Indiana Tribüne, Volume 20, Number 328, Indianapolis, Marion County, 15 August 1897 — Page 9

SudZans Srwüne.

Ella Am Käuptlmgsgraö. Erzählung von I. T. Hansrn. : Ende der vierziger Jalre siedelte sich ! eine Anzahl Deutscher in dem nord j amerikanischen Staate Iowa an, da- ' runter die Brüder Konrad und Her mann Desler. Ersterer war verheirathet, letzterer noch lcdig. ein junger . Mann von einundzwanzig Jahren. Ländereien von bester Beschaffenheit waren im nördlichen Iowa damals billig und in größter Auswahl zu ha ben. Die beiden begründeten ihre Farm an südlichen Ufer des Turkeyslusses, der in südöstlicher Richtung dem gewaltigen Mississippi zufluthet. , Der klare und schöne Fluß hat seinen Namen Truthahnfluh" von den an seinen Ufern zahlreich sich des Leben freuenden, fetten, schmackhaften, wilden Truthühnern. Wer dort lebt, kann in der eigentlichen Jagdzeit sich leicht alle Tage einen Truthahn für die Küche verschaffen. Frau Ernestine, Konrads Gattin, war sehr geschickt in der Kunst der Zubereitung dieser leckeren Bratvögel. Zur Abwechselung gab es dann auch wohl Forellen und andere Edelfische aus dem Flusse. Alles das war gewiß besser und angenehmer als der ewige Maisbrei mit Schinken undÄpeck der Illinois-, Mis-souri-und Ohio - Farmer. Die Prairien Iowas waren jährhundertelang bevorzugte Jagdgründe der Indianer aewesen. 1836 hatte man zuerst angefangen, sie zu verdrängen, indem die Regierung von ihnen Landkäufe machte in der üblichen Art und Weise, die mehr die Bezeichnung Landräuberei verdiente. Blackhawk Schwarzfalke" , ein berühmter Häuptling, erhob endlich grollend das Kriegsbeil gegen die weißen Eindringlinge. Nach jahrelangen . Kämpfen wurde er besiegt, und an einigen geeigneten Stellen wurden Forts gegen die Indianer errichtet, so auch am Turkeyflusse das Fort Atkinson. Es war für die zweihundert Dragoner eine ziemlich langweilige Garnison, weil sie keinen Whisky trinken Kulten. Ihr .Oberst Nathanael Higgins war nämlich ein entschiedener Temperenzler, der keinen Tropfen Whisky in oder bei dem Fort duldete. Vielleicht hatte die Regierung ebendeshalb diesen militärischen Mäßigkeitsapostel für den Posten so besonders geeignet gehalten, weil unter solchen Umständen angenommen werden konnte, daß er über das Gesetz, welches verbot, an die Rothhäute Branntwein zu verkaufen, streng wachen würde. Der brave Oberst that denn auch in dieser Hinsicht sein Möglichstes, vermochte es aber trotzdem nicht zu verhindern, daß die Indianer von schür- . kischen und gewinnsüchtigen Händlern .mit dem geliebten Feuerwasser ver sorgt und dafür um ihre werthvollen Biber- und Otternpelze beschwindelt wurden. . Blackhawk. der tapfere Häuptling, war, wie man sagte, aus Gram über seine Niederlagen in den Kämpfen mit den mächtigeren Weißen, im Jahre gestorben. Seine rothen Krieger hatten ihn begraben in einer romantischen Thalschlucht zwischen den Hü:ln am Turkeyflusse und ihm dort auch einen kegelförmigen GedächtnißHügel errichtet. Die Stelle