Indiana Tribüne, Volume 21, Number 21, Indianapolis, Marion County, 10 October 1897 — Page 3

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on. Von Alttander ZZaron von Aoöerts, (5. Fortsetzung.) Zwölftes Kapitel. Der Festbraien. Es war auf dem Jahrmarkte von Ct. Mülo .als Pimento ein Festmahl in der Menagerie gab. Aus einem Scherze war es entstanden: ein Stachelschwein hatte sich verletzt, und man mußte es töoten, da behauptete Mansieur Gingo, das gäbe einen vortrefflichen Braten. Die andern lachten, wie sie das borstmstarrende Ding da liegen sahen. Laßt mich nur machen sagte Gingo, die langen Strähnen seines Trauerwe?denhaares aus dem Gesichte schüttelnd. Jch liefere euch einen Leckerbissen, dergleichen ihr in den ersten Restaurants von Paris vergeblich suchen könnt." Schade, daß wir nur so wenige sind," spottete die immer zungenfertige Madame Criardeau, die eben einigem andren Gethier die Papageien in Diessur hatte. Man muß noch mehr Gäste einla den, sonst bemeistern wir den großar tigen Bissen nicht." meinte der alte, runzlige Affmwärter, indem er dem Festbraten ein paar Stacheln zum Spielwerk für den Schimpansen ausMpfte. Die Niesendame Dort nebenan darf nicht fehlen!" hieß es. Und als Seitenstück auch nicht seine Winzigkeit der Admiral Tom Turtle!" Herrlich! köstlich! Ein wundervoller Spaß!" iubelte Giacometta. m die kleinen braunen Hände klatschend. Und sie quälte ihren Papa so lange, bis er zu allem Ja! sagte. Meinethalben konnt ihr mir die Marionetten von da drüben mvitiren!" brummte der. Nun erließ man Einladungen an die Nachbarbuden, und es wurde allen Ernstes überlegt, ob man nicht anstieße, wenn man diese oder jene Firma überginge: denn die Menagerie Pimento wollte sich in der Kameradschaft nichts vorwerfen lassen! Ein Bedenken nur erhob sich gegen den Besitzer des Riesenochsen, diesni kleinen windigen Kerl mit Oem großen Maul, der mit seinem Weltwunder von einem ganz gemeinen Stück Vieh mehr Lärm mach te, als zehn Mniagerien zusammengenommen. Ah bah, laßt ihn, die Menagerie Pimento wollte großmüthig sein! Es war schon spät am Abend, die Trommeln und Trompeten und die heiseren Stimmen der Ausrufer hatten ihr Tagewerk vollendet, nur die große Drehorgel eines Karussels flötete und trällerte noch ihre eintönigen Weisen in die laue Sommernacht hinaus; ganz aus der Ferne rauschte die anschwellende Meeresfluth. Ein Theil des Zeltdaches war abgedeckt worden und der glänzmd bestirnte Himmel schaute herein in die gelblich trübe Dämmerung des nicht sehr reichlich mit qualmenden Oellampen erhellten Menagerieraumes. In dessen Mitte hatte man die Taffel aus allerlei Kisten, Brettern und 'Stangenwerk gerichtet; ihre Fläche zeigte mehrere Absätze, die zu bedeutend waren, als daß sie sich von den in v:rschiedener Weiße erschimmemden Taseitlichem hätten verdecken lassen. Das Service sah sehr bunt aus, da man den ohnehin aus dem verschiedensten Geschirr zusammengewürfelten Bestand der Menagerie durch Anleihe bei benachbarten Buden und Schänken ergänzt hatte: keil, Gedeck glich dem andern, und besonders die Gläser zeichneten sich durch Formend Größenuntersied aus. Aber '.Mr. Gingo, der alles angeordnet hatte, erklärte gerade den antiquarischen Charakter der Tafel für außerordentlich echt". Piments weiße Weste verbreitete einen blendenden Glanz, und die rothseidene Robe der dicken Madame Pimento rauschte und leuchtete so gewal tig, daß sie sogar das Aufseher: einzelner der doch an starke Reize gewöhntcn Thiere erregte. Giacometta trug das buntflimmerr.de Phantasiekostüm, in dem sie die Kasse zu zieren pflegte. Ihre fröhlichen sckxvarzen Aeuglein blitzten aleick zwei Diamanten. Zuerst erschien die Besitzerin der großen Tombclabude zu den neoen Wundern der WtiT, ein: alteBtkanntschaft. Sie war von derselben Starke wie Madame Pimento und zeichnete sich durch einm ziemlich bedeutenden Schnurrbart und durch eine ungeheure Baßstimme aus, welche die größten Jahrmärkte beherrschte. Sie hätte auch ihren Zweifranken schmuck in der Tombola lassen können wisperte Madame Criardeau zu einer der andern Damen. Es ist ja ein röahres Schellengeläut, was sie da um den Hals tragt. ' Darauf stolperte der Inhaber des größten Panoramas der Welt" nebst ftrau herein; er. sehr freundlich, sehr ' lächelnd, mit-verhungertem Gesicht und verschabtcm Anzüge, sie. eine überlange Stange mit großen iölotzaugen. die an die Guckgla.er lyres Panoramas enn reiten. ' .'n Tag Monsieur 'n Tag Madame!" kies ein Papagei ihnen entgecen, aanz deutlich artitullrend. , Das ärgerte Madame Pimento; sie wollte sich diesen Lutten gegenüber nur gan;; ' reservirt verhalten, und nun mußte der dumme Papagei die Wir kung verpfuschen. Man hätte sie nicht einladen sollen das größte Pano rama der Welt" stand doch auf sehr wackligen Fußen und hatte fast gar Ui uen Zuspruch. Sie nickte mit der nachlässig erhabeuen Miene, mit der sie die Besucher des stielten Rangplatzes an Tagen zu hal den Preisen an der Kasse abzufertigen pfleate. Xu Frau machte sich gleich daran,

