Indiana Tribüne, Volume 21, Number 21, Indianapolis, Marion County, 10 October 1897 — Page 7

Was ist Kleidsam?

Von L. Hagen. Die einfach gekleidet Frau !st in bet Theorie daS Ideal der Männer. In der Praxis freilich trägt das einfache Kleid nicht immer den Sieg davon. Ueberdies behaupten böse Zungen, daß Frauen bisweilen nicht glücklich sind, kenn si? sich nicht beneidet wissen, und daß sie häufig nicht für die Männer, sondern für einander Toilette machen. Obendrein kann man noch 'die Ansicht ussprechen hören, auch die Einfacht,tt des Anzuges sei nur eine versteckte Form der Eitelkeit, etwa im Sinne des Diogenes, der auö Selbstverliebtheit seinen Hemdärmeln niemals die Wohlthat einer Ausbesserung angedeihen ließ. Was ist nun das Richtige? Aus den Kleiderordnungen des MittelaUers weiß man, daß bestimmte Stoffe zu verschiedenen Zeiten das Vorrecht einzelner Stände kennzeichneten. Das langwaUende Gewand der romanischen Zeit war für die Frsu bei der Arbeit höchst unbequem ; es derräth noch seinen Zusammenhang mit den Sagen, ws diele Sklaven und Sklavinnen die freie Frau jeder häuslichrn Thätigkeit überhoben, so daß sie ' sia? beständig mit dem Faltenwurf ihres Gewandes beschäftigen konnte. Die 'Mit dagegen schafft schon einFrauentlk'id mit Anschluß an die Äörperfornren, und allmälig wird für das Frauenkleid die Taille im Mdernen Sinne ausgebildet. Die Kleidung macht zwar noch viele Wardlungen durch; der Grundzug bleibt aber immier das Streben nach größerer Zweck.Mäßigkeit und Klarheii te Form. 'Gleichzeitig verwisch sich jfichr und 'mehr al& Standesunteischiede, und 'diejenigen, die sich in 'der Kleidung auszeichnen wollen, können ihr Zic) kaum noch durch Kostbarkeit des Ma terials erreichen. Aber die Nachah mungslunst ist jeden Augenblick bereit, en: ähnliches Material zu billigen Preisen anzubieten. Dieser Umstand bringt es mit sich, aß die moderne Bekleidungskunst ihre Aufmerksamkeit meinem Gesichtspunkt zuwendet der bis dahin noch nicht 'genügend gewürdigt wurde: irrr 'Kleidsamkeit. Jede gebildete Frau 'der Gegenwart ist in der Schule und Aurch die Kunstkritik der Tagespresse mit der Ueberzeugung versorgt worden, daß die Kleidung unserer Vorfähren im künstlerischen Sinne der -nnfrigen um vieles überlegen war. Infolgedessen fehlt es heute nicht an einer Anzahl von Fraucn, welche versuchn, ihrer Kleidung einen künstlerischen Anstrich zu xjefcen. Wer den Muth der Ehrlichkeit besitzt, muß jedoch eingesrehen, daß diese künstlerische Kleidung zumeist zur gekünstelten" hnid, die selten 'in den Nahmen lyrer llmgrdung hineinpaßt. Wie in so vielen Fällen, vergißt man auch hier, daß es unmöglich X dem Schritt der Zeit Eirchrtlt zu thun, und daß jede Zeit unbewußt ihren "Lebensaußerungen den eigerren Charakter aufdrückt. Unsere Maskenbälle haben dazu beigetragen,die Erfahrurrg schnell zu verbreiten, daß -nicht jedes schöne Kostüm sich für jede beliebige Erscheinung eignet. Volle Formen oder klei,ne, zierliche Gestalten passen z.B. nicht in ein Gretchenkostirm; überschlanke, hohe Figuren eignen sich nicht für Ro'kokoanzüge u. s. w. Trotz dieser allseitig anerkannten .Thatsache giebt es noch immer zahllose Frauen, die sich verpflichtet fühlen, alle neu auftauchenden Moden -um jeden Preis mitzumachen. Sie sind durchaus nicht immer geschmähte Kleinstädterinnen. Man hört vielmehr bei den Premieren erster Großstadtbühnen noch häufig genug. wieFrcmen untereinander sich die gefeierten Modedamen zeigen und anstaunen, was für neue Extravaganzen ausgeklügelt worden sind. Neben diesen Frauen sitzen dann die Männer, die philosophische Abhandlungen über Modethorheit und Eitelkeit schreiben, ohne zu bemerken, daß sie ebensowenig im Recht sind wie ihre schönen Gegnerinnen. Die Mode ist der Athemzug der Industrie, und sie verhindern wollen, heißt den Volkswohlstand lahm legen. Nur eines können Freunde des Fortschrittes und des Schönen thun: die Mode jeder Zeit richtig verwerthen, sie den verschiedenen Persönlichkeiten richtig anpassen! Schon ?m Alterthum wußte man sehr fein zu unterscheiden zwischen dem, was an sich vollendet schön iji, und dem, was nur dadurch schön erscheint, weil es seiner Umgebung angepaßt, weil es auf einen künstlerisch reinen Klang gestimmt ist. Genau genommen liegt in diesem Anpassen der Kleidung an die Stimmung, an das Temperament der Tragerin das Geheimniß der Lehre von dem guten Geschmack unserer Vorsahren. Ihr Aussehen ist uns nur in den Bildern erhalten, die das Auge der Künstler auf die Leinwand bannte. Das Schaffen des Künstlers besteht darin, daß er jedes kleinste Theilchen seiner Arbeit dem großen Hauptgedanken anpaßt und unterordnet, um eine einheitliche Wirkung zu erzielen. Auch die moderne Frau verfolgt unbewußt denselben Gedanken, wenn sie z. B. den Aufputz ihres Hutes ihrem Kleide anpaßt, wenn sie die Farben von Borten. Bändern und Besatz mit der Grundfarbe ihres Kleides in Harmonie oder in belebenden Gegensatz stellt u. dergl. m. Thatsächlich haben unsere großen Modezeitungen unendlich viel zur Hebung des Geschmacks in dieser Richtung beigetragen, ganz besonders in Bezug auf Uebereinstimmung oder harmonische Abtönung der Farden. Immer aber bleibt noch vieles zu wünschen übrig. Was noch erlernt werden muß, tonnen wir am besten aus der Arbeitsweise großer Künstler erlernen. Zunächst gilt es. einem Irrthum .vorzubeugen, der häufig zu einer sen-

tZmental künstlerischen Kleidung geführt hat, die dem Charakter )es ar-.

