Indiana Tribüne, Volume 21, Number 28, Indianapolis, Marion County, 17 October 1897 — Page 6
Bilder vom Uontöranc. Die Montblanc - Kette erfüll ihren Rang und ihre Bedeutung unter den Hochgebirgsgruppen derAlpen in erster Linie durch den Umstand, daß sie die höchste Erhebung derselben, den Monarchen. in sich schließt. Es dürfte aber auch einer lebhaften Phantasie nicht leicht werden, eine würdigere und effektvollere Umgebung 'u ersinnen, als sie der König der Alpen besitzt. Mögen die Berner Alpen sie an l.uhiger Formenschönheit übertreffen, mag die Monte - Nosa - Gruppe sie durch Kammhöhe überragen, so besitzt die Montblanc - Kette doch Eigenthümlichkeiten, die sich nirgends so ausgeprägt finden. Den Adel eigenartiger Formen und majestätischer Höhe dertritt der Monarch selbst, dem die weit niedrigere K..mmlinie der übrigen Kette nur zu einer um so mächtigeren Wirkung verhilft. Einen charakteri-
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tJ. &:JJ i'V lAt,...,,. UuOM -ff-FTrt 7:-7i::o Das Saussure - Denkmal. stischen Reiz seiner Umgebung bilden aber ihre wunderbaren, stark entwickelten Gletscher; der Glacier des Bossons, das Mer de Glace, der Glacier du Gant, der Glacier de la Brenva und der etwas entlegene Glacier d'Argentire gehören zu den großartigsten und schönsten Erscheinungen der Firnwelt in den Alpen. Inmitten einer unvergleichlichen Gebirgsscenerie in gewaltigen Hochmulden sich sammelnd, senken sich diese Eisströme zuletzt oft mit prachtvollem Sturz und thurmhohen Seracs (Eisnadeln) in friedliche Alpenthäler nieder. Die größte MerkWürdigkeit der Montblanc - Kette besteht übrigens in den sogen. Aiguilles. Diese spitzigen schmalgebauten Felsnadeln mit ihren ungeheuer schrosfen Bergflanken sind einzig in ihrer Art. Die Verwitterung der Urgebirgsgesteine hat hier noch weit schärfere Spifcen und Zacken geschaffen, als es die I y i h -'r l$M A i c, " &MiHffl S.ÄtAM V.ni :M X JTVY!-XX -viÄ-l : j' ? Ti'li i TT-- -KT' 1 i -lriL'zzLirS J :ä . i Straße in Chamonix. Erosion der Dolomitkalke in Südtirol vermocht hat. Es sei an dieser Stelle lediglich auf den Kamm zwischen der Arguille des Charmoz und der Arguille du Plan hingewiesen, der einen merkwürdigen Reichthum an solchen Gebilden besitzt. Andere Aiguilles erreichen eine ganz bedeutende Höhe, die jene ähnlicher Dolomitberge weit überragt und im Verein mit der scharfen Profilirung ganz überwältigende alpine Bilder hervorzaubert. Die Aiguille du Dru (3755 Meter) und die Aiquille oder Dent du Gant (4014 Meter) dürfen als charakteristische Beispiele für den Typus gelten. Prof. Ludwig Purtscheller nennt sie das furchtbarste Gebirge der Alpen", und rnan darf behaupten, daß die Aiguilles durch ihre abenteuerliche Gestaltung und die Schwierigkeit ihrer Erklimmung zu einem Anziehungspunkt für PierrePointue. die Elite der Bergsteiger geworden sind. Es ist bezeichnend, daß eine Anzahl dieser stolzen und herausfordernden Felszinnen während einer Reihe von Jahren jedem Angriff troyten und nur mit unsäglicher Mühe vor gar nicht allzu langer Zeit ihrer Jungfräulichkeit beraubt werden konnten. Noch jetzt ist die Ersteigung mancher Gipfel mit so großen Jährlichsten verknüpft, daß sie nur sehr selten und in großen Zwischenräumen ausgeführt wird. Die Verbindung von