Indiana Tribüne, Volume 21, Number 7, Indianapolis, Marion County, 26 September 1897 — Page 3
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01t. Von Miandcr ZZaron von Zioöerts. (3. Fortsetzung.) Und er beschrieb mit den Händen einen Kreis, der die Größe andeuten sollte, so daß sie alle in der WirthZsiube lachten. Schließlich tiefen ihn die Gäste herein. Nix sagte Lou ausweichend, trotiete mit seinem Begleiter nach einem Verschlag im Hose und ließ sich da niefcer. Man brachte ihm eine Schüssel. Brot Nix viel, klein!" bestellte er weiter. Nun beobachtete man ihn und sah lsolgendeZ. Er saß dicht vor die Schüssel hingekauert, die aus dem Boden stand. Der Hund hatte seinen Stopf tief in die Schüssel hmabzestreckt. gierig fraß und schleckte er. Lou hielt öas Kinn auf beide Ellbogen gestemmt und verfolgte mit gespannter Aufmerksamkeit jede Bewegung des Thieres; ein sonirenscheinartiger Ausdruck der Glückseligkeit war über seine Züge gebreitet. Nun hörte der Hund auf zu fressen, weil er wohl genug hatte. Da ermun terte ihn Lou, indem er mit streichelnden Händen -dessen Kopf in die Schufsel hinab zwängte, bis alles rein geleckt war. Darauf erst nahm Lau das Stück trocken Brot, das er sich hatte geben lassen, und begann mit semen prächtigen Zähnen hinewzubeißen. Mein Gott, wie ist es möglich!" rief die Wirthin. So ein Hund! Und so ein Vkensch!Man nöthigte Lou in die Wirthsstube, gab ihm da etwas zu essen, das er nur zögernd annahm. Man schenkte ihm Wein zum Trinken ein, und man ergötzte sich, wie er 'den kleinen Vorrath seiner Worte mühsam auskramte. Nun sollt: er mehr und mehr trinken; schließlich mußten sie ihn betrunken aus sein Lager schleppen. Als er am Morgen aus einem wü sten Schlafe erwachte und in der Dämmerung mit den Händen umhertappte, war die Stätte leer. Wie ein Naubthier schoß er !n die Höhe mit geballten Fäuste stand er und mit rollenden Augen. Zeppa!" brüllte er, Zepp......!" so laut und durchdringend, 'daß das Haus in Aufruhr gerieth. Was er wollte? Da wäre ja der Hund! Der hatte sich eben während der Nacht ein andres Plätzchen gewählt. Sehr ausgebracht über die Störung, gebot man dem Schreier, sich eiligst weiterzutrollen. Von diesem Abend an trank Lou keinen Tropsen eines betäubenden Getränkes mehr, so ost er auch dazu aufgefordert wurde, aus Angst, es könnte ihm in einer Betrunkenheit der Hund abhanden kommen. Dicht eben das Thier Pflegte er sich nun hinzustrecken, mit der einen Hand das starke, massivbeschlagene Halsband sest umklammernd. Zuweilen fanden sie ihn. wie er seinen Kopf auf dem Kopfe des Thieres liegen hatte: das war eine Erinnermg an Moussous Bärenfell. Einen ganzen Sommer hindurch ernährte Lou seinen Freund mit den großen Schüsseln". Er hatte ja dem Hunde eine Schuld abzutragen wegen öer Schläge, die er ihm ausgetheilt. Und er wollte ihm treu sein: so hatte er zum andern Mal geschworen. Anfangs bestellte er sich selbst noch ein Enen. Da er aber merkte, daß sein kleiner Geldvorrath gar schrecklich schnell zusammenschmolz, begnügte er sich mit seinem Brot und ließ den Hund sich allein satt fressen. Zuweilen nur geschah es, wenn die Schüssel besonders groß ausgefallen war, daß er selbst den Löffel in die Schüssel tauchte, aus der Zeppa fraß. Tann kam tinc Zeit, wo er bei der Bestellung der Schüssel nicht mehr betonte, daß sie groß, sehr groß" sein sollte. Zögernd, mit einem geheimen Seufzer gab er das Geld hin. Nun zerplagte er seine Gedanken mit d:n schwierigsten Berechnungen, wie viel Schüsseln er Zeppa noch für den Rest seines Geldes vorsetzen könnte. Ach, der Hund kümmerte sich nicht um diese Berechnungen. Er fraß und fraß, ließ sich's wohl schmeöen und schien nicht merken zu wollen, wie Lous begeisterter Ausdruck üb:r dessen Appetit allmählich t'vntx besorgten, dann einer sehr kummervollen Miene wich. Zeppas Hunger schien noch im mer y: wachsen das entsetzte Lou so. Was sollte werden, wenn das letzte Geldstück in eine große Schüssel" derwandelt 'wäre? Oefter suchte Lou dem Hunde das anzudeuten. Der verstand mcht und fraß. Zuletzt sagte er's ihm gerade heraus, aber in einem rührend weichen und zärtlichen Tone. Zeppa brav.... Zeppa gut sein Lou lieb haben " Der Hund antwortete durch ein paar semer hohen Gaumentöne. Zeppa gut. Aber Zeppa zu viel sseu. Zeppa Geld alles essen. Lou bald mx Geld mehr haben Zeppa. Lou betteln gehn." Der Hund verstand immer noch nicht, und er erhob ein leises Freuden geheul über die schmeichelnde Art sei ues Freundes. Da kam die letzte große Schüssel." Das laut schlürfende Geräusch des fressenden Hundes übertönte die Seufzer, mit denen Lou seinem Kummer Luft machte. In den Händen hielt er das Medaillon, drehte es hin und her; wie viele von den Schüsseln sich da für wohl anschaffen ließen, wenn rnan's verkaufte? Nein, man dars's nicht, es ist das letzte Andenken an den guten Moussou; von seiner durchschossenen Brust war es herabgefallen. Nein, lieber betteln 'chen!
