Indiana Tribüne, Volume 20, Number 328, Indianapolis, Marion County, 15 August 1897 — Page 4

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Zudians Tribüne.

ErschciÄ Täglich und Sonntags. Die tägliche .Tribüne kostet durch enXxlaer J enti per Woche, die SontazS,rrttüne'S Set? per Woche. Leide ,usr 15 kent ,,, 89 Cent! per Vlat. Per Vst auSerlzalb de: 9ttbt ,uzesiZt U ,rabbe,khlng V pt Jahr. OfAi 18 Süd rttabama StraKe. Indianapolis, Ind., IS. August 1897. Sonntags - pitai. Vor mir liegen eiuige Zirkulare von Firmen, welche sich anbieten die Geschäste Sptkulationölustizer zu besorgen und riesige Eewinne versprechen, gerade so, wie die Firma Dean fc Co., die kürzlich verkrachte und wobei so viele Vertrauensluftige ihr Geld derloren. Alle Zeitungen erhoben damalS ihren Warnungörus und unter denen, welche so jämmerlich um ihr Geld betrogen worden waren, war Heulen und Zähneklappern. Und trotzdem scheint eS wieder genug Leute zugeben, welche bereit find, sich beschwindeln zu lassen. Die Dummen werden eben nie alle. Die Firmen, deren Zikulare mir vorliegen, haben wohl eingerichtete Bureaux und müssen also wohl Geschäste machen. Die Neigung zum Glückspiel scheint nun einmal nicht auSzurotten zu sein und wenn eSLeute giebt, die aus jeden Köder anbeißen, und dabei ihr Geld loS werden wollen, so muß man sie eben gewähren lassen. Vor etwa vierzehn Tagen wurde berichtet, daß in New Jork ein Bäcker von mehreren Knaben demjenigen eine Portion ?ce Cream versprach, der seinen Arm in einen "Ice Cream Freezer" stecken und eS am längsten aushalten würde. Giner der Knaben hielt es vier Minuten auS und dann war der Arm in einem Zustande, daß man ihn amputiren mußte. Der betreffende Bäcker hat sich zuerst jedenfalls nichts BöseS dabei gedacht, er hat natürlich nichts beabfichtigt. als einen Spaß, und der Vorfall wird ihn sehr schmerzen. ES sollte aber zur allgemeinen Warnung dienen. Man sollte niemals Menschen, besonderö aber nicht Kinder zu sogenannten Bravourstücken veranlassen, die zwar nicht immer schlimm ablaufen müssen, bei denen aber doch im besten Falle nichts Vernünftiges herauskommt. Der Versuch sich gegenseitig in Kraftleistungen oder im Ertragen von Schmerz: zu überbieten, kommt gar oft vor und namentlich ist der Fall nicht selten, daß Kinder dazu von Erwachsenen veranlaßt werden. ES ist immer ein Zeichen von Rohheit, wenn man sich dabei amüsiren kann, wie Andere Schmerzen ertragen, ein ar.ständiger, fühlender Mensch wird dergleichen unterlassen, selbst wenn keine Gefahr damit verbunden ist. Wenn immer von dem sog. Cur-few"-Gesejz. wofür die deutschen Blätter das Wort Betzlocken-Gesetz" eingeführt haben, (warum, weiß ich nicht, denn da Eüisew ein Name ist, bedarf es doch keiner llebersetung) dann arbeiken sie sich in eine kolossale Entrüstung hinein und predigen im Brusttone der Ueberzeugung" von dem SelbstbkstimmungSrechte der Menschen, an das sie doch sonst so wenig glauben, und vor dessen Verletzung sie, wenn eS sich um die Vertheidigung von Klasseninteressen handelt, doch nie zurückscheuen. Ich muß gestehen, ich kann an dieser großen Entrüstung nicht theilnehmen. ES ist allerdings traurig, daß ein solcheö Gesetz Vielen alS nothwendig erscheint, aber man wird sich doch nicht verhehlen können, daß die Erziehung der Kinder hierzulande sehr viel zu wünschen