in die einzelnen Käfige hineinzustar ren, so daß einige Thiere, beunruhigt über ihre spiegelnden Rundaugen, em porfuhren. Der Boryana oisnete sich über einem stattlichen und sehr vornebrn aussehenden Herrn im Frack und weißer Kra Watte, der schon droben aus der Stufe seine erste Verbeugung machte, mit geziert elastischem Schritte herabtänzelte und die zere:nonioe Verbeugung vor Madame, dann vor Monsieur Pimento wiedtiholte. Ab. Herr Professor, sehr erfreut. Sie zu sehend sagte Pimento, mit dem mken Auge zwmkernd. Der Knir von Madame raschelte tief in die steifen Falten der rothen Seide hmein. Es war Der größte Zauberfalon der Welt, zugleich Universalakademie ur Gelstererschnnungen und (biro mantie." der hier durch den Professor Vlaginsky. Hofkünstler vieler europäischer Hose, m höchsteigener Perjon verreten wurde. . Im Knopfloche seines Frackes schimmerten mehrere bunte Bändchen, und auf seinem bläulich gtattranrten Gesichte stand em heravlassendes '.Diplomatenlächeln ausgePrägt. Als Jim. der Schimpanse, die feierlichen Verbeugungen sah. hielt es ihn nicht mehr, und mit seinem dicken Winrpaletot umhanaen, der ihm das Gehen auf zwei Füßen sehr erschwerte, schwankte er aus den hohen Gast zu, neigte den Kopf in würdevollster Weise und streckte ihm die behaarte Hand hin. Der Professor erwiderte den Gruß, w. etwas Selbstverständliches, mit derselben zern.oniellen Verbeugung, die er den Pimentos gespendet. Alles lachte, der Prokessor und Monsieur Jim nahmen die Sache aber doch durchaus ernst. Weitere Gaste folgten, der Raum füllte sich, doch wollte sich die Gesellschaft nicht beleben. Die einzelnen Firmen hielten sich in beobachtendausweichender Entfernung voneinander und der kleinliche Konkurrenzneid ließ keine ungezwungene Unterhaltung aufkommen; lne und da deuteten die osfenbar feindlichen Blicke sogar auf ein erklärtes Kriegsverhältniß. Man besah sich die Käfige, weniger aus Reugier als aus Verlegenheit; gegm den Schimpanse wollte man vertraut thun, und man wagte, ihn zu necken, das nahm der alte Herr aber sehr übel. Die Papageien beherrschten die UnterHaltung mit ihrem näselnden Geplapper und mit den kreischenden Proben ihres Sprechtalentes, die sie zum besten gaben. Von nebenan, aus der im Freien errichteten Küche, hörte man ein zischendes Brodeln; ein fettiger Bratenduft drang durch die Leinwand und mischte sich mit der scharfen Menagerieluft. Nun platzte eine ganze Gesellichast in übermüthiger Laune herein. Man hatte sie schon von ferne lachen und johlen gehört. Es war das Größte internationale Schießkheater" mit vier der Ersten Schönheiten Europas . Ein norwegischer Schlsfskapltän, der all die Tage über ein tüchtiges Geld theils mit Salongewehren verschössen, theils in Gesellschaft der Ersren Schönheiten" in Champagner verknallt, führte zwei der Damen oder vielmehr wurde er von diesen geführt. so schwankte er. Hinterher stolperte der gleichfalls angetrunkene Besitzer mit zwei andern Damen. War es möglich? in Hemdärmeln! Den Rock trug ihm eine der Damen. In Hemdärmeln und zu einem solchen Souper! Hatte man .denn gar keine Manieren? Madame Pimento wollte außer sich gerathen. Das kommt davon, wenn man Krethl und Plethi einladet!" Aber sie wollte sich als Gastgeberin beherrschen; ihre ganze Wuth verschoß sie in einem Blicke, mit dem sie Signor Pimento durchbohrte. Die glänzenden Schultern der tief entblößten Damen machten Sensation, ihre Schleppen fegten mit gewaltigem Rauschen den mürben Staub des Bodens. Madame Criardeau fand den Aufzug sehr stark". Aber noch nicht alles. Zwei weitere Anhängsel ?es Schießth:aters, ein paar junge Stutzer aus dem nahen Dinard luaten mit einem verschminten Lächeln zum Vorhang herein, ob es ge, stattet wäre, thnlzunehmen? Madame Pimento wollte sie durchaus nicht bemerken, drehte