Eis- und Kletterarbeit, der jähe Aufbau der Felsflanken, die Lawinengefckhr und die häufig auftretenden Steinfälle stellen oft fast unerfüllbare Anforderungen an die Technik, die Ausdauer und das Glück der Ersteiger. sodaß viele Aiguilles nur unter den günstigsten Verhältnissen und mit den besten Fübrern bewältigt werdcn können. Gegenüber solchen schwierigen und gefährlichen Aufgaben wollen geübte Bergsteiger die Ersteigung des Montblanc auf der üblichen Route unter guten Verhältnissen nur als alpinen Spaziergang" gelten lassen. Die Bezwingung des mächtigen Monarchen, zu der der Gelehrte tt Saussure die Initiative ergriff, gelang zuerst dem Einheimischen Jacqueö Walmat und Dr. Paccard im Jahr,
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1786. Saussure betrat den Gipfel ein Jahr später unter Balmat's Leitung. Ein im Jahre 1837 in Chamonix errichtetes Denkmal mit Figuren von Salmson, doppelt wirksam durch den plastisch zum Ausdruck gebrachten Hinweis auf das gewaltige MontblancMassiv, ehrt diese letzteren, ihre Zeitgenossen an Thatkraft und Hingabe weit überragenden Männer. Leider hat Valmat später ein trauriges Ende gefunden, indem er angeblich beim Suchen vonMineralien oder gar Goldädern in demGebirge hinter dem Mont Brvent verunglückte und verschollen blieb. Das Montblanc - Massiv selbst entsendet einen Doppelsporn in südlicher Richtung, wovon der westliche Zweig mit dem langgestreckten Mont Broillard einen Riesenpfeiler des Monarchen selber darstellt und frei östliche Arm die berüchtigten Pteretspitzen trägt, die sämmtlich in die Thäler der Doire hinabschauen. Die zahlreichen Gletscher bilden einen Hauptreiz der Gruppe. Die einen senken sich in's Thal von Chamoniz hinab, wie der Glacier du Tour, Glacier d'Argentire, das Mer de Glace, der prächtige Glacier des Bossons und der Glacier de Taconnaz. Andere steigen in's Val de Montjoie hinab. Alle diese Firnen gehören zum Flüggebiet der Arve (Savoyen). Die Gletscher der Courmayeurseite sind meist kürzer und steiler. Sie gehören zum Flußgebiet der Doire (Italien). Eine vierte kleine Gruppe von Gletschern liegt bereits auf schweizer Boden und sendet ihre Wasser theils in die Dranse, theils durch die Gorge du Trient in die Rhone. Der wasserscheidende Hauptkamm bildet zugleich die politische Grenze. Derselbe trennt auf der Strecke zwischen Aiguille du Tour und Mont Dolent die Länder Savoyen und Schweiz sowie in seinem Verlauf vom
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UfH?v Y; , umz? y j ui- 1. , , . gfjjj Argentiere. Mont Dolent bis zumCol de la Seigne die Gebiete von Savoyen und Italien. Der Mont Dolent ist daher die Dreiherrenspitze der Montblanc - Kette. Die meisten deutschen Reisenden erreichen das Rhonethal über die AlpenPässe der Furka. Grimsel oder Gemmi und wenden sich dann von Martigny über den Col de la Forclaz und die T'te Noire nach Chamonix. Das Städtchen, das etwa 2500 Einwohner besitzt, liegt in 1050 Meter Meereshöhe an den beiden Usern der Arve und macht mit seinen zahlreichen ansehenlichen Hotels einen freundlichen Eindruck. Freilich entbehrt das Innere von Chamonix vollständig jenen alpinen Zug, den die Behausungen in an deren Theilen der Alpen, besonders in Tirol und der Schweiz zur Schau tragen. Ueberwältigend wirkt die