Indiana Tribüne, Volume 21, Number 7, Indianapolis, Marion County, 26 September 1897 — Page 6

Bctt uttdMildniß. Non Guido von Hcrvert.of. In einer Loge deZ Cirkus saßen zwei elegant gekleidete Herren: ein energisch blickender Mann von etwa fünfzig Jährn und ein junger, aber offenbar bereits stark mitgenommener Lebemann. Kurze Sätze, hastige Fragen, wie es schien, die er hin und wieder seinem Begleiter zuraunte, wurden von diesem meist nur mit stummer Äopfbewegung oder wenig Worten beantwortet. Die Vorstellung nahm ihren Anfang, als sich auch die Nebenloge füllte. Der reiche Bankier R. mit Frau und Tochter-traten ein. . Sie begrüßten sich lebhaft mit dem alten Herrn aus der anderen Loge und diefer stellte seinen jungen Freund, Graf P.. vor und .die Conversation wurde eine allgemeine und animirte. Nach der Vorstellung gingen die beiden Herren die Friedrichstraße entlang, dann die Linden bis zum Brandenburger Thor; dort trennten sie ihre Wege. Vergessen Sie also nicht. 20 Procent!" damit reichte Baron L. dem Grafen die Hand zum Abschied. 20 Procent, gut! Mir sitzt das Messer an der Kehle! In drei Monaim muß die Sache abgemacht sein." Jeder ging seines Weges weiter. Wer in der Gesellschaft würde je denken, daß ich, der elegante L., Heirathsvermittler bin!" Lachend schritt der Graubärtige seiner Wohnung in Ux Thiergartenstraße zu. Drei Monate sind vergangen. Im Äaiserhof feiert der reiche 'Bankier R. die Hochzeit seiner Tochter mit dem Grafen P. Auf dem Schlage des Hochzeitswagens ist in ersichtlicher Größe das - räfliche Wappen angebracht, auch die Scheuklappen der Pferde sind damit geziert. Die Schulden des Lebemannes sind bezahlt außer einer, die er seinem Schwiegervater nicht gut beichten kann; es schadet auch weiter nicht; es ist eine Ehrenschuld und geht nur die Ehrenmänner Baron L. und den Grafen P. an. In einem Eingeborenendorf in Kaffraria ist eine Hütte größer und besser gebaut als die übrigen; ihr Besitzer ist der reichste Mann des Stammes; sein Name ist Kaputkiso. Obgleich er bereits mehrere Weiber hat. ist sein Beftand an Vieh noch groß. Für jedes Weib hat er deren Vater eine stattliche Anzahl von Ochsen bezahlen müssen, so will es der Brauch bei den Kaffern, und Kaputkiso nimmt nur gute Waare, und die ist theuer. Nicht weit von der großenHütte steht eine kleinere. Sie gehört einem Schwarzen, dessen Vermögen nur in zehn Ochsen besteht; aber eine heranwachsende Töchterschaar läßt ihn auf Vermehrung seines Vermögens rechnen. Viele Töchter, wenn alle schmuck und gesund, sind eine gute Spekulation, das