Indiana Tribüne, Volume 21, Number 42, Indianapolis, Marion County, 31 October 1897 — Page 3

Kon. Von Akttander ZZarsn von Zloönts. (8. Fortschung.) ' Nein, wir wollen ja gerade 'die Binder lachen sehen," wehrte Mira, und sie drängte Lou auf ein paar Stühle mitten in den dichtgeschaartm Kinderyaufen hinein. Welch einen Aufruhr qab das bei

den K'mdern! Mochte doch ihre von der Erwartung des Schauspiels gespannte Phantasie in Ml ras leuchtender und rauschender Erscheinung eine Art Abgesandte aus der Feenwelt erblicken. Und dort saß ein leibhastiger Mohr mitten zwischen ihnen was bedürfte es noch eines Guignols? Alle die kleinen Köpfchen waren mit 'großerstaunten Augen nach ihnen hingerichtet, und auf den Stühlen drängte man sich zusammen, um besser zu sehen; einige stiegen gar auf die Sitze. Im Eifer des Schauen bewegten sich die rothen Zungen zwischen den sri schen herzförmigen Lippen.. Neben Lou aber saß ein kleines Mädchen, das sich fürchtete und den Platz verließ; einige größere lachten es aus. Er beißt nicht! Er beißt ja jar nicht er ist ganz zahm!" ging es wie zur Beruhigung durch die tuschelnden, wispernden Neihen. Ein Knabe mit zwei schwarzfunkelnden Perlaugen faßte sich Muth und reichte Lou die Hand. Nun wollten auch die andern nicht zurückbleiben, jedes mußte seine Hand haben. Es gab ein Drängen und Krabbeln zwischen den Stühlen. Lou lächelte, wie die kleinen zarten Rosahändchen im Wettstreite um seine große, harte, braune Hand bemüht waren. Dabei wurden seine Zähne sichtbar. Mama, die Zähne!" rief eines ängstlich. Welche Zähne! O, welche .Zähne!" Es war ein Staunen auf allen Gssichtchen, in das sich auch ein wenig Furcht mischte. Da klingelte Guignol zum Beginne ' der Komödie; flugs fuhren all die Köpfchen herum. Lou, Du wirst Deinen Zylinder abnehmen müssen, sie sehen nichts da hin ten," sagte Mira. Nun begann die Harlekinade; bald iheilte Guignol die ersten Schläge aus. ilipp klapp! klipp klapp! mit seinem grausam dicken Knüppel auf die harten, stierblickenden Holzköfe der Puppen. Und das erste Lachen wirbelte wie ein Lerchenjubel in die son--nige Aprilluft empor. Ah, es that so wohl, zu lachen.... Mira freute sich wie ein Kind; an den stärksten Stellen stieß sie Lou an, daß er doch auch tüchtig mitlachen s ollte. Das that er ja auch wirklich, hier fühlte er sich heimisch, ein Kind unter den Kindern. Zuweilen drehten sich einzelne Köpfckjen herum, um nach Lous weißglänz?nden Zähnen zu schauen. Und das ungeheure Grinsen dieser Zähne reizte sie, daß sie immer lauter lachen mußten. Es'war ein köstlicher Chor von allerlei hellen und hellsten Stimmchen, zwitschernd wie die Vözelein klang es, gell anschlagend mit feinen Noten wie Silberglocken, dazwischen die gröberen Töne der Bonnen. Miras köstliche Koloraturen aber fuhren von Zeit zu Zeit wie ein losgelassener Springbrunnen aus der allgemeinen Lust empor. Es ging eine so weiche Luft, schmeichelnd strich sie über die rothgelachten Gesichtchen, die Federn und Bänder auf den Hütchen bewegend. Durch das leichtgewiegte Laub der Bäume drang das Gefunkel des Sonnenscheines, es war wie eine Schaar von goldigen Schmetterlingen, die über das bunte Gewimmel des kleinen Publikums dahinhuschte. Ach. welch eine Seligkeit, wieder ein Kind zu sein! Eine ganz dumme Geschichte war es, die dort auf dem kleinen Theater zur Handlung kam, man verstand nicht ge rade viel davon. Unter andern war da ein Marquis mit einem Dreimaster, der in eine kuriose Liebe zu einem steifbrokatenen Fräulein verwickelt war. Das Fräulein verwies ihm seine Liebe mit eckigen Gebärden. Er schwor, daß er sich todtschießen wollte. Gut, das dürfte er! Bald darauf gab es hinter der Koulisse einen Miniaturschuß, nur ein Zündhütchen, das man losschlug. Der Marquis hätte sich todtgeschossen, hieß es. Guignol aber fuhr lachend herein: der Marquis würde wohl wieder aufwachen, er hätte ihm heimlich das Pulver ans der Pistole entfernt. Wenn er richt am Schreck stürbe, so ginge alles gut: Was war denn Mira, daß ihr Lachen ermattete und daß nun nach und nack die letzte Spur eines Lächelns auf ihren Mienen erblaßte? Als der Schuß losging, schreckte sie zusammen, das war ja nicht ungewöhnlich; aber bei der nächsten Prügelszene, die Guignol anrichtete, preßte sie nur ein paar ganz kurze nervöse Lachtöne hervor. Dann saß sie stumm, starrte mit gedankenschweren, fast , angsterfüllten Augen nach der Bühne. Un plötzlich, während des vollsten Jubei, erhob sie sich. Mit einer letzten Anstrengung zum Lächeln winkte sie ihrem Begleiter, daß er mitkommen sollte.' Von dem bestürzten Lou gefolgt, stürmte sie auf ihren Wagen zu; dem Kutscher befahl sie, zu fahren, gleichgiltig wohin nur loszufahren. Zurückgelehnt in die eine Ecke deS Wagens lag sie, in dem Pfühl ihrer eigenen Haare. Mit den Wimpern der halbgesenkten Augenlider hielt sie die Blicke verschleiert, daß von dem eigenthümlich scharfen Sprühfeuer .nichts r.ach außen dränge. Um ihre kleine Nase zuckte es in feinen Linien; zuweilen raffte sie den Fächer, den sie zum Schutze gegen die linde Frühjahrs

