Indiana Tribüne, Volume 20, Number 342, Indianapolis, Marion County, 29 August 1897 — Page 6
Kildcr aus dein Fordm. Zwei dänische Provinzen, die Inselgruppe der sZaröer und Island, haben trotz des Touristenzuges nach dem Norden bisher noch wenig Beachtung gefunden . Die Faröer, zwischen Schottland und Island gelegen, ragen steil aus dem Meere empor und erKecken durch die Eigenart ihrer Forrnation das Erstaunen des Besuchers. Die Gruppe besteht aus 17 kleinen belohnten Inseln und einigen noch kleineien, die nur von Schafen bevölkert sind. Von diesen Thieren haben die Inseln ihren Namen erhalten; Faröer heißt Schafinseln. Wie bei allen Inseln. besteht der größte Theil der Bedolkerung aus Seeleuten, während sich der andere Theil ausschließlich mit Schafzucht beschäftigt. Die kahlen, nur mit Gras bewachsenen Felsmassen bieten eine ausgezeichnete Weide für die Thiere. Viele Tausende dieser Schafe werden jährlich lebend oder gepökelt exportirt, ebenso findet die vortreffliche weiche Wolle über Kopenha-
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Z2L Vogelfelsen. gen ihren Weg in's Ausland. Die Wewohner sind Nachkommen der vor länger als tausend Jahren eingewanderten Norweger; die Seeleute liegen theils in den einheimischen Gewässern, theils an der Küste von Island ihrem gefahrvollen Beruf als Fischer ob. Viele Millionen von Vögeln, die alljährlich im Frühjahr ihren Weg nach Norden nehmen, lassen sich auf den Faröer oder auf Island in den einsamen Rocks nieder, um ihr Nest zu bauen. Van Niederlassungen, die den Hanbei vermitteln, kommen nur vier in Betracht: Trangisvaag, Klaksvig. Westmanhavn und die Hauptstadt Thorshavn. Letztere, eine Ortschaft von etwa 1500 Einwohnern, ist der Sitz des Gouverneurs, des Richters. Ein kleines Fort, jetzt als Gefängniß dienend, liegt am Eingang der Bucht, zum Schmuck mit vier alten Geschützt röhren ausgestattet. Die Gassen der Stadt sind schmal und winkelig; im oberen Theile des Ortes sieht man jedoch gutgepflegte Vorgärten mit dich- ,! A v". , mmtt , sfrÄ" 5 Tf , ' - vX. '-'JM. I f 1 9 . , i"T - -V tff. M' :-ClLr- J; -vl. sTr-fj si sUfscrs 1 'sOrrj-t i tttwilüTLLt-tt f2Sk4J ;aiZiÖG5:S Thorshavn. im Lauben vor den Häusern. Die übrigen drei Ortschaften, die man auf der Karte verzeichnet findet, sind lediglich Handelsniederlassungen mit einer Einwohnerzahl, die zwischen 50 und 200 schwankt. Der Verkehr zwischen und nach den Ortschaften wird auf den durch die einzelnen Inseln gebildeten Canälen in Kähnen vermittelt. Eine zzahrt bei stürmischem Wetter durch das schmale Wasser mit den bis zu 1000 Meter aufragenden Wänden macht einen imposanten Eindruck. Zu beiden Seiten die Felsmassen, über denen schwere Wolken lagern; man glaubt, durch einen Tunnel zu fahren. Dreihundert Meilen nordwestlich Don den Faröer kommt die Küste des südöstlichen Island in Sicht. Wie ein gewaltiger Klumpen, durch des Feuers Gewalt aus Meerestiefen emporgeschleudert, liegt die Insel da. Weit hinaus erstrecken sich die Vorgebirge, treppcuartia übereinandergelagert. Im Vordergründe des Fjords erblickt man einige Holzhäuser, den Sitz eines Hani?elshauses. dahinter Berge mit ewigem S t r a ß e i n Thorshavn. Schnee. Reisende, die nur Reykjavik und die Geysirs besuchen, lernen Jsland nicht kennen. Die gruseligen Neisebeschreibungcn von der Gefährlichkeit dieser Tour, die in die Ocffcntlichkeit gelangt sind, erweisen sich als starke Uebertreibungen. Der Ritt von Äeykjavik nach den G?ysirs wird jeder Dame, die auf einem Pony zu sitzen versteht, nur ein Vergnügen gewähren. Von Reykjavik führt ein vortrefflich chaussirter Weg bis Thingvalla. Der Abstieg nach der alten Gerichtsstätte ier Isländer, dem Lögberg, zeigt die erste Schwierigkeit des Reifens auf Island. Der Weg führt steil in die Äiese, umtost von dem Rauschen des Qrarar'.oß (Wasserfall). Hier hat früher das Althin? in freier Natur angeslchts der gewaltigen Gebirgsmassen und des großen Thingvallasees Gesetze gegeben und Recht gesprochen. Nach steilem Aufstieg über den Hrafnagja führt de? Weg über Lavagebirge am ThingvQllasee entlang. Erst vor Lauarvatn. einem kleinem Gut, wird die Landschaft belebter. Die Geysirs selbst haben ihre Thä-
