Indiana Tribüne, Volume 20, Number 335, Indianapolis, Marion County, 22 August 1897 — Page 7
gefiederte Voten. 1 Mischen der Stadt Los Angeles m CalifornZen und der etwa 50 Meilen entfernten Insel Santa Catalina im Stillen Ocean Deficit eine Verbindting, Kelche in unserem Lande nirgendwo ihres Gleichen hat. Ein Kabel ist zwischen den beiden Ufern nicht gespannt und doch ist es möglich, von Santa Catalina in einer gutenStunde nach Los Angeles eine Botschaft zu senden und innerhalb einer weiteren Stunde von dort eineAntwort zu überMitteln. Brieftauben vermitteln den Botendienst und zwar mit solcher Geschwindigkeit, daß falls nicht Stihme den Flug der gefiederten Boten verhindern, ihr Eintreffen selten nur um mehr als Minuten differirt. Nicht blos den vielen Touristen, toeHje Santa Catalina besuchen, bietet Diese Taubenpost die einzige Möglichkeit, nach Abgang des einmal täglich f.il) renden Dampfbootes eine Nachricht nach dem Festlande gelangen zu lassen, dieselbe dient auch zur regelmäßigen Uebermittelung von Berichten an eine. Zeitung in Los Angeles. Zu den verläßlichsten Boten der Taubenpost gehören Orlando Slip Jack" und Flying Jib," welche den Flug von der Insel nach dem Festlande bereits ungezählte Male gemacht haben. Beobzchten wir die Absenkung von Depeschen, zu deren Träger Orlando" bestimmt ist, der die 50 Meilen betragende Cntfernung wiederholt in 54 Minuten zurückgelegt hat. Die Nachricht wird auf Seidenpapier geschrieben, das Blatt eng aufgerollt und mittels eines Aluminiumringes an ein Bein des Vogels befestigt; ein zweites Telegramm erhält in ähnlicher Weise seiuen Platz an dem anderen Bein urd
Absenkung von Depeschen. nachdem der Vogel durch ein Bläitchen Seidenpapier in den Schwanzfedern etwaigen Jägern als Bote kenntlich gemacht ist. wird er mit zwei anderen Tauben in die Luft geworfen; letUere dienen dem Boten als Geleit, um ihn bei dem eventuellen Angriff seitens eines Habichts Schutz zu gewähren. In einem Winkel von 45 Grad steigen die Vögel in die Höhe, um dann ihren Flug gen Los Angeles zu nehrnen. Nachdem sie dort ihren heimischen Schlag erreicht haben, gebn sie sofort an die kleinen, für sie bereit stehenden Tröge, um ihren Durst zu löschen Dadurch schließen sie nicht nur den Schlag selbst, sondern setzen Quch einen elektrischen Signalapparat in Bewegung, dessen Läuten ihre AnZunft verkündet. Sofort werden nun dem Boten die Papierröllchen abgenommen und die Nachrichten weiterbefördert . Wird eine Antwort verlangt, so wird dieselbe durch eine andere Taube, deren heimischer Schlag iuf Santa Catalina ist, zurückgesandt. Nachdem Orlando" bis zum nächsten Tage geruht hat, wird er auf dem regelmaßigen Dampfer nach der Insel epedirt und ist für einen neuen F.ug bereit. Die Gebühren für UebermitBrieftaube von einem Habicht angegriffen. ielung einer Nachricht durch die Taubenpost beträgt $1.50 und $3 falls eine Antwort verlangt wird. Das ist freilich ein theures Vergnügen, allein die Touristen bezahlen diese Summe gern, um daheim sagen zu können, daß sie eine Botschaft mit einem Vogel über den Ocean geschickt haben. Als die zuverlässiasten Boten haben sich Tauben belgischer Rasse bewährt, deren Dressur nur kurze Zeit beansprucht. Mütterlicher Scharfblick. Herr Revisor, ich kann es unter sei nen Umständen mehr dulden, daß Sie mit meiner Tochter so oft allein spazieren gehen!" Gnädige Frau trauen mir also nicht?' O . .. Ihnen trau' ich schon!" Nun, dann trauen Sie also Fräulein Tochter nicht?" O. 'der auch aber Euch Beiden iivd' ich nicht!" sM in Schwerenöther. Junge ov.t (im Seebad): Heute habe ich z-m erstenmale in der See gebadet lutit mir das Wasser eigentlich VäUd. cttzi" Cavalier : .Aber wenn riiciasH tWasser, mutz ja Ocean auch wj'iroVxiden!"
