Indiana Tribüne, Volume 20, Number 335, Indianapolis, Marion County, 22 August 1897 — Page 4

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Suvßmm BsSSSns. f?rtrfst SaHä itnh ffmfntMst . Uy V w tj.fc r V 3 v Die tätliche Tr'.bün? kostet durch den Trlger J Cenii. per Woche, die onntazS.TrlSane"I Zcxil per C:3e. Beide äs? II lemb ide: 65 Cent per Vtmtt. Per Pft uirylb lc. tt ,uzschickr t orabe,Uhlns V p, Itelc Zffini 10 Lüd Ulabama otrait. Indianapolis, Ind., 22. August 1897 Soniilsifls - MMei. Vorgestern Abend, alö ich am CourtKaufe vorüberging, sah ich vor der Haupttreppe eine große MenschenKlinge versammtlt. Ich trat näher hinzu und da fand ich etwa hundert Männliin und Fräulein versammelt, welche geistliche Lieder sangen und darum herum eine hörende und gafsende Zahl von Zuschauern. Die Sinqenden waren Leute der I. P. C. II., da? heißt Young Pcople's Christian Union, also fromme Christen, die da auf der Etraße einen Gottesdienst abhielten. Die 3 P. C. U. hält zur Zeit eine Convention hier ab und ÄehlickeS ist während dieser Convention n verschiedenen Straßen und Stadttheilen geschehen. aZ in der Convention vorgeht, waö Der oder ?:ner darüber sagt, wie man es cm Besten anfängt, seine eigene und die Seelen Anderer zu retten, wird h.?ar!lein in den Zeitungen berichtet, und ich hab? meinen leisen Zweifel iax,v.i. daß manche der Leute so eifrig wären, wie sie sind, wenn nicht ihre Namen dadurch in die Zeitungen kämen. Nun mache ich durchaus keinen Ansprach darauf, ein guter Christ zu sein. 1X3 giebt s?gar Lcute, die Kalten mich für sehr gottlos und vielleicht haben sie gar n;d;t so sehr Unrecht. Ich bemühe mich aber immer ein höflicher Mensch zu sein. Ich scheue mich nicht, meine Ansichten öffentlich aukzusprechen, vermeide aber im Privatverkehr stets die Eefühle Anderer zu derlehen. Als ich die Männlein und Weiblein so andächtig und eifrig in der Straße fingen hörte, da siel mir eine Stelle in dem Evangelium Matthäi ein. Trohdem if, wie gesagt, kein guter Christ bin, weiß 'ich doch so ziemlich, waö in der Blbel steht. Ich finde, daß die Bibel ein sehr interessantes Buch ist, wenn man sie mit Verständniß liest, und ich lese sehr häufig darin. In dem 6. Kapitel deö Evangeliums Mattbäi finde ich die berühmte Bergpredigt, in welcher Jesu unter Anderm Folgendes sagt : 5. Und wenn du betest, sollst du nicht sein, wie die Heuchler, die da gerne stehen und beten in den Schulen (Synagogc: ) und an den Ecken der Gassen, auf das: sie von den Leuten gesehen werdc. Wahrlich, ich sage euch, sie haben :hcen Lolzn dahin. si du abc? betest, so gehe in dein AZä'.n-ner!ein, und sch'.i.ße deine Thüre nr.d bete zu deinem Vater im Verborgenen ; und dein Vater, der in daZ :rbcrs.ene steht, wird dies bei gelten rss.'-lttich. 7. llii :v?nn ihr bciet, sollt ihr nicht viel plappern, wie die Heiden, denn sie meinen, fie wcröcn erhört, wenn sie viele i-Sarte machen. 8. Darum sollt ihr euch ihnen nicht gleich.-: ; euer Vater weiß, waö ihr bedürft, cb: denn ihr ibn bittet, iZ:Icher religiösen Ansicht man imm?r !ci, nun wird zugeben müssen, daß der Ijalt dieser Verse sehr vernünstiz Ihn nun mit Herrn Stead zu xziiv : If Christ carnc to Indianapoli :n5 würd: solche Straßenbeterri urt -Sirgctei vernehmen, waö wäld er iz at? ? Und wenn er c'r.t "iudreise durch unser Land machie nnd sä',e tvu allenthalben die soj'nrni!