Indiana Tribüne, Volume 20, Number 362, Indianapolis, Marion County, 19 September 1897 — Page 9

Sn&lfliifl Tribüne.!

Vsuags.

Im AracK. Militärhmores!e von Erich Flieö. . . . Ach Emma, ... ach Emma! 3J?ein Mäuseschwänzchen, du . . fang der Lieutenant Franz Berndt schon beinahe seit einer halben Stunde mit mehr Begeisterung als richtigem musikalischen Gehör, während er mit langen Siegerschritten in seinem ttafernen - Junggesellenheim auf und abging. Er fühlte sich in diesem Augenblicke sichtlich ganz als Mars Jmperator." obwohl er noch einige Stunden vorher im Hinblick auf . das gänzlich leere Portemonnaie und einige durch die Morgenpost freundlichst ilbermitleite Tretbriefe mit tragischer 5amletqebärde allerlei vom Kugel vor den Kops schießen" phantasirt hatte. Aber inzwischen war etwas Passirt, das seiner pessimistischen Weltanschauung wieder einen starken Ruck nach der Sonnenseite hm qab. Der Herr Lieutenant hatte beute Mittag auf der Promenade sie getroffen und er wußte selbst nicht, woher er diesmal den Muth, der ihn jedesmal bei ihrem Anblick im Stiche ließ, genommen einige freundliche Worte mit ihr gewechselt. Sie" hieß im büracrlichen Leben Emma Metz dorff und war die einzige Tochter und Erbin des reichen Fabrikanten Friednq Metzdorff m der mlttelgroßenPro vinzialstadt. Fräulein Emma hatte den respektvollen Gruß des Lieutenant freundlich erwiedert und ihn dann mit einem überaus holdseligen Lächeln gefragt, ob er am Donnerstag auch auf dem Kostümfest bei dem Herrn Oberst von Witzleben sein würde und ob er auch schon ein nettes Kostüm für sich ausgrdocht?! Lieutenant Berndt hatte ganz verwirrt über diese offenkundige Auszeichnung einige nicht zusammenhangende, wenig verstand liche Redensarten gestammelt, worauf Fraulem Emma mit emem scbelml sehen Kopfnicken sich von ihm rerabschiedet. Bis zu diesem Moment wußte der glückliche Lieutenant Nicht, was er eigentlich dem Fraulem Metz dorff aeantwortet: er wunte nur das eine, daß er noch mehr als bisher wenn das überhaupt möglich war m die süße Emma" verliebt war, und daß er gute Chancen bei der reichen, vielumschwärmten Erbin haben mußte, an die er in seiner Bescheidenheit auch nicht im Traume nur gedacht! Denn so lalkulirte der Lieutenant ganz logisch sonst hätte sie mich doch nicht auf der offenen Promenade angesprochen! ... Natürlich war er, ebenso wie die anderen Kameraden, zu dem großen Fastnachtsball beimRegimentscommandeur eingeladen und natürlich würde er jetzt hingehen, obwohl er heute Morgen noch ganz fest entschlossen geWesen, sich krank zu melden, um am Sonnabend die Föte beim Oberst von Witzleben mit Anstand schwänzen zu können. Der Grund für diese beabsichtigtc Schwänzerei lag einzig in der . n " r . . . v . , c . , oumsrage, ooer langer in oem iotal leeren Geldbeutel des jungen Lieutenants, der außer seiner Gage nur eine ganz kleine Commißzulage von einem alten Onkel empfing und sich höllisch nach der Decke strecken mußte, wenn er sich nicht auf die Wechselreiterei verlegen und dabei in allerhand ernstliche Ungelegenheiten gerathen wollte. Die Kostümfrage war jetzt mit einem Schlage eine brennende geworden. die der schleunigsten Erledigung entgegenharrte! Was für ein Kostüm sollte er wählen? Woher bezog er eZ?! . . . Vor allem, wer pumpte ihm die. nöthigen Gelder dazu?! ... De: arme Verliebte rieb sich den Kovk: ci sang zu seiner eigenen Erleuchtung fortwährend den geistreichen Nesrain von Emma dem Mäuseschwänzchen, den neulich einKamerad von der Boxanstalt" aus der Reichshauptstadt mitgebracht, : es war vergebens! Er konnte den Gehirnkasten ebenso oft umkehren wie den Geldbeutel, kein rother Heller fiel heraus! . ... Aber: . .. Denken die Himmlischen Einem der Erdgeborenen Viele Verirrungen zu; Und bereiten sie ihn ' Von der Freude zu Schmerzen Und den Schmerzen zur Freude Tief erschütternden Uebergang: Dann erziehn sie ihm In der Nähe der Stadt. , Daß in Stunden der Noth Auch eine Hilfe bereit sei, Einen ruhigen Freund! . . ES klopfte und gleich darauf trat der Intimus des Lieutenants, der Neferendarius Fritz Vogel ein. Der un erwartete Ankömmling wurde mit lautem Jubelgeschrei begrüßt, und war nach fünf Minuten in die Sachlage soweit eingeweiht, daß er den schwierigen Fall zum Gegenstande einer sorgfälti- , gen Erwägung und Berathung machen konnte. Zum Schluß gab der gewitzte Themisjllnger'sein Votum dahin ab: Die Kleine ist verschossen in dich, ich hab' eS dir schon immer gesagt, und ich gratuliere herzlich zu der halben Million, die du mal mitkriegst. Gedenke meiner. Herr, wenn du nächstenö im Paradiese bist! Denn die Zahl meiner Schuldkonti ist riefen'groß hoffnungslos: ... Die Ko'stümfrage erledigt sich etwas schneller als die orientalische: du ziehst einfach meinen Frackanzug an wir haben ja dieselbe Figur und kannst dann mit Leichtigkeit , einen Attache 0U1 Kellner ganz nach Belieben vorstellen. Was den Geldpunkt anbetrifft, so besitze ich. obwohl bereits der fünfte ist, noch zwanzig Mark. Thci-,

