Indiana Tribüne, Volume 20, Number 335, Indianapolis, Marion County, 22 August 1897 — Page 3

Arme Thea! berliner Roman von Audolpy Stratz. t (10. Fortsetzung.) Georg erschrak. Ihm war 'der Gcdanke ja wahrhaftig vertraut genug geworden in diesen letzten Wochen. Er hatt? damit gerungen. Seine Kameraden und Zsrcunde hatten ihn ihm nahe gelegt, sein eigener Onkel ihm die üasfe in die Hand Gedrückt. Aber sie? ... Wie kam sie daraus? Mit einem stillen Entsetzen sah er in das schöne, leidvoll lächelnde Gesicht. Freilich . . . ohne ihn konnt sie nicht bleiben! Wenn er ajnq, nahm er sie mit. Es roar ihr Schicksal. Aber daß sie selbst es aufsprach . . . toi ihm 'davon träumte . . . nxlch in lockendes Grauen lag in diesem unheimlich wie ein Schattenbild us- und niederscbwebcnden Gedanken ... es winkte eine Hand auZ diesem Nebl . . eine geheimnißvolle Stimme raunte: Kommt nur her! . . . fürchtet Euch nicht . . . hier ist's gut sein . . . hier fühkn sich anständige Menschen wohler als aufder schmutzigen Erde! Dort mag sich ein Steinlein und GrunivuZ seine Mast holen . . . laßt s dort grunzen und wühlen . . . und aeht still bei Seite . . Nein! Er richtete sich straff auf und zog Thea schnxigend mit sich fort. Nein! ... das hätte er früher thun können! Er hatte es nicht gethan und die Leute ausgelacht, die ihn so inständig baten, sich docb auf französisch zu empfehlen. Er sh diese uniformierten un'd nicht uniformierten Herrschaften förmlich vor sich, wie sie nun beim Frühstücksjaffee plötzlich die Zeihing sinken ließen und weise mit dem Kopf nickten. .Also doch! . . . armer SUxH . . . na . . . wir Haben's ja geHülfet!" Aber freilich . . . anders lag die Sache jetzt schon . . . romantische? . . . schöner . . . Ein Mann, für den ein Mädchen aus -reiner Liebe freiwillig mit in den Tod geht . . . eine schöne, makellose, junge Damelus gutem Hause ... ein solcher Mann konnt doch nicht so verworfen und verächtlich sein, wie er jenen erschien. Er würde in der Achtung jener alle? steigen, die ihm die Ehre aberkannt! Er würde in ihrem Gedächtniß als ein Mensch fortleben, der mehr unglücklich M schuldw war, und ein Strahlenschein herbe.' Tragik ihn umleuchten! Das ist SelMucht!" raunte es in ihm. Aber dann wieder: sie selbst will es ja! . . . sie selbst! . . Das heißt: sie sprach davon .... ein schwaches Mädchen! . . . Aber sie war nicht schwach! Das hatte sie ihm heute bewiesen, als sie trotz allem bei ihm blieb. Ws sie sagte, das war sie -auch bereit, zu thun! Wo war da der Ausweg? Ihre Ge'danken verwirrten sich und verloren sich In träumende Fernen, während sie wieder in das Straßengewühl Berlins untertauchten. D pfui! . . sagte Thea plötzlich und machte eine schaudernde Bewegung. Er antwortete nicht. O pfui!" wierhVlde sie nach einer Weile in sehnsüchtiger Klage . . . . . wie häßlich . . .wie häßlich!" . . . Schau die Menfchen alle an, Georg! . . . wie freudlos und schmutzig sehen sie alle aus . . . wie gemein ist das alles! . . . kein schönes Gesicht unter den Hunderten, die an uns vorbeigehen . . . kein freundlicher Laut . . . Alles rob und wüst ... wie soll man "da leben! . . Er zog sie mit sich. Komm jetzt nur, 'Thea!" Wohin?" Wohin?" er lacht: bitter aus . . . .. . . auf die Redaktion des seligen .Paprika!" Das ist vorläufig unser einziaer Schlupfwinkel in der weiten Welt!" XV. Mitternacht ! Draußen auf der Gasse regte sich nichts mehr uns auch drinnen, in dem öden, wlbdunklen und halbleeren Nannt, war es still. Sie saßen einander am Tisch gegenüber uns fabln sich über die flackernde Kerze hin an. zwei schweigsame traurige Menschen . . . Er hatte ihr zugeredet, sich hinzulegen. Fühlte er sich doch selbst todtmüde! Aber sie schüttelte den 5!opf . . . . . für die paar Stunden . . ." meinte sie träumerisch und ein seltsamer Ausdruck glitt über ihr blasses Gesicht. Er stand ärgerlich auf. Was heißt denn das . . . Thea . . . mit den paar Stunden . . . V . . . DaZ mußt Du wissen . . ." sie schaute zu ihm auf . . . ... das hast Du zu bestimmen ... . nicht ich! . . i sage Dir eben nur: auf mich nimm keine Rücksicht! Ich folge Dir überallhin, wohin Du willst . . ." 5lmmer urrd immer wieder diese Lockung dies leise, wollüstige Grauen . . . dies vorsichtige, bebende Spiel mit der Vernichtung . . . Vernichtung . . . das war auch nur so ein Wort. Man ging eben einfach weg! . . . Wie man aus einer Gesellschaft weg geht, die einem nicht paßt! Dazu brauchte man keine Sentimentalität . . . keinen Zorn . . . keine Verbitterung und Aufrequn . . . Nichts! Das ließ sich in aller Nuhe erledigen! Man schrieb einfach eirxn Zettel an Heerwaldt oder Lanik oder sonst einen uten Kameraden in der Garnison: Ich und meine liebe Fmninro Thea ir haben gefunden, daß die Welt für Menschen ohne Geld eine ganz fabelhaft unanständige Einrichtung ist. Da xurn entfernen wir uns in aller Stille und rathen Euch nur: Unteischrcibt keine Ehrenscheine und habt keine Wechselfälscher zu Vätern. Sonst kriegt Euch der alte ehrliche Steinlein beim Wickel Lnd jagt Euch mit seiner Meute über