weiß Tom so gut. wie jeder andere Kaffer. und freut sich ieZ Besitzes. Seine Zeit kann noch kommen; er kann noch so reich werden, wie sein reicher Nachbar. Tom's älteste Tochter Lendo hat bereits ihren Freier. Kaputkiso selber ist's, der sie zum Weibe begehrt und 15 Ochsen für sie bietet. Tom ist dem Handel geneigt, aber Lendo will nicht; sie liebt Hendrik. Hendrik ist arm, hübsch, gesund, kräftig, zählt 20 Jahre und hat sein redliches, braves KaffernHerz an Lendo verloren. Der MeistMietende bekommt die Braut. Hendrik weiß das und arbeitet fleißig, um seinen Rivalen zu überbieten. Aber was nutzt es! Zwei Hände hat er nur und' der alte Kaputkiso ist ein halsstarriger Kerl, der das flinke. Mädchen dem Hendrik nicht gönnt; und kann dieser 15 Ochsen bieten, so steigert er sein Angebot auf 18 u. s. w. Das Pflänzchen Liebe ist überall zu finden. Der heiße Sand der Sahara birgt es, die Eismassen des kalten Nordens schützen es mit sorgender Decke, im Steingeröll der höchsten Berge, kurz, überall, wo auf Erden Menschenkerzen schlagen und die Liebe suchen oder nicht suchen, ist sie da. Heißt der Boden, auf dem sie gedeihen soll, Armuth, so muß sie gar oft sich gefallen lassen, mit rauher Hand herausgerissen zu werden, und das schmerzt dann die, die das Pflänzlein pflegten, im Herzen. Tom hört nicht auf die Bitten der Liebenden; er verspricht seine Tochter an Kaputkiso. Lendo widersetzt sich nicht länger; sie kennt die Gesetze ihres Stammes sie tfuß sich ihnen beugen. Am Abend vor dem Hochzeitstage yeht su zu Kaputkiso. Ich habe mit Dir zu sprechen, komm' mit mir in den Wald, dort am Bach will ich Dir's sagen." Kaputkiso willigte ein. Er geht vor, sie hinterher, es ist nicht Art der Kaffern nebeneinander zu gehen, stets Einer hinter dem Anderen. Endlich sind sie am Bach. . Setz Dich sagt Lendo. dann will ich Dir's sagen." Kaputkiso thut, wie sie sagt. Einen Moment noch bleibt das Mädchen hinrer ihm stehen, dann ein schneller Griff in die Falten ihres Rockes, ein Ruck -und mit dumpfem Schall fällt ein Beil auf den Schädel des alten Mannes -und spaltet ihn. Ein Röcheln, ein Zucken, dann Todesschauer undTcdesschweigen. Ich wsrde Kaputkiso nicht heirathen, ich habe ihn erschlagen," sagt sie, als sie in ihre väterliche Hütte tritt; mm thut mit mir, was Ihr wollt A u f b e s s e r u ng. Na, endlich ist die Genehmigung da!- Geneh migung? Von was?" Ach. weißt Du, der Name Maier war mir schon lange zuwider; ich bin nun eingekom men meinen eigenen Namen den meiner ZZrau anhängen zu dürfen: wir heißen nun in Zukunft Maier Müller."