ihnen den breiten Rücken zu. Und wem verdankten sie ihren Eintritt? Run, niemand anders als Jim. Der war unVersehens die Stufen hinangestiegen. hatte jedem der Herren sehr würdevoll die Hand gereicht und so die HonneurS des Hauses gerettet. Alles lachte, Signor Pimento erst recht, absichtlich, der zornigen Puter röthe seiner Frau zum Trotze, die den Assen einzusperren Lust hatte. Plötzlich wie eine Trauererscheinung, wie ein unheimliches Geisterwesen, das Professor Vlaginsky hervorgezaubert haben konnte, stand Miß Nura Darmaiante, die berühmte indische edrian genkönigin, mitten unter dem allgemeinen Lärm. Unhörbar nach Schlangenart mußte sie hereingeglitten sein, und nun war sie da. hielt dort aufrecht in ihrer ganzen sylphenhaften Schlankheit, mit über der Brust gekreuzten Armen, zum Zeichen des Grußes. AuS dem Schleier des aufwuchernden Wol lenhaares. der ihr fast das bronzebraune Gesicht verdeckte, starrten ihre glanzlosen Augen wie verloren umher. Man wußte nichts Rechtes mit ihr anzufangen und man gedachte auch, sie dem guten Lou als Trschnachbarin zu überlassen. Schlechter Kerl!" kreischte ein Pa pagei: Schlechter Kerl!" und stellte sich ganz ungebärdig. Wieder gab es ein Gelächter, denn im Eingang zeigte sich gerade der Besiker des Grokten Ochien der Welt" ein kleines vertrocknetes Männlein mit grimmigem Gesicht, in dem stets alles in Bewegung und Erregung war. die rirnfalten. der Murrt), die Nasenslu

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gel, selbst der wagrecht wie zwei Fäden ausgezogene Schnurrbart; die Schultern hatten em nervöses Rucken. Schlechter Kerl! wahrhaftig. der Mann wollte umkehren und dies seltsame Willkommen auf sich beziehen. Signor Pimento mußte ihn mit Gewalt hereinnörhigen. Man hatte ihn doch lausen lassen sollen!" zischelte die immer übler gelaunte Direktorin. Draußen hörte man zwei Stimmen, es war ein rauher Alt, der auf ein feines, zimperliches Stimmchen emredete. Dieses weigerte sich; nein, es wollte und wollte nicht eintreten! War es möglich, daß diese Riesendame sich so zieren sollte? Sie hatte Angst, gewiß, sie hatte Angst vor den wilden Bestien das arme Ding! Endlich erschien sie. Die Bretter der Treppenflache krachten unter der ungeheuren Last von diesen drei Zentnern lebmden Menschenfleisches. Es geschah em Staunen m der Gesell schaft, denn es hatten bisher nur wenige dies Wunder in seinem eigenen Behälter besucht. Jim, der am Eingang kauerte, um Neuankommende zu begrüßen, glohte zu ihr empor, machte eine erschreckteGrimasse und floh dann, den Mantel zuruckla.lend, auf allen Bieren nach rückwärts. Das hübsche runde Klndergestcht von Fräulein Cordula errötlhete bis in das weißblonde Haar hinauf, und ihre schönen azurblauen Augen schauten ängstlich auf die Geselljchait hernieder. Daß sie dieses thörrichte Rothwerdm nicht lassen konnte! Ihre Unternehmerm, eine resolute Brünette mit mannlichen Fäusten und brüsken Manieren, wollte es schon lange zur Verzweiflung bringen, daß dieise Riesin sich Nicht ein ihrer außerordentlichen Körperfülle enti'prechendes Auftreten angewöhnen konnte. Am wenigsten vermoche Fraulein Cordula dies Erröthen zu unterdrücken, wenn sie sich vor einer Zuschauermenge bewegen sollte und sie dann ihre gewaltigen Körpermassen unter sich zittern und wackeln suhlte. Ah. sie paßte gar nichk für den gaffenden Jahrmarkt man hätte sie sollen daheim lassen in chrem stillen Dorse!" jammerte sie oft genug. Wenn eine der liebe Hergott so ausgestopft und herausgepolstert hat, so muß sie auch keck und frei austreten können wie ein Rhinozeros!" hatte ihr die Unternehmerin oft genug vorgehalten. Und sie drängte die Zögernde nun geradezu in den Raum hinab. Die Pimentos empfingen das Fräulein zuvorkommend. Aber sie schämte sich so! Ah. alle diese neugierig - lüsternen Blicke, die zu ihr hinaufgassten. ihre nackten Arme umspannten und sich an ihren weißen Schulterhügeln weideten! Bor solch einem sachverständigen Publlkum war sie auch noch me ausgetreten. Die schönsten Damen Europas" hatten Muhe, den norwegischen Kapitan zurückzuhalten, der sich durchaus überzeugen wollte, wie er sich in seinein Lallen ausdrückte. Vergessen Sie doch nicht, wo Sie sind, meine Herren!" hörte man die gereizte Stimme der Direktorin aus dem die Rielsin umringenden Kreise. Es war wie em vereinbartes Programm, in dem eine Nummer die andre überbieten sollte. Denn nun erschien