- Rcl'giösität öffentlich ;ur Lchczi: gestellt wird, tsi oie i-ieigicn zum Paradegaul herabzewürizt wird, wie die Heilsarmee öffentliche lächerliche Auszüge veranstalt't, wie die I. P. E. U. öffentlichen Strßengottcödie.s: hält, wie sögenannte Evangelisten öffentliche Neklame machen und mehr Marktschreiern betreiben, als ein Eirkuöreiter; wenn er sich den Spektakel eine CampMeeting? ansähe, wenn er, der Wasser in Wein verwandelte, die Kreuzzüge unserer christlichen Temperenzler beobachten würde, er würde wahrscheinlich vor Staunen und Wundern sich nicht zu fassen wissen und entseht fragen : WaS habt ihr aus meiner Lehre gemacht ? Und die Leute von der J. P. E. Uund von der Heilsarmee und die Straßen- und Sensationöprediger und die christlichen Temperenzler würden ihm wahrscheinlich sagen : Lieber Freund, wir passen nicht mehr zu einander. Du verstehst unsere sensationSlußige Zeit nicht. Heute muß Alles

mit Trommeln, Trompeten und Paufen geschehen. Wir' sind sehr eivilisirte Menschen geworden und werden dir nichts zuleide thun, aber wir passen eben nicht zusammen. Geh und studire Reklame und Sensation, und wenn du eö darin zu etwa? gebracht, dann wollen wir wieder miteinander reden. Ich will nun weiter nichts sagen, aber ich möchte den Leutchen rathen, ihre Bibel mit etwaS mehr Geist und weniger automatisch zu lesen, dann würden sie vielleicht bald entdecken, daß ihre Marktschreierei und Chisti Lehre zwei ganz verschiedene Dinge sind. Der Plauderer.

Treue. von A. Sie fla. 1. Gin sonniger Frühlingstag. Linde Luft, ein sanft kosender Wind, glückverheißend, berauschend. Lächelnd beugt sich eii.e graziöse Mädchengestalt über einen Strauß herrlich duftender Veilchen. Es sind ihre Lieblingsblumen und passen zu ihrem ganzen sonnigen Wesen, zu den treuen blauen Augen und der biegsamen Gestalt. Man könnte sie selbst ein Veilchen nennen, so reizend ist sie. Keine Schönheit, noch nicht einmal hübsch, aber von jener undefinirbarenAnmuth. die nur Wenigen eigen. Ihr ganzes Sein ist Güte und Grazie. Sie braucht keine rauschenden Vergnügungen, um glücklich zu sein, nur ein Stückckcn Himmelsblau, ein wenig Sonnenschein, dazu Vogelsang und Blumenduft. Heute ist ibr ein Strauß Veilchen gesandt worden, herrlich duftende Pardaveilchen, mit glücklichem Lächeln betrachtet sie dieselben, sie kennt denSpender derselben, er ist's, der Herrlichste von allen. Bei einer Freundin hatte sie ihn ken nen und lieben gelernt und seit einigen Tagen ist sie seine Braut. Kein Mensch ahnt etwas von dem Glücke der Bei den, denn er muß auf Wunsch seiner Elters noch einJahr fort, weit fort, als Schiffsarzt, sich allen Gefahren und Strapazen eines solchen auf einer Seereise aussetzen. Sie aber kann nichts thun als ihm ihre Treue bewahren und in unwandelbarer Liebe auf ihn warten. Nicht ungeduldig und sorgenvoll, nein, hoffnungsfroh und muthig. Jhren Frohmuth wollte sie bewahren, den er immer so an ihr geliebt. Zwar würde der Abschied schwer, sehr schwer werden, heiß traten ihr die Thränen bei dem Gedanken in die Augen. Schon als kleines Kind hatte dies Wort für sie die traurigste Bedeutung, ihr wurde von jeglichem, woran sie ihr kleines Herz gehängt, der Abschied schwer. Nun noch vier Wochen und sie mußte Abschied nehmen auf ein volles Jahr von dem, der ihr der Liebste auf der Welt war. Tapfer und standhaft mußte sie sein und ihm den Trennungsschmerz erleichtern. O, könnte sie mit ihm, als sein Weib, ihm zur Seite stehen und Freud und Leid schon jetzt mit ihm theilen. Aber nein, fort mit den trüben Gedanken, noch ist er hier, noch kann sie ihn sehen, noch ist es Frühling, wonni. ger Frühling mit Sonnenschein und Veilchen. Ach. seine Veilchen! Behütsam setzt sie sie ins Wasser, steckt sich ein paar davon in den Gürtel, dann geht sie fort, zu