Stock und Stein . . . und Ihr könnt

. . . . . . Schließlich . . ." sagte Thea ganz .plötzlich seine Gedanken unterbrechend und wie zu sich selbst . . . . . . . ein bißchen Angst ... ein biß chen Schmerzen ... das ist doch nicht so schlimm . . . Dis geh! ja schnell vorbei . . sie starrte mit großen Augen in das Kerzenlicht Papa hat es doch gawiß jetzt weit besser als wie er lebte " Natürlich . . . sie hatte wieder dasselbe gedacht wie er. Ihre scheuen Blicke kreuzten sich über dcr Flamme. Es war doch wirklich entsetzlich, daß man von diesem Gedanken nicht los kam! Einer warf ihn immer wieder dem andern zu. Hatte man .ihn aus dem i genen Kopf verdrängt, so huschte er fce hende über den Tiich in das Hirn des Gegenübers und kam unversehens von dort wieder. Georg, der die Zeit übe unruhig durch das Zimmer aeschritten-, blieb vor Thea stehen und beugte sich hinab. Thea!" sprach er gedämpft . ; wir müssen aus dieser Kirchhof-kStim mung heraus! Es ist die höchste Zeit. Sonst giebt's ein Unglück!" Ja." Sie neiate das Laupt .... . . . wir wollen es versuchen!" 9ra also ..." Er setzte sich ihr wie der gegenüber und zwang sich zu einem sorglosen Lächeln . . . . . . dann überlegen wir also jetzt einmal, was in Zu tost werden soll. Erste ZZrage: Wo gehen wir hin?" Wir müssen in Berlin bleiben!" sagte Thea . . . Wir haben ja kein Geld, anderswohin zu fahren!" Schön! Zweite Frage: Bleiben wir in dieser Wohnung?" Sie gehört ja nicht uns!" sagte Thea ... ... und bezahlt ist sie für das rekte Quart! auch noch nicht. Frau Kautz meint, daß der Haus.wirth morgen kommt und sie an irgend jemand v:niethet . . Gut! Dann nehmen wir uns also eine andere Wohnung!" Wir baben ja keine Möbel!" sagte Thea. In den leeren Zimmern können wir doch nicht Hausen . . " Also nahmen wir möblierte Zim mer!" stieß Georg ärgerlich hervor. Wir sind doch nicht verheiratet . . ." sate Thea ... . ... das paßt sich für mich nicht und ich glaube nicht, daß man in einem anständigen Hause uns betoe aufnimmt! Und zusammen wollen wii doch bleiben, Geora!" Dann ziehen wir also in's Hotel . . Thür' an Thüre!" Da wird unser bißchen Geld rasch alle werden!" sagte Thea traurig. Et stand zornig auf. Ach was! . . ich werde arbeiten!" Ja . . . wenn Du nur Arbeit sinbest . . sagte Thea ich will ja auch arbeiten, soviel ich kann . . . aber ich sürchte ... es ist sehr schwer!" Mehr als schver! Beinahe unmözl!ch! Georg sah es wohl ein. Aber er sprach es nicht aus. Es muß gehen!" entschied er mit unsicherer Stimme irgend eine Brod stelle giebt es sicherlich. Und dann miethen wir uns eine kleine billige Wohnung und kaufen Möbel auf Ab?,abluna und . . ." Er brach jäh ab. So sehr erschreckte ihn selbst der Gedanke. Sie beide, die hochmütigen Aristokraten, in einem .interhJus. mit der Aussicht auf einen schmutzigen Hof, in Stube und Kammer eingepfercht, um sie herum kleine armselige Existenzen, vielleicht ein Schutzmann mit Familie auf dem Nebenflur, ein Monteur oder so etwas über ihnen, unker ihnen der Vizewirth, ein groblnochiqer. polternder Kerl und über alles hin aus Winkelküchen und dunklen Schlafzimmern der abscheuliche Armeleutgeruch, der Dunst von Niedrigkeit und Gemeinheit .... oh pfm! ... Es fiel ihm ein, wie energisch schon am Abend Thea dieö eh pfui!" hcrausgestoßen hatte. llrfc Thai selbst! Das seine, zarte Geschöpf in der Wirthschaft hantierend . . . womöglich ohne Dienstmädchen . . . natürlich ohne Dienstmädchen! Wo sollte man es denn hernehmen? . . . sie, die geborene Freiin von Hofföder etwa mit den Weibern des Hinterhauses über die Benutzung det Waschküche verhandelnd oder eigenhändig. wenn die Reihe an ihr war, den Treppenslu? scheuernd das war ja undenkbar, das iwx ja einfach lächerlich! Und ein arideres Heim als daS konnte, er ihr für den Anfang wenigstens nicht bieten. Soviel 'hatte er von Berlin jetzt schon gesehen. Es war schon ein großes Glück, wenn er auch nur einen solche bescheideneu Broder,verb in absehbarer Zeit finden konnte. Wenigstens wenn er auf ehrliche Weise sein Brod erwerben wollte! Und dann waren noch Steinlein und seine Spießgesellen binker ihm her. bis ihn vielleicht die bittere Noth dazu trieb, bei einem andern Steiirlein und seiner Horde Unterschlupf zu suchen. Und stak man erst wirklich in diesem Schlamme