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cr Tlieatcr.Aibcilcr. Humoreske ron Henry Meilhac. Allerdings so erzählt er uns hätte ich diesenRath etwas mißtrauisch aufnehmen sollen, denn er wurde mir bei meiner Tante ertheilt: aber nicht 'diese gab ihn mir, sondern mein Onkel Robert; und wie hätte ich vermuthen können, daß Onkel Robert mich verrieth und daß er Mitwisser einer Verschwörung geworden, die kein anderes Ziel hatte, als mich zu verheirathen als mich meuchlings, es koste, was es wolle, zu verheirathen. Mein Großvater hatte drei Kinder: Papa, der der Aelteste war,' meine Tante Gabriele und mein Onkel Robert. Papa war gestorben und hatte mir ein großes Vermögen hinterlassen; meine Tante Gabriele war noch reicher als ich; was dagegen Onkel Robert anbetraf, so war er nichts weniger als reich, denn er hatte Alles, was er. besessen. durchabracht. Trotzdem führte er ein recht lustiges Leben. Allabendlich spielte er in seinem Club Whist, und da er ein ausgezeichneter Spieler war. so gewann er gewohnlich. Wenn er nicht gewann, so borgte er sich das nöthige Geld, und zwar meistens kleinere Summen; nur meine Tante zeichnet? er von Zeit zu Zeit dadurch aus. daß er sie um größere Beträge anging. Sie schlug ihm seine Bitte niemals ab, aber sie benützte die Gelegenheit, ihm eine Strafpredigt zu halten und ihn zu irgend einem guten Werke zu veranlassen. Zu den besagten guten Werken gehörte auch wie ich später erfuhr der Rath, den mir Onkel Robert gab, und dieses gute Werk hatte ihm baare 10.000 Francs eingebracht. Doch es ist Zeit, diesen berühmten Rath" eines Näheren zu erläutern. Es sind jetzt fünf bis sechs Jahre her; das Eden-Theater gab damals ein großes Ballet, das den Titel Sicba- führte. In diesem Ballet tanzte ein junges Mädchen, Namens Vittoria Cascarina. Ich war in dieses junge Mädchen wie toll wie toll verliebt und gerade als diese Leidenschaft denHöhepunkt erreicht hatte, kam meine gute Tante auf die Idee, mich verheirathen zu wollen. Man gab mir zu Ehren eine große Abendgesellschaft, der ich mit größtem Unbehagen beiwohnte. Als das Souper beendet und der letzte Gast verschwunden war, fragte mich meine Tante, was ich überFräulein Henriette Lobligeois dächte. Ich erwiderte, ich dächte gar nichts über sie; und in der That hätte ich nicht zu sagen vermocht, ob sie blond oder braun, groß oder klein war. Ich hatte während des ganzen endlosen Soupers nur bemerkt, daß ich mich nicht im Eden-Theater befand; unter all' den anwesenden Damen hatte ich nur eine gesehen die nicht da war und deren große, träumerische Augen, deren entzückendes Lächeln mich nach der Rue Boudreau zu rufen schienen. Ach. ich war verliebt, ich muß es wohl sagen, verliebt wie ein Schüler, aber dabei noch so weit vom Ziele, denn bis dato hatte ich mit der, die ich liebte, kein Wort gewechselt! Ich hatte ihr Briefe und Bouquets geschickt; die Bouquets hatte sie behalten, aber auf meine Briefe war keine Antwort erfolgt. Nichts ist heute leichter, als die Coulissen des Eden-Theaters betreten zu dürfen, man braucht sich nur zu abonniren; zur Zeit aber, als man Sieba" aufführte, waren die Abonnements noch nicht erfunden. So stand ich Unglücklicher nun fassungslos dem Verhängniß gegenüber und wußte nicht, wie ich es anfangen sollte, mich dem Stern meines Lebens" zu nähern, als ich mich zum Glück erinnerte, daß ich ja