ihm, mit Glück im Herzen und einem Glücksschimmer in den Augen. Vorüber sind dZe vier Wochen, vorbei ij der Abschiedsschmerz, verblüht sind die Veilchen, aber hell und leuchtend ist die Liebe in ihrem Herzen, siegesbewußt die Hoffnung. Treue und Sehn, sucht aber folgen ihm weit übers Meer. Täglich hat sie den Ätlas vor sich lieaen. studirt eifrig die Zeitungen und hofft und wartet. ' Mit Jubel holt sie sich seinen ersten Brief selbst von der Post, dann antwortet sie ihm, wie nur ein liebendes junges Menschenkind antworten kann, in der ersten heimlichen Liebeszeit. Hin und her fliegen die Briefe, fast jede Woche erhält sie Nachricht und ebenso oft schreibt sie ihm. Die schönsten Luftschlösse? werden gebaut und der Refrain eines jeden Briefes ist: Sich wäre es doch erst Frühling." Der Eommer kommt mit Gluth und Rosen, da? zarte junge Frühlingsgrün wird dunkler, die Lust ist oft erstickend schwer, Kirschen und Stachelbeeren rei fenund alles ist Duft und Sonnenschein. Es welken die Rosen, die Blätter färben sich gelb, ein Monat nach dem andern geht dahin, bald ist eö Herbst. Schwer hängen die Früchte - an den Bäumen, das Laub nimmt eine bunte Färbung an, still wehen die Blätter ab und allmälig wird es Winter, kalter. strenaer Winter. - Why not be Strong? Blood, tisiue, licalth and strength arc generated frorn tho food we eat: therefore, tho rnaintenance of a vigor- j ous ingestion is quitc essential to lire. To strengthen and l.elp digestion, use Dr. John W. llull's Tills, the best rernedy for stcr-adi trouble3 ever dcTised. Mrs. C. .1. Dobson, Konsas, 111., Sa orderins soins Dr. Bull's Pills, writes : 4tThc pcoplc in this section aro daily accöwpi.-!iin good resulU with Dr. JohnW. Bail3 Tills. An old lady told rne the pilld dld so rauch good, sho could not be ivithoui tsi-cni.' Dr. John W. Bull's Tills (CO iu a box) ppst but 25 cents; trial box, 10 Cents, at all dealcrs, or by rnail. A. C. Meyer & Co., Baltimore, Md. Ask for the genuine Dr. JohnW. BulTs Tills. Au haben bei : -tob S). Gauld. 201 ?idiana I. SS. Hchan, JUinsiS.äi Jaösen Court.

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geS, die kleinen Vögel sind längst fortgezogen und nur die Sperlinge suchen iy . -m. . l . c uacy den ztrurnen, me eine mineloige Hand ihnen hingestreut, tiefer Schnee liegt überall und ein eisiger Wind fegt durch die Straßen. Vor einem hellflackernden Kaminfeuer sitzt eine junge Mädchengestalt, ein welkes Veilchensträuchen in der Hand. Dies Sträußchen hat sie im Frühling erhalten, im Frübling! Sie schließt die Äugend Und vergessen sind all die einsamen Monate' dergessen die furchtbare Angst seitdem ihr jetzter sehnsuchtsvoller Brief unbeantwortet geblieben. Wie schnell fliehen die Stunden, wie reiht sich ein Tag an den anderen, ein Monat folgt dem anderen und dann ist wieder Frühling, er ist wieder bei ihr. bleibt bei ihr.keinMensch kann ihn ihr entreißen. Da fällt ilir Blick auf die welken Veilchen in ihrer Hand und sie seufzt schwer und banq. Ach. wäre es nur erst Frühling, käme er nur bald", ruft sie klagend. Die Tage vergehen eintönig und trübe, das 'Leuchten in ihren Augen wird schwächer, ihr Frohsinn läßt nach und bleich und schmal werden ihre Wangen. Immer noch vergeblich wartet sie auf Antwort. Keinen Augenblick zweifelt sie an seiner Treue, aber häufia schnürten ihr ein furchtbares Angstgefühl und marternde Sehnsucht die Vrust zusammen. Dock, Woche auf Woche verrinnt und slk bleibt ohne Nachricht. , Ihr Muth sinkt, die trüben Gedanken verlassen sie nicht, sie kann ihnen nicht entfliehen. 