übrig läßt. Schrieb selbst die News", welche sich doch sonst nicht durch Vorliebe für die Ausländer sehr auszeichnet, daß die amerikanischen Kinder nachlässig und schlecht erzogen werden, daß sie unhöflich und ungezogen sind und keine Achtung vor Erwachsenen haben, und daß man wohlrzogene Kinder nur bei den AuSländern sindet. Nun muß leider gesagt werden, daß dieses Lob einer großen Einschränkung bedarf und daß viele im Ausland Geborene, darunter auch sehr viele Deutsche, ihre Kinder um kein Haar besser zu erziehen vermögen, alö die Amerikaner, weil sie sich die Achtung und den Gehorsam der Kinder nicht verschaffen können. ES ist ganz in der Ordnung, daß Kinder nach 9 Uhr AbendS nicht ohne Aufsicht auf der Straße sein sollen. Vernünftige Eltern werden dieS so wie so von ihren Kindern nicht dulden, also trifft daS Gesetz nur unvernünftige. ES ist ja wahr, daß die ewige (Zesetzmacherei und die diele Vorschreittui ein Uebel find, aber eS ist doch

auch wahr, daß man nirgends in der

Welt so viele ungezogene. Jedermann belästigende Rangen sindet, und daß man nirgends in der Welt so viel über die Belästigungen durch Nachbarökinder zu klagen hat, als hierzulande. DaS Curfew" Gesetz ist ein Singeständniß der Schwäche amerikanischer Eltern und ich schwärme gerade nicht dafür, aber so furchtbar entrüstet darüber kann ich gerade auch nicht thun. Der Plauderer. Sein erster dummer Streich. Von Ernst Clause. Seine Mutter behauptete, das St'in dermädchen hätte ihn fallen lassen, als er kaum ein halbes Jahr alt war und so krank wurde. Ter Doktor dagegen schwor bei Secirmesser und Zange, es sei die englische Krankheit gewesen, und hierüber zankten sich nun der graue Jünger Aeskulap'Z und die stattliche Frau RittergutsbesitzerHolms schon seit fast sechzehn Jahren. Das reden Sie mir nicht ein. mein lieber Medicinalrath", schloß sie jedesmal die Debatte ; ich habe sechs gesunde Kinder, die immer nur an zu kurzen Höschen und Kleidchen gelitten haben, und gerade dieses eine sollte ach, gehen Sie mit Ihrer englischen Krankheit! Meinen Seligen haben Sie doch auch gekannt, und dann sehen Sie mich an unmöglich!" Und dabei kreuzte die stattliche Dame beide Arme über der stramm sitzenden Taille ihres Seidenkleides und der liebenswürdige Doktor machte der Mutter von sechs gesunden Kindern ein Eompliment und bekam eine zweite Tasse Kaffee. Joachim hatte, in seinem Rollstuhl sitzend, diese Debatten oft mit angehört und sich gewundert, daß seine Mutter und der Doktor immer wieder dasselbe sagten. Eigentlich hätten sich beide schämen sollen,' der Arzt, weil er die englische Krankheit nicht kuriren konnte, und die Mutter, weil sie den kleinen Joachim unzuverlässigen Dienstboten anvertraute. Schließlich war eS doch ganz gleiche giltig, ob ein Kindermädchen oder eine Kinderkrankheit daran schuld waren, daß er sich nur mit Hilfe einer Krücke bewegen konnte, den größten Theil seines Lebens im Rollstuhl saß und immer wieder Jndianergeschichten- und Seeabenteuer lesen mußte, in denen nur baumstarke, gesunde, fixe Jungens vorkamen und deren tolle Streiche und ungeheuerlichen Fährnisse er alle in der Phantasie mit durchlebte. Dann fühlte er sich nicht mehr als Joachim Holms, neben sich eine Krücke, sondern als der DelawarenHäuptling Unkas oder als Bob, den Schiffsjungen, der im heulenden Sturm