Indiana Tribüne, Volume 20, Number 342, Indianapolis, Marion County, 29 August 1897 — Page 3

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Arme Thea! Berliner Roman von Slttöcspt) Stratz (11. Fortsetzung und Schluß.) Berlin war eracht. Wie ein Niese reckte es seine Glieder und machte sich in lachenöer Juendkraft an einen nciuen Tag. Ein Abglanz dieser frohen Schaffenslust schien im Licht des Som- , mermorgens alles umher zu vergolden, die im Grollen der Dampskessel. dem rastlosen Pochen des Handwerks zitfeinden Häuser, die langen, einförmigen und doch so belebten Straßen und die Menschen selbst, araues Volk in arauem Gewände, das in immer neuen Wogen, in Tausenden und Zehntausenden das einsame Paar umbrandete. Wir alle leben!" schien es aus diesen farblosen, eilfertig sich dahinwälzenden Wogen zu mahnen . . . mir alle leiden und trotzen doch dem Geschick!" -.Ein Feigling, wer beiseite eht. so lange ttch noch seine ??aust ballen und sein Mund noch das Geheimniß aussprechcn kann, das groß: Geheimniß: 3ch will!" Ich will!" ... das Zauberwort, vor dem das Schicksal selbst sich beugt vor dem die Sorge selbst mählich ihre grauen Schleier zusammenrafft und unhörbar aus dem Zimmer gleitet . . . vor dem die grimme Noth zähnefletschend und knurrend wie ein böses Raubthier beiseite schlicht . . . Und weiter und weiter schritten sie. Sie bogen in Nebengassen und kehrten zurück und schwen einen anderen Weg ein, und nirgends nahm Berlin ein Ende und nirgends erlahmte sein rastloser PulZschlag! Da blieben sie endlich stehen und sahen sich stumm an. Wie seltsam! Sie suchten den Tod und geriethen immer tiefer in die Welt der Arbeit hinein! Und kamen sich klein und lächerlich vor, zwei schlaffe Müßiagänqer zw?scbxn unzähligen Menschen, die unverzagt mit Kopf und Händen für sich und die Ihren stritten. Bitte die Herrschaften tveiterzugehen!" sagte neben ihnen ein Sckutzmann . . . Sie hindern den Verkehr!" Sie traten beiseite, in 'ein stilleres Nebengäßchen. Natürlich ... sie waren hier ein Hinderniß, eine Last! Leute, die Ma'ulaffen feil haben und sich gegenseitig ihr Leid klagen, die tonnte man hier nicht brauchen. Das Gäßchen mündete auf dieSpree. Finster und träge schlich das Wasser dahin und auf seinem erblindeten Spiegel, in seinen trüben Fluthen schwamm der Kehricht, der werthlose Abfall der Weltstadt. Vielleicht gehörten auch Menschen zu diesem Abfall und trieben unsicher unter der Oberfläche vorüber. Sollte man sich zu ihnen gesellen, den entsetzlichen, sich langsam auflösenden Körpern . . . oder zu dem unverzagten Geschlecht, das da um sie her im Sonnenscheine streitet und lärmt, im Ab:nddämmern lacht und liebt . . . ? Wieder sahen sie sicö an und es fiel ihnen wie Schuppen von den Augen. Tbea . . . Du dummes, kleines Mädchen!" sagte Georg vorwurfsvoll und legte den Arm um sie ...... . merkst Du nun, was Du für Unheil angestiftet 'hast? Ganz wirblig hast Du mich im Kopf gemacht, daß ein Kerl wie ich auf so eine Idee kommen tonnt'! . . . ist ja Unsinn, kompletter Unsinn 4 . . . . ja . . . das kann schon sein, Georg . . Thea schaute aus großen Augen zu ihm auf . . . . . . wenn man alle diese Menschen sieht, denen es so schlecht geht und die doch nicht verzweifeln . . ." . . . und wir dagegen, denen es so gut geht! . . . denn erstens lieben wir uns . . . und zweitens sind wir jung, gesund und stark . . . wir sollten . . . oh Thea. Thea ... es b'-eibt dabei: Du bist ein dummes kleines Mädchen und wirst in Zukunft überhaupt nicht gefragt! Sondern Du thust einfach, was ich will, und aest mit mir! Und mußt Dich mit dem Aennchen von Tharau trösten . . . weißt Du . . . wo's im Volkslied beißt: . . . ich will Dir folgen durch Länder und Meer! Eisen und Kerker und feindliches Heer . .'! . Ach. Georg ... ich folgte Dir s.rne!" Tbea schüttelte traurig den blassen Kopf ... ... aber wir können ja nicht aus Berlin heraus!" Und ob wir können!" Gorg faßte mit energischem Griff ihre Hand . . r r . . natürlich können wir! Jetzt weiß ich's! . . . komm' mit!" Wohin denn?" In die Jägerstraße! Dort leb! ein vortrefflicher alter Herr, der mir mit Vergnügen das Neisegeld nach Amerika aiebt. Und da es obnedies seit acht Tagen der dringende Wunsch sämmtlicher Zeitgenossen ist. mich bis auf Wciteres jenseits des großen Wassers zu wissen, so willfahren wir dem allgemeinen Verlangen! Thea . . . mach' Dich auf die Seekrankheit gefaßt, und Sie, Kutscher ..." ... er winkte einer Droschke ... ... zeigen Sie einmal, daß Sie Ehrgeiz besitzen, und öekördern Sie uns in der denkbar kürzesten Zeit nach Berlin W. zurück!" Wohl eine Stunde hatten die Kommis des Bankhauses Zeit, die junge Dame zu beobachten, die auf der anderen Seite der Straße, den Kopf zu Boden geneiat. mit zusammengepreßten Lippen wartend auf und nieder schritt. Dann kam Georg zurück. Sie eilte ihm entgegen. Wie ist's?" rief u bang. Gctt! sprach Geora. leichtsinnig und v'rweaen lächelnd ... . , . ich sag' Dt: ja: mit dem alten Herrn kann man reden. Anfangs ließ er mich ziemlich lange warten und empfing mich mit hochgezogenen Augenbrauen . . weißt Tu . . so eine stumme Frage: Wirklich schon auf. Herr Textor? . . . Um zehn Uhr Morgens? Und was wünschen Sie wieder von mir? Na . .