in allernächster Nähe, in meiner Familie ein Wesen besaß, dem es eine Kleinigkeit war, dergleichen Hindernisse zu besiegen, nämlich den Onkel Robert, dem auf dem Felde Amors nichts fremd war und der mir auf jeden Fall helfen konnte. Daher zog ich ihn eines Tages, als wir Beide bei meiner Tante Gabriele dinirt hatten, im Rauchzimmer bei Seite, erzählte ihm meine Leiden und bat ihn, mir zu helfen. Er war sogleich bereit und meinte : Vor zehn Jahren ist mir etwas Aehnliches mit der kleinen Clara . vom Varit6-Theater passirt. Man wollte mir durchaus den Zutritt zu den Coulissen versagen; ich wettete, ich würde diese trotzdem betreten, und gewann auch meine Wette; ich ging nämlich als Maschinist!" Ja. Neffe, allabendlich vor der Vorstellung bieten arbeitslose Maschinisten ihre Dienste an; ich zog eine alte Blouse an. setzte eine Mütze auf und gesellte mich diesen braven Leuten bei. Sachte und diöcret steckte ich dem Oberaufseher einen Louis in 'die Hand; er gab mir ein Zeichen, ich sollte eintreten; und zwei Stunden später sah sich die kleine Clara einem Maschinisten gegenüber, der ihr galant die Hand küßte und sich nach ihrem Befinden erkundigte . . Ich hätte den Onkel Robert umarmen mögen .... Ja rief ich, auch ich werde als Maschinist gehen, morgen, morgen schon, lasse ich mich im Eden-Theater anwerben." Morgen, Neffe?" Ja, Onkel, morgen." Wir suchten die Tante auf, und Onkel Robert begann mit mir zu plaudern. Sie sahen mich beide von der Seite an. Jcb weiß nicht, weßhalb mir der Gedanke kam, er erzählte ihr von ver Unterhaltung, die wir beide mit einander geführt; aber dieser Gedanke schwand ebenso schnell, wie er gekommen, und doch hatte er ihr wirklich davon erzählt; bei meiner Hochzeit habe ich es erfahren. Am nächsten Tage ging ich wirklich.
wie Onkel Robert es mir gerathen hatte, als Maschinist verkleidet, nach dem Eden-Theater. Ich hatte eine Blouse angezogen und eine alte Mütze aufgesetzt; aber ich muß es gestehen, ich sah in dem Cöstüm durchaus nicht vortheilhaft aus und in meiner neuen Rolle war mir gar nicht behaglich zü Muthe. Einer der Kameraden rief mir zu: Komm' mal her. Fouinard", so hieß ich plötzlich; woher wußte ich nicht wie gcht's denn, alter Junge?" Ich erwiderte mit einem höflichen : Ich danke, gut, mein Herr!" doch schien ihn diese Anrede sehr zu verbluffen. Das war der erste Fehler. Hilf mir mal," rief er mir zu, und deutete auf eine Decoration. Ich packte zu, so gut ich konnte, hätte man mir aber nicht geholfen, ich hätte wahrhaftig ein halbes Dutzend Men schen mit der Decoration, die ich fallen ließ, todtgeschlagen. Man erklärte einstimmig, ich sei zum Theaterarbeiter nicht kräftig ge nug, könnte aber mit der Zeit ein ausgezeichneter Nequisitenbewahrer wer. den. Darauf wurden mir etwa hun dert Schärpen anvertraut. Die Tänzerinnen werden an Jhnen vorbeidefiliren," sagte man mir, jeder Tänzerin geben Sie eine Schärpe." Man denke sich mein Glück! Sie sollte an mir vorbeiziehen.'