fest, dann ließ jeder Versuch, sich herauszuarbeiten, einen iych tiefer sinken! Dann endete man schließlich wie dr alte Herr, der noch vor Kurzem an diesem Tisch hier den Paprikaedmiert bette! Vor der Nolh sürcht' ich mich nicht!" sagte T'hea, den blassen Kopf rhebenl, . . . ... die Noth ist etwas großes . . . etwas furchtbare? ... Ich will gern hungern, wenn es sein muß, und arbeiten, daß mir das Blut unter den Nageln hervorkommt . . . und auch die Armuth fürcht' ich nicht . . . die eigentliche Armuth . . . Aber das. was damit zusammenhängt . . ." Georg fühlte instinktiv, daß sie wieder dasselbe gedacht hatte, wie er . . . ... all' die Niedrigkeit und Erbärmlichkeit und der Schmutz ... ach ... de? Schmutz ich glaube ... der ist da überall und in jedem Sinn! Man muß sich vor verachtlichen Leuten bücken ... man muß

sich von arideren verächtlichen Leuten als seinesgleichen behandeln lassen . . ." Und ob!" murmelte Georg. . . . öurz . . . eben alles, wie wir es jetzt bei Papa gesehen haben!" fuhr Thea fort ... ... was war er früher für ein stolzer, herrischer Mann . . . und nun zuletzt . . '. Du warst nicht dabei, aber ich. wie er sich hat von eineni Zigarrenhändler auf die Schulter klopfen und fünfundzwanzig Stück Havannahs schenken lassen . . . und wie er einem Kellner die Hand geschüttelt hat. Das kommt mir schrecklicher vor, als daß man im Gefängniß sitzt." Georg seufzte. Mir auch. Thea!" Sie war aufgestanden und trat dang vor ihn. Wenn es uns nun auch so ginge, Georg!" flüsterte sie verstört . . . . .'jetzt sind wir noch freie stolze Menschen! Aber wie wird es in ein paar Jahren ausschauen? Dann hat uns vielleicht das Leben ganz geknickt und wir sind klein end niedrig geworden und betteln herum und machen uns verächtlich, bloß um noch ein bißchen weite? leber? zu dürfen. D-enn dann hängt man ja gerade daran . . . sie der arme Papa . . . wenn es gar keinen Werth mehr hat . . ." Er fuhr auf und suchte mit den Blicken nach Hut und Stock ....... so komm!" raunte et kurz und drohend. Da merkte r doch, daß sie zurück schauderte. Sie schaute ans die Gasse hinab und schüttelte dann den Kopf. Jetzt nicht . . . jetzt ist's finster und häßlich draußen. Da geh' ich nicht aus dem Hause. Da hab' ich nicht den Muth dazu. Erst wenn die Sonn scheint und alles freundlich ist . . ." Er setzte sich wieder. Siehst Du wohl . . meinte er nachdenklich . . . . . . das ist so eine Sache! ... ich kenne das . . . Im letzten Augenblick zupft einem immer so eöwas omi tftoci ärmel und hält einen zurück!" Aber das glaubte ihm Thea nicht. Morgen ist noch ein langel Tag . . sagte sie sehnsüchtig und meinetwegen sorg' Dich nicht! ... ich mach' die Augen zu und geh' mit Dir!" Dann schwiegen beide. Zwischen ihnen flackerte das Licht unstät hin und her und plötzlich erlosch es. Da sitzen wir nun im Dunkeln!" Georg suchte in der Tasche ....... und Streichhölzer hab' ich auch nicht mehr, daß man eine neue Kerze . . ." Es ist keine mehr da!" tönte ihm gegenübe? die helle Stimme aus der Finsterniß ... . ... das war das Itfjle Stllmpschen!" Also DunkeZarrest!" Der Herren rciter war ha ärgerlich, halb belu stigt ....... ein Glück, daß ich da bin! Sonst würde sich das arme kleine Mädchn da drüben jetzt zu Tode fürchten . . Ja . . . aber so . . ." ihre Stimme klang tveich und zärtlich ....... 9 ist's recht schön! ... so heimlich . . . jetzt kann man träumen . .' ." Tafte Dich lieber in Dein Zimm hinüber," sagte Georg ....... und schlaf ein bißchen!" Aber er vernahm kein Rücken des Stuhls gegenüber. Ich bleibe hier . . sprach sie nach ' einer Weile müde wir wollen hier beisammen sitzen und warten, bis die Sonne wieder aufgeht ... wie die verirrten Kinder im Märchen . . Recht ausgewachsene Kinder . . meinte der Sportsman. Ach . . ." durch ihre Worte tönte tl wie ein mattes Lächeln ... ... ich glaube, sür dies böse Berlin da draußen sind wir beide doch noch halbe Kinder . . . Du auch, trotz all' Deiner dummen Streiche schlechte halt Du ja nicht gemacht . . . sonst wär' ich nicht bei Dir! Du weißt auch noch nicht viel vom Leben und der eigentlichen Welt . . . die lernt man im Kasino nicht kennen . . ." Ja . . . darin hast Du schon Recht!" Run also . . ." sagte sie schÄfrig . . . . . und verirrt sind wir doch auch . . . gründlich verirrt, daß wir nicht aus noch ein mehr wissen. Wie zwei Schrssbrüchige sitzen wir da auf einer wüsten Insel . . ." Er erwiderte nichts. Er hoffte, daß sie nun einschlafen würde. Eine Weile war es still. Dann hörte er durch das Dunkel ein paar schwere Athemzüge, denen langsam in langen Pausen andere folgten. Gottseidank ... sie schlief! Und auch ihm fielen die Augen zu.

