Indiana Tribüne, Volume 20, Number 328, Indianapolis, Marion County, 15 August 1897 — Page 3
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Arme Thon! 5,:Uner Roman von Ziudokxy Stratz. (9. Fortsetzung.)
Ein Zehnmarkstück, das Georg der Cch:lstersfrau unten im Keller in die .vanb gedruckt, wirkte Wunder! De? Herr Baron" könne ganz ru'hig sein! Das Röthigst:, was sas Fräulein für die Nacht brauche, das wolle sie schon hinauf schassen. Ein paar Matratzen . . . freilich aus den Boden hin denn das Bett des alten Herrn . . das wolle sie doch wohl nicht . . . Qber es sei ja jetzt warmer Somme? . . . und Kissen und Bezüge . . . und ein paar Möbel . . . und Waschge schirr jawohl . . . der Herr Baron soll: nur das Fräulein indessen hinaufführen . . . sie samt gleich mit ihren Leuten nach! SJoen, im keraktionsraum ves 'jta prika" sahen sich die Beiden eine Weile in stummem Entsetzen an. Es erschien ihnen ganz unglaublich, ganz furchtbar, daß der fi'oele alte Herr, der noch vor wenigen Stunden hier gesessen und mit ihnen geplaudert hatte, daß der nun als ein starrer, ernster Mann weit von fjie: in einem fremden Hause liege und nie mehr wieder hierher zurückkehren sollte ... in das dürstige, kahle Nest, in das er den Rest seines gescheiterten Daseins geborgen. Alles sprach hier noch von ihm in diesen öden vier Wänden. Der rothe Fej mit der abgerittenen Troddel, der neben 'der großen Scheere auf alten Zeitungen prangte, die Zigarettenstummel am Boden, die schiefgenagelten Sportbilde? an den Wänden, der alte Schlafrock auf dem unordentlichen Bett, darauf ein zerlesener französischer Roman es war. als harrten alle diese verschossenen und vergilbten Dinge ihres verkommenen, brüchig gewordenen Herrn, als höre man schon seinen bedächtigen. zitterigen Schritt und sein dröhnendes Räuspern unten auf der Treppe. Und er würde nie mehr hier eintre ten, nie mehr feinen Rohrstock dort in die Ecke stellen, mit grobartiger Handbewegung den grauen Cylinder vor dem Wegsetzen glätten und sich würdevoll mit dem buntseidenen Tuch die Schweißperlen von der kahlen Stirne trocknen . . . J2suj nachher . . . Ihr Lieben . . . auf nachher . . .!" Das waren die letzten Worte des alten Sünders gewesen, als er ging, um für sein geliebtes Töchterchen eine Unterkunft zu suchen. Run hatte er selbst die letzte, die beste Unterkunft gefunden. In bitterem, unaufhaltsamem Schluchzen lehnte sich Thea an die Brust des Freundes . . . ..MM So . . . nu waren wtr iowelt fertig . . tönte von der Thür die Stimme der Frau Kautz, die mit einladendem Lächeln nach dem Hinterzimmer wies. Dort war in der That ein Lager am Boden, und was Thea sonst brauchte, notdürftig gerichtet. Ich danke Ihnen, liebe Frau . . Thea ging langsam nach hinten . . . . . . nun 'brauch' ich nichts mehr . . . und -wär am liebsten allein . . . Gut: Rächt . . sie drückte Georg die Hand und schloß die Thür, während sich die Schusterssrau entfernte. Georg Textor war in seine Räume nach vorn zurückgekehrt und starrte auf die dunkle Straße hinab. Da vernahm er von drüben einen leisen Ruf. . . . Georg . . . !" Das war ihre Stimme! Hastig trat er auf den Flur. Sie hatte die Thüre noch einmal geöffnet und stand, vom