Zaubcrwelt von Chamonix, und bei jeder Biegung der Straße erscheinen neue Bilder: der Glacier du Tour, der Glacier d'Argentiöre, die wunderlich geSerac. formten Aiguilles und der majestätische Montblanc selbst. Das Dörflein Argentiere (1250 Meter), zu dem der gleichnamige Gletscher, umsäumt von Moränen, niederwallt, befindet sich in recht bedrohter Lage und wurde schon wiederholt von Einbrüchen und Wasserströmen verwüstet. Im Hintergründ thront die stolze, schrosf aufgebaute Aiguille du Chardonnet (3822 Meer). Die großartigsten Eis- und Gletscherphänomene in der Umgegend von Chamonix bietet der Glacier des Bossons, dessen Zunge bis fast zur Thalsohle herabreicht. Theils durch jähes Gefäll (Eissturz), theils durch Zusammenpressung im engen Bett oder Aufstauung infolge von Hindernissen (gleich Stromwirbeln) entstehen jene in Zacken und Nadeln zerrissenen und zersplitterten Gebilde, die man Seracs nennt. Sie sind zuweilen durch tiefe Spalten und Trichter voneinander geschieden oder durch schmale Eisfirste miteinander verknüpft. Die Aiguille du Midi beherrscht den Hintergrund der grausig - schönen Wildniß, deren Eisfirste wie erstarrte Meereswogen anzusehen sind. Wer sich scheut, den Gletscher selbst zu . betreten, der mag auf gutem Saumweg hinansteigen zum Hochgelegegenen Pavillon Pierre Pointue. wo er in einer Höhe von 2049 Meter den Gletscher weithin in , aller Sicherheit überschaut. Aus der Tiefe grüßt das Städtchen Chamonix herauf. und jenseit des Glacier des Bossons blinken Aigu'elle und Dome du Gouter in blendendem Firnkleid. Den 4810 Meter hoben Gipfel des Montblanc krönt ein Observatorium, das' von dem Pariser Astronomen Janssen im September 1893 errichtet wurde. Der trapezförmige Bau ist 10.5 Meter lang, 7 Meter hoch und 4.5 Meter tief in den Schnee eingelassen. Die Plattform des Observatoriums, die ein Geländer umschließt, ist
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mit einem Thürmchen geschmückt, daZ die meteorologischen Beobachtungen er leichtert, und gibt dem Ganzen das
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Das Observatorium. Aussehen einer kleinen Festung. Und fürwahr, das Observatorium auf dem Gipfel des Montblanc ist auch in Wirklichkeit ein weit in die Sphäre der Meteorologie hinaus vorgeschobenes Fort, ein himmelanstrebendes, in die Welt hinaus leuchtendes Schloß der Wissenschaft. Ein fürstlicher Arzt. Zu den berühmtesten Augenärzten unserer Zeit gehört der Herzog Dr. Karl Theodor in Bayern, der am 9. August 1839 in Possenhofen als der zweite Sohn des Herzogs Maximilian von der Linie Zweibrücken - Birkenfeld geboren und also der jüngere Bruder der Kaiserin von Oesterich cst. Er trat ursprünglich bei der Aciillrie ein, widmete sich aber, nachd:m er dm Feldzug gegen Frankreich im )auptquartier des jetzigen Königs von Sachsen mitgemacht, ganz dem rnedizinischen Studium. Man sazt. oaß iti Tod seiner ersten Gemay!in,"einer fachfischen Königstochter, naÄ kaum zrckijähriger Ehe, den tiefinneren Drang, ein Helfer der leidenden Menschheit zu Herzog Karl Theodor. werden.besonders in ihm bestärkt habe. Der Herzog studirte and promovirte in München, wirkte dort längere Zeit als Assistent des berühren Chirurgen Prof. von Nußbaum, wandte sich dann der Augenheilkunde als Sp:zialstudium