sonne an die Schläfe hielt, mit- einer krampfhaften Bewegung zusammen

und tappte damit in schnellen Takten auf lhren Schoß. Sie fuhren die Champs-Elysöes und die Aoenue der Kaiserin entlang zum Boulogner Holz. Nach dem Wa gen wurde oft gegrüßt. Mira schien das nicht zu bemerken; und kein Wort der Unterhaltung. Endlich, als der Wzgen in eine entlegene Allee des Wades einbog, wo der Horizont in größerer Weite sich öffnete. warf sie eine Bemerkung hin. Lou, Du hast Deinen Moussou sehr gern gehabt?" Es war nur wenig von einer Frag: in diesen Worten denn das wußte sie ja doch sie hatte ja vor Jahren seine Anhänglichkeit an den Marquis kennen gelernt. Ich habe eine gekannt, die ihn auch sehr gern hatte." Klanglos kam es heraus, fast gleichgültig; ihre halben Augen hatten einen leeren Ausdruck. Lou bewegte sich befremdet von seinem Sitze empor. Das Weib, das ihn in den Tod getrieben, Lou...." Langsam öffnete sie ihren Fächer und schloß ihn wieder. Lous weitgespannte Augen fühlte sie auf sich gewendet, aber noch gab sie ihm keinen Blick. Verstehst Du wohl, jene, die ihn in den Tod getrieben...." wiederholte sie seh? langsam, mit wachsendem Nachdrucke. Dann ruckte sie das Köpfchen weiter nach hinten, und die Augen noch höher ins Himmelblau gerichtet, fragte sie in erzwungener Ruhe: Nun, Lou, was würdest Du wohl mit jener anfangen, wenn Du ihrer habhaft würdest?" Von Lou Um kein Wort. Es war still, nur das Knirschen der Näder. und das einförmige Stapfen der Pferdehufe. Nun. Lou?" Plötzlich fuhr sie herum und die Flammen ihrer Augen fachten auf ihn los. Nicht wahr. Lou," rief sie mit bebend erregter Stimme, Du würdest Deinen todten Moussou an ihr rächen? Würdest sie umbringen? Mit Deinen Händen erwürgen? Oder ihr die Gurgel zerbeißen mit Deinen Zähnen, wie? Ah, Lou, Du thätest es nicht...." Es war wie eine Wildheit, die sie ihm plötzlich aufgestachelt, mit dem heißen Klang ihrer Stimme und mit ihren Augenflammen. Ja ja ja! gewiß thäte er es! Es war eine solche Entschlossenheit in dem Nicken seines Kopfes und in dem Blitzen seiner dunkeln Blicke, daß sie einen ganz leichten Schauer nicht unterdrücken tarnte. Und wieder von ihm abgekehrt, ihre Hand, die leise zitterte, auf die seine legend: Du bist ein guter Bursch, Lou! Du bist besser als wir andern " Was sollte das alles? Was wollte sie? Eine Weile wieder völliges Schweigen. Dann begann sie in der gleichgültig scheinend! Art, mit der man TagesNeuigkeiten abthut, ohne ihn ferner anzusehen: Ich habe sie sehr gut gesannt noch kenne ich sie. Sie hatte ihn geliebt sie glaubte es, sie schwor es; sie wußte nicht anders, als daß es Liebe sei. Pariser Liebe meinGott. eine ganz aparte Art, ein so insam nervöses Ding von Liebe: das Klingeln von ein paar Goldstücken und weg ist sie! Das Blitzen eines Brillanten sofort ist sie hin!" Und mit einem schwer aushauchenden Seufzer: Man soll sie nicht ganz verdammen nein, man darf sie nicht ganz verdammen! Sie hatte nie von einer andern Liebe gehört was wollte man von ihr verlangen? Kann man aus seiner eigenen Haut heraus? Es war ein Unglück, daß er dagegen an einer ganz andern Liebe litt ja er litt daran, er machte Verse, Dein Moussou, er ging gerne in den Wolken promeniren. Siehst Du, mein Freund Lou, eine ganz dumme Geschichte. Wenn der Guignol sie so aufführte, wie sie ist. er würde sich blamiren. JhrGlück hatte nicht gar lange gedauert. Ein außerordentlich kostbares Glück für Deinen Moussou es stürzte ihn in Schulden. es ruinirte ihn. Er hätte noch rechtzeitig Einhalt thun sollen, aber nein, seine Liebe war blind und taub. Aber die ihre war so schrecklich hell bei Sinnen. Da sagte er eines Tages: ich bin ein Bettler, aber einerlei, Du liebst mich, ich liebe Dich. Arbeiten wollte er, ein neues Leben beginnen. Es hörte sich gut und lieb an, wie in einem Roman. Ja, sie wollte ihm treu sein, gelobte sie ihm es gab viel Thränen. Sie wollte es, beim heiligen Gott, sie wollte es! Man muß st nicht ganz verachten! Es war aber ein so fürchterlicher Durst in ihr ein Durst nach allem, was schön, was glänzend und prächtig nach allem, was einen Namen hat, was glitzert und klingt und duftet.... Nein, sie fühlte sich nicht stark genug. den Durst zu ertragen. Konnte sie ihn denn nicht jeden Augenblick befriedigen? Welch ein Schwärmer war er auch, daß er an eine Pariser Treue glauben konnte? Wie gesagt, eine lächerlich einfache Geschichte. In einer fremden Equipage mit einem fremden Herrn überraschte er sie einst im Boulogner Holz. Man hatte sie überrumpelt mit dem Seidenglanz der Polsterung und den Goldborten der Livree, sie hatte nicht widerstehen können. Vielleicht sah er mit seiner. Phantasie mehr, als dahinter war. Er sah zu sehr mit dem Her, zen. Dein guter Moussou. War eben ein unverbesserlicher Schwärmer. Nahm sich also die Entdeckung zu HerZen, griff zur Postole und setzte sich die an die Brust.