2. Wieder ist'S Frühling, wieder blü hen die Veilchen und wieder zieht die Hoffnung ein in so manches müde Herz. Die Hoffnung! Die belebt den Kranken, sie erhält den Zweifelnden und stützt den Sorgenvollen. Auch in ein trauriges, sehnendes Mädchenherz kam sie verstohlen mit dem ersten belebenden Sonnenstrahl. Nur noch wenige Tage, dann war es vorbei mit allem Grämen und Sorgen, dann kommt er zurück. Sie malt sich das Wiedersehen aus in den leuchtendsten Farben. Oefter schon ist sie hinausgewandert, bis an das Haus seiner El tern, sein Heimathshaus. Aber einzu treten hat sie nicht gewagt ihr Glück ist ja noch ein heimliches, sie hat ihm ihr Wort gegeben, vor seiner Rückkehr kei, nem davon zu sprechen. Dies Wort ist ihr heilig, sie hält es trotz Angst und Sehnsucht. Es wird Mai. Leise und zaghaft, wenn auch ein wenig unvorsichtig, wagt sich schon eine Rosenknospe ans Licht. Der Nachtfrost kann ihr junges Leben zerstören. Der so diel gepriesene Wonnemonat bringt manchen Reif und Frost und einem sehnenden Menschenkinde brachte er den ersten schweren Kummer. Endlich, nach qualvollemWarten erhält sie einen Brief. Von ihm," jubelt sie freudig. Doch tief enttäuscht sieht sie eine fremde Handschrift, voll banger Ahnung öffnet sie das Schrei-cn. Seine Mutter schreibt ihr, rührend, ergreifend. Noch voll von dem eigenen Schmerz und doch zitternd um den Kummer, den sie ihr verursachen muß. Langsam und schonend berichtet sie ihr, daß ihr Sohn, der aesund, und lebensfroh gegangen, als Unglücklicher wiedergekehrt ist, der das Licht seiner Augen bei einer Explosion unwiderruf lieh verloren hat. Liebevoll sucht sie zu trösten, die Mutter, die selbst so trostbedürftia ist. Und weiter schreibt sie. ihr Sohn habe ihr von seiner Liebt erzählt, sie ersucht, ihr alles zu schreiben und ihr daZWort, das sie einem Gesunden gegeben, zu rückzugeben. Die Buchstaben schwammen vor den Augen der Lesenden, kraftlos sanken ihre Hände in den Schoß und in ihrem Kopfe hämmerte es. Blind, sie kann es nicht fassen. Er in dessen Augen sie so oft von Liebe und Glück gelesen, die sie so oft aufblitzen sah voll Zuversicht, die sich mitleidig tröstend beim Abschied in die ihrigen gesenkt, er blind. ' Der ihr der Liebste auf der Welt, er sollte in tieferNacht durchsLeben geln, sollte sich niemals mehr mit ihr über allei Schöne und Herrliche d?r Welt freuen, undenkbar. Sie ist fassungslos, aus allen Himmtln gestürzt, ihr, dem frohsinnigen Sonnenkinde ist das erste herbeLeid ge schehen. Doch das Mitleid mit ihrem Geliebten überwiegt ihren Kummer. Sie will zu ihm, ihn ihrer unwandelbaren Liebe versichern, er bedarf ja jetzt ihrer mehr als je. . Da fällt ihr BJ auf die welken Veilchen. Die Erinnerung überwältigt (ie und fassungslos schluchzend glaubt ie sterben zu müssen. Dann will sie ßu ihm. Vorher kauft sie noch Veilchen, einen großen Strauß. 3. In einem von Sonne durchflutheten Gemach sitzt ein junger Mann. Seine Augen sind von einer blauen Brille be satter. Vor ihm kniet ein bleiches Mädchen, Der Mann hält wie segnend seine Hände-auf dem Scheitel des Mädchens, Betäubender Veilchenduft erfüllt das Zimmer und hoffnungslose Verzweiflung prägt sich in den Zügen beider auö. Mach' unö doch den Abschied nickt so schwer, lebe wohl, Gott schütze Dich ruft der Mann trostlos. Nein, ich gehöre zu Dir, ich lasse Dich nicht,", sagte das Mädchen entschlössen. ,t ach geh doch," ruft der Mann stöhnend, Du sollst, Du darfst nicht an einen Unglücklichen gekettet sein. Und wovon sollen wir leben, wovon?" Da zieht ein verzweifelter Ausdruck über das Gesicht des Mädchen.