vettssreublgen neunzehnten JayryunderlZ durchaus stemd ist. Man verwechselt nämlich die Jdealgestalten der Künstler mit denjenigen, die sie dem Alltagsleben entnahmen, also mit den Porträts. In dem hastigen Treiben des modernen Straßengewühls würde sich eine Gestalt aus den Arbeiten des Fra Beato Angelico unpassend und lächerlich ausnehmen, auch wenn sie von einem länglichen, schmalen Kopfe mit weichen Zügen und schmelzenden Uebergängen in den Hauttönen gekrönt ist. Im Gesellschaftssaal und am Theetisch des stillenHeims dagegen kann es kaum etwas Erfreulicheres geben, als eine solche nach Fra Angelico modifizirte Empiregestalt, deren leicht

gekrauste Tame nicht zu kurz bemessen und deren Kleiderrock nicht zu eng geschnitten ist. um den Linienfluß der weichen Falten im Einklang mit der Richtung des Körpers zu erhalten. Das rechte Ding am rechten Orte zu tragen ist eine der wichtigsten Bedingmigen für die geschmackvolle, oder besser für die dem Temperament Ausdruck gebende Kleidung. Eines der frühesten Beispiele von Beachtung dieser Vorschrift bietet uns Douven in seinem Porträt der Fürstin Anna von Medici, der Gemahlin des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz. Er malte sie einmal als sorglich schaffende Hausfrau, ein andermal im Jagdanzug Lerreich ist rn beiden Bildern !die Art, ein und dieselbe Mode gründverschieden zu charakterisiren. Vor trefflich ist es wn Künstler geglückt, den WuchZ der Fürstin durch die Länge des Gewandes, den querlaufenden Besatz und die Längslinun der Taille höher erscheinen zu lassm, ohne irgendwelchen unnatürlichen Zwang anzuwenden. Die festen Linien des Jagdanzuges heben durch ihren Con traft die träumerZsche Weichheit des Auges stärkn hervor, sie verstärken die Intelligenz s Ausdruckes, während die weiche Halskrause und die faltigen Aermel des andern Bildes die Fürstin hingebender und sanftmüthiger erscheinen lassen. Durch ernen gewissen Gegensatz m Charakter der Linienführung wMt auch das Porträt der Malerm Viktoria Lebrnn, Die kleinen" Züge der zierlichen Erscheinung würden allzu winzig ausfallen, "wenn sie nicht durch den geschloss??., fast burschikosen Zug des Kopftuches eingerahmt würden. Der saltige Kragen hebt wieder den emcmzipirteT: Anstrich auf und läßt das echt Weibliche zu seinemRechte kommen. Eine Wrrlung entgegengesetzter Art wendet Rubens auf dem Porträt seiner ersten Gemahlin an. Die Züge der schönen Frau sind nicht ohne einige charakteristische Härten. Sie werden durch den Schimmer des welchen, blonden Haares und durch die dustige Krause am Halsausschnitt ausgeglichen. Der Hauptton in der Farbe des Gleides ist Gelb, das bekannrlich für Blondinen ls ungünstig gilt. Dieses Vorurtheil sollte uns bestimmte Schattirungen und Mischungen von Gelb beschränkt werden, namentlich cmf solche, die der Haarfarbe ungünstig sind. Aehnlich steht es nüt dem Verbot des Blau für Brünetten, das ebenfalls nur vereinzelt Giltigkit hat. Tizians öc Bella z. B. trägt Blaugrün mit purpurnen Aermeln, doch kleidet er auch Blondinen in diesen Ton. Rafaels brünette La Velata, das Porträt seiner Geliebten und Urbild der sixtinischen Madonna, ist vorwiegend gelb gekleidet. Wenig beachtet wird die Thatsache, daß unzählige Maler, von Leonardo da Vinci bis auf Makart, rothhaarige Frauen mit Vorliebe in dunkles Rothbraun (bordcaux) kleiden. Alle Regeln über die Kleidsamkeit einzelner Farben sind nur bedingungsweise aufzunehmen, da die Zahl der Töne in den Stoffen, wie in Haut, Haar und Augen beständig wechselt. Der Spiegel ist hierfür der einzige zuverlässige Rathgeber, und man sollte sich garnicht scheuen, ihn zu brauchen. Viel schwieriger ist es. sich über die Eigenart der eigenen Erscheinung klar zu werden und von den Angeboten der Mode immer nur das herauszugreifen, was der Persönlichkeit angepaßt ist. Es gilt zu überlegen, wie weit Ver'änderungen im Linienriß des Körpers wünschenswerth und ohne unnatürlichen Zwang angebracht erscheinen, ob es rathsam ist, den Oberkörper durch höheren oder tieferen Gurt länger oder kürzer aussehen zu machen, in welcher Art des Aermelansatzes der Bau dieser oder jener Schulter am besten zum Ausdruck kommt, wie weit der Halsausschnitt sein muß, und tausend andere Kleinigkeiten. Wie der Künstler nur durch