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Ja, dann sah man den Nubier betieln Lou für Zeppa betteln. Das war nicht so leicht, denn wenn die Leute den Bittenden abwiesen oder gar barsch anfuhren, so ließ der Hufld sein sehr bedrohendes Knurren ocrnehmen. Der Hunger mochte ihn so wild machen. so sehr ihn Lou zu beschwichtigen suchte. Das sah den Leuten nach einer ErPressung aus, und man forderte die Polizei zur Abkehr. Da muß es eine Hetzjagd gegebn haben, ein Flüchten und Entschlüpfen, ein Herbergen im nassen, rezentriefei den Walde, ein Dahinschleppen durch schneebedeckt; Wildniß. ein verzweife tes Versteckmspiel in unwirthlichen Steinbrüchen, Frieren und Hungere und die fiebernde Angst um ihr beide: elenides, erbärmliches bischen Freiheit. Achtes Kapitel. Menagerie Pimcnto. Ueber dem Walde, dem Lou un Zeppa an einem Nachmittag im Früh.' ling entgegenschritten, stand ein Gewitter. Langsam, den silberschimmernden Saum in das schwüle Himmelsgrau emporschicbend, stieg die schieferblaue Wolkenwand über den majestätischen Kuppeln der Eichen. Die Sonne traf den Wald mit einem scharfm gel den Lichte, so daß die Laubmassen sich hell und grell wie vergoldete Bronze gegen die dunkle Wolke dahinter abhoben. Es strich ein frischer Wind, der das Blätterwerk leicht glitzern ließ. Jetzt erhob sich ein lang hingedehntes Grollen aus dem flüsternden Rauschen des Waldes. Die beiden schlugen eine Richtung querfeldein über die braunen Ackerfurchen, deren frisch umgestürzte Flächen einen spiegeluden Glanz gaben; mühsam keuchten sie, um baldigen Schutz vor dem nahen Regen zu gewinnen; dem Hunde hing die Zunqe schwer und lang mit triefendem Schweiße über die schlaffen Lefzen hernieder. Plötzlich stutzte Zeppa, zuckte mit den Ohren und über seine Augen fuhr ein Glanz. Horch in den Groll des Getvitters hinein ertönte ein dumpfes Brüllen. Es konnte das Gewitter selbst sein nein, nun hob sich das Brüllen ganz deutlich heraus, den Doner überhallend: mächtige, hohldröhnende Laute, vom Echo des hochstämmigen Waldes verstärkt. DerHmd hielt an, äugte sehr scharf, d-ie Zunge straff eingezogen, mit aufge regtem Athem. 'Jetzt schlug er ein helles Bellen gegen den Wald an. Ein andres Bellen antwortet von dort, es konnte das Echo sein. Nun schrie emVogel in hellkreischendem Tone, ein Pferd wieherte, Menschenstimmen riefen dazwischen und allerlei grunzende, kläffende und Heulende Laute schallten durcheinander. Run war der Hund richt mehr zu halten mit einer gewaltsam ruckenden Bewegung entledigte er sich Lous beschwichtigender Hand und trabte dem Walde zu. Lou ihm nach, in denWald hinein, durch das knackende Gezweig des Unterholzes, bis er ihn wiederfand. Zwischen dem Strauchwerk eines Vebüsches versteckt stand Zeppa, am ganzen Leibe bebend, in aroßer Erregung, nur mit Mühe schien er sein Kläffen zu unterdrücken. Vor ihnen lag in grüslschattiZer Dämmerung eine Lichtung, die mit saftigem, üppig beblümtem Grase bestanden war. Hochauf, von allen Seitin den Raum umengcnd, ragten, mächtigen Koulissen gleich, die düsteren Waldwände, in denen jede Lücke zwischen ven bemoosten Stämmen durch ein dichtes Strauchwerk geschlossen war. Darüber spannte sich die heraufwachsende Wolke gleich einem dunklen Zelttuch, so daß das Ganze eine Art Saal bildete, in dem alles, was von Tönen gehört wurde, sich zu ewer hallenden Wirkung verstärkte. Auf dem Rcrsen brwakirte eine wandernde Menagerie. Im HI4kreise gereiht standen die niedrigen Wagenkasten, hinter deren Eisenstäben sich allerHand buntes Gethier in großer Unruhe hin und her, auf und ab bewegte. In der Mitte prasselte mit blau aufwirbelndom Dampfe ein Feuer, an dem ein paar Weiber mit der Bereitung eines Mahles beschäftigt waren. Die Pferde grasten völlig fessellos in dem niedriger gelegenen Theile der Lichtung, wo ein Bach durch hohes Rico dahinmurmelte; ein abseits angebundenes Zebra ließ seinen Zorn in bäumen'den Sätzen aus. Auf dem Wege, der in den Raum einmündete, lag ein Wagen halb umgestürzt, mit dessen Aufrichten man beschäftigt war. Ein großer Mann in Hemdärmeln brachte die Bewohner des Wagens angeschleppt; an der einen Hand sührte er eine mächtige Tigerin. und auf -dem andern Arme, bis zu der Schulter hinan, zappelten und