Indiana Tribüne, Volume 21, Number 28, Indianapolis, Marion County, 17 October 1897 — Page 3

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on. Von MtxanUx ZZaron vs ZtoöMS. (6. Fortsetzung.) Man stand auf, drängte hercn, ;:m allf Auzeu zielten mit lüst'in gespannter Gier nach -dem stäfig. Zeppa hielt dort im Käfig, zewaltig mit Dem Schweife hin- ir.lo herschlagend, die scharf sunkelndm Augenlichter auf das schlafende Thier qt richtet. Es ward eine Stille in dem Raum, und man hörte den heißerregten Athem des Hundes. Nun streckte sich der Löwe, dehnte die Pranken weit von sich, in emeni ungeqzatca Gäynkrampfe öffnete er den g:waltigen Schlund seines Rachens. Famos!" ries jemand begeistert. Farmilli stand vor dem Käfig mit einer eisernen Stange in den Händen; keine Miene zuckte in seinein bronzenen Antlitz. Jetzt mußte etwas geschehen! Da hatten sie ja ihre Vorstellung! Was wird der Löwe thun? Was wird die Dogge thun? Der Berber reckte den Oberkörper empor und zog die Äordertatzen an; mit lautem Geräusch schüttelte er die junge Mähne. Da erst gewahrte er 'den Eindringling und der schien ihm nicht einmal mehr als eines gleichgiltigen Blickes werth. Mit seiner geschmeidigen Zunge begann er ruhig die e'me Pranke zu lecken. Ich habe es ja gesagt, nicht so viel Temperament haben die Bestien!" schnarrte der Mann des größten Ochsi", laut gen'Ug, damit es die Pimentos hören sollten. Z:ppa schien den Löwen, reizen zu tvollen. die Vorderpfoten hatte er weit hinausgeschoben und mit tief eingekrümmtem Nucken stand er vorgereckt, wie zu einem Sprunge bereit; aus seinem geöffneten Maule kamen einzelne leicht aufbelfernde Töne. Noch immer hörte man seinen heißen Athem durch das Schweigen. Da ward 'die Pforte zum zweitenmale geöffnet. Nein, aufgerissen diesmal mit jähem Ruck, daß das Eisenwerk des ganzen Käfigs gewaltsam erklirrte. Und wieder mit einem gewaltigen Satze erschien etwas im Käftg. Ein Mensch! Farmilli? Nein, der stand noch vor dem Käfig hier drinnen im Raum. Kein Weißer ein Schwarzer Lou! er selbst! Es klatschte einer Beifall. Andre folgten. Farmillis Stimme donnerte dazwisehen: Zurück! Daß Er sofrt den Käfig verläßt! Zurück sage ich! Hol Ihn der Teufel!" Signor Pimento fuhr mit einer plötzlichen Wuth heran. Was? Der schwarze Kerl hat ein Beil in der Hand? Den Löwen will er ihm tödten? Lou stand da, hoch aufrecht. Aus seinm Augen schoß es in Blitzen. Seine Zähne wies er breit und glänzend, mit einem grizimigen, mit ei7iem unheimlichen Lächeln. Sonst kein Zucken in seinem Antlitz kein Beben in der ganzen Gestalt nur langsam auf und nieder mit der Faust wuchtets er 'das schwere Kampfbeil Auakadaubas. Ha, seinen Zeppa wird er nicht im Stiche lassen! Er weiß, daß sie keinen Schwarzen duldet, die Bestie dort aber seinen Zeppa, seinen Freund, soll er preisgeben?.... , Es gellte ein entsetzter Schrei aus einem Frauenmunde. Dann still! athemlähmende Spannung in der ganzen Runde. Farmilli war hinausgestürzt. Und nun geschah es alles in fünf, sechs, sieben Sekunden. Sie wußten nicht recht, sie alle, die da nach dem Käfige hlnstierten, wie es geschah. Der Löwe schoß jach empor. Seine Lefzen öffnete er, wies das Gebiß dräuend gegen Lous ähne, und von den scharf rädernden R-Lauten schütterte die Luft. Nur ein Nu! War es die Dogge, die zuerst angesprungen? Oder war es der Löwe? An der Stelle, wo Zeppas rechtes Auge gesessen, war eine große, häßliche, breitklaffende Wunde, aus der das Blut hervorquoll. Dort hatte des LLwen Pranke eingeschlagen. Wut! Blut! Blut! in htx Menagerie! Sofort rochen sie's in den andern Käfigen, witterten schnüffelten fauchten heulten nach dem Blute, das da floß. Ein Ah!" der Befriedigung wurde ausgestoßen von einem der Zuschauer. Ah! sie hatten ja nun das Blut, die außerhalb der Käfige! Und sie sal,n, wie Lou den Hund packte, ihn zurückwarf, sich vor ihn hinstellte, den Körper des Thieres mit dem seinen deckte. Sie sahen das blazke Beil aufleuchten in Itl Nubiers Faust. Da. mit einem Satze, riß der Hund ihn zur Seite, 'daß er gegen d Wand prallte und fast -das Gleichgewicht verlor. Gegen den Löwen stürzte sich Zeppa in heulender Wuth das Blut 'aus der Augenwundc spritzte bis hinab Ku den Schauenden. Ein Brülltsn war's, ein einziger, und in diesem einen Tone brach der ganze ungeheure Schmerz heraus. Der Lö5?5 torkelte zurück, stürzte nieder, wälzte sich hin und her, mit Tatzen utd Schweif Loden und Wände bcar leitend; der Ääfig wankte und die Stäbe rasselten dann wieder aufgebäumt auf und ins Leere hinein! E: mußte nichts mehr sehen in seimsi Schmerz, daß er so unbändig gcgm die Leere loswüthete immer weder los und los Die kleine Pforte hatte sich geöffnet, Farmillis starke Tcme hatten hineinzegrifsenmit einemisernen Grisf den m herausgezerrt, dann den Nudier. WnZ wr? Der Löe filutri V vrww 1tV