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tigkeit sehr eingeschränkt, und nur selten ist es dem Reisenden vergönnt, einen Ausbruch zu beobachten. Auf einem kleinen Hügel liegt eine Anzahl heißer Quellen.' Der Große Geysir bildet ein ovales Becken von etwa 10 Meter Durchmesser; in der Mitte führt eine schmale Röhre in die Tiefe. Der Ausbruch des Geysirs, der dann gewaltige Wassermassen etwa 80 Meter hoch in die Luft schleudert, bietet einen großartigen Anblick. Die nächstgrößte Springquelle heißt Strokkr; sie ist durch hineingeworfene Steine fast erloschen. Der Kleine Geysir, eine Quelle von etwa 30 Centimeter im Durchmesser, springt nicht viel über Meterhöhe. Der ganze Hügel ist durch die Ablagerungen des aus den Quellen überfließenden Wassers mit einer hart Kruste überzogen. Die Hauptstadt Reykjavik ist ein Städtchen von nicht ganz 4000 Einwohnern. aber der Stolz aller Jsländer. Der Gouverneur, der Amtmann des südlichen Theils von Island, hat dort seinen Wohnort. Die Gebäude, zum Theil aus Stein gebaut, nehmen sich recht nett und sauber aus. Eine höhere Schule sowie eine Art von Universität befinden sich dort. Hier erhalten die Theologen ihre Ausbildung; Aerzte und Juristen müssen jedoch zur Vollendung ihrer Studien an dere Universitäten' aufsuchen. Neun Monate im Jahre wird Unterricht ertheilt, drei Monate sind Ferien. Kein Isländer, der es bestreiten kann, versäumt es. seine Kinder zur Ausbildung nach Reykjavik zu senden. Außer Reykjavik kann man keiner Niederlassung auf Island den Namen Stadt beilegen. Die Einwohnerzahl der sogenannten Handelsstädte schwankt zwischen 50 und 600; welch' letztere
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Reykjavik. aber nur zwei erreichen: Jsafjördr und Akreyri. Hier stehen drei Ebereschenbäume, die einzigen Bäume Jslands. denn die an einigen geschützten Stellen sich findenden niedrigen Wirken kann man wohl nicht als Bäume bezeichnen. Island hat ein Flächengebiet von 104.785 Quadratkilometer. Die Küsten sind steil; im Osten, Norden und Westen dringt das Meer tief hinein, Fjorde von seltener Schönheit und Wildheit bildend. Schnee liegt immer auf der Höhe der Gebirge. Berge mit ewigem Schnee (Jöklar) und Gletscher der Isländer nennt dieselben Sküdejöklar (fortschreitendes Eis) finden sich hauptsächlich im Südosten, in der wildesten, zum Theil noch unerforschten Gegend von Island. Am bekanntesten von diesen Jöklar ist der Snäffellsjökull, der 1437 Meter emporragt. Island hat 70.297 Einwohner, die ein ruhiges Leben führen. Von höchst phlegmatischem Charakter, thut der Isländer nicht mehr, als er JsländeraufderReise. gerade muß. Der Landmann arbeitet nur im Sommer wenige Monate, um das Heu hereinzuschaffen. das er im Winter als Futter für Kühe und Schafe nöthig hat. Von den Pferden erhalten nur die Reitthiere im Winter Futter, die übrigen bleiben im Freien und scharren sich unter dem Schnee Gras hervor, verspeisen übrigens auch Fischköpfe und Gräten. Auch auf Jsland ist die Schafzucht bedeutend; Hunderttausende dieser Thiere werden jährlich lebend ausgeführt, ebenso viele geschlachtet und gepökelt versandt. An den Fjorden