Indiana Tribüne, Volume 21, Number 28, Indianapolis, Marion County, 17 October 1897 — Page 2

Wem erstes Dcöut. SNzze uuS dem omödiantenleben, von B. F. , Sie gehen zum Theater?"

Ja," antwortete ich stolz, unb ich Ttudirc bei Schlllma. Schilling war ein langjähriges Mitglied des Hoftheaters meiner La terstadt. Er führte gegen 30 Kreuzer Honorar pro Stunde -junge Kunstoe flissene in die Geheimnisse der drarna tischen Darstellunaskunst ein. Seine Lehrmethode war einfach und schön. Er ließ den Schüler irgend eine große Ro?e auswendig lernen und überhörte sie ihm 'dann, wobei er fortwährend rnit dröhnender Banstimme comman - dirte: Rechte Hand hoch! Mehr Organ geben! Linke Hand hoch! Pst pst leiser! Linken Fuß zurück! Düster blicken! Jetzt etwas Sehnsucht ausdrucken u. s. w., bis die 30 Kreuzer im Schweiße des Angesichts (des Schülers natürlich) verdient waren. Zwei Jahre, lang besuchte ich die oramatlsche Zuchtanstalt Schillings, bis :ch nach semer Versicherung sei lig" war. Als ich mich dann bei ihm erkun digte, was ich nun machen sollte, antwortete er mir pathetisch: Hinaus in mt Welt gehen, Ihre Studien verwer ihen! Flügge werden, junger Aar, flügge werden! Und ich wurde flügge und flog bis nach Saarbrücken, wo ich mein erstes.Deout machte. Mein Direktor, Frih Meyer, eröffn nete seine Vorstellungen mit dem Schauspiel PhilippZne Welser", das damals an allen großen und kleinen Buhnen grafsirte, und mir war die ehrenvolle Aufgabe zu Theil geworden, als erste Rolle meines künstlerischen Daseins den Hans Overstolz zu derZörpern. Ich weiß nicht, ob der heuiiaen jüngeren Generation dieser würdige junge Mann bekannt ist. und will daher erläuternd hinzufugen, daß er eine jener Schreckgestalten verkörpert, vor denen jeder Schauspieler mit einem gewissen Grauen zurückbebt, weil sie von vorneherein den Fluch der Lächerlichkeit an sich tragen und in der Regel als verschmähte Liebhaber hinaus geworfen werden. Auch Hans Overstolz verfällt diesem Schicksal. Er wirbt um Philippme Welser, die ihm aber von einem Höheren, dem Erzherzog Ferdinand, weggeschnappt wird, und zieht mit langer Nase ab. Viel leicht hatte der Direktor mir gerade darum die Rolle übertragen, weil mich die gütige Mutter Natur mit einem besonders ausgiebigen Riechorgan beschenkt hat. Overstolz ist der-Sohn eines der reichsten Patriziergeschlechter in Köln und tritt demgemäß im Stück mit großem Prunk auf. Wie ich denselben repräsentirte, ist wohl werth, hier verewigt zu werden: Ich trug eine abgelegt, ehemals blau gewesene Thibetblouse der Frau Direktorin; meine unteren Extremitäten staken in einem Paar Beinkleider von dickem, braunem Düffel. Sie waren stark abgeschabt, dafür aber an den Knieen geflickt. Den Beinkleidern schlössen sich ein Paar kanariengelbe Strümpfe an, und da mir der Schuster die bestellten ausgeschnittenen Schuhe nicht rechtzeiiig lieferte, trug ich ein Paar große, alte Gummischuhe, die mir der Komiker der Gesellschaft borgte. Sie waren mir freilich zu groß, erhielten aber eine ganz besondere Zier durch knallrothe, aus einem alten,' baumwollenen Wäscheband hergestellte Rosetten. Mein Haupt bedeckte ein unendlich spifcer, zerbeulter Banditenhut, von dem eine geknickte blaue Papierfeder melancholisch herabnickte, und als ritterliche Wehr hatte man mir einen etwas rostig gewordenen alten Cavalleriesäbel umgeschnallt, den der Nachtwächter donSaarbrücken der Direktion freundlichst zur Verfügung gestellt hatte. Dies war Hans Overstolz von Köln. Das Publikum wußte meine Erscheinung zu würdigen, denn es begrüßte mich bei meinem geräuschlosen Auftritt in Gummischuhen mit einem vernehmbaren Kichern. Und nun sprach ich. Aber wie! Alle Lehren meines großen Meisters drängten sich mir gleich in meiner ersten Scene auf. Ich deklamirte die harmlosesten Stellen mit einem unheimlichen Pathos. dazu der entsetzliche alte Säbel, der mir immer zwischen die kanariengelben Beine gerieth na. es war schon schön! Das Auditorium war ohnehin in heiterster Stimmung, aber nun erst sollte das Entsetzlichste kommen. Als ich gerade mit höchstem PathoZ deklamirte, daß man von Köln bis Amsterdan davon reden solle, wie Hans Overstolz die Philippine Welse? heimführe-, und dabei, meiner Studien gedenkend, rechten Arm. linken Arm hoch" machte, erhob sich plötzlich brausendes Gelächter der schmutzigweiße Pudel des alten Theatermeisters kam plötzlich aus den Coulissen in den Garten des alten Welser in Augsburg gelaufen, ließ ' sich zu meinen Füßen nieder und beleckte meine Gummi schuhe mit einem Behagen, als ob ihm noch niemals eine solche Delikaten e geboten worden sei. Was soll ich noch erzählen Den Effekt dieses vierfüßigen Intermezzos wird sich jeder Leser selbst ausmalen können. Der Vorhang mußie unter stürmischer Heiterkeit des Auditoriums sauen. Das war mein Debüt! Empfindlich. Er: Gib" mir noch ein Stückchen Zucker zum 5kafsee." Sie: Wie, nachdem ich Dir eben den Morgenkuß gegeben, verlangst Du noch Zucker? Heinrich. Du liebst mich nicht mehr!" AucheinGruZid. A.: Wa. turn haben Sie denn nicht Ihre Schwiegermutter, die in's Wasser ge fallen war, gerettet?- 23.: O, der knache ich doch niemals 'was recht!"