.. Allerdings würde ich kaum Zeit haben, ihr viel zu sagen; aber immerhin konnte ich ihr einen kurzen Satz zuflüstern, einen Blick zuschleudern, das war für den Anfang genug. Die Vertheilung begann; jede Tänzerin, die vorüberzog, bekam eine Schärpe. Plötzlich begann mein Herz in der Brust Generalmarsch zu schlagen, ich hatte Vittoria bemerkt. Nur noch zehn Tänzerinnen trennten mich von ihr . . . Bald waren nur noch fünf zwischen ihr und mir, jetzt nur noch vier, nur noch drei, nur noch zwei, nur noch eine... Plötzlich bekam ich einen fürchterlichen Schlag auf den Kopf, daß ich entsetzt zurücktaumelte. Es war mein Kamerad, der Theaterarbeiter, der mir ein Versatzstück hatte auf den Kopf fallen lassen. Er kam mir gleich zur Hilfe und half mk auf. Sofort eilte, ich wieder zu meinen Schärpen, aber es war zu spät. Vittoria hatte sich selbst eine genommen und stand schon auf der Scene. Das Ballet mußte gleich beginnen, ich war genöthigt, den nächsten Zwischcnact abzuwarten. Die Musik intonirte, man rief uns zu. wir sollten uns ruhig verhalten. Da ich nicht wußte, was ich ansangen sollte, so stellte ich mich in eine Ecke. Mein Kamerad hatte Mitleid mit mir und bat mich nochmals um Entschuldigung, daß er mich vorhin so heftig gestoßen habe. Dann fragte er kurz und bündig : Wie beißt Du denn?" Franois" . . . Franois... und weiter?" Franois Gorju." Was machen denn Deine Eltern?" Sie sind todt . . ." Was waren sie denn?" Ich begann eine Geschichte, bemerkte aber bald, daß ich mich inWidersprüche verwickelte, schwieg und fing ohne jeden Uebergang vom Eden-Theater zu sprechen an; dabei erklärte ich. für einen Theaterarbeiter sei es das größte Glück, im Eden-Theater angestellt zu sein. Was... warum?" Na, natürlich wegen der Tänzerinnen." Das ist auch was Rechtes!" Wie meinen 'Sie?" , Ich sage, das ist was Rechtes . . ." Und nun. begann er von allen Tänzerinnen, ob groß, ob klein, von allen den hübschen Mädchen, deren Namen auf o und a und i endigten, Geschichten, Geschichten ... Ich habe nachher erfahren, daß an Allem was er mir erzählte, auch nicht ein wahres Wort war, aber damals nahm ich alles für baare Münze, was er mir sagte. Er berichtete Anekdote auf Anekdote, citirte Namen; jeden Augenblick zitterte ich, er könne den meiner Angebeteten nennen, aber Gott sei Dank, er that es nicht. Und die da", sagte ich, auf Vittoria zeigend, wissen Sie von der nichts?" Welche?" Die links mit dem holden Lächeln und den großen träumerischen Augen . . ." Die Cascarini?" .Ja!" Sie ezistirt nicht für mich!" antwortete er. Wie. die ezistirt nicht?" Nein, die ezistirt nicht für mich!" Ich wollte eben wüthend werden, als der Director an uns vorüberging und mich anblickend .bemerkte: Was ist denn das für ein Mensch? Setzen Sie ihn 'mal vor die Thüre und zwar schleunigst..." Ich wollte wieder wuthend werden, aber man ließ mir dazu keine Zeit. Ich wurde gepackt und auf den nach der Rue Caumartin hinausführenden Hof geworfen. ?lm nächsten Taqe ging ich wieder nach dem Eden-Theater; ich trug schwarzen Frack und hatte ein Vlümchen im Knopfloch. Als ä) eintreten wollte bemerkt tf meinen Freund vom gestrigen Abend; er erkannte mich und' meinte: Na. Du hast. Dich ja fein herausstaffirt!" Damit ging er lachend von dannen. Ich setzte mich in meinen Fauteuil, der Vorhang erhob sich und die Cascarini erschien. Ich betrachtete sie zuerst mit meinem Lorgnon, dann mit meinem Opernglase und fand, daß ich sie gar nicht mehr liebte, daß ich sie absolut nicht mehr liebte. Das Wort des Arbeiters hatte sie getödtet. Ich hätte ihr alle Streiche verziehen, die man ihren Colleginuen so gern zuschreibt, aber daß sie so unbedeutend war und für den Tbeaterarbeiter aar nicht ui-
