Indiana Tribüne, Volume 20, Number 328, Indianapolis, Marion County, 15 August 1897 — Page 6
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Das Wcöö.Zttstitut. Auf der Höhe von Forbham )e!ghts".bn New York belegen, ist ein Jnfiitut, mit dessen Errichtung sein Erbauer dem Gewerbe, das ihn zum vielfachen Millionär gemacht, gewisserrnaßer. den schuldigen Tribut entrichtet hat und das für seinen Gcmeinstnn ein herrliches Denkmal ist. aern ptTfnni ns dauernder als Erz. Es ist die Akademie und das Heim für Schiffsbaucr. welches der in der ganzen Welt bekannte Schiffsbauer William H. Wcöb aus eigenen Mittel erbaut und mit reichen Fonds ausgestattet hat. Von dem lebhaftesten Interesse für den Schiffsbau beseelt, war Herr Webb darauf bedacht, nicht blos eine Anstalt für die Erlernung dieses sowie derwandter Gewerbe zu errichten, sondern alten und arbeitsunfähigen Männern, welche im Gebiete der Vereinigten Staaten in denselben thätig gewesen
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Das Webb - Institut, waren, einHeim für ihren Lebensabend zu schaffen. Mit diesem edeln Zweck im Auge erwarb Herr Webb im Jahre 1890 13 Acres Land in der höchsten Lage der Fordham Heights" und nach der reiflichsten Erwägung aller Bedürfnisse der von ihm geplanten Anstall entwarf er mit eigener Hand die sämmtlichen Pläne, deren Ausführung er selbst überwachte. Die Errichtung und Möblirung des Gebäudes allein kostete die beträchtliche Summe von .$600,000, allein damit war Herrn Wcbb's Liberalität noch nicht erschöpft, denn er überwies der Anstalt eine weitere Summe von $2,000,000. deren Erträge zum Unterhalt der Insassen u. s. w. zu dienen bestimmt sind. Nachdem er die mit einem Heim verbundene Akademie in dieser Weise für alle Zeiten sicher gestellt hatte, übertrug Herr Webb seine magnificente Schöpfung einer Commission von Trustees, welehe dieselbe nach seinem in der Grünungsurkunde niedergelegten liberalen I AKi& fri & 5. r v .y "--sr tH. I m Z e ? ch e n s a a l. Ideen zu verwalten haben. Das Heim ist für die Aufnahme alter und arbeitsunfähiger Männer, welche in unserem Lande entweder im Schiffsbau oder in verwandten Gewerben thätig waren, sowie der Gattinnen solcher Arbeitsveteranen bestimmt, während in der Akademie junge Amerikaner in diesen Gewe:tn freien theoretischen 'wie praktischen Unterricht nebst voller .Beköstigung und Wohnung erhalten sollen. Das AnstaltZ-ebäude. von Terracotta und Äaästcin aufgeführt, ist ein stattlicher Bau und macht in seiner freien 2o?, welche einen herrlichen Rundblick gestattet, einen imposanten Eindruck. Xu Hauptflügel hat vier Stockwerke mit einem Souterrain und einem hochgiebeligen Dache. Um drei Seiten zieht sich eine Veranda hin, unter welcher sicb das Souterrain erstreckt. Der nördliche Flügel des GeZäudes hat sechs Stockwerke und wird an der westlichen Ecke von einem 172 Werkzimmer. ?uß hohen Thurm flankirt. der einen Wstenleuchtthurm darstellt; ein anderer Thurm an der Südwest-Ecke, der sechs Stockwerke hoch ist. wird als Wetterfahne von einem Modell des Kriegsschiffes Dunderberg" überragt. Dieses Fahrzeug, das stattlichste von allen, welche auf der Webb'schen Werft gebaut wurden, war ursprünglich für unsere Bundesmarine bestimmt, ging ober durch Kauf in den Besitz der franzosischen Regierung über. Im Innern macht die Anstalt eher den Eindruck eines Hotels als eines WohlthätigkeitsInstituts. Mobiliar wie Ausstattung smd von der besten Qualität. Küche. Bäckerei. Wäscherei sowie Dienstbotenräume befinden sich im Souterrain, i.nd sind mit den modernsten hygienischen Einrichtungen versehen. Im ersten Stock betritt man von einer geräumigen Halle Parlors, Empfangszimmer. Bureaux und Speisesäle, an welch' letztere sich die Speisekammein schließen. Bon beiden Enden )er großen Halle führen Elevatoren Nach den oberen Stockwerken und durch eine breite Thür tritt man auf die