Beobachtung undNachdenken dahin gelangt, das Individuum schön zu. gestalten, so auch die Frau bei ihrer Kleidung. Wer es verschmäht, bloß oberflächlich und boshaft den Anzug anderer zu kritisiren, wird bald im Stande sein zu entscheiden, warum ein und dieselbe Sache an verschiedenen Gestalten so ungleich wirken kann. Selbst ein tadelloser Anzug von kleidsamer Farbe kann z. V. dadurch verdorben werden, daß die Linienführung nicht mit dem Temperament der Trägerin übereinstimmt. Auffallend ist die Thatsache, daß die Geschichte der Malerei bis ins achtzehnteJahrhundert hinein nirgends das Bestreben nach Jugendlichkeit der Erscheinung verräth. Es ist vielmehr durchweg das Hauptgewicht auf echte Weiblichkeit der Form gelegt. Das Kecke und Neckische kommt häufig zu seinem Rechte, aber nur bei Gesichtern und Gestalten, denen es natürlich ist. Auch der Charakter des Hutes wird diesem Bestreben angepaßt. Die Hauptsache ist dabei, daß Rand und

Krone In richtigen Maßderhaltnissen zum Gesichte stehen. Ein RembrandtHut auf einem feierlich ernsten Gesichte ist fast undenkbar im künstlerischen Sinne, und doch wieder kann eine sittsam ernste Kapotte für ein Gesicht mit großen" Zügen zu winzig oder auch zu schwerfällig aussehen. Die Zahl der Möglichkeiten auf dem Gebiete der Kleidsamkeit und ihres Gegentheils ist so groß wie die der lebenden Frauen des Erdkreises und größer. Das einzig bleibende und treibende Gesetz in dem endlosenChaos ist dasjenige der individuellen Kleidung! Nicht Eitelkeit und Vermessenheit wird gefördert, wenn jede Frau sich bemüht, dies Gesetz zu befolgen, sondern unser nationales Kunstvermögen, unsere Familienbehaglichkeit und nicht zum mindesten unser sittli-' eher Ernst wird dadurch gehoben! Eine dem Temperament angepaßte, geschmackvolle Kleidung ist nicht nur sparsam, weil sie mit geringen Mitteln Großes leistet, sie wirkt auch erziehend, indem sie die Achtung vor der Persönlichkeit des Nächsten erhöht und das Vorurthetl überall abschwächt.

Icr Weg zum Yufim. Es hilft nichts ich muß berühmt werden will berühmt werd:n. Kann es mich trösten, daß mein Väterchen behauptet, meine Rebhühner wären eine Delikatesse, und meine gute Mutter mich ihr Hausmlltterchen ihre Stütze nennt? Das ist kein Ruhm! Hildegards Bilder werden stets von fccr Jury angenommen und finden, was die Hauptsache ist, ihre Käufer; Elisabeth wird förmlich bestürmt mit Einladungen zu Wohlthätigkeitsconcerten und Soireen Annette hat in Hamburg einen wohlbegründeten Ruf lls Spezialistin für Augenkrankheiten und ich? Unmusikalisch wie in Mops", wie sich mein Bruder auszudrücken beliebt ohne Talente ohne Gelehrsamkeit und doch mit einem Herzen, das sich ebenfalls nach dem Ruhme sehnt, mit einem brennenden Ehrgeiz, der mich auch heute wieter packte, berühmt zu werden um jeden Preis berühmt. Ja, aber wie? Blamiren möchte ich mich auch nicht gern! Heureka! Ich werde schreiben. Dazu bedarf es weder der fehlenden Talente, noch einer schrecklichen Gelehrsamkeit; es braucht ja nicht ein Tierbändiger Roman zu sein eine kleine Novelle zwei Leutchen, die sich lieben. Hindernisse, unbesiegbare Treue und endlich die Apotheose des Sichkriegens". Die Idee ist gut; und da man eine gute Jd möglichst schnell ausführen soll, setzte ich mich an den Schreibtisch, steckte eine neue Feder in den Halter und begann. Eigentlich hatte ich mir. das Schreiben" doch ein wenig leichter vorgestellt, doch nur weiter immer in großen Zügen schildern es muß packen blenden ergreifen. Nach zweistündiger Arbeit setzte ich den letzten Punkt auf mein Manuskript. Der erste Schritt zur Berühmhsit war gethan! Was würde wohl Dr. Siebert dazu sagen? Ich muß vorausschicken, daß obiger Herr ein junger, hervorragender Schriftsteller war, dessen Anwesenheit in unserem gastfreundlicheir Hause mich stets in eine ganz- absonderliche Stimmung versetzte. O, war ich erst berühmt, dann durste er sich diesen belehrenden Ton nicht mehr erlauben, mit welchem er mich so oft zu beehren beliebte; durfte mich nicht mehr wie ein halbes Kind behandeln, denn mit 18 Jahren ist man aus dem Backfischthum glücklich hinaus, wenn man auch auf 'elterlichen Wunsch noch immer lange Zöpfe und Matrosenblousen trägt. Genug, am nächsten Tage erfolgte die Kopie, und ich war