Se. Exzellenz der Admiral Tom Turtle. Wo denn? Nun, dort auf dem Arme der kugelrunden und stark echaufslkten Dame, .einer andern Riesin, die dem Kleinen wohl nur als treff licher Kontrast diente. Mit lebhaft strampelnden Bewegunaen entledigte sich das Männlein des Mantels, der es vor den Gaffern da draußen verborgen hatte, und nun grüßte sein dicker, stark gerunzelter Zwergenkopf mit einem selbstbewußten Schmunzeln auf die Anwe! enden hinab. Nein, dieser war durchaus nicht blöde, schämte sich nicht im mmbesten seiner Winzigkeit! Mit semem welken Händchen schüttelte er den Leuten energisch die Hand, daß sein ganzer Kopf dabei wackelte, und um keine Redensart fchren er verlegen. Nun verlangte er von dem Arme seiner Fuhrenn herab. Diese nahm das MlNiaturstuhIchen, das sie an dem andern Arme trug, stellte es auf den 2ir und half dem Kleinen darauf. Selbstbewußt, durchaus ezzellenzenhast saß er da IN seiner Niedlichen Uniform, mitten zwischen den Salat- und Kompottschüsseln, und sein Blick flog mit einem kennermäßigen Ausdruck über die gedeckte Tafel 'dahin, als wäre sie ein Schiff das er in seiner Eigenschaft als Admiral durch eine Welt vollFahr lichtete zu kommandiren hätte. Nun trat mit sicher auftupfenden Schritten ein großer Mann mit einem langen, grau angehauchten Wellenbart herein. Niemand kannte ih ). Er rückte kaum an dem kleinen Hütchen, sagte kern Wort, kümmerte sich um niemanfrn. fand alles selbstverständilch 'Und that sdhr eingeladen. Vergeblich suchte die Direktorin ihn mit einem ihrer vernichtenden Blicke zu stellen. Es wäre nun die höchste Zeit. anzufangen, sagte sie zu Pimento, sonst f r c r-r,. am 1 1 sielen noq mcgicic juiuci ariaiumcucn vom Himmel herunter: Zwei Gendarmen blinzelten mit ei ner halben Amtsmiene aus dem Vorbang. Man muß sie doch bitten, naherzutreten," meinte Pimento, um seine 5?rau zu argern. Einer der ersten, der an der Tafel Platz nahm, war der Unbekannte, den niemand eingeladen. Der Professor erbielt den Ehrenplatz zwischen den Pimenws an dem einen Ende; am andern hatte es sich Jim bereits beouem aemacht, saß da und sah mit gwßec Ruhe zu, welche Mühe man vatte. sich zu arupiziren. Es fehlte ofenbar an Sitzen und Gedecken, man Mißte eiligst in die Nachbarschaft schicken, um noch einiges Tafelzeug zu

leihen. Nun, und was die Sitze, cmbelangte, so konnte man ja zusammen-rück:n.

Für die größte Dame der Welt erachtete man einen gewöhnlichenStuhl laicht stark genug, und man schob für sie eine schwere Kiste heran, die einem Käfige ähnlich sah; des Scherzes halb:r sollte Admiral Tom Turtle neben ihr Platz nehmen, und man setzte sein Stühlchen auf die nämliche Kiste. Giacometta hatte in ihre? sinnigen Weise sich besonders um das Kouvert für Se. Exzellenz bekümmert. De? konnte doch em Kinderbesteck gebrauchen," meinte s?e. Se. Exzellenz aber war sehr aufgebracht über diese Zumurhung, und man mußte ihm das Kouvert schleunigst umwechseln. Er kann außerordentlich bos werden, diese Krabbe," sagte die kugelrunde Dame, seine Pächterin. Es zeigte sich noch eine andre Empfindlichkeit; die neckische Laune des Zufalls wollte es. daß der Mann mit dem größten Ochsen zwischen den Schimpansen und einen der Gendarmen zu sitzen kam. Das war ihm denn doch zu arg wohl wieder eine Aosicht? Schließlich brachte er seinen Zorn dadurch zur Aeußerung, daß er mit einem wahren Raubthierappetit über Speisen und Getränke herfiel. Lou sollte neben Miß Nura Darmajante semen Platz haben; Farmilli war aber zwischen die beiden gerathen. Das gab wieder Anlaß zur Heiterkeit: er wurde sie wohl zu bändigen wissen. diese beiden Wilden, daß sie nicht ausbrachen und ein Unheil anrichteten. hieß es. Die drei saßen völlig schweigend. nur die Augen des Bändigers gingen scharf beobachtend in der Runde, ohne daß fi) jedoch sein Kopf bewegte. Eine um so größere Lustigkeit velebte das größte Schießtheater" den dreien gegenüber, und das Lachen der Damen über die Drolligkeiten des Kapitäns und die ausgelassenen Scherze der beiden Galans von Dinard wollten kein Ende nehmen. Es war eine köstliche Musik, die wie mit hellen Ko loraturen und gellenden Glockentönen über die gedämpfte Unterhaltung der Schmausenden dahinwirbelte. Die Thiere hatten sich bisher ruhig verhalten, nur in einem der Käfige balgten sich die Affen mit neckischem Gurgeln; aber die Thiere schliefen nicht, man sah ihre Augensterne phosphorartig durch die Eisenstäbe