finden sich .dänische und englische Waarenhäuser. Im Innern des Landes findet man keine gemeinschaftlichen Ansiedelungen mehr. Auf seinem Landgut, und wenn ta Saus auch nur aus einer Erdhütte besteht, sitzt stolz der Landmann. Die Eigenthümer nennen sich untereinander und auf Vriefadressen Mitglieder des Adelsbundes. Die Landgüter liegen weit auseinander. Oft muß man vier Stunden, manchmal noch länger reiten, um von einem zum anderen zu gelangen. Das einzige Transportmittel ist das Pserd Klein, aber kräftig, trägt es seinen Reiter über Berge und schreitet mit ihm durch Sümpfe und Ströme, die zu Fuß unmöglich passirt werden können. Seinen Bedarf muß der Bauer von den an der Küste liegenden Handelsplätzen holen; oft kann man ganze Cavalcaden dahinsprengen sehen. ' Mit baarem Gelde bezahlt der Isländer selten; er erhält von dem Kaufmann Credit und bezahlt mit seinen Erzeugnissen: Fischen, Wolle, Schafen. Pferden oder Eiderdaunen. Fremde fahren meist nur nach Reykjavik. um einen Abstecher nach den Geysirs zu machen. Lohnender ist die Tour nach dem Norden, nach Saudakrok oder Oefjord (Akreyri). Oestlich von Oefjord. bei Myvatn, findet man Alles vereint, was Island an SebensWürdigkeiten bieten kann: hohe Gebirge. reißende Flüsse, üppige Vegetation neben kahlen, gewaltigen Lavamassen. Heiße Schlammquellen sprudeln fortwährend ihren grauen Inhalt empor, Schwefeldünste entsteigen dem Boden. Auch der größte Wasserfall Islands, der Dettefoß iß. von dort in wenigen
Stunden zu erreichen. Fast 100 Meter stürzt die JLkulsa, einer der größten Ströme Islands, in die Tiefe, kurz bevor er seine gewaltigen Wassermassen in das Meer ergießt. Tronthcim's Jubiläum. Unter großen Feierlichkeiten hat die Stadt Drontheim in Norwegen das Jubiläum ihres 900jährrgen Bestehens gefeiert. Den Grund zur Stadt legte vor 900 Jahren der König Olaf Trygyvessön, der an der Mündung des Nidflusses, der sich hier in den Drontheimfjord ergießt, einen Königshof und eine Kirche erbaute. Nach seinem Tode gerieth die Stadt kurze Zeit in Verfall, bis sie sich unter König Olaf dem Heiligen von Neuem erhob. Dieser König ließ sich sehr die Ausbreitung des Christenthums angelegen sein, und ihm zu Ehren wurde über seinem Grab eine Holzkirche erbaut, an deren Stelle später eine Steinkirche trat. Daraus ging dann die Domkirche hervor, die einen so großen Glanz über Nidaros dies ist der ursprünglich: Name Drontheims bringen sollte. In der Domkirche wurden nämlich die Gebeine Olaf's, des Nationalheiligen der Norweger, beigesetzt, wodurch Nidaros einer der berühmtesten Wallfahrtsorte Nord-Europas wurde. Nicht nur aus den drei skandinavischen Riichen sondern auch aus vielen andern Ländern strömten Pilger herbei, und der Olaf-
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Der Dom von Drontheim. Cultus breitete sich bis in ferne Länder aus. Seitdem im 12. Jahrhundert die norwegische Kirche eine Provinz" der römischen Kirche wurde, war Nidaros ständig Sitz des Erzbischofs, und diese Kirchenoberhäupter wandten dem Ausbau und der Verschönerung der Domkirche ihre besondere Fürsorge zu. Anfangs des 14. Jahrhunderts strahlte die Stadt in ihrem vollen Glanz; an Pracht. Kunstreichthum und Größe suchte sie ihresgleichen im Norden. Bei dem Reichthum der öffentlichen Gebäude, Kirchen. Klöster u. s. w. muß Nidaros im Mittelalter aller Wahrscheinlichkeit nach einen prächtigen Anblick gewährt haben; die Stadt verlor aber allmälig ihre Bedeutung, als die norwegischen Könige hier nicht mehr ihre Residenz aufschlugen. Obwohl in Nidaros der Erzbischof residirte. dem die Krönungen der norwegischen Könige oblagen, fanden diese zuerst in Bergen statt. Bei