fest überzeugt, daß das härteste Rabenelternpaav sich beim Lesen meiner Geschichte in die sanftesten Tauben verwandeln würde. Ich hätte selbst am liebsten einigeThränen der Rührung über die ergreifende Treue meiner Helden geweint, wenn sich das mit meinen Ruhmesaussichten vertragen hätte. Nun blieb mir noch das Schwerste der Gang zur Redaktion. Ich war an jenem Nachmittage der festen Ueberzeugung, daß die Leute, die mich wegen meines Laufschrittes ansahen, in mir schon die zukünftige Berühmtheit erblickten. An der Jerusalemer Kirche prallte ich mit einem Herrn zusammen. Richtig Dr. Siebert; immer zu der Zeit, da man die wenigste Neigung hat ihn zu ehen. Verzeihung! Was Frl. Gretel Sie? Wohin denn in solchem Sturmschritt?- .Zur Redaktion!"" Was Redaktion? Ja, was wollen Sie denn da?" Meine Novelleite abgegeben.-" Er schien seinen Ohren nicht zu trauen, .denn er machte ein gar komisches Gesicht. Plötzlich aber, ohne die geringste Erklärung, fing er an zu lachen zu lachen so herzlich, so unbändig, daß ich ihm trotz meiner größten Mühe nicht böse sein konnte. Ja. ja. weshalb denn aber", brachte er endlich mit Anstrengung hervor, reicht denn das Taschengeld nicht mehr?" Ich mache keine Ansprüche auf Honorar"", erwiderte ich mit Selbstbewußtsein, ich will berühmt werden!"" Und- da lachte er schon wieder, als hätte ich den schönstm Witz gemacht. Kurz entschlossen drehte ich mich, um; in diesem Augenblick wurde mir mein sonderbares Gefühl ihm gegenüber klar ich haßte ihn haßte ihn schrecklich! Im Vorzimmer der Redaktion

brauchte ich nicht lange zu warten. Der Herr Redakteur ließ mich bitten. Mein Herz schlug bis zum Halse hinauf wie wird er Dich empfan gen, am End: läßt er Dich erst gar nicht reden. Ich trat ein. Gott sei Dank! Der Gefürchtete schaute doch ganz anders aus, als ich ihn mir vorgestellt, mit einer mächtigen Glatze, einer goldenen Brille und so scharfen, durchdringenden Augen. Der Redakteur, ein junger, eleganter Mann lud mich höflich ein. Platz zu nehmen, von meiner grenzenlosen Befangenheit schien er nichts zu merken. Stotternd und mich überhaspelnd brachte ich mein Anliegen vor. Gewiß, mein liebes Fräulein", entgegnete er mit Zuvorkommenheit, lassen Sie nur ruhig ihr Manuskript hier; wir unterstützen, so weit es in unseren Kräften steht, gern talentvolle Anfänger. Wir wollen schon sehen, was sich machen läßt." Ein paar leise Dankesworte, eine mißglückte Verbeugung und ich hatte die Redak tion verlassen. Am Abend fanden sich, wie gewöhnlich. einige Freunde bei uns ein; selbstverständlich auch Dr. Siebert. Glücklicher Weise ging es bald zu ZU sche und ich konnte mich genügend mit dev Vereitung des Thees beschäftigen. Die Gespräche nahmen ihren ruhigen Verlauf, alles schien in schönster Harmonie bis plötzlich dieser abscheuliche Doktor, gleich einem Anarchisten, die Bombe der Frauenfrage dazwischen warf. Hatte er es nuv darauf abgesehen, mich zu quälen? In einer glänzenden Rede (vorher eingeübt, wie ich mir sagte) vertheidigte er seine Ansicht. die mit den Worten schloß: Möge die Frau dem Manne das Brod, die Existenz, den Ruhm streitig machen, möge sie mit ihm ringen um den Lorbeer; von einer allein wünsche ich. daß sie unberührt von dem öffentliehen Ruhme bleiben möchte, daß sie jene Gottheit nicht kennen lernen, die mehr Unheil als Segen gestiftet von mcinesHauscs Herrin, von meiner zukünftigen Frau." Man umringte ihn, schüttelte ihm die Hände ich aber schlich mich unbemerkt in mein Zimmer was ging mich denn seine zukünftige Frau an? Ich fetzte mich auf die Kante meines Bettes und weinte, weinte herzbrechend, weil ich ihn so schrecklich haßte. Die Tage und die Wochen schlichen dahin; keine Nachricht, keine Gewißheit. Mit bangem Herren erwartete ich den Postboten, der doch nie das Gewünschte brachte. Ich war wieder einmal im Erker zimmer und schaute voll sehnsüchtiger Erwartung auf die Straße. Da offnete sich die Thür. Herr Dr. Siebevt. Guten Tag. Frl. Daisy. der Herr Papa nicht gegenwärtig?" Bedaure. beide Eltern sind vor einer halben Stunde ausgefahren." Nun. da hoffe ich. daß auch Sie mir die Billets zumPresseball abnehmen werden?" Vielen Dank. Herr Doktor, wollen Sie nicht Platz nehmen?" Er war ganz ernst geworden. Margarethe, ist Ihnen meine Gesellschaft