allein oben auf firet Bramstange S&sguck hielt. Die ganze Familie war zum Sommer einmal wieder zusammen gekom men und das Holmstörer Gutshaus hallte wider vom Singen, Lochen, Kreischen und Tanzen der sechs gesunden jungen Holms nebst zugeladenen Freunden und Freundinnen. Selbst die Nächte waren unruhig, denn wenn alle andern sich schon auf die Seite gedreht hatte, aus der sie gewohnt waren einzuschlafen, führten Kurt, derCadett, und Franz, der Student, noch Gefechte mit Wasserkannen, Stiefeln und Haarbürsten, manchmal flogen sogar ein Paar Hosen durch die Luft. Joachim lag dann still lachend in seinem Bett und verfolgte das Duell mit großer Spannung ; er unterschied ganz genai ob ein Wasserguß direct auf die Dielen platschte, oder erst auf einem menschlichen Rücken Station gemacht hatte, und schwebte dabei in Todesangst, daß ein Warnungsruf der Mutter dem Treiben sin Ende machen würde; es war so lustig, wenn man des Abends im Bette noch etwas erleden konnte. Wenn er nur fidele Menschen sah, nur keine traurigen Mienen, dann war Joachim ganz zufrieden. Ein jeder zeigte ihm Liebe und Güte. Der älteste Bruder, der Marincofficier, brachte ihm bei jedem Urlaub neue Bücher mit, die Schwestern verzogen den armen, hilflosen Bruder ; erst seit der Geltesten Verlobter nun auch zum Besuch da war, hatte sie wenizer Zeit, mit Joachim Domino zu spielen. Noch hatte lemer den freundlichen s?chchnjährigen Krüppel traurig gesehen. er schien immer zufrieden, nur die Mutter glaubte in leter Z?ij beobachtet zu haben, daß seine großen, hlauen Augen zuweilen vom Valkonfrnster aus mit sehnsüchtigem Drängen über die weite See hinaus schweiften. Sie weinte sogar eine Nacht hindurch, als er der büb scheu Cousine Dora vor acht A Alother's Darling, Sjrnpathy is best shown when.practi ally applied. Therefore, when your baby ! 6uslcrin?j frorn surnnier cornplant, (liarrliaa, or ttysentcry, show 1 practical eympatliy by giviug him Dr. John W. ÜuII's Baby Symp. Mrs. R. II. Chappcll, Ilomevillc, VaM is very emphatie in her coramenJation of this AvonJerful remetly. She says: 41 1 think ihere is uo medicinc like Dr. BinTa Baby Syrup for bables. I woulJ as eoon thiuk of raising them vrithout bread to cat, as to lispense with Bull'a Baby Syrup for them." This efficacious reniedy is indispensable to rnothers; it is Bold by all dealers for only 25 cents a bottle. Take no other preparation, but buy lr. John W.BwTs Baby Syrup; nothinz? eise can tako its place. ' Zuhaben bei: Jshn D. Gauld. 201 Jndiana Ave. I. 3. Bryan, JUtno Jckln

Tagen eine Tirlnc, selMesttttzte Federzeichnung schenkte; es war ein kleines Stimmungsbild. Eine krüppeli ge. zerzauste Kiefer auf einer Sanddüne einsam stehend. Vielleicht hatte sich Joachim nichts dabei gedacht, aber seine Mutter weinte darüber biek Stunden. Die Stille im Hause heute Nachmittag kam ihm ganz eigenthümlich vor. Er hatte sich in seinem Stuhl auf die Veranda schieben lassen. Eine leichte Brise tanzte über die sonnenglitzernden Wellen und trug den frischen, herden Salzgeruch der Nordsee zu ihm herein. Er mochte nicht lesen, nicht einmal in der Nordpolexpedition von Nansen. Zum ersten Mal dachte er dann, wie gern er heute mit der fidelen jungen Gesellschaft nach der Insel hinübergesegelt wäre. Die Mutter war fchon am Morgen in die Stadt gefahren und das zurück