zerfleischte Schnauze rieselte hellroth. Röchelnd schmiß er sich wiedcr hin, wälzte sich in wilden Zuckungen, stieß kurze Brülltöne heraus, winselte klaglich. In die Schnauze, in die Nase hatte Zeppa ihn gebissen. Bimento war außer sich mit erhobenen und geballten Fäusien wollte er hinaus. ' Man hielt ihn. Es wäre nicht so schlimm.. Was? Nicht schlimm? In die Nase gebissen und nicht schlimm? Sacra rninento tli diavolo! Krepiren wird er, krepiren muß er daran!" Und dann jammerte Pimento: o und das prächtige Thier! Für viertausend Francs sollte es fortgehen! Dio di Dio, das prächtige Thier! Plötzlich packte ihn wieöer d:r Zorn; er wollte den Hund erschießen sofort wollte er ihn erschießen! So wahr er selig werden wollte! bei dem Leben all der andern Bestien! schwor er. Sie vermochten ihn kaum zu halten. Zeppa will er erschießen.... Lou hörte nur das' da draußen, da schwang er drohend sein Kampföeil wer wollte ihm Zeppa erschießen? Den will er so -fort niederschlagen mit dem Beil! Mit Müh: entwanden sie ihm das Beil. Signor Pimento verstände keincn Saß, sagten sie ihm. Lou nix Spaß!" Ah. man sah es diesen vom Zorne entstellten Gebärden an, daß auch er keinen Spaß verstände. Man suchte ihn zu beschwichtigen und rieth ihm, es wäre das beste, wenn er sich auf und davon machte; sein Zeppa wäre des Lebens doch nicht mehr sicher, wenn der Berber stürbe. Und das Thier müßte sterben, solche Wunde an solcher Stelle überwände es nicht. Lou besann sich nur kurz. Aus dem Innern der Menagerie hörte man Pimentos Wüthen zugleich mit dem Nöcheln des verwundeten Löwen. Wenige Minuten darauf, nachdem Zeppa ein Nothverband um die gräßliche Wunde gelegt war, hatten die beiden den Ort verlassen. Am dämmernden Strande entlang liefen sie. Immer eiliger, und es war doch niemand, der ihnen folgte. Doch die Wellen der bald vollendeten Fluth rückten immer gieriger gegen sie an . hinter ihnen, neben ihnen, vor ihnen war das ungeheure Brausen und Tosen: wie mit tausend Stimmen hetzte es nach ihnen. Heimtückisch schlich da Wasser auf der glatten Sandfläche heran, lechzend umzingelte es ihre Füße, wollte sie absondern vom Trockenen. Warum gewannen sie denn nicht das höhere Land? Da waren die Menschen, die fürchterlichen Menschen! Lieber vom Meere verschlungen zu werden, als sich nochmals den Tigerherzen der Menschen anzuvertrauen Ah, Farmilli hatte.recht: man kann sie nicht lieben, die Menschen! nein, man kann sie nicht lieben! Ud sicherer faßte er den Hund am Halse. Der keuchte, un,d sein Trotten ging ins Wanken über. Mit Mühe schleppte ihn Lou durch den nassen Sand, in dem ihre Tritte oft genug versanken. Das Thier hatte starken Blutverlust gehabt. Wenn es daran zu Grunde ginge.... heiß siedete es Lou durch die Brust bei dem Gedanken Wenn! Dann sollte es eine Rache geben, hei! eine blutige Nache! Dsnn sollten sie einen echten Auakadauba in seiner wirklichenWildheit kennen lernen, diese Menschen! Als der matte Stahlschimmer der ungeheuren Wasserwüste in ein helleres iSilbergrau zu erblassen begann und über den schroffen Höhen der Eancalfelfen das fahle Gelb des ersten Morgenschnnes am Himmel emporwuchs, da erst krochen sie unter. Es war eine seltsame Hütte aus großen zusammengefügten Steinplatten, die ein zäher Brombeer umwucher. te, ein Druidengrab. Früh am hellen Morgen aber waren schon wieder die Menschen da. die sie daraus vertrieben freilich nur harmlose Touristen, die das Grab umstöberten und seine Steine maßen aber immer doch Menschen! Und weiter slüchteten Lou und Zeppa. Dreizehntes Kapitel. Für zwei Francs.' Zeppas Wunde heilte sehr schwer, das eine Auge war vayin. Die Pflege des armen Tbieres zchrte Lous gesammte Baarschaft auf. Was aber nun? Betteln? Bei den Menschen Vetteln? Nie und nie mehr! Heut: noch schämte er sich, daß er's je gethan. Hungern, ja lieber hungern, als bei diesen entsetzlichen Menschen betteln! Lou war zu stolz geworden, und Zeppa würde auch stolz sein und die Mildthätigkeit verschmähen, so meinte Lou. Die alte Freundschaft der beiden war wieder völlig hergestellt, aus der gemeinsam bestantdenen Gefahr war sie neugeläutert hervorgegangen. Nun brauchte Lou sich nicht mehr vor dem. Blicke des Hundes zu schämen ach, aus dem einen Auge des halb erblindeten Thieres leuchtete die Zxfut noch rührender als vormals. Und sie hungerten, erbärmlich fristeten sie ihr Leben mit dem, was das offene Feld bot und was ihnen der Zufall auf die Straße hinwarf. Noth und JagÄ nach einem genieß baren Bissen trieben sie kreuz und quer durch das Land. Aber der Winter würde hereinbrechen und der würde Lous Trotz schon mürbe machen. Auf allerlei Mittel mußte er dann sinnen, sich den Klauen des Hungers zu entwinden das brachte ihn aber immer wieder zu nahe den Menschen. ' Zuletzt zerrte die Verzweiflung so lange an ihm, bis auch diese Scheu zu schwinden begann. Er konnte daS indalide Thier nicht länger hungern t hen, es drückte ihm daö Herz ab ttwaZ mußte geschehen!