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große Veranda, welche den südlichen Flügel des Gebäudes umfaßt und sich bis zur Ostseite desselben hinzieht. Im zweiten Stockwerk befinden sich die Empfangszimmer der Gäste (wie nach Herrn Webb's Anordnung die alten Insassen genannt werden), die Bibliothek und das Museum. Letzteres enthält eine Unmenge von Schiffsmodellen, halb und ganz ckufgetackelten Miniaturfahrzeugen. Zeichnungen u. s. w., welche dieEntwickelung derSchiffsbaukunst von den ältesten Zeiten in der anschaulichsten Weise illustriren. Im dritten Stock sind die Wohnzimmer der Gäste und Studenten belegen. Die Räume der Gäste sind doppelt, für Mann und Frau eingerichtet, und in der komfortabelsten Weise ausgestattet und möblirt. Diesen ähnlich sind die Studentenzimmer eingerichtet. In einem der runden ?hürme befinden sich Zimmer für Kranke und Rcconvalescenten sowie Schlasräume für das Wärterpersonal. Bei der Einrichtung dieses Hospitaldepartements sind nicht blos hygienische Rücksichten maßgebend gewesen, auch dem Eoinfort der Patienten ist Rechnung getragen und sind sogar besondereRäume für Freunde der letzteren reservirt. Diese allen Anforderungen genügenden Einrichtungen erhalten für die Insassen der Anstalt noch einen bedeutend höheren Werth durch die zuvorkommende BeHandlung, welche allen seitens des Personals zu Theil wird, und die freie Bewegung, welche ihnen die Hausordnung gestattet. Frau Webb, die ehrwürdige Gattin des Gründers, welche selbst die Oberaufsicht führt, weiß dafür Sorge zu tragen, daß alle ihre Schutzbefohlenen, vom ältesten Ar-
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Formraum. beitsveteranen bis zum jüngsten Stu denten, sich in der Anstalt heimisch und zufrieden fühlen. In den drei Jahren ihres Bestehens hat die Akademie bereits Erfolge aufzuweisen, welche ihrem Gründer alle Ehre machen. Junge Leute, welche sich um die Aufnahme bewerben, müssen entweder in Amerika geboren sein oder das amerikanische Bürgerrecht besitzen und im Alter von 17 bis 22 Jahren stehen; als Vorbildung ' wird eine gründliche Kenntniß der Elementarfächer mit besonderer Tüchtigkeit in der Mathematik verlangt. Unter mehreren Bewerbern, welche die AufnahmePrüfung gleich gut bestehen, werden Waisen oder Söhne armer Eltern bevorzugt. Als die Akademie im Jahre 1893 eröffnet wurden, meldeten sich junge Leute aus allen Landestheilen und von den Bewerbern wurden 15 aufgeweckte Jünglinge, die jetzt die Seniorclasse bilden, aufgenommen ;", die Aufnahme des zweiten Eursus erfolgte im Jahre 1894 u. s. w. Daß die.AkaRauchzimmer, demie trotz der kurzen Zeit des Bestehens bereits inen durchaus nationalen Charakter angenommen hat. erhellt aus dem Umstand, daß einer ihrer besten Zöglinge ein Farmerssohn aus Michigan ist. der die zur Ausnahme erforderliche Kenntnisse ohne Lehrer während der Mußestunden, die ihm die tägliche Arbeit ließ durch Selbststudium erworben hat. Anfänglich machten sich übrigens bei der Besetzung des Lehrpersonals nicht geringe Schwierigleiten bemerkbar doch sind jetzt alle Stellen von tüchtigen Männern, die mit ihren respectiven Fächern von Grund auf vertraut sind, besetzt. Der Verwalter der Anstalt. Andrew Reed. ist selbst ein erfahrener Schiffsbauer, der die Zeichnungen zu allen Schiffen des verstorbenen Commodore Vanderbilt entworfen und ihre Ausführung geleitet hat; er gibt Unterricht in dem praktischen Schiffsbau. Als Lehrer im Zeichnen und Entwerfen von Schiffskörpern fungirt Konstantin Jansen, ein geborener Schwede, der vor 10 Jahren einwanderte, um in den Bundesdienst zu treten; alle anderen Fächer, wie Maschinenbau u. s. w. liegen ebenfalls in bewährten Händen. Zum