zu. und erhielt 1880 durch besonderen Erlaß des Reichs kZ'izlö.'s die Befugniß zur Ausübung der ärztlichen Praxis. Seither liegt er derselben im Sommer auf seiner Besitzung in Tegernsee. im Winter in Meran in ausgedehnter Weise ob; die Zahl der von ihm ausgeführten Star - Onrutionln allein soll schon das dritte Tausind übersteigen, und die wunderbare Geschicklichkeit seiner Hand führt ihm jahraus jahrein Patten: :n au'? ah len Theilen der Welt zu. Bor allem aber ist er der Helfer der ärmsten .inter den Armen geworden, derer, denen ihre äußern Verhältnisse sonst lc!Nge theuere Kuren versagen Herzog Karl Theodor ist in zweiter Ehe sei: 1874 mit der Prinzessin Maia Joscpha von Braganza. einer der sechs schönen Vraganzatöchter". wie sie '. i Volksmunde heißen, vermählt, die ihm eine treue überaus geschickte Assistent'n be! seinen Operationen geworden ist. Ein Genesungsheim. Es ist eine segensreiche Folge der neueren socialen Gesetzgebung in Deutschland, daß überall im alten Vaterlande durch die Jnvaliditäts- und Alters - Versicherungsanstalten Genesungsheime erstehen. Die jüngste Heimstatte dieserAr: ist diejenige derBraunDas Heim. schweiger Anstalt, die inmitten weitausgedehnter, herrlicher Waldungen an der Eisenbahn Gernrode - Hasselfelde. zwischen den Haltestellen Friedrichshöbe und Stiege, belegen ist. Das Heim ist selbstverständlich mit allen sanitären Einrichtungen der Neuzeit ver sehen. Scharfe Erwiderung. Karlchen: Mama, stamme ich vom Affen ab?" Mutter: Von meiner Seite nicht." Gewissenhaft. Student (Morgens um 6 Uhr in der Kneipe): Du, jetzt gehe ich aber ich habe rneinemAlten geschrieben, daß ich jeden Morgen um 6 Uhr ausstehe!" TechnischerFortschritt. Schlosser: Weshalb soll denn das Schlüsselloch an der Hausthür mit Phosphorlösung bestrichen werden?Hausherr: Damit es meine Studenten finden!" Nationalökonomisches Talent, August: Jetzt wollen wir 'mal dem Privatier Schultze um n kleenes unverzinsliches Darlehn ufj Nimmerwiedersehen anjehen Lude: Aber, Aujust.der jibt uns wieder zwee Pfennige!" August: Nu, warum willste ihm die zwee Pfennige schen ken?"
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Zar und Zimmcrmann.
200 Jahren sind verflossen, seitdem der russische Zar Peter der Große sein Reich verließ, um als einfacher Arbeiter auf der Werft des holländischen Küstenstädtchens Zaandam dies ist die in Holland jetzt allgemeine übliche Schreibweise für Sardam den Schiffsbau zu lernen, und dieses Ereigniß ist denn auch in genanntem Orte gebührend gefeiert worden. Ueber die Ankunft des Zaren in Zaandam findet sich im Kirchenbuche der dortigen lutherischen Gemeinde folgende interessante Eintragung von der Hand des Pastors G. H. Petri, die in kurzen Worten das Wesentliche hervor hebt: Den vergangenen achtzehnten August, am 2. Sonntag nach Trinitatis, des Morgens um 8 Uhr ist der Zar und Großfürst von Rußland, Peter Alexowitsch, auf einer Barke mit 6 Moskowitern allhier in Sardam incognito angekommen, und hat stch acht Tage auf Krympenborg bei einem Schmiedegesellen von Boy Tyssen aufgehalten. Darnach ist er nach Amsierdam gefahren, wo seine große Gesandtschaft angekommen war. Er ist 7 Fuß groß und wav in Sardamer Bauerntracht gekleidet. Er zimmert auf der Admiralitätswerft und ist ein Liebhaber von