gebliebene junge Volk überbot einander im Uebermuth. Der Herr Lieutenant zur See beanspruchte den Vorsitz bei der Tafel und jeder, der nicht mitlachte, wenn ein Witz gemacht wurde, mußte zur Strafe fein GlaS auötrin ken. Bei Joachim hatte es keine Noth; der gute Junge lachte so viel. daß sein Nollstuhl in's Laufen gekommen war. Jeder hatte von dummen Streichen zu erzählen gewußt, selbst die jungen Damen, aber die beste Geschichte war doch die des Studenten, der höchst anschaulich darstellte, wie er mit anderen einen schlafenden Nachtwächter mittels Bindfaden an einer Hausglocke festgebunden hatte. Ja. das war ein fideles Mittagessen gewesen, und nachher wurde ein Picnic auf der Insel vorgeschlagen und ehe zehn Minuten vergingen, saß die ganze Gesellschaft mit einigen vollgepackten Körben ixt zwei Booten und flog mit vollen Regeln dort hinüber, wo man von Joachims Platze aus mit bloßem Auge vie Gebüschgruppen der Insel erkennen konnte. An Joachim hatte wohl keiner gedacht. Nur Cousine Dora fragte, ob er nicht mitkäme und diese eine Frage gab ihm mehr zu denken, als der ganze Lederstrumpf. Nein. nein, es ist besser, ich bleibe zu Haus. Mutter würde sich doch vielleicht ängstigen, wenn sie niemanden hier anträfe, und dann störe ich auch wohl. . Das Letztere hatte er ganz leise gesagt und er wußte nicht einmal, ob sie es gehört hatte. Sie saß nachher mit Bruder Franz in einem Boot und als dieses schon weit draußen in der See tanzte, konnte er noch ihr wehendes lichtes Haar im Sonnenglanz schimmern sehen. Er war traurig geworden und starrte so lange auf das flimmernde Wasser, bis ihm die Augen weh thaten und zwei Thränen langsam über seine zarten Wangen rollten. lZr hatte nie Neid gefühlt, er gönnte ja allen die gesunden Glieder, wenn er nur ein Mal hatte solchekdummen Streiche machen und davon erzählen können! Vielleicht würde ihn dann auch die Cousine so anblicken wie heute den übermüthigen Studenten bei Tisch, obgleich der zwei frische Renommirschmisse besaß und von den Andern deswegen ausgelacht wurde. Jetzt waren jene wohl schon drüben angelangt und packten die Eßwaaren aus. Ejne Flasche Champagner hatten sie auch mitgenommen. Diese Stille im Hause, diese landliche Sonntags Nachmittagruhe that ihm weh. Kein Laut zu hören, nur aus der Ferne vom Dorfe herüber klangen Singstimmen von Burschen und Mädchen. Ein Volk Tauben kam an der Veranda vorübergesaust und wirbelte mit blitzenden Schwingen gegen die blendende Sonne hinauf. Am Strande schoß ein Strandläufer auf flinken Füßen hin und her. An anderen Tagen würde sich Joachim darüber gefreut haben, aber heu te? Warum denn nicht heute? Dann hörte er ein dumpfes Gerausch und aufschauend bemerkte er, daß Schiffer Martin mit der Jolle zurückgekommen war und das Segel heruntergelassen hatte. Der alte Martin war Joachims bester Freund. Dieser Riese pflegte ihn oft an den Strand hinunterzutragen ins Boot und mit ihm lange Fahrten zwischen Insel und Küste zu machen. Zwar weiter, inö offene Meer, durften sie nicht hinaus, die Mutter hatte es verboten. He, Martin!" rief er, sich aufrichtend. ,3a, gnä' Herr!" Was kommst Du denn schon zudies?" Min Dochter is ut un ik m'öt nah dat Leih kiken. Kjock sif fohr ik wedder hen!" ES ist wohl eine gute Brise, Mar. tm?" Ja. dat kann angohn, dat heit, bu ten geit an stiefen Wind!" Und dabei reckte er die breite, braune Tatze aus, inS offenx Meer hinausdeutend, und schritt dann mit schweren Schritten davon, die Ruder der Jolle auf der Schulter balanzirend. 