ich ließ mich nun nicht verbÄiffen . . . ., das glaub' ich!" seufzte Thea. . . . sondern erzätte ihm so zur Einleitung einiges, wie mir's die Woche über aeganaen und so weiter. Da auf einmal unterbricht er mich . . . Du . . und weißt Du, was der unverschämte alte Herr mir da sagt: Sie machen heute einen bed:utend günstigeren Eindruck auf mich. Herr Textor. als vor acht Tagen'!" ... ... ja . . . auf mich auch!" meinte Thea. . . . .damals," fährt er fort . . '. . . . sahen Sie entschuldigen Sie meine Offenheit einem etwas deprimierten Windhund ähnlicher als einem ernsthaften Menschen, freute bemerke ich an Ihnen mit Vergnügen Energie und Arbeitslust! Woher kommt das?" . . na . . . und da" ... der kleine Sports man machte ein tiefsinniges Gesicht . . . da dacht' ich bei mir: Offen muß der Mensch gegen seine Wohlthäter sein!" und sagte: Herr Geheimrath . . das kommt von der Liebe! . . . die hat einen anderen Menschen aus mir gemacht und wird mich hoffentlich in Zutast noch mehr bessern! . . ." . . . und da hast Du ihm alles erzählt . . . das zwischen uns!" fragte Thea entsetzt ....... dann muß ja ganz böse geworden sein!" Nee . . . aar nicht!" Georg lachte vergnügt ....... Eine Weile überlegte er und dann meinte er: An sich ist Ihr Heirathsprojcklt natürlich ein Unsinn, Herr Tertor! Aber ich bilde mir andererseits ein. ein bischen Men schenkenntniß zu besitzen, und die sagt mir in diesem Fall das Gegentheil. Es steckt noch ein tüchtiger Kern in Ihnen, und -duft der sich entwickelt, das mögen gerade Sie am ersten erreichen, wenn Sie ernst und wirtlich lieben. Denn das ist das beste, was einem Mann geschehen kann, und holt das beste aus ihm heraus. Ich hab' es selbst an mir erfahren! . . ." Gottseidank!" flüsterte Thea. Ihr Freund klopfte sich vergnügt aus die Brusttasche. Die Villete krieg' ich erst heute Abend! Aber hier hab' ich Briefe . . . Empfehlungsbriefe an ?)ankees, die im wilden Westen Eisenbahnen bauen und große Territorien besitzen. Ich habe meinen Geschäftsfreunden geschrieben," sagte der komische alte Herr zu mir, daß Sie ein Mensch sind, den man zwischen vier Wänden rein zu gar nickts gebrauchen kann, sondern unter freiem Himmel und zu Pferde. Dort giebt es derlei Beschäftigungen, wo der Kulturmensch mit der Wildniß kämpft und mit Zähigkeit und frischem Muth weiter kommt als mit allem Stubenwissen . .'. und wo ein Mann auch ohne Anfangskapital zu Wohl stand kommen kann ..".. na ich seh' uns schon als Millioncnprotzen aus unsere alten Tage nach Deutschland zurückkehren . . ." schloß Georg hoffnungsvoll ... ... denn das thun wir natürlich und bis dahin werden sie

wohl dem armen, seligen Textor ne Sünden verziehen haben! Aber vorläusig heißt's: "0 on!" In fünf Tagen schiffen wir uns in Hamburg ein!" In fünf Tagen?" Er verstand ihren Blick. Thea!" sprach er ....... ich muß es wiederholen: Du bist heute nicht so klug wie sonst! Sonst wüßtest Du, daß wir beide unsere Legitimationspapiere mit uns führen, und daß. wenn wir damit nach Hamburg kommen, alltäglich um diese schön: Sommerszeit ein komfortabler Dampfer von dort nach Helgoland fährt. Auf diesem Jnselchen aber geht es zwanglos zu. Wer da eintrifft, wird auf Wunsch schon am nächsten Tage getraut und fährt glückselig wieder zurück. Was meinst Du, Thea: werden wir glücklich sein?" Ja." sagte Thea. Das glaub' ich auch!" sprach der kleine Sportsman erfreut ....... und ich 'werd? arbeiten wie ein Neger da drüben für Dich und mich. Ein bißchen wüst wird's ja u Anfang sein in dem wilden Westen. Einerlei. Ich scheue mich jetzt vor nichts!Er war tief ernst geworden. . . . und was etmi auch drüben roh und häßlich sein wird in meinem Beruf und unserem Dasein, das, Thea, muß die Liebe adeln! . . . die Liebe fürs Leben!" Denn ein langes Leben liegt noch ?or uns." . . . Und wenn es köstlich wird, so wird es Müh' und Arbeit sein! . . Neulich Nachts pilgerte eine ungeheure Menschenmenge zum Sonnenaufgang nach Rigi - Kulm, außerdem brachten zahlreiche Ertrazüge noch viele Hunderte Schaulustiger auf die Bergeshöhe; die Zahl der auf dem Kulm versammelten Menschenmenge zählte nach Tausenden. Leider hat sich bei der Bergbesteigung ein Unglück zugetragen. Der Löjährige Joseph Zurmühle von Bitznau ging mit seiner Braut die Bahnlinie entlang nach Kulm. Oberhalb Station Freibergen glitschte Zurmühle aus und stürzte über eine hohe Fluth hinunter, wo er als Leiche aufgehoben wurde. Mit welchen Gefühlen die Braut Morgens 3 Uhr die traurige Kunde nach Bitzau brachte, läßt sich begreifen. In Prades beiPerpignan ist ein schändliches -Attentat derübt worden. Eine Bombe wurde an die Gasanstalt des Ortes gelegt und zerstörte theilweise das um den Gasometer herumgebaute Backsteinbecken. Der Dom des Gasometers wurde auf eine Länge von ca. 7 Fuß stark eingedrückt, widerstand aber dem Drucke, sodaß größeresUnglück verhütet wurde. Andernfalls würden die umliegenden Häuser zertrümmert und zahlreiche Personen getödtet worden sein. Es handelt sich wahrscheinlich um einen Racheakt gegen den Besitzer der Gasfabrik Herrn Rous, dessen Schokoladefabrik erst kürzlich durch einen angelegten Brand zerstört und gegen dessen elektrische Anlage ein gleiches Attentat, wenn auch erfolglos, verübt wurde.