Zwei Mrüde. Teutfch.Amerilanische Erzählung, teil Ä v. Schierdrand. Es ist sonderbar, wie verschieden in Allem oft die Söhne derselben Eltern sind. Aber solche Fälle sind zahlreich genug, daß wahrscheinlich ein Jeder sich auf dergleichen erinnern kann. Walter und Paul Mündner waren solche Brüder. Ihr Vater stammte aus Deutschland und hatte sich im westlichen Texas eine Nanch gekauft, woselbst er eine lange Reihe von Iahren wie ein Einsiedler fern von allen Zeichen der Cultur, und nur darauf bedacht, die Nanch allmählig in blühenden Zustand zu bringen und seine zahlreiche Familie einst in Wohlstand zurückzulassen, lebte. Mündner war indeß ein Mann von Bildung einer jener deutschen lateinischen Farmer." wie deren heute noch im weiten Gebiet der Vereinigten Staaten hie und da anzutreffen sind, und die geistige Jsolirung, die er sich selbst auferlegt hatte und die er mit eiserner Consequenz durchzusetzen wußte, fiel ihm doch, am meisten aber in den ersten zehn Jahren, recht schwer. Damals hatte e: sich angewöhnt, in seinen Briefen in die Heimath von seiner Besitzung im rauhen, wüsten Texas, wo nur Cowboys und Indianer manchmal etwas Abwechselung in die Scenerie brachten, als seinen Patmos zu sprechen. Und bei allen handgreiflichen Realitäten seines einsamen und rauhen Lebens blieb der Mann doch ein Idealist sein ganzes Leben lang. Die Freiheit, die Unabhängigkeit in politischer Hinsicht, ein Leben frei von allen Heucheleien und Conventionalitäten des europäischen Continents, das hatte er gesucht

hier im fernen Westen Amerikas, und das, so betonte er immer wieder, wenn ihm die Erinnerung an eine glückliche Jugendzeit und an die goldenen Tage seiner Burschenherrlichkeit in der Seele auftauchten, hatte er auch wirklich gefunden. Freilich, gestand er sich insgeheim, hatte er damit noch nicht das Glück gefunden. Sein Weib, die Tochter eines Pächters in der ostpreußischen Heimath, war ein geduldiges, starkes Wesen, die nie den Muth verlor und sich ganz wohl fühlte auf ihrem eigenen Grund und Boden, wo die Wiege ihrer Kinder stand. Dem Vater nach war der älteste Sohn gerathen; Walter barg auch im Grunde seines Herzens denselben unauslöschlichen Idealismus, dieselbe stählerne Willenskrast, dasselbe starke Pflichtgefühl, das den Vater auszeichnete. Unermüdlich lernte er Abends strengte er seinen jugendlichen Verstand auf's Aeußerste an, um soviel Kenntnisse wie möglich zu sammeln, und dabei war er schon als Knabe die verläßlichste Stütze aus der Ranch, der kühnste Reiter, der beste Schuke der Umgegend. Paul, der zweite Knabe, war ganz das Gegentheil. Doch von ihm später. Mit 18 Jahren war Walter. der zum schlanken, kräftigen JungImg herangewachsen, im Stande, die strenge Aufnahmeprüfung in West Point zu bestehen. Denn sein höchster Wunsch war von jeher gewesen, in die Bundesarmee einzutreten und als tüchtiger Officier sich seinem' Vaterlande in den künftigen Kämpfen mit den Indianern nützlich zu erweisen. Es blieben noch genug Kinder auf der Ranch zurück, sagte er. Einige Jahre spater, als er Lieutenant tm 8. Cavallerie - Regiment geworden war, zeichnete er sich auch schon mehrfach bei' einem Winterfeldzug gegen einen räuberischen Stamm der Apaches aus, der oee Reservation verlassen und Tod und Verderben bis zur mexikanischen Grenze hin verbreitet hatte. Walter liebte semen Beruf, trotzdem er beschwerlich und wenig lohnend war. auf enthusiastische Weise, und sein Ruf als tüchtiger und tapferer Soldat stand fcard bombenfest. Mit 25 war er schon zum Grade eines Ersten Lieutenants avancirt und hatte mehrmals ehrenvolle Wunden davongetragen. Da besuchte er seine Eltern auf der Ranch und fand seinen jüngeren Bruder Paul in ziemlich verwabrlostem Zustand. Paul klagte über das öd einförmige Leben auf der Ranch, und Vater und Mutter klagten wieder über ihn, daß er träge, eitel und zu Nichts zu gebrauchen sei. Walter, der acht Jahre älter war, nahm den Burschen vor. und aus Paul's Drangen versprach er, sich seiner anzunehmen und ihm eine Existenz in der Armee zu erobern. In der kleinen Garnisonsstadt, die mit dem Fort verbunden war. wo Walter sich befand, steckte er ihn in die beste Schule und ertheilte ihm außerdem noch selbst P.rivatunterricht, um