Schluß noch einige Worte über den hochherzigen Philanthropen, dem dieses Institut seine Erstehung verdankt. William H. Webb, der das 80. Lebensjahr bereits zurückgelegt hat, ist als der Sohn eines Schiffsbauers geboren und hat eine stramme Lehrzeit durchgemacht, worauf er nach Europa ging, um sich in seinem Fach zu vervollkommnen. Während er jenseits des Oceans weilte, starb sein Vater und als er heimkehrte, fand er, daß derselbe nur Schulden hinterlassen hatte. Dadurch nicht entmuthigt, beschloß der jungeMann das väterliche Geschäft weiterzuführen und da den meisten Gläubigern seines verstorbenen Vaters diese Energie wohl gefiel, standen sie ihm mit Rath und That zur Seite. Die von ihm gebauten Fahrzeuge befriedigten alle Ansprüche, das Geschäft wuchs und in wenigen Jahren stand der junge Schiffsbauer schuldenfrei da. Die Trefflichkeit semer Schisse brachte
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ihm auch viele Aufträge aus dem Auslande und er baute sogar Panzerschiff? für europäische Mächte. Im Ganzen
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EinaltesPaar. sind 150 Schiffe aus seiner Werft am East River. zwischen der 6. und 7. Straße, in New York hervorgegangen. Als junger Mann von 27 Jahren verheirathete er sich und vor drei Jahren war es ihm vergönnt, mit seiner Gattin das Fest der goldenen Hochzeit zu feiern. Im Jahre 1869 zog er sich als sehr reicherMann vom Geschäft zurück, und seitdem hat er einen Theil seiner Reichthümer im Dienste der werkthätigen Nächstenliebe verwendet. 960 Millionen Eier. Nach Ausweis der Mercantile Ex-change-in New York stellten sich während des verflossenen Jahres die dortigen Eierempfänge per Bahn und Boot auf 9902 Fässer ä 70 und 2.573.177 Kisten 30 Dutzend im Durchschnitt oder im Ganzen auf 77.883,450 Dutzend. In dieser Zahl sind jedoch die von den Farmern der Umgegend per Wagen nach der Stadt gebrachten Eier nicht einbegriffen und die Gesammtsumme dürste mit diesen sich auf 80 Millionen Dutzend oder 960 Millionen tiS Der Washington Bogen unddasRiesenei. Stück Eier stellen. Da nun ein Ei einen Inhalt von durchschnittlich zwei Kubikzoll hat, würden alle diese Eier einen Raum von 1.111.111 Zlubkfuß einnehmen. Wäre es im Bereich der Möglichkeit aus den 900 Millionen Eiern ein einziges Riesenei zu machen, so würde dasselbe einen Längsdurchmesser von 300 und einen Querdurchmesser von 222$ Fuß haben. Auf dem Broadwarj in New gork placirt. würde dieses Riesenei. dessen Gewicht sich auf ca. 54.000 Tonnen belaufen würde, einen ganzen Straßenblock bedecken und zum 16. Stockwerk eines Wolkenschabers" reichen. Der zum Andenken an den Vater des Vaterlandes errichtete Bogen auf dem WashingionSquare würde neben diesem gigan tischen Ei sich wie ein Kinderspiclzeug ausnehmen. Ein moderner BettelMusikant. E i n A r m e r. . . . Ach! Sie glauben nicht, was das für ein Unglück mit meiner Frau ist. Von früh bis spät Gardinenpredigten und wenn sie mal verstummt, spricht sie mit den Augen weiter." Brautschau sin de stöclc. Werde mich bald verloben." Schon Geldspindschau gehalten?" M i ß v e r st ä n d n i ß. Herr (im Zoologischen Garten vor dem As fenkafig): Ich glaube kaum, daß der neue Gorilla hier fortkommen wird." Wärter: Das glaube ich auch nicht, die Eisenstäbe des Gitters sind ja viel zu dick." Voraussicht. Klavierlehrer (zum Schüler): Sie spielen effektlos. Adolf, Sie verstehen noch immer nicht zu steigern!- Vater (Protz, für sich): Wird er auch noch lernen, wenn er einmal unsere Häuser übernimmt!" Durchschaut. Hans (zur Grete, welche beide soeben bestrast wurden, weil sie schlecht gelernt haben): Siehst Du's, da hast Du's. das ist das Angenehme, wenn man Eltern hat. die seiner Zeit nichts gelernt haben : jetzt sollen wir die Familie geistig herausreißen!"