Schiffen." Mehr oder minder mit obiger Notiz übereinstimmend, findet sich der kaiser liche Besuch auch noch in anderen alten Zaandamer Chroniken verzeichnet. Den Wasserseite von Zaandam. Schmiedegesellen Gerrit Kist , in dessen Hinterem Wohnungsgelasse der Zar Quartier fand, kannte er bereits von Rußland hev. wo dieser, wie so viele seiner Landsleute, gearbeitet hatte. Die Wohnung bestand aus einer kleinen Kammer mit Kamin, einem Tisch und zwei Stühlen. Sie hat sich bis heute erhalten und ist jetzt mit mancherlei Jnschrifttafeln und einem Kupferstich - Porträt des Zaren von Houbraken geschmückt. Gerrit Kist erhielt strenge Weisung, das Jncognito seines vornehmen Freundes und Hausgenossen um keinen Preis zu lüften. Da diesen aber andere Zaandamer, die ebenfalls in Rußland gewesen waren, erkannten, so sah sich Peter bald von Neugierigen umlagert, unter denen ihm namentlich die Kinder lästig sielen. Nicht zufrieden damit, den seltenen Gast anstaunen zu dürfen, bewarfen sie ihn seltsamerweise. mit Unrath und Steinen, so daß er sich nach der Herberge Zu den drei Schwänen" begab, den Bürgermeister zu sich be schied und diesem sein Leid klagte. Das Stadtoberhaupt klug und weise" I i i r-w WerftundWindmühle. erließ eine geharnischte Ermahnung an die hoffnungsvolle Jugend und bedrohte jeden, der. gewisse vornehme Personen" noch einmal beleidige, mit empfindlichen Strafen. Gleich am Tage nach seiner Ankunft hatte der Zar Handwerkszeug gekauft und sich unter dem Namen Peter Michaelow auf der Werft des Schiffszimmermanns Lynst Teeuwiszoon Rogge an der Buitenzaan anwerben lassen. In seinen Musestunden stattete er allen Zaandamern. mit denen er in Rußland zusammengekommen war, Besuche ab und nahm unter anderem bei einer alten armen Frau, Mary Hitmans, ein Gläschen Genever entgegen, Hat liij rnet smask opdronk". Auch beim Bau einer Mole betheiligte er sich sie hat bis zum heutigen Tage den Namen der Großfürst" behalten. Zar Peter's Wohnhaus. Die Wirkung der bürgermeisterlichen Ermahnung scheint keine außerordentliche gewesen zu sein, denn Peter der Große wurde seine kleinen PeiNiger nicht los und verließ schon nach achttägigem Aufenthalte Zaandam, um sich in Amsterdam auf der Werft der Ostindischen Compagnie als Zimmermann anwerben zu lassen. Aber der Zar vergaß das freundliche Städtchen an der Zaan nicht. Nach vielen Jahren stattete er ihm in Begleitung seiner Gemahlin Katharina, mehrerer Prinzen und eines großen Gefolges einen Besuch ab, bei dem alte Erinnerungen aufgefrischt und der Freundschaftsbund mit den wackeren Zimmevleuten erneut wurde. Wer weiß, ob die Begrüßungsrede, die
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man an ihn - richtete, nicht ähnlich klang, wie van Betts klassisches Festlied: Heil sei dem Tag, an welchem du bei uns erschienen, Es ist schon lange her, Das freut uns um so mehr!" Weiße Hunde als Opfer. Bon Alters her galt das feierliche Verbrennen weißer Hunde bei den einst fehr mächtigen Jroquois als das dem Großen Geiste angenehmste Opfer und in früheren Zejjen wurde dasselbe stets unter barbarischen Ceremonien dargebracht. In den letzten Jahren ist dasselbe allmälig außer Gebrauch gekommen, doch beabsichtigen die zu der genannten Nation gehörenden Onondagas, diesen Ritus von Neuem