ihn so für West Point vorzubereiten, denn er fand Paul's geistige Fähigkeiten sehr vernachlässigt. Aber der altere Bruder hatte von Anfang an .;:c.i... rr jci: , uic uiupicii vsuuicugicucn Mil oein Jüngeren. Allerdings besaß Paul, wie sein Bruder, eme ausgesprochen? natürliche Gabe für jede Art von körperlicher Uebung, und in Fort Hutchin Ion war er unter den Damen bald berannt als der eleaanteste Tänzer und der feurigste Courmacher, und unter den Männern als ein vorzüglicher Reiter. Schütze, Jäger und Schwimmer. Dabri hatte ihm die Natur auch noch besonders bevorzugt in seinem Aeußeren. denn er war entschieden ein sehr stattlicher, bubscher Junglina. TtnhtU sen war ihm jede anstrengende geistig r , . l , i yaikglell zuwlcer, uno er yatte weoer Pflichtgefühl noch sonstige ernste Tugenden. Es war mit Nath, daß endlich Walter seinen Bruder, der auf Vermittelung desselben Congreßmitgueds eme Vacanz rn West Vomt er halten hatte. die Militäracademie aufnehmen lassen konnte, und avch röhrend der Studienjahre daselbst zeichnete er sich durch ungewöhnliche Trägheit aus. obwohl e? trotz alledew. zu oen beliebtesten Eadetten zahlte. ,denn sein Wesen und seine äußeren

LZorzüge waren eben zu bestellend.

Walter selbst hatte, trotz aller Charakkerfehler seines jüngeren Bruders, die selnemScharsbllck natürlich am wenic nen entgangen waren, eine oelnaye krankhafte Zuneigung, eine beinahe mütterliche Zärtlichkeit für ihn gefaßt. und von seinem Gehalte wandte er. bis Paul endlich seine Ernennung als Offiecier erhielt, mehr für den Bruder als für sich selbst auf. Als Paul nun endlich seine Ernennung hatte und, in dasselbe Regiment mit seinem Bruder kam, da bestrebte sich Walter wieder, wie er's schon vor Jahren gethan, einen tüchtigen und geschickten Menschen aus ihn zu machen. Aber Paul wollte von dieser brüderlichcn Bevormundung nichts wissen. Er war jetzt erwachsen, um halbe Kopfeslänge größer als der Aeltere. und da die Dankbarkeit nicht zu seinen Vorzügen gehörte, so wies er jeden Rath, jede Ermahnung mit Spott und Hohn zurück. Er zog es vor, der gesellschaftliche Löwe" des Regiments zu sein, den jungen Damen sämmtlich die Köpfe zu verdrehen, und seine übrige Freizeit auf . angenehme Weise zu verbringen. Nur wenn er wieder einmal im Poker mehr Geld auf Parole verloren hatte, als er sein nannte, kam er zu Walter und bat um Hülfe. Und dieses wurd'c ihm von dem gutmüthigen Bruder auch jedesmal gewährt. Es kamen Monate vor, während der Walter namentlich von lianl tack" und Maissladen lebte, nur um die Spielschulden seines leichtfertigen jüngeren Bruders bezahlen zu können. Wenn er dann aber dem Letzteren ernst in's Gewissen zu sprechen versuchte, so lachte dieser nur auf seine halb freche, halb liebenswürdige Manier und vertröstete feinen Bruder auf die Zukunft. Ich bin nun 'mal so, Du mußt mich eben nehmen wie ich bin. Später, wenn ich in die Jahre komme, werde ich schon vernünftiger werden." So sprach er dann, und auf diese Weise waren -zwei Jahre vergangen. Oft schon hatte Paul geklagt üher das langweilige Garnisonleben, und, hatte den Wunsch betont, den Krieg auch endlich einmal im Ernstfalle kennen zu lernen. Dann wirst Du sehen, Bruder, daß ich den richtigen Stoff in mir habe," hatte er wiederholt bei solchen Gelegenheiten bemerkt. Und sein Bruder hatte ihn dann ernst angeblickt, hatte den Kopf etwas zweifelnd geschüttelt und hatte nur erwidert: Ich will's hoffen, Paul, ich will's hoffen, zur Ehre unseres Namens." Und nun war endlich die Gelegenheit gekommen. Die Apaches hatten sich wieder einmal auf den Kriegspfad begeben. Den direkten Anlaß zu ihrer Erhebung hatten natürlich die Vetrügereien der Indianer - Contractoren gegeben, die zu viel Sand in das je lieferte Mehl und zuviel Shoddy in die gelieferten Wolldecken gethan hatten. Und jetzt hausten die rothen Teufel wieder wie es ihre, Väter schon vor ihnen gethan der unschuldige Ansiedler, der Rancher und ter friedliche Bürger wurden beraubt und ermordet, und 'Onkel Sam's Soldaten mußten gegen die rothhäutigen Hallunken in's Feld rücken. Eine Schaar der Indianer hatte sich, wie die Kundschafter ermittelten, nach dem westlichen Texas geschlagen, wo sie in San Geronimo