Sagte ihr nicht einmal, daß er sich

todtschießen wollte. Und sie gab ihm auch die Erlaubniß nicht dazu, wie ein Guignol. Er war so schrecklich vor lig er hätte doch warten sollen vielleicht hatte sie sich besonnen vielleicht, daß sie sich noch zu der andern. zu seiner Art von Liebe bekehrt.... Nein, nein, nein!" wehrte Mira mit dem Fächer, nein, nein, ne:n und heftig wiegte das .'övchen hin und her. Ich weiß, sie hätte es doch nicht gethan! Der Durst war zu groß! Ah, viel zu groß war der Durst...." Es war, als wollte sie sich selbst beruhigen mit ihrem Nein, nein!" Noch immer stieß sie es heraus, jetzt leise für sich hinhauchend. Dann wieder eine Stille. In das Rollen des Waaens hinein zwitscherten und zirpten die Vögel des Waldwerkes; ganz von fern, aus den lauschigen Laubgängen klangen einzelne ihrer volleren, sehnsüchtig lockenden Stimmen. Es war sehr einsam hier. Und plötzlich, wie erschaudernd vor dieser Einsamkeit, befahl sie, umzukehren. Laut befahl sie's, als sollte der herrische Ton jeden andern Gedanken hinwegweisen. Nach einer Weile streifte sie mit einem kurzen Blicke Lous noch immer verdutzt horchende Auoen da spielte ein wehmüthig mitleidiges Lächeln über ihre Züge. Ich glaube gar, Du hast nicht einmal viel von dem allen verstanden, guter Lou? Nun. desto besser. Man lernt so allerlei schöne gedrechselte Worte auf dem Theater, nachher wird man sie nicht mehr los." Und nun keine Silbe mehr bis zu ihrer Wohnung. In sich versunken saß sie, schweigsam wie ein Marmorbildniß; hin und wieder beantwortete sie die Grüße der vorüberfahrenden Bekannten mit einem kaum bemerkbaren, fast hochmüthigen Nicken. Ein frischer Wind wehte ihnen ntgegen, als sie die Champs-Elysöes hinabfuhren. Das Feder- und Spitzenwerk auf ihrem Hute flitterte zugleich mit dem feinen goldenen Wildhaar ihres Nackens. Sie hielt das vibrirende Naschen scharf gegen den Wind, und ihre Augen blinzelten in dem Wehen; zuweilen öffnete sie die Lippen und mit tiefen seufzerartigen Zügen schlürfte sie die erqickendeFrische ein. Kurz vor dem Diner stand Lou am Fenster des Salons, die Stirne gegen die kühlende Scheibe gepreßt. Wüst stürmten ihm die Gedanken, hatte er doch von Miras Bekenntniß nur die Hälfte verstanden. Wer war jene Unselige gewesen? Und warum hatte er denn damals nichts gemerkt? Scharf wie der Riß eines Dolches fuhr es ihm durch die Seele: ach. dc?ß er damals seinen Moussou nicht rächen gedurft? Wie hatte Mira doch gesagt: würdest Du sie erwürgen mit Deinen Händen, Lou? Ja, ja, ja! diese Hände krampften sich in einer plötzlichen Wuth zusammen. Ja, er würde sie erwürgen! Jetzt noch! Gleich! Wo ist sie? Er wolltcMira fragen; sie mußte ihm ganz Genaues über die Verbrecherin mittheilen. ... . - Da legte sich eine Hand auf seine Schalter ihre, Miras Hand leisi, fast gaghaft tastend. Er fuhr herum. Bleib!" hauchte sie hin, mit gefenkten Blicken. Sie war so blaß. Nur die Augen schienen gervthet hatte sie geweint? Nun, mit einer kinderhaff hilslosen Bewegung senkte sie ihr Köpschen an seine Schulter. Stille dann, nur das laute Hämmern seines Heriens. Ach. Lou Lou Lou . . ." Durch dies Hämmern hörte er's sein Name wie. in einer Klage, wie in einer rührenden Bitte von ihren Lippen geflüstert. Langsam wiegte sie das Köpfchen an seiner Schulter, langsam, daß die balbentfesselten Haare auf ihremNacken mit schweren Lasten hinüber und herüber rollten. Ach. Lou. Lou.... Lou...." Es that ihr so wohl. Welch eine Erlösung, den Namen so zu wiederholen! Er wußte nicht, wie ihm wurde; sein Athem stand still, alle Fibern in ihm lauschten auf ihr flehendes Lou" nicht mit einer Wimper wagte er zu zucken, daß nicht alles, wie es geschah, sofort wie ein Traum zerflatterte.... Lou. Du bist gut." sagte sie in bebend weichem Tone, immer noch das Köpfchen wiegend, Du hast ein gutes Herz, Lou. Ja, wirklich ein Herz:... wir andern aber.... nein, alles andre haben wir, nur kein Herz!". Und ein heftig verneinendes Schütteln des Kopfes. Plötzlich fuhr sie auf, hob das Haupt empor und schlug die Hände gegen