len wir brüderlich, hier sind gc?n Mark! ... So . . . jetzt kann die Ver. lobung vor sich gehen!" Der Lieutenant drückte den Retter in der Noth stürmisch an die Brust. er war vollkommen mit ihm einverstanden, aber so schnell ging da mit der geplanten Verlobung doch nicht! Der junge Marssohn hatte, trotz seines empfehlenswerthen Aeußeren, sehr tot nig von der vielgerühmten Schneidig keit eines preußischen Lieutenants an sich. Er war, als Sohn einer vermö genslosen höheren Beamtenwittwe, überhaupt nur Osficier geworden, weil ihm zum Studium die ausreichenden Mittel fehlten. Seine fortwährend bedrängten pekuniären Umstände und die wenig erfreuliche Aussicht in die Zukunft batten ihm allmählich den für

ihn so überaus nothwendigen Grad von Selbstvertrauen gkraubt und lhn für kühnereSpekulationen unempfänglich gemacht. Der Gedanke, daß er am nächsten Sonnabend der besten Partie in der Stadt ein Geständniß und einen Antrag machen sollte, schien ihm auf einmal, trotz seiner.LiebeSWonne, als ein ungeheuerliches Wagestück; umsomehr, als sein eigener Hauptmann, der überaus gnättrige Baron von Reißwitz, unter den Bewerbern um die reiche Erbin in erster Reihe sich auf's unangenehmste bemerkbar ' ' cv :. inaajic. ju) incy uuy. i"a stöhnte der arme Sekonde und sank förmlich zusammen. . Ca ne coute que le premier pas," munterte ihn der freund. Du mufct dir etwas Muth machen! ... Wir trinken vorher zusammen eine Flasche Ugar wein! ... Das giebt Courage ... ich weiß eS von selber. Also . . . frisch, Mann! Es lebe die Liede und der Leichtsinn!" Das Kostümfest beim Commandeur konnte als ein gelungenes bezeichnet werden. Es war etwas ganz Neues für die Gesellschaft der Garnison, und jeder hatte das Beste gethan, um seine Person in möglichst geschmackvollen historischen oder modernen Kostümen srt i ... ' TN n ! 1 - zur Teilung zu ormgen. iun -cicrnc nant Berndt, der dank den Bemühun aen des aetreuen Fritz sich in unterneh mungslustigster Laune befand, wagte es. der reichen Erbm, die heute als allerliebste Rokokodame erschien, end lich unverhohlen seine Bewunderung und Ergebenheit zu bekunden. Fräulein Emma ihrerseits fand, daß dem Herrn Lieutenant der elegante Frack eigentlich besser als die Uniform stünde und daß überhaupt diese ganze Frackidee" reizend sei! Diese Erklärung sowie der feurige Ungarwein bewirkten dann weiter, daß der Herr Attack6". den Gepflogenheiten der neuesten Diplomatie folgend, einfach die Wahrheit gestand, wie diese Frackidee" ausgedacht worden war. Fräulein Emma nahm dies Geständniß mit freundlichem Lächeln auf und ermunterte den jungen Diplomaten recht dringend, in ihrer Familie Besuch zu machen, was der vermögenslose Lieutenant bis dahin in stolzer