stirte, das konnte ich ihr nicht verzeihen . . . Meine Tante Gabriele gab mir zu Ehren ein zweites Souper. Als sie mich nach dem Fortgange der Gäste wieder fragte, was ich über Fräulein Henriette Lobligeois dächte, da antwortete ich, Fräulein Lobligeois fei ein Engel. Zwei Monate später heirathete ich sie und bin heute der glücklichste und verliebteste aller Ehegatten. Einige Tage nach der Hochzeit dinirte ich mit meiner Frau bei meiner Tante Gabriele. Ich erblickte einen Diener, den ich nicht kannte. . . . Sieh ihn Dir an!" rief sie mir zu, sieh ihn Dir an!" Ich fah ihn mir an; es war mein Theaterarbeiter, und mein Theaterarbeiter war ganz einfach ein alter Diener meineö Onkel Robert. Der Mensch bat mich zum dritten Mal um Entschuldigung, daß er mir das Versatzstück hatte auf den Kopf fallen lassen und gestand mir, alle die hübschen Sächelchcn. die er mir über die Tänzerinnen des Eden-Theaters erzählt hatte, wären elende Verleumdungen. Gut." sage ich. aber die Idee, die Cascarini existire nicht für Sie. war die auch von Ihnen?" Nein." sagte Onkel Robert, die war von mir." Und mit leiser Stimme setzte er hinzu: Er hatte übrigens Recht, denn die Cascarini ist seit zwei Jahren die Gattin des Balletmeisters am Eden-Theater." Ob ich wohl daraufhin ein sehr schlaues Gesicht gemacht habe? Ich glaube es nicht! Zein verdrießlichster Tag. (Münchener Gerichtsscene.) Der Hausbesitzer Jsranz Josef Thueber keucht mühsam die drei Stiegen desGerichtsgbäudes hinauf, bleibt tiefathmend oben im Gange stehen und murmelt: Js' gar net übel! San denn die Leut da Heromet lauter Alpenclubisten? I' versteh gar net, was dös für an Vorax haben soll, unseroan bis in die Wolken aufiz'sprengen! Da geht oan der ganze Schnaufezer aus!" Diese Reflexionen wurden unterbrochen durch den Gerichtsboten, der mit Stenorstimme im Gange rief : Xhueber Franz wegen Ruhestörung. No' Neambt dader? Xhueber Franz und die Zeugen! Heut geht scho' wieder nix'n z'sama! Die Leut moan g'wiß. 's G'richt wart' auf eahna! Wer ist denn der alte Grandler da vorn?" Der Xhueber bin i. lassen S' mich z'erst wieder zu Athem kemma, eahna G'schroa hat koa Hoameth!" rief der Alte zurück. Piquirt bemerkte der Gerichtsbote etwas leiser: Der Grandlhauer aa wegen Ruhestörung ! Harpft daher, als wären seine Füeß von Schokolad und a'paar andere im Wachsen! Dös is enk a Welt heutzutag!" Fünf Minuten später wurde bereits in die Verhandlung eingetreten. Richter: Herr Xhueber! Bestehen Sie auf einen richterlichen Entscheid? Die Sache ist doch so geringfügig und liegt so glatt, daß sie kaum die Mühe lohnt, weitere Auseinandersetzungen zu machen?" Angeklagter: Lassen S' die ganze G'schicht fallen, Herr Staatsanwalt ! nacher brauch i niz'n z' sagen, Sie ham koa Arbeit, die zwoa Zeugen können wieder hoam, 's Papier is erspart, und i mach wieder mein Abstieg und Alle san mer wieder guet. Verdeant is so nix'n bei der ganzen Sach." Richter: Wegen der Geldstrafe von drei Mark lohnt eS sich nicht, eine Stund: lang zu verhandeln! Ziehen Sie Ihren Einspruch zurück?" Angekl.: Ganz recht hamö! Ziahgen S' nur die drei Mark z'ruck, nachher bin i aa im Zug und verlang koan Pfennig für die Arbeit!" Richter: Dann wird also verhandelt! Sie haben am 16. Mai sowohl schon während des Abends in der Dingsbrauerei, als auch noch Nachts auf dem Heimwege durch Schimpfen und Schreien ruheflörenden Lärm verübt. Stellen Sie dieses in Abrede oder wollen