"Än dem 'Güter emeS" pra'chtvou'en Landsitzes im Blaisois ereignete sich folgende Szene. Als ver Besitzer mit zweien seiner Kinder an einem Nachmittag im Spätherbst im Parke !ustwandelte, drängten diese plötzlich erschrocken an den Batcr heran. Papa, zwn wilde Thiere!" rief das ältere Mädchen, auf dieGittröffnung deutend, die einen Auslug auf die herbstlich braune Landschaft gewährte. Zwischen die Eifenstäbe des Gitters gezwängt, lauerten da zwei Köpfe, phantastisch und wild, schwer erkennbar unter den Schattenflecken, die das überhangende Nankenwerk auf ihnen hinzittern ließ. Es konnten zwei Thiere sein das eine konnte aber auch ein Mensch sein. Die Augen, uno nur drei davon waren sichtbar, stierten mit einem drohenden Ausdruck in den Garten herein; kein Weißes zeigte sich um die bläulichbraunen Sterne dieser drei Augen,. Jetzt erst erkannte der Besitzer einen Kopf für den eines Menschen. In einer eigenthümlichen Farbe schimmerte das Gesicht, es war ein vevwittertes, schmutziges Braunroth, das Sonne, Wetter und Elend so verfärbt haben mochten. Das wildwuchernde Wollenhaar, durch die Enge der Eisenstäbe dicht an die gehöhlten Wangen gePreßt, fiel nach hinten gleich der Mähne eines Thieres herab. Das Gebiß mir den sehr großen, scharfen, ebenfalls thierartigen Zähnen war mit einer unheimlich fletschenden Gebärde vorgestreckt. Daneben die prustende, witternde Schnauze einer Dogge, deren erdfarbenes Fell ein verschabtes. zerzaustes Aussehen hatte; nur die eckig geschnittene Nase gab einen schwarzen Glanz, als wäre sie neu lackirt. Die eine Fläche des Kopfes schien aus allerlei Fetzen zusammengeflickt, und statt des Auges starrte dort eine dunkle, verschrumpfte Narbe. Jetzt fuhr eine harte, wie abgenagt aussehende Hand an einem knochendünnem Arme, der gar nicht enden wollte, durchs Gitter. Un'd der Hund ließ statt des Eigners dieser Hand ein paar bittende, fast katzenartige Gaumentöne vernehmen. Dann rief eine klägliche Stimme, deren einzelne Töne sich in völliger Heiserkeit verloren, gleich den tauben Tasten eines schlechten Instrumentes: Moussou! Moussou! Moussou gut sein Nigger kaufen! Nigger sehr billig! Lou heißen! Lou Paris! Lou Moussou habt! Moussou todt!" Es klang wie eine seltsame Litanei. Der Herr im Garten verstand nicht, und er trat mit den Kindern näher ans Gitter. Diese zögerten: Sie beißen, sie beißen. Papa!" rief der kleine Knabe. Moussou! Zeppa Hunger! Lou Hunger! Nix betteln! Moussou Lou kaufen!" Und der Nubier tappte mit der flachen Hand auf seine nackte Brust, an der die Rippen scharf hervorstanden. Lou nur zwanzig Francs kosten!" Da fuhr eine Flamme über Lous Augen. Dachte er an den Haufen Geldes, den sein todter Marquis in Kairo für ihn gezahlt? Und nun um elende zwanzig Francs bot er sich selber feil! Ja, der Hunger hatte ihn weit gebracht.... Der Herr schüttelte den Kopf, weil er wirklich nicht verstand. Lou ließ nicht nach, immer dringender wurde sein Angebot, immer klaglicher der Ton seiner Stimme. Zehn Francs. Moussou! Lou sehr billig! Lou und Zeppa, alles für zehn kleine Francs! Lou fünf Francs werth! Nigger echt nix gefärbt! Moussou gut.... Moussou zwei Francs geben.... Lou und Zeppa haben...." Da hatte der Herr em Geldstück aus semer Börse genommen und es mit eier Gebärde, daß man sich weiter trol len möchte, in die gekrallte Hand des Bittenden gelegt. Was. der wollte es nicht nehmen? Wahrhaftig, der Kerl schüttelte den Kopf, reichte das Geldstück wieder inein durch das Gitter. Lou nix betteln!" stammelte er. Was denn?" herrschte ibn der Besitzer an, mach Er, daß Er fortkommt!" Lou hielt das Geldstück immer noch zwischen den ausgestreckten Fingern es blitzte im Sonenschein wie gerne hätte er es behalten aber Lou nix betteln!" Da kam aus der halbgeöffneten Schnauze des Hundes ein leiser Winselton. Es klang fast wie eine Bitte. Flugs zuckte die Hano des NubierS zurück mit einer Hast, die seltsam mit seinem bisherigen Zögern kontrastirte. steckte er das Geld ein. Der Winselton des Hundes hatte ihn an die großen Schüsseln" gemahnt. Vielleicht auch ein wenig an das ttockene Stück Brot, das er gjeicd7ttg mit den Schüsseln zu fordern pflegte da konnte er nicht -widerstehen. Dies eine Mal noch wollte