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rarern hatte t noch nicht gedacht. Er hatte mit dem Licht seiner Augen auch noch seine Existenz eingebüßt. So sehr sie auch dachte, ihr siel kein Ausweg ein und mit Verzweiflung riß sie sich endlich los. Ich bleibe Dir treu, verzage nicht. auf Wiedersehen.Mit diesen Worten verließ sie ihn. Dann stand sie draußen, wie gelähmt an Leib und Seele. Blind und arm." Diese Worte marterten sie unaufhörlich. Begegnete sie einem lachenden Menschen. so hätte sie ihm laut aufweinend zurufen können: Blind und arm! Weißt Du. was dies bedeutet? Weißt Du. was es heißt, verzichten zu müssen auf den Anblick der schönen, lachenden Gotteswelt, im Dunkeln zu bleiben sein Leben lang, nachdem man die Sonne gesehen, das Glück erschaut? Weißt Du. was es heißt, auch noch arm zu sein, sich sorgen zu müssen um die Zukunft? Weißt Du, was es heißt, ein herrliches Glück vor Augen zu haben und plötzlich hinausgestoßen zu sein. Verlassen von der Hoffnung, todestraurig die Gegenwart und düster die Zukunft? Nein, Du weißt es nicht, denn wenn Du es wüßtest, Du könntest nicht lachen." 4. Der Unglückliche aber saß allein. Und sie flutheten auf ihn ein die Gedanken. Ach er konnte ihnen nicht entfliehen. Und so hoffnungs-, hilflos und verlassen sollte er bleiben sein Leben lang? Nein, nein schrie er laut, ich ertrage es nicht! Herrgott, laß mich nicht verzweifeln, schicke mir einen HoffnungSstrahl." Seine Eltern, seine junge, lebensfrische Braut standen vor seinerSeele und schließlich aus Neigung erwählter Be ruf. Sein Beruf, der Traum war ausgeträumt. Umsonst die schönen Studienjähre, umsonst sein Streben, sein Ringen, vorbei der Traum von Glück! Nein," rief er nochmals aus, ich ertrage es nicht, o wäre ich doch gestorben. nur nicht. blind sein. O könnte ich noch einmal die Sonne sehen, noch einmal meinen Eltern der fröhliche Sohn sein, meiner Braut in die treuen Augen schauen und sterben nur nicht blind sein." Da vernimmt er Schritte, eine sanft streichelnde Hand fährt ihm kosend über das Haar, em thranenuoerstromtes Antlitz neigt sich zu ihm herab und leis flüstert eine milde Stimme: jjJUin (-ohn. mem lieber armer Sohn." Es ist seine Mutter. Er tastet nach ihrer Hand und in schmerzlichem Schweigen sitzen Mutter und Sohn, lange, lange. Als seine Mutter gegangen, ist sein Entschluß gefaßt. Nach langem Suchen findet er seinen Pistolenkasten, jetzt hat er die richtige Waffe und nun nicht mehr gezo gert. Da steht das Bild seiner reizenden Braut, wie er es seit einem Iayr im Herzen getragen, vor seiner Seele. Er hört wieder ihre Stimme, zitternd vor Trennunqsweh. sagen: Leb wohl. wenn derFrühling kommt und dieVeil chen blühen, dann sehen wir uns wie der Rein, ich kann nicht leben, schon um ihretwillen nicht." sagt er schmerzlich, ich vernichte ihr sonniges Dasein: So lst's ein kurzer, scharfer Schmerz, m das Unabänderliche muß und wird sie sich fügen.Tiefe? Schmerz prägt sich in seinen Zügen aus. Seinen Eltern, denen er Stutze sein wollte, deren Stolz er gewe sen, ihnen mußte er dies anthun. Stütze. Stolz." er ruft es bitter. EineLast bin ich ihnen nur noch, durch meinen Anblick allein .bereite ich ihnen täglich, stundlich neuen Kummer. Entschlossen setzt er die Waffe an. Da stiehlt sich