Armlkein von Schlihow. Eine Fahrradgeschichte von Karl Pröll. Allabendlich besucht mich jetzt eine Motte, die mehrmals um die Lampe flattert, meiner Versuche, sie zu haschen, spottet und dann verschwindet. Die sorgfältige Durchsicht der Garderobe und der Stoffmöbel gab keine Anhaltspunkte über ihre Zuständigkeit, und so mußte ich beinahe glauben, di: zierliche Botin wolle mir nur eine Mahnung bringen. An was? VonTodesahnungen fühle ich mich unberührt, weil ich längst den Schlußpunkt des Lebens ins Auge gefaßt habe. Vielleicht soll ich an ein jetzt entferntes Wesen erinnert werden, das mit meinem Dasein in Berührung kam. Ich grüble und grüble und sonderbar, da steht vor mir der Zufallsfreund, mit dem ich einst den FurkaGletscher gemächlich überschritten. Er hielt es für ein Heldenstück, nicht in einen Schneespalt hineingerutscht zu sein. Ich lachte über den verwegenen Sandstumpfer, der aus heimischen Kiefernhaidcn sich zum europäischen Hcerweg der Dutzend - Touristen verstiegen und mich durch seine ebenso naive als lärmende Bewunderung bald ergötzte, bald ärgerte. Er wackelte förmlich von Enthusiasmus zu Enthusiasmus. Kann der Kerl keinen Berg vertragen, dachte ich, der ihm über die Nase hinausreicht! Gleich hat er sein Naturräuschlein. Doch der Kerl war so gutartig, wie man es einem Menschen, der zwischen Gistflaschen aufgewachsen, kaum zutrauen sollte. Mein Anhängsel Kurt Nittler war nämlich Apotheker in irgend einem verlorenen Neste HinterPommerns. Auch ihn hatte schließlich der Maqnet des Cchweizerlandes angezogen. In Andermatt heftete er sich an meine Fersen, um diese erst in Basel wieder freizugeben. Hätte ich im Gedächtniß bebalten. was diese kindliche Seele an artikulirtem Applaus verbrochen. so wäre Rittler in den Alpen" vielleicht ein begehrter Verlagsartikel geworden. Ich bin leider zu unaufmerksam, zu wenig auf das Geschäft gedrillt und muß zurStrafe das unsterbliche Werk einem Andern überlassen. Mein Gletscherflob", roi: ich Ritter benamste, hatte die rühmenswerthe Eiaenschaft, stets guten Cognac oder ein Lbnlickes beilsames Getränk in ausreichender Qualität bei sich zu führen. Die geistige Schwungkraft bewies er jedoch, da er mir seine Jugend - Jllussonen rückhaltslos offenbarte. Als inLuzern ein Trupp Sportmenschen Velocipede in den Gepäckwagen einstellten, sackte er, auf diese deutend: Die Un glücksräder!" Erstaunt sah ich ihn an. Da öffnete er mir gleich ein Guckloch, durft) das ich seine pommersche Heimath, sein Kleinleben in der Apotbke und im WirthsHaus erschauen konnte. Mit greifender Komik wirkte auf mich die Geschichte feiner ersten Herzenstäuschung. Jcti konnte ein leichtes spöttisches Lächeln nicht von den Lippen bannen. Aber der brave Mann merkte Nichts, ich war für ihn nur der Ablagerungsplatz nicht völlig verwitterter Kümmer nisse. Rittler erzählte, von den drei Rittergütern in der Näh des Landstädtchens und beschrieb ausführlich die dort hausenden Bewohner verschiedenen Alters und Geschlechts, deren hochmüthige Denkart und derb patriarchalische Lebensweise. Ein recht sonderbarer Herr muß der verabschiedete Rittmeister von Schlihow gewesen sein, der zum Unterschied von den anderen Feudalmenschn Zechereien und Apotheke verschmähte, nur dem Waidwerk nachging und als vereinsamter Wittwer jeden Umgang mied, außer mit seinem Hausgesinde. Dieses hatte er ganz militärisch dressirt und regalirte es mit den kernigsten Kasernensprüchen. Doch war er beliebt, weil er für seine Leute gut sorgte, das Mittagbrod mit ihnen gemeinsam einnahm und ehrbare Zucht einbläute Die Schlihow'schen Iagdgehilfen, Knechte und Mägde hielten sich für weitaus besser als die sonstigen Kirchengänger und nahmen stets einen aparten Platz links von der Kanzel ein, während ihr Herr in strammer Haltung im Chorstuhl stand. Nach Ende deZ Gottesdienstes hielt er über sie Besichtigung in der benachbarten Schänke, zahlte jcbcr Mannsperson zwei Gläschen Schnaps, jeder Weibsperson eins und ließ sie dann in