leuchten. Eine Tigerin hatte sich ausgerichtet. Hochauf mit den Vorderpranken gegen das Gitter gestemmt, und ihre gelben Augen fuhren ruckweise, mit unheimlich funkelnden Starrblicken, von einer Stelle der Tafel zur andern. Die eriten (richte waren vorüber. Da ging eine Bewegung durch die Reihen der Gäste. Es hieß, der Festbraten käme: Das Stachelschwein! Das Stachellckwein!" Das gebratene Ereigniß des Tages. Mit gespanntem Lächeln zielte alles nach der Thüre. Der Kapitän berichtete laut von allen unmöglichenDingen, die er schon in verschiedenen Welttheilen verzehrt: Schlangen rühre! und Hach6 von Alligatoren und die in Oel gesottenen Flügel der fliegenden Hunde. die durchaus wie Artischocken schmeckten. Das Stachelschwein! Hurra, da ist es!" Monsiour Gingo stand mit demBraten in der Thüre. Er war in Hemdärmeln. und die Haarsträhne hingen ihm schwer wie die Quasten über das hochroth erhitzte, vom Schwaden der Küche, fettig glänzende Gesicht. Doch seine Augen strahlten rm hellen Trlumph. Auf den Armen hielt er eine tiefe Schüssel, in deren Mitte der braune Rücken des Bratens aus einer dicken dampfenden Sauce hervorragte. Rings war die Schüssel mit den Stacheln des Thieres besteckt, es sah fast aus wie ein Glorienschein. Ein allgemeines Hallo erhob sich. man wollte den Wunderbraten sehen und stürmte auf Monsieur Gingo ein. Gemach, er sollte herumgezeigt werden! Und nun, mit dem hellen Ausdruck der Befriedigung auf. den schmunzelnden Mienen, als hätte er das Meisterstück seines Lebens geleistet, führte Monsieur Gingo das Stachelschwein um den Tisch herum. Sie lachten über dessen Winzigkeit. Aber echt! Etwas außerordentlich Echtes!" ries Gmgo. 3 sollte schon jeder sein Stück haben, dafür verbürgte . r i . jt er icy ai5 langosmayrier rancoeur der Menagerie. Der Geruch des Bratens und das Lachen und Lärmen der Gäste hatte auch die Thiere aus ihrer Ruhe gereizt. DieHyänen schnüffelten wüthend durch die Stäbe, und die Woe übersprangen einer den andern in fiebernder Gier. Nun stieß der Jaguar sein langzedehntes Hu u! aus; es, war das Zeichen zu einem allgemeinen Aufruhr. Und bei diesem grausig klingenden Konzert von winselnden, bellenden, heulenden und grunzenden Tönen wurde der Festbraten verzehrt. Nur Se. Majestät der ehrwürdige Essed verschmähte es, seine Donnerstimme in diesem Chöre mitwirken zu lassen; würdig, hoheitsvoll, das Haupt mit der wundervollen Mähne ein wenig erhoden. die Vorderpranken in leichter Krümmung ausgelegt, so saß er da, und in seinen goldbrauen Augen war etwas von einer souveränen Berach tung für das lächerliche Treiben dieser Mcnschleln. Fräulein Cordula zitterte sehr ob dieses. Lärms und stand große Angst aus. und Admiral Tom Turtle lieb es sich anaeleqen sein, sie zu beruhigen. Er that überhaupt sehr zuvorkommend gegen die Dame, und er nahm Gelegen- . r rfi " t je . . ijCU, jcin toiugiajcn eilvas uaqcr an die nackte Schultermasse seiner Nachbarin heranzurücken. 6s war komisch, ,u seyen, mn welch beaehrllch-verlleo ten Blicken seine hellgrauen Aeuglein

über die breiten Schneeslöchen dieser

lischultern hlnwegdllnzetten. Der vereinigte Lärm der Menschen und Thiere wurde so stark, daß einer der Gendarmen eine bedenkliche Amts miene aufsetzen wollte, ob er derlei wohl jetzt zu dieser Stunde dulden dürfte. Sein Kollege beruhigte ihn mit einem spöttischen Achselzucken. Als sich der Trubel etwas gelegt, erhzb sich Professor Vlaginsky und ließ v.r.t Rede los, die er mit eleganten und in ihrer Lebhaftigkeit an den Zauberfallen erinnernden Bewegungen seine? reichberingten Hände und mit lebhaftem Mienenspiel begleitete. Man verstand ihn Nicht recht, und da er sich immer tiefer in den Bombast seiner Phrasen hineinspann, so brach das nationale Schießtheat'er" immer häufiger mit einem Applaus hervor, bis schließlich ver Rest der Rede in einem allgemeinen Bravo- und Vrvatrusen explodirte. Nun aber hielt es den Mann mit dem größten 5)chsen" nicht mehr, und er wollte auch seine Rede halten. Er klopfte ans Glas, aber man hörte nicht. Er klopfte stärker es war wieder eine offenbare Absicht, daß man ihn nicht wollte zum Worte kommen lassen! Mit ungeduldigen Gebärden fuchtelte er in der Luft umher, bis Monsieur Jim ihm half und sein Glas in einem alles durchdringenden Gellen ertönen ließ. Endlich vegann er, holte weit aus und schleuderte die dicksten Worte umher, bekam eine Wuth und ließ einen wahren Katarakt