MSchnccöerg-Iaßn. Durch die Eröffnung einer neuen Zahnrad - Bahn ist die Hochalpe des Wiener - Schneebergs (2075 Meter) um ein Wesentliches der großen Stadt näher gebracht, deren Namen sie trägt, und man darf in unserer reisefrohen Zeit wohl darauf hinweisen, daß nun Wien, wie keine zweite Großstadt Europas, es vermag, seine Besucher in wenig mehr als vier Stunden mitten in die volle Pracht und Größe der Hochgebirgsnatur zu versetzen. Es hat damit den Reiz seiner unvergleichZich schönen Umgebungen um einen neuen Anziehungspunkt vermehrt. Neben einiger wirthschaftlichen Bedeutung (für die Wälder. Gipswerk: und Braunkohlengruben der Strecke) erschließt die neue Bahnlinie WienerNeustadt - Buchberg - Schneeberg namentlich für die Touristen, die beiden

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Ruine Starhemberg. Gebiete der Hohen Wand und des Schneebergs von einer neuen Seite. Die zwei Berge, das langgezogene Felsenriff der Wand (1135 Meter) und der hohe Schneeberg, sehen denn auch gleich zu Beginn der Fahrt beherrschend über die Ebene und die niederen Föhrenberge herüber. Angelehnt an die letzteren, liegt, von Harzduft überweht, in Obsthaine gebettet, von frischen Wassern durchrieselt, eme Reihe von Orten und Bahnstationen, mit einiger Zukunft als Sommerfrischen und uralter geschichtlicher Bergangenheit. Schon in vorrömischer Zeit zog durch sie eine Straße aus dem Wiener Becken hinüber nach Obersteier, Fischau hatte einst seine eigene Münzstätte und das Kirchlein von Minzendorf ist voll von schönen Denkmälern. Natürlich fehlen der Gegend auch alte Burgen nicht, und zwei der stattlichsten stehen an den Eingängen des Thalbodens der Neuen Welt: Starhemberg bei Dreistetten und Emmerberg. Als tapfere und edle Recken dienten die Emmerberger einige Jahrhunderte hindurch den Bambergern und den Habsburgern. Alle führten den Namen Berthold, und sämmtlich waren sie Erbtruchsesse von St-iermark. Sie Ruine Emmerberg. erscheinen in Ulrich von Lichtenstein's Frauendienst", in der Steirischen Reimchronik" und in Grillparzer's König Ottokar's Glück und Ende." In der Schlacht auf dem Marchfeld (26. August 1278) ist es von Emerperig her Perichtold". in dessen Armen König Ottokar II. seine Seele aushaucht. Starhemberg, geradezu die größte Burg des Landes, war vor allem ein Lieblingssitz der Babenberger, der Hüter der deutschen Ostmark, zumal des letzten derselben, Friedrich's des Streitbaren, der sie mit gewaltigen Wehrthürmen sowie mit' vornehmen Palas- und Kapellenbauten schmückte. Der romanische Quadernbau der letztern barg nach dem Tode Friedrich's den Hausschatz und das Familienarchiv der Babenberger, treu gehütet durck Deutsche Ordensritter. Heute sind beide Burgen arg zerfallen. In den anmuthigen Thalgrund von Grünbach (mit nicht unbedeutenden Kohlenbergwerken) sehen einerseits die dunkeln Kuppen der Hohen' Wand, anderseits die lichten des Schneebergs herein, der nun rasch nach Ueberwindung der Grüubachklause zu jener imponirenden Größe emporwächst, in der er über dem weiten Thalboden von &sx Grünbach. , Buchberg aufragt. Auch dieser freundliche Ort wird beherrscht durch eine ehemalige (frühmittelalterliche) Wehrbürg, dunkelfarbiges Zackengemäuer; ein eben fertig werdendes Bahnhotel wird bald wesentlich dazu beitragen, Buchberg auch nock wohnlicher zu machen. . Hier geht die bisherige Adhäsionsbahn in die eigentliche Zahnradbahn über, die wie alle Bergbahnen (aus den Kahlenberg. Gaisberg, Rigi, Pilatus u. s. w.) nach dem Abt'schen System gebaut ist, mit einer Spannweite von 1 Meter, eisernen Schwellen und der schmiedeeisernen doppelten Zahnstanae, die nur an den ebenen Stellen einfach gelegt ist. Die längste unter den heute betriebenen Zahnradbahnen, mit 9,5 Kilometer gegen 4,6 de: Pilatus- und 5 der Kahlenbergbahn, bleibt sie nur gegen die Nilatusbahn in der Höhe der Endstation zurück (mit 1771 qeqen 2070 Meter). Wesentlich mit Rücksicht auf den Andrang des Sonntagspublikums der Großstadt wurde die .Schneebergbahn über den am wenigsten steilen Vorberg des Hengst geführt und erreicht so allerdings nur eine Maximalsteigung von 24 Proc., gegenüber 43 Proc. der

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Pilatusbahn, weist aber dafür die verhältnißmäßig große Fahrgeschwindig keit von 9 Minuten für das Kilometer gegen 20 der schweizerischen Bahn auf. Zunächst ohne besondere Bauverwegenheiten zu bieten, aber doch eine Fülle von schönen Bergwaldbildern, reizvollen Blicken in die Voralpen, hinab in's idyllisch grüne Vuchberger Thal und empor zu dem immer wuchtiger nahenden, schneegefkckten Waxriegel, geht es hinauf zur Station Baumgartner. Dicht bei dieser beginnen die größten Steigungen. Es kommen die etwas scbneidigereHohe Mauer und die beiden Tunnels (zu je 70Meter Länge), und mit überraschender Plötzlichkeit entfaltet und steigert sich nun ringsum alle Pracht der Hochalpennatur: die gigantische Felsenwelt .der Nähe, die endlosen Fernen; dunkle Krummholzmassen wechseln mit leuchtend überblllhten, klaren Matten, dazu eine Atmosphäre von entzückender Lichtfülle und Kühle, beträgt doch der Temperaturunterschied zwischen Wien und Waxriegel im Monat Juli mehr als 10 Grad (20 gegen 9). Eine Stunde unterhalb des Hochgipfels endet die Bahn beim Hotel Waxriegel, das sich dicht an den Abhängen der