geordneter Reihe wieder zum Gutshofe abmarschiren. Das andere junge Volk erlustigte sich darüber, allein in respectabler Entfernung, um nicht tüchtig verhauen zu werden. Eines Tages wird das stille Städtchen durch eine wun'rerbareErscheinung in förmliche Aufregung versetzt. Ueber die lange, schlecht gepflasterte Hauptstraße fliegt in schwebenderHaltung ein junges, schmuck gekleidetes Mädchen hin, dessen Wangen glühen. AlleS staunt sie offenen Mundes an und entdeckt, das sich das Wunder auf zwei verkoppelten Rädern vollzieht. Es war das erste Velociped, das in diese kulturspr'öde Gegend hineingerieth. Am folqenden Tage erst wußte man. daß die' kühne Radlerin die einzige Tochter des alten Rittmeisters aewesen. die dieser in einer Berliner Pension erziehen ließ. Vor meiner Avotbeke bremste das blonde Junkerfräulein, sprang geschickt ab und lieh das Fahrrad der ebrfürcktigen Bewunderuna. der barfüßiqen Gassenjugend zur Schau. Keines der Kinder traute sich an den Teufelsspuk beran, nur ein dreikäsehober blonder Junge wagte es schließlich. dieMaschine sackt zu berühren, wie er vielleicht einen bissiaen Kettenhund gestreichelt hätte. Die Dame begebrte von mir HestPflaster, Salichlwatte und ähnliche Gegenstände, wie sie ein Student nach seiner Mensur braucht. Ich beeilte mich, sie zu bedienen, und entwickelte die kleinstädtisch Fragefertigkeit, fand aber kein Entaegenkommen. Sie zahlte. Warf sich auf den schmalen Sattel, und

sprengte im' nächsten Augenblick durch den auseinander stiebenden Kinderknauel. Ich blieb mit meiner ungestillten Neugierde zurück und mußte den ganzen .ag Den ebenso neugierigen lirourgeru mit rertegenemAchjelzuaen auswarren, so daß da ferner nie ms (öielcugewicyl gelangte. Jcy yatte, mir selbu undewujjl, mun ganz ndrnjch in die Städterin oerüevl, deren blitzende blaue Augen sich in meinJnnerstes hinrmgcvou lMllcn. Als iu erfuhr, wer t eigentlich war, wurde ich recyt debrüllt, denn ich erkannte, daß meinem verlangen aucy nicht die leiseste Hoffnung Winkte, ch muß noch yeute der Vorsehung danken, daß ich in dieser Zeit keine Giftmord: durch Verwecheln der Phiolen verübt habe. Fräulein Tilda vonSchlitzow machte urnerdeß alle Landwege in der Umgegend mit ihrem Zweirad unsicher, und lelbst die dümmsten Bauern gewöhnten sich allmälig an diesen Anblia. Die alten und jungen Weiber nahmen weidlich Aergerniß an solcuem Treiden, aber den Kindern und Mannsleuten machte das ttut schiren ohne Pserd viel Spaß. Mich aber faßte der unwidersteyli'-ye Drang die Künste des Fräulein von Schlitzow mir anzueignen. Obwohl meine Apotheke noch reichlich mit Heilstoffen versorgt war, spiegelte ich mir vor, daß ich noch dies und lenes ergänzen müsse. Ich fuhr nach Stettin, kaufte eine Menge unnützes Material ein, daneben auch ein Zweirad und ein Fahrercostüm. Dazu nahm ich noch einige Sitz- und Tritt - Lectionen, sodaß sich mein Aufenthalt über Gebühr verlängerte. Endlich heimgekehrt, zeigte auch ich mich den verblüfften Mitbürgern als Mann des zweirädrigen Fortschrittes. Einige wollten mich direct inö Narrenhaus abführen lassen. Andere meinten, der Hochmuth sei mir in den Kopf gestiegen, weil ich mit dem Junkerfräulein wetteifere. Ehrsame Frauen, die bisher die fromme Absicht hegten, meine Schwiegermutter zu werden, gaben mich verloren. Ich bekümmerte mich jedoch um das Gemurr und Geklatsch nicht im Mindesten, sondern war nur von dem Ehrgeiz beseelt, bald genug Geschicklichkeit zu erlangen, um mich Fräulein Tilda zeigen zu können. Trieb mich einerseits die Sehnsucht in ihre Nähe, hielt mich andererseits die Scheu, ihr lächerlich zu werden, in weiter Entfernung. Niemals wählte ich zu meinen Uebungsstudien die Straße, die der Besitzung der Schlitzows zustrebte,.sondcrn ließ mein wundes Herz immer nur in entgegengesetzt Richtung sich austoben. Die Ernte batte begonnen, und es war mir recht unbequem, daß rechts und links von den sonst einkamen Wegen die Leute das Korn schnitten und mich mit Stichelreden