das Gesicht. Dann, mit den gekrümmten Fingern in den Stirnhaaren. die Handballen in die Augen gepreßt, rief sie laut und schrillend: Ach. wie häßlich, wie erbärmlich,, wie schal ist das alles! Puppen sind wir, nichts als elende Puppen! Daß man wieder ein Mensch sein dürfte, ach, weite? nichts! Daß man wieder ein Mensch sein dürfte!" Ein stürmisches Schluchzen erschütterte ihre Gestalt, ihre Hände tasteten nach einem Halt. Da geschah es, das Seltsame, das Unbegreifliche. Hingesunken lag sie an seiner Brust, die Arme fest anklammernd um seinen Nacken; und wie ein leidenschaftliches Aufwallen klangen ihre Worte durch das Schluchzen: Lou, ich weiß. Du wirst mich verachten.... heute vielleicht noch nicht.... aber morgen wirst Du's.... es wird kommen Du mußt mich dennoch verachten.... selbst mit Deinem Herzen mutzt Du's! Aber ich kann nicht anders kann, kann, kann nicht an derö! Die ganze Komödie um uns ist'

stärker! Ah, ich kann nicht andc?s, verzeih Du mir!" Wie von einem ungeheuren Schreck an allen Gliedern gelähmt, stand er, und sein bebendes Staunen lauschte auf das Wirrsal ihrer Worte. Und horch! wie das Aufleuchten eines Blitzes in der Nachtschwüle, so fluthete die Helle eines Wortes über sein Herz dahin. Horch: ..Lou. ich hätte Dich lieben können ich könnte Dich lieben, einen wie Dich Dich selbst.... ja, Dich könnte ich lieben " Ach, ihre Stimme, ihre süße Stimme! Lieben".... O, das eine Wort, das kannte er, das verstand er! Sie hatte es ihn ja vor allen andern Worten gelehrt. Diesmal, ja diesmal wagte er sie zu berühren. Nur dies eine Mal! Nur diese winzigen wenigen Sekunden menschlicher Glückseligkeit.... Umfangen, fest umschlossen hielt er sie mit seinen Armen. Gewaltsam, im fieberisch ausbrechenden Sturm preßte er ihre zitternde Gestalt an die seine, fast wie in einer vorahnendenVerzweiflung, daß es nur dies eine Mal geschehen sollte. Es war, als zerbräche ihr zarter Körper unter dem eisernen Zwang seiner Leidenschaft. Und seine bebenden Lippen stammelten in das Gewirr ihrer Haare hinein so fremdartige unverständliche Laufe waren es so sie berisch wild klangen diese Worte so glühend wehte sein Odem.... Plötzlich, mit einem gellen Angstschrei mtrang sie sich seinen Armen. Und fort flog sie. War denn das alles geschehen? War denn das ein Traum? Nein, noch stürmte seine Brust mit zersprengender Gewalt, noch stammelten seine Lippen in der Sprache seiner Heimath. Wie in einem Bann erstarrt hielt er immer noch auf der Stelle. Als er sich endlich zu ein paar Schritten, losmachen wollte aus diesem Bann, da glaubte er hinzustürzen, so wankte er.

Zwanzigstes Kapitel. Der Sklavenmarkt. Es war ein so gewaltiges Wogen und Wimmeln droben in dem Sternenmeer diese Pariser Sterne bebten und wankten so sehr, sie hielten nicht stet auf ihrem Platze, es war kein Verlaß auf sie in Lous Heimath standen sie angenietet am schwarzen Himmel wie die goldenen Nägel, an deren jeden man seine Treue und seinen Glauben und seineLiebe hängen'durfte. Als Lou am Abend durch die Straßen von Paris dahintaumelte, da schrillte immer wieder durch den Gluckessturm, der seine Sinne umbrandete, das Echo ihrer Worte: Pariser Treue Pariser Liebe." Ach. daß er sein Herz mit den leibliehen Händen umklammern dürfte, damit es ihm nicht zerspränge heute nicht in der unfaßbaren Seligkeit, morgen nicht unter der Wucht des un faßbaren Wehs, mit dem die Pariser Liebe es fchlagen könnte! Mira zeigte von diesem Tage an eine seltsame Scheu vor Lou und sie vermied es, mit ihm allein zu sein; zu Tische waren stets Gäste geladen. Es war eine Scham, daß sie einen innersten Winkel ihrer Brust vor Lou bloßgelegt es war eine Angst, daß er jenen Taumel, jenen Ansall, jenen unbegreiflichen Fieberschauer ihres Herzens als Ernst nehmen könnte: der gute Junge wäre es wahrhaftig im stände! Nun ließ sie das ganze Sprühwerk ihrkr Launen los, gegen ihre Verehrer gegen ihre Bedienung, gegen Lou selbst. Zuweilen schien sie ihre Großmuth zu bereuen, und sie forderte Don Lou allerlei, was ihn allmählich wieder auf die Stufe der Dienenden herabdrücken sollte. Selbst in Gegenwart der Gäste geschah das nun. Und Lou that nach ihrem Winke und Befehl. Lou nix Herr Lou Diener sein!" Es war wie eine Erlösung von dem fast unerträglichen Zwange des Herrenspielens. Er wollte stch ja gern erniedrigen sich wieder zu der winzigen Rolle zusammenducken, die ihm als dem Dunkelgefärbten in der großen Menschenfamilie zukäme. Wenn sie ihn nur in ihrer Nähe duldetc! Wenn er seine rühmende Lbe ganz in der Stille glimmen und glühen fassen durfte! Von den wenigen Mmu4... 