war fortan für die Nothhäute geheiligt. Ein einsamer, menschenscheuer Trapper, der unvorsichtigerweise in der Grabesschlucht sich angesiedelt hatte, war in dunkler Nacht überfallen, getödtet und skalpirt worden, und sein kleinesBlockHaus hatten die Flammen verzehrt. Seitdem wagte kein Weißer, sich dort seßhaft zu machen. Man scheute den Grimm der rothen Männer, die gekzeimnißvoll über des Grab des todten Häuptlings zu wachen schienen. Und übrigens gab's ja ringsum genug schöne, für die Ansiedelung geeignete Plätze. , Außer den fleißigen Farmern.welche den nordöstlichen Theil von Iowa zu' kolonisiren begannen, trieben dort auch noch andere Weiße emsig ihr Wesen, nämlich erzsuchende Abenteurer, welche nach Bleierz schürften, nicht etwa, um solche Fundstätten selbst auszubeuten, sondern vielmehr, um die Bleierzlager an Kapitalisten und Unternehmer zu verkaufen. Das auf diese Weise gewonnene Geld vergeudeten sie dann gewöhnlich so rasch als möglich in wüsten Gelagen, um danach -abermals ihr Suchen und Schürfen in der Wildniß zu beginnen. Bei Dubuque und auch bei Gutenberg, einem freundlichen.don Deutschen gegründeten Städtchen.hatte man viele .reiche Bleierzlager entdeckt, und mehrere große Schmelzhütten gab es schon in der Gegend, welche man die Bleiregion" nennt. Die Erzadern liegen nicht tief; zuweilen genügen schon einige Dutzend Spatenstiche, um auf eine ergiebige Ader zu treffen. Eines Morgens nahm Hermann Desler seine Flinte und ging auf die ?kagd. Auf einige feiste Truthühner hatte er es abgesehen. Nach ungefähr anderthalb Stunden gelangte er auf den Uferhllgel am Flusse, von dem er h'.iabschauen konnte in die indianische Grabesschlucht. Da sah er zu seinem Erstaunen dort unten einen Erzgräber emsig. bei der Arbeit. Es war ein rothhaariger, ziemlich strolchmäßig aussehender Mensch, der etwa dreißig Jahre alt sein mochte. Kaum zeyn Schritte von dem Grabe und Eedächtnißhügel BlackhawkS hantirte mit-Spitzhaue und Spaten iin rerdroff der Unbekannte und hatte

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schon eltt recht ansehnliches Loch im Erdboden zu Stande gebracht. Offenbar ahnt er nicht, welcher Gefahr er sich aussetzt," dachte der junge Deutsche. Ich will ihn warnen Und er stieg gemächlich hinab in die Schlucht. He, holla!" rief er. als er unten an. gelangt war. Ihr schürft hier nach Blei, so will eZ mich bedünken." Ja, das thue ich. Es ist das Bernllnftigste, was man in Iowa thun kann. Habe keine Lust zu anderen Geschäften Laßt an dieser Stelle daö Schür fen lieber bleiben." Warum denn?" Es könnte Euch möglicherweise dm Skalp kosten." Haha,Jhr meint daö vielleicht, weil die alte verwünschte Rothhaut hier begraben liegt?" Jawohl, gerade deshalb. So ist es dem Trapper Davis ergangen, der vor einigen Jahren eS wagte, sich hier anzusiedeln." Danke für die Warnung, Sir. Aber das kümmert mich nicht. Seht, dort am Hkorybaume habe ich meine Büchse stehen. Es soll nur eine armselige Rothhaut wagen, mich in meinem Geschäft