krabbelten ihm, mit kläglichem Miau die Mäulchcn sperrend, drei, vier, fünf Tigerkätzchen. Die Mutter schritt ohne Widerstreben.' doch den halbgeöffneten Nachen mit leis spinnendem Knurren hinauf zu ihren Jungen gewendet. Da kam etwas mit großen trabenden Sprüngen durch das hohe Gras gesetzt, dicht an den Spähenden vorüber. Es war ein Strauß, aus dessen breitem, elastischen Rücken ein fast unbekleidetes Knäblein rittlings saß; mit denHä'Ndchen hielt es den dünnen, stangenartigen Hals des Thieres umspannt. Das war doch zu viel des Außerordentlichen für Zeppa los brach er aus dem Versteck, mit lautem Gebell auf den Strauß. Der jagte mit gellenden Stoßtönen davon, das hochgeschleuderte Knäblein schrie um Hilfe, Lou rufend und schimpfend hinterher, und so ging die Jagd in der Rwide ums Lager. Ms der Hund de Vogel endlich er-
reichte, und nach ihm aufsprang, blieb eine große Schwanzseder in seinem Maule hangen. Dies merkend, machte er sich nun eine Freude daraus, immer wieder hmauzufahren und Feder auf Feder auszurupsen. Immer besser gelang ihm das; m:hr und me5r plünderte er, hol) des gellenden Schmerzgeschreies. das der Strauß vollführte; die kostbaren Federn wirbelten tüchtig umher, es gab einen allgemeinen Aufrnhr. Man setzte dem in seiner Freude winselnden Verbrecher ach. mit Stangen. mit einer Peitsche, ja-, ein Weib sogar mit einem großen Kochlösfel. Es war eine wildheh-ende Jagd rings um die Käfige, deren Bewohner an dem Aufruhr wachsenden Antheil nahmen, mit Gebrüll und Geheul, mit wüthenden Sprüngen, so daß die Käfige loankten. Und das Echo antwortete mit einem zweiten Lärmchor. Droben aber über den leichtbewegten Wipfeln zog ruhig und groß und ergaben ein langaiusrollender Donner dahin. Endlich hatte der Nubier den Hund erfaßt, der gerade eine der prächtigsten Federn zwischen den Zähnen hielt, durchaus nicht willens, die Trop'häe loszulassen, so sehr ihn jene auch mit Jausen und Rüttel zu zwingen suchte. Die andern wollten auf ihn einschlagen. Dem wehrte Lou mit Schultern und Händen; schließlich hätte man sich an seiner Person schadlos gehalten, wenn nicht der Vesttzer der Menagerie, das Gnvühl zertheilend, dazwischengefahren wäre. . Es war ein kleiner, stämmigerMann mit feistem rothbraunen Gesicht, borstrg kurgeschorenem Grauhaar und einem energischen schwarzen Kinnbärte. Die Hemdärmel waren doch 'aufgerollt und ließen die gewaltigen Muskelwülste seiner Arme frei, deren eine? auf der inneren Seite über und über mit blauen Zeichen bedeckt war. In der ieMst hielt er einen mächtigen Schenkelknochen, der soeben bei der Zertheilung der Portionen sür die Thiere aus dem frischen Fleische losgelöst worden sein mochte, da er noch .feucht erglänzte, eine eigenthümliche Art Szepter. 9fam sollte Lou Rede stehen über woher und wohin. Er zuckte die Achseln, machte eine klägliche Miene. Im ausschliebl'lchen Umgang mit dem Thiere war ihm ein guter Theil seines Sprachvorrathes abhanden gekommen, und das lakonische Nix" mußte mehr denn je bei der Beantwortung gestellter Fragen herhalten. Wie er nun aber mit einem gutmüthig verlegenen Lächeln die ganzePracht seiner glanzenden Zähne spielen ließ, da hatte er gewonnen. Sofort war es dem spürenden Geschäftssinne des Signor Pimento klar, daß mit solchen Zähnen tüchtiges Aufsehen zu erregen und gute Einnahme zu erzielen sei. Er beschloß, diesen wunderlichen Landstreicher auf jeden Fall für seine Bude zu gewinnen. Mit brutal zufassender Hand befühlte er prüfend Lous Arme und betastete dessen Brust. Er fand, daß der junge Mann zwar abgemagert von seinem Vagabunden--leben, aber durch Heraussütterung" sehr balo für seine Zwecke brauchbar zu machen wäre. Und er befahl, daß man dem Herrn", wie er den gänzlich zerlumpten Lou nannte, zu essen geben sollte. Viel zu essen, Hort ihr!" Und mit dem 5lnochenszepter wies er dabei nach den dampfenden Kesseln. Lou verstand. Ach, zu essen, viel zu essm welch ein Glockenklang! Ein Heller Freudensonnenschein überstrahlte sein Antlitz; er deutete auf den Hund: Zeppa auch Hunger, groß Hunger!" Signor Pimento fand, daß auch die Niesendogge eine gute Figur in seiner Menagerie abgeben würde, und er befahl, daß ihr gleichfalls ein tüchtiges Stuck gereicht werden solle. Bald darauf