aufleben zu lassen, ein Beweis, daß die Mehrzahl dieser Rothhäute von der Religion derWeißen nichts wissen will. Als die Jroquois noch ungeheure Gebiete unseres Landes beherrschten und die Wälder von Wild aller Art wimmelten, wurden vor dem Fest stets große Jagden abgehalten; diese kommen jetzt natürlich in Wegfall und in Ermangelung weißer Hirsche müssen sich die Rothhäute bei den das Fest begleitenden Schmausereien gewöhnlich mit zähem Rindfleisch begnügen, auch wandern zahlreiche Hunde, die bei den Indianern bekanntlich als Leckerbissen gelten, in die Kessel. Das Opfern der weißen Hunde wird mit einem barbarischen Tanze eingeleitet, zu dem sich alle Mitglieder des Stammes, auf das Bunteste herausgeputzt, einfinden. In ehrfurchtsvollem Schweigen hocken Männer und Weiber in langen Reihen auf der Erde, während die Musiker" den offenen Raum in der Mitte einnehmen. Während einer eine primitive Trommel, d. h. eine zwischen zwei
Vfäs tzjx,: HM j. JjJN'Ä DasVerbrennenderHunde. Pfählen aufgespannte trockene Hirschhaut bearbeitet, vollführen die anderen mit Hörnern, die halb mit Schrot gefüllt sind, und Kürbissen, in denen sich Bohnen befinden, einen Höllenlärm. Der. Tanz wird von dem Aeltesten mi: allerhand grotesken Sprüngen eröffnet, ihm schließen sich die Männer, ihrem Range entsprechend, an, und zuletzt folgen die Weiber. Allmälig gerathen die Tanzenden in wahnwitzige Ekstase und bald gleicht die Scene einem wilden Durcheinander heulender Teufel. Dieser Tanz dauert fast die ganze Nacht hindurch und erst gegen Morgen ziehen sich dieTheilnehmer zurück, um sich für das feierliche Opfer selbst vorzubereiten. Wenn die ersten Strahlen der Sonne im Osten sichtbar werden, versammeln sich die Krieger um ein rohes Kreuz, an dessen Arme die zum Opfer - bestimmten weißen Hunde, die vorher erwürgt und mit möglichst bunten Bändern sowie Decken verziert sind, hängen. Unter dem Kreuze sind Haufen von Reisig aufgeschichtet, das von dem Aeltesten mittels eines Feuersteins in Brand gesteckt wird. Sobald die Flammen emporschlagen, werden die Opferthiere von zwei jungen Kriegern vom Kreuze genommen und zu dem Aeltesten gebracht. Dieser ruft den Großen Geist an und wirft mit beiden Händen getrocknete wohlriechende Kräuter auf die Cadaver, indem er sein lautes Gebet fortsetzt, bis das Feuer die letzten Spuren der Hunde vertilgt hat. Leider nicht. Ihres Vetters Praxis ist wohl noch immer nicht besonders? Leider nicht, obwohl wir unser Bestes thun. Aber immer können wir doch auch nicht rank sein. Verblümt. Baron: Sie sind ein schmuckes Persönchen, Fräulein Elli!" Tänzerin: Im Gegentheil, bis jetzt ganz schmucklos!"' Nobel. Bankier (in der Soiree zu seiner Frau) Sarahleben, kratz' Der doch ä bissl de Nas'. daß mer sieht Deine neuen Brillantring'!" Radler - U t e n s i l i e n. Gattin: Hast Du denn Alles, was Du zum Ausfluge brauchst?" Gatte: Ich glaube ja; ich habe die Lampe, die Oelkanne " Gattin: Na ja, und die Hauptsache hast Du natürlich vergessen: das Verbandzeug." Vergaloppirt. Rittmeister: Ans Ehre, gnädiges Fräulein, ich liebe Sie!" Dame: O. das haben Sie schon Vielen gesagt!" Rittmeister: Gesagt allerdings! Aber ich habe mir immer meinen Theil dabei aedackt! Sie sind, die Erste, meine Gnädige, bei der ich mir nichts dabei denke!"