4 Joachims Blicke hingen an der zierlichen Jolle, wie sie dort am Ankertau auf und ab tanzte. Das wäre doch ein Spaß, wenn er sich hineinsetzte und ganz allein hinüberführe! Der Wind kam landwärts und soviel verstand er zur Noth auch vom Segeln; er hatte ost das Steuer geführt, wenn er mit Martin hinausfuhr. Nem 8 war doch ein dummer Gedanke. Die Mutter bekäme sicher einen Schreck und sie hatte es verboten. Ja verboten!. .. Aber, alle die dummen lustigen Streiche kamen' doch immer dsraul binaus, etwas Verbote

nes zu thun. w)dei etwas zu riskiren war?. . '. Die Jolle tanzte und tanzte. Ihr dreifarbiger Wimpel flatterte im Winde. . . Bis die Mutter käme, konnte er fchon wieder zurück fein. . . Die erstaunten Gesichter, wenn er plötzlich ganz nahe an der Insel vorbeisegelte. Hurrah schrie und die Mütze schwenkte! . . . Dann würde er das leichte Segel umsetzen, und der Gesellschaft auf der Insel vor der Nase auf- und abkreuzen. Der älteste Bruder? Na, das Schimpfen! Alle würden ihn flehentlich bitten, an's Land zu -gehen. Nun hatte er schon die Krücke gefaßt. Es ging zwar langsam und mühsam, aber nach einigen Minuten war er doch am Boot angelangt. Allein, endlich ein Mal allein, ohne Aufsicht. Er blickte sich scheu um. Kein Mensch zu sehen, nur die graue Katze lag in der Sonne auf den Werandastufen. Er löste die Kette auS dem Eisenring des Ankerpfahls und griff zum Bootshaken, um unter vielem Stöhnen das Fahrzeug ins tiefere Wasser zu drücken und das Bugsprit gegen die See zu wenden. Das kleine leichte Segel war bald gehißt und mit der Leine in de.Hand schob er sich an's Steuer heran. So, nun konnte es losgehen! Er war warm geworden und Schweißperlen standen ihm unter den lockigen, rothblonden Haaren. Ganz langsam "und sanft zuerst glitt das Fahrzeug aus der kleinen Bucht heraus, dann rascher und rascher, die kurzen Wellen kletterten bald am messerscharfen Kiel binauf. Nun noch einen Druck auf's Steuer! Wie ein Vogel flog er dahin, voll vorm Winde, die schwach wogenden Wellen theilend, scharf auf die Insel zu. Er hätte schreien mögen vor Lust!

Sie saßen alle im 5ireise auf dem Sande, sie auch, Dora, tm Himmel blauen Sommenkleide und in der Mitte standFranz und schwenkte etwas in der Luft. Joachim war so nahe schon, daß er ihre Gesichter erkennen konnte. Prosit Neptun!" rief Franz und ließ die leere Flasche im weiten Bogen durch die Luft sausen, daß sie platschend ins Wasser fiel. Prosit!" schrie Joachim, die Mütze hoch schwenkend. Plötzlich stand die ganze Gesellschaft auf den Füßen. Joachim unterschied ganz genau ihre überraschten Mienen und brach jn ein Gelächter aus, weil der Cadett vor lauter Staunen vergessen hatte, den Mund zuzumachen. Der Seeofficier sprang an den Strand und rief durch die hohle Hand: Hoi. Joachim, weiß Gott, Mensch bist Du von Sinnen?" Hurrah!" antwortete Joachim nur. ohne den Kurs zu ändern. Die erste Woge der freienNordsee glitt sanst unter dem Hitl aus. Segel herunter. Joachim, hörst Du?! Nimm die Ruder, Du kannst so nicht zurück. Beidrehen!! Zum Don nerwetter!" Der älteste Holm vergaß ganz in der Erregung, daß Joachim mit den Rudern auch nichts hätte anfangen