Bescheidenheit unterlassen. Die ganze Welt bekam auf einmal für ben glücklichen Sekvnde einen Rosenschimmer, den er hU dahin mit -seinen Alltagsaugen nicht wahrgenommen. Es fehlte nicht viel, .so bätte er hier ganz . laut den Refrain ach.Ei'.lma, ach Emiua. Titln Wn , c schwänzten .du !" in die fröhlicke Ballgesellschaft hineingeschmet tert. In dieser festlichen Stimmung hatte der Herr Lieutenant gar nicht wahrgenommen, daß er schon seit Aeginn des Tanzes von einem spanischen Granden mit überaus, kritischen, mißgünstigen Blicken fortwährend beobachtet wurde. Dieser spanische Grande hieß im militärischen Garnisonleben Baron von Reißwitz und war der Compagniechef des Lieutenants Franz Berndt. was letzterer gerade nicht als eine Verschönerung seines Erdendaseins ansehen durfte. Heut Abend im Vallsaal war die Herrschaft des milzsüchtige Kapitäns über seine Untergcöcnen nur eine eng begrenzte; es herrscht: comim?nt suspcudii. Aber die Vertraulichkeit, mit der die reiche Erbin diesen lumpigen bürgerlichen Selonde" behandelte, erfüllten den spanischen Granden, der sich von jeher für einen unwiderstehlichen Äon Juan gehalten, mit geheimer Wuth. Dieser... freche . . . Dachs . . . schien wahrhaftig ernstlich auf Edelwild zu jagen, dem er selbst doch schon seit den beiden letzten Jagdsaisons- in ganz eklatanter Weise nachstellte. Diesen unverschämten Patron mußte er denn doch wieder ein klein wenig in das durchbohrende Gefühl seines subalternen Nichts zurllckstoßen. Der Herr Hauptmann kam im gespreizten spanischen Circi'stritt auf das vergnügt miteinander plaudernde Pärchen zu und begann m seinem berückenden Näselton: ParVon, Gnädigste, wenn ich störe. Sagen Sie mal, mein lieber Berndt. was stellen Sie eigentlich heute vor? Ich sehe Sie für einen Kellner an! Hähähä!" Der junge Attach6 quittirte mit harmlosem Lächeln: Zu Befehl. Herr Hauptmann, darf ich Ihnen vielleicht ein Glas Wasser holen?!" Fräulein Emma lachte über diese Battude ihre Attachös so ungenirt, daß der I r- ifjt. r c. c. ..nu. , ipamirec vranoe ocuuicn meine, mer bist du der Blamirte! Er zog e5 desyald vor, emen gedeckten Ruckzug anzutreten; aber dieser grüne Jungemochte sich in acht nehmen! Bei der geringsten Veranlassung flog er! Dafür wollte er, als Vater der Comvaanie. schon Sorge tragen. Einstweilen kümmerte den glücklichen Sekonde die Zukunft und der Commißdienst verdämmt wenig; er yatte Mmnedienst und fühlte sich reichlich belohn! durch die freundlichen Augenblitze seine? Ro m ti. i . . . . loiooame und ven aroken 5lot.llol.orden, den sie dem Herrn Attachö Eigen, händig an den Frack heftete! ... Den Rest dieses Kostümballs Vers brachte der dekorirte Cavalier in einer Stimmuna. die man einfach als selig