der Vereinigung Norwegens mit Schweden im Jahre 1814 wurde Drontheim, welcher Name im 15. Jahrhundert aufkam, wiederum zur Krönungsstadt gemacht, und seitdem lassen sich ie Könige von Schweden und Norwegen hier krönen. Drontheim ist die größte und lebhafteste Handelsstadt des nördlichen Norwegens, ebenso ein Knotenpunkt des Fremdenverkehrs, dem hier der beste Ausgangspunkt für Reisen längs der Küste bis zum Nordcap geboten wird. Eine schwarze Unthat. Karo, schön bitten!' .Bravo, Karo!' EsgibtKünstler. die alles für schoblonenhaft erklären, was nicht Überspannt ist. Kindlich. Der kleine Hans (in der Zeitung lesend): Papa, die Polizei hat gestern drei Verbrecher gefangen genommen." Vater: Waren es schwere Verbrecher?" Hans: Ja, das steht nicht dabei, wieviel sie gewo gen haben." Aus ein er Vertheidig u n g. Vertheidiger: . . . Und dann ziehen Sie zu Gunsten des Angeklagten auch seine große Bescheidenheit in Betracht. Er brach bei dem Fleischer ein, obwohl er wußte, daß nebenan ein Commerzienrath wohnt!" Auch ein Grund zum A erger. Hausherr: Teifi, jetzt darf ich g'rad wieder das Pflaster aufreißen lassen, das ich im vorigen MoKai g'legt hab'! Gleich z' Tod könnt' ich mich ärgern!" Frau: Mach's nur net gar so arg! Du wirst deswegen noch lange net verhungern mit Dein' vielen Geld! Hausherr: Weger m Geld is's mir auch nit, aber daß sich mei Nachbar so freut, wenn ich recht blechen muß, dees bringt mich rnZrirnnhrM
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Als erster Erfinder einer Lufttelegraphie ist Edison zu nennen, die größten Erfolge auf diesem Gebiete hat bis her aber der Italiener Marconi errungen. Marconi bringt ein Verfahren in Anwendung, das in gewisser Aeziehung an die berühmten Herrschen Experimente erinnert, durch die die Verwandtschaft zwischen den Lichtwellcn und den elektrischen Wellen nachgewiesen und dargelegt wurde, daß der Aetherraum der eigentliche Electricitätsträger ist. Der Uebertragungsapparat, der die zum Signalgeben erzeugten elektrischen Stromstöße aufnimmt und als elektrische Wellen an den Aetherraum, der für gewöhnlich als Luftraum bezeichnet wird, abgibt, ist im Princip dem von Hertz angewendeten sogen. Radiator nachgebildet, und zwar rührt dessen Construction von Prof. Righi her; dieser Uebertrager ist in Figur 1 dargestellt. Er besteht aus zwei, etwa 100 Millimeter im Durchmesser großen Messingkugeln A und B, die in einem dichten Gehäuse I) aus isolirendem Marconi. Material derartig angeordnet sind, daß sie zur Hälfte aus dem Gehäuse herausragen, während sie innerhalb des Gehäuses in Vaselin eingetaucht sind. Durch diese ölartige Substanz wird die Oxydation der blank polirten Kugeln verhütet, und die zwischen diesen Kugeln erzeugten elektrischen Wellen werden regelmäßig geformt und auch in ihrer Länge für den vorliegenden Zweck passend reducirt. Neben den beiden großen Kugeln sind zwei kleinere a und b angebracht, die mit dem Secundärstromkreis der Jnductionsspule G verbunden sind, während der Primärstroi?kreis dieser Spule durch eine galvanische Batterie E den elektrischen Strom zugeführt erhält, der mittels eines Telegraphirtasters K beliebig ein- und ausgeschaltet werden kann, um die vereinbarten telegraphischen Zeichen oder Signale abzugeben. Sobald der Taster K niedergedrückt wird, springen zwischen den Kugeln aA und b!5 sowie 'zwischen den' beiden großen Kugeln Ali innerhalb des Gehäuses an den mit 1, 2 und 3 bezeichneten Punkten Funken über, wodurch elekirische Wellen von großer Fortpflanzungsgeschwindigkeit erzeugt werden. Die Schwingungsgeschwindigkeit dieser Wellen ist auf 250 Millionen Wellenschläge in der Sekunde berechnet worden. Die Entfernung, durch die die Wirkung solcher Wellen im Aetherräum übertragen werden kann, ist von der Entladungsstärke der Jnductionsspule abhängig. Mit einer Jnductionsspule von 152 Millimeter Funkenlänge konnte die Uebertragung bis auf reichlich 6 Kilometer Entfernung stattfinden. Für größere Entfernungen sind entsprechend stärkere Jnductionsspulen zu benutzen. . j9 & a i a J : WW"; ..