wirklich nicht unangenehm?" Der peinlichen Antwort wurde ich überhoben, denn eben brachte Marie einen Brief für mich. Redaktion u. s. w." Mein Herz setzte für einen Schlag aus; die Annahme? Sie entschuldigen." Meine zitternden Hände öffneten das Couvert ; mein Manuskript und ein kurzes Schreiben fielen mir entgegen. Geehrtes Fräulein! Anbei die Rücksendung Ihres Manuskriptes. Leider für uns nicht verwendbar, da Inhalt wie Ausführung zu unreif." Blatt und Couvert sanken auf den Teppich ich hatte in diesen Augenblicken kein Empfinden all' die kleinen Hosfnungsblüthen, die sich hervorgewagt verwelkt, verdorrt. Es herrschte eine lange Stille in dem Zimmer. Da faßte Dr. Skebert meine Hände: Margarethe, mein einzig, füßes Kind, ist denn die kleine Enttäuschung eine qar so schwere, daß Du Dich nicht erholen kannst? Sieh, mein Herz, ist's nicht ein viel größerer Ruhm, die treue, innige Liebe eines Mannes gewonnen zu haben ist's nicht für Dich ein viel schönerer, mein Weib, mein geliebtes Weib zu werden?" Zagend blickte ich auf und ich sah in ein paar Augen, die mich mit so tiefer Zärtlichkeit und Liebe anschauäen.

daß ich nicht anders konnte, als meine Arme um den Hals des Mannes zu schlingen, den ich haßte so schrecklich haßte. Berührungspunkt. .Pessimist: Viel Lebensfreuden Sind nur Schall und Rauch Optimist: Viele deiner Leiden. Freundchen, sind es auch. Aus einer Vertheidig g u n g s r e o e. . . .und vann, meine Herren Geschworenen, bedenken Sie das hohe Alter des Angeklagten. Je geringer Sie die Strafe bemessen, desto sicherer ist es, daß er sie voll und ganz verbüßen wird, während Sie bei einer längeren Strafe zu gewärtigen haben, daß durch den Tod des Angeklagten das Verbrechen theilweise ungesühnt bleibt!" Bedenklich. Meierö scheinen wirklich in einer glücklichen Ehe zu leben. ;Wenn er von ihr spricht, sagt er immer: meine Rose", meine Lilie", oder erwählt sonst eine botanische Bezeichnung." Und wenn sie von ihm spricht?" Sie bedient sich allerdings mehr zoologischer Aus drücke

?cr Kampf um die Ml. Eine Tragikomödie aus dem heutigen Schwarzwaldleben, von Max Bittrich. Der Baschi - Bur" war einer von den Alten. Er strich noch das deutsche Zündholz am Hosenboden an, wie sein Vater es gethan hatte; er rauchte Pe turn optirnurn supter solem", den besten Tabak unter der Sonne, wie sein Vater, und war genügsam und fleißig wie sein Vater. Daß er das Brot im Schweiße seines Angesichts essen mußte, kümmerte ihn nicht viel; das kannte er ja nicht anders. Und daß so viele Herrelit" (Herrenleute) tagaus tagein an seinem Hüttlein spazieren gingen, es durcb die Brillengläser betrachteten, es.reizend fanden und doch um keinen Preis darin wohnen mochten, daß sie ihm von Neid sprachen, weil er so viel ir der schönen Natur leben dürfe, und doch nicht einen Tag wie er arbeiten und wie er essen mochten auch darüber hatte er sim'lirt" wie sein Vater. Doch dabei hatte er kein sehnlicheres Verlangen, als daß seine Tochter abermals in den alten Fußstapfen weiterschreiten, also wiederum auf seiner Scholle möchte sim'liren" dürfen, mit ihrem Manne. Der Vaschi - Vur wohnt dort, wo sich das Schwarzwaldbähnle schnausend durch Tunnel um Tunnel windet; ein Katzensprung vom Gleis in die Höhe und ein paar hinunter, und man ist beim Baschi - Bur. Doch um zum Bur zu kommen, hat's Keiner so eilig, daß er Katzensprünge machte, es müßte denn ein besonderes Heil winken, etwa der guete Wi. der so roth ist. wie die Laterne am letzten Bahnwagen, und so feurig durch die Kehle geht, wie nächtlich der Feuerschein aus dem Schlot der Locomotive. Sie haben den Baschi - Bur vor vier Jahren ZUM Gemeinderath gemacht und seine Einzige die Zäzl oder Cäcilie war nach der Schulzeit gerade so weit, daß sie die Hand mit anlegen konnte, um zur Feier des Tages den Herrn Burgemeischter und alle Getreuen im Rath mit einem guten Wickel (Imbiß) und einigen Schoppen zu bewirthen. Dem Baschi - Bur, der früher ein stiller und beschaulicher" Mann gcwesen war, stieg jedoch die neue Würde zu sehr in die Krone; er konnte vorläufig weder volle, noch leere Gläser sehen und nicht mehr fröhlich sein ohne Morgentrunk. Zwar arbeitete er daneben noch wie ein Schinderknecht; wie er aber auch zur Zeit der Saat und der Ernte umherrannte: er konnte sich bald nicht mehr herausrechnen. Die Lasten wuchsen und die Producte galten eher weniger als mehr. Das war ihm nur ein neuer Anlaß, dem Schänkestündchen treu zu bleiben; wer sich so abarbeitete wie er, dachte er sich, würde sich doch auch einige Schoppen gönnen dürfen beim Verschnaufen. Der Büre. seinem treuen Weibe, ging die (Äewohnheit trotzdem wider den Strich; sie meinte, sie werde sich noch zu Schanden ärgern, und sah doch keinen Erfolg. Den letzten Trumpf spielte sie an dem Tage aus, als er gegangen war, die Ochsen am Brunnen zu tränken. Die Kaibe wellet net sufe!" rief er ihr zu. als sie nicht die Zunge aus dem Maul thun wollten. Ha jo," schrie sie, da gäbe es doch ein gutes Mittel: machet die Ochse nur zu Gemeinderäth!" Aus das Wort begab sich der Baschi - Bur still in sein Kämmerlein; der Vergleich war ihm an die Nieren gegangen. Fortan arbeitete er im Wirthshause weniger. Das Weib sah die Wirkung nicht mehr viel; sie schied bald nachher für immer vom Baschi - Burhof. Aber sie brauchte auch nicht mehr zu sehen, wie der Bauer künftig von Zeit zu Zeit feinen Besuch" aus der Stadt erhielt, der sich längliche Papierchen unterschreiben ließ, denn der Bauer brauchte Geld. Mit dem feinen Besuch" aber kam dessen Herr Sohn", wie ihn der Alte nannte, und dieser Sohn war natürlich! ein Genie. Sobald des Baschi - Vurs Zäzl in die Stube trat, verdrehte er Augen und Schnurrbart und säuselte sanft das reizende Mädel!" an. Sie war jedoch gar nicht gefügig, und der schrille Pfiff der Locomotive war ihr melodischer als alle Reden; sobald das Bahnzügle vorüberfuhr, war d e r in ihrer Nähe, dem ihr Herz gehörte. Wer genau Obacht gegeben hätte, würde auf dem Dampfroß manchmal eine von Kohlenruß aeschwärzte Hand gesehen haben, die grünend nach dem !Qaut winkte. Wer angewiesen ist, tagtäglich an einem dröhnenden, stöhnenden, ratternden Eisencoloß zu stehen, dem bleibt nichts übrig, als sich die gefühllose Masse lebendig zu denken, damit er selber Leben um sich habe. So einer war der Peter und dem gehörte die geschwärzte Hand. Im Kinzigthal kennt ihn Jeder genau und weiß, daß in den rauhen Händen gesundes Bauernblut rinnt. Der Peter hatte seme Maria", das Dampfroß, gern wie ein lebendes Pferd; er kannte ihre Schwächen und unterhielt sich ordentlich mit ihr, wollte sie 'mal nicht recht vorwärts. Wenn die ersten Kirschbäume blühten, steckten am Eingange des Tunnels sicherlich einige schlohweiße Zweige, die von der schwarzen Hand flugs erwischt werden konnten, um dem schwarzen Ungethüm aufgepflanzt zu werden. Am Pfingstfest fehlten auch Virkenzweige und Kalmus nicht als Zierde. Ein paar klobige schwarze Hände nehmen die Frühlingsgrüße von der Pforte des Tunnels, ein paar zitternde kleine Hände hatten sie gepflückt und an die Höhlung des Berges gesteckt. Warum hatten die schwarzen Fauste

pen Dreschflegel mit der Kohlenschaufel vertauscht? Je nun, das kann der Schapbacher Meister der Schule erzählen, wie ich's aus einer Beichte herausgehört habe: Du woischt. Peter." hatte der Kaibe - Bur. sein Vater, eines Tages gesagt, d' Modder isch dod, UN mit fremde Wibervölker huse (Hausen) isch en Unglück für en Hof. Wie stoht's, hesch Di (hast Du Dir) scho um eine umg'seh. he? Aber sell sag i zum vorus: e rechte Buredochter mueß sin, so isch's allewil Bruch g'sin (Brauch geWesen) uf em Hof!" Vadder. i moin, Ihr sin no nit so alt, daß Ihr scho in's Usdingsstüble z' hocke brucht!" Scho guet; drüwe bim Bühl-Bur stoht eine, die N?är grad gemacht für e rechtschaffne Kaibe-BUre." Der Peter widersprach selten, doch hier konnte er nicht einverstanden sein: für den einen Vorzug, daß Bühl-Burs Stasi reich war. wollte er durchaus nicht alle ihre Untugenden in den Kauf nehmen. und dann wollte er doch lieber der Zäzl die heimlich versprochene Treue halten. Ob sich auch der alte Kaibe-Bur alle Mühe mit ihm gab. der Peter war und war nicht iverschtanne" und die Gegensätze spitzten sich so zu. daß er zwar noch in altem Pflichtgefühl des Vaters Ernte bis auf das letzte 5)älmchen unter Dach und Fach bringen half, dann aber zu den Herren der Eisenbahn ging. Die Herren konnten einen so gesunden, forschen Jungen brauchen; endlich hatte er Lehrzeit und Probe hinter sich und durfte tagaus, tagein die