rfTflna

bezeichnen mußte. Er kam erst wieder ein wnig zu sich, als er .in seinem Junogesellenheim anlangte, die Lampe entzündete, sich in die Sofaecke warf und hu träumen begann, natürlich von cinei kleinen allerliebsten Rokokodgme. Kein dunkler Schatten . störte diese Traumbilder, die in bunter Sfteihe abwechselten, bis auf einmal der Träumer durch eine harte Stimme, die immer mahnender an feine Ohren klang, aufgescheucht wurde: Herr Lieute nant!... Herr Lieutenant müssen zum Dienst,... ES ist zehn Uhr!" Der Sekonde fuhr unwillig auf und wollte seinen treuenBurschen anschnau zen. Aber ein Blick auf die Uhr und sein Attachöcostüm belehrte ihn, daß er keine Zeit, mehr zum Träumen hatte. Um neun Uhr sollte er, wie gewöhnlich, auf dem Kasernenhofe mit seinen Re kruten herummanövriren! Eine Stunde war bereits verstrichen!... seinen Kapitän kannte er! Was er seit heute Nacht von ihm zu erwarten hatte, wußte er aenau. Der Lieutenant sprang cm'L Fenster und guckte nach r . 1 ri i i r - cern ötaiernenpiag ymaus. 011 ici getrommelt und qepfiffen!! Dort ererzirten seine Kerls unter dem Com mando des Sergeanten! Der Herr Compagniechef fehlte! ... Er schms heute wohl auch etwas länger als sonst! ... In demselben Augenblick aber fuhr der Lieutenant zusammen. Da drüben, iensertS der hohen Hof mauer kam sein Hauptmann mit dem bekannten Hahnentritt herstolzut! . In zwei bis drei Minuten konnte er auf dem Hofe sein! . . . Und er, der unglückseligste allerDienstoffiziere.noch Nicht n Uniform! ... Himmel!! .. die Welt!! Jetzt ailt'S. keuchte der Ge konde. Er schnallte den Säbel um, zog seinen grauen Paletot an. klappte den Kragen hoch, stülpte die Mutze auf, streifte die Handschuh über er war dabei schon den halben Korridor ent lang rannte auf den Hof und sprang mit seinen Kerls links und rechts her um, daß es nur so seine Art hatte! Er schien dabei gar nicht zu merken, daß er inzwischen einen kritischen Zuschauer in der Person des hohen Compagnie chefs bekommen. Natürlich klappte jetzt nichts mehr. Der gestrenge Herr Hauptmann hatte bald jene Wendung, bald dieses Exercitium zu tadeln, so daß die Mannschaften wie der Lieutenant nicht einen Moment zur Besinnung kamen; letzterer immer in der herzerfrischenden liuiviv-Erwartung: jetzt kommt's, jetzt hat er gemerkt, daß du noch von aestern her im Fracke steckst. Aber das Monokle des Gestren gen schien von der Februarkälte fortwährend bereift zu sein, er merkte Nichts. Endlich . . . endlich . . . war's überstanden! Der Sekonde empfahl sich vorschriftsmäßig und strebte nach dem Thorweg zu; er hatte nur den einen Gedanken: so schnell und voll ständig als möglich aus dem Gesichtskreise des Gestrigen ! Dieser blickte ihm mißmuthig nach; plötzlich klemmte er das