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Von A. Serro. . Die Königin aller Bälle und Festlichkeiten in einem südamerikanischen Badeorte war in dieser Saison eine 18jährige, bildschöne Brasilianerin, das einzige, verwöhnte Töchterchcn eines der reichsten und angesehensten Großkaufleute von Rio de Janeiro. Die gefeierte jungeDame war stch ihrer Schönheit und der gesellschaftlichen Stellung, die sie dank den Millionen ihres Vaters einnehmen durfte, wohl bewußt und hielt es für ganz selbstverständlich, daß man ihr überall wie einer wirklichen Fürstin huldigte. Eines Tages aber sprach man in dem Badeort viel von der.Ankunst einer schönen, jungen Wittwe aus Californien. und einzelne Leuk wußten bereits zu erzählen, daß sie 'enorm rcich und im Besitz der schönsten und kostbarsten Diamanten der Welt sein solle. Als die reizende Consuelo davon hörte, fühlte sie sich sehr beunruhigt. Der Gedanke, daß diese fremde Abenteuerin" sie. die stolze, gefeierte Schönheit Rio de Janeiro's, vielleicht gar an dem nächsten in Aussicht stehenden Ballabend ausstechen könnte, ließ ihr . ' m r -w -r m ... reine nuye. tote uellle Nachforschungen an und brachte auch aus sicherster Quelle in Erfahrung, daß die schöne Fremde thatsächlich die glückliche Eigentyumerm wunderbarer Brillanten war. die einen fabelhaftenWerth reprälentirten und mit denen die Unbekannte überall, wo sie bisher ' aufaetaucht, die größte Sensation erregt hatte. Und daß die gerühmte Schönheit der Californierin ebenfalls kein Märchen war, davon mußte sich die eifersüchtige Eonsuelo selbst uberzeugen, als ste eines Morgens der stolzen Gestalt mit dem lockigen Goldhaar begegnete. Nun hieß es handeln. Die Brasilianerin gelobte sich, daß es der Fremden nie und nimmer gelingen sollte, sie in ihrem eigenen, bisher behaupteten kleinen Reich zu überstrahlen. Sie zog sich für einige Tage zurück und sann und grübelte unaufhörlich. Zuletzt hatte sie es gefunden. Am Vorabend des Ballfestes sah man sie mit hochrothen Wangen und blitzenden Augen wieder im Kreise ihrer Bewunderer, deren Zahl sich jedoch bedenklich vermindert hatte. Bald brach der wichtige Abend an und mit ihm der große Augenblick, da Consuelo den Kampf zu eröffnen gedachte. Die Gäste waren vollzählig versammelt. In dicht gedrängten Reihen umstanden ste die Californierin, deren kostbare, weiße Spitzentoilette mit den herrlichsten Diamanten in wahrhaft blendender Pracht übersäet war. Ueberall sprühte und funkelte es in tausenderlei Farben. Um die rosigen Arme und den graziösen Nacken schmiegten sich die kostbaren Steine in kunstvoller Fassung. Und aus einem strahlenden Diadem, das auf der goldschimmernden Lockenfülle ruhte, zauberten die zahllosen elektrischen Flammen geradezu märchenhaft prächtige Reflexe. Fast alle bisherigen Verehrer der noch nicht erschienenen Consuelo hatten sich um den neu aufgegangenen Stern gruppirt und umflatterten ihn wie die Motten das Licht. Da plötzlich, als sich die treulosen, leichtfertigen Cavaliere immer dichter um die californische Schöne drängten, erloschen mit einem Mal sämmtliche Flammen im Saal. Es war das Werk der schönen Consuelo, die das Dienstpersonal durch Bestechung dazu gebracht hatte, das elektrische Licht auszulöschen. .Die' verblüff ttti Gäste wandten sich im ersten Schreck dem