er das Geld annehmen der großen Schüsseln" wegen. Wie die beiden nun, weiterzogen, roaren sie bald von einer dicken Staubwölke eingehüllt. Der Hund hatte eien schwer trottenden Gang, und Lou schleppte mühsam neben ihm her. auf einem Beine hinkend. Kein Wunder. daß der Staub hochwirbelnd mit ihncn dahinwandelte. . Vierzehnt es. Kapitel. Zeppas -Hunger. Wieder sprangen die großen Wasser von St. Eloud, und wieder wogte die goldene, vom Geschrei durchzitterte Staubwolke über dem wimmelnden Gewühl dahin. An einer Stelle staute sick dieMenge. von der Neugierde herangedrängt. Es toa: vor einer Fleis-?:rbude, aus deren Kesseln der graue, fettrg duftende

Dampf aufkrauseltt. Der Metzger, ein massiver Geselle, der sich ein kirschrotheS Gesicht angetrunken, hielt einen Schwarzen an der zerlumpten. Brust gepackt. War das Lou? Wie konnte de? t dem einen Jabreseit er die MeiiCieti verlassen, so gealtert sein? Es waren schlaffe, unendlich mildf. Züge, aus denen die helle Noth mit siebernden' Augen stierte. Die glanzlose Haut schillerte vom Braun des nassen Ackeibodes bis zur Farbe des mürben Sandes. Die Haare waren ergraut, wirklich, vom Elende gebleicht oder hatte der Staub der Landstraße das Seltsame vollbracht? Da war auch die Dogge. Sie fraß mit der wüthenden Gier eines Raubtyiereö an einem großen, saftig glänzenden Stück Fleisch; während des Zerrens und Schleckens knurrte sie leise, und ihre unheimlichen Schielblicke vert'iÄgten das Recht auf die leckere Beute gegen die andringende Menge. Auch das Thier war so ausfallend verändert. Das schöne rostbraune Fell war zur häßlichen Schmutzfarbe gewandelt, in der das weiße Brustschild völlig verschwand; schlotternd, wie ein zu weit gewordener Mantel hing es .ihm um die vorstehenden Knochen. Ich were Ihn lehren. Fleisch zu stehlen, mein Freund!" polterte die wankende Stimme des Metzgers. Jch werde Ihm die Autorität von einem Stück Fleisch beibringen, mein Alter! Was sagtEr? Hungrig? Da braucht -Er sich doch nicht gleich die saftigste Keule vom ganzen Markt herabzulangen, was?" Lou half das Stammeln nichts, man verstand nur wenige seiner Worte, die wie etwas thierartig Unartikulirtesklangen. Zfppa hungrig, sehr hungrig! Zeppa sterben! Lou nix Geld! Lou Zeppa nix sterben lassen!" Da fuhr ein Polizist mit einer zufassenden Wichtigkeit dazwischen und wollte Lou mitschleppen. Der wehrte sich ohne den Hund ginge er nicht mit! Zeppa mitkommen! Zeppa mit! Lou nix ohne Zeppa geh'n!" Der Aermste war so schlaff und man zwang ihn bald. Zepva! Zeppa!" schrie Lou in seiner Anqst. Zeppa! Zeppa!" bat er in weichen, winselnden Tönen. Der Hund ließ sich nicht stören. Der Giereifer, mit dem er die ungeheure Leere eines vieltägigen Hungers endlich befriedigen konnte, schien ihn völlig taub zu machen. Zeppa mit! Zeppa gut sein...." jammerte Lou. Der Hund erhob sein eines Auge nur zu einem kurzen schielenden Streifblicke nach dem Rufenden hin. Dann schleckte und schlang er weiter an seiner Beute. Zeppa a!" drohte Lou in scharfem Tone, und mit blitzenden Augen. Der Hunger batte das Thier in dem Thiere so mächtig erweckt, daß es in diesem Augenblicke alle Gebote der Freundschaft und Treue über seinem Fressen vergaß. Noch einmal machte Lou sich frei. Mit einem verzweifelten Brüllen wollte er auf den Hund losfahren. Man hielt ihn aber wieder. Einen, letzten, völlig von einem siieren Entsetzen erfüllten Blick warf er auf den fressenden Hund, dann ließ er sich davonführen, willenlos, den Kopf wie gebrochen auf die Brust gesenkt. Im Polizeigewahrsam hielten sie ihn für wahnsinnig, wie er da in der Ecke kauerte, an allen Gliedern schlotternd, abwesenden Blickes, mit in die Leere tastenden Gebärden. In abgerissenen Pausen ließ er den Namen Zeppa" in allerlei Tonarten vernehmen und in der Nacht hörte man ihn den Namen laut stöhnen und schreien. Es war zuviel ah, es war zuviel! Um ein Stück Fleisch, um ein elendes Stück Fleisch hatte ver Hund ihn verlassen! Und Lou rannte vor Zorn und Schmerz mit dem Kopf gegen die Wand, als wollte er all seine Gedanken zerschlagen und zerbrechen. Ja. diesmal sauste sie. heulte sie durch die Lust, die große Peitsche von Kairo, daß Lou völlig an seinem winzigen bißchen Leben verzagte.