Monokle, nachdem er es schnell gereinigt, fester ein: waö guckte denn dem Sekonde hmten aus dem offen stehenden Paletotfchlitz heraus?! Wa ren das nicht zwei schwarze Frackschlip pm?! . . . Und die Sonne schien jetzt gerade auf das lange Bemwerk des im Sturmschritt davoneilenden Offiziers wo hatte denn der Herr Lieutenant die rothen Biesen an den Beinkleidern gelassen?! . . . Mit einem Mal wurde eS taghell in der von schwarzen Rachegevanken erfüllten Brust. deS Herrn Baron: dieser Mensch da hatte die Frechheit gehabt in seinem Kellnerhabit die Compagnie u exerzieren!! ... Der Hauptmann stürzte semem pflichtvergessenen Unter gebenen nach: Herr Lieutenant Berndt!" krähte er. daß die ganze Kaserne aufmerksam wurde. Der An gerufene schien nichiS gehört zu haben. er stürmte wie em Wahnsinniger wei ter, in die Breite Straße hinein, hinter ihm sporenklirrend und schreiend der Verfolger. Einholen darf er dich auf keinen Fall" reflektirte der flüchtige Sekonde, sonst bist du verloren! und er schaute nach der linken Häuser reihe hinüber, wo sein Freund Fritz Vogel in dem stattlichen Hause No. 54 wohnte. Dorthin also! ... Der Lieutenant schoß über den Damm, ohne wahrzunehmen, daß im ersten Stock eine junge Dame am Fenster stand und freudestrahlend auf den hinüberstürmenden Offizier 'hinsah. So eilig hatte es ihr Attachö mit der Visite! ... Der Lieutenant raste die breite Treppe hinauf. Auf dem ersten Absätze that sich, wie von Zauberhänden geöffnet, eine Thür des eleganten Korridors auf; eine Zofe erschien und lud freundlich zum -Nähertreten ein. Ehe der Lieutenant noch wußte, wie ihm geschehen, stand er in dem comfor. tablen Vorzimmer einer vornehmen Wohnu..'g und vernahm die Aufforderung der Zofe Herr Lieutenant moch ten gütigst ablegen, die Herrschaften sind zu Sause!- Und plötzlich wurde eS dem glücklichen Flüchtling klar: er war direkt in daS HauS der Geliebten ein HauS neben Ro. 54 hinein gelaufen. Der Sekonde gewann den Muth von heute Nacht wieder. Er schnallte den Säbel ab. legte den Pale, tot nieder und trat muthia in den Sa lon ein. woselbst Fräulein Emma ihn sebnsüchtia erwartete und sofort in ein uoermuthigeZ Gelachter auödrach, in welches der eben eintretende Fabrikbe sitzer einstimmte: der Herr Lieutenant hatte einen besternten Attache frack an! Nach fünf Minuten waren die Herrschaften aufgeklärt. Fräulein Emma verschwand auf einen Äugend blick; als sie wieder eintrat, bat sie zum Frühstück, das inzwischen im Speisesaal hergerichter worden. Der Sekonde konnt sich nach der auögestandenen Angst an allerhand Herrlich. leiten erquicken. Der Fabrikherr, der von seinem Töchterchen schon beim Morgenkaffee die nöthige Aufklärung erhalten, schien denselben Geschmack fc:e leine Emma iu haben. Er lieft