So wie sie es wohl auch gethan, legte er die Arme auf die Tischplatte, den Kopf darauf . . . und bald war er drüben bei ihr im Reich der Träume. Nach drei, vier Stunden wachte er auf. ' Die unbequeme Lage verscheuchte den allmählich leiser werdenden Schlummer. Die Arm: waren steif wie Hölzer, der Rücken schmerzte, der Kopf war wiisl und schwer. Er gähnte und sah verstört um sich. Der erste Moraen 'dämmerte und füllte das Gemach mit seinem fahlen Schein. So sab.der umvirthliche Raum doppelt trsstliS aus. in diesem Licht, das keine Farbe und keinen Schatten hatte und das gleiche eintönige Grau über Tisch und Stühle, über die zerknitterten Zeitungen am Boden und die schiefgenagelten Bilder an den Wänden warf. Ei wollte aufstehen. Da klirrte es reben ihm. D?e große Nedaktrns scheere, an die er unversehens angestoßen. poltel'te aus die Dielen nieder. Er biß sich zornig aus die Lippen. Aber nun war das Unglück geschehen! Es bewegte sich das schwarze Lockcngewirr, das, von zwei schmalen weißen Händen umrahmt, ihm gegenüber auf dem staubigen Tisch lag. und langsam richtete sich ein blasser Kopf empor. Nach einer Weile begriff Thea, wo sie sich befand. Sie stand auf und dehnte den schlan ken Leib. Hier ist's trostlos!" sagte sie leise ... ... ich hab' mich auf den Morgen gefreut. Aber sieh nur. wie arau und öde alles ist! ... Ich kann es nicht mehr sehen. Ich will fort von hler , . , jetzt gleich

Wohin denn. Thea?" Sie war ans Fenster getreten und schaute zu dem Himmel auf, der blaßblau über der menschenleeren Gasse schimmerte. Es ?ird heute ein wunderschöner Sommertag . . ." meinte sie . . . . . . wenn wir den da draußen verleben könnten, Ge?rg . . irgmdwo in Wald und Flur . . . und an einem großen See . . . es giebt ja welche bei Berlin . . . da bringen wir den Tag so hin und essen in irqend einem freundlichen

kleinen Wirthshaus . . . und legen uns dann lns Gras und denken, wenn die Wolken so über uns hinziehen, daö wäre alle ein böser Traum gewesen . . und wir hätten ein Rittergut und Geld in Fülle und brauchten ozns um die Zukunft nicht AU kümmert,." Schön wär' das schon!" sagteGeorg nur wenn wir Abends nach Berlin zurückfahren, haben wir kein Rittergut und blutwenig Geld, dafür aber einen' ganzen Tag verloren . . ." . . . ja . . . wenn wir nach Berlin zurückkehren . . ." sie sprach das stockend und bang und ihrer beider Augen trafen sich 'plötzlich wieder in jäh aufleuchtendem Schrecken. Das meinte sie also! Darum sprach sie von dem aroßen See? Warum willst Du denn aber gerade an einn See?" fragte er. 2?hca blieb ganz ruhig. Ich 'denke eö mir so . . saate siz langsam . . . . . . . wenn wir so einen recht schönen, goldenen Tag da draußen verbracht haben, dann wundert es Niemanden, daß so ein Pärchen wie wir einen Kahn miethet und spazieren fährt . . . gegen Abend, wenn es nicht mehr so heiß ist und die Sonne allmählich untersinkt und aNes dämmerig wird . . . und Du ruderft eben weiter und immer weiter hinaus und läßt endlich die Ruder sinken . . . und wenn Du dann einen Strick oder sonst etwas um uns legst, daß wir beisammen bleiben, dann will ich die Auaen zumackcn und nur noch ein Vaterunser sprechen . . . und dann ist's gut . . ." . . . und dzs leere Boot wird irgendwo ans Ufer getrieben!" ergänzte Georg finster. Sie sah ihn erwartungsvoll an. Wollen wir gehen?" Er nickte. Gehen wir! Wir haben ja noch einen langen Tag Zeit, es uns zu überlegen!" XVI. Welch seltsamer Anblick: die Lin den. die sie langsam hinausschritten, waren fast völlig menschenleer! Wie ausgestorben lag die breitePrunkstraße im fahle Morgenischimmer da. Man mußte schon enau zusehen, um oa und dort vor einem Juwelierladen eine pelzvermummte Gestalt im Halbschlaf kauernd oder in weiter Ferne die Helmspitze eines gähnenden Schutzmanus zu schauen. Und Todtenstille rings umher. Unheimlich hallten ihre Schritte an den hohen, schweigenden Häuserfronten nieder, daß sie den Kopf scheu zur Seite wandten und über die graue Straßenfläche hinstarrten, aus deren Nebel sich die buntbeklexten Litfaßsäulen so grotesk abzeichneten. Es war wirklich unheimlich, auf dieser lautlosen, reglosen