Ausgang zu; doch im nächsten Moment blieben sie wie erstarrt stehen, denn es schien, als ob stch ihnen ein Wunder darböte. In dem sich öffnenden Thürrahmen, durch welchen von außen nur ein schwacher Lichtschein siel, stand eine von fast überirdischem Glanz umflossene Erscheinung. Es war die schlanke Figur eines jungen Mädchens, von deren Körper der eigenthümliche Schimmer, der die ganze Gestalt umzitterte. auszugehen schien. Die schneeige Weiße der unverhüllten Schultern und Arme ausgenommen, war alles an dem seltsamen Wesen von demselben tiefen Sckwarz wie die Lockenfluth. die das blasse Gesicht mit den großen, düstern Augen umwallte. Das die ätherische Gestalt wie ine nachtdunkcle Wolke umfließende Gewand sSsicn aus einem schleierartiaen Gewebe zu bestehen; doch auf diesen schwärzlichem Nebel r c "IS. . 1 r i 1 . o glelHenoen Draperien icucnieie e i tausend kleinen Fünkchen, die stch fortwährend hin und her bewegten. Einige glühten im wunderbarsten Roth, andere leuchteten in ganz intensivem Grün, wieder a::dere in einem gelblichen Farbenton oder im herrlichsten Azurblau. Von Sekunde zu Sekunde wurde das Leuchten und Flimmern schwächer und schien bald ganz 'zu erlöschen dann aber flammten die farbenschillernden kleinen Punkte wieder von Neuem auf, und der eigenartige Glanz, der von ihnen ausging, umgab die Gestalt des Mädchens mit einem unerklärlichen., übernatürlichen Schimmer. Selbst in den dunklen Locken sprühte, glühte und glitzerte es bald in hellaufleuchtenden, bald in ersterbenden Flämmchen. Da wurde es plötzlich im Saale wieder hell, und Consuelo trat mit triumphirendem Lächeln auf den schönen Lippen ihrer Nebenbuhlerin entgegen. Nun erkannte man. daß zahllose brasilianische Leuchtkäfer, deren Bewegungen durch ein feines Netz begrenzt wurden. das Haar des jungen Mädchens schmückten, während Tausende dieser lebenden Thierchen auf dem aus schwarzseidener Gaze hergestellten Ge wände vertheilt waren. Hier hielt sie ebenfalls ein überaus feines Schleiergewebe. das in aleichmäßigen kleine
Quadraten auf den Unterstöff gehastet
war. an lyrem Platze fest, ohne zedoch die reizenden, farbenprächtigen Jnsecten daran zu verhindern, sich in einem Umkreise von etwa einem 5Zoll bin und her zu bewegen. hrer genialen Idee hatte nun die Schöne Consuelo es wirklick ,u ver danken, daß all' ihre früheren Verehrer zu ihr zurückkehrten um sie - mit enthusiastischen Aeukerunaen der Vewunderung zu überschütten. Die Californierin aber ärgerte sich über die zweifellose Niederlage, welche sie erlitten, so sehr, dak sie am näcksten Tage abreiste. VestrafteZZererei. Mein Herr! Wollen Sie sogleich Ihren lästigen Hund entfernen!" Bitte sehr, gnädiges Fräulein! Foxl, ob Du gleich 'reingehst, Tropf elendiger!" Der plötzliche Windstoß. 1. 'FkcK . yMfo r In den Ferien. So, die Reifen waren nun vollgepumpt! Wenn es mir jetzt noch gelingt, meinen Onkel anzupumpen, dann kann die Reise losgehen!" Naturwissenschaftliche s. WD. üä ä - Lehrer (zum kleinenJakob): Kannst Du mir etwas über das Wasser sa gen?" Jakob: Wasser is e' Flüssigkeit, wo. wenn ma' de Händ' hereingibt, werd's schmutzig!" Klassisch. Betrunkener Student (zum Dienstmann, der ihn heim bringen soll): Ich habe' das Meinig: gethan thun Sie daö Ihre!"
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