-13 ! 5 Figur 1. Der von Marconi bei seinen in Rom und im größern Maßstab zu Spezia ausgeführten Versuchen benutzte Empfänger. der ebenfalls in Figur 1 dargestellt ist, besteht aus einer etwa 4 Centimeter langen Glasröhre, in der sich zwei silberne Cylinder c c als Elektroden befinden, die mit ihren innern Endflächen bei p etwa 0,5 Millimeter weit voneinander entfernt sind. DieserZwischenraum ist mit einem Gemisch aus feinem Silber- und NickelPulver, dem etwas Quecksilber zugesetzt ist, ausgefüllt. Die Röhre selbst ist an den Enden, aus denen die mit den beiden Cylindern verbundenen Silberoder Platindrähte hervorragen, zugeschmolzen und nahezu luftleer gemacht; sie ist in den Stromkreis einer galvanischen Batterie eingeschaltet, in dem sich auch ein telegraphisches Relais befindet. Das erwähnte Metallpulver wirkt unter normalen Verhältnissen als ein starker Isolator, sobald aber elektrische Wellen darauf einwirken, werden die Theilchen dieses Pulvers elektrisch geladen, sodaß sie sich in bestimmte? Weise reihenförmig zueinander anordnen und somit Elektricitätsleiter bilden. Wird die Wirkung des Uebertragers unterbrochen, so verbleibt die Pulvermasse in der Glasxoxt eine Zeit lang, in ifcem elektri-
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strlenZustand, wodurch die rasche Aufeinanderfolge der zu gebenden Zeichen verhindert werden würde. Um diese Störung zu beseitigen, hat Marconi neben der Glasröhre einen kleinen magnetelektrischen Hammer angebracht, der durch die Localbatterie in Schwingungen versetzt wird, sodaß er gegen die Glasröhre schlägt und somit das Metallpulver wieder aus dem Zusammenhang bringt. Derselbe Strom, durch den der Hammer bethäiigt wird, kann auch zum Betrieb eines Morse'schen Schrcibapparats benutzt werden, der die telegraphischen Zeichen auf einem Papierband fixirt. Die Glasröhre ist mit zwei Flügeln W und Wl versehen, die durch ihre Größe zur Regulirung desEmpfängers im Verhältniß zum Uebertrager dienen, insofern sie Elektricität aus dem Raum aufnehmen. Die Widerstandsspulen L und Ll verhüten den Verlust an elektrischer Energie. Der Vorgang vollzieht sich in folgender Weise: Die durch den Uebertrager entsendeten elekirischen Wellen pflanzen sich durch den Zwischenraum bis zu dem Empfänger fort, wie die Abbildung zeigt. Durch diese Wellen wird das Metallpulver im Glasrohr elektrisirt und dadurch der Stromkreis geschlossen, sodaß das Signal abgegeben wird. Auf freiem Terrain, wo weder Bäume noch Gebäude u. s. w. den Verlauf der elektrischen Wellen behindern, ist dieses Telegraphirverfahren ohne weiteres anwendbar; sind aber derartige Hindernisse vorhanden und große Entfernungen zu überwinden, so müssen die Apparate an erhöhten Punkten, z. B. an hohen Masten. PaPierdrachen, Fesselballons u. s. w., angebracht werden. Sehr befriedigende Resultate wurden bei Versuchen zwischen Pernarth und Broon Down (in der Nähe von Weston-super-Mare) an der englischen Küste quer über den den Canal von Bristol erhalten, wor-