Straß: dahinzuwandern und nichts zu hören, als das monotone Klappen seiner Stiefelabsätze und den eigenen, schweren, Athem, nichts, zu sehen, als still ragende Mauern, still sich wölbende Bäume und leere Bänke darunter. Gottseidank .... da kamen ihnen ein paar Menschen entgeaen.. Sie. athmeten förmlich aus. Zwei Studenten, magere bebrillte Rauhbeine, die sich offenbar als unge Wüstlinge vorkamen, weil sie sich die Nacht in irgend einem Kas6 um die Ohren geschlagen hatten und nun stolz und verkatert zugleich ihrer Budt zu strebten. Und dann lange wieder Niemand. Sie waren schon fast am Opernhaus, als wieder ein Passant auftauchte, ein jüngerer, fröstelnd in seinen kurzen Sportpaletot gehüllter Herr, der eilfertig, nur einmal rasch nach einem fernen Hause zurückb-".ckend. dahinschritt. Ein nachdenkliches Lächeln lag auf seinem hübschen, müden Gesicht, während er si;h den Kragen des Ueberziehers hochklappte. Er schien, mehr als die Studenten vorhin, Grunv zu haben, mit den Ereignissen dieser Nacht zufrieden zu sein. Erst auf dec Kaiser Wilhelm-Brücke dorten sie dann wieder rasche Schritte sich nähern. Ein kleiner, dürftig aussehender Mensch mit einem Musterkös ferchen in der Hand. Er trabte eilfertig, auf feine Uhr sehend wahrscheinlich, um den Zug nicht zu ver säumen. Der mußte also schon wieder an sein Tagwerk, wo die vor ihm schläfrig nach Haus? trotteten ... .um fünf Uhr Morgens an sein Tagwerk .. ur.d seltsam: er sah dabei ganz vcrgnügt äuil Unwillkürlich blieb? sie stehen un) schauten dem im Laufschritt die leeren Linden dahinstürmenden Kleinen nach. Dummer Kerl..." murmelte Georg finster.... Gott weiß, sür wen der sich nun wieder abschustet! . . . wird wohl auch so ein Steinlein sein, der um zehn Uhr Mittags aus den Federn kriecht..." ' Steinlem steht heute wohl über. Haupt nicht aus!" meinte Thea nachdenklich. Sie starrte auf die Spree hlnunter, d trage unter der Brücken Wölbung dahinkroch. Welch ein ab scheulicheö Wasser! .. tiesschwarz. da in öligen Spiegeln schimmernd, dort vom Unrath der Straße überstäubt. Orangenschalen, Holzstücke, Zeitungs fetzen, eine todte Katze langsam in der schleichenden Fluth mittreibend... Ein ekelndes Grausen überfiel sie und sie hob dieAuaen rasch in die Höhe. Da spannte sich, mit dem Steigen des Tages in immer, tufeiem uns

tieferem Blau aufleuchtend, der reine Sommerhimmel. Die ersten Strahlen der Frühsonne übergössen die weiten Zinnen :des düsteren alters.grau:n Hohenzollernschlosses mit, lichtem , Noth und eine freundliche, belebende Wärme zitterte von ihr hernieder aus die einsamen Straßen unten und die beiden einsamen Menschen. Gottseidank... endlich die Sonne.." der Freund berührte Thea leicht am Arm. Komm' . . . wir wollen weitergehen!" Ihre Stimme klang schwankend. Weißt Du denn eigentlich den Weg, Georgs Wir wollen doch nur irgendwohin in's Freie . . sagte der Herrenreiter . . . . aus Berlin heraus .... und ich erinnere mich: in dr Nähe von Karlshorst ist em. Mlegeplatz sü? Dampfer. Also dort gibt es jeden falls Seen und Wälder und im kleines Wirthshaus was wir eben suchen . . - Sie wies mit der Hand vor sich in die Ferne. Und das liegt dort im Osten?" Er nickte. Gerade der Sonne entgegen! Da können wir schließlich nicht fehlen!... aber wahrscheinlich ist es ein weiter Weg. Es ist besser.. ich suche ilgendwo einen Wagen aufzutttiben!" . . nein . . nein . . thu' das nicht . sprach sie hastig., ..wir wollen zusammen. gehen ... das ist schöner . . . . . der Sonne entgegen . . . sagst Du . . ." hub sie nach kurzer Pause wieder an, während sie beide über die Brücke dahingingen . . . . ist das nicht seltsam, Georg .... daß man der Sonne entgegengeht, wenn man doch gerade von ihr Ahschied nehmen will..?" Er erwiderte nichts. Und plötzlich fielen ihr seine Worte von vorhin ein: .Wir haben ja noch einen ganzen langen Tag Zeit, es uns zu überlegen!" Jawohl., den ganzen herrlichen Sommertag hatte man vor sich. Dos war doch eigentlich fehr beruhigend. Da stand man doch nicht so unmit telbar vor diesem Entschluß. Er lag noch in weiter Ferne. Und inzwischen vnänderd die Sonne die Dinge ringsumher, die in der Nacht so traurig und drohend ausgeschaut, und vergoldete si: daß sie ein ganz anderes Aussahen gewannen. Da wurde vielleicht überHaupt alles anders! Da fand man doch noch vielleicht einen Ausweg oder es 1 kam einem ein Erkenntniß, cm ,die man gar nicht gedacht! Ich bin gespannt, was wir heute noch erleben!" sagte Thea und schritt rascher am Arm Georgs in vaA Zentrum von Berlin. Was ist das eigentlich für erne Gegend?" fragte sie nach einer Weile und deutete auf die Häuser der. Kaiser-