Schwarzwaldbahn abfahren,und bewegte sich während der Vorüberfahrt am Fenster des Baschi-Burhofes etwas, so wurde er im Winter so roth, wie im Sommer von der glühenden Sonne. Ein glatter Bahndamm, ein grauer Weg durch Hügel oder ein Tunnel sind im Allgemeinen nichts Poetisches; die Liebe freilich schlägt aus Allem einen Funken Poesie. Im Winter, wenn Blüthenzweige den Tunnel nicht schmücken konnten, war Zäzl. das wieselflinke Mädel, nicht faul, ein Herz in den Schnee des Bahndamms zu 'kratzen (das ein Anderer für eine Zwiebel angesehen hätte, aber die Liebe sieht ja scharf), und der Peter scheute bei Wind und Wetter eine freie halbe Stunde nicht, das zweite daneben zu zeichnen, damit am Morgen Freude herrsche bei seinem blonden Mädchen. Im strengsten Winter war ein Frühlingswehen in den beiden treuen Menschenkindern und das konnte zu stürmischem Verlangen wachsen. Inzwischen faßten die Arme des feinen Besuchs" den Baschi-Bur so, daß ihm der Athem so ziemlich ganz ausging, während die Peiniger seinen Wald unsicher machten mit ihren Schießprügeln. Es geschah aber in der Winterszeit öfter als sonst, daß Peter den Bahndämm abschritt, um die Zäzl doch wenigstens einmal selber zu treffen und sich unauffällig nach einem HerzensWunsche zu erkundigen; er wollte ihr doch einen schönen St. Nicolaus" bescheeren. Daß Peter in die Nähe des Vaschi - Burhofes kam, machte ihn natürlich beim Herrn Sohn" sehr verdächtig, und von nun an klebte der feine Besuch" am Bahndamm, wie die Fliege am Leimstock. Und als Peter gar ein Häslein, das vor der Locomotive Männchen gemacht hatte und für seinen Vorwitz gerädert worden war, neben das für Zäzl gekratzte Schneeherz legte, da waren sich die Lauscher bald einig: dieser unbequeme Bewerber um die Zäzl war zugleich ein Wilderer. Sie wollten ihm fortan stark auf die Eisen gehen, und wenn in der Dämmerung ein Zweiglein im Walde fiel, standen sie still und duckten sich hinter ein Gesträuch. Er werde ihnen schon in's Garn laufen, meinten sie, und bestachen obendrein den Nachtwächter, verdächtige Zeichen ihnen zu melden. Der nahm das Geld und kannte fo gut wie vorher feine Pflicht. An einem Sonntag, schon spät in der Nacht, klopfte er aber die gewaltigen beiden Schützen aus dem Gasthause; er habe Einen gesehen, der habe etwas Verdächtiges unter der Joppe gehabt: wahrscheinli isch's der Stutze g'si!" Der feine Besuch", der Alte und der Junge, ist gli use" (gleich hinausgegangen), nicht etwa allein, sondern mit drei handfesten Mannen. Die kannten jedoch ihre Kunden wie der Nachtwächter. Auf einmal hören sie ein Rauschen in den niedrigen Bäumen und der Patrouillknführer ruft: Das isch'n! Das isch'n!" Jetzt abg'lege un fest ufpaßt!" raunt ein Zweiter. Der feine Besuch", befürchtend. Peter könne schon auf ihn anlegen, hat ihm natürlich zuvorkommen wollen und bumm. b?lmm hat der Mann mit den länglichen Papierchen gleich alle beide , Läufe losgebrannt. Als aber alle fünf vorgingen, um den verwundeten Peter aufzuheben, fanden sie keinen. ' Der ka nit wit 3u si (er kann nicht weit gekommen sein); i mein, Ihr hen 'n guat tröffe!" meinte Einer, und wieder horchte man, ob nichts wimmere und jammere. Vergebens! Nun war den Stadtleuten aller Muth' geschwunden, und als sie auch am Bahndamm den Geschossenen nicht zu entdecken vermochten, klopften sie den Schandarm" heraus; der sollte nachforschen, ob Peter etwa in der Angst nach Hause gelaufen sei, zum Kaibe - Bur. Der war zwar, bisher auf feinen Sohn nicht gut zu sprechen gewesen, aber bei der jetzigen Anschu?digung meinte er sofort: Selle isch bigott verloge." Wer etwa seinen Buben unglücklich gemacht habe, 'ect