war Zeppa mit der Bewältigung eines mächtigen Fleischstückes beschäftigt, das man ihm vorgeworfen. Außerdem war ihm von Pimento das Knochenszepter gespendet worden, an dem jedoch die zermalmende Krcrft seiner Zähne zu scheitern schien, bis er schließlich dies Prachtexemplar eines Knochens ins Gebüsch schleppte, um über einen weiteren Angriff darauf nachzudenken. Später saß 'Lou imKreise der Essen den vor einer überhäustenÄlechschüssel. Sie hatten alle eine Freude, ihn schlürfen zu hören, ihn mit seinen großen Zähnen einHauen zu sehen. Signor Pimento ermunterte ihn, nur tüchtig einzugreifen, als müßte er den Abgemagerten noch bis zum Abend ins Fleisch hineinfüttern. Die andern folgten dem Beispiel des Direktors, un'd Lou verzweifelte fast, der guten Stücke Herr zu werden, die ihm von allen Seiten zufielen. Zuweilen gönnte er sich eine aufathmende Pause, dann fuhren seine Augen musternd in der Nunde umher. Zu der Befriedigung seines Hungers gesellte such ein wohlthuendes Gefühl, daß ihn das Geschick der Landstraße in eine Gesellschaft hineingeschleudert, die von seinesgleichen nicht allzusehr abstach. Es warm braune, verwitterte Männerköpfe, die auf breiten Stiernacken saßen, wildschöne und
dunkelhaarige Frauen mit männlich verwegenen Zügen un'd üppigen Formen. um deren gelegentliche Entblößung sie sich wenig zu sorgen schienen; hübsche und fast völlig nackte Kinder von kräftigem Knochenbau krochen auf den Vieren zwischen den Schüsseln umher, hierhin und dorthin. Die Kleidung dieser Leute zeigte selbst in solchem Negligö allerlei phantastische Spuren, die Lou an seine frühere, orientalisch zugeschnittene Montur erinnerten. Die bunten Farben waren freilich verblichen, die Fransen zerzaust, und die Arabesken hatten ein
verschabteS Aussehen. Einer Yer Männer trug einen Feß, ein andrer einen mit Flittern besetzten Stirnreif, an dem üppigen Halse jenes braunen Weibes gleißte eine aus breiten Gliedcrn zilsamincngefügte Schaukette ach. daß sie Lou an die Kaskaden von St. Eloud erinnern mußte und an jenes blitzmde Herz, dessen Lili sich so gkschäii.... Und wie energisch sie den Schüsseln zusprachen, welch erstaunliche Schlucke sie thaten! Als hätten sie das von den wilden Thieren dort gelernt. Nein, vor ihnen brauchte Lou sich seines grosjtn Himgers nicht zu schämen! . Einige sehr bemerkbare Gäste nahmen an dem Mahle theil. Die Tigermutier mühte sich zerrend und reißend an einem sehnigen Fleischfetzen und ihr wohliges Knurren begleitete die UnterHaltung der Nunde, währmd von den Käfigen her sich hie und da das laute Krachen eines zerbissenen Knochens hören ließ. Daneben waren die fünf jungen Tigerkatzen um eine weite Schussel voll Milch beschäftigt; mit lüstemen Mäulchen schlürften sie. zuweilen patschte ein ungeschicktes Pfötchen mitten hinein, daß die ganze kleine Gesellschast mit Milch bespritzt wurde. Es saß dort auch noch ein alter, philosophisch dreinschauender Herr von äußerst hübschen Manieren. Monsieur Jim. der Schimpanse. Er schien zu frieren trotz des dicken und viel ZU weiten Wintermantels, der ihm um die Schultern hing. Man erwies ihm große Aufmerksamkeit, und er schien es daraus anzulegen, ihnvk allen in ihrer zufassenden Begehrlichkeit zu zeigen, wie appetitlich und elegant man zu essen verstünde in der guten Affengesellschast. Das Gewitter hatte sich abseits verzogen, nur ganz aus der Ferne hallte sein dumpfes 'Grollen. Einmal hatte eine Wolke einige Tropfen herabgesprengt, schiver platzend auf die entblößten Nacken der Weiber, daß sie aufkreischten; in die heißen Schüsseln mit einem Zischeln hinein, daß man mit lautem ho ho!" ein Halt nach oben gebot. Nach dem Mahle machten sich dre! der Weiber daran, den zerzausten Strauß wieder zurechtzuflicken. Zeppa hatte ihn arg zugerichtet, atnb man konnte ihn in dieser Verfassung, mit den großen, blank schimmernden Fl'eischstellen, doch keinem Publitum mehr vorführen. Und so begannen sie die sorgsam gesammelten Federn-an bie noch stehenden zu nähen und den ganzen Aufputz so gut es ging wieder herzustellen.' Es geschah unter Gelächter und ein Gekicher, während der Strauß mit kläglichem Schreien die Operation begleitete. Weiter abseits übte sich ein Musikant der Zompagnie auf einem Horn, und