ein Sonnenstrahl durchs Fenster und er fühlt den war men. belebenden 5auch. Draunen zwit Sommerferien. Beinabe jede Frau, die eö sich leisten kann, pslegt während der heißen Saisnn Mrtin Macken der Rübe. Änaetkan -jj 7 - - r ' . j - y ww mit ein?' kühlen Kleid, ausruhend in der Hangematte, sich ergebend in schattigen Wäl der, abgekühlt von den Wellen deö Oceanö und auf grünem Nasen .liegend sucht sie sich zu erholen und für ein weitere 3afcr iu starken Doch wie viele grauen aiebt c. welck, sich diese nothwendige Ruhe nicht leisten rönnen, eounoen durch häusliche Pftlchten oder gefangen gehalten duich n, V)fl.i V. 'T junuw - um, mu va elierne Muß" zur Werkstätte oder dem Kauf, laden jeden Tag im Jahr getrieben, da sie den ßohn eine Tage nicht ent. kehren kynn, arbeitet sie fort ohne Ferien, müde und matt, ohne Slasiieität de Geistes und entmuthigt, mit Nückenweh, Kopfweh, zitternden Gliedern, Herzklopsen, schlechtem Appetit, heißen und kalten Wallungen de Blute und Schlaflosigkeit, För solche Leute ist neben Ferien Be.ru. na da Best,. f. ruhigt die Nerven und den Seist, giebt naturliche Kraft und neue Hoffnung, w a. . " . " oringl geiunoen azzar und geregelten Avvetit und tkut All, wa werden kann, um die sSlimm? roit-r ...MtVM ungen von Ueberarbeituna und ManAf AM ..lilt ... MA.AMf!ff Hu uu nbui qu umiiaiipircn. . Die Ve.ru. na Dru tn?,?,.,; - T- - n nnmitiy Company von Columbu, Ohio, der. schickt für kurze Zeit Dr. Hartmanö neueste Werk, da speziell für Frauen geschrieben ist. Dieses Buch wird frei, gher nur an Frauen, verschickt. i

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schert ein Vogel und der Aeilchendust umzieht seine Sinne. Er seufzt schwer. Draußen Frühling und Sonnen schein und Hfj soll weiterleben in Nacht und Finsterniß. Nein, nein, es kann nicht sein. Kein Zaudern mehr! Lebt wohl ihr Lieben, leb' wohl Du herzige Braut, ich mutz Frieden haben. Fneden!" Laut und schrill fällt der Schutz durchs Haus und erschüttert die ah nungslosen Eltern. 8. Inzwischen ist die Hoffnung zu der jungen Braut gekommen und hat leise, leise Zwiesprache mit ihr gehalten. Sie fand emen Ausweg! Seme Brie fe! Alles in denselben lebte. Die Personen, die er geschildert, erschienen ihr vertraut, die Ereignisse lebendig. Sie hatte ihm einst begeistert ge schrieben: Deine Briefe sind mir Bil der. Alles von Dir Geschilderte sehe ich greifbar deutlich vor mir, sie sind werth, gedruckt zu sein. . Sie holte sie hervor, einen nach dem anderen. Der Letzte fesselte sie besonders Er hatte ihr darin einen Sturm qe schildert, so lebendig, daß sie ein Grausen beim Lesen packte. Ihr-Entschluß war gefaßt. Sie brachte den Brief einem Freunde ihres Vaters, der Redacteur einer viel gelesenen Zeitung war. Sein Urtheil ließ sie aufjubeln. Großartig, mein Freäulein," rief derselbe begeistert, das packt einen ja förmlich, hier ist Talent, ein großes Talent Sie konnte vor Erregung kaum die nöthigen Dankesworte stammeln. Zu ihm, ihm, war ihr einziger Wunsch, ihm das Vernommene mittheilen, ihm ein Theilchen Hoffnung wiederbringen und ihn ausrichten. So eilt sie an daö HauS ihres Ge liebten. Leise geht sie durch daS kleine Gartchen und-tritt in das bekannte Zimmer. Sie will ihn überraschen. Das Zimmer war leer. Sie geht an die