Lichtschein der innen brennenden Kerze hell umflossen, auf der Schwelle. Einen Blick nach rechts und links, wie um sich zu überzeugen, daß die Frau gegangen. Dann streckte sie ihm veiOe Hände entgegen. Georg . . . ich danke Dir!" sagte sie mit thränen erstickter Stimme. Dann schloß si: die Thüc wieder. Sie hatte ihm Du" gesagt! . . Sie batte ibn gern! Ein selizes Lächeln lag aus dem hageren Gesicht des kleinen Sportsman, während er die Kerze auf dem Redaklienstische des Paprika" anzündete. Sie nahm seine Hilfe an! Er durfte bei ihr bleiben. Jetzt uns vielleicht imin er. Was war das für ein köstliches Gefühl, was für eine erwärmende, beledtnde Kraft, mit der dieser Gedanke ihn erfüllte. Er dur'fe für sie arbeiten . . für sie sich sorgen und mühen, welch ein Glück, welch ein großes, unveroientes Glück! Es kam Georg Texw" vor. a's sei er in diesen paar Tagen, seit er die Garnison verließ, ein ganz anderer Mensch geworden. Als ein verbitterter, zornmüthiger Gesell: war er da in .die Nacht hinausgefahren. Alle Menschen waren seine Feinde! Sein Ich," sein Fortkommen in ider Welt das schien ihm allein Uachtenswerth! Und jetzt . . . was lag jetzt an ihm! Jetzt handelte es sich um bessere Dinge. Das arme, süße Geschöpf, das unter seinem Schutze dort 'drüben schlum merte, das mußte gerettet, das mußte aus den Händen getragen ur?d vor allen Fährlichkeiten und Rohheiten der Welt sorgsam behütet werden. Wie es ihm dabei erging, das war ganz gleich I Wenn er nur ihr 'das Leben heiter gestalten konnte! Die hactten Züge des kleinen vortsmanns verkrten tick) in freundlich lächelnder Güte und Zärtlichkeit. Er fühlte sich so froh ... so leicht. W.'iß Gott ... wie ein anderer Mensch! . . . wie ein bessere, Mensch . . . Woher kam das? Seine Lippen gaben ihm selb? die Antwort: Jawohl ... das war die Liebe ... die reine Liebe, die das Beste aus uns herausholt, was in uns armen Mensche steckt.
Wr Andere leben . . .. Äas ist das
Glück! Er trat vorsichtig ans den Flur, um zu sehen, ob sie noch etwas brauche. Nein! Er vernahm von innen, in langen Pausen, ihre tiefen, schweren Athemzüge. Sie schlief! Die Erschüttcrungen der letzten Tage, der furchtbare schlag von h:ute hatten sie überwältiqr. In einem bleiernen, ohnmachtähnlichen Schimmer glich die Natur das Leid und Weh: der Armen auZ. Lange stand er da. Tiefe Stille ringsum. Kein Laut in der 'dunklen Nacht, in der er andächtig ihren Schlummer bewachte. .Tu dift d!k Ruh Tu bist dkr 5rirbrn . . . Tu bist vom vimmkl mir dkschitSk . . . Unwillkürlich summten seine lächelnden Lippen das alte Lied. das er so oft gedankenlos im Konzertfaal gehört, während er auf seinen Wachtposten im Vorverzimmer .'.urückkehrte. Dort starrte er träumend in das Kerzengeflacker. Gottes Friede mit dem alten Herrn! Es war ein Glück für ihn. daß es so kam und gerade jetzt so kam. wo noch in seinen letzten Stunden ein Strahl warmer Liebe wie der Abschiedsgruß dcr sinkenden Sonne sein verfallenes Leben vergoldet hatte . . . Jawohl . . . jener war morsch und siech! Jener mußte hinüber! Aber er, Georg Tetor. er war noch kein verlorener Mann! Seine Faust ballte sich, seine Augen blitzten freudig. Er war jung und stark und unverzagt. Er konnte kämpfen und arbeiten trotz Einem! Und das wollte er! denn jetzt hatte das Leben für ihn Werth . . . und mehr als das ... er stieg vor sich selbst im Werthe und gewann eine Achtung un'd ein Zutrauen zu sich selbst, das er srüher nie gekannt. Unid wieder suchten seine Bücke dankbar jenes Kämmerchen dort hinten, in dem die Geliebte schlief, und wieder klang in ihm die Erinnerung an das alte Lied: .Tu bkbft mich likdkiid vdkk mlch? .... 