von mehreren Seiten trompetete das Echo des Waldes mit. Unter dieser Musik wurde der Kontrakt mit Lou abgeschlossen. Eine einseitige Art von einem Kontrakt, bei dem Lou nur immer sein Ja" oder sein stummes Nickcn dazu gab. Ihr werdet bei uns bleiben, he?" begann Signor Pimento, das linke, bedeutend kleinere Auge zwinkernd, was er während des Verlaufes der Unterredung beständig that. Die Frage klang mehr wie ein Befehl. Die Menagerie Pimento ist illustrissirna in ganz Europa, einschließlich Amerika. Sie ist die erste und größte der Welt! Ihr könnt nichts Besseres thun, filiuolo min." Lou streifte mit einem kleinen Seitenblicke die' ansehnlichen Reste feiner Schüssel und nickte mit einem besriedigenden Schmunzeln. Lou heißt Ihr, he? acc!6eute! Lou.... Lou..." Und Signor Pimento rief das Wort in verschiedenen Tonarten, um es auf seinen Klang zu prüfen. Lou ist ein verdammt lurzer Name. Lou ist gar nichts! Warum nennt Ihr Euch nicht lieber gleich A oder B oder I oder X? Lou ist ein Name, den man fürchten muß zu verlieren, so klein ist er. Lou präsentirt sich nicht, per Baccho, auf Lou beißt mir keiner an. Ihr müßt einen andern Namen haben. Mit dem müßt Ihr Euch schämen vor den Bestien! Wie gesällt Euch zum Beispiel Auakadauba oder Titirongolo, so etwa?, wie?" Der Nubier machte groß erstaunte Augen und nickte. Keine Beleidigung aber es kann Ihm verdammt egal sein, ob er braun oder gelb oder schwarz umherläuft bei seiner dunklen Kouleur. Dio sli Dio, wirklich ganz egal! Man wird ihn noch viel schwärzer färben, caj)isci'? Die Nuance da zieht nicht. Pechschwarz, hört Er. sonst kann ich ihn realinenic nicht gebrauchen." Lous Augen spannten sich noch größer und er nickte wieder. Keine Beleidigung, carino aber es kann Ihm verdammt egal sein, ob er aus Afrika oder Australien stammt, oder gar vom Monde herabgefallen; ich brauche einen , Wilden, einen Wilden von stupender Echtheit, eine destta von einem Wilden, captece? Ich hatte einen echten Wilden, der Auatadauba hieß und einen Menschen wie ein Butterbrod fraß. Hier mußte er natürlich auf sein Leibgericht verzichten, von Polizei wegen. Fraß also nur lebendige Tauben. Die Federn schmeckten ihm nicht. Da bekam er's mit der melanchoHa und starb." Lou verstand nicht alles und zeiate seine breitgrinsenden Zähne. "Sangue di Dio! Ihr habt da eine meravigia von einem Gebiß im Munde, mit dem müßt Ihr ein kolossives furore machen. Ihr seid wie geschaffen zum Menschenfresser mit den Zähnen da. Nur immer das Maul tüchtig weit ausgerissen! Man wird Ihm zeigen, wie man lebendige Touben frißt, eapisce? ES wird eine herrliche commedia geocnl" . Lou nickte
Auch wird man Ihn lehren, Feuer zu schlucken. Eine Bagatelle, figliuolo rnio. Nicht heißer, als das pranzo da. Kann Er schreien, heulen, brüllen? He?" Lou nickte sehr vernehmlich. So wird man Ihn einen grido di puerra lehren. Monsieur Gingo wird Ihn in die Schule nehmen; zum Donner und Hagel, es sollte doch mit dem Teufel zugehen, wenn man nicht eine blitzechte Bestie von einem Menschenfresser aus Ihm machte! Aber hör Er, essen muß Er! Herausstopfen muß Er sich! Man kann lp, wie Er jetzt ist, keinen Staat mit Ihm machen. Essen, fressen, was hinein will, hört Er? Den ganzen Tag wird er essen müssen. Ist er noch hungrig?" Lou wußte nicht, wie er sein Erstaunen über diese plötzliche Wandlung seines Geschickes ausdrücken sollte. Geschah denn ein Zauber? Ist El mit allem einverstanden?" fragte Signor Pimento zum Schlüsse. Es ging ein solch freudiges Leuchten von Lous Zähnen aus, daß es weiterer Worte nicht bedürfte. Da kam Zeppa angesprengt. Lou fuhr auf. eilte dem Hunde entgegen. Vückte sich und umschlang in stürmischer Aufwallun'g 'des Thieres Hals. Ah, Zepzx, gut. alles gut! Zeppa wieder große Schüssel. Nix mehr betteln geh'n!" Am Abende wies man Lou und seinem Freunde ein Lager in einem leeren Thierkasten. Als Decke erhielt er ein, Fell ' alt und abgeschabt genug erschien es, aber Lou fühlte deutlich, daß es ein Bärenfell war. Wie zärtlich er es streichelte wie es ihn anheimelte wie er die abgehetzten Glieder darauf ausstreckte, wie behaglich er sich dechnte. Er durfte wieder auf einem Bärmfell Olafen die alten Zeiten kehrten zurück es sollte alles wieder gut werden.