WJ i .. WT l Beim Tunnel.Brunnwände erhebt. An der letzten Strecke der Bahn wie am Hotel wird noch gearbeitet; sie werden aber schon in diesem Herbst fertiggestellt werden. Die Bewohner und Besucher der Stadt, der seit demJahre 1873Schneebergwasser (aus der Kaiserbrunnenquelle) zugeführt wird, können jetzt auch die Schneebergluft leicht erreichen und der Besuch des Berges, der sich seit Beginn unseres Jahrhunderts von etwa 20 Personen im Jahre auf 5000 hob, wird zweifellos weitere Steigerungen erfahren. Die herrliche Hochalpe verdient dies wohl. In der nächsten Zeit werden sämmtliche Besucher der Hochalpe noch dem bereits bestehenden Hotel Baumgartner allein zugute kommen, das sich aus bescheidensten .Station Baumgartner. Anfängen wesentlich durch die rastlose und opfereiche Arbeit des Oesterreichischen Touristenclubs entwickelt hat, die Vortrefflichkeit mit gut bürgerlichem Behagen zu vereinigen weiß. Der Gast des Hauses, den noch vor wenigen Stunden Getöse. Staub undSommergluth der Großstadt umfingen, empsindet es nun wie einen Traum, hier oben den köstlichen Frieden und einen'neuen Frühlin zu genießen, in dem noch Primeln, Seidelbast und Soldanellen blühen, Amselrufe aus den tiefenVergWäldern herausklingen und die überschneite Prachtgestalt der Raxalpe im warmen Abendlicht herüberschimmert. Das schlaue Mopperl. WW v :Ä i v i I OK ." , i V 5 rvi . , I 'I ' k k ' V . zznEm l Immer im Geschäft. Herr Meier, soeben hat Ihnen der Storch ein kleines Jungchen gebracht." WU ist die Nouveaute ausgefallen?" Ein Bedauernswerther. Dein Meister und die Frau Meister sind wohl sehr böse?" Bei denen setzt's die Ohrfeigen vierhändig Furchtsam. 1. Backfisch: Du Ella, laß mich mit Dir den Platz wechseln, ich fürchte mich so!" '2. Backfisch: Aber warum denn?" 1. Backsisch: Ach der Lieutenant dort drüben putzt schon sein Monocle!" , Schwerer Anfang. Sagen Sie. Frau Nachbarin, denkt Ihr Zimmerherr, der Studiosus, noch immer nicht an's Arbeiten?" Ich glaube doch, er macht schon kleine Nüchtern, heitsversuche."

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Eine Tauchcrkugcl. Seit Jahrzehnten arbeitet die Tech nik an den Construction von Unterseebooten, ohne daß trotz manchen Vielversprechenden Anlaufs eine praktisch brauchbare Lösung der Frage gefunden worden wäre. Es gibt unzähligeUnterseeboote, aber sie sind doch eigentlich sämmtlich über das Bersuchsstadium nicht recht hinausgekommen. Fast alle waren füv militarische Zwecke geplant, wurden von Marine - Fachmännern für die Aufgaben des Seekrieges erprobt. Erst neuerdings macht sich ein anderes Ziel gel-