'tssr 'V f. Vn! !n llil VU Wbllljlhli. Uil ILflil iva llil Almosen vor die Füße geworfen, wollte er ja zehren und zehren, solange es eine Zeit für ihn gäbe Nur zirweilen kam eineThorheit über ihn, und da hatte er Mühe, daß er nicht mit einer Eifersucht herausbrach. Cabrera steckte hinter ihren Launen. Es gina etwas Ernstliches zwischen ihr un'd dem Grafen vor. Auf den Boulevarizs schwirrte das Gerücht wie mit gaukelnden Schmetterlingen umher: Graf Cabrera wäre also doch im stande, dies Feuerwerk von einer Mira zu heirathen nun, und sie würde seine wirklich vorhandenen Schlösser in Spanien und seinen glänzenden Na men gewiß nicht verschmähen.... Wenn ihr eine Andeutung zu Ohren kam, so lachte sie hellauf in ihrer Art, die sich mit ein paar wohlklingenden Lachtönen jeder Verlegenheit zu entschlagen wußte. Warum nicht?" gab sie mit einer schnippisch wegwerfenden Miene zu. Gräfin Cabrera ja, meine Herren, klingt das denn fo, als ob man's abweisen müßte, wenn es einer auf einem Präsentirteller offerirt würde? Gräfin Cabrera y Calabranca famos klingt das als wenn man die grandiose Brokatschleppe der regierenden Gräfin rauschen hörte!" Ah. der Durst, der Durst war zu groß.... Sie würde ihm nicht widerstehen! , ' Fla -Fla war zum dreihundertsten Male gegeben worden und in den SalonS der Diva wurde das Ereigniß gefeiert. Umgeben von ihren Enthusiasten und Huldigern saß die. goldene Mira,

strahlend in dem Glänze ihrer bizarren Erscheinung Es war, als ginge die Helle, die den gedeckten Tisch überflutheie. von ihrer Gestalt aus und alS entfachte an ihren Blicken all das Funkcln des Krystalls, all der gleißende Schein des Silbers, all dies Lachen und Lächeln der Gesichter. Die völlig entfesselte Fülle ihres wunderbaren Haares wallte schwer über den blendenden Schnee ihres marmorfesten Halses; wie im intensiven Lapislazuli leuchteten ihre Augen, und von ihren Lippen glühte es im dunkeln Granalroth. So mochte sie Lou mehr denn je als ein gottähnliches, über allem Menschlichen erhabenes Idol erscheinen; seine Augen sogen sich fast trunken an ihrem Anblick. m (Sie hatte heute zur Feier des Abends eine Besonderheit für Lou ersonnen: er sollte in dem malerischen Kostüm seiner Heimath unter den Gästen erscheinen. Die Auswahl und die Zusammenstellung dieses Kostüms hatte sie sich nicht geringe Mühe kosten lassen. Es wird ihn tausendmal besser kleiden, als d;e Sträflingsröcke unsrer Beaux!" sagte sie. Es war schon spät in der Nacht, der Champagner und der Enthusiasmus hatten alle Launen gelöst. Zufällig, in das surrende, brausende Geräusch der Unterhaltung und mitten hinein in das aufwirbelnde Gelächter fiel ein ernsteres Wort: es wurde der Ueberschwemmten an der unteren Rhone gedacht, welches Elend dort herrschte, wie wenig bisber für die Obdachlosen geschehen. Wie wäre es, meine Herrschaften. wenn wir eine Auktion veranstalteten!" brachte einer auf. Das fand sofort allgemeine Zustimmung. flugs wurde der Einfall ins Werk gefetzt. Kein andrer als der dicke Herzog von Müssy mit seiner fetten Gourmetstimme sollte den Auktionator spielen; er dürfte sitzen bleiben, wenn es ihm zu beschwerlich fiele. "lUml Aber einen Hammer! Wir müssen natürlich einen Hammer haben, es muß alles nach der Ordnung geschehen!" rief der Herzog fehr laut, um seinen Ton zu prüfen; sei strotzendes Gesicht prustete in einer karikirten Wichtigkeit. Der. schöne Fionsaccsues kam bereits mit einem Hammer. Aus dem Boudoir der Sängerin hatte er eine allerliebste goldgestickte Babufche