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Aie Fcullner in Leipzig.
Der Leipziger Universitäts - Sängerverein Paulus feierte dieser Tage ein schönes Gedenkfest, das 75jährige Jubiläum seines Bestehens, und ließ auf's Reue sein Lieblingslied Roch ist die blühende, goldene Zeit, Noch sind die Tage der Rosen" in freudigster Feststimmung erklingen. Aus der. kleinen Genossenschaft von 16 sangesfrohen Leipziger Studenten, die im Julimond 1L22 den Verein im Gasthaus Pelikan" begründeten, hat sich im Lauf der Jahrzehnte ein großer, hochangesehener und künstlerisch hervorragender Sängerverein entwickelt, wie ihn keine andere deutsche Universität aufzuweisen hat. Rückhaltslos preisen ihn die Sänger überall. soweit die deutsche Zunge klingt. Nach seinem Vorbild haben sich zwar mehrere Vereine mit gleichem Namen gebildet, aber keiner von diesen kommt ihm gleich. Der Musikstadt Leipzig bietet freilich auch reichere künstlerische Anregungen, als es in anderen Universitätsstädten möglich ist. Ursprünglich waren es fast nur kirchliche Gesänge, die der Paulus" pflegte. Dann aber bevorzugten die Pauliner mehr und mehr das weltliche Lied, besonders die feurigen Vaterlandslieder Weber's und die Männerchöre Methfessel's. Die MendelsProf. Dr. Hermann Langer. sohn'sche Glanzzeit in Leipzig gab dem Paulus" mächtigen Aufschwung. Später fanden die Eompositionen von Schumann. Kietz. Otto. F. Hiller und M. Bruch emsige Pflege. Vom Jahre 1843 bis 1887 wirkte an der Spitze des Vereins eifrig und segensreich Prof. Dr. Hermann Langer, dessen Feuergeist und liebenswürdige Natur alle begeisterte. Seine Verdienste um das Gedeihen des Paulus" sind mit goldenen Lettern in den Annalen des Vereins verewigt. Mit voller Lust und Liebe folgten die jungen Sänger seiner anspornenden Direction. Sie liebten den Humor- und gemüthvollen Doctor wie ihren Vater. Ucbrigens durfte auch dieserSängervater auf seine Pauliner. die überall Ehren und Kränze sich ersangen. von Herzen stolz sein. Die durch Mitwirkung der bedeutendsten Solisten verherrlichten Winterconcerte des Paulus" im Gewandhaus erhöhten das künstlerische Ansehen des Vereins immer mehr. Unzählige neue Männergesangswerke von bedeutenden Tondichtern hatten den Paulinern ihre ersten Erfolge zu verdanken. . Unvergeßlich ist allen Theilnehmern das glanzvolle 60jährige Jubiläum des Paulus" vom 5. 'bis 8. August 1872 in der Erinnerung geblieben. In großen Schaaren strömten aus allen Zonen und Gauen Alte Herren der Pauliner mit Familien herbei, um die köstlichen Festtage mitzufeiern. Roch jetzt weiden sich die Blicke der alten und der jungen Pauliner an der schönen, damals von der Alma Mater gespende D r. Hermann Kretzschmar. ten Fahne. Der ewig jugendliche Dr. Langer schätzte diese Festtage als die glücklichsten seines ganzen Lebens. Ihm war es später noch vergönnt, auch das 60jährige