County, demselben wo die MUndnerRanch lag, wie die leibhaftigen Satanskinder hausten. Und dem Detachement, das unter Major Kimberley dorthin den Indianern nachfolgte, wurden auch die beiden Brüder mitgcgeben. Dies war aber die Gelegenheit, auf die Paul so lange gewartet hatte, um sich Lorbeeren zu holen. Galt es doch, die Heimstätte der Eltern zu schützen und die Niedermetzelung Unschuldiger zu ahnden. Und Paul führte während der ersten 50 Meilen,, die zu Pferd bei glühendem Sonnenbrand zurückgelegt wurden, noch die heftigsten Reden und sehnte sich darauf, mit den Apachen Abrechnung zu halten. Sein Bruder, der ruhige, eiserne Walter, der den Jndianerkrieg kannte, sagt nicht viel sondern that nur seine Schuldigkeit in vollem Umfange. Und als die Truppe in die Gegend kam. wo die Indianer sengend und brennend gehaust hatten, als' man die rauchenden Trümmer ein-. geäscherter Gebäude sah und die grausam verstümmelten Leichen der Ermordeten. da war wieder Paul derjenige, der sich vor Wuth und Kampfeseiser nicht lassen konnte, während die älteren, erfahrenen Officiere nur schweiaend und mit düsterem Feuer in den Äugen die Stirn runzelten. Aber der nächste Tag verging und der .v nächste, und von den rothen Unholden war nirgends eine Spur zu entdecken. Sie waren wie vom Erdboden geblasen. Und endlich mußte sich Major Kimberley schweren Herzens entscheiden, den Befehl zum Rückweg nach dem Fflit zu geben, d:nn man hatte äugenschcinlich die Spur verloren. So ging's denn mißmuthig und langsam wieder zurück. Und als man nur noch einen knappen Tagesmarsch bis zum Fort hatte und Abends bei SonnenUntergang sich gerade anschickte, einen Engpaß zu durchreiten, um jenseits desselben auf günstigerem Terrain das Lager' für die Nacht aufzuschlagen, da waren plötzlich ' die Indianer da. Zu beiden Seiten der steilen Abhänge waren sie. geborgen hinter Bäumen und Felsblöcken, und die erste Kunde, die die Truppen von ihrer Nähe hatten, war ein Kugelregen, der auf sie fjr.tä sauste und drei der Krieger leblos hinstreckte. Es war dunkel, und die einzige Nettung. wie Major Kimberley ganz richtig bemerkte, war darin, im Engpaß zu bleiben. Deckung zu suchen, und bis xuui Anbruch des Tageslichts sich Paszu verhalten, das Feuer von oben nur sparsanl zu erwidern. Diese Anirdnungen wurden auch bestens aus

geführt, und . tö: Officier? und allen Ünterofficiere schritten vorsichtig daS Terrain ab, um den Befehlen des Commandirenden Nachdruck zu derleihen. Plötzlich kam einer dieser Patrouillen. die aus Walter, einem jüngeren Officier und dem alten Sergeanten Muldoon bestand, auf den jüngsten Lieutenant, auf Paul. Es war kein Zweifel möglich. Alle drei hatten sie's zur selben Zeit erblickt. Der junge Mann lag der Länge nach hinter einen umgefallenen Baumstamm auf der Erde ausgestreckt; ein vorspringendes Felsstück schützte ihn gegen die Geschösse von oben, aber Vit wahnsinnigste Furcht sprach sich doch aus in den jugendlich-hübschen Zügen, die er mit der Hand halb verdeckt hatte, um den Schrecken nicht sehen zu müssen. Walter erbleichte bis an die Haarwurzeln und einen Moment schwankte seine kräftige Gestalt. Sein Kamerad, der jüngere Officier. wandte sich schnell um, als habe er nichts gesehen, und der alte Sergeant blickte nur schnell auf seinen Vorgesetzten, um dessen Meinung aus den Augen zu lesen. Aber Walter zögerte nicht einen Moment. Mit zwei Schritten stand er an der Seite des Feiglings. Er legte ihm die Hand auf die Schulter und sagte in ruhigem, militärischen Tone: Lieutenant Mündner, melden Sie sich sofort bei dem Commandirenden, Major Kimberley. Ich werde über Ihren Fall Bericht erstatten." Damit wandte er sich ab und ging die 100 Vards lange Strecke des Engpasses wieder zurück, wo er den Major gelassen hatte, und dem machte er seine Meldung in festem' Tone. Aber dann trat er hervor, mitten in den Pfad, der den Engpaß durchschnitt, wo das Mondlicht strahlte, und blitzschnell hatte er sein weißes Taschentuch herausgenommen und es über die Brust ausgebreitet. Und die Apachen da oben hinter ihren Schlupfwinkeln sahen diese Scheibe deutlich im Silberlichte des Mondes glänzen, und eineSecunde später erschollen gleichzeitig 4 Schüsse. Awei davon hätten schon genügt, denn mit zerschmettertem Kopfe und durchfchossener Brust fiel Walter Mllndner vorwärts auf die Steine. Die Ehre des Namens war gerettet. 