Sett kommen unh brachte selbst oaS Hoch deS jungen Brautpaares auS! Nach Aufhebung der Tafel trat der Sekonde einen Augenblick an's Fenster, prallte aber schnell zurück. Da drüben auf dem Trottoir stolzirte wie ein wüthender Zinshahn der gestrenge Herr Hlptmann auf und nieder! Er schien daö Haus No. 53 in den Belagerunzszustand erklärt zu haben. Der Lieutenant wurde wieder ängstlich: Teufel, wie komme, ich hier her aus? ..." Seine Braut lachte: Unter mei nem Schutze." und klingelte nach der Zofe: Lassen Sie den offenen Lan dauer vorfshren!" Al die Equipage vor der Thür hielt, stieg zuerst Fräulein Emma und ihr Papa ein. Der Herr Hauptmann grüßte von drüben mit dem Anstand eine spanischen Granden. Fräulein Emma dankte holdselig, während der Lieutenant Berndt auf den Rücksitz sprang und den Schlag zuklappte. Die Equipage rollte davon. Der Herr Hauptmann hatte daL Nachsehen und fühlte die erste Anzeichen eines heftigen Gallenfiebers durch feine abgehetzten Gliedmaßen ziehen.

Ein halbes Jahr später führte Franz Berndt seine Emmaum Altar. Er war nicht in Uniform, sondern er gmg. da er inzwischen den Dienst quit tirt hatte und der Socius seines Schwiegervaters geworden. lin Frack! Ein Geniestreich. Sie hatten sich im Kaffeehause kennen gelernt, in dem Moment. als der Taschendieb an dem ihm noch unbekannten Gaste seine Kunst auszuüben versuchte. Natürlich gelang ihm daS nicht. Diese Geschichte veranlagte aber nicht. oa ver eine arrenrt wuroe. denn un ter College" nimmt man die Ausuouna seines Berufs ia mmt uoel. son dern sie vermittelt ihre Bekanntschaft. Äaron Mutzler. 'vocbstavler. stellte ick der eine vor. .Auaust Korn. Tachendicb" der andere. So lernten sie sich kennen. Aber es war eine Kluft zwischen ihnen, denn der Hochstapler, als der gesellschaftlich Höherstehende. ließ den andern durchaus nicht als ebenbürtig gelten. Dem Taschendieb paßte das nicht. Um nun dem Baron eine höhere' Meinung von sich beizubringen, erzählte er ihm einen Geniestreich, den er kürzlich ausgeführt hat te. Jüngst hatteich einen traurigen Tag." begann er. Seit zehn Uhr Moraens durchstreifte ich die Straken und hatte erst Ehrenwort sieben leere Portemonnaies. Und inPortemonnaies bin ich groß. WaS nützt daS aber, wenn die Leute kein Geld haben. Es war fünf Uhr Nachmittags. Trübe Gedanken durchkreuzten mem Hirn, denn ich war fleißig von Jugend auf, und eS war niemals ein Tag vorübergegangen, an dem Uy nicht mit einem ehrlichen Erfolge gearbeitet" hätte. Mikmutbia blieb ich endlich vor einem Schaufenster stehen, als plötzlich eine feine Equipage vor dem Zkausyause hielt, der eme elegante, in schwarze Seide gekleidete Ä)orne entstieg. Zm Moment war ich an ihrer Seite, und im nächsten Auaenblicke befand sich ihr Portemonnaie in meiner Tasche. O, ich zubelte zu früh, Als ich dasGeldtäschchen musterte.'war es leer. Auch das noch. Aber ich war entschlossen, auf die eine oder andere Art aus dieser Affaire Nutzen zu ziehen. Ich betrachtete daS Portemonnaie. es zeigte in Gold gestickt die bei den Buchstaben'E. G. und darüber eine Grafenkrone. Ich betrachtete den Wagen und erkannte ihn als den desGrafen Gelsen. ES konnte nur die Gräfin Gelsen sein, ie hier einen Besuch abstattete." Sehr klar", unterbrach der Hochstapler hier die Erklärung, dazu gehört nicht viel Combinationsgabe." Nein," fuhr, der Taschendieb fort, die Hauptsache kommt noch. Ich eilte nach Hause und schrieb ein Billet folgenden Inhalts: . Ich erwarte Dich heuteNach mittag UM fünf Uhr an dem bewußten Orte. Hoffentlich kannst Du Dich von Deinem Haustyrannen frei machen. Dein E." Dieses Billet knüllte ich zusammen, steckte es in das Portemonnaie und eilte zum Grafen. Nach einigen Schwierigkeiten wurde ich empfangen und in den Salon oeführt. Herr Graf", begann ick. .ick habt bnen ein. Mittheilung zu machen, welche dieEhre yres vau es vetrl t. Er w es auf einen Sessel, und ich nahm Platz. Herr Grat, agte ich. ich bin Taschendieb." Wie?" unterbrach er mich erstaunt. - Ich bin Taschendieb." fuhr ich fort. und yatte die yre. Ihrer Frau Gemahlin heute das Portemonnaie ,u stehlen.- Ah!" rief er aufspringend Ynnrf hrfisi'iff Vil (Tl-.IL. ... ,uv iwuij vi.viui vil VillUmiC AU Boden. Ja", erzählte ich weiter. Wenn sich der Herr Graf überzeugen wollen" ich hielt das Geldtäsckcken hin der Herr kennen es zweifellos?" a, sagte er. noch immer verBaby Weighed 6 Pounds. "Wlien tho iood given tlie baby is not digested, it ferraeiits and causes acidity of the stomach. Babies suffering so should be given Dr. Jolin W. BulTa Baby Syrup, wlrich will correct this troubleandjby its aiterative eflect,pro mote a wholesomc digestion and a!d the baby to develop and gain strength. "Ars. T. Lafay, 235 lOtb Ave., Coun. eil Bluffs, Ia., bad a puny baby wbich I only weighed 6 lbs. when three weeks Id. She gave him Dr. John W. Bull's Baby Syrup, and in a few weeks the baby weighed 121bs. She is very enthu siastic over this rernedy. Dr. Bull's Baby syrup Is for sale everywhero for 25 centi. Accept nothing eise instead, but ice that you get the ffenuine Dr, John W. Bull's Baby Syrup. Zu haben bei: iiw. D. Gauld, 201 Jndiana ve. I. O. Bryan, JUmH 4 Jackson UxxL