1Ultn gukkr Gc.ft .... rncia dcjs'rkZ 24 XIII. Es klirrte langsam die steile Treppe des Hauses in der Mauerstraße empor . . . es stieg in's erste Stockwerk, von da in's zweite und kam unschlüssig, wie suchend, wieder auf den unteren Sticgenabsak zurück. Undeutlich hörte das Georg in seinen Träumen. Er war auf dem Sruk'e sitzend eingeschlafen. Sein opf ruhte auf der Kante des Tisches. Das ausgebrannte Licht stand davor. Er hätte seiner auch nicht mehr bedurft. Denn längst war es draußen heller Tag und drang 'das ferne Brausen der Weltstadt IN das Zimmer. Was das Klirren nur bedeuten mochte? ... Es vermengte sich mit den bunten Bil'dern seines Schlummers . . War denn der polakisch: Bursche verruckt, daß er tn aller Gottessruhe seinen Säbel umschnallte, wenn er in den Stall zum Futtern ging? Donnerweiter ja . . . und Hertha labmte ja gestern Abenid! Der kleine Groom. der im Stalle schlief, hatte es ihm gemeldet! . . . Wen sollt' er da heute beim Felddienst reiten? Vielleicht Komteß?" . . . der Steepler ging schlecht vor dem Zug ... er machte 'da Sprünge wie ein Geißbock ... na gerade ... das war amüsant! . . . Aber Zeit war's zum Feld'dienst . . . zum Donnerwetter . . . wo blieb denn der Bursche, der Himmelhund, mit Stieseln und Mtlla? . . . Er fuhr auf und saft verstört in der Redaktion des Paprika" herum. Wie kam er foenn hierher? Ach so . . . richtig ... mit einem Schlag stand ihm plöklich wieder alles im Kopfe va. Und doch empfand er, während er sich gähnend die Augen rieb, immer noch einen leisen Zweifel, was denn nun eigentlich die Wirklichkeit sei das, was da um ihn war . . . oder die Erinnerung an die Vergangenheit . . . Ach nein. Die war versunken, die war für ihn ein Märchenland geworden, das er nur noch Nachts im Traume sah. Aber da ... er schaute erstaunt auf... da an der Thür stand ja noch eine Gestalt aus dem verschwundenen Re'-ch der Waffen, die hochgewachsene Gestalt eines Jnfante-rie-Offiziers. Es war schon ein älterer Herr, ein Major oder so etwas, mit ernstem, oefurchtem Gesick.t. Zu dem keck aufgedrehten Schnurrbart wollte das an den Schläfen leicht ergraute Haar, zu der strammen Haltung der müde Au3 druck der Augen nicht recht passen. Einer von denen, die, den Schatten des blauen Briefs über dem Haupte, sich mit Gewalt jung zu g:ben suchen, um nicht der Verjüngung- zum Opfer zu fallen. Solcher waren viele in der Armee! Georg kannte sie wohl. Der Fremde ".f im Zimmer um und wiegte ei v ar Mal bedächtig den verwettert.- als wolle er sagen: Also so f.u !'-. hier aus! Na, das dacht' ich ;;.:" 'Dann machte er eine leichte 23r g gegen den sich erhebenden S, " : i. Bin ich hier recht bei dem .-;-i-r. . laron HoffÄcker? . . . Ja? . . . -7 r:n : ann ich ihn wohl sprechen?Nein!