dahinbrausen. Jetzt hieb er mit Faustschlägen in die Luft, seine Mienen schienen in Brand geraihen zu wollen, so erhitzten sie sich unter dem Feuerwerk seiner Blicke. Die beiden Gendarmen horchten immer schärfer hin, ließen die Augen immer wichtiger spielenz d eine wollte, sich seinen Schnurrbart völlig ausrupfen, so stark zwirbelte er daran. Was? Dieser Mann redete Politik, wagte eS gar, die Republik zu verherrlichen mitten im Kaiserreiche!? Es wäre ein Eklat geworden da rief der eine Papagei plötzlich wieder ein kreischendes Schlechter Kerl: schlechter Kerl!" Es gab ein wieherndes Gelächter. Der größte Ochse", wie Madame Pimento kurzweg sagte, mußte sich setzen und eine gute Weile drohte er vor lauer Aerger zu ersticken. Und von nun an spülte er gewaltige Quantitäten Wein hinab. Man kam auf dre Riefendame zu prechen, und man diskutirte über Fräulein Cordulas Dimensionen und Gewicht; man wollte andre gesehen haben, die noch viel schwerer gewogen. Fraulem Cordula seufzte ach, sie hätte ja gerne einenZentner abgegeben! Die Besitzerein der großen Tomboa, wie auch die Pächterin des Admirals rühmten sich, sie hätten sich auch als Riesinnen sehen lassen können, oenn sie gewollt hatten. Da warf der Kapitän mit schwerer Zunge die Bemerkung hin, er hätte aber keine fünf Centimes Entree dafür gegeben. Madame Pimento mackte man ebenalls Komplimente wegen ihrer Stärke. Das nationale Schiektheater" lachte so heftig über einzelne Bemerkungen, die über dieses Thema fielen, daß zwei der Damen nach Athem schnappend erklarten, nicht mehr welter lachen zu wollen. Was fiel Jim denn ein? Langsam hatte er sich von seinem Platze erhoben. und nun tauchte sein kleines Grellengesicht neben dem dicken Kugelkopse des Admirals empor. Gewiß hatte er Se. Exzellenz ja noch gar nicht einmal be grüßt. Etwas wie ein spezieller Kollege von ihm, nicht? Und er bot zenem mit zeremonieller Würde die behaarte Hand. Wie er aber das winzige, verschrumpfte Zwergenhändchen in seinen überlangen Fingern hielt, da stutzte er. Halt, hier hatte er's doch wohl mit einem Kinde zu thun! Und nun begann er dorsichtla und liebkosend, wie er es wohl bei Kindern zu thun pflegte, das Korperchen des Kleinen zu streicheln. er, der Dreijährige das vierzigjährige Männlein. Jetzt sogar tastete er diesem über das Gesicht. Das war Sr. Exzellenz, die bisher gute Miene machte, doch zu stark. Wieder wäre es zu einer Szene gekommen plökllch. Mit einem hellen Schrei, fuhr Fraulkin Cordula in die Hohe und ritz einen guten Tderl des Tischtuches mit, daß das Geschirr klirrte und durcheinanderklapperte. Was war denn? Hatte der Asse sich an ihr vergriffen? War ein Gethier los unter dem Tisch i Mit einer Gehärde des Entsetzens schob sie die Kiste, aus der sie gesessen. von sich, des Admirals nicht achtend in ihrer Angst. Dessen Sitz gerieth ins Wanken, und der kleine Herr hätte jedenfalls einen für seine Grokenverhältnisse bedeutenden Fall gethan. . 5 v i .r wenn Jim vas neriazen maji mn i ei nen langen Armen ausgesangen. Ah. 'die Hühner, die Hühner !" Giacometta begriff zuerst und wollte sich todtlachen. Durch die Holzstäbe der Kiste, auf der das Riefenfräulein gesessen, sah man die gekrümmten Scknäbel bindurchplcken. und nun ackerten die Tbierchen laut. Man konnte der Riesin den Schreck nicht ver, araen. Unter 'ihrem Sitze hatte sie schon längst ein verdächtiges Rumoren gespürt, und nun fuhren gar die spitzigen Schnäbel gegen ihre Beine an. Wer wäre da sitzen geblieben? Die Damen kreischten auf bei dem bloßen Gedanken an solche Ueberraschung. Nein, man müßte den Tisch untersuchen! In solcher Menagerie kröche allerlei Gethier umher, das man für sein Geld gar nicht einmal zu sehen bekäme. Alles wollte die Hühner in Augenschein nehmen, es geschah n allge meiner Aufstand und ein buntesDurcheinander. Die Damen wollten sich nicht wieder setzen, bis man alles umge-