Jubiläum des Vereins (1882). frisch an Geist und Körper, als umjubelter Dirigent zu feiern. Sein Nachfolger wurde Prof. Dr. Hermann Kretzschmar. Dieser errang sich schon früher in Leipzig als junger geistvoller Musiklehrer und tüchtiger Dirigent Ansehen, folgte dann einem ehrenvollen Ruf der Universität Ro stock und wurde als Professor der Musik von der Leipziger Universität berufen. Nachdem ' er die Leitung des Paulus" und des. Riedel - Vereins übernommen hatte, erwarb er sich um das musikalische Leben in Leipzig große Verdienste. Von edelstem Kunsteifer erfüllt, nach den höchsten künstlerischen Zielen strebend, entfaltete er eine staunenswerthe Arbeitskraft, förderte manche unbekannten Schätze derMusikliteratur an's Tageslicht und erreichte Großes. An Stell: des durch Krankheit verhinderten Di rigenten des Paulus" übernahmen als dessen Stellvertreter ein alter Pauliner. Bergelt. und der Kapellmeister Heinrich Zöllner aus New Fork die Direktion der Concerte , in der Thomaskirche und im Gewandhause, bei denen hervorragende Kunstkräfte mitwirkten. D i e F r a u. die jedem gefällt, heiratet am schwersten.' .
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Aie ZZlutrose von Kodor. 5!ach dem Türkischen, von Dr. Adolph Kohut Sultan Giafar drang durch jene Bresche, welche sein Heer in die Festungsmauer gelegt hatte, in die Stadt Hodor ein.' Ihm folgte seine große Armee. Kein Haus, kein lebendes Wesen bleibe übrig," sagte Giafar zu seinem Feldherrn Ben Hamed. vernichte Alles! Die Welt soll erfahren, wie furchtbar der Zorn, wie groß die Macht Giafar's ist!" Es erfolgte ein entsetzliches Gemetzel. Die Straßen waren voll von Leichen, und alles Leben wurde, wie der Padischah befohlen, ausgerottet. Auch der königliche Palast war ausgestorben, denn alle seine Bewohner waren niedergemetzelt und nur ein kleines. bleiches, zartes, aber wunderschönes vierjähriges Mädchen blieb übrig. Der Sultan Giafar blickte auf das kleine Geschöpf. Ist das Alles, was von Hodor übrig geblieben ist?" Ja. Herr," erwiderte Ben Hamed. Giafar erfaßte das Kind roh und stieß es einem seiner Soldaten hin mit den Worten: Nimm es mit Dir." Das Kind kam an den Hof des Sultans und wurde den gefangenen Weibern eingereiht. Wer bist Du?" fragten diese neugurig. Das furchtsame Mädchen antwortete nicht. Da Du Deinen Namen und Deine Eltern nicht nennen willst, so wollen wir Dich Blutrose nennen, denn Du bist auf dem blutgetränkten Boden Hodor's aufgewachsen." Und diesenNamen behielt die Kleine. Je mehr sie heranwuchs, desto mehr entwickelten sich bei ihr die Zeichen königlicher Abstammung. Mit 16 Jahren bot sie ein Bild verkörperter Hoheit. Ihre Gespielen beneideten sie um die rosige Farbe ihres Antlitzes, um ihr üppiges, bis an die Kniee reichendes. glänzendes, dunkles Haar, um ihre kirschrothen Lippen, die feingeschnittene Rase, besonders aber um ihre