Fünfzehntes Kapitel. Noch ein SonnenZn. Und dennoch wollte sie ihn nicht ganz zu Boden peitschen. In dies arme, verhetzte, zerpflückte Dasein fiel noch einmal ein Glücksschein, einer jener letzten scharfblendendenSonnenglorien, eh? das große Gewitterdunkel sie verschlingt. Aon Zeppa hatte Lou keine Spur. Nicht daß er von vornherein verzweifelt wäre, den Hund selbst in dem weiten Pariser Labyrinth wieder aufzufwden. wenn er nach ihm suchte. Aber er wollte nicht nach ihm suchen er wollte seine Person nicht noch einmal einsetzen, um von einem Rivalen in der Gestalt eines erbärmlichen Stückes Fleisch aus des Hundes Freundschaft verdrängt zu werden.. Ah. Wie hatte ihn Zeppa beleidigt! Wie hatte er ihn ins Herz getroffen! Es war nicht wahr, was Farmilli sagte, daß man die Threre eher lieben könnte, als die Menschen.... Slann man denn die Menschen lieben? Nein, auch die nicht! Wen denn? Auf wen soll man seinen Glauben stützen in dieser Welt? An wen soll .man seine Treue spenden? Wer ist denn gut? Wer noch eineZ Opfers fähig? In Lou entstand eine ungeheure Leere; das knappe Wörtchen Nix-, das er sonst in Ermangelung eines andern Ausdruckes häufig genug als Antwort hinzuwerfen pflegte, prägte sich ihm nun zu einer scharfen Bedeutung auö. N'.z-, tiberall nur daö und der Fragende prallte fast zurück vor Vlcsem

Worte." 'Wie etn 'schwerer Äxthieb' fiel es, jede weitere Unterhaltung abschneidend. Vom Zufall des Tages ließ Lou sich treiben, hier kroch er unter ud d:t. Allerlei Verdienst nahm er ausz Gc.tbewobl an, um es ebenso schnLl wi:r im Stiche zu lassen. Für wen siillir tz hungern? aber auch, für wen sollte er tiium Erwerbe nachjagen? Heute war er in eine phantastische Livree gekleidet und auf dem Kopfe trug er einen neuen Feß. Er stand an der Ecke der Rue Royale und der Place Concorde, mit einem Stoß von Reklamezetteln versehen, die er im Auftrage eines über dem Bankerotte balancirenden Restaurants an die Vorübergehenden auszutheilen hatte. Es war an einem frosthellenJanuartage, zur Stunde, da die Wagenreihen, vom Boulogner Holze heimkehren, glitzernd und schimmernd im mattrothen Abendscheine, mit erregten Pferden und rosig angehauchten Gesichtern, vom frischen Duft der Waldesweite umweht. Da stockte die eine Wagenreihe. Dicht vor Lou hielt eine elegante, mit zwei Rappen bespannte Viktoria, in der eine Dame saß. Nur einen zufälligen Blick ließ Lou über den Wagen schweisen, da war es, als erstarrte ihm die ausgestreckte Hand mit dem Zettel vor Schreck, vor Ueberraschung! Geschah denn ein Wunder? Aus fcem kostbaren Pelzwerke, aus dem flimmernden, flitternden Allerlei, das die Gestalt der Dame wie mit einer duftigen Wolke umgab, leuchtete etwas Rothes. Nicht jenes grell: Brandroth, das eine gewisse längst verschollene Lrli so auffallend erscheinen ließ nein, ein herrliches rothschimmerndes Gold und dennoch Lili! Ja. Lili! Mit weit aufgerissenen Augen starrte Lou nach der Erscheinung hin. Da hoo die Dame den Kopf mit dem winzig kleinen Hütchm. Ein kurzer Streifschein eines Lächelns spielte über das weiße, sehr weiße Antlitz, das von einer luftdünnen Gaze verschleiert toai, und zwischen den, glänzenden Lippen gaben die Zähnchen einen fast funkelnden Glanz. Lou!" es klang wie der leichte Anschlag einer hellen Glocke. Ah, sie war es! Sie war es! Und Lou auf den Wagen losgestürzt, auf die kleine Hand hin, die kaum zu bemerken war in der üppigen Umschmiegung des Pelzärmels und d!e von dem Glitzerwerke eines eben darauf herabgleitenden Armbandes fast verdeckt wuide. -Wie er den zartduftenden Handschuh küßte! Wie er völlig außer sich war! Unverständliche fremdartige Laute huschten über seine Lippen, als hätte er dem verlorenen Zeppa etwas von defsen freudigen Winseln abgelernt. Gleich darauf saß Lou auf dem Rücksitze des Wagens, ihr gegenüber. Die warme Pelzdecke lag über sie