'Ficportcrpgatttclflc. Von Wilh. Nullmann. , Das war wirklich eine ganz merkwürdige Geschichte. Eines Tages erschien nämlich in der Leuchte von Vernunft" eine von John Stewart.dem Editor, gezeichnete Notiz, die folgendermaßen lautete: . Wir bedauern es aufrichtig, daß unser vollständig nach seinem Werthe geschätzter Redaktionscollege Ward seine Beziehungen zu unserem Blatte gelöst hat und wir geben zugleich der Hoffnung Ausdruck, daß dieser ehrenwerthe Herr recht bald eine seinen Talenten entsprechende Stellung als Kohlenbrenner, Stiefelputzer,, Kaminfcger oder Bahndammausbohrer sinden möge." . An demselben Vormittag, an dem diese Notiz in der-Leuchte der Vernunft" erschien, begab sich der Editor in das Neportevzimmer semes Journals, wo er die beiden Hauptreporter, die Herren Richard Löwe und Harry Harrisson, bereits bei der Arbeit fand. Sie waren damit beschäftigt, einen Brand zu beschreiben, der in der Nacht ein Haus in Detroit eingeäschert hatte und während Harry Harrison die Entstehung und den Verlauf der Feuersbrunst schilderte, war Richard Löwe, dessen Stärke die phantasievolle Ausschmückung der Thatsachen war. die Aufgabe zugefallen, die Episode von de? Rettung eines schlafenden Kindes zu schildern, das ein braver Feuerwehrmann von Detroit, dessen Bescheidenheit sich die Nennung seines Namens ernstlich verbeten hatte, mitten aus den Flammen herausgeholt hatte.Meine Herren", sagte der Editor hiev zu seinen beiden Mitarbeitn, indem er. wie es seine Gewohnheit war, mit raschen Schritten im Zimmer aufund abging, Sie wissen, daß nach dem so schmählichen Verduften dieses Lumpen Ward die Stelle des Politikers im Vüreau meines Blattes zu besetzen ist. Nun wohl, meine Herren, ich habe beschlössen, diese Stelle, die mit einem monatlichen Einkommen von 100Dollarö doürt ist, einem von Ihnen beiden zuzuweisen". ... Die Herren Richard' Löwe und Harry Harrison erhoben den Kopf etwas und richteten die Blicke mit dem Ausdrucke begreiflicher Neugierde auf ihren Chef, der folgendermaßen fortfuhv: Jawohl, meine Herren, einem von Ihnen beiden und zwar Demjenigen der mir binnen einer Stunde, also bis 11 Uhr. eine Lokalnotiz liefert, die geeignet ist, in Detroit einiges Aufsehen zu machen. Denn bei einem Journalisten kommt es nicht blos darauf ai etwas Gutes zu liefern, das dem Geschmacke der Lese? zusagt, er muß auch die Gabe besitzen, das Gute rasch zu' liefern und sich den Augenblick dienstbar zu machen. Also binnen eine? Stunde, bis 11 Uhr! Und nun machen Sie sich an die Arbeit!" Als der brave John Stewart wieder verschwunden war. sahen sich die beiden jungen Leute an und lächelten. M?. Löwe zündete sich eine Eicarette an und nachde??-. er eine Zeit lc.ng sin. nend en Rauch mit seinen Blicken verfolgt batte. der durch das offene Fenst.'.?: seinen Weg m da? F??ic fand, schrieb er rasch die folgenden Zeilen nieder Das wirksamste Sprengmittel. Ein Schwein, das zu viel Durst hatte. Ein Loch in der Erde. ,Das wirksamste Sprengmittel, daö

Alles übertrifft, was menschlicher Scharfsinn und Erfindungsgeist auf diesem Gebiete geschaffen, ist das von unserem Mitbürger Charles Bloom erfundene und nach ihm benannte Bloomit. dessen Vorzüge kürzlich in unserem Blatte nach Gebühr gewürdigt wurden. Als Beweis dafür di:ne folgende wahrhafte Geschichte, die sich vor einigen Tagen an derPraivie du Chien, wo an der neuen Bahn Sprengarbeiten vorgenommen werden, zugetragen haben soll. Der Bauunternehmer hatte einige Fässer Bloomit in einer Erdhöhle verborgen, aber eines Tages ließ ein Arbeiter die Thüre offen stehen, die zu diesem Verstecke führt, und ein Schwein, das gerade des Weges kam. leckte an einem offenstehenden Fasse ; und da dieses flüssige SprengMittel dem vielleicht Svrup beigemischt ist? die Eigenschaft hat, sehr süß zu schmecken, so trank es sich schließlich voll. Hierauf gerieth es in einen Stall, in dem ungefähr vierzig dem Unternehmer gehörige Pferde stanken. Das Schwein trieb sich zwischen den Beinen der Gäule umher, bis eins derselben ihm einen tüchtigen Schlag mit dem Hufe des rechten