tCMütWKUJX&L

wundert, und nahm.es. Jch habe die Ehre, dem Herrn Grafen das Portemonnaie zurückzubringen," erklärte ich, denn es enthält nichts, waö mich reizen könnte, aber es enthält etwas, was für den Herrn Grafen von hoem Interesse sein dürfte!" So?" mein, te er und sah mich starr an. Ich bitte den Herrn Grafen, es zu öffnen," erwiderte ich. Er that es. sah das Billet, las es und wukte vor Staunen Ucht, waö er sagen sollte. Dann ging er mehrere Male im Zimmer auf und nieder. KönnenSie schweigen?" fragte er endlich. Zu Befehl, Herr Gras,' erwiderte ich und machte eine leicht zu verstehende Bewegung mit der Hand. Er verstand sie auch und reichte mir eine Hundertmarknote. Ich verbeugte mich höflich und sagte mit verbindlichem Lächeln: ch werde dafür sorgen, daß die Sache nicht in die Äeituna kommt. Und mit diesen Abgangkworten verschwand ich. Der Taschen dieb schwieg einenMoment. Nun. Her? College, meinte er dann, bin rch in Dummkopf?" p ja." entgegnete trocken der andere. Sie sind soaar ein großer Dummkopf. Erlauben Sie mir, Mich Ihnen unter meinem wahren Na men vorzustellen: Marx. Criminalbeamter!" "Herr !" schrie der Gau ner und stand sprachlos still aber ! X I v . rm r. mcgi lange, oenn wenige Mmuien ipater fuhr er in Begleitung des Beamten zur Polizei. Ein Ranfall ! Von Max Baruch. I. Also l,eute Nacht um einö!" Ja. wohl: und veraik dasWerkzeua nickt! Nein. Wird besorgt. Adieu!" vioiern- iDic beiden trennten sich. EZ waren die von der Polizei schon oft begehrten Einbrecher Mertens undSchul. n. welche .auaenblicklich (man kann wohl sagen, vorübergehend) in Freiheit waren. ?ie hatten soeben wieder einen reichen, gewinnversprechenden Einbruch veravreoet. II. In den Geschäftsräumen deS Ban kiers Leopolo Reich berrsckte eine un gewöhnlich frohe Stimmung. Reich hatte zur ffeier seines GeburtstaaeS seinem Personal eine Anzahl Flaschen srt,i.. n: n . i m ; 1 1 . viyuiufnijnct Ciiici, mii oer iouK, dieselben auf seine Gesundbeit zu trinken und freudig kamen die Angestellten seinem Wunsche nach. Da die Flaschen, batterie ziemlich arok war. konnten die 9$ Herren (der Lehrling im Alter von 15 Jahren rechnet nur halb) gar nicht damit fertig werden, und es dauerte nicht lange, da hatte Müller, der alte Prokurist, dem Lehrling angeboten mit ihm Brüderschaft zu trinken. Al. les war kreuzfidel und betrunken. um acht UhrÄvendS torkelten die Reichen" iwie sie im Städtchen aenannt wurden) nach Hause, als letzter der alte 'culler, welcher , das Schließen der austhure zu besorgen hatte. -IN. - EinS hat eS geschlagen," rief der Nachtwächter. Da tauchten aus dem nächtlichen Dunkel, vor dem Reich'schen Vescyastsyause Ml Gestalten aus. Mertens?" Schulz?" Na. dann an die Arbeit." Schulze hatte einen ganzen orb voll Werkzeug mitgebracht und Mertens fing jetzt an, das Thürschloß anzugreifen. Dietriche von allen möglichen Formen, Haken, Brecheisen u. s. w. alles erwies sich als unnutz. Kein einziger der vielen Nachschmal ossnete vas schloß. Mitten in ihrer Arbeit wurden sie duch den Nachtwächter gestört... Rasch huschten sie in eine, neben der Thüre befindliche Nische und nahmen dann mit verdoppeltem Eifer ihre Arbeit wieder auf. Aber daS Schloß gab nicht nach. Es war schon sieben Uhr, als Mertens Plötzlich sagte: Schulze, es kommt Jemand." Nachdem sie sich wieder in die Nische geflüchtet hatten, fah Mertens vorsichtig hinaus und wunderte sich sehr über das merkwürdige Betragen des alten Mulle?. Dieser war nämlich in aroker öast um die Ecke ae laufen aekommen und batte dann vlöklich seinen gewöhnlichen, langsamen ang angenommen. AIs er bei der Nische vorbei kam. murmelte e Nein. dieser Kater!" Müller ging auf die Hausthür zu, streckte die Hand aus und ossnete ohne Schlüssel. Er hatte in seinem Dusel am vorigen Abend vergessen zu schlicken, und frük am Moraen war ibm das einaefallen. Mit tu nem leisen: Gott sei Dank, daß nichts Passirt ist," trat er m das Haus. Mertens und Schulze sahen sich sprach los an. Sie hatten eine ganze Nacht an einem schloß gearbeitet, welches aar nicht aeschlossen war. .Nein, so etwas." sagte Mertens. nachdem er sich erholt hatte, das ist wohl wieder ein neuerTrick um unserHandwerk zu schadigen." Ein anständiger Geschäftsmann latzt doch seine Thüre Nachts nicht, offen stehen," meinte Schulze. ader wir ritten auch nachseben konnen, ob auch ordentlich geschlossen ist Ja. ia. Und unser aanzes Werkzeug ist verdord-en. -im. ' . 1 " -BeacbtenSwertbere!rathöantraa. .Ein Fräulein wumazl uaj ZU verebelicken. besonder ... r , . " . r r - (vi ' ' '. ' ' I ' " orzug: hat eine taubstumme Mama!' . Wann srelllch. Lieutenant (vor dem Spleael): Aeb. wie würde Kriegsminister mit neuen Mitttrsor. derungen leichtes Spiel haben, wenn grauen ,m Parlament säßen!" Kindlicher .rrtbum Vater (der seine silberne Hochzeit jtitzi): zzntz, weißt Du auch, was daS ist. eine silberne Hochzeit?" rhGewiß, wenn man zum fünfundzwanzigsten Male verheiratet ist!" Aha! Herr: Ich bin sechzig Jahre alt und habe eine Million in laalspapleren. Ware ich Ihnen zu alt. meine Gnädiaste?" v.. , Gegentheil, Sie sind mir zehn Jahre u junct

rm&a .