Sie einen Entschuldigung gründ dafür anbringen?" Angekl.: Sollt' Unseroaner net a mal mehr reden und seinen Gedanken Audienz geben dürfen? nacher wär's ja ganz aus. Manchmal hat mer überHaupt an ganzen Tag nixn wia Verdruß und kunnt rein aus der Haut fahren, wenn mer sieht, wie's jetz'n zugeht. Zum Beispiel in der Fruah les' i meine Zeitung! Die griechische Lum perei wird alleweil interessanter, nixn wia Prügel und Schmirgl, große Schlachten mit zwoa Todte, V Griechen z'sammt an Garibaldi kann mer kaum derreiten, so laufen's. Nacher wird in Paris a Schmalzhafen voll Pulver g'funden. den die Anarchisten in an Waldl steh'n lassen ham. Dann kimmt a Schweizer Zollvertrag mit der Republik Utopia in Südamerika. Lützows wilde verwegene Jagd in Verlin und die Politik is' fertig. Im Lokalen is' das Interessanteste, daß im Hofbräuhaus zwoatausend Hektoliter Bock und zwanzig Ster Weißwürscht vertilgt worden san. Der Fortschritt in der Entwicklung der Münchner Mägen ist nicht zu verkennen! Dann freut mich alle Monat unser Sanitätsbericht, weil d' Stadt immer größer wird und trotz der höheren Ge'burtszahlen die Sterblichkeit abnimmt, bis mer uns die Dummheit zu sterben" ganz abg'wöhnt haben. . . ." Richter: Ihre Auseinandersetzungen geben zu weit, kommen Sie zur Ruhestörung und deren Anlaß." Angekl.: Natürlich komm' i d'rauf! I mach mein Spaziergang nach die Jsarauen. Vor meiner Hausthür verlangt a Bua mit zehn Jahr von mir a Feuer. Was. sagt i. Du Schlankl, möchst g'wiß an Frosch abbrenna und d' Leut derschrecka?" Ja, mir wär's schön gnua!" sagt er, so a Kinderei: a Ciaarrl möcht t ankenn-
t'n." Was? 'Du aa scho raucha ? Hast koa Angst, daß dir d' Muatta V Hosen visitirt?" Ja, wenn i so a Kraut rauchen that, wiaSie. na mueßt i wohl z'erst in d' Lebensversicherung." sagt er und läßt mi steh'n. Dös wär nacher nixn zum ärgern. A Viertelstund später hauchen a hundert Radler an mir vorüber. I möcht nur wissen, wo die Alle so eilig hinfahren. A Fräulein mit aner Hosen sällt neben meiner sogar in die schönste gelbe Soß! Macht nixn! Wenn die Jemanden zum Kochen dahoam hat, wird aa Jemand d' Hosen waschen. Jetz'n kimm i in mein Brauhaus a Stünderl später und sitz ganz alloanig an mei'n Tisch. Auf a mal kimmt a Familie der Mann trägt an dreijährigen Buam am Arm. a Aelteres führt er an der Hand, d' Muatta schiebt a Wagl mit zwoa Kinder und weitere zwoa Mädl hängen an ihrem Kloadl. I bent mir g'rad: 's is schad, daß der Mann net an Rucksack dabei hat, wo no' a Kind d'rinn Platz hätt', .da steuert die Zigeunerbände auf mein' Tisch zua und i kriag die Vescheerung auf'n Hals. Während der nächsten Stund' hab' i nixn mehrer g'hört wie: Pepperl. sei stad.' na' kriegst a Wurschterl! Fanny, putz Deine Schuah net an den Herrn sein G'wand ab! Fritzl. putz Deine Nasen, dann darfst antrinken! Roserl, geh umanand und druck' die Semmeln auf die Tisch ab, bis d' a resche derwischt hast! Sei stad, Muckerl, da kimmt schon 's Bier! Wo hab' i denn an Bubi sein' Magenspitz! Vater, halt an Lenerl sein Stuhl bis einakimmt, sonst nimmt'n der Herr da drent, und 's arme Kind müßt stehen, wenn's g'nua g'rollzt hat im Garten!" I bin wüthend und denk' an mein' Auszug, da sagt der Mann: Säh Herr Nachbar! setzen's Eahne weiter an's Eck, sonst san wir Alle auseinander. So viel mllassen's doch kenna, daß wir z'sammag'hören und daß Sie uns im