zu stören, das würde dem Burschen schlecht bekommen." Doch des Nachts " Nachts fchlafe ich nicht in der Schlucht, sondern suche mir anderwärts ein sicheres Lager." Ich möchte Euch doch von dem gefährlichen Unternehmen abrathen." . Ei was! Erstens habe ich ja daö Grab des eilten Häuptlings noch gar nicht angetastet, und zweitens, wenn das auch geschehen müßte, so würde mich das gar nicht geniren. Habe hier gute Bleispuren gefunden, Sir, und wenn ich ein Erzlager entdecken kann, das mir etliche tausend Dollars einbringt, so soll es mir wahrhaftig nicht darauf ankommen, deshalb einen ganzen Haufen indianischer Todtenknochen durcheinander zu wühlen. Hahaha!" Nun, wie Ihr wollt!" sagte köpfschüttelnd der Deutsche. Lebt wohl, Sir!" Hermann Desler verließ den Erzgräber und stieg auf der anderen Seite aus der Schlucht. Bald nachher erlegte er in einem Wäldchen ein paar Truthühner und begab sich mit seiner Beute nachHause. Aber auf einem anderen Wege als vorher, denn es gab m der Nähe ein weibliches Wesen, welches ihn mit magnetischer Gewalt nach einer gewisserMichtung zog. Als er aus dem Wäldchen trat, konnte er weithin nach Süden die Prairie überschauen. Und da sah er in ziemlicher Ferne das geräumige Blockhaus des Händlers Kaleb Williams, der, dem strengen Gebote zum Trotze, jahraus, jahrein die Indianer mit Feuerwasser versorgte und dafür werthvolle Pelze eintauschte. Er galt für seh? wohlhabend. Kaleb Williams hatte zwei herangewachsene Söhne und eine siebzehnjährige Tochter Namens Mary. Diese hatte auf Hermann Desler's empfängliches Herz einen solchen Eindruck gemacht, daß er des Vaters anrüchiges Geschäft darüber vergaß. Im Vorbeigehen wollte er bei Williams vorsprechen, um wieder einmal die Holde zu sehen und womöglich ein paar Worte mit ihr zu plaudern. Der Händler, ein richtiger Dankee, schien freilich diese Liebelei nicht recht zu billigen. Doch betrug er sich als gewandter Handelsmann immer höflich gegen den jungen Deutschen, wenn dieser zu ihm kam, um irgend eine Kleinigkeit zu kaufen. Munkr schritt Hermann dem Blockhause zu und war demselben schon ziemlich nahe gekommen, als er einmal zufällig nach Osten blickte. Da gewahrte er eine Anzahl Reiter,' die über die Prairie trabten. Es waren sechzehn Dragoner vom Fort, angeführt von einem Unterofficier. Der junge Teutsche erreichte daö Blockhaus, neben welchem ein großer eingezäunter Hofraum sich befand. Dort kauerten sechs Indianer vom Stamme der Winnebagos. Williams und dessen Söhne waren im eifrigsten Feilschen mit ihnen begriffen. Die Nothhäute, welche schon reichlich Feuerwasser genossen zu haben schienen, vertauschten eine Anzahl schöner Biber-, Ottern- und Fuchsfelle gegen Whisky. Pulver und Tabak. Hermann fühlte sich abermals zum Anbringen einer Warnung gedrungen. Nehmt Euch in Acht mit dem verbotenen Handel!" rief er dem 7)ankee zu. Es kommt gerade ein Trupp Dragoner vom Fort beran." Ist vielleicht der würdige Temperenzoberst dabei?" fragte der Jankee spöttisch.