großen, sprechenden, dunklen Augen. in deren Abgründen süße Geheimnisse der Liebe zu schlummern schienen. Eines Tages erblickte der Sultan sie in der vollen Pracht ihrer blendenden Schönheit. Wer ist jenes herrliche Mädchen?" fragte er. Die Blutrose." antwortete man ihm. Wie kam sie hierher?" Aus Hodor." Er trat an das Mädchen heran. Ich liebe Dich," sagte er zu ihr. Liebst Du auch mich?" Noch nicht!" Seine Stirn verdüsterte sich, aber ihre Stimme war so süß. ihre Schönheit so fascinirend. daß er seinen Zorn bemeisterte. Was muß ich thun," fragte er, damit Tu mich liebst?" Vlutrose sah den Sultan scharf an, dann sagte sie: Gehorchen!" Der ganze Hofstaat befürchtete, daß das Mädchen verloren sei, denn bisher batte nlch Niemand gewagt, in solcher Weise den Stolz des Sultans zu ver. letzen. Giafar aber zog sich zurück und verbrachte eine schlaflose Nacht. Tags darauf ging er wieder zu der Blutr'ose und sagte: Ich werde Dir gehorchen." ,.??olge mir." Sie verließ den Palast, und der Herrscher folgte ihr. Nach einer sechstägigen Reise machten sie in riner Wüstenei Rast, wo nicht einmal Gras wuchs. Hier stand einst die blühende Stadt Hodor. Sie sprach zum Sultan: Ich will, daß sich hier eine Stadt erhebe." Als dieStadt aufgaut war. fragte er das Mädchen: Ist es mir nun gelungen. Deinen Beifall zu erringen?" Roch nicht. Ich will, daß sich inmitten der Stadt ein Palast erhebe, dessen Größe und Pracht die Paläste aller übrigen Fürsten überrage." Der Palast wurde aufgebaut. Als er fertig war. fragte Giafar das Mädchen: Bist Du mit Deinem Diener jetzt zufrieden?" . ..Noch nicht. Ich habe wohl eme Stadt, doch fehlt mir dazu ein Königreich und ein Volk." Der Sultan schenkte dem Mädchen ein erobertes Reich. Er berief Künstler. Industrielle und Kaufleute dahin und spendete ihr so auch eine Bevölkerung. Wirst Du mich jetzt lieben?" fragte er sie dann. Noch nicht. Vor meinem Palast werde ein stolzes Mausoleum gebaut. Und über dem Thore werde die Inschrift angebracht: Die Liebe ist mächtiger als der Sieg." Das Mausoleum wurde errichtet. Jetzt aber mußt Du mich lieben!" sagte der Sultan. Nein, noch nicht." Giafar verlor die Geduld; er ergriff seinen Dolch und stürzte sich auf das Mädchen, deren Launen er sich bisher untergeordnet hatte. Ich todte Dich!" rief er. Tödtest Du mich." erwiderte sie, dann entrinne ich Deiner Gewalt, aber meine Erinnerung kannst Du nicht verscheuchen!" Die Waffe entfiel seinen Händen, und er stürzte zu Füßen der angebeteten Jungfrau. Was soll ich also thun. Geliebte?" Das Grab ist fertig." erwiderte die Blutrose von Hodor. ich will, daß Du stirbst." und der mächtige Sultan .tödhie sich mit eignen Händen. Nur deshalb. Nachbarin: Wie. Sie brennen jeden Abend Licht, bis Ihr Mann nach Hause kommt?" Frau: Gewiß, denn neulich hätte ich mal beinahe mit dem Stiefelknecht in den Spiegel hineingeworfen!"