u . -f r - r"- 2 -Ä. ,i i Querschnitt der Kugel. tend; man versucht, für Taucherzwecke Unterseeboote zu bauen, die also auf dem Meeresarunde Bergungsarbeiten u. s. w. vornehmen sollen. Der Taucher kann selbst in der vollkommensten Ausrüstung nur in verhältnißmäßig geringen Tiefen etwa bis zu 30 Meter und nur auf kurze Zeit erfolgreich arbeiten. Aber auch die bisherigen Unterseeboote tauchten kaum tiefer als 20 Meter. Wollte man neue bedeutende Resultate erzielen, so mußte man einen Apparat erfinden, der dem Menschen in weit größeren Tiefen zu arbeiten gestattet. Das sind etwa die wichtigsten der Gesichtspunkte, die den Grafen Piatti dal Pozzo bei der Construction seiner Taucherkugel leiteten, deren Proben jetzt in fachmännischen Kreisen mit um so größerem Interesse verfolgt werden, als der Erfinder thatsächlich schon vor drei Jahren mit seinem ersten, noch unfertigen Versuchsapparat im Hafen von Civitavecchia in eine Tiefe von 163 Meter hinabstieg. Es mußte die Kugelform für den Taucherapparat gewählt werden, weil nur sie einen genügenden Widerstand gegen den hohen JnThätigkeit. Wasserdruck in großen Tiefen gewährleistet. Mit dieser Form war allerdings andererseits die Lenkbarkeit fast ausgeschlossen; der Apparat ist daher nicht als freifahrendes Boot gedacht, sondern (ähnlich wie ein Fesselballon gegenüber einem freien Ballon) an ein Schiff aygekabelt, das ihn schleppt. Immerhin hat ihm der Erfinder eine kleine Eigenbewegung durch Schrauben und ein Steuev gegeben; aber die Kraft für diese Bewegung wird ihm auch durch das Kabel vom Schiffe aus zugeführt. Ebenso erleuchtet das Schiff den Meeresgrund, die Arbeitsstatte. Die Taucherkugel ist aus Stahl gefertigt und hat 3j Meter Durchmesser. Innen ist die Kugel in zwei Räume getheilt; im einen sitzt der Führer beobachtet durch Glaslinsen nach außen und gibt den Arbeitern im Nebenräume seine Befehle. Diese können dann von Innen aus eine außen bekindliche Greifklaue an die zu bergenden Gegenstände ansetzen, Ballastbehälter entleeren u. s. w. Der Erfinder hat seinen merkwürdigen Apparat so weit vervollkommnet, daß er Untersuchungen bis auf 500 Meter Tiefe ausführen will. ' K Uebertrumpft. ' Jetzt hab' ich meinen Mann bereits so gezogen, daß er nie mehr den Hausschlüssel verlangt!" Pah, da hab' ich meinen Mann noch besser gezogen; der hat den Hausschlüssel stets bei sich und ist doch um 9 Uhr zu Hause!- . Letztes Mittel. Er: Was soll ich nur thun, daß Deine Mutter ihre Einwilligung zu unserem Bunde gebe?" Sie: Aergere sie tüchtig dann wird sie aus Rachsucht Deine Schwiegermutter." Erkennt ihn. Papa: Karlchen, sei in der Schule nur ja recht fleißig, dann kaufe ich Dir zu Weihnachten auch ein Belociped." Söhnchen: Ach. Papa, den Witz kenn' ich schon! Du hast Mama zu ihrem Geburistage auch ein neues Kleid versprochen und hast ihr doch keins gekaust!" -

Eine geflochtmc llhr Es gibt sehr viele kuriose" Uhren;' man könnte ein Buch über sie schreiben. Die Uhrmacher älterer und neuerer Zeit haben sich in Kuriositäten gefallen; riesengroß ist die eine Uhr, winzig klein, daß man sie in einen Fingerring fassen könnte, die andere; die eine Uhr ruft mit Menschenstimme die Stunden aus, die andere kräht sie in die Luft ; der einen Gehäufe steckt in einem Todtenschädel, das der anderen im Armband einer schönen Frau. Es gibt Uhren, bei denen alle möglichen Metalle, edle und unendle, verwendet wurden die Uhr aber, welche kürzlich ein oberbayerischer Korbmacher, Georg Schulz aus Aischach, vollendete, dürfte doch bisher einzig in ihrerArt sein: sie ist nämlich aus Holz und Weidengeflecht hergestellt. Die Uhr ist über zwei Meter hoch, das geflochtene, für die Mittel-.' europäische Zeit bestimmte Hauptzif-