- err,:.::' 'der kleine Herrenreiter, noch g.::-; Scblaf verwirrt i v :L.:nen Sie nicht mehr!Warum n':Z,is" Ja . . . u:.i wdt ist. Gestern Mittag hat il,: : chlag gerührt!Der Schl,, .." Der Andere trat betroffen- Ein seltsamer Ausdruck spult. u;x seine hartge schnittenen Z'- . Wie Zorn sah es aus . . . und . - .-iedigun- zugleich! . . . Also ioh ! . . r alte Industrie, ritte? todt, t-:.- y .. zähneknirschenden Ingrimm seik.c- si'chlechtsverwandten das uralte 2a rc nsd) iCb der Freiherrn von Hoffäcer n:t unauslöschlicher Schmach bed: Mte! Aber fast sofort gewann M: Selbstbeherrschung
des preußischen Offiziers wieder die
Oberhand. Ich bin sein Vetter . . ." sagte er langsam . . . Mazor von Hofsacker . . . Terror!" Georg verbeugte sich. Sehr angenehm! Sie waren mit dem . . . Verstorbenen bekannt?" Jch war in letzter Zeit hier mit ihm zusammen geschäftlich thätig . . ." So?- In der trockenen Stimme des Majors lag durchaus keine beion dere Hochachtung über diese Nachricht . . . dann kennen ie also das Vorleben meines Vetters . und werden es begreiflich finden, daß ich mir eine gewisse Zurückhaltung m der Trauer um einen Mann auferlege, durch den ich meinen Namen in allen Zeitungen in Verbindung mit Wechfelfälschung und Gefängniß las!" Oh gewiß. Herr Major?" Und wo befindet sich die Leiche V In dem großen Krankenhaus in der Lützowstraße!" Danke! . . . Hat er ich frage der Ordnung weaen etas hinterlassen?Schulden!" Das wunderte den Major offenbar nicht sehr. Ich werde einen Rechtsanwalt mit der Prüfung und Bezahlung dieser Schulden betrauen . . ." sagte er . . . und selbstverständlich auch alle weiteren Kosten tragen . . ." Ich wüßte auch kaum, wer es sonst thun sollte!" Georg schaute melancholisch in dem öden Gemach umher . . meine Finanzen sind äußerst schwach . . . und hier, in den ?täumen des alten Herrn blieb der Gerichtsvollzieher schon beinahe über Nacht . . ." Un'd nun sagen Sie . . ." Der Andere trat auf ihn zu und dämpfte mühsam die Erregung seiner Stimme . . . wo ist seine Tochter? Ihretwegen reiste ich her . . ." Da nebenan!" Was . . . hier ... in der Woh nung?" Ein mißtrauischer Blick glitt an Georgs stukerhaft gekleidete? Gestalt hernieder. Ja. Aber sie schläft noch. Und ich finde ... es ist grausam. rte früher zu wecken, als es unbedingt nöthig ist!Der Major überlegte einen Augenblick. Sie haben Recht, Herr ir. Teztor!" sagte er dann kurz . . . Ich werde jetzt gehen und voerst das andere alles erledigen . . ." Sehr wohl!" Georg öffnete ihm die Thür . . . aber Doltor bin ich nicht!" Oh . . . pardon! ... ich dachte . . ein Redakteur . . ." Ich bin auch kein Redakteur." sagte der Sportsman kaltblütig, sondern ein vor wenigen Taen mit schlichtem Abschied entlassener Husarenleutnant!" Oh . . ." Ein Zug des Widerwillens erschien aus dem Gesicht des stehenbleibenden Majors. Eine nette Gesellschaft," konnte man da deutlich lesen. Aber er bezwäng sich. Also auf Wiedersehen, Herr Tertor!" sprach er mit gleichbleibender Höflichkeit, !:ate zwei Finger an die Mütze und stieg die Treppe hinab. Und wenn er wiederkam? Ein: furchtbare Angst erfaßte Georg, als er allein war. -Wenn Jener wieder kam. dann nahm er Thea mit