geholt, diese sollte als Hammer dienen. Vorzüglich! Ausgezeichnet!" rief es von allen Seiten. Ein alter Herr, in dessen zugespitztem Gesichte sich die Nase mit dem Kinn berührte, konnte sich nicht satt sehen an dem hübschen Pantoffelchen. Mit ei nem lüstern blinzelnden Lächeln drehte er es hin und her in der leise zitternden Hand, und klipp-klipp! ließ er eS mehreremals auf den Tisch fallen: seine erloschenen Aeuglein schienen auszuleuchten bei dem Klänge. Zuerst kamen nur Kleinigkeiten zur Versteigerung. Man plünderte den Berg von Blumenbouguets, der sich vor dem Platz der Diva aufthürmte. Dann nahm man ihr kostbaresSpitzentaschentuch, das neben ihr auf dem Tische lag, jedoch schnitt man es in Stücke, damit es einen höheren Betrag, erzielte. Die Stücke gingen reißend ab, wie die Ordensbänder steckte man sie in die Knopflöcher. Dann fing man an, ihre Robe zu plündern, die. Perlenbehänge, die Bänder, die Spi tzen zu beschneiden, und im Uebermuthe machte man sich gar an den Stoff selbst. Mira rief lachend: Holla am Ende spielt ihr mir die Kammerzosfe doch zu natürlich! Rands off! Und sie schlug einem der Kühnsten tüchtig mit dem Fächer auf die Finger. Aber nun müssen die Herren daran! Ich biete dreißig Francs für den linken Frackschoß des Herrn von Fronsacques!Es half nichts, der eitle Fronsacques mußte es sich gefallen lassen, daß man die Scheere ansetzte und seinen Frack um die verlangte Hälfte verkleinerte. Eine Barbarei!" murmelte er, ließ sich seinen Paletot bringen und that sehr entrüstet, zum Ergötzen der andern. Die Preise gingen in die Höhe, als die Champagnerschale, aus der 'die Diva den Abend über getrunken, unter die Babusche kam. Sie ward zu hundertunddreißig Francs losgeschlagen. Heda, die Babusche da!" rief der kleine quecksilberne Herr de Servi vom Ende des Tisches. Holt doch die Schwester!" Nachdem man die Schwesterbabusche aus dem Boudoir herbeigeholt, ging die erstere für vierhundertundfünfzig Frcs. fort. Der alte Herr hatte 'sie richtig ersteigert, und er war ganz glücklich darüber. Er hatte sie nun vor stch auf dem Tifche stehen und bewachte sie in fast kindischer Aengstlichkeit mit den Bücken, daß ihm die Kostbarkeit nicht entiwendct würde. " Das Haar der Diva hundert Francs ein winziges Büschel!" bot de Servi. Lou. bitte, eine Scheere her!" rief Mira. Aber Baron Wisby soll schneiden, niemand anders!" Sie war gewiß, daß der schüchkerne, mädchenhafte Wisby nicht zuviel schneiden würde. Auch war sie ihm die kleine Genugthuung für die stille, seufzerreiche Art seiner Verehrung schuldig. Es war köstlich anzusehen, wie Wisby nun mit der vergoldeten Scheere in Miras wundervollen Haaren herumschnipselte, zaghast, sehr vorsichtig, dabei immer tiefer erröthend. so daß die andern kicherten und lachten. "Go on! Go on!" rief eine lallende Stimme. Es war. ls hauchte ihm aus dieser lebenden Seide, in der ihm zu wühlen vergönnt war, ein zauberischer Odem entgegen, der seine Sinne berauschen wollte, und er hatte Mühe, das Zittern seiner Finger nicht merken zu lassen. - Die kleinen Locken Zinsen reißend ab, eine größere, die Wlöby wohl, nur aus Versehen so groß gerathen war,

(ihm er erschrack heftig daruöer erreichte eintau send einhundert Francs. Genug!" rief Mira, als diese an den glücklichen Käufer verabreicht wurde. Aha, sie befürchtet eine zu starke Lichtung...." Von verschiedenen Seiten fielen neckische Bemerkungen, daß es mit ihrem scheinbaren Haarreichthum doch wohl nicht so weit her sein müßte. Das stachelte ihre Eitelkeit. Und das Köpfchen tüchtig schüttelnnd. daß die Haare wie die Schlangen herumflogen, rief sie: Wisby, bitte, mein Lieber, schneiden Sie tüchtig, schneiden Sie herzhaft, schneiden Sie, so viel Sie wollen, hören Sie!" Da faßte sich Wisby Muth und schnitt eine dichte, glänzende Prachtlocke heraus. Sie begeisterte ihn so, daß er aus sich herausging und mit seinem Gebot zuletzt über die andern obsiegte. Er erhielt die Locke für viertausenddreihundert Francs. Es ward ein Hallo. Er wird einen Altar errichten für die Locke!" hieß