verfolgten. Da hörte ich einmal: Da kommte derPflaster - Ulan." Einer rief mir zu, ich sollte ihm einen Brief an den EngelGabriel mitnehmen. Der Andere fragte mich, um wieviel Uhr ich in Amerika ankomme. Da ich aber vorbeihuschen konnte, schluq ich alle diese Lästerworte in den Wind. Eines schönen Juli - Abends, als die Birkenschatten sich schon weit dehnten und die Landleute ihre Getreideschober aufrichteten, fährt mir aus demGehölz, dem ich zustrebte, das Junkerfräulein entgegen. Die Gnädige scheint nicht gewußt zu haben, daß ich ihrem erHabenen Beispiele gefolgt sei. Sie bremst ihr Fahrrad, prüft mich mit ihren blitzenden Augen und ruft mir zu: Bravo, das lobe ich mir: Endlich ein Sportmensch unler den Philistern und Krämern!" Ich spüre, wie mir in seliger Pein das Blut ins Gesicht steigt, die Hände heben sich unwillkürlich von der Leitstange, und mein tückisches Zwelrad rasselt die kleine Straßenböschung hinab und mitten in einenSchober hinein. Es prallt an die Stange, die sich in dessen mtit befindet. Mein Gesicht wird zerkratzt, der Athem geht mir aus, und ich glaube, in m höllisch heißen Atmosphäre zu ersticken. Nur die Ohren vernehmen noch lustiges Kichern. Vom Felde grölt eine fettige Stimme: Kinder, jetzt müssen wir den Apotheker aus dem Schober ausoraben. Sonst giebt es keine Medicin mehr für uns." Und richtig fahren die Heugabeln in die mich einschließenden Garden und ich erhalte einige recht fühlbare Stöße. Ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt. kann ich noch heute nicht acen. Endlich befinde ich mich herausgeschalt, mit zerrissenen Kleidern und verschiedenen kleinen Wunden. Auch das Ztveirad war nicht unbeschädigt geblieben und die Pneumatik völlig gevlatzt. Fern auf der Strafe bewegte sich ein dunkler Punkt weiter, das Junkerfräulein, dessen Hohnlachen ich mir vergegenwärtigte. . ' Meine Stimmung kann ich , nicht schildern. So muß dem ersten Napoleon am Abend nach der Schlacht von Waterloo, dem Dritten bei der Eapitulation von Sedan zuMuthe gewesen sein. Mich wollten die Bauern auf einenLeiterwagen bringen. Ich lehnte es ab, da die Beine noch ziemlich heil waren und ich dem Städtchen kein unentgeltliches Schauspiel zu bieten gedachte. Gegen ein Trinkgeld versprach ein halbwüchsiger Junge, daß er mein invalidesZw!rad zum Apothekenhaus bringen werde. Es liegt seitdem im Keller neben zerschlagenen Flaschn und anderen: Gerllmpel. Ich selbst wartete das eintretende Dunkel ab und schlich mich auf Umwegen nach Hause.. In der kommenden Woche rückte das Junkerfräulein wieder in Zbr Berliner Pensionat ab, da die Schulferien zu Ende waren. Den einnqenRuhm trug ich aus dem traurigen Abenteuer davon, daß ich in meiner Gegend sprichwörtlich geworden bin. Wird ein Junge bei einem unerlaubten Wagestück ertappt oder steht ein reiferer Trotzkopf vor einer Uebesonnenheit. so spricht man ihm ins Gewiss: Du machst es wohl wie der Lö-

wen . Apotheker mit dem StrampelRad!".... So erzählte mir Herr Rittler auf dem neuen Bahnhofe von Luzern. nachdem der Zug die glücklichen Radfahrer uns bereits entführt hatte. Ich L'östete ihn: Auch Sprüchwörter sterben." Er senkt: sein rothblondes Haupt zur Brust und seufzte! Bei uns hält der Boden Alles zähe fest, und dieMenschen vergessen Nichts." Allein soaleich erhob er es wieder, seine Augen glänzten. und er sagte: Beobachten Sie doch dieses Wunderbare Abendleuchten auf den Firnen. O. dort hinauf dringt kein Zwelrad, dort ist der Mensch noch frei von Qual. Wissen Sie. was ich möchte: den Löwen von Luzern in meine Heimath bringen und vor meiner Apotheke aufstellen. Dann wüßten die Menschen doch, was ick erlitten und wie ich heroisch zu enden bereit bin." Gehen wir nicht lieber zu einigen Fläschchen Veltliner?" fragte ich ihn mit väterlicher Sorge, das spült alles Weh hinweg." Sie haben Recht," erwiderte er. die Welt ist nickt werth, dak man sich über ihre Dummheiten ärgert. Ob man zu Fuß sie durchwandert od:r mit dem schnöden Zweirad durchstreift, das