nächste Thur. Todtenstille. Ein ihr unerklärliches Angstgefühl schnürt ihr die Brust zusammen. Da öffnet sich eine andere Thür und bleich, um Jahre gealtert, tritt ihr seine Mutter entgegen. Leise zieht sie daS erschrockene Mäd chen mit sich in die Laube und hier theilt sie ihr vorsichtig und gefaßt das Schreckliche mit. Die noch eben so hoffnungsfrohe Braut Hort todtenbleich das Entsetz liche mit an, kaum kann sie es fassen. Ist noch Hoffnung?" fragt sie ton ?os. .Ja," sagt die Mutter, traurig lä chelnd, die Kugel hat nur eine Rippe gestreift, die edleren Theile sind, wie die Aerzte glauben, unversehrt geblieben. Wenn alles gut geht, können wir ryn uns eryalten. Aber, ob er dies als actj rr.ti . - ?, , , . ? wi vinuu anjicqi, yas mag DOU sen." schloß sie seufzend. Da leuchteten wieder die Augen der jungen Braut. , Er wird und muß genesen.- sagte sie zuversichtlich, und wir Alle werden noch glücklich sein." Sie nahm die schwer geprüfte Mutter in den Arm und berichtete ihr alles. Und wie Sonnenschein zog eZ über das Antlitz der Mutter, sie '.rar ja auch wieder zu ihr gekommen, die schöne, die beglückende Hoffnung. 6. Es ist Juli, ein schöner warmer Sommertag. In der fast vollständig mit wildemWein umrankten Laube lint ein junges Paar. Der Mann sieht ein wenig bleich aus, als ob er von einer Krankheit genesen. Das junge Mädchen neben ihm aber hat brennend rothe Wangen. Soeben hat sie die längste Nede ihresLebens gehalten, athmet nun stie befreit auf und sieht erwartungsvoll zu dem auf. dem ihre Beredsamkeit gegolten. Auf den Zügen des Mannes liegt ein fast verklärtes Lächeln und wortlos zieht er das junge Mädchen an sich. Dank, tausend Dank," sagt er endlich. tief gerührt. Ja, ick, nehme Dein Opfer an. Wenn Du denn Dein schönes Leben durchaus an dasjenige eines Unglücklichen, eines Blinden testen willst, nun. so sei eZ. Was in meinen Kräften steht, Dir Dein Leben noch ein wenig leicht, ein wenig froh zu machen. Dir sie ein we nig zu vergelten, die unendliche Liebe und Treue, die Du mir im Unglück bewahrt hast, es soll geschehen. Jetzt erst sehe ich ein, wie schlecht, wie frevelhaft eS von mte war, dieses, für mich noch so unendlich viel Glück ber gende Leben leichtsinnig von mir wer fenjju wollen." . Mit einem Jubelruf umschlana sie shn unh eine Weile herrschteStille. tief? Stille, tiefe heilige Stille zwischen den Beiden. Dann fuhr der Mann fort: Du aber, mein Lieb, sollst nicht ent. täuscht werden, ich fühle es. Du darfst boffen und alauben an mein Talent. Nicht vergeblich habe ich studirt. gelebt und gelitten. Meine erste Novelle aber soll Treue heißen. Sie soll Denjenigen, die nicht mehr alauben an Liebe, an Treue, sie soll sie ihnen wiedergeben, den Glauben. daS Vertrauen eS giebt, noch Treue! Jedermann sagt so. Caöeareti Candy Cathartie, die wundervollste medizinische Entdeckung des Zeitalters, angenehm und ersrischend im Seschmack, wirkt sanft und sicher auf Nieren, Leber und Eingeweide, daß ganze System reinigend, entfernt Erkältung, kurirt Kopfweh, ftu. ber, anhaltende Verstopfung und Un Verdaulichkeit. Kaufen und versuchen Sie eine Schachtel von C. (5. &. heute : 10. 25. und 50 Eentk. Verkauft und Heilung garantirt von allen Apotheken.!

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