Wilhelmstraß?. Georg machte ein zwersemdes Gesicht ....... ich kenne sie nicht . . ." meinte er . . . ... für gewöhnlich hört einem ja: mit den Linden, und dem Schloß die Welt auf! Es wnd wohl so ein Geschäftsviertel fein . . . wo die arbeitenden Lwte wohnen?" Ja ... ich glaube ... in die Stadttheile kommen wir jetzt allmählich hinein. Da liegen, wenn ich mich recht er innere, im Norden und Osten von B:? lin . . Und in der Tbat . . .. schsn zeiaten. sich da und dort vereinzelte Gestatten. !- die mit fröstelnd hochgezagenen Schul--krn und tu den Taschen vergrabenen: Händen, das klappernde Blechgeschirr unter dem Arm. obne viel rechts uni? links zu sehen, ihren Werkstätten zwstrebten. . . . fchau die armen Teufel!" sagte Thea ....... die haben'S besser als wir! Die könnte mcrn beneiden! ... sie können arbeiten . . ." und wollen arbeiten!.' ergänzte Georg finster ....... wir wollen ja nicht arbeiten!' ... wir sind m zu zimperlich dazu. Wir ekeln unÄ . . . nicht vor der Arbci't selbst . . . aber vor dem Schweiß und dem Schm& und dem Lärm . . . wir sind so die. rechte Treibhauspflanzen aus dem Salon, die zu nichts ernsthaftem taugen . . Sie blieben unschlüssig sterSn. Die Straße war zu Ende, die. Richtung nach Osten durch Häuserreihen ver sperrt. Man mußte rechts, sder I'ml aufbiegen. Also rechet Hinein in das Gassen, gowirr. aus dem immer mannigfaltiger und lauter das Durcheinander des erwachenden Lebens klang. Das Rasseln von Fuhrwerken, tos Pfeifen der Bäcker jungen, das Kläffen der ZiehHunde, die schweren Tritte der zur Arbeit gehenden Männer schlugen an ihr Ohr. während sie iramer tiefer in die engen, winkligen. Quartiere ein drangen. Das waren nicht mehr die schnurgeraden. wohlgepflegten Straßenlinien des Westens! Hier drängten sich die Gassen ineinander und durcheinander, in seltsamen Windungen, wie sich einer jeden gerade das beste Fortkommen bot. Und aus ihren verwitterten, schmutzigen Häusern quoll es immer dichter hervor und fluthete in dunklen Strömen aus den Tbüren der MietbZkasernen über die Bürgersteige dahin. Massen von Armen, von Mühsamen und Bela denen, die. als etwas selbstverständliches, heute von neuem, zum hundertsten und tausendsten Mal den Kampf mit ihrer Erbfeindin, der grauen Noth, begannen. Stum'pfe Ergebung lag auf den meisten Gesichtern und müde Ruhe. Sie hatten so oft schon diesen Kampf durchgekämpft, so oft schon nach schwe j rem Tagewerk die Feierabendalocke lau-; ten hören, sie hatten so oft schon gedarbt und gehungert und sich doch durchgeschlagen . . . sie würden auch bt'Mt durchkommen und morgen und die nächsten Jahre.

Wir wollen rascher gehen!" sagte Thea beklommen ....... die Leute schen uns alle so an ... ich weiß nicht . . ." Freilich ... um diese Stunde ein gigerlhaft gekleideter Sportsman und eine elegante junge Dame in den Gassen Altberlins ... das fiel auf. Neu. gierige Blicke, umgedrehte Köpfe . . . da ein roher Witz aus einer Gruppe kalkbespritzter, in ihren Holzschuhen klagender Maurer ... ein wieherndes Gelächter ... sie verstanden den gemeinen Berliner Jargon nicht aber sie machten, daß sie weiter kamen. Wäre man rmx erst heraus! Aber das nahm kein Ende! Immer neue Straßen und Plätze und Gäßchen und immer neue Mengen von dunklen, zum Fronwerk pilgernden Gestalten. Sie wußten die Richtuna gar nicht mehr. Das ist evie in einem Jrrgarten!" klagte Thea ....... wir wollen hinaus ins Grüne und unter blauen Himmel . . und dies graue Arbeiterviertel mit seinem Rauch und Lärm läßt uns nicht los! Wir sind wie gefangen in diesem Gewirr von häßlichen Häusern." Georg drehte mit ihr um. Wir wollen uns nach links