einzige richtige Ziel bleibt ein aemüthlichcs Wirthshaus und ein guter Trunk. Nun, dann kredenzen wir uns wechselseitig die flüssige Weisheit dieser Welt," sprach ich mit dem mir sonst fernliegenden segnenden Tone. Allein Rittler hatte mich wirkli fast ebenso gerührt, wie die stillende Mutter. Sein Berg - Entbusiasmus hatte aus dem Quell der Velociped - Verachtung geschöpft und jener war mir jetzt ganz verständlich geworden. Der Edle, der mich in Basel bangen Herzens verließ, blickt jetzt vielleicht in die hintervoinmerschen Dunstnebel hinaus. Vor ibm schwebt als unerreichbare Fatamorgana das Rundbild der Alpen oder das Nadbild des Fräulein von Schlitzow. AieWnttcr. Bon M. Hirschfeld. Ich habe Ada Willens nun auf den verschiedensten Bällen und Soireen kennen gelernt, und wenn ich meine Gefühle in Bezug auf ihre hübsche Person zusammenfasse, so darf ich wohl sagen: ich liebe sie. Ich liebe sie, nicht mit jenem himmelstürmendenPathos. welches unsere lyrischen Dichter so sehr in Mißkredit gebracht haben, sondern 'mit jener reinen, vernunftgemäßen Liebe, die in dem verehrten Gegenstande die zukünftige Gattin und Mutter achtet und schätzt. Obwohl nun meinUrtheil schon jetzt dahin geht, sie sei die Wahre und Rechte, will ich doch die Vorsicht nicht außer Acht lassen. Ich will sie in ihrem Heim überraschen. Die freundliche Einladung der Mutter, sie einmal zu besuchen,war ja nur so obenhin gesprochen, sie wer den mich also kaum erwarten. Und dann habe ich drei Tage seit jener Einladung hingehen lassen, sie werden kaum an mich denken. Wenigstens die Mutter nicht. Denn auf Ada schmeichle ich mir doch, einen guten Eindruck gemacht zu haben." Dieses Selbstgespräch hielt der Dr. chem. Willy Burke, Leiter einer chemischen Fabrik, stattliche Erscheinung in den Dreißigern. Er warf sich zuerst in einen Gesellschaftsanzug, dann in eine Droschke und fuhr bei der verwittweten Gerichtsräthin Willens vor. Während das saubere Dienstmädchen ihm den Ueberrock abnahm, hörte er aus dem Salon die Töne des Er, der Herrlichste von allen" erklingen, von einer bescheidenen Stimme vorgetragen, welche vor den wenigsten Kritikern bestanden hätte. Aber ihm gesiel diese Stimme, denn sie gehörte der geliebten Ada an, und er zweifelte nicht im Geringsten, daß unter dem Herrlichsten von allen" er selbst verstanden sei. Diese Schmeichelei verletzte ihn durchauö nicht, zumal sie doch eigentlich von dem Dichter Ehamisso ausging und von Ada als beredter Ausdruck ihrer Gefühle nur acceptirt wurde. Er trat in daö Empfangszimmer und dasDienstmädchen nahm seine Visitenkarte entgegen und sagte mit eincm für einDienstmädchen überaus gebildeten Lächeln: Bitte, einen Augenblick!" Aus dem einen Augenblick wurden mehrere, und nachdem er das einfache, aber gediegene Mobiliar gemustert hatte, fiel fein Blick auf einen dickleibigen, aufgeschlagenen Band, der auf dem Fensterbrett lag. Er überzeugte sich schnell, er war Einleitung in die Chemie" betitelt. Auf der inneren Seite des Deckels stand der Name: Ada Willens", darunter ein aroßes W, das ebenso gut wieder Willensals Willy" bedeuten konnte. Wir aber wollen es verrathen, daß dieses W nichts Anderes bedeutete, cB das Weh, welches Ada darüber cmPfand, daß sie auf Befehl der Mutter sich mit Chemie beschäftigen mußte Ueberhaupt die Mutter! Gehen wir um zwei Stunden in unserer Eezäh lung zurück! Die Räthin saß am Kaffeetisch, las die Zeitung und erwartete ihre Tochter, welche endlich schien, und zwar in einer hochfeinen modernen Toilette. Was fällt Dir ein? Weshalb hast Du Dich so herausgeputzt?Marie Hertel wollte mich zum Spazierengehen abholen " Du bist nicht recht gescheit. Heute kommt e r ja " Wer? Der Vauinspektor oder der Assessor?Dummchen! Ich meine den Doctor Burke." Ach, den hatte ich schon ganz dergessen. Äder meinst Du nicht, daß der Assessor " Wenn er nicht schon so gut wie ver-

lobt wäre! Und außerdem ist der Ehe-' mlker elnMann rn gesicherter, mehr alH auskömmlicher Stellung.