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Mer ' stmmanbitt denn den Trupp?(5m langbä'rtiger Unterofficier." Das ist mein Freund Turnbull. Weiß schon, was die Dragoner wol. len. Sind auf einer Streiftour und suchen bei der Gelegenheit hier, wie schon so oft. einen stärkenden Labetrunk. der ihnen im Fort nicht gegönnt wird. Gott segne den närrischen Temperenzoberst! Er ist die Ursache, daß nächst der indianischen Kundschaft die durstigen Dragoner meine besten Kunden geworden sind und den größ ten Theil ihrer Löhnung bei mir las-sen.-Und der würdige Kaleb Williams und dessen Söhne brachen in ein schal lendes Gelächter aus. Auch die In. dianer, welche seine Auseinander, setzung wohl zum Theil verstanden hatten, grinsten. Wünscht Ihr sonst noch etwas Besonderes?" fragte dann der Aankee. Ich möchte einige Patentangelhaken kaufen." versetzte der Deutsche.' Bitte, Sir. geht in's Haus! Meine Tochter wird Euch das Gewünschte geben. Ich selbst habe jetzt keine Zeit, da so viele durstige Gäste ankommen." Dem jungen Manne war das sehr angenehm. Er trat in's Haus und traf in dem großen Laden die schöne Mary, welche ihm mit holdem Lächeln die gewünschten Angelhaken überreichte. Dann gerieth er mit ihr in ein lebhaftes Geplauder. Sie hatte ihn auch gern, war er doch nach ihrer Ansicht der hübscheste und liebenswürdigste junge Mann in der ganzen Gegend. Das dauerte so eine Viertelstunde. Da kam plötzlich ihr Vater herein, um irgend etwas zu holen. Er sah den jungen Deutschen von der Seite an, und dieser hielt es deshalb für angemessen, sich jetzt zu verabschieden. Als er draußen war. sah er auf dem Hofe die dort lagernden und lustig zechenden Dragoner, deren Pferde an den Zaun angebunden waren. Wenn der wackere Oberst im Fort das wüßte, so würde er gewiß vorZorn außer sich gerathen," dachte im Stillen Hermann Desler. Aber hier in Amerika sind die Gesetze dazu ba um übertreten zu werden. Was kann man da machen?" Und er schritt achselzuckend über die Prairie der heimischen Farm zu. 2. Einige Tage später unternahm Her mann abermals eine Jagdstreiferei bis zur indianischen Grabesschlucht. Dies mal war es dort einsam und still. Nur die Vögel zwitscherten in den grünen Büschen. Das Loch, welches der Erzaräber ausaearaben hatte, war unordentlich mit Erde wieder zugeworfen. Wahrscheinlich ist seine Mühe ver geblich gewesen, und er sucht jetzt wohl an anderer Stelle dachte der junge Deutsche. Plötzlich stolperte er über einen Ge genstand und wäre beinahe gefallen. Zuerst glaubte er, es sei ein Stein. Aber nein, der Gegenstand hing fest an der Spitze seines linken Stiefels. Es war ein zusammengeknotetes buntes Taschentuch, welches etwas Schweres enthielt. Er öffnete es und fand ewige vortreffliche und vielver sprechende Bleierzproben, die offenbar von emer größeren Erzmasse abge schlagen worden waren. Der Deutsche murmelte: Ei, steh doch! Also hat der Rothhaarige doch richtig hier in der Schlucht Bleierz entdeckt. Vielleicht ist er nun unterwegs nach Dubuque, um dort das Erzlager zur Ausbeutung zu verkaufen. Aber weshalb hat er dann seine Erzproben nicht mitgenommen?" Dies Räthsel sollte bald gelöst wer. den. Hermarm war einige Schritte weiter gegangen und hatte sich dem Häuptlingsgrcrbe genähert. Da sah er etwas RöthlicheS im Winde flattern auf dem kegelförmigen Gedächtnißhügel, und als er ganz nahe herangekommen war, erkannte er mit Schaudern, daß es ein blutiger Skalp war, der auf einem in dem Grabhügel steckenden Holzstad gewissermaßen als Siegestrophäe befestigt war. Zweifellos war es die Kopfhaut des unbekannten Erzgr'äbers. Also war der Verwegene doch ein Opfer des indianischen Grimmes geworden, jener geheimnißvollen Rächer, die über dem Grab des todten Hauptlings wachten, um es vor schnöder Entweihung zu schützen. Hätte der Mensch meine wohlgemeinte Warnung beachtet, so wäre dies Verhängniß nicht über ihn gekommen murmelte der junge Deutsche. Die skalpirte Leiche war nirgends zu sehen. Wahrscheinlich lag sie verscharrt in dem zugeschütteten Erdloche. Das Taschentuch aber mit den Erzprnben nahm Hermann mit nich Hause. Er sprach dann mit seinem Bruder Konrad über die Angelegenheit. Dieser sagte bedächtig: Die Kenntniß von dem Vorhandensein eines vielleicht sehr reichen Bleierzlagers in der indianischen Grabeöschlucht kann vielleicht in künftiger Zeit für uns nützlich werden. Vorläufig ist damit nichts zu machen, der Gefahr wegen, in die . r " C wir uncic vsiaipc umiyni luuiucn. Behalten wir einstweilen das Geheimniß für uns! Kommt Zeit, kommt Rath!", Die Zeit sollte bald kommen.rascher, als Konrad und Hermann Desler geahnt hatten. Noch vor Ablauf eines Jahres nämlich begaben sich die Indianerstämme Iowas, in Wuth gebracht durch viele neue Ungerechtigkeiten der Weißen, abermals auf den Kriegspfad, wurden aber von der gezen sie aufgebotenenMilitärmacht bald bezwungen .Es war nur ein kurzer Krieg. In einem Scharmützel war jedoch der tapfere Temperenzoberst Nathanael ßiaainS jo schwer. vuwundt worden.