wenden!" rieth er ...... . dann müssen wir die Richtung wieder bekommen." Sie eilten durch immer neue Gassen dahin, iu denen sich Laden um Laden öffnete, in denen man fegte und kehrte, emsig die Geschäftsräume scheuerte und alles zurecht machte für den kommenden langen Tag. Wie Fwei Flüchtlinge erschienen sie sich selbst in ihrer scheuen Hast, wie zwei rathko.se Menschen, die nicht mehr wußten, woraus diesem Wirren und Treiben heraus der Weg zum süßen Nichtsthun, z bcrri qeheimnißvollen Nichts fübrte. Hier lümmerte sich keiner um das Nichts, hier dachte keiner daran, wehmüthig dem Dasein Adieu zu sagen! Hier köte man und rang zäh und grimmig um sein bißchen Leben. In gewalticrem Donnern und Dröhnen umhallte jetzt, auf der großen Qerkehrsaber, m die sie ihr? Flucht getrieben, der B'srliner Arbeitstag das verstörte Paar. KlingelM Pserdebahnwagen, menschen'wimmelnde:Omnibusse, schwer knarrendes Fuhrwerk und leichte Handwagen, auf dem Fcchrdamm, ein Getümmel und Gehaste-von thätigenMenschen auf den Bürgresteigen daneben, ein Fluthen und Brausen, das betäubend auf ihre übermüdeten Sinne wirkte. Auch die Häuser: hatten sich belebt. Es 'klangen die ScheUm an den Ladenthüren und aus den Höfen der Lärm des Handwerks. Da siel durch die. schmutzigen Fenster- der Kartonnagefabrik der Sonnerrfchein auf lange Reihen junger Mädchen, die mit vorgebeugtem Oberkörper an den Tischen hantiert?, dort 'zeichneten sich durch die , Scheiben des Kontors die schreibenden und rechnenden Gestalten und im Ne-

benraum der datierend mtf- und nie. derschreitende Fabrüdrektor ab. Und die Fabriksn selbst begannen i nech mit gähnend klaffenden Thoren zu brummen, und zu. stampfen. Es. kam, Leben in die. kleinste Werkstatt wie in die mächtigen Maschinensäle. Wie sich da die Räder drehten und die Riemm glitten und. in schwarzen Wolken der Dampf dem Schornstein entstieg,,, so hallte dati der Hammerschlag'. in; das Pfeifen und Schrillen des Hobels und fprühterr die Esse, und gWaltig, sich tausendfach misasnd und immer , wieder stärker anschwellend kkang es im Lärm der. Arbeid über das Meer der Giebel und Däcker empor r Unser .taglich Brd gieb uns heute!"' (Schluß folgte) Der Uvgeor Ttititt -n d Secrctär im Vorstande .der belgischen Repräsentantenkammcr Warocqaö ist als Verschwender unk. Spiels bekannt. Seine ererbter'MilliolM sind von ihm verschleudert lvorden. '-md jetzt ist rzr dem Cidilzerich.Zhofe inM.arleroi. öffentlich über d Antrag, seiner Gattin, bist Ausschlichung der: Gütergemeinschaft auszustzrechen. verhandelt worden.. Es wurde ist dieser-Berhand-lmng naÄa.ewiesen, daß dikr: Volksöertreter. seit zehn Jayren leine 3mmobilie mit vieT Millionen Francs Hypothek belasteund viinMillione Francs- Werthpa'Zere vzunft hat.. Außerdem sind . für 890,900 Francs., von 15m ceptirtWechstilgegenwärtig . im Umlaufe. Und d& Alles für. Spl und Spot! Sein Anti als Verwalter der Zechen Mau'emQnt hat ex. nickerleaen müssen. Es ist. erst 20) Jahre he-r:. daß Stanley das Geheimniß des afri--kanischen Rsenstro2s erschloß", indem er feststellte. dc$ fein Laich durch die Stromschnellen bei dem heutigen Orte Stanley Pook m zwei Theile ge theilt wird, die bnde schiffbar- swd. aber durch die unbefahrbare Strecke dieser Katarakte getrennt werden. In der Verbindung dieser beida Schiffahrtswege liegt die hohe Bedeutung der gegmwärtig im Bau begriffenen Congo - Eisenbahn. Im Jahre 1881 traf der erste Dampfer, in einzelne Theile zerlegt, in StanZey Pool ein und wurde dort zusammengesetzt, um die Dampfschifffahrt auf dem oberen Congo zu eröffnen. Heute nach 16 Jahren schwimmt f dem oberen Congo eine stattlich? Flotte von 45 Dampfern, von denen einzelne bis zu 40 Tonnen Ladegewicht besitzen; 20 davon gehören dem Congo - Staate. 4 sind französisches Eigenthum, ä sind im Besitze der belgischen Congo Gesellschaft. 4 in dem von holländischen Handelshäusern und 5 im Besitze von Missions Gesellschaften, einer endlich gehört einer Gesellschaft für KautschukGewinnung. Jeder dieser Dampfe? hat mit Umgehung der Stromschnellen stückweise nach Stanley Pool geschafft werden müssen, um dort Z'.'sammeng'!. etzt zu werden.