können, selbst wenn sie der alte Martin im Boot gelassen hätte. Joachim lachte still vor sich hin. Die mochten nur ein Bischen zappeln, dann wollte er schon zur rechten Zelt beidre hen. Jo a chim, Segel Herr unter!" Er hörte dies noch, sich umblickend, und gewahrte, wie sein Bruder in das zurückgebliebene Boot sprang und wie in diesem das Segel aufflog. HurraY, sangt mich!" Er klemmte das Steuer zwischen Arm und Brust und drückte es noch fester heran. Was kümmerte es ihn, daß die leichte Nußschale jetzt schon wie ein Füllen die Wogen hinauf und hinabsprang; daran dachte er gar nicht! Es kam wie ein Rausch über ihn. . . . Vor sich das Meer und hinter ihm der Verfolger, das war eine regelrechte Jagd, genau wie Ali, der Freibeuter. vor der englischen Brigg das Weite suchte. Für alles Andere ging ihm in der Erregung die Beobachtung verloren, auch für den immer schärferen Knall mit dem die Wellen Zug um Zug gegen die leichten Planken anschlugen, hinauf, hinab, nur zu! Hei, das war eine Fahrt, und das Sprühwasser flog ihm in glitzernden Schaumflocken über das heiße, rothe Gesicht. Zurückspähend gewahrt er das andere Boot, es hatte noch keinen Fuß breit gewonnen, denn es war eine schwere Schifferbarke. Sollte es genug des Spaßes sein? Nein, noch die nächste Welle hinauf, die dort ankam mit schneeweißem Kamm, dann wollte er wenden. Da, als die Woge wie eine schwarzblaue, endlos breite Wand Heranfuhr, durchrieselte es ihn kalt. Das sah so unheimlich dunkel aus mit dem tanzenden weißen Saume darüber, so unbarmherzig und gewaltig, wie eine drohende Faust. Vielleicht hatte er sich doch zu weit hinausgewagt? Ah, ihm setzte der Athem aus, wie er in seiner Jolle an der Wasserwand hinaufwirbelte. Da. schon wieder eine. dahinter noch mehr, Reihe auf Reihe, wie zur Schlachtordnung geordnete Truppen. , Er verliert den Kopf vollständig, nur im Ohr klingt ihm der Ruf des Bruders, als er an der Insel vorbeifuhr: Segel herunter! Gewiß, ja. jetzt ist es höchste Zeit, er läßt die Leine fahren und will zum Mast rutschen! .DaS Seael wirbelt erum! ,

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Früh zu Bett. Früh zu Bett und zeitig ausstehen macht Mädchen gesund, hübsch und klug. Dasselbe gilt von Frauen, becnderö nervösen Frauen. Jede Stunde Schlaf vor Mitternacht ist zwei Stunden Schlaf nach Mitternacht werth. Schlaf ist eine großartige Meii;in .. v m ,i un iann um innen Preis gekauft wer. den. Durch mittelherbeigeführter Schlafist schlim mer alö gar kein Schlaf. Schlaflosigkeit ist gleichbedeutend mit unregelmäßiger Circulation des Blutes. Mit zu viel oder zu wenig Blut im Gehirn kann Niemand schlafen. Pe-ru-na regulirt die Circulation deö Bluteö und erzeugt auf diese Weise einen gesunden natürliche Schlaf. Frau E. Riker, von Cedar Falls, 3a., schreibt von den Wohlthaten, die ihr durch Pe-ru-na zukamen : Und solch süßer, erfrischender Schlaf ! Ich sage oft zu meinem Gatten, daß, wenn da? Hauö mit mir fortgetragen würde, ich es gar nicht bemerken würde. Damen, schreibt an Dr. Hartman, ColumbuS, Ohio, für dessen neuestes Buch, nur für Frauen gefchrieben. Als wollte sie aus dem Element fliegen, so saust die Jolle hinauf, dreht sich, stürzt hinab die nächste Welle Hilfe!" Joachim!" tönt es noch einmal über das Wasser und dann kie loben tanzt die Jolle von Welle zu Welle. es sieht ganz leicht und lustig aus, obgleich der im anderen Boote glaubt, in dieser Sekunde graue Haare bekommen zu müssen. Jo a chiiim!" Ja wo ist Joachim? Du lieber, freundlicher, armer Kerl! Es .ar dein erster dummer Streich:. . . 