Neunt es Kapitel. Erinnerungen. Die Nacht breitete sich über dem Ort. schwarz und schwül, aufregender Geheimnisse voll, so daß Lou zu keinem festen Schlafe kam und immer wieder aus seinem Halbttaume erwachte. Drüben in den Wagen war das letzte Gesprach zwischen den Menschen entschlummert, und nun begannen allerlei Töne aus dem Dunkel aufzutauchen und einherzuhuschen gleich unheimlichen Gespenstern. Der schwerschmufende Athem der wilden Thiere wogte über das Lager dahin wie mit aus- und abschwellenden Wellen; hie und da ein gepreßtes Keuchen, mächtigeSeufer fuhren plötzlich auf, ein dünnes winselndes Pfeiftn ließ sich hören. Lous Wagen stand in de? Reihe der Raubthierkäfige. Und da hörte er wie die wuchtigen Körper ihre Stellung im Schlafe wechselten, ein schweres Herumwälzen, ein gähnendes Strecken der Glieder, dann ein dumpfer Schlag gegen die Bretterwand, daß der Käfig in seinen Fugen ächzte. Er hörte deutlich, wie ein rauhhaariges Fell sich scheuernd an den Eisen stöben rieb und wie die Krallen einer Pranke mit scharfem Ton über dem Boden dahinglitten. Es trippelte etwas mit feinen Pfötchen. eine Mähne wurde prasselnd geschüttelt und die großen Flügel eines Raubvogel dehnten sich mit einem scharren den Geräusch. RingSum aber und erhaben über all diesem wirren Her und Hin von gedämpften Thierlauten herrschte das gleichmäßige, das weithin gedehnte Rauschen des Eichwaldes. Mit kräftigen Summen zog es durch die hohen Wipfel, breitete sich mit großem ruhigen Gewoge in die Ferne, leise verhallend in den tiefer gelegenen Gründen. Der nahe Bach gab sein Helles Glucksen darein, wie er über die Steine hüpfte, und sein wisperndes Getose, wie er durch das Ried dahinglitt. Jetzt erhob eine Nachtigall ihren Sang, wenige sturmisch lockende Töne, dann ein sehnsüchtiges Adagio. Und jetzt schwieg sie wieder und das große Rauschen war wieder da. Durch dies Rauschen hörte Lcm ganz in der Ferne die Hunde aus den umliegenden Ortschaften bellen. Die hatten eine Witterung der Menagerie. PlöZlich fuhr ein Thier mit einem heiseren, feindlich klingenden Gestöhn aus dem Schlafe. Ein andres antwortete; es gab ein Knurren mit sehr scharfen R-Lauten. Dann biß sich's auseinander mit dumpfem Gefauche. Lou sah durch das Dunkel zwei große Aussenkreise mit grünlichem Phosphorlicht herüberleuchten. Und nun vier solcher Leuchtsterne, aus denen es wie von Funken zu sprühen schien. Dann wurden die Augengespenster wieder von der Schwärze der Nacht aufgesogen. Wie Lou so halbwachend lag. hörchend und immer horchend, kam eine Erinnerung aus seiner Kindheit herangeschlichen, ward deutlicher und stand dann in voller Klarheit vor ihm. Es war eine andre Nacht, unendlicher als diese; in ungeheurer Höhe wölbte sich drober ein schwarzer Himmel, von dem die Sterne in weißen, zitternden Lichtern herabglitzerten. Männer schürten an einem Feuer, schürten sehr emsig, daß die Funken hoch aufstiebten gegen den Himmel, als wollten sie sich dort . zu den Sternen gesellen. Die prasselnde Gluth fachte über die Gesichter der Männer mit eir.em rothgoloenen Schein, und ihre Augen blitzten. Und während sie schürten, vollführten sie ein lärmendes Geschrei, hoben zuweilen die Stangen aus dem Feuer und drohten mit ihnen in die Nacht hinaus, laut kreischend in wüsien Schimpfworten. Denn rings um das Feuer und gegen dieses gerichtet ging ein wüthendes Geheul; eine heise bellende Horde raste im Kreise umher und der Boden erdröhnte von einem bau unähnlichem Gebrüll. ,
" Wenn der Larm zu groß wut?e, flog eine der angebrannten Schürftongen in das Gewühl der hungrigen Bestien hinaus, raketenartig, Mit einem Schweife von sprühenden Funken. Am Horizont aber stieg der Mond blutroth empor, wuchs und wuchs zu einer großen duntelglühenden Scheibe, die den endlosen Plan der steinigen Wüste mit unheimlich fahlem Lichte übergoß. Und eine zweite Erinnerung tauchte empor. Im grellen Sonnenbrände zog ein dichtgescharter Reitertrupv daher. Mit feindlich düsterem Ausdruck lugten die braunen Gesichter aus denHüllen der weißen Burnusse; es war em dumpfes Schweigen, kein Wort wcchselte von Pferd zu Pferd, nur der monoton tapsende Tritt der Hufe auf dem harten Boden beherrschte die ungeheure Oede. Zuweilen senkte sich ein schönes Frauenantliß mit großen, tiefdunklen Augenstern'm zu dem kleinen Lou hernieder. Zärtliche Worte flüsterten auf ihn ein. Solche Worte hat er seitdem nicht wieder vernommen t So ging es vieleStunden lang durch die von unsichtbaren Flammen zitternde Luft. Da erhoben sich Stimmen aus dem Trupp; es