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Figur 2. über der englische Elektriker Preece vor der Royal Institution zuLondon kürzlich berichtete. Hierbei wurde der in Figur 2 abgebildete Apparat unter Beihilfe eines Papierdrachens benutzt. Die Entfernung betrug hier 14,5 Kilometer. Bei Benutzung von Spiegeln kann die Wirkung noch weiter verstärkt werden, indeß wird dadurch das Versahren theuer und complicirt. Sehr bemerkenswerth ist, daß Hügel das Resultat bei dieser Lufttelegraphie nicht beeinträchtigen, ind?m die elektrischen Wellen darüber hinweggehen, wobei sie ihre Bahn parabolisch krümmen. 'wie dies auch bei den Lichtstrahlen der Fall ist. Das Weiter scheint auf das Verfahren keinei? Einfluß auszuüben, denn trotz Regen. Schnee und Wind erhielt man bei den Versuchen immer gleich gute Resultate. Bei dem in Figur 2 dargestellten Versuch waren die Flügel V und 1 (in Figur 1) weggelassen worden. Ein Pol des Empfängers war mit der Erde und der andere mit der Spitze eines Mastbaums oder an einem Ballon oder an einem Drachen befestigt. Der Draht und der mit Zinnfolie überzogene Ballon oder Drache ersetzt dabei die Wirkung der Flügel. In diesem Fall muß ein Pol des Ueberiragers ebenfalls mit der Erde verbunden sein. Troß dieser günstiaen Ergebnisse befindet sich Marconi's System der Lufttelegraphie noch im Versuchsstadium, und bevor dessen allgemeine Anwendung stattfinden kann, muß es noch in verschiedener Hinsicht gründlich ausgebildet werden. Ein altes Sprichwort. MS Ist der Spruch probat und gut, Der sagt: In vino Teritas", O welcher Weisheit Fülle ruht In dir dann, Heidelberger Faß! Auch e in e F r a ue n f r a g e. Mit 20 Jahren: W ist er?" Mit 30 Jahren: Was hat er?- Mit Vierzig: .Wo ist er?" , Er kann sich's leisten. Reicher Dichterling (zu einem Redakteur): Hier haben Sie meine Gedichte und 500 Gulden. Nun machen Sie mich mal unsterblich! Sehr einfach. Fräulein: Ab sagen Sie mir doch nur, was Sie diese ganzen drei Wochen in der langweiligen Wüste gemacht haben?" Reisender: Geschwitzt habe ich, mein Fräul'.in."
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Eine Verwechslung.
n n ii o niin LÜ0 i ü Jl jl iU form n n:ii n n n n n n n r i ; :tj üjluj; Vorsichtig. Der Ritter Kuno von Saufenstein war wegen eines Pfropfenziehers nie in Verlegenheit, da er stets solche Noch schätzenswerther. Fräulein A.: Ich sage Dir. der .Mann, den ich achten soll, muß nöthigenfalls auch seine Meinung wechseln können." Fräulein V.: Und ich kann nur den Mann achten, der auch mal einen Hundertmarkschem wechseln kann 11 N ? 5 .5 Ifcä , Tante, iß't Du Chocoladebonbons gern?" O ja, Lieschen, sogar sehr gern!" Dann werde ich meine Chocoladebonbons doch lieber der Großmama zum Aufheben geben!" Pantoffelheld. Richte?: Haben Sie noch etwas zu Ihrer Vertheidigung zu sagen?" Angeklagter: Mit Freuden ergreife ich eine Gelegenheit. die mir zu Hause mt geboten wird.".
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Skizze von Hugo Träger. Die Ur)r schlägt drei. Elvire gähnt. Sie streicht mit der Hand die wirre Fülle der Stirnlocken. Noch ein ausgiebiges Recken und Strecken der Glieder. Aah!" Dann springt sie auf und blickt verwundert um stch. Wo ist Mama? Ah so! Da muß, während ste geschlummert. Besuch gekommen sein. Sie hört Stimmen aus dem nebenanliegenden Salon. Da runter das knarrende Organ der Gerichtsräthin und das piepsende Stimmchen ihres Fräuleins Tochter. Sie macht eine Geberde des Widerwillens. Wie gut, daß ste Mama gebeten, ste für den Nachmittag zu verleugnen! Aber was nun beginnen? Sie ist für einige Zeit Gefangene. Bah! Ihr liegt Nichts daran. Sie findet schon Amüsement. Und lange dauert's nicht. Die drinnen gehen bald. Das weiß ste. Und bald ruht ste wieder im Lehnstuhl, streckt das Füßchen aus und schließt die Augen. Nicht, um zu schlummern. Sie stnnt und träumt. Plötzlich fährt ste auf. Sapristi! Eine dumme Geschichte! Wenn Arthur so