Geflochtene Uhr. ferblatt hat 85 Centimeter Durchmesser; vier kleinere Nebenzifferblätter zeigen die New Jorker, Madrider, Athener und Petersburger Zeit. Rund um das große Zifferblatt stehen 61 Nummern, an denen ein besonderer Zeiger das Datum anzeigt; auch die Mondphasen kommen, wie die Wochentage, zur Angabe, und oberhalb des Ganzen grüßt eine kleine Figur jeder scheidenden Minute durch Lüften des Hutes nach. Das Triebwerk enthält 34 Räder, deren Zähne aus eingeflochtenen Stiften von hartem Holze bestehen. Auch ein Glockensignal der einzige metallene Theil des Werkes fehlt der Uhr nicht, die tadellos geht. Der Künstler ist ein Mann ohne jede wissenschaftliche Fachvorbildung auf dem Gebiete der Uhrmacherkunst, und hat ein volles Jahrzehnt, immer neben seinem eigentlichen Broterwerb, an der Uhr gearbeitet. Ein neuer Trctmotor. Für die Einführung eines neuen Fahrzeuges, Heydtcycle" genannt, als Straßenvehikel wird lebhaft Propaganda gemacht. Der Passagier sitzt frei und mit dem Blick nach vorn im Vordertheil, während der Fahrer, aufrecht stehend, hinter jenem den Bewegungsmechanismus bedient. Die eigenartige Antriebvorrichtung gestattet eine grobe Kraft und Geschwindigkeit, dabei aber hat der Fahrer das Heydtcycle eben durch diese Vorrichtung vollständig in seiner Gewalt und bei der leichten Lenkbarkeit ist jegliche Gefahr, selbst in dem dichtesten Straßengewühl absolut ausgeschlossen. Die Uebersetzung. zur Aenderung der Geschwindigkeit, wird je nach den TerrainverDas Heydtcycle. Hältnissen beliebig gewählt; sie kann in durchaus ebenem Terrain größer sein, in hügeligem dagegen ist eine kleinere Uebersetzung entschieden vorzuziehen. Für einen einigermaßen geübten Fahrer ist es leicht, einen Passagier stundenlang spaziren zu fahren, ohne Ermüdung zu zeigen, da die Fußbewegung nur eine auf und abwärtsgehende ist und bei größerem Kraftbedürfniß der Körper des Fahrers mit seinem vollen Gewichte zur Geltung kommt. Der Erfinder, Dan. von der Heydt zu Berlin, hat sich die Erfindung in allen Culturstaaten schützen lassen. Es hat sich bereits ein Consortium mit größerem Capital gebildet, welches die Herstellung des Hcydtcycles fabrikmäßig betreiben und dasselbe nach Art der Taxameterdroschken in den Verkehr einstellen will. Schmeichelhaft. (In der Kunstausstellung.) A.: Denken Sie. das Porträt meiner Tochter ist zurückgewiesen worden!" B.: Ja, merkwürdig. und es giebt doch noch eine Menge die' weit häßlicher sind, als sie!" Mahnung. Mutter: Mädel, lauf den Männern nicht nach aber schau, daß Du bald einen er-wisch'st!-.Eine M u st e r - H a u sf r a u. . ... Sie bekommen in Ihrer Braut gewiß eine recht fleißige Hausfrau?" Das will ich meinen die hat mir sogar während meiner Liebescrklärung einen Knopf an die Weste genäht!" ...

In der Sahara. 9 Im fernsten Sandwmkel der Westlichen Sahara vollzieht sich unablänig ein großartiges Stück Culturarbeit, und die diese Arbeit leisten., sind Iranzosen. Es liegt klar zu Tage, daß Frankreich bestrebt ist, den ganzen Nordwesten Afrika's unter seine BotMäßigkeit zu bringen und sind erst einmal die großen Oasen In Sallah und Tuat feste militärische Stützpunkte geworden, wird man nicht zögern, das an Naturproducten so reiche Marokko von Süden aus stückweise einzuverleiben. Alle Anstrengungen, die dort gemacht werden, haben vorläufig ein Ziel, nämlich die große Saharabahn, die Algier mit dem Senegal, bezw. St. Louis verbinden soll. Einstweilen hat man sich damit begnügt, eine gesicherte und wenigstens einigermaßen Punktlich functionirende PostVerbindung durch Kameelreiter herzustellen. Keine Maschine, kein Thiev ist so geeignet, die ungeheueren Sandflächen zu durcheilen, wie das Kameel, und zwar eine besondere Nasse desselben, das Meberi oder Neitkameel. Der Unterschied zwischen diesem und dem Lastkameel ist etwa derselbe, wie zwischen einem englischen Renner und einem schweren Lastpferd. Die Meheri werden in dem ganzen ungeheueren Saharagebiet, das den Norden Afrika's von Osten nach Westen durchzieht,