vh. Das war ja ganz klar. Das war ja seine Pflicht. Oder er versuchte es wenigstens, sie mitzunehmen. Und dieser straffe Zeldsoldat machte durchaus nicht den Eindruck, als würde er es an der nöthigen Energie fehlen lassen. Andererseits ... er. Georg Tertor, hatte kein Recht, sie zu beeinslussen! Er durfte nicht verlangen, daß sie ihr Leben an das Schicksal eines Mannes knüpfen sollte, der ihr vorläufig noch nichts als ein leeres Portemonnaie und einen ehrlosen Namen bot! Wenn sie es doch that, so mußte das eben ihr eigener, ihr ganz freier Entschluß sein. Und wenn sie es nicht that . . . wenn sie den gewiß sehr verständigen, gewiß sehr eindringlichen Vorstellungen des Majors folgte . . .? tes wurde Georg Tertor immer schwerer um's Herz. Er wußte i?ur zu gut: dann war es aus mit ihm! dann riß sein Anker im Leben! Go?t mochte dann wissen, wohin er trieb, wo er zerschellte. Er lief ruhelos durch's Zimmer. Eine Stunde und eine zweite. Fast ohne zu wissen, was er that, machte er, so gut es ging, etwas Toilette und schluckte den dünnen Kaffee, den ihm die Schustersfrau brachte. Und dann schritt er wieder hin und her. den hageren Kopf zu Boden gesenkt, die Hände in den Taschen, und wartete, bis wieder das gespenstige Säbelklirren auf der Treppe ertönen und die Stunde der Entjchrroung kommen würde . . . U)a klopfte es endlich, und der Maior trat ein. Georg bot ibm schweigend einen Stuhl. Der Anblick des alten Offiziers war ihm eine Erlösung, so sehr er den Mann hate, der ihm sein Liebstes, sein Einziges auf Erden wegnehmen wollte. "Denn nun michte tooch wenigstens dieser marternde Zweifel ein End-e finden. Ich habe alles besorgt . . sagte sein Feind aus Posen . . . bitte, sich also finanziell in keiner Weise zu bemühen. Herr Textor. Oder haben Sie etwa gar Ihrerseits noch Forderungen? Nein? Danke sehr! Die Beisetzung sindet schon heute Abend statt. Um meiner Nichte willen werde ich ihr be'rwoh nen und gleich daraus mit ihr abreisen. Und jetzt ..." ... sein Blick ging suchend durch die Wohnung . . . würde ich sie allerigs gerne bald sprechen!" Da öffnete sich drüben leise eine Thür. Bist Du da, Georg?- tönte es sanft und etwas angstvoll über den Flur. Jawohl. Thea!" Seine Stimme klang stark und er fafa dabei dem Ma
ko?, gelassen in's Gesicht, das sich lang sam in finsterem Zorne rothete. Jetzt schien ihm manches klar zu 'ver, den. Aber er schwieg. Die beiden Männer nßen sich mit stummen, feindseligen Blicken, bis Tbea eintrat und beim Anblick ihres Onkels erschrocken stehen blieb. Sie hatte sich verändert in dieser Nacht ... das war Georgs erster Gedanke. Die lachende Kindlichkeit war aus ihren Zügen geschwunden. Der Schmerz hatte sie zum Weibe gemacht. Sie war ernster, gereifter und eben darunl um vieles schöner, wie sie so blaß und hochaufgerichtet in der Thür stand. Der Major trat auf sie zu und faßte ihre Hände. Wir wollen nicht von der Bergangenheit sprechen, Thea!