Hinterfußes versetzte. Infolge dieses geWaltsamen Anstoßes ging die Geschichte los, das Schwein explodirte und weder von ihm noch von den Pferden hat man jemals auch nur ein Stückchen erblickt. Wo sich der Stall befand, da ist jetzt ein ungeheures Loch in der Erde von 100 Yards Umfang und 50 Aards Tiefe." Sehv gut", sagte Mr. Stewart, als er diesen Bericht über die Wirkung des Bloomit gelesen hatte. Nun werden wir sehen, was Harry , Harrison uns liefern wird. Wo bleibt er denn, der kleine Harrison? Er hat nur noch zwanzig Minuten Zeit." Der kleine Harry Harrison saß um diese Zeit noch immer an seinem Schreibpult und kaute an seinen Nägeln, wie es seine Gewohnheit war, wenn er etwas zu schreiben hatte und wenn ihm nichts Gescheidtes einfallen wollte. Wie sollte er es anfangen, um als Sieger aus dieser Concurrenz hervorzugehen? Wie sollte er überbieten, was die Einbildungskraft und die journalistische Fixigkeit seines Ccllegen so schnell zu Papier gebracht hatte ? Er sann nach und fand nichts. Und doch, wenn ihm eine gütige Laune des Schicksals diese wohldotirte Stelle in den Schooß werfen würde, dann hatte er ja, Wasser brauchte, um ein Weib und allenfalls auch noch ein Paar Kinder zu ernähren ; dann konnte er vor den Batev seiner geliebten Kitty treten und Da sah er auf einmal das süße liebe Kind vor seiner träumenden Seele, wie sie ihm die Hand zum Abschied reichte, mit einem gar traurigen Blick, und wie er doch lächeln-mußte, als er in ihrem blonden Haar die blaue Feder bemerkte, die dort von ihrem Hute zurückgeblieben war. Und dann dachte er an die harten Worte, mit denen ihn kurz vorher Thomas Slater, der Va--ter der schönen Kitty, abgewiesen hatte: Was haben Sie, ein junger Mann, dev noch nichts hat, der Tochter eines Mannes zu bieten, der bald nichts mehr haben wird?" Ja, ja. Papa Slater ging es nicht zum Besten, denn das Bier, das er braute, wollte Niemand trinken, und die Gartenwirthschaft Zur schönen Aussicht", die er im Frühjahr eröffnet hatte, zählte wohl einige hundert Bänke und Stühle, aber das Unglück war, daß Niemand darauf Platz nehmen wollte. An Alles dies dachte Harry Harrison in diesem Augenblick. Und immer und immer wieder hatte er dasselbe Bild vor sich: das reizende rosige Gesichtchen von schön Kitty, das jetzt etwas bleicher war, als gewöhnlich, und die blauen Augen, in denen eine Thräne schimmerte, und das blonde Haar mit der. blauen Feder. . . Und dann kam auf einmal etwas, überraschend wie Humor der Verzweiflung, und mit fliegender Hast schrieb er folgende Zeilen nieder Das schönste Mädchen. Kitty mit der blauen Feder. Der Traum eines Reporters. Wenn der wohlgeneigte Leser das schönste Mädchen im Lande sehen will. das zugleich die größte Merkwürdigkeit unserer Stadt ist, so suche er gegen Abend, wenn die Arbeit des Tages geihan ist, den Viergarten Zuv schönen Aussicht" auf. wo-Mr. Slater das von ihm selbst gebraute Standard - Bier verzapft. Mr. Slater nennt das schönste Mädchen, die blonde Kitty. sein eigen, das zugleich die größte Merkwürdigkeit unserer Stadt ist. Denn der Natur hat es gefallen, dieses holde achtzehnzährige Kind nicht nur mit allein Reizen des Leibes und der Seele zu schmücken, sie hat auch in einer ihrer Launen, welche die Wissenschaft zu ergründen und die Poesie zu deuten vermag, ihr wunderliches Spiel mit diesem Mädchenkopf getrieben, den sie luch mit sovie' Lieblichkeit geschmückt hat. Auf dem Scheitel desselben entfaltet sich nämlich an jedem Morgen, sobald die Sonne ihre Kraft übt, mitten aus dem Gewirre der blonden Löckchen eine zarte flaumartige Feder, deren Grau bei fortschreitendem Tageslicht hellere Farben annimmt und um die Mittagszeit in ein ziemlich dunkles Blau übergeht. Gegen Abend bleicht die Feder wieder und sobald die Sonne untergegangen ist. löst sie sich auf und fällt von dem schZinen Haupie ab, auf dem sie eine so seltsame Zierde bildet. Die größten dieserFedern.von denen man schon ein? stattliche Anzahl gesammelt hat. sind einen, die kleinsten ungefähr einen halben Zoll groß. Wie wir hören, treffen morgen zwei Mitglieder des NewYorker Wissenschaftlichen Elubs hier ein, um diese ganz einzige und geradezu beispiellose Merkwürdigkeit unserer Ttadt zu besichtigen."