ungeschickt wäre, gerade jetzt zu kommen. Ob auch Mama so vernünftig wäre, ihm einen Wink zu geben? Schwerlich. Es würde stch nicht schicken. Ungeduldig stampft ste mit dem Fuß auf den Boden. Was stch da Alles nicht schickt! Sollte sie nicht ihren Verwandten, der halb und halb ihr Verlobter war, einmal unter vier Augen empfangen dürfen? Unerträglich! Und diese Mama, die hält immer noch so fest an den steisen, abgeschmackten Lächerlichkeiten. Verdrießlich geht sie auf das Fensier zu, zieht die Jalousien empor und lehnt sich hinaus. Ein nasses, ungemüthliches Thauwetter. Schon will sie den Fensterflügel zuschlagen, da legt sich ein spöttisches Lächeln um ihre Lippen. Da ging er schon wieder, scheu und gedrückt, wie immer, wenn er aus dem Amte ging. Ein Untergebener ihres Vaters. Einer ihrer heimlichen Anbeter. Ha! Ha! Der arme Schlucker! Mit seinem verstohlenen Blick, den er stets zum Fenster des Vorgesetzten hinaufwirft. Sollte dies nur die natürliche Scheu des Untergebenen sein? Aber warum wohnte er dann gerade gegenüber in dem Mansardenstübchen? Einmal war er in's Haus gekommen. Er hatte ein Actenstück zu übergeben. Papa war gerade nicht anwesend. Als er ihr gegcnübertrat, ward er abwechselnd roth und blaß. Elvire blickte ihn schlemisch an. Sie heißen Klinger? Nicht wahr?" Zu dienen, gnädiges Fräulein!" Und wohnen gegenüber?" Da drüben, Nummer 05." Es ist gut. Ich werde es Papa ausrichten." Noch ein coquetter Blick. Er stotterte einen Gruß und ging. Als er draußen war, lachte ste hell auf. Was der für ein komisches Gesicht gemacht! Sie sieht gerade in sein Stübchen hinüber. Er ist bereits oben. Er muß ste beim Fenster wahrgenommen haben. Ein übermüthiger Gedanke durchzuckt ihr Hirn. Wie wenig kostet es ste, den armen Burschen glücklich zu machen, wenn auch nur auf ein paar Minuten. Da hat er sich in eine Fensternische zurückgezogen ; mit vorgestreckten Kopfe schielt er herüber. Sie merkt es wohl; ste nickt ihm zu und lächelt. Er glaubt seinen Augen nicht zu trauen; er tritt ein wenig vor. Ihr Auge leuchtet ihn ermuthigend an. Sie lächelt lebhafter, bezaubernder wir zuvor. Nun steht er ganz an der Fensterbrllstung. Sein Athem stockt. Sein Antlitz glüht. Da ehe sie sich recht besinnt, hat sie ihm eine Kußhand zugeworfen und verschwindet. Im selben Momente dringen laute Vegrüßungsworte. eine tiefe Männerstimme und das Rasseln eines Säbels an ihr Ohr. Mit einem leisen Aufschrei eilt sie zur Thür und lauscht. Es war natürlich Arthur. Eben spricht Mama mit ihm, und jetzt ein paar entschuldigende Worte o, die herzensgute Mama, sie hat rasch einen Vorwand gefunden Schritte und Säbelgerassel nähern stch der Thür sie zieht sich noch rechtzeitig zurück ein strammer Husaren Oberlieutenant erscheint auf der Bildflache. Er grüßt militärisch. Sie fliegt ihm entgegen. Pst! Pst! Ach, das war klug von Dir, Arthur. Pst! Weißt Du, die dummen Leute sind mir unausstehlich. Du darfst mich nicht verrathen, hörst Du?" Der Andere lächelt beglückt. Ich verstehe, mein süßes Lieb Und er streichelt sanft ihr welliges Haar. Sie schmiegt sich dicht an ihn. leise flüsternd: Weil Du heute so brav bist, kriegst Du auch einen Kuß Und das süßflüsternde, prickelnd? Geräusch der Lippensprache durchschwirrt daS Gemach. Unterdessen will drüben ein armes, treues Herz vor Seligkeit vergehen. Er Hort und steht Nichts mehr. Nur das Eine jubelt und trällert mit überquellendem Jubel in ihm: Sie liebr Dich! Sie, liebt Dich!Unzuverlässig. A (Studiosus, zu seinem älteren Collegen): Die hiesigen Nachtwächter sind doch sehr unzuverlässig!" V: Wieso?" A: Denke Dir. diese Nacht bin ich in einer ganj unrichtigen Wohnung abaeaeben worden !"