baß er seinen Abschied nehmen und sich enstoniren lassen mußte. Ein neuer Commandant wurde also nach dem Fort Atkinson geschickt Dieser war zur Frend der Dragoner dem Whisky bold. Ungehindert durfte fortan im Fort ein Schankwirth die durstigen Kehlen laben. Die Indianer der Gegend aber wurden gänzlich vertrieben und nach einer für sie bestimmten sögenannten Reservation" im Nordwesten geschafft. - lim fernerhin blutige Zusammenstöße zwischen den rothen Männern und den Weißen zu verhindern, wurde von der Regierung angeordnet, daß ein Landstreife'n von zwanzig englischen Meilen Breite wüst und unbewohnt bleiben solle, um die Reservation der Rothhäute von den Ansiedlungen der Weißen zu trennen. Dieser Grenzstrifen wurde der neutrale Grund" genannt. Bevor aber die Indianer ihre Wigwams abbrachen und vom Turkeyfluß wegzogen, begaben sie sich in die Grabesschlucht, zerstörten den GedächtnißHügel, gruben die Erde auf und hoben aus der Gruft die Gebeine Blackhawks. Dieselben wurden in eine Decke gehüllt und mitgenommen. Dabei stimmten die Krieger einen mclancholischen Klagegesang an. Und dann zogen sie fort von der Grabesschlucht und dem schönen Turkeyfluß. nach Nordwesten, ihrer neuen Heimath, der für sie bestimmten Neser. vation zu. 3Einige Tage später ritt der Händler Kaleb Williams über die Prairie. Im Fort Atkinson hatte er Geschäfte machen wollen. Das war ihm aber nicht geglückt. Es gab da jetzt ehe Concurrenz im einträglichen Whiskygeschäft, die ihm zu übermächtig war. Das hatte ihn in eine recht verdrießliche Stimmung gebracht. Auf dem Heimwege überfiel ihn ein heftiges Gewitter mit strömendem Re-

gen. Zum Gluck war die Farm der Brüder Desler nahe, und dort suchte und fand er gastfreundliche Aufnahme. Wie steht's denn bei Euch zvHause, Sir?" fragte Hermann. Mit der Gesundheit steht's gut." versetzte der Jankee. Die Geschäfte gehen aber zetzt miserabel. Was macht Eure Tochter Mary? Sie ist ganz munter und wird alle Tage schöner. Hm muß nun wohl bald daran denken, sie zu verheira ihtn Weil Ihr gerade davn sprecht, halte ich es für passend, zu bemerken, daß ich Mary von Herzen liebe, und daß sie mir auch zugeneigt ist. Will's schon glauben. Sir, möchte aber mit meiner Tochter höher hinaus. Und da ich nächstens nach Dubuque überzusiedeln gedenke, so meine , ich, könnte sich dort wohl ein reicher Freier melden für das Prachtmadel. .Nach Dubuque wollt Ihr?" Jawohl, hier ist das beste Geschäft jetzt verdorben, seitdem die Indianer verjagt sind und nicht mehr zu mir kommen. In der Reservation will ich sie nicht aufsuchen, denn das wäre mir doch zu gefährlich. Bei den Dragonern ist auch nichts mehr zu verdienen. Seitdem der Temperenzoberst weg ist. haben sie jetzt im Fort Whisky genug und brauchen mich nicht mehr. Was soll ich also noch länger hier? Habe mir ein hübsches Capital erworben und gedenke damit in Dubuque mich beim Blelaeschaft zu bethettigen. ' Das könntet Ihr vielleicht hier viel