beide dahingebreitet. Welch einen Duft diese Decke ausströmte! welch ein freundlicher Glanz aus ihren. Azuraugen strahlte! Lou war wie berauscht, er war wie bezaubert, ganz von Sinnen schien er. Er bebte an allen Gliedern, vor den Augen flimmerte und tanzte es ihm in solch staunender Weiße hatten seine Zähne noch nie geleuchtet. Bis ihre Stimme ihn auZ dem Tanmel erweckte: Aber Lou. ss wirf doch die dummen Zettel da weg!" Mechanisch gehorchte er. Es war an der Madeleine, am Eingang des gleichnamigen Boulevards, da schleuderte er das Packet mit den Zetteln in die Luft. Hoch hinaus warf er's mit einem gellenden A i!" das ihm in seinem Jubel entfuhr. Es war wie ein Taubenschwarm, der plötzlich losgelassen wurde. Weithin flogen die Zettel, über das breite Trottoir, über die schlendernde, drängende Menge, über Wagen und Omnibusse hinweg. Gegen di majestätisch ernsten Säulenkolöß desMadeleinetempels flatterten sie hin, der ganze Platz war davon übersät. Einige, von einem leichten Lüftchen erfaßt, wirbelten- höher empor, aus dem feucht-dunklen Schatten der Häuser in den Bereich der Abcdsonne, daß sie wie prächtige Purpurfetzen leuchteten. Ein paar von den Zetteln fielen m die Viktoria zurück. Und Lili haschte danach, eine kindische Freude bemächtigte sich ihrer, aus der vornehm an geputzten Dame gaukelte plötzlich der Schmetterling heraus. Und wie si: lachte, so herzlich ach so erquickend! Das alte glockenartige Lachen, das damals vor Jahren in dem hocheingeschlossenen Hofe so laut zu hallen pflegte. Und auch hier weckten diese Lachtöne ihr lustiges Ecbo in den Saulen der Madeleine.' Es ward ein allgemeines Aussehen. Die Jugend wa: mit einem Jauchzen hinter den Zetteln her; in den Caf6s des Platzes drängten sich an den Spiege:fenstern die Köpfe der Herren, lächelnd und nickend, und einige Hände klatschten Beifall. Selbst über die wachsartige Ruht, der vornehmen Damenqesichter in den Equipagen hauchte es mit einem gefälligen Lächeln. Wer kannte denn nicht die Mira, die goldene Mira". 'die Diva des Renaissancetheaters, das verwöhnte Schoß. sind der Voulevardjournale, dieses lustigste, keckste, ausgelassenste Singvöglein von ganz Paris? Wer kannte nicht ihr Lachen, ihre herzerlöscnden Lachkoloraturen? Jede Note davon war lauteres Gold, das allabendlich in-der Kasse des Renaissancetbeaters seinen

klingenttn Nachhall fand und nun chleuderte sie gar dies Gold auf osentlichtr Straße in die Luft, so daß es oder haschen konnte! Elne köstliche Grahsvcrstellung o welch eine Verschwenderin! Noch immer vergeudete sie von dem Gold ihres Lachens, als die Viktoria längst den Madeleineplatz verlassen und mt Boulevards tzlnanrout Allti

däscin den fortwalzrend saunende Lou. denn die Lachnoten verhalten nun in dem Rasseln der Wagen und dem vielt'önigen Geräusch der Straße. Alles an Lau den si? auf einmal reich ma'ben wollbe. :.ht hielt si: eine? de? Jettes tntb lal; Mo spst man 'üm besten in PcrU? Sin. Lou. weißt Du's? Wo ist das Eldorado aller Feinschmecker von Paris? Nun. Lou, wo ist' denn? Was, Du weißt es selber nicht einmal? Lou, immer noch derselbe gute Bursch bist Du. nicht? Lou. ich will Dir's sagen: Rue Picardette Nr. 323. das ist's ein Rendezvous der Nationen, hörst Du! Dejeuner zu ein Franc fünfundsiebzig, hahaha! Diner zu zwei Francs fünfzig, drei Francs, drei Francs fünfzig, hahaha! Weine aus erster Wal. hahaha!" Dann ließ sie denZettel dahinfliegen. Es ist ja nicht wahr. Lou, was da auf Seinem Zettel sieht. Du wirst Dir andre drucken lassen müssen, hörst Du. Wo speist man denn am besten?. Nun, Lou, bei Fräulein Mira erster Soubrette des großen Theaters der Renaissance, wohnhaft Rue de Provence Nr. 17. Nun. Du wirst ja selber sehen, ob ihre Küche nicht das Eldorado der Feinschmecker von Paris aus demFelde schlägt.... Diner zu drei Frank, drei Frank fünfzig, vier