CCSSC 9t S(ltn Ma.c kippr. c ächte wird xur Verkauft und ist .. j','! ifsr.. ' ! MTH-tiliiii,' f

QvCC;3?

8 t

I M

S0

sltnwvg '.:;if

1 mWfiv vinrUßM

4m, 7

frenzel ßioiliers, 9lo. 1 Wcft Washington Strafte, (Merchants National Bank.)

in europäisches Departement. iunaen aus alle Städte Kurnna. " ' -t""" und Verkauf ausländischen Geldes. : - Immer ezr -Uni.

$91116 B

Unsere beliebten Biere sind rein, schmackhaft, ftärkcnd.

Für den Familiingebrauch ps'ilkn, lie sämmtlich in glaschen ,u

Columbia, Malz - Extract und V&h Select

Bestellungen werden nach allen

Hfi. A -T 'S 0 Wß

Teleohon 1050.

prima 1 Taschenmesser, Cy . (X TT

Qualität j ST Viamxxc Mktter, G Übeln und Loftel.

Größte Auswahl. Niedrigste preise. harles Uaver K io., 29 & 31 Weft Washington Strafte.

uzr

chaus - Emrichtungen.

Größte Auöwabl von Möbeln. Vorhängen und sonttiae Artikel, für , . . i allerbllltgsten Preisen.

Pickwick BlcycleS . . . $33.00. BAUEISEN & HAßTMANN, 167 und 169 Ost Washington Str. einen halben Block östlich vom Courthaus.

ie Einzige, welche permanent und zuverlässig in . stl C v n r F r .

wun ,ang an oie oeie VeicyaslspreLis lehrte. D,e einzige Zfacultät von erprobten Lehrern deS Gesckäftölebens. Den besten krthuhrr h.

Tausende unserer Graudulrten erbielten Stelluna?. &&r.vr i. v.l

sprechen Sie vor für nähere Auskunft. Tel. 499. ' IInäisnapottsIIuLmsLsnivSrLitV

48. Jahr. Beginn 1. September, ' W. G. Holland. 9Dfie IHIoMaimd

vollständiges (ager von Tapeten und kunstreichen Verzierungen.

Lincrusta Walton Relief Arbeit Freöco. n. VerzierungSmalerei.

Die beste rbeit garantirt. ngebote prompt geliefert. No. 21 Jndiana Avenue. (3n dem Shiel.)

Um Ciiisly El Csapy. A. L. Lockridge, Eigenthümer Ice Cream jeder Art. .Telephon 1765. und 10 GstO Str., Beklllu nk rt nA tMt UrifM km I tdt ,tlt,kt.

HtJmxt

.,.z?! rt.t m

lmM

Thut seine Dienste gnt. mixmt, liniert, rllchtr un heilt FKAtMJZKttMr "ACTGSUBCER BRUSTTHEE. t - in OrZ5inlVaSeten zu Sl cn in allen Apotheken zu habe.

V v

$$M$

ckxSxk

Wechsel. Creditbriefe und Voanw,i. .sss,;. .. t. ot """vm"! 7 " 4.4V vvu i&mvyiL, uu

rewing Gonrn

noch eine : stnd besondek iohtalt Sorten n m. beziehen find: Theilen der Stadt prompt abgeliefert. CO. Scheeren, Küchenmesser, r im . m-. Teddicken. Matt,n. Nll,,.? welcke Sie nur fmnm männ , hn 1- - - 0 . n - dieser Stadt i8. Die Einzige, welche 00' Tag und Nacht. Wheu Gebäude. E. J. HEEB. Präsident. E. H Burk, Mgr. WevllSWL' (Dow Thssdor SteiNp Abstracter of Title3f Ecke Market nnd Pennsylvania Qtx Thx Lkmckk, 0utte 229, eine Treppe hoch. JM?fcm 17SQ. Indianapolis.

TTj

BBBWII6

TT