bequemer und einträglicher haben. Wieso?" Am Turkeyflusse gibt's ein Blei erzlager. welches Möglicherweise von groker Mächtigkeit it. Habe bisher noch niemals etwas von Bleimlnen am Turkeyflusse gehört." Das wundert mich nicht, denn es ist ein Geheimniß, das ich selbst, nur ganz zufällig ergrundete. Warum habt Ihr. denn nicht das Lager ausgebeutet oder dasselbe zur Ausbeutung an Andere verkaust?" Das war bisher nicht thunlich.weil zu gefahrvoll. Nun aber, seit Kurzem, steht der Ausbeutung kein Hinderniß mehr im Wege." Ist das wirklich kein Jrrthum.was Ihr sagt?" Gewiß nicht! Ich kann Euch den Beweis sogleich liefern." Hermann holte die Bleierzproben, welche er in dem Taschentuch des skalpirten Erzgräbers gefunden hatte, und legte sie auf den Tisch. . Der Händler prüfte sie und wog sie in der Hand. Schweres fast gediegenes Erz." sprach er mit zufriedenem Schmunzeln. Calculire, es möchte sich wohl glänzend lohnen. Wollt Ihr mich zum Theilhaber, dann gebe ich das für den Anfang nöthige Betriebskapital in's Geschäft!" Wollt Ihr mich zum Schwiegersöhn?" Wenn das Erzlager sich als werthvoll erweist, dann sage ich mit Vergnügen Ja!" Gut also, machen wir das schriftlich vor dem Sheriff ab, und dann können wir schon morgen anfangen. dasTerrain gründlich zu untersuchen." So sei es!" Schon am folgenden Tage begaben sich die Brüder Desler mit Kaleb Williams und dessen beiden Söhnen zum Sheriff, wo der Vertrag aufgesetzt wurde. Dann ritten sie. versehen mit Sritzhauen und Spaten, nach der Schlucht am Turkeyflusse. Dort gruben sie die Erde auf an der Stelle, welche Hermann bezeichnete. und fanden in zwei Meier Tiefe dje fast schon verweste Leiche des unbekannten Erzgräbers.- trafen iiabei auch auf Bleierz. DaS Grabschlltteten sie dann tote

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der zu uno schürften darauf an anderen Stellen, nach dem östlichen Hügelabhang zu. Fast überall stießen ne auf reiche Erzadern. Nach diesem so äußerst günstigen Ergebniß ihrer Untersuchungen kehr, ten sie nach Kaleb Williams' Haus zurück, wo nun die Verlobung Hermann's mit der schönen Mary stattfand. In der nächsten Zeit wurde alles Erforderliche zur zweckmäßigen Ausbeutung des neuentdcckten Bleierzlagers bewirkt, wobei der kluge ?)ankce viel Energie und Geschick bewies. Die Gruben in der Schlucht lieferten in der That viele Jahre lang sehr reiche Erträge. Die Verfrachtung des Erzes in großen Kähnen oder 'Flachbotcn den Turkeyfluß hinab und .dann eine kleine Strecke den Mississippi entlang nach der nächstenSchmelzhütte war bequem und billig, und so gelangten sowohl die Gebrüder Desler wie Kaleb Williams und dessen Söbne zu ansehnlichem Reichthum. Die Familie Desler ist noch heute in der Gegend ansässig. Zwanzig Minuten vor Zwölf. Aber Herr Ingenieur, was ist's eigentlich mit Ihrer Uhr? So oft ich einen Blick auf dieselbe zu werfen Gelegenheit hatte, sah ich sie regelmäßig auf zwanzig Minuten vor zwölf zeigen!" Ja. meine