Die Wüstenpost. hauptsächlich an drei Punkten gezüchtet: im Osten in den nubischen Wüstendistricten, wo es Hedschin genannt wird, ferner in der centralen Sahara in der Umgegend von Ghat und Ghadames von den Tuareg und endlich im Süden von Algerien von den Tribu der Chambah - Muedhi. die in der Züchtung einen großen Ruf besitzen. Schon 1844 wurde das Meheri vom Marschall Bugeaud in die Armee eingeführt. Es ist durchaus keine Seltenheit. daß z. B. die Strecke zwischen Biskara und Tuggurt von den arabischen Courieren in 14 bis 15 Stunden zurückgelegt wird; das sind etwa 125 engl. Meilen, , allerdings auf vorzüglichev Straße. Die Entfernung zwischen El Golea, der südlichsten Station in Algerien, bis Timbuktu beträgt etwa 1250 engl. Meilen. Selbstverständlich wechseln bei solchen Entfernungen sowhl Thiere wie Retter unterwegs. Die ganze Strecke soll in dreißig Tagen zurückgelegt werden. Weise Lehre. Es ging ein Mädel im Walde So einsam und so allein. . Viel Beeren wollte sie pflücken Und schöne Blaublümelein. Doch an der einsamsten Stelle Da ist das Unglück gescheh'n: Den ssorstgehilsen, den jungen, Den sah sie dort vor sich steh'n. Der wollte sie gleich umfassen Und küssen nach Jägerart, D'rauf that vor Schrecken erblassen Das Mägdelein, fein und zart. Laut schrie sie um Hilfe und rannte Gar schnell auf die Lichtung hinaus, Erreichte mit Mühen und Nöthen Auch glücklich das Försterhaus. Der Bursch sprang schnell in die Büsche. Er lacht über's ganze Gesicht Und sprach: Was will sie? Zum Küssen Da brauchen wir Hilfe doch nicht!" Der Förster aber der alte Hat äußerst scharf nun fixirt Das Mädel: Man sollt' es nicht glauben. Was Alles im Walde passirt. Nun höre aber, mein Kindchen, Von mir die einfache Lehr', Geh' nimmer von jetzt ab im Walde Alleine spazieren mehr!" Sie hat sich die Lehre gemerket 2as trefflich: Mägdelein; Bin oft ihr im Walde begegnet. Doch immer lvar sie zu Zwei'n! Enttäuscht. Bekannter: Und wieviel hast Du an denHeirathsVermittler bezablen müssen?" Junger Ehemann (ärgerlich): Fünfzig Mari ... der Steil hat ein besseres Geschäft semacht, wie ta!

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Ein überraschender Fang.

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irf il SiRedakteur: Ja, in der sauren Gurkenzeit hat man's gut. da tischt man den Lesern mal wieder das Märchen don der Seeschlanae auf und kann dann ungestört seinen Passionen nach gehen. fkZS 'tf'tM.. tyäßfc--eiift&i Donnettveiler, da beißt was!" . .VA K VIA .v-v ÄVVAVVnY?. W NX . Xirs .k 'l M A ' ''O-i.-'-rXri 'Äfr? . . sf mmSSCaxS S'"X. Jt H5a5!: tiV 2Ua5 jt 5 ti . m Ist das ein Kerl! Ja, was ist denn das?" srp -A-' ZSSi&mmjOki 'jMfc-.fi Himmel, die Seeschlange!" Erinnerung an die Heimath. . VX m ü Was fehlt denn dem neuen Dienst madchen?" Sie hat Heimweh nach ihrem Pom. merland!" Na, dann stell' nur gleich dieGänst. brüst fort!" Gemüthlichkeit. u vti no A.: Entschuldigen Sie, mein gute sies Herrchen, bleiben Sie noch lang hier?" B. (grob): Was kümmert Sie das?" A. (bescheiden): Küm' mern thuts mich ja nichts, aber wissen Sie, ich möchte gern aufbrechen. . . . und Sie sitzen auf meinem Hut!" Pepi: Du. die Tante kommt um unser neues Brüderchen zu schauen, le gen wir'n Mops ins Bett." (Thun eS.) Pepi (zur kurzsichtigen Tante): Tante, die Eltern sind ausgegangen, aber hier ist unser kleiner Bruder!" Tante: Nein, was das Kind schon für'n Haarwuchs hat!" Der Deutsche schreibt lieber ein Buch als daß er eins kauft. Modern. Donnerwetter bei Müllers geht's aber heute hoch her. was ist denn los?" Die feiern ihre Scheidung!" Im Pensionat. Lehre rerm: WaS wissen Sie von der mag netischen Kraft?" Pensionärin: Saft ei Uniform sie ausübt!

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