Frank, Weine aus erster Wahl, hahaha!" Jacques. Sie nehmen die großen Boulevards, hören Sie!" rief sie dann dem breiten, stummen, unbeweglichen Rücken des Kutschers zu, der in Niesenhöhe üb Lous Kopf hinwegragte. Bald darauf erzählten sich die Absinthe und Liköre in den Cafös der großen Boulevards die unerhörte Neuigkeit. man hätte die goldene Mira" in höchstlauniger Person mit einem ganz gemeinen nubischen Hartkopfe zusammen in einem Wagen fahrengesehen, stolz und keck und heraussordernd über die hellen Boulevards. Ihr Bruder vielleicht?" scherzte ein übermüthiger Maraschino. Die neue Caprice sieht ihr ganz ähnlich sagte ein giftgrüner Absinth. Graf Cabrera wird sich freuen zu einem solchen Schwagzi!" ' Ein dampfender Mazagran aber war ganz aufgebracht darüber, daß man dem Grfen Cabrera eine ernstliche Absicht in betreff dieser Mira andichten könnte. Sechzehntes Kapitel. Bei der goldenen Mira. Eine Stunde darauf saß Lou Rue de Provence Nr. 17 an der Tafel der gyldenen Mira". Und nun sollte er entscheiden, ob man bei ihr nicht besser speiste, als in dem vielgerühmten Rendezvous der Nationen". Nun, Du issest ja gar nicht, liebster Lou? Freilich nur ein Komödiantendiner wir Schaufpielerleute dürfen höchstens von ganz zarten Sachen nippen wie die Vögel, wenn wir am Abend singen wollen wie die Vögel. Ein andermal sollst Du meine Küche in ihrem. wahren Glänze kennen lernen." Und sie reichte ihm einen saftigen Bissen auf den Teller. Ach, Lou vermochte ja gar nicht zu

essen. Jede Spur eines Hungers war ihm vergangen Und er t9aqh nicht zuzugreifen, den funkelnden Silberglänz der schweren Gabeln und Messer zu betaste, oder gar über die feingemalten Blumenarabesken der überaus glatten Teller, herzhaft hinwegzuschneiden. Es leuchtete glitzerte, flimmerte alles auf diesem Tifche; selbst die Speisen. die herumgereicht wurden, nahmen von diesem festlichen Glänze an, und der Damps, der von den Schüsseln aufwirbelte, färbte sich golden unter der wohlig wärmenden Lichtmasse, die von der großen. Hängelampe gespendet wnrde. Außerhalb des Lichtkegels dieser Lampe verschwand der übrige Raum in bräunüch Dämmerung. Von der Decke war nichts- sichtbar, als einzelne seine LichUcmten der üppigen Stuccafanr, unv die schattenhaften Frguren der imnklen Gobelins schauten wie aus einer wolkenhaften Ferne herab. Jeder Laut, den der Wechsel des Geschirrs auf dem Tische verursachte, und jedes Wort, das hier gesprochen wurde, erschien eigenthümlich gedämpft in dieser Dämmerung. Es war so heimisch. Nur da5 fast gespenstische Her und Hin der Bedienung machte Lou etwas verwirrt. Plötzlich, ohne daß er sich dessen versah, tauchte eine Scbüssel neben ihm auf, aus 'dem Dunkel in ven freundlichen Lichtkreis hinein. Und gleich darauf sah er drüben auf der andern Seite, wo seine Gastgeberia saß, den breiten, mächtigen Schatten eines anscheinend sehr vornehmenHerrn mit derselben Schüssel einherhuschen: nur dessen weiße Krawatte und das Weiß seiner Augen leuchteten bis herüber. Zuweilen bückte auch das Gesicht dieses Herrn sicb in den Lichtkegels hinein, ein feistes, glatt ranrtes, tüt überlegenes Diplomatengesicht. dasLouunrubla machte. Es war ihm, als müßte er aufstehen, dem Herrn ein. Kompliment machen und m unn Er laubniß fragen, ob er hier bleiben. durse. Run sollte Lou erzählen. Mit einer Unza'hl von Fragen bestürmte ihn Mira: was er angefangen, wie es ihm ergangen, wo er die Zeit über gewesen Malte einmal, es muß schon lange her sein. ..." Und sie schien sich zu besinnen. Das war ihr unbequem: Ach, Du mußt aber auch essen, Lou! Clade. reichen Sie 'dem Herrn da noch einmal!Und wieder tauchte die gespenstische Schussel neben ihm aus. Er brachte nicht viel von einer Antwort heraus. Ob es ihm denn schlecht gegangen? Ja!- nickte er. be? kaum nierklich. ,Wie.sy denn? Erzähle doch. Loul (Fortsetzung solgt.)