wurde gehalten, man berathschlagte in heftigen, drängenden Worten. Dann vorwärts. hastig, im wilden Galovp. Dicht geschmiegt ruhte der Kleine an dem Busen der Mutter, und mit seinen Händchen klammerte er sich an ihrGewand, so heftig stürmte man dahin. Bald darauf erhob sich ein wirres Getümmel Schüsse fielen gellende Drohworte flogen wild schnoben die Pferde immer angstlicher schmiegte sich Lou an die Mutter. Plötzlich ließ diese die Arme von dem Kinde los. Ein Ruck und ein scharfe, Schrei. Es geschah em Fall hoch herab vom Sattel des Pferdes und ein jäher Prall gegen das Gestein etwas Heißes rieselte über Lous Gesicht und fchleierte ihm die Augen. Ein Röcheln noch, einen letzten aushauchenden Seufzer vernahm er, dann, lag die Getroffme regungslos. Bald darauf wurde Lrnr von rauhen Händen emporgczerrt. Erst am Abend Wuschen ihm fremde Weiber, die eine ungewohnte Sprache redeten,, dasHerzblut der Mutter aus dem weinendenGesicht.... Aus dem Gaukelspiel dieser Erin nerungen, die ihn schließlich in den Schlaf gelullt, wurde Lou durch einen weißgrellen Schein geweckt der" mit' mehrmaligenllufflammen die Lich-' tung überfluthete. Das Gewitter war. zurückgekehrt, der Donner dröhnte' über dem Wald, die Bäume raufchten gewaltig. Das Gezweig- schlug ächnd gegeneinander. Alle Thiere waren wach im Lager, in wachsender Aufregung rumorten sie in den Käfigen. Die Ketten rasselten und das Federwerk der Wagen girrte unter der Wucht ihrer Sprünge. An den Eisenstäben rüttelten sie, gegen die Holzwände prallten sie an. als müßten sie durch deren Sprengung einen Ausweg suchen und eine Flucht vor dem fürchterlich flammenden Blitz, der sie außer lich brachte. In immer kürzeren Pausen fachte der Blitz herein, und mit jeder neuen Flamme steigerte sich das Durcheinander der allerlei Schrecklaute, die das Entsetzen den Thieren auspreßte. Es war ein vielstimmiges Heulen und Winseln und Jammem, das den dumpfen Groll des Donners mit höheren Tönen überragte,- während die zornigen Brülllaute der Raubrhiere mit dessen aufkrachenden Schlägen zu wetteifern schienen. Erde und Himmel vereinigten sich zu diesem Machtgetöse. Nur die schrillen Trompetenrufe eines großen Vogels fuhren scharf einschneidend wie ein haßlicher Tenor in den allgmeinen Lärm. Plötzlich schlug der Regen vom Himmel hernieder, massig, mit metallisch prasselndemGeräusch, als. würde schweres Schrot geschüttet. Und vor diesem Neuen, Unerwarteten stockte das Gchsul und Gebrüll und schwieg gänzlich. Nun wcrlleie nur dns große Rauschen des Regens und der immer gewaltiger auf mrd. ab wogende Donner. Allmählich erst wurde es wieder Ikbendrg in den Käfigen. Der HyänenHund begann mit den Zähnen lebhaft zu knirschen, und es klang wie das unheimlich plappernde Gespräch eines Wahnsinnigen; ein Jaguar stieß sein grausig gedehntes Hu hu5 aus. Drüben vom Affmkäsige he? wimmerte es in ängstlichen GurgeltSnen, und der Schakal witterte mit gierigem Schnüffeln. Jetzt begann ein Leopard sein häßliches Grunzen. Und setzt llässtm die Füchse, bellten immer heißer und durchdringender da brach auck? der große Heulchor wieder los, als hätte er nur auf das alarmirende Gellen dieses Signals gewartet. Diesmal erhob sich aus all dem Chaos ein Gebrüll, das alle andern Töne, den Regen, das Gewitter, den Aufruhr deö Waldes und den der Thiere durch seine wachsende Gewalt beherrschte. Es war die Stimme der Löwen. Ja, waZ der Donner da droben nicht vermocht, das vollbrachte der brustsprengende Löwenzorn. Es schien alles zu erzittern unter diesem Zorn, die Luft, der Erdboden und der Wagen. in dem Lou ruhte. Zeppa, der tapfere Zeppa kauerte dicht angedrängt an Lou, und er bebte so heftig, daß dieser alle guten Worte ausbieten mußte. iEn ihn zu beruhigen. (Fortsetzung folgt.) Kathederbluthe. Professor: Ja, meine Herren, es ist gewiß, daß einst eine Zeit kommen wiro, in de? alle Gegensätze ausgeglichen sein werden. eine Zeit, in der Wolf und Schaf friedlich nebeneinander grasen wer-den