Aber woher weißt Du, daß er heule kommt?" Ich habe ihn ja eingeladen." Aber nur sehr flüchtig und zu sei nem bestimmten Termin." Als er beim Souper sich das dritte Glas Wein eingoß, sagte er: aller guten Dinge sind drei." Ja, dieselbe Weisheit brachte er vor, als er mich um den dritten Walzer bat." Er ist also eine Art Pedant, und heute am dritten Tage nach der Einladung wird er sicher kommen. Du ziehst also das Kleid aus und jenes, das über dem Stuhl liegt, an " Aber, Mama, das kann DeinErnst nicht sein. Die alten Lumpen, die ich vor einem Jahre abgelegt habe und die Du doch damals der Jette geben wolltest " Ein freundlicher Zufall ließ, mich das einfache Kleid finden. Ich habe es ausbessern und chemisch reinigen lassen. Du wirst einfach und fauber aussehen. Der Zahlenmcnsch wird sich sofort berechnen, was er bei Dir an Toilette - Ausgaben fpart." Run, meinetwegen " Aber erst Kaffee trinken! Besser, das neue Kleid bekommt einen Fleck, als das alte. Das muß durchaus sauder bleiben." Nach demKaffee präsentirte sich Ada in dem alten, verwaschenen Kleidchen. Reizend!" urtheilte die Räthin. Jetzt gehe in die Küche hinaus zur Jette und leihe von ihr die weiße Schürze. Halt! Sage ihr. sie möchte sofort zum Koch gehen und ein einfaches Frühstück in drei Gängen bestellen. als mittelsten Gang: Hecht in Sahne saure, das ist sein Leibgericht." Aber, Mama, wenn er nun dach nicht kommt?" Dann betrachten wir das Ganze als Generalprobe. Uebrigens bereitest Du das Frühstück m eigener Person zu, besonders das Hechtgericht." Du meinst, wenn er konuut, soll man ihm weismachen " Ganz recht. Dann nimm das ChemiebuH " O weh! Damit quälte ich mich schon, als wir ihn kennen lernten." Du hast das irr unverzeihlicher Weise vernachlässigt. Der Mann hat das Recht zu verlangen, daß die Frau sich um seinen Beruf kümmert. Auch ich studirte das Landrecht, als Dein Vater " Aber als Du verheiratest warst, hattest Du einen Abscheu vor furistischen Büchern." Ja, wenn man erst verheirathet ist! Ich werde mich ans Fenster setzen, und sobald er kommt, rufe ich Dir zu. Dann gehst Du ans Klavier und singst das schöne Lied: Er, der Herrlichste von allen." Das langweilige Zeug muH ich jetzt jedesmal singen, wenn einer kommt. Kann ich nicht 'mal. was anders " Nein, bei den anderen Liedern siotterst Du zu sehr, die hast Du nicht genung eingeübt. Und er. der Herrlichste" ist schon bekannt. Da wissen sie sofort, wer gemeint ist." Die Ehe des Dr. Willy Burke mit Frau Ada geb. Willens ist heute der Stadtchronik als eine der weniger glücklichen bekannt. Sie ist zu putzsüchtig und kümmert sich zu wenig um die Wirthschaft und das Geschäft des Mannes. Die jungen und alten Junggesellen aber meinen: Er war zu rasch. Er hätte gründlich prüfen sollend Zum groben Esel.. Es war im Jahre 1854. oder 1853, als Bismarck Gesandter oder. Botschafter oder Botschaftsrath ohtz Sekretär oder Attache in Vetersbura, war. In

Petersburg, beginnt bekanntlich das gesellschastUche Leben erst, des tachts und ist bis zum hellen Morgen in vollem Flor. Damals gab eä in Petersburg eine einzige Restauration, wo deutsches,, nämlich bayerisches, Bur verzapft, wurde. Sie war höchst primitiv eingerichtet, hatte, nur hölzerne Stühle und keine Sessel und wenn, es recht voll, war, setzten sich nicht selten die. welche keinen Stuhl mehr fanden, auf ein Faß. Dse Restauration führte die Bezeichnung Zum blauen Esel". Von den Deutschen Patersburgs. welche in diesem Restaurant daä heimische Vier, vorfanden, wurde das Lokal stark fzieguentirt. nmnentlich, kehrten auch häusig die Mjtglieder und Beamten der deutschen Botschaft dort ein, insbesJN.dere wenn, sie nach Beendigung de& Theaters oder der Oper noch ein vernünftigen Trunk zu sich nehmen wollten. An einem solchen Abende Mischen 11 und 12 Uhr, als eben die Qper geschloffen,, aber die Restauration, schon recht mit Gästen aelüllt war so daß laim noch ein Sitzplatz zu: finden so erzählt au?, damaliger Zelt ein Auzenzeuge trat. eme Gruppe Herren ein, weiche oe deutschen. Botschaft angehörten, da?, unter fiel einer ttxgen seiner Grötze auf, den man damals noch wenig kannte und wenig nannte, es war WZmarck. Die Herren sahen sich nach Sitzplatzen um, wobei der große Herr, zu dem wegen seiner Derbheit bekannten Wirth gewandt, die Frage äußerte: Ra! wo setzt man sich denn?" Auf 'n H . . . war die lakonische Antwort des Wirthes, der sog. noch einen drastischeren Ausdruck gewählt batte. als bier anaedeutet-ist.' In sehr gelassenem Tone antwortete. Bismarck: Wir glaubten hier im Restaurant zum blauen Esel" zu sein, nun scheint es aber fast, daß wir beim groben Esel eingekehrt sind.- Die Herren tranken ihr Glas Bier stehend aus und verschwanden. Moos. Karls Braut ist alt?Ja aber sie hat viel Moos ne setzt." .Der GlüS!-K'