Für die Mche. Sellerie - Suppe. 10 Per sonen. Zeit der Bereitung 1 Stunde. Zwei gewaschene und gescyälte Celle?ic!.ollcn schneidet man in Scheiben, wirft sie in siedendes Wasser, läßt sie, 15 Minuten kochen, giebt sie zum Ab--tropfen auf ein Sieb und schwitzt sie m 2 Unzen Butter mit einigen feingeschnittenen rohen Schinkenscheiben zwei Löffel Mehl hinzufügend, weich. Ist dieses geschehen, wird ein Quart Bouillon aus Fleisch-Extrac) aufgefüllt, die Masse zu einer seimigen Suppe verkocht und durch ein Sieb aestrichen nach nochmaligem Aufkochen über gerösteten Semmelwürfeln oder weich gedünstetem Reis angerichtet. WienerPaprika-Hühner. Man zerläßt in ct?icr Ziasierolle ein Viertel Pfund Butter, läßt eine klein geschnittene Zwiebel dann gelb werden und fügt dem Ganzen 2 bis 3 Messerspitzen pulverisirten rothen Paprika hinzu. Junge, in vier Theile geschnittene, sauber abgewaschene Hühuer werden nun in diesem Beiguß gcdämpft. Man drehe sie oft um, und falls Gefahr für Anbrennen vorhanden ist, füge man etwas Wasser hinzu. In einem andern Gefäß wird ein halbes Pint saure Sahne mit zwei gehäuften Löffeln Mehl verrührt und zu den Hühnern gethan, worauf man sie noch einmal aufkochen läßt und dann zu. Tische giebt. Am besten passen dazu Malkaroni oder kleine Klößchen, (Nocken) und Compott. H ü h n e r s a l a t. Ein großes Suppenhuhn wird mit Salz und allen möglichen Kräutern schön zart gekocht,, dann herausgenommen und etwas von der Fleischbrühe ausgeschöpft, ehe man. (zu einer Suppe) Reis hinein giebt.. Nach dem Erkalten wird das Fleisch van Brust und Keulen gelöst, in schöne Würfel oder Streifen grschnitten oder auch gehackt (ersteres ist vorzuziehen). Mit der Fleischbrühe wird das. nun eben angefeuchtet. Ta felsellerie oder Spargel werden nun in kleine Stücke geschnitten. ChampignonZ hackt man, falls man solche verwenden will. Mit feinstem Oel mengt man das durch giebt es zum Huhn, fügt Salz. Pfeffer, Essig und feingehäckte Zwiebel daran und bereitet dann eine Mayonnaise aus zwei Eidottern, Oel tropfenweise dazu, bis es dick ist. dann etwas Citronensast, Salz und Pfeffer. DerSalat wird aufgeschichtet, die Muyonnaise darüber gegossen, Kapern und Oliven darauf gesireus: das Ganze mit Salatherzen over Kresse verziert. H u m m e.r s a La L Der Hummer wird gekocht,, das Fleisch herausgenommen, mit. Salz,. Pfeffer, bestem Proveneröl und dem Safte einer Citrone durchgeschwenkt, beiseite zestellt. Dann bereitet, man die Mayonnaise, welcher, hier, etwas. Tafelsenf, eine Prise Zucker, und Estragonessig zugefügt wird.. Auch hier kann man Spargeln oder gedämpfte. Champiznons beifügen,.doch ist, es nicht nöthig. Im Uebrigen wird ganz wie. oben verfahren. Kapern,. Oliven.. Citronenscheiben, gespaltene-harte Elcr, Salatblätter und -Herzchen, sowie Kresse werden zur Verzierung benutzt. Auch Fänge und Schwanz- benutzt man mit zum Dekorirem. Kalbs brten-Rcrg out. Man bestreicht eir.e.runde,. vertiefte Schüssel von Porzellan.mit frischer Butter, legt dünne Scheiben gebratenes Kalbfleisch und darauf. Champignons,, Pfeffergurken, Kapern. und. Citronenfcheibchen oder gehackte. Sardellen,. AnchovisPaste hinein, .sowie etwas Bratenbrühe oder Butter,, und. wechselt mit diesen Schichten ab, sa oft man will. Die Schüssel wird fest zugedeckt und eine knappe halbe Stunde? auf einen Topf mit kochendem. Wasser m den Ösen c estellt. B l n m en k'.o hs u p pc Der vorgerichtete Blumenkohl wird in Salzwasser mit einem Stückchen Vutter weich gekocht,, wurauf man ihn aus dem Wasser nimmt, und die schönsten Röschen herauslöste während man das Uebrie durch, ein feines Sieb reibt. Das.Blumenkohlwrlsser wird durchgeseiht,, mit dem. Blumenkohlbrei und einer- hellerr Mehlschwitze ZU seimiger Supe gekocht, der man etwas Liebig's Fleischeztrakt zusetzt. Man zieht die Suppe mit: 3 Eigelb ab and richtet sie über, den abgelösten Blumenkohlröscherr am. A.bcfcuh r i t Suypenklöbe Zu? einem- Viertel Pfund Mehl rührt man- nach und nach einen Tassenkopf vMMlch.2 ganze Eier und 3z Unzen zerlassene. Butter, füg! etwas Salz hinzu und rührt die Masse aus gelindem Feuer, bis sie dick wird und sich uon der Kasserolle loslöst; sobald sie kalt ist, werden ein ganzes Ei und drei Eigelb dazu geschlaFen und dann mit einem Löffel kleine Klöße in koch-mdes Salzwasser gestochen. Sobald die 2 Klößchen beim Durchschneiden nicht' mehr teigig sind, ?immt man sie mit: dem Schaumlöffel, heraus und giebt Rein die Suppe. Zuckergurken. Gurken werden geschält, ausgekernt und in appetitliche Stücke geschnitten, in icicfcjcm Salzwasser abgewellt und auf trozene Tücher gebreitet.' Auf ein Pfund kpcht man ein halbes Pfund Zucker, ILöf. fel Weinesstz und etwas Zimmtläßt die Gurken darin, einigemal überkochen, nimmt sie heraus und kocht de? Essig noch etwas, ein und giebt ihn dann ver kühlt über die in Töpfe gepackten Gur ken; man verbindet die Mfe mit Pcrgamentpapier. Vauernknödel. Ein Pmt Mehi wird mit lauer Milch und et. wc.tz Salz dünnflüssig gemacht und Z'.ber fünf bis sechs settgerostete Semmeln, die man würfelig geschnit

ten hat, gegossen; man läßt den gut abgeschlagenen Teig eine Stunde sie hen und formt Knödel, die MSN in Salzwasser kocht.

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