es. Nun bat man Mira, sie möchte eines ihrer egyptischen Lieder singen: Meine Mutter hat mir die Datteln gegessen," oder ein andres. Sehr gern, für einen Louisdor Honorar pro Person will ichs singen,"" erklärte sie.ganz in dem geschästsmäßigen Ton, mit dem sie ihr Salär beim Theater zu fixiren pflegte. Alles war einverstanden. Monsieur Lou muß sammeln, dcr es aus seiner Heimath ist," meinte de Servi. Monsieur Lou sammeln!" ging der Chor. Man gab Lou die Babusche, und nachdem das Lied gesungen war, sam-' melte er unter dem Gellen der Bravos,. dem Klirren der Gläser und dem. Himmlisch!! und Göttlich!, der weinfrohen Zungen das Honorar ein. Als er auf jener Seite des Tifches, gerade Mira gegenüber war, neigte sich das von einer nervösen RLth: belebteGesicht des Grafen Cabrera zu Miras Schulter hin. Und mit den gespreizten. Fingern der Rechten das nadelfeine' Ende des Schnurrbartes ausziehend,, sagte er in seiner überlegen hinwerfen-' den Art: Wie wär's,, wenn wir den. dcr versteigerten?"' Mira zuckte aufr Wen denn?" Wen meinte er?' Er hatte auch nicht mit der kleinsten Gebärde auf jemand' gedeutet. Nun, Monsieur Lou aus Kairo?.' Was meinen Sie,. Mira?" Das kam ganz: trocken heraus, als', handelte es sich um irgend einen Gegenstand auf der Tafel. Cabrera, sind Sie; toll?" brauste sie auf. Haben Sie.' zu. viel getrunken? Welche Idee! Sind wir denn in der. Türkei?" Sie war so überrascht, daß sie für ihre volle Entrüstung nicht die hinreichenden Worte fand;. Man würde einen tüchtigen Batzen erzielen," sagte Cabrera sehr ruhig,, ohne sich durch dar Sturm ihrer Worte stören zu lassen Das verbitte ich mir!" zischelteMira Dergleichen- Zumuthungen ver--bitte ich mir! Lim ist mein Freund, er hat den allerersten Anspruch auf-mein-Gastrecht. Was fällt Ihnen ein,, Ca. brera treiben. Sie doch mit andern-. Ihre Scherze!"' Und mit einem-fast verächtlichenEmPorwerfen der prächtigen Schultern, wendete sie sich ab. Aber Graf Cabrera versteifte- sich, auf seine Idee, und die gesteigerteWeinlaune ließ ihn bei den andern Unterstützung finden: wie Pikant, einStück! Sklavenmarkt mitten in Paris! Man würde doch die Herrenrolle- dieses.' schwarzen Kerls, den Breteuillcs, fei erzeit für einen tüchtigen Haufen bao ren Geldes erstanden, nicht ferner ernst nehmen wollen? Mira wollte außer sich gerathen: Seid ihr denn alle toll und verrückt!"' Es war ihr voller Zorn.

Eine anzügliche Bemerkung- über. ihre Freundschaft mit Lou skrnfte ihr Ohr da fuhr sie mit flammenden: Augen auf, nach der Richwng: hin. wo her die Bemerkung gekommen. Wer? Was? Nein, ich lasse auch nicht von ihm!" rief sie im scharffchril lenden Ton. Dann mit einer kühnen. Schwungbewegung des Fächers die ganze Tafel umfassend, warf sie es ihnen mit einer sprühenden Verachtung hin: Er ist tausendmal' mehr, werth als ihr alle!" Sapristi!" lallte eine trunkene Stimme. Was mag er denn gekostet haben?" näselte Fronsacques. Man wollte die Idee schon fallen lassen, da man eine ernstliche Szene fürchtete. Es ward eine peinliche Pause. - Da sah man, wie Graf Cabrera sich abermals zu der Sängerin neinte und in anscheinend nachlässiger Weise über ihren ihm zugewendeten Nacken hinredete. Anfangs schien eS. als wollte sie nichts hören, ja sie stellte absichtlich eine gleichgültige Frage über den Tisch hinüber, sein Geflüster laut durchschnei, dend. . Dann aber begann sie aufzuhorchen, immer lebhafter, immer begierig ihre Augen blinzelten, zuckten auf-' zu dem, was er sagte Nun grub s die Zahnchen fester und fester in die Unterlippe, die feinen Flügel ihres Näschens geriethen in vibrirende Bewegusg, und ein wachsendes Roth flog üb Stirn und Hals: der Ausdruck einer ihr sonst nicht eigenthumlichen Berlegenheit spielte um ihr Antlitz. ' Plötzlich wendete sie sich herum. Mit einem fast feindlichen Blicke maß sie .den Sprecher. Und sie warf etwas hin, das scharf und spitz wie eme Befcidi gung klang. (Fortsetzung folgt.) Boshaft. Poet: - Do ist a jetzt ein unverbrennbares Papier erfunden worden Freund: Das. toatc ja vaö für Deine, Gedichte."