" Für die Küche. Feine Milchsuppe mit S ch n e e k l ö ß e n. Drei Quart frische Milch, d-er man nach Belieben einen Theil Wasser zusetzen kann, werden mit einigen Stückchen Zimmet oder zehn bis zwölf Stück fein gestoßenen bittern Mandeln und etwas Zucker zum Kochen gebracht, dann zwei gehäufte Eßlöffel voll gute Stärke oder reichlich ein Viertel Pint feinstes Mehl welches mit etwas zurückbehaltener Milch angerichtet worden, hineingegeben und unter fortwährendem Rühren etwa zehn Minuten gekocht; bei AnWendung von Stärke braucht die Suppe nur einigemale auszuwallen. Dann wird das nöthige Salz und ein bis zwei Eidotter gut durchgerührt und von dem inzwischen mit etwa Zucker zu recht festem Schnee geschlagenen Eiweiß von vier Eiern Klößchen: auf die Suppe gelegt, welche man mit Zimmet und Zucker bestreut, worauf die Terrine rasch zugedeckt werden soll. Bei sparsamer Einrichtung kann man. die Eidotter zurücklegen und die Klößchen von übrig gebliebenem Eiweiß machen. Diese Suppe ist kalt ebenso angenehm als warm. H a m m e l b rat e n m i t R a h m. Eine Keule oder der Rücken wird g klopst, abgehäutet, gesalzen und in eine Pfanne mit kochender Butter gelegt; man giebt vier bis fünf Schaletten, einige Nelken und Pfefferkörner hinzu, gießt nach und nach ein Pint siedendes Wasser an, beträufelt das Fleisch häufig mit der Brühe und läßt es so eine Stunde braten. Ist Sauce und Fleisch gelblich geworden,, so begießt man den Braten langsam . mit einer Tasse gutem, süßem Rahm. Nach Verlauf von zwei Stunden, ist das Fleisch gar und braun geworden, so dann schöpft man das Fett von der Sauce, seiht dieselbe durch und servirt sie extra. Jedes Gemüse, sowieKartoffeln der Griesllöße passen vortrefflich dazu. Gebackener Blumenkohle In Salzwasser weichgekochter und abgetropfter Blumenkohl wird mit nach unten gerichteten Stielen auf eine. Schüssel, welche die Hitze verträgt, geschichtet und mit einer dicken Sauce, überzogen. Zu dieser nimmt man ein. halbes Pint Rahm, 300 Gran Butter, und zwei Löfsel Mehl; nachdem dies., gut über dem Feuer abgerührt ist,, würzt man mit Salz und Muskatnuß und zitht mit zwei Eidotter ab. Mit. dieser Sauce bestreicht man den Blumenkohl, streut noch geriebene .Semmel, und so man hat auch Parmesankäse darauf, gießt Butter darüber und. stellt die Schüssel auf einem. Dreifuß in den Ofen. . Dort läßt man bis zur. Kruste backen, und servirt die Speise, mit dem Braten. Mehlklöße zu Obst.. (Krankenkost. Zuthaten für eine Person.), iz Unze frische Butter, L.Eßlöffel. Milch und eine kleine Prise Salz werden zusammen aufgekocht in einem ir? denen Töpfchen und fodann langsam. 2 Unzen Mehl hinzugerührt, bis sich: die Masse schön ablöst. Nachdem dieselbe erkaltet ist, rührt man ein Ei,. 125 Gran feinen Zucker und einen hatben Theelöffel Citronenzucker, darun-. ter. Nun sticht man mit einem in kochendcs Salzwasser getauchten Eßlösfel Klöße ab, kocht diese. in demselben 8 bis 10 Minuten und nimmt. sie. vorsichtig mit dem Schaumlöffel heraus. Mit gekochtem Obst servirt, munden sie fast, jedem Kranken, da sie sehr, leicht und qut verdaulich sind. ApfeNAchlein., Man nimmt, drei Eßlöffel, voll Mehl in eine Schüssel, fügt einm Eßlöffel voll Zucker.bei. macht einen nicht zu dünnen Teig, giebt, zwei zu Schnee geschlagene Eiweiß undeinen Eßlöi'sel voll Olivenöl dazu, schneidet, gute Backäpfel in dünne Scheiben,, giebt etwas Zucker, einen. Löffel voll Kirschwasser oder Num. dazu, taucht die Aepfel in den Teig, und backt: sie in heißem Schmalz recht langsame schön gelb; dann werden sie: auf eine-Platte mit einer Unterlage : von P5pr gelegt, . mit Zucker und' Zimmet bestreut und warm, zu Tisch, gegeben.. T he eb r 0 t. Man rührt ein Vier-: tel V.fund frische Butter schaumig und. giebt.lpdann drei Viertel Pfund feinen. Zuck, dazu. Nach und nach mengt, man vier ganze id zwei Eigelb in bier Masse. nebst 150. Gran feinern Zimmet. und 150 Gran Hirschhonxsalz. Nach dem noch iz Pfund Mehl hinemge-. toirlt sind, wellt man w Portionen nicht, zu dürni hübsche. Formen aus. bestreicht diese, auf dem Backblech, mid Eigelb und blickt das Theebrot ga tem Ofen. Man erM 70 bis. 80 Stück eines citen, auiebigcn Nachti .hches. ! Käsekvilche n.smd ein m.Sachsen beliebtes, delikat schmeckendes, ge bäckartiges, Gericht,, ähnlich den Plw. sen und Jartosselzusfern, ws man sowohl warm wie kalt genießt. Dit Masse besteht zu. drei Vizrteln aus Milchkä oder sogenanntem Quark und zu. einem Wrtel auZ geriebenen, gekocht Kartoffeln. Manche nehmen von beiden gleichviel u?d thun noch etwaZ Hefe dazu. Bdes wird mit etwZ Salz ud je nach Geschmack auch Zucker, Ziinmet und kleinen Rosinen gut durcheinander gerührt, sodann ähnlich den Fleischbrvten zu kleinen platten Kuchen gesonnt und genau so 5 . r... 7L ' V :

rote erllere vozn nv mnui m uw braun gebraten. Oft bestreut man die nun fertigen Kasekeilchen noch ml Zucker und etwas Zimmet. Bedenklich. Entlassener Sträfling: Herr Verwalter, ich kann nicht umhin, Ihnen für die liebevoll Behandlung aus ganzem Herzen zu danken es ist doch wahr, der Herr Verwalter sind der Vater all Gvitz bubent-..

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