Wege san. Wenn's bequem sein wollen, dann nehmen's a Losch im Hoftheater!" I mag mich net ärgern, pack meine sieben Zwetschgen und setz mich vier Tisch weiter z'ruck. Jetzn kimmt d' Kellnerin und fragt die Frau: Js der Alte, wo da g'sess'n is', abgschobn'? Na denn krieg i no' den Gauner! I' hab eahm glei' für an Pazi ang'schaut!" Ja, fagt die Frau. G'scheids war er nixn, dös hab i glei kennt!" I' brüll: daherer du Malefizbierwagen!" Sie kimmt und sagt zur Entschuldigung: A richtiger Mensch zahlt z'erst. eh' er fort oder in a anderes Serwiß geht, fo is' der Kaffee, Herr Nachbar." Na! das Trinkgeld war g'siricha und hoam bin i mit aner Wuth wie a Türk. Am Abend erzähl i die Raubersg'schicht meine Freund und aa dem Wirth in der Vräuerei. Meine Freund ham g'lacht und der Wirth hat der Kellnerin Recht geben. Was? sag i, Sie möchten a Wirth sein und thuan nix als umanandlaufen und mit die Schuahsohl'n schleif, daß mer woaß, daß der Kreuzereinfanger noch da is? B'hüt di' Gott!" Das war die Sach' und da hamer dazua laut g'sprocha wie 's g'hört!" Richter: Und warum schimpften Sie noch auf der Straße fort, wenn die Sache doch bereits im Wirthshause ganz schön abgethan war?" Angekl.: Ja aber reden wird man doch dürfen? Da wär's doch ganz aus !" Aus war es allerdings; denn der Einspruch wurde verworfen, und Herr Xhueber war nahe daran, mit seiner Ansicht über Redefreiheit noch eine Ungebührstrafe - zu bekommen. Beim Hinausgehen aus dem Saale meinte er noch: Mein verdrießlichster Tag." Eine verwickelte Geschichte.
Die Veutelratte kommt bekanntlich im Hottentottenlande massenhaft vor; viele Beutelratten laufen frei herum, andere wieder werden gefangen und in Kotier (Käfige) gesetzt, die mit Lattengitter und Schutzvorrichtungen gegen schlechtes Wetter versehen sind, die sogenanntenLattengitterwetterkotter. Die darin sitzenden Beutelratten heißen natürlich Lattengitterwctterkotterbeutelratten. Eines Tages wurde dort cin Attentäter gefangen genommen; er hatte eine Hottentottenmutter umgebracht, die zwei stotternde Kinder ihr eigen nannte, die an Trottelosis litten und daher die Stottertrottel genannt wurden. Ihre Mutter hieß man die Hottentottenstottertrottelmutter und der Attentäter bekam den Beinamen eines Hottentottenstottertrottelmutterattentäters. Er wurde vorläufig in einer der bekannten Lattengitterwetterkotier gesteckt. Die darin befindliche Lattengitterwetterkotterbeutelratte brannte nun eines schönenTages durch. Man machte Jagd auf sie und es gelang, sie zu erwischen. Der Ergreiser geht aus's Bürgermeisteramt und meldet: So, jetzt haben wir die Beutelratte wieder!" Ja, welche Beutelratte?" Na. die Lattengitterwetterkotter beutelratte!" Ja. da haben wir ja mehrere Lattengitterwetterkotterbeutelratten, welche haben Sie denn?" Na. die aus dem Attentäterlattengitterwetterkotter!" Ja. von welchem Attentäter?" Sie wissen es ja. von dem Hottentottenstottertrottelmutterattentäter!" Na, also, warum haben Sie das nicht gleich gesagt; Sie haben also die tzottentottenstottertrottelmutterratten -täterlattengitterwetterkotterbeutelratte!
DerLuftschifferLawrence war in einem Ballon am HimaIaya aufgestieen. Als er sich üb:r dem Gebirge befand, überraschte ihn ein Gewitter, und der Blitz schlug in den Ballon. Es gelang Lawrence, sich an einem Fallschirm herabzulassen und ohne Unfall zu landen.
Das Natlollaldenkual.