Herren, das hat damit seine eigene Bewandtniß! Lassen Sie sich erzählen, was mir da bei na, der Name thut ja nichts zur Sache, also was mir da bei Dings da in Afrika vor einigen Jahren begegnete, und Sie werden dann begreifen! Meine Regierung hatte mich nach dem schwarzen Erdtheil mit dem Auftrage gesandt, für eine in der Colonie ev. zu erbauende Eisenbahn ein günstiges Terrain zu erforschen und zu vermessen. Eines Tages war ich wieder bei der Arbeit, als plötzlich es war zwanzig Minuten vor zwölf nach afrikanischer Zeit durch das Gebüsch unmittelbar zu meiner Rechten ein Löwe bricht und vor mir mit weitgeöffnetem Ra chen zum entsekllchen Svrunae aus holt. Das Blut erstarrte mir fast in den Adern, das können Sie sich denken, meine Herren, aber meine Geistesgegenwart. die mich schon oft aus ähnlichen Gefahren errettete, sollte mir auck diesmal helfend zur Seite steben. Ich sah Sr. Wüstenmajestät kühn in's Äuge, nur wenige Augenblicke zur Ueberleauna brauchend, was zu thun sei. Darauf zog ich, immer den Blick t .TL C . !l er sen aus il)u geyesiei, mu einger nuye meine Uhr. die eben auf zwanzig Minuten vor zwölf nach mittelasrikanischer Zeit stand, und hielt sie dem WiU stenbeberrscher vor die glühenden Augen. Er verstand, was ich damit saaen wollte, nämlich: dak es mm De jeuner zu spät und für das Diner noch w.. o.:i r.: cm.: m - . -. muji uu uci ocu -uicia zlsavis wurde blutrotb in seinem könialicken Angesichte und mit verlegener Miene wandte er s:ch blitzschnell um und suchte das Weite, vermuthlich aus Scham, daß er die höfische Etikette in so .roollcher, unkoniglicher Weise ver letzte. In N a u q a t u ck. C o n n.. ha die Verhandlung der ersten Anklagen wegen Sonntagsentheiligung durch Offenhalten der Laden am Sonntag mit derFreisprechung des Angeklagten geendet. Dieser, ein Grocer Namens Patrick Conners war geständig, an t nem Sonntag dem Deacon E. S Williams ein Psund Cracker ver. kauft zu haben, die Williams aö Be Weismaterial gegen ihn benutzen wollte. Theodse Stein, Abstracter of Titles, Ecke Market und Pennsylvania Etr The Lemcke, Suite 229, eine Trevpe hoch. Telephon 1760. Judianavolit Notiz ! Während der Monate Inni, Juli, August uno epremver wero.n die vin stunden ver Indianapolis Gas Co. Wo. 58 Süd Pennsylvania Str., von 8 Morgens bis 5 Uhr Nachmittags sein, augtnommn am 8. , 9. , 10.. 11. und 12. jeden Monat wenn sie von 8 Uhr Molgen bii 0 Uhr Nachmittag sein rden. ,s Anordnung deS Präsidenten. . Gierke. DeutscherBuchbinder. 408 Sud Vast, Ecke MeCarty Etr. Up Stairs. Acrr Sari VUnnhAnP. t fih Wt'-iitnft''r t iramc jntniuunaen rur mn r ntaiQt. AdoDjpüii IFirey, sOld Freedorn 4 Right.) Ifotary Public, Translator, Corresponflent etc. i No. 196 Elizabeth Strot. saVe Blake St. Car. HERMANN LINKE, - 197 Süd'Veridian Straße. Deutscher Messerschmied, R firmesser, Schweren und alle Ort dkchrumeute abrktrt und sli??: fjffiflf

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