stürzt. Es hieß. Professor BlaginSky hätte die Hühner in die Kisie hingingezaubert. Ja, ganz gewiß wäre er es gewesen er wurde sie noch alle behexen! Der Professor nahm den Verdacht mit einem überlegenenSchnmnzeln auf. Da wurden vom Eingänge her mehrere Körbe mit silbernen ChampagnerZöpfen hereingeschleppt. Von wem die? Wer hat die holen lassen?- brauste die Direktorin auf. Der Kapitän! Es lebe der Kapltän!" johlte die nationaleSchreßbude". Der Norweger hatte den ganzen Abend schon geschworen, dan er die Menagerie mitsammt ihren Bestien total in Champagner ersausen, wolle. Meinethalben!- gab Madame Pimento mit einem heuchelnden Widerstreben zu. Für ihr Leben liebte sie den Champagner. Das starke Getränk entfesselte die Launen, einigen standen gar bald die Köpfe in hellen Flammen. Farmillis Mienen versinsterten sich ganz unmerkllch: man hätte das Teufelsgetrank aus der Menagerie lassen sollen es thut nicht gut! warf er hm. Und seine Augen fuhren scharf spahend in 'der Runde umher, als wenn er ein Unheil ahnte. Die Aufmerksamkeit der Gaste hatte sich den Thieren zugewendet, das gefiel ihm nicht. Hie und da versuchte man eine Neckerei. Der Mann mit dem größten Ochsen, der ein lachendes und ironisch applaudirendcs Publikum um serne bramaribasirende Beredsamkeit versammelt hatte, erklärte laut die ganze Bändigern für einen Humbug und machte sich anheischig, m den ersten besten Kafig ohne weiteres hineinzusteigen: die großen Katzen seren zahm ttne die Lam mer. In meinem Ochsen, das versichere ich Sie, meine Herren, steckt mehr Temperament, als in der ganzen Herd da!" Und er stand auf, wankte nach emem Käfige hin und wollte fcie an das Gitter gelehnte Prawke eines Tigers kitzeln. Da schmetterte ihn eine Stimme zurück, die hell und scharf wie Erz ertönte und ihn sofort ablassen ließ. Es war Farmilli, der sich erhoben hatte und mit flammenden Augen befahl,.? sollte die Thiere in Ruhe lassen sofort! Das fand einen klatschenden Beifall. Wie herrlich der Mann aussah, wie hoch und imponirend er dastand über dem schwankenden, lallenden Gewühl. Fest und trotzend wie ein Louchtthurm, der sein blitzendes Licht über daA brandende Wogenchaos sendet. Eine Vorstellung! Man wollte eine Vorstellung haben! hieß es nun. Man wollte Farmlllr xvt seinem Käsig bewundern. Und die wilden Bestien in diesen Menschen erwachten, sie begehrten ein Ungeheuerliches zu sehen, eine tollkühne Leistung, ine unerhört wilde That, die ihre abgeharteten Nerven noch einmal zum Beben brachte. Der Bändiger antwortete zuerst mit einem yalbverachtllchen Ducken der breiten Schultern. Schließlich rief er mit seiner sonoren Stimme in die Gesellschaft hinein: Aber lassen wir doch den Thieren ihren Schlaf, meine Herrschalten ! VJiun man sie denn fort und fort an das Elend ihrer Gefangenschast ermnern? Das klang so gut wahrhaftig. der Ton dieser Stimme wäre im Stande gewefen, hinabzufassen an die Stelle, wo ihnen das Herz in der Brust saß.. Sofort horten die Antraqe auf. Da es mit den wilden Thieren nichts war, so wendete sich die Aufmerksam reit jetzt mehr und mehr Lous Dogge zu. wem uveryauste sie mit Llebkosungen, man reizte sie, um den Zorn des prächtigen Thieres zu genießen, ja man gab ihr sogar Champagner zu schlecken. Es schwirrten allerlei Geschichten von der Tapferkeit solcher Doggen um her: gewiß wären sie sehr wohl im stände, ern Raubthier m stellen.... Man möchte das doch einmal sehen meinte eine der Ersten Schönheiten", indem sie mrt dem Rande des Cham pagnerglases an ihre lächelnden Zähne trppte. Die Trunkenheit wollte ihren Lärm haben, es wurde ein Hoch ausgebracht. Und auf wen? Nun, auf den ehrwürdigen Kaplöwen: Se. Majestät Essed der Alte soll leben! Hoch und hoch!" so brauste es. Essed hatte nur ein ganz kurzes Aufleuchten seiner fast tragrsch-ernsten Augen, und wie in einer Verachtung duckte er nur: den Kopf nur noch tiefer in die Riesenmähne hinein Und Während dieses Hochs geschah es In der Hinterwand des einen Kafigs, in dem ein Löwe hochathmend im Schlafe, mit allen Vieren ausgestreckt lag, die rothe Zungenspitze zwischen den Lefzen vorgestreckt, öffnete sich die kleine Pforte. Es war ein junger Berber, ein überaus prächtiges Exemplar, das man isolirt hatte, weil es an einen Amsterdamer. Händler für viertausend Francs abgegeben werden sollte. .Er war schon aus der Bändigung heraus, aber er thäte niemand ein Leid, meinten die Wärter gelegentlich. Ein paar Sekunden blieb die ossene Psorte leer. ann erschien etwas und . mit einem Satze stand es im Käsig. Sofort schloß sich die Pforte wieder. Der Hund! Zeppa die Dogge! Wer hatte das gethan? Hölle und Teufel, wer hatte ftch unterstanden!? Lou starrte, stierte, wie versteinert saß er. Aber Farmilli fuhr auf. .Was soll das?" rief er, daß es dröhnte. Und aus seinen Augen lohte eine jähe Zornsiamme. - .Sie werden sich schon vertragen," meinte einer. (Fortsetzung solgt.) . ..j

Jür dke Mche. Gebackener Blumenkohl.