Für die Küche. KonigAlbert-Suppe. Aus mageren Fleischabfällen wird mit frischen Suppenkräutern eine leichte Brühe gekocht. Ist dies geschehen, so werden frische junge Erbsen in reichlicher Menge knapp mit Wasser gefüllt, weich gesotten und durchgestrichen, worauf man diesen Brei mit der Brühe vermischt, mit einem Theelöffel voll Fleischextrakt durchkocht und mit einem Stückchen Butter nebst wenig Zucker und Pfeffer versetzt. Während dieser Zeit werden vier frische Eiweiß mit Salz und einem Löffel dicker, süßer Sahne schaumig gequirlt, in eine mit Butter bestrichene flache, kleine Form gefüllt und im Wasserbade steif gemacht. Man stich! aus der Eiweißmasse kleine, runde Scheiben und richtet darüber die Suppe an. Einlage in Brühsuppen. Statt Gries oderSago kann man auch geriebene, abgekochte Kartoffeln als Suppeneinlage verwenden. Man gießt die Suppe ab. nimmt Fleisch 'oder Grünzeug heraus, stellt sie nochmals auf's Feuer, reibt drei mittelgroße Kartoffeln (für etwa 6 bis 8 Perso-nen)-hinein, läßt die Suppe damit nochmals aufwallen und richtet, sie an. Kalbsbraten wird mit Nierenfett und Butter, in den Ofen gestellt und erst etwas Papier übergelegt, damit er. nicht zu dunkel wird, er. darf nur goldbraun sein. Viele Leute.- bra ten ihn in Speck oder spicken ihn doch ist das Geschmackssache und nicht unbedingt nöthig. Er wird,, wie alle Braten,, beim Ansetzen nur wenig gesalzen,, später gibt man ehr Salz hinzu. Eine Zwiebel wird fein in die Sauce geschnitten,, und Viele finden ein kleines Zweiglein Thymian wohlschmeckend.. Der Braten muß fleißig, begossen werden, die Sauce, welche auch blos hellbraun sein darf,, wird dann, wie oben, , entfettet und sämig, gemacht. Die' Zeitdauer, richtete sichnach der Größe. EinfachesKaninchen f x ifasste: Ein Kaninchen wird gewässert, sauber abgetrocknet und in Stücke zertheilt und mit einem Viertel Pfund durchwachsenem, würflig geschnittenem Speck, einer in Scheiben geschnittenen Zwiebel, einem Bündel Petersilie,, einem' Lorbeerblatt, dem. nöthigen Salz und Pfefferkörner: irr eme Kasserolle gelegt.mit WasserLbergössen, 20 Minuten langsam gekocht' und dann nebst dem Speck cherausgenommen. . Eine helle Mehlschwitze auSeinem Stückchen Butter und einem Löffel Mehl vermocht man mit derdurchgegossenen' Kaninchenbrühe zu einer fämigen Sauce nrnd dämpft die Kaninchenstücke. den Speck und eine Anzahl kleiner Zwiebelchen darin weich, schöpft, das Fett ab, legirt die Sauce mit zwei in Rahm zerquirlten Eigelb und schärft sie vor dem Anrich ten mit Citronensaft ab. Speck k'U-ch e n. Man schneidet eine Portion-Speck in zierliche Würfel und vermengt- dieselben mit Salz und Kümmel.' Nun hat man unterdessen, ein Blech mit' Weißbrotteig belegt und mit einigen- gequirlten Eiern bestri eben, darauf legt man die Speckwürfel. salzt noch'eiwas nach und backt derr Kuchen ittcheißem Ofen.- Beim Speck kuchen, einem beliebteir Herrenessen, muß dc?:.Tclg besonders hart gebacken Werder H i m b e t v c x t m & Man drücke zwei PfündschöneHZnröeeren durch ein Haarsieb,' gebe ein halbes Pfund ge ftoßelren-Zacker hinzu-, wenn er ge schmolzen ist, ca. einMnze vorotreitete Gelcctine, setze es in einer Terrme auf Eis 'und sobald es anfängt, Äick zu wttden, mische r.m einen- Teller Schlügsahne darunter. E v f e k b 0 w l Zu dieser vor zuzttchen'Bowle wählt man einige be sonders feine, saftige Aepfel einer aro n.ntischen Sorte, schält dieselben, befreit siö'vom Kerngehäuse und schnei'M!it -in dünne Scheiben. Diese legv man-in-eine Terrine, bestreut und V mischt' sie reichlich mit feinyestoßenem.

Zucker-und läßt sie so fest zugedeckt an j einem- kühlen Orte stehen: Danach 'gießt man ein Weinglas feinsten Num oder-Arrak darüber. laM denselben einige Stunden ziehen und fügt alsdann die nöthige Menoe Nbein- ird?? Moselwein hrkrzu. feiht die Bowle, nachdem sie :hrere Stunden gestan den hat, durch ein Sieb, damit' die Aepfel zurückbleiben, und träat sie auf unter Hinzi:filgung einer Flasch? Sel !ttswasser. Türki-siches Sorbet oder Scherbet von Granatäpfeln Man zerschneide sechs Granatäpfel, legt den. dritten Tyeil bei Safte und peeßt daS übrige durch. Der Zruchtsaft wird mit der gleichen Menc Masse? und 5 Unzen Kecker vermischt und dicklich eingekocht. Nach dem ErÄlten fülle man den Trunk- in die .Mhlkaraffe. thut eitrige Gläs leichten Wein, meh rere VÄne EisstLckchen urJb die Frucht stückchen hinzu und reichi kleines Ge bäcfc daneben. In ähnlicher Weise, wobe die Früchüe jedoch ,rst im Zscker. fest- gekocht und dann erst zerschnitten xsxb durchgepreßt werden, bereitet man korbet aus Äprikosezr. Psirsichm, Bir nen und Krrschen. Sehr sein ist der Pascha - Sorbet, zir dem rohe, zerdrück te. gemischte Früchte ausgepreßt, mit Eitronevsast, Weißwein und Zucker vermischt und dunn gefroren werken, woraus der Scherbet mit Burgunder und Champagner zu gleichen Theilen verrührt und in Henkelgläsern servirt wir$. Der K n a l l p r 0 tz. Herr Commerzienrath haben wohl fehr kost spielige Passionen?- Nu', kann ich mir doch leisten ä paar Vollblutstecken Pferde!" Kindermund. Du, Hansi, ich glaub', es ist Besuch drin. Papa sagt zu Mama: Mein Herzerl!-