- sagte er ernst . . . ... auch in Zukunft sollst Du bei uns in Posen nie mehr ein Wort darüber hören. Denn Du hast schwer genug für Alles gebüßt. Das einzige, was ich verlang: und erwarte, das ist, daß Du noch heute mit mir in Deine Heimath zurückfährst! . . . nicht wahr, Thea?Sie schaute zu ihm auf Und schüttelte den Kopf, daß die dunklen Locken flogen. Nein, lieber Onkel! Das kann ich nicht!" Und warum nicht?" Er sucht: unwillkürlich mit den Augen Georg, der realos am Tische lehnte. Sie folgte seinen! Blicke. Du hast doch gehört, daß ich zu ihm Du" gesagt bab'!Ja . . . und das das soll etwa heißen . . .- Das soll heißen, aß wir beide . . . er und ich . . . beisammen bleiben un'd Mann un) Frau werden? Das haben wir gestern ausgemach,t!Und wovon' werdet Ihr leben . . . als Mann und Frau?Das wissen wir noch nicht!" Und wenn Ihr nichts zu leben findet?" Dann werden wir eben hungern !- sagte Thea gleichmüthig. Das hält man nicht so lange aus,
als Du glaubjt . . . Dann verhungern wir eben! Aber beisammen bleiben wir . . ." Der Major griff sich verstört an die Stirne. Du bist von Sinnen, Thea!" Dann sterben wir eben! . . . Eines mit dem Andern . . .- Thea sah ihm ruhig in's Gesicht ... ... begreifst Du's 'denn nicht. Onkel? ob wir leben oder sterben, sind wir beide eins und tragen alles zuisammen, wasda kommt! Und was man zusammen trägt, das wird schon nicht so schrecklich sein . . ." Der Major wandte sich an Georg. Haben Sie denn gar kein Gefühl der Verantwortung mehr im Leibe, Herr Textor?" Oh doch! sagte der Ueme Sportsman Eben jetzt fang' ich. zum erstenmal in meinem Leben, an dies G:fuhl zu bekommen und befinde midi sehr wohl dabei!" Dann mußten Sie doch erkennen, daß es Ihre Pflicht 'ist. ein Mädchen freizugeben, für das Sie in keiner Weise . . ." Nein!" sprach Georg ehrlich . . . . . . das können Sie nicht verlangen! Sehen Sie: jetzt bin ich ein halbverlorener Mensch. Von Thea hängt es ab. ob ich ganz zu Grunde gehen oder was Rechtes werden soll. Das werd' ich nämlich, wenn sie bei mir bleibt! varauf dürfen Sie sich verlassen!" Der Andere warf ihm einen grimmiqen Blick zu. Sie scheinen meine Nichte in den paar Tagen verhext zu haben, sagte er finster, . . . daß sie einen Mann wie Sie ..." Er brach ab und wandte sich zu Thea. . . . Bedenke. Thea . . ." sprach er leise und eindringlich ... ... wer a.ußer uns noch in der Heimath auf Dich wartet!" Grüfze den Hauptmann Klein recht herzlich von mir!" sagte Thea . . . . . . . c; ist ein guter Mensch ... und sag' ihm: Es wäre recht so! denn ich hätte doch nie für ihn getaugt un'd für Euch all nicht und eure Verharinyie r.icht. Ich bin nun einmal eine Zigeunerin und es treibt mich hinaus in die weite Welt . . . und da hab' ich meinen j iiuuu .Hamnuccu ui cc;u, uti tuu mir geht und mich beschützt . . ." . . . und wenn Du Dich wunderst, daß daS zwischen uns Beiden so rasch gekommen ist, und meinst, es wäre AiiitM ftMttnn a 1 1 a Vi t v ! Hexerei . . . lieber Onkel ... Du lebst doch so vie'l länger als ich auf der Welt und hast gewiß schon lange errannt, was ich erst in oicien Tagen eingesehen hab' ... daß das Schick' sal ja so unendlich viel stärker und mächtiger ist als die Meirschen! Das spielt mit uns und trennt ,uns. ob wir wollen oder nicht, und führt die zusammen, die zueinander gehören. So hat es uns Beide zusammengebracht, den da und mich, und uns aneinander geIchossen Mit eisernen Klammern, daß wir nicht von einander lassen könen lm Leben und rm Tod! Das ist alles und ist ganz einfach! So . . . unD nun erzähle das den Leuten in Posen und fabre eben in Gottesnamen ohne mich dorthin zurück. Es geht nun einmal nicht anders . . !