Nachdem die fleckigen Stellen entfernt. theilt man den Blumenkohl, kocht ihn in Salzwasser halb weich und marinirt ihn dann etwa eme Stunde mit Salz, Pfeffer und feinen Kräutern. Dann zieht man die Stucke durch emen Ausbackteig und bäckt sie in Schmalz gar und goldbraun. Man richtet sie auf heißen Schüsseln an und giebt gekochten Schinken dazu. A a l ä la poulcttc. Ein Aal wird gehäutet und in Stücke geschnitten; nachdem man letztere fünf Minuten lang in eine Kasserolle mit kochendem Wasser legte, dem man zwei Eßlöffel Weinessig zugesetzt hatte, nimmt man sie aus diesem heraus und laßt sie aotropfen. Nun schwitzt man einen LösfelMehlin ebenso viel Butter hellgelb, fügt zwei T,en starke Bouillon und ein Glas Weißwein hinzu, rührt diese Sauce bis zum Kochen, würzt sie mit Pfeffer, Salz, zwei Schalotten, feinen Kräutern und einig.cn Ehampignons, legt die Aalstücke hmein, läßt Alles zusammen langsam eine halbe Stunde kochen, schöpft das Fett ad, zieht die Sauce mit einigen Eigelben ab. schärft sie mit dem Saft emer Citrone und richtet den Fisch an. Ochsenschwanz, mit Mad e i r a. Recht fetten, starken Ochsenschwanz schneide man in den Gelenken m fmgerlangeStucke, lege sie einige Minuten in kochendes Wasser, dann kühle man sie irr kaltem Wasser und putze sie sauber aus. Wurzeln, Zwiebeln. einige Schalotten schneide man m Scheiben, schwitze sie mit Butter oder Fleischbrühfett kurz ein. ohne sie gelb werden zu lassen, gieße etwas starke, fette Fleischbrühe zu. gebe etwas Pfeffer, Nelken, englisches Gewürz, ein Lorbeerblatt, ein wenig Tymian und Basilikum und noch etwas Salz hinzu und lasse es kochen. Jetzt giebt man die Ochsenschwanzstücke hinein und läßt sie in dieser Braise weich kochen, nimmt sie heraus und läßt sie verkühlen. Die Brühe gießt man durch ein Sieb, giebt Kapern, ein Glas Madeira und etwas Braunmehl hinzu, schärft sie mit Citronensaft ab, gießt sie auf das Fleisch und läßt alles noch ein Weilchen auf gelindem Feuer durchschmorerr. Zickelbraten. Eine junge Zicklein wird abgezogen, von Kopf, Schultern, Brust und Füßen befreit, damit sie das Ansehen eines Hasenbratens hat, mit Speckstreifen Lespickt und über Nacht in eine Marnade von nicht zu scharfem Essig. Zwiebelscheiben, Lorbeerblättern, Citronenscheiben und Pfefferkörnern gelegt, dann herausgenommen und etwa 1 1 Stunde in reichlicher- Butter und dem nöthigen Salz unter fleißigem Begießen. sowie öfterem Nachgießen von saurer Sahne gebraten. Dieser Braten ist sehr schmackhaft und wird derselbe mit Schmor- und Sauerkohl und Salz kartoffeln servirt. Pfeffer - Kalbfleisch. Man schneidet Kalbsbrust in Stücken schichtet sie mit reichlich geschnittenen Zwiebeln, etwas Pfeffer, Salz und Gewürz in einen gut schließenden Topf und gießt Wasser oder Bouillon darüber, daß es mit dem Fleisch gleichsieht. Nun quirlt man etwas scharfen Essig nebst Weizenmehl daran, deckt es gut zu und läßt es 1 Stunde schmoren, giebt vor dem Anrichten etwas Butter daran. Melo-nen - Compot. Man schält die Melonen, schneidet sie in hübsche Stücke oder Halbmonde, läßt sie in kochendem Wasser mit ein wenig Salz nur- ziehen, nicht kochen, bis sie weich sind und legt sie- zum Abtropfen auf ein Sieb. Dann kocht man Zucker mit Wasser-, Citronenschale und Citronensaft oder etwas Essig so lange, bis er breit vom Löffel fällt, läßt die Melonenstucke darin einmal aufkochen, legt sie in eine Assiette, kocht den Saft noch etwas ein und gießt ihn dann über die Melonen. Apfelkuchen. Man macht ei nen Teigboden und laßt ihn aufgehen. Inzwischen schneidet man große, geschälte und von den Kernhäusern befreite Aepfel in Scheiben, bestreut diese mit Zucker und giebt ein Glas Rum daran. Mit den Apfelscheiben veiegl man den aufgegangenen Kuchm recht dicht, bestreut ihn mit Zucker und in Streifen geschnittenen Mandeln und bäckt ihn rn maßrg heißem Ofen. Apfelsinenfpeise. Drei gesckälte Apfelsinen setzt man in kaltem Wasser zu und läßt sie vollständig weich kochen. Danach laßt man sie erkalten, zerrührt sie in eine weiche Masse, mengt einhalbes Pfund Zucker. 10 Gelbeier. den Schnee von 5 Eiern daran und Mes gut untereinander, gießt das Ganze in eine Form und im es eine halbe Stunde backen. Diese Portion ist für 68 Personen. Gefüllte Eier. Man dämvft Sauerampstr mit Butter, treibt ihn durch ein Sieb und würzt ihn mit Salz und Muskat. Hart gekochte Eier schneidet man zur Hälfte, entfernt die Dotter, rübrt diese zu dem Sauerampfer und füllt die leeren Eiweiß mit diesem Gemisch. Dies EierHälften setzt man mit den gefüllten Seiten nach unten auf eine runde Schüssel und übergießt sie mit etwa? Fülle, die man mit saurem Rahm verdünnte. Die Schüssel deckt man fest zu und stellt sie auf kochendes Wasser, bis das Gericht gut heiß und durchzogen ist. Man kann auch statt des Sauerampfers Spinat nehmen oder beide Gemüse mischen. Beweis. Erster Stotterer : Ja i ich w weiß, ich st st stottere j j jetzt sehr; aber i i ich w werde d den Dr. M M Mmbei ' aussuchen.- Zweiter Storrer: Ja. d der ha ha hat mi mich uÄ. ku ku ku kurzrt.-