel, nacher erfahrt er. wa die Soß kosten thuet. Mir wirds ganz unheimlich! Jetz'n kimmt der Freß, künstler und schreit von Weitem: Is (fco wieder die alte Gaudi.., . So. a Hausherr g'hört vom Erdboden vertilgt! Werfen mer eahm a mal d' Oberliacht'n ein, nacher kimmt er schon. Richtig! der Lump klopft mir mit'n Stecka die zwoa Scheiben z'samm. J'' schrei zum Fenster 'naus: Willst aushalten. Du Lump Du elendiger, oder es g'schicht was, dös d' net vergessen thuast Deiner Lebtag! Da fangen alle Viere z' schimpfen an, das war grauslich. I geh' nunter in Hausgang und will nach'n G'schloß schaug'n, daß die Bande a mal in die Federn kimmt, da sagt Oaner:' Drinnet wenn mer san nacher kann er was verleben, der alte Pazi. Jetz'n hab i das Aufmachen sein lassen und hab denne draußen meineMeinung anständig von innen g'sagt. Wia i bereits fertig war. sagt a fremdeStimm von außen: Dös is gar nit z'wider. Herr 26. Sie schreien bei der nachtschlafenden Zeit wia a Jochgeier Lassen's eahnere Inwohner a mal in'sHaus und legen's Eahna nieder 'SAndere kimmt nach. A Schandarnr war's, und nachkemma san zwanz'z Markl, so was kann i mir doch net g'fall'n lassen? I hab milde Umstand und Alles mitander. Jetzn Wissen's die Sach. Der Einspruch wurde ohne weitere Beweisaufnahme kostenfällig verworfen. Herrschaft! san dös fade Leut! erklärte der Angeklagte und humpelte von dannen. VDEMECUM für junge Mediziner
Komme nicht zu früh, dann aber um so öfter. Spezialisire deine Liquidation nie, eine hübsche runde Summe sieht nobler aus. Hast du einen wirklich ernsten Fall so sei gewissenhaft und ziehe einen. Professor zu Rathe. Vergiß nie die Bonbons für die Kinder der kranken Mutter. Verschreibe stets größte Quantitäten das gefällt dem Apotheker und er empfiehlt dich. Wenn du merkst, daß es ganz schief geht, werde selbst krank. Recht unangenehme Fälle gehören irr die Klinik; Bist du jedoch ganz klar über einerr Fall, so zweifle lange eine einträgliche Sache! Stößt du einmal auf einen medizinisch gebildeten Patienten, der fcharfe Beobachtungsgabe zeigt, so rathe ihm, sich an einen Spezialisten zu wenden der ihn auch bald an einen Kollegen weiter empfehlen wird u. s. w. u. s. w. Ein st und jetzt.. (Ein Idyll.) Draußen vor dem Eisengitter Sang er Liebesmelodei'n, Doch man kennt das Loos der Ritter, Und so durft' er nicht hinein. Drinnen vor dem Eisengitter Stöhnt er nun in Sebnsuchtsgraus, Doch man kennt die Schwiegermütter Und jetzt darf er nicht hinaus! Könnte ihm passe n. Huber (zum Arzt, der ihm Kogncc verschrieben): Dös Trankl ist gut, Herr Doktor! Dürft ich net täglich 'n Flasche! voll einehmen?" Auf der Vicinalbahn. Herr: Warum hält denn der Zug auf offener Strecke?- Schaffner: Ach, die Lausbuben haben uns wieder ein paar Schienen im Gebüsch versteckt!" Allerdings. H?.b5:: Sie gehört, der Rath Müller wird sich mit seiner erfolgten Pensionirung vcrheirathen." So will der Unglücksmensch niemals in den Ruhestand treten?" Aus dem Kasernenhof. Feldwebel: Rekrut Mayer, wie stecken Sie denn heute wieder in der Uniform! An Ihnen ist wirklich ein Civilist verloren gegangen!" I m neuen Curort. Ich sehe Sie jetzt schon mehrere Tage hier unthätig sitzen! Haben Sie denn gar keine Beschäftigung?" O doch! Wir sind von der Curverwaltung angestellt: Meine Frau ist 's künstliche Echo und ich bin der Kuckuck!"