Attrdle'Mcyc. Hamburger Aal - SuppeMan häutet zwei mittelgroße Aale, schneidet sie in kleine Stücke und läßt sie eingesalzen eine Stunde stehen. Dann setzt man recht kräftige Fleischbrühe zum Feuev und wirft sobald sie kocht, in Stücke geschl ittene Sellerie, Mohrrübe, eine Porreezwiebel, eine Petersilienwurzcl,einenTeller voll junger. grüner Erbsen, etwas Petersilie, Salbei und Thymian hinein, läßt dies weich kochen, rührt hierauf einen Löffel voll Mehl in Butter, thut es zur Fleischbrühe und fügt noch etwas Bohnenkraut und Portulakblättcr hin ZU, Womit man die Jrühe wieder eine Viertelstunde kochen läßt. Indessen hat man einen Teller voll kleiner, geschälter Birnen mit Weißwein, Zucker und Citronenschale weich gedünstet, worauf man sie in die Suppenschüssel thut und darin heiß erhält. Den Aal setzt man mit einem Pint Wasser und etwas Essig, einigen Schalotten, Relken, Pfefferkörnern und Salz zum Feuer, läßt ihn eine Viertelstunde so chen, schüttet ihn dann sammt seine? Brühe zur Suppe, drückt den Sast einer Citrone hinein, läßt Alles noch einmal aufwallen, legirt die Suppe mit einigen Eigelb, gießt sie mit dem Aale in die Terrine zu den, Birnen, fügt noch in Salzwasser gekochte, kleine Semmel- oder Mehlklößchen dazu und gibt auf. Schinken. Eine ganz besondere Art. den Schinken zu behandeln, ehe er gekocht wird, ist die folgende: der gut geräucherte Schinken wird in ein reines, leinenes Tuch gewickelt, hierauf' drei Tage in die Erde gelegt und vollständig lit dieser bedeckt, dann herausgenommen und langsam gekocht. So zubereitet, schmeckt derselbe ausgezeichnet. Französische Omelette. Sechs Eier werden mit dem nöthigen Salz, Pfeffer, Muskatnuß, einem Kaffeelöffel voll feingeschnittener Petersilie, Körbelkraut, Schnittlauch und zwei Eßlöffel voll süßen Nahm gut verklopft. Sodann läßt man 60 Gramm frische Butter in einer Pfanne zergehen gießt die Eier dazu, rüttelt dieselben leicht über dem Feuer durcheinander, schiebt mit inem Messer die Omelette gegen den Rand der Psanne. gibt, noch ein wenig Butter "hinzu und läßt sie eine schone Farbe annehmen; nachher stürzt man eine ovale Platte über dieselbe und wendet die Pfanne schnell um. Die Omelette muß eine lichtbraune Farbe haben und das ' Innere etwas crömeartig sein. G u l l a s (ungarisches Recept). 2! Pfund gutes Rindfleisch (Schabefleisch aus der Keule, natürlich unge schabt, nur das betreffende Stück) werden in kleine Würfel geschnitten und gesalzen. Man vermeide das Waschen des Fleisches, wenn es nicht nothwenbig ist. In einer tiefen Kupferkasserolle werden 8 bis 10 große Zwiebeln mit einem Viertel Pfund Butter weich gedünstet und mit einem halben Eßlöffel fein gestoßenem Paprika überstreut. Paprika ist der ungarische ro the Pfeffer; hak man nur Cayenne zuv Verfügung, so nimmt man bedeutend Weniger. Nun thut man das würfelig geschnittene Fleisch hinein, übergießt es mit einem Pint guter Fleischbrühe und schüttelt das Geschirr tüchtig. Gut zugedecktmuß der Gullas unt: Lste rem Umrühren ber gutem Feuer etwa 2 Stunden dünsten. Vov dem Anrichten schöpft man das überflüssige Fett ab und gibt das Gericht möglichst heiß auf, den Tisch. Tauben mit brauner (Sa u c e. Ein Stück Butter wird mit Zwiebelschelben, Sellerie, Mohrrüben. Petersilienwurzel, Pfeffer- und GeWürzkörnern und einem Stückchen Eitronenschale verdeckt schmoren gelassen. Dahinein legt man die Tauben und läßt sie, unter stetem Aufgießen von Brühe, weich schmoren. Die Sauce gießt man dann von den Tauben ab und bereitet sie folgendermaßen: In einen Topf thut man ein Stück Butter, einen halben Eßlöffel Zucker, läßt den. selben gelblich werden, thut so viel. Mehl dazu daß es eine dünne Einbrenne wird, die man gut durchschwitzen läßt. Diese Einbrenne kommt in die Sauce; dazu fügt man etwas Nothwein, ein wenig Essig und einen Eßlöffel gebrannten Zucker, quirlt alles aut durch einander und läßt die Tauben dcrrw aufkochen. Die Sauce gießt man beim Anrichten durch ein Sieb. Man gibt Salzkartoffeln oder Maccarom dazu.Gewöhnliche P fannkuchen. Vier Eßlöffel voll Mehl werden mit etwaü kalter, dann mit siedender Milch glatt angerührt und vier Eigelb und Salz recht gut vermengt, mit Milch verdünnt und das zu steifem Schnee geschlagene Eiweiß' darunter gemengt. In der Pfanne läßt man Butter heiß werden und backt die Pfannkuchen schön gelb. Man kann auch Zwiebeln. Speck oder- Schnittlauch in den Teig thun. Petersilien - Karbixffeln als Gemüse. Die Kartoffeln werden mit' der Schale gekocht, sind sie etwas abgekühlt, schält und schneidet man sie in Scheiben. Dann zerlaßt man ein reichliches Stuck Butter in einem Tiegel und thut etwas gehackte Zwiebel, Petersilie. Pfeffer. Salz und die Karlöffeln hinein. Dies muß zusammeneine kurze Zeit durchschmoren. JnZwlschen quirlt man einige Eigelb ad schwenkt die Kartoffeln mit diesen: durch und richtet sie an. ZarteErinnerung. Gatte (nach einer häuslichen Scene): Ach. Klara, in unserm Brautstand war'5
! dock schön! Gattin: Wie kommst Du . 7 I ' m m STA I tt denn auf einmal daraus ( waur. a. da hätte ich doch noch unsere Verlo, bung zurücksehenwIen.kSn.nen;. 4