werde er hinter Schioy und vtreger bringen, der, der Kaibe-Bur! Da rannen dem alten und dem jcn gen Schützen aus der Stadt die Schweißtropfen wie Bächele über's' Gesicht. Während die DreimänncrPatrouille auf Weisung des Gendar men abermals auszog, mit Tragbahre und Laterne, um im Walde weiter zrk forschen, dachten die Unglücksschützm schon an gütliche Einigung: besser cm magerer Vergleich als ein fetter Pro ceß! Der Kaibe - Bur dachte aber auch daran: er hatte es im richtigen Augai blicke faustdick hinter den Ohren. Sein Nachbar, der Rathschreiber, war der erste, den er herbeiholte zur Verhandlung mit den Schützen. Der Rathschreibe? zog die Stirn in Falten und erklärte, das Sicherste bleibe die freiwillige Zahlung eineö beträchtlichen Schmerzensgeldes für den Fall, da man einen Schwerverletzten finde. Der feine Besuch" hatte ja stete längliche Papierchen in der Tasche, daS war sein Geschäft; davon unterschrieb er nun selber eines quer zu Gunsten Peters, und das geschah aufsälliz schnell, denn vor den Fenstern schrieder Bläst - Bur laut und aufgeregte Jetzt hen si' den Schwerverletzten gefünde, 's isch e gefühlloser Kerli!" Auf diese Kunde entfernte sich her feine Besuch". E. gefülloser Kerli" sollte Peter gar todt sein? Der-Kaibe - Bur hatte das werth--volle schmale Papier ruhig in die Ta-' sche gesteckt, durch das seinem Sohneein großerTheil dessen zufiel, was mandem Baschi - Bur mit lächelndem Gestcht abgeknöpft hatte, undNehmcr nnt Geber waren dieselben Leute. Naturlich waren sie nicht in der rosigsten Laune, als ihnen ihre Forderung an den Baschi - Bur zum Theil mit denr eigenen Wechsel bezahlt wurde. Sie konnten's jedoch nicht ändern, denn die Unterschrist war da und ein erschössener gefühlloser Kerli" auch. Dieser Kerli war ein Weidenbaum. Peter hatte während des großen Attentats gesund auf der Maschine gestanden. Dann aber ist er mit Hilfe des Wechsel - Profitleins ein gut gestellte? und rechtschaffener Bauer geworden. Er fährt auch in dem Berufe gut, und in der Zäzl hat er sich eine tüchtige Schaffnerin für die Fahrt, durch's Leben geholt.

Rcbe und Dichter. Von A. Weinholz. Aus dem harten Schieferboderr, Ringt die Rebe sich empor. Und die Gluth der Mittagssonnen Bringt ihr edlen Saft hervor. Wenn die Menschen schmachtend, seuf--zend. Keuchend sich dem Schatten nah'n,. Strebt sie ungeschwächten Muthes,, Reich an Leben, himmelan. Gleichst dem Dichter, edle Rebe. Der von Sorg' und Gram gesäugt.. In der Schmerzensgluth des LebenS' Seine schönsten Lieder zeugt. Ueber harte Dornen wandert Er mit heiterem Gesicht Aus der Trübsal Schatten webt er Fremder Freuden Rosenlicht. Das Gift der Honigbiene. Das Gift unsrer Honigbiene war bisher noch keiner genügenden chemU sehen Untersuchung unterzogen, weil es große Schwierigkeiten hat, eine auSreichende Menge dieses Stoffes zusarn-. menzubringen. Joseph Langer, wel--cher nach dem Archiv für experimen-' telle Pathologie" diese Lücke auszusül len sucht, hat zu seinen Arbeiten nicht, weniger als 20,000 Bienen verwenden, müssen, aber auch nur ermitteln können, daß das Gift nach seiner chunischen Natur eine organische Basis ist deren nähere Eigenschaften jedoch nichd festgestellt werden konnten, da die zewonnene Menge dazu noch nicht ge nügte. Die Gewinnung des Giftes qt schah auf folgende Weise: Die Biene wurde durch die Ausübung eines Re! zes zur Vorschnellung ihres Stachels bewogen und das an demselben häugende Gisttröpfchen aufgefangen; eine zweite Methode bestand darin, de Stachel mitsammt der Giftdrüse mi3 zureißen, in Wasser zu zerreiben un dann das Gift abzufiltriren; endlich, konnte auch das Gift selbst in feinerr Röhrchen aufgesammelt werden. Die Wirkung des Giftes konnte schon in einer Menge von vier Hundertstel flU ligramm nachgewiesen werden, sobald dasselbe auf die Bindehaut eines Ka--ninchenauges gebracht wurde. Da5Bienengift ist wasserhell, zeigt deutlich' eine saure Reaction, schmeckt bitter und besitzt einen feinen aromatischen Ge--ruch, in Wasser ist es leicht löslich. Das Gewicht eines Gifttröpfchens, wir es aus dem Bienenstachel hervordringt ist . nur ein Zehntel bis drei Zehntel! Milligramm. Das Gift enthält Amek. sensäure, deren Gegenwart die saure Reaction der Flüssigkeit veranlaßt dlese Säure ist jedoch nicht der Stoss, welcher die Giftwirkung hervorruft diese hängt auch nicht von dem azoma tischen Riechstoffe ab. ' der sich schnell verflüchtigt, ehe sich die Giftwirkung verliert. Bacterien sind in dem Gift- ' tröpfchen nicht vorhanden. Ganzeinfach. Frau: Da 5 Fleisch ist jetzt enorm theuer!- Mann: Da bleiben wir's halt schuldigt E i n I d e a l. A.: Na, Ihr seid wohl alle recht glücklich untereinander?" B.: Alter 'Freund, mein Weibchen ist ein Engel." A.: Natürlich! Aber die Schwiegermutter?' B.: O. die ist geradezu ein Ideal denk' Dir, die macht ja Schwiege? Mutterwitze in einer Reihe von Bkafc tern!"