5in gestiefelter Lchse. Das Räuberunwesen, welches gegen das Ende des verflossenen Jahrhun derts in Süddeutschland eine erstaunliche Ausdehnung gewonnen hatte, war auch in den ersten Jahrzehnten des un serigen noch keineswegs völlig ausaet t 1 ii r c rwi " roirei. 0 yaiie ncy aucy m oen lösai dern und Einöden Oberschwabens, die sich von Biberach nach dem Bussen hm t 1 uno varuoer tzmaus ausorenen, im Jahre 1817 eine Bande gefährlicher Gauner gebildet, die der Schrecken al ler umliegenden Bauerngehofte war. Das Unwesen wurde schließlich so stark, daß die' wllrttembergische Regierung sich genöthigt sah, gegen das Gesindel mit ein paar Compagnien Fuß Volk und einer Schwadron Reiterei förmlich zu Felde zu ziehen. Im 5-)erbste 1818. kurz ebe die Bande eingefangen wurde, schlenderten eines Tages zwei Mitglieder derselben. nämlich der schwarze Veri", der Huptmann, und Franz Merkel, seines Zeichens ein Z)!etzger, in der Gegend von Aiberach umher. Am Saume eines Waldes trafen sie auf einen herrenlosen. mit einem Pferd und einem Ochsen bespannten Wagen. Der Besitzer, ein Bauer aus der Nähe, hatte ihn da siehen lassen' um aus dem Walde Holz herauszutragen, das er abführen wollte. Die beiden von Militär. Gendarmen und infolge Bauernstreifcn gehetz ten Gauner, denen der Brotkorb schon seit einigen Tagen hoch hängen mochte, verspürten beim Anblicke des feisten Ochsen Appetit nach einem saftigen Braten. Schnell machten sie den Ochsen los und trieben ihn dem Schlupf Winkel der Bande zu. Um jedoch keine Thierfährte zurückzulassen, zogen sie dem Ochsen ihre Stiefel an. Die An kunft des aestiefelten Ochsen bei der Bande erregte unbändige Heiterkeit. Es sollte ihre letzte Freude sem. Denn bald darauf wurden die Strauchdiebe alle einaefanaen und in die zu Gesangnissen eingerichteten festen Thorthürme e? ehemallgenReichsstadt Aiberach ge Uracht. Mit dem schwarzen Vi' aber nahm es, damit dem heiteren Stückchen der tragische Abschluß nicht fehle, ein erschütterndesEnde: er wurde in seinem Kerker am 20. Juli 1819 vom Blitze erschlagen. Von seinen Ge nosse?. etliche neunzig an der Zahl, starben die meisten im Zuchthause Poesie nd Wirklichkeit. Wie weiß doch in der Poesie, . Ein flotter Bursch zu leben! Jn jedem Wirthshaus kehrt er ein. Läßt sich vom Besten geben; Hat keinen Heller zwar im Sack, Doch singt er Schelmenlicder, Küßt noch der Wirthin Töchterlein. Geht und kehrt niemals wieder. Doch wollte in der Wirklichkeit Dies Einer 'mal probiren, In's Wirthshaus geh'n mit leerem Sack. Dort flott zu pokuliren. Zu singen und. an Zahlungsstatt, Der Wirthin Tochter küssen Hui. sackerlot! wie würde der Vom Hausknecht 'rausgeschmissen! Nicht so schlimm.' Er: Cousinchen. komm, laß Dir einen Kuß geben!" Sie: .Daß Du Dich nicht unterstehst! Ich schreie, wenn Du's thust!" Erschrocken fährt er zurück. Sie: Aber ich schreie ganz leise! Größtes Pech. u,l: um, was erscheint Dir wohl als das größte Pech?" Elli: Einen Roman zu haben. aus welchem gerade die Seiten, auf welchen sie sich kriegen, herausgerissen sind.-

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