Im Auftrage des deutschen PatriotenbundeZ hat der Schöpfer des Kyffhäuserdenkmals, Prof. Bruno Schmitz, einen neuen Entwurf für das Völkerschlacht - Nationaldenkmal, das bei Leipzig errichtet werden soll, fertig gestellt und dieser Entwurf soll zur Ausführung gelangen. Derselbe stellt ein durch seine massive Massigkeit imponirendes, in viereckiger Pyramidenform aufsteigendes Bauwerk dar. ein Denkmal ernster Größe, ein Symbol eiserner Willensenergie, zäher Kraft und trotziger, sieghafter Männlichkeit. Dieser wesentlichste Charakterzug der ganzen Zeit der Freiheitskriege findet in diesem Bauwerk einen großen und reinen Ausdruck. Bei aller Wucht der Massen macht das Denkmal durchaus nicht den Eindruck der Schwerfälligkeit, dank der überaus klaren Gliederung und Inn l III i;st5 UUW Das Denkmal. einanderfügung der einzelnen Theile. Der ganze Bau zerfällt in drei Theile, einen mächtigen, terrassenförmigen Unterbau, zu dem links und rechts breite Treppen emporführen. Auf der breiten, durch eine Brüstung umrahmten Terrasse erhebt sich ein viereckiger, pyramidenförmiger Thurm, der eine hohe Gewölbehalle umschließt, die nach allen vier Seiten offen ist. An die Vorderfront der Hallenöffnung schließt sich ein halbkreisförmiger überdachter Säulengang. Auf diesem viereckigen Pyramidenkegel erhebt sich schließlich die runde, säulengetragene Bekrönung. Die große Mauerfläche zwischen den beiden Aufgangstrcppen ist mit einem großen Relief geschmückt, das den heil. Michael darstellt, der mit weitausgebreiteten Flügeln im Kriegswagen steht und das Schwert zum Kampfe schwingt; den Wagen umkreisen in gierigem Drängen die Kriegsfurien und wilde sich ringelndeSchlanr r?jd. genungeyeuer, oie, aues vor ncq nieverwerfend, vorwärtsstürmen, ein Sinnbild des Kriegsschreckens, der Verwüstung, der eisernen Energie und des glorreichen Siegs. Vor der Hauptfront des Denkmals breitet sich der baumumkränzte Festplatz aus, in dessen Mitte sich ein See befindet, zu dem breite Stuftn hinabführen, und der durch diese mit dem Denkmal direct verbunden ist. Dadurch erhält das Denkmal selbst eine seiner würdige Umgebung. Sportsgemäßer Antrag. Schöneö Fräulein, darf ich mir erlauben, Ihnen eine Tandemfahrt durchs Leben anzutragen?" Umschreibung. (Bei 30 Grad Reaumur.) Kamerad, heute moussirt Ihr Verstand 'mal ganz colossal!" Eifersüchtig. Köchin (ihrem Schatz Zuschauend, der die Gans tranchirt): Wie Du das verstehst! . . (bitter): Aujust, ich bin nicht Deine erste Liebe!" Protest. Mutter: Und Du glaubst wirklich, daß der Referendar Absichten auf Dich hat?" Tochter : Zweifellos; er ist nur so colossal schüchtern!" Mutter: Erlaube mal, davon habe ich aber beim Mittagessen nichts gemerkt!"
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Mutter, Mutter, schau' nur. wie'Z den Vater aufbläht! . . ." .Ja wahrhaftig! . .Hilfe! Er platzt! M"m Gott sei Dank, es war nur ein Luft, ballon!" Läßt tief blicken. Bauer: Mir is' mei Frau g'storbn und da möcht' i was auf die Schleifen 'druckt hab'n!" Druckereibesitzer: So! Etwa Auf Wiedersehen." Bauer (eifrig): Na. na . . .Ruhe sanft" wär mir das Liebere!" Ein feines Geschäft. Schneiden Sie doch den Schinken nicht gar so dünn! Glauben Sie viel leicht, ich will mir damit die Magens wände austapezieren?" Gefährlick. L ' K ff i Mutter: Kinder, nehmt Euch jetzt vor'm Vater in Acht! Der Herr Doctor hat ihm heut' 's Bier verboten!" Bescheidenes Gemüth . Aeltere Dame (als an ihr ein fescher Radler vorbeifährt, ganz selig): Ach, er hat mich angeklingelt!" Warnung. Denke Dir. Mama, als ich durch den Garten ging, hat mich ein Herr geküßt!" Erzähle das nur nicht Deinen Freundinnen, sonst wird uns noch der ganze Garten zertreten!" A e n g st l i ch. Frau A.: Weshalb lassen Sie Ihren Sohn nie allein ausgehen?" Frau B.: Wissen Sie. dem darf nur die erste beste sagen, s wolle ihn heirathen, dann hat er nii den Muth, zu widersprechen." '
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