- Das wollen wir erst 'mal sehen! sagte der Major, nahm seine Mütze und schritt ohne schied hinaus. V. v Aber der Recktsanwalt. den er zum zweitenmal aufsuchte, konnte ihm nicht helfen. Die Dame ist. wie Sie berichten. beinah: 22 Jahre . . ." sagte er achselzuckend aZso großjährig . . . ne war a.s Gast m Ihrem auc . . es uegt alo kein Vertrag übe? Leistungen vor, der sie zur Rückkehr verpflichtet ... die Eltern sind todt . . . es fällt also die Formalität des ehrerbietigen Ansuchens fort . . . ia . . . juristisch ist da aar nichts zu ma chen!Der Major kehrte in sein Hotel ZU rück und -rüstete sich zur Abreise. Jet dem Begräbnib beizuwohnen, daran dachte er nicht. Es war nicht recht.
einen Verltorbmen zu hassen er wußte es und er haßte ihn doch mit der ganzen Empörung des Edelmanns und Offiziers, der eine Zeitlang Tag für Tag in ten sozialdemokratischen, r , . . . '
lym anonym zugejanökn Blattern UNter der Spitzmarke: Wieder ein Edelster der Nation!" oder Etwas vom Rückgrat des Staates- den Namen sei nes Vetters, des Wechselfälschers Frei Herrn von Hoffäcker, gelesen hatte. Aber erst am späten Nachmittag ging ver nächste Zug nach dem Osten und eine Stunde vorher faßte ihn der Zweifel. Wenn er es noch einmal versuchte? Er nahm eine Droschke und fuhr in die Mauerstraße. Dort war Thea vor Kurzem von der Kapelle des KrankenHauses zurückgekehrt und hatte den eilig beschafften Traueranzua angelegt. Nun hatte sie den neuerstandenen dunklen Filhut ihres Freundes auf dem Knie und nähte einen Streifen schwarzen Krpe darum. Beim Anblick des Majors lächelte sie traurig. Sie wußte, was für eine Ueberwindung dem strengen, alten Soldaten diese abermalige, letzte Bitte bedeutete. In der Thür stehen bleibend sah er sie stumm an. Und sie hielt seinen Blick ruhig aus und schüttelte stumm den Kopf. Da ging er. Georg zog ihre Hand an seine Lippen und preßte einen langen, inbrünstigen Kuß darauf. Dann sah er nach der Uhr. Es ist Zeit." sprach er leise. . . . wir müssen uns fertig machen !" Er griff nach seinem Hut und half ihr. die krampfhaft zu beben begann, den langen, rückwärts niederwallenden Trauerschleier anzulegen. Dann stiegen sie Hand in Hand die Treppe hinab, um dem alten Herrn die letzte Ehre zu erweisen. XIV. Es ist ein ewiges Kommen und Gehen auf der Todtenstraße von Berlin. Fern im Südwesten zieht sie sich lang hin, eingesäumt von der Industrie des Todes, von Kränzehandlungen uüd Steinmetzwe-rkstätten, weiter und weiter bis zu dem Gewimmel schwarzer Holzkreuze, das rechts und links in großen Vierecken die braune Gleichförmigkeit der Erde unterbricht. Was zermalmt und zerrieben ist, das stößt die Weltstadt von sich. Ein ewiges Kommen ANd Gehen herrscht auf der Todtenstraße von Berlin. Ein Zug nach dem andern wallen sie heran, die Opfer eines jeden Schlachttaos, prunkende Karossen-Reihen und verweinte Arbeiterfrauen mit einem win'en Kindersarg auf den flachen Händen, ernste trübe Mienen in einer langsam schreitenden, mit seltsamen Eylin'dern bedeckten Männergruppe und verstohlenes Gähnen hinter den Scheiben der Droschke erster Klasse, eilfertig trabende leere Leichenwagen. Geistliche mit vom Winde schiesgewehten Röcken, abgerissene stoßweise Posaunenfanfaren . . und über alles hin. 