Hm!- meinte der Editor, als er das Elaborat des Herrn Harrison gelesen hatte. Nicht übel ! Aber man wird sagen, daß in der Leuchte der Vernunft" eine faustdicke Lüge zu lescn war." Es wäre nicht die erste dachte Harry Harrison, aber er hütete sich es zu sagen. Er sagte überhaupt nichts, sondern er deutete auf die letzte Zeile der Überschrift seiner Notiz, wo zu lesen war: Der Traum eines Reporters". ' Ah so!" sagte der Editor. Sie haben das Alles nur geträumt! Und der Leser wird das übersehen, wie ich es übersehen habe. Nicht übel! Oh, Sie sind ein geriebener Bursche, kleiner Harry!" ' Am anderen Morgen erschien in der Leuchte dev Vernunft" die Notiz über das Schwein, das den übermäßigen Genuß von Bloomit mit seinem Leben zu bezahlen hatte und das noch 40 Pferde mit sich in das Verderben riß. Man sprach ziemlich viel über den seltsamen Vorfall, aber man hielt ihn nicht für eine Thatsache, sondern für die Erfindung eines reklamebedürftigen Fabrikanten, und so blieb die erwartete Wirkung aus. Von der Leuchte der Vernunft" wurden nur etwa 80 Exemplare mehr als gewöhnlich abgesetzt; immerhin ein Erfolg, der sich jedoch in bescheidenen Grenzen hielt. Ganz anders war die Wirkung, welche die kleine Geschichte von dem Mädchen mit der blauen Feder" hatte. Sie fiel wie eine Bombe unter das Publikum und richtete besonders in den Köpfen der Frauen, aber auch uttter der männlichen Jugend die stärksten Verheerungen an. Ein junges hübsches Mädchen, dem jeden Tag eine blaue Feder auf dem Kopfe wuchs, die am Abend wieder abfiel, wie ein welkes Blatt, hatte man je fo etwas gehört? Aber ob wohl die Geschichte auch wahrscheinlich, fragte man sich. Nun, man konnte sich ja durch den Augcnschein überzeugen. Und am Nachmittag pilgerte Alles nach dem Biergarten des Brauers Thomas Slater und man beeilte sich, früh genug hinzukommen, ehe noch die Feder abgefallen war. Aber die fchöne Kitty war nicht zu sehen, denn sie war krank und lag zu Bette. Und so oft man den Vater nach seinem Töckiterchen fragte und sich nach der Größe erkundigte, welche die Feder des Tages erreicht hatte, brummte Thomas Slater vor sich hin: Dummes Zeug! Sind die Leute denn alle verrückt?" Am nächsten Tage aber, als er sah, daß sein Garten wieder mit Gästen gefüllt war, gab er ausweichende Antworten und erklärte mit einem Seufzer, daß sein Töchterchen in den Fedem" stecke, weil ste krank sei. Aber bald genug kam der Tag, an dem die schöne Kitty wieder gesund wurde. Denn nun war Folgendes geschehen: die Nummer der Leuchte der Vernunft", in welcher die Notiz von dem Mädchen mit der blauen Feder erschienen war, hatte reißenden Absatz gefunden und in Folge . dessen hatte Harry Harrison die Stelle des Politikers in der Redaction dieses Blattes erhalten. Und nun konnte der kleine Harry als ein Mann mit gutem und sicherem Einkommen vor den Vater der Geliebten treten und um die Hand der Tochter bitten, die ihm auch nicht versagt wurde. In der Leuchte der Vernunft" aber erschien eines Tages eine Notiz, welche den Leser darüber aufklärte, daß es sich ja, wie auch schon aus der Ueberschrift zu ersehen sei, bei jener Notiz über das Mädchen mit der blauen Feder um den Traum eines Reporters gehandelt habe. . . Klarer Himmel. . Von Karl Bulcke. Blau liegt und klar der Himmel Und auf der Welt ist Ruh; Ein Baum wiegt seine Aeste Und schläft und träumt wie Du. Ein Glockenklang gen Himmel In seligem Frieden zieht. Und hoch im Baum singt klagend Ein Vogel sein kleines Lied. Ö Gott, wie ist das Leben So feierlich und schlicht. Es hebt ein Laut sich leise, Er klingt und stört Dich nicht. Mein Freund, was kommen auf ein, mal So heiße Thränen Dich an? Mein armer Freund, was hast Du Mit Deiner Jugend gethan ?

Gekränkter Ehrgeiz. Fräul'n Doctorin, i thät schön bitten um a Viss'l was!" Da haben Sie! Im Uebrigen. schämen Sie sich, zu betteln!" So. schön! Dös wär' der Dank do.für. daß mir, dö weiblichen Fechter, eigentlich die Anregung zur Frauenemancipation 'geben hab'n!" AmEisenbahnschalter. V?Za,nnter: Ah, schon vermählt?G?atuliere angenehme Hochzeitsreise!" Junges Paar: O nein! Unüberwindlich: Hindernisse im Wege! Suchen gemeinsamen Tod!" Unpassend. Gnädige Frau haen wohl den schönen gelben Leonberger nicht mehr und an dessen Stell: jetzt den schwarzen Pudel?" Gewiß habe ich meinen Leonberger Hund noch, Herr Assessor, aber, wie Si: wifsen, bin ich in tiefer Trauer und kann da doch nicht gut mit dem hellen Thiere ausgehen!" Kindervonheute. Mutter (zum kleinen Karl): Du bist aber heute wieder einmal recht unartig!" Kann ich dafür, daß Ihr mich nichi besser erzogen habt?-