Für die KartoffelsuppemitKäse. Ein Stückchen frische Butter wird leicht gerührt, zwei Löffel geriebenen Parmesankäse, ein Löffel Mebl. zwei Tassen geriebene Kartoffeln und so viel Milch, daß es einen dickflüssigen eig giebt. Diesen verdünnt man mit siedende? Fleischbrühe zu einer sämigen Suppe, die man fünfzehn bis zwanzig Minu ten langsam kochen läßt. Vor dem Anrichten treibt man die Suppe durch ein Sieb,' würzt nach Geschmack und giebt geröstete Semmelwürselchen dazu. Geflügelklö Das Brust, fleisch eines älteren Huhnes wird von Haut und Bein gelöst, in einem Mör ser gestoßen ein Weißbrot, welches zuvor m Milch eingeweicht war, nebst 1 Unze frischer Butter mit dem nöthigen Salz, Muskatnuß und dem Gelben von Eiern, einem Löffel voll süßen Rahm zehn Minuten lang recht fein gerieben, kleine Klößchen gemacht und fünf Minuten vor dem Anrichten in etwas Fleischbrühe langsam gekocht. Niere.n.s.chnitten Zwei, bis drei Kalbsnieren dämpft man in But ter ziemlich weich. Nun wiegt man sie fein mit. einigen Schalotten, Petersilie und schwitzt das Gewiegte, in Butter leicht ab.. Nachdem man gewürzt unv etwas. Citronensaft fowie eine Messer spitze Fleischextract dazu gemengt hat. streicht man die dickliche Masse auf Weißbrotschnitten, bestreut, mit Par mesankäse und geriebener Semmel nv beträufelt zuletzt mit. zerlassener Butter.. So zubereitet, bäckt, man. die Schnitten auf einem , Blech goldgelb ini Ofen.. Sie bieten eine gute Zwischen speise.. N.i.e.rn mit Re.i.s.. Von. fünf schönen Kalbsnieren entfernt man möglichst das Fett, schneidet sie in. feine Scheiben und bestreut sie mit Salz und Pfeffer. Man läßt 2. Unzen Butter. sich gelbbraun färben, thut.die.Nierenscheiden. hinein, bestreut sie. mit gehackter Petersilie Schnittlauch und Champiznons und läßt sie eine kurze Weile, in der. Butter, daß sie. nur. gar und. steif werden. Dann gießt man den größten Theil. des Fettes ab..stäubt Mehl.üb.'r die Nieren, giebt 80 Gran ' Fleischextrakt daran, fügt ein. Glas. Weißwein und einen halben Theelöffel. Mostrich dazu.und.schwenkt sie.hiermit,, bis. eine schöne Sauce entstanden ist.. Kochen dürfen, die Nieren nicht, auch nicht nach ihrer. Bereitung stehen..Man.muß,deshalb den Reis schon früher, bereiten. Man schüttet ein halbes Pfund Reis, in ein Viertel Pfund zerlassene. Butter, rübrt.ihn darin, bis. .sich oelv. färbt, gießt. 1 Pint gute. Fleisck brühe über den Reis, fügt Salz undeine. Zwiebel zu.und dämpft ihn 20 Minuten. In dieserLeit wird er alle.Flüssigkeit aufgenommen haben und.gar.sem. Die Zwiebel, wird entfernt,, ein Viertel Pfund, geriebener Parmesankäse unter den Reis gerührt, dkser.in.eine ausgestrichene Randform . fest gedrückt und gestürzt. In die leere.Mitte.werden.die fertigen Nieren gefüllt.. P i .k a n t e s C a.m ftatti. Man. nimmt Birnen, Aprikosen, Zwetschge Melonen. Kürbis.. Hagebutten, Frühäpfel, Karotten, grüne. Bohnen. Blumenkohl und Gurten.. Alles wird vorbereitet und in kleine Stücke geschnit tem.Jn siedendem Wasser,, das für.dis Gemüse ganz schwach gesalzen sein muß, kocht man allesnacheinander gar, aber nicht sehr weich, wirft das Ge kochte in frischeZkaltes. Wasser, läßt es gutabtropfen und. mischt, olles rmnt durcheinander. In. einer: großen Ter. rine übergießt man. Obst und Gemüse mit leichtem Zuckersyrup (auf ein Pfund der Mischung 10 Unzen Zucker), läßt es so über. Nacht verdeckt stehen, gießt am folgenden. Tage den Saft ab. ßigt jedem Pint'.einmLosfel Weinessig, fwie ein Beutelche. mit Nelken, Zimmetstangcn und. etwas gereinigtem Ingwer zu und,, kcht dies auf. Der Saft wird heiß über das Compatt ge. gössen und dieses, damit 24 Stunden stehen gelassen.. Dann kocht man daö Compott in dem. Saft auf. nimmt 2 heraus, schichtet: eÄ in Gläser, kocht den Saft dick ein., gießt ihn über die Früchte und verschließt die Glaser luftdicht. Auch für Gesellschaftstaseln ist dies Compott zu empfehlen, da eS neben trefflichem Geschmack ein re,z. volles Aussehen besitzt. Neue Re st Verwendung von Fisch. Reste beliebiger einer gekochter Fische löst man von den Gräten und wiegt sie fein. Zu zwei Tellern voll sol. cher Reste braucht man einen Teller voll frisch gekochten Kartoffelbrei, den man sehr fein rerbt und mit etwas Muskatnuß würzt. Mit dem lauwarmen Kartosfelbrei vermischt man den Fisch, giebt noch vier Löffel geriebenen Parmesankäse etwas weißen Pfesfer und drei ganze Eier daran und formt malzenförmige kurze Rollen von der Masse. Man wät sie in Paniermehl und bäckt sie in heißem Backfett goldbraun, worauf mzn sie mit Tomatensauce an richtet. Zu letzterer bräunt man eine geriebene Zwiebel, zwei Löffel Mehl und M0 Gran gehackte trockene Schm kenrefte in 2 Unzen Butter, rührt leichte Knochenbrühe daran, bis man eine dicke Sauce hat. und kocht diese zebn Mmu ienv worauf man sie durchstreicht. Man giebt nun das etwa noch fehlende Salz, eine Messerspitzt weißen ?Wfer. jech5 Löffel dicken Tomatenbrei, zwei Löffel Weißwein und einen halben Theelöffel Fleischertrakt, nach Belieben auch woh eine Prise Zucker an die Sauce, kocht sie gut durch und zieht zuletzt ein klei nes Stück frische Butter beim Anrichten durch. Rindfleischthee. Ein Pfund knochenfett- und sehnenfreies Rmd fleisch wird in m'öalichst kleine Stück geschnitten, in wenig kaltem Wasser zwölf Stunden stehen gelassen, dann in dsem Wasser eine hallx Stunde ge kocht und dann erkalten gelassen ; nach Abschöpfen dS etwa doch ausgekochten Fettes wird nochrnlö tUtt C:tUU stunde gelocht...