Ein Käiserpavillon. Für den Aufenthalt Kaiser WilHelms auf Helgoland, der von hier aus der Regatta der englischen Jachten um den Jubiläumspokal von Dover nach Helgoland beiwohnte, wurde als Absteigequartier im Garten der Commandantur ein Pavillon errichtet in Form einer v. Döcker'schen Baracke, die ganz ebenso hergestellt wurde wie so viele Hunderte Baracken desselben Systems, die an die deutsche, österreichische. russische und dänische Heeresverwaltung, ferner an die deutsche Marine. das Rothe Kreuz und viele städ-
Aeußere Ansicht. tische Behörden und Private geliefert worden sind. Die Normalgröße für Heer und Marine beträgt 15 bei 5 Meter, während die Baracke des Kaisers einen Meter länger ist. Sie unterscheidet sich im Innern von den gewöhnlichen nur durch eine etwas andere Eintheilung der Räume, durch reichere Ausschmückung der Wände und feineren Anstrich. Außer einem Salon von 6 bei 5 Meter enthält die Baracke ein Schlafzimmer von 5 bei 5 Meter, ein Badezimmer von 5 bei 3 Meter und ein Dienerzimmer von 4 bei 2 Meter.sowie einen Flur von 2 bei 1 Meter. Bor dem Salon, am Giebel des Pavillons, ist noch ein Anbau von 3 bei 1 Meter als Vorraum angebracht. Der Fußboden besteht aus 21 Kisten, die als Verpackungskisten der Wände und des Daches beim TransSchlafzimmer. Port dienen; ausgepackt, werden diese Kisten durch eigenartige Beschläge ineinandergehakt und bilden einen festen, stabilen Unterbau; auf diesen werden dann Wände und Dach aufgestellt, alles durch Beschläge zu einem dichten und festen Ganzen miteinander verbunden. Der Pavillon wurde trotz des starken. auf Helgoland wehenden Windes in acht Stunden aufgebaut. Er steht auf einer Anhöhe in dem schönen Commandanturgarten mit reizender Aussicht vom Giebel über die Düne hinweg. Das Innere ist einfach, aber elegant ausgestattet, der Boden der Räume ist theils mit Teppichen, theils mit Linoleum belegt, und leichte, zum Ton der Wände passende Stoffe sind an den Fenstern angebracht. Verfrühter Trmmpf. l---- eä I. Radfahrer: Immer noch Droschken heute, wo das Fahrrad die Welt beherrscht! Ein zu drolliger Anblick! .. Natürlich sitzt ein altes Weib d'rinnen; wer auch sonst würde sich dieses vorsintfluthlichen Vehikels noch bedienen!? II. Ein wahres Glück für mich. daß zufällig diese Droschke des Weges kam; ich wüßte sonst nicht, wie ich heute nach Hause kommen könnte!!" D e r rechte Ort. Und wo gedenkst Du Dir Dein Nest zu bauen?" Im Geldschrank meines künftigen Schwiegerpapas!" Veränderung. Grüß Gott. Liebste! Ganze vier Monate haben wir uns nicht mehr gesehen wie geht es Deinem Charles?" Oh, danke, mit Charles ist eine große Veränderung vov sich gegangen. Er heißt jetzt Robert!" Verschnappt. Bursche zur Braut seines Herrn): Der Herr Lieutenant schicken dem, gnädigen Fräulein mit ehrerbietigem Gruß einen selbstgepflückten Waldblumenstrauß!" Braut: Wie poetisch! Das muß aber viel Zeit in Anspruch genommen haben!" Bursche: Beinah' drei Stunden hab', ich dazu gebraucht!" , Unnütze Maßregel. Gattin: Also morgen wird uns der Baron in der Absicht besuchen, um um unsere Marie anzuhalten. Da wird sie ibre hohe Schulter recht sorgfältig vevbergen müssen." Gatte: Bi dem Baron nützt es nichts der hat so viele Schulden, daß er zu scharf nach Körperfehlern ausspäht." .
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' Anschauungslllder zur leichteren Erlernung der KonZüzz tion an höheren Töchterschulen.
' Ich liebe. Du liebst. Er liebt. Wir lieben. Ihr liebet. 55x . Sie lieben. Einpraktisch er Havelock. Mf 2533 VorGericht. Richter: Sie werden also jetzt den Eid leisten, haben Sie schon einmal geschworen? Zeugin: Nur Liebe." O we h ! Ihre Schwiegermutter ist och immer krank?" Ja. sehen Sie, bei der getraut sich eben keine Medizin zu wirken !" FrüheErkenntn !s. Va ier: RuMoritzche wie gefällt Dir Deinem Bruder seine Braut?" Moritz, che: Mir hätt' ihr Täte mitgeben müs sen Zwanziotausend Mark imbr!"
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