Unsere Kiudcr. Wie oft hört man die Klage über Undankbarkeit der Kinder und wie häufig hört man die Eltern sagen : Alö ich jung war, da war es andcrs. da nahm man nicht alles Gebotene als selbstverständlich yin, man mußte sich ein Vergnügen, eine Freude oder ein Geschenk erst verdienen." Dieser Ausruf enthält viel Wahrheit. Die raschlebige Jetztzeit hat ihren Stempel leider auch der Kindesseele aufgedrückt. Sowie im unschuldigen Spielzeugs all: Errungenschaften des Geistes und'd:r Industrie reproducirt werden, sowi: man in den Kindern Wünsche erweckt) deren Befriedigung sie sich später oft nicht gönnen können, legt man in ihre Herzen den Keim zur Selbstsucht, und nicht den Sinn dafür, daß der Mensch erst etwas lernen, erst arbeiten, erst selbst verdienen muß durch sittliches Verhalten und geistiges Wirken und Können, ehe er die Früchte genießen darf. Das gefährliche Princip. d?3 bei so vielen Kindern in der Jugend angewendet wird, sich durch Geschenke Gehorsam und Liebe zu erkaufen, hat oft schlimme Folgen. Da werden die Kinder mit Gaben überschüttet, anstatt sie darauf hinzuweisen, daß sie solche erst verdienen müssen. Sie haben Reichthum und schätzen ihn nicht, sie besitzen Talente, die sie vernachlässigen. Und warum? Weil ihnen alles unverdient in den Schooß gefallen, weil v.t sich nicht selbst darum bemüht, nicht g:arbeitet und gestrebt haben. Sie nehmen es als selbstverständlich hin uno lverden erst später dessen inne, wie viel ihnen in der Jugend verloren gegangen. Macht einmal den Versuch, laßt ein Kind sich ein Vergnügen selbst erwerben, sei es durch Sparen des Zz schengeldes, sei es durch kleine Dienstleistungen, und dann beobachtet die reine, unverfälschte Freude, die sich auf den unschuldigen Zügen abspic-, gelt, seht und bergleicht sie mit der Hast der stumpfen Gleichgiltigkeit. die Euch oft kränkt, wenn das Kind wie gewöhnlich haben kann, was es w3. Man lehre die Kinder, sich zu fragen: Verdienst Du. was Du besitzest, was Dir ein gütiges Geschick verliehen hat? Sie sollen danach streben, nicht nachlassen im Eifer, sondern ihre Kräfte erproben, ihre Ehre darein setzen, das zu verdienen suchen, was ihnen ohne Mühe zugefallen, in Bescheidenheit, Demuth und Gehorsam sich selbst nie genug thun. Dann erst besitzen sie. Denn, was wir nicht selbst verdienten, das machen wir uns innerlich nicht zu eigen, das vermag uns nicht zu beglücken. Wie werthvoll dünkt den Menschen das erste, mit Mühe und Arbeit verdiente Geld, während die aleiche Summe, als Geschenk erhalten, keinen Eindruck macht! Es Wächst mit dem verdienen" dessen, was wir besitzen, die Kraft, der Muth und' das Selbstvertrauen, Eigenschaften, die ein jeder tüchtiger Mensch sein eigen nennen muß. Deshalb ist es eine Hauptaufgabe der Erziehung, frühe darauf hinzuwirken, daß dein .jugendlichen Gemüthe nachhaltig eingeprägt werde: Verdiene was Du hast, was Dich umgiebt, Dich erfreut, ve:diene Dir die Liebe der Menschen, erringe Dir die Achtung und erwerbe Dir mit Fleiß und Ausdauer Deinen Platz unter ihnen. Nicht auf das Unbestimmte und Schwankende im Leben, sondern auf die Vervollkommnung in allem Guten soll die Erziehung gerichtet sein, ganz besonders aber auf die Ausbildung des Gemüthes und Characters, und sie soll die . jungen Weltbürger besähigen, den Wechsel des irdischen Glückes mit Muth und frommem Sinne später zu ertragen. . Hochzeiten in Wales. Sonderbare Hochzeitsgebräuche Herr schen in Wales (England. Am Hochzeitstage begeben sich die Freunde des Bräutigams auf dem besten Pferde zur Wohnung des Bräutigams. Sobald sie hier Alle versammelt sind, begibt sich die ganze Cavalcade zum Hause des Brautvaters. Hier springen einige Reiter vom Pferde und verlangen in wohlgesetzten Reimen, daß die Braut dem Bräutigam ausgeliefert werde. Einige ihrer Freundinnen geben eine passende Antwort in Versen, w welcher sie die jungen Leute einladen das Haus zu betreten und die Braut zu suchen. In züchtiger Scheu hat sich diese unterdessen verborgen, aber die heimlich Furcht, durch zu langes Zögern die langersehnte feierliche Ceremonie der Eheschließung unnöthig aufzuhalten, treibt sie bald, sich finden zu lassen. Zu Pferde bricht nun die ganze fröhliche Gesellschaft zur Kirche auf. wobei der Vater der Braut an ihrer Seite reitet. An Kreuzwegen. Seitenpfaden und bei sonstigen passenden Gelegenheiten macht er schwächliche Versuche, mit seiner Schutzbefohlenen zu entfliehen, was natürlich von den jungen Mannern mit großem Halloh vereitelt wird. Der oft ein- bis zweihundert Personen zählende Zug erreicht nach einer Anzahl vergeblicher Fluchtversuche endlich die Kirche und das einende Band wird zwischen den Liebenden geknüpft. Nachdem dies geschehen, strömt die Hochzeitsgesellschaft aus der Kirche und begibt sich, mit dem jungen Paare an der Spitze, zu der künftigen Wohnung Uz Neuvermählten, wo man einen lustigei Tag verlebt. Der Trauer angemessen. Tante (nach dem Begräbniß' ihres reichen Vetters, den der studirende Vetter beerbt): Du willst doch nicht jetzt etwa in eine Kneipe gehen?!"

Student: Nur in ein emyaue: , Gemüthlich. Gast: Dz.' W W.l IHwlMMl ein rolyes yaar in Suppe; gewiß wieder von der Zenzi!" Wirth: Na, die arme Person kann doch nichts dafür, daß s rothes Haar iat!V. . - !