'ununterbrochen und unermüdlich von ferne das dumpfe Brausen und Weben von Berlin. Anders als er es sich früher wohl selbst in nachdenklichen Stunden ausgemalt, 'hatte man den Freiherrn Raban von Hoffäcker der Erde übergeben. Kein feierliches Trauergefolge warf dem frohlaunigen Kavalier die letztenSchollen nach, kein Glöckchen klagte hoch vom Schloßgiebel um den geschiedenen Herrn, kein Echo hallte von den Thürmen der Dorskirchen im weiten Lande wieder. Es fehlten die Exzellenzen vom Zivil ,und Militär und die Bauernburschen des Kriegervereins mit dem Prachtstück des Gutödorss, der kunstvoll gestickten Fahne ... die Monocles blinkten nicht in den Augen der Landrathe, kein mit Orden umpanzerter, schloßgssessener Johanniter gab dem Bruder das letzte Geleit, über leines der wetiergebräunten Gesichter des mit den Hosfäckers so dutzendfach vervetterten und verschwägerten Landadels lief eine verstohlene Ab schied thräne .... sie fehlten alle ... alle .. . und mieden den schuldbeladenen Mann im Tode wie im Leben. Zwei Menschen nur hatten mit gefalteten Händen vor der Gruft gestanden und auf die paar nichtssagenden Wort: des Pfarrers gehört. Jetzt schritten sie langsam im Abenddämmern den Trauerweg zurück. Se sprachen nichts. Die Ruhe des Todes hielt s noch umbannt. In ihnen lebte jenes feierliche Leid, vor dessen nassen Blicken die Dinge dieser Welt zusammenschrumpfen und klag(ich werden allzusamt. Wozu sich sorgen? Wozu sich mühen Tag um Tag und auf und nieder in den WechselfälUn des Geschicks, wo doch das Ende so sicher, wo doch das Ende so nahe ist . . der Friede in der Erde unten, die unser Fuß so achtlos tritt und in der doch die Gerechten wie die Ungerechten aleich sorglos schlafen? Thea blieb stehen und warf noch einen letzten Blick auf das wilde Gswimmel der schwarzen, vom Abendgold überglühten 5)olzkreuze. Unter all' den fremden Menschen . . ... flüsterte sie ach ... es sind ja keine Menschen mehr . . sie waren's . . . und haben's jetzt besser als wir . . . aber trotzdem .... es sind so viele ... so furchtbar viele . . ich muß immer an .die . Kapelle denken . . . in unserem Schlosse . . Da war die Familiengruft?Sie nickte . . . Papa ist der Erste, der da nicht beigesetzt wird . . . seit ge wiß dreihundert Jahren ... so ränge gehörte uns das Schloß und das Gut. Und jetzt gehen vielleicht gerade in diesem Augenblick die unbekannten Leute im Garten um'her ... ich weiß ja gav nicht einmal, wer es gekauft hat . . . odkl st: sitzen auf der Veranda und trinken ihren Th und lesen die Zeitung . . . und unten lachen und tollen die Kinder ... und Niemand kümmert ?
sich darum, was aus uns geworsen it
und ob wir irgendwo rn der Wett verkommen oder nicht ... Ja . . . sehr vernünftig finde ich die Welt gewiß nicht . . sagte Georg ....... ich hatte sie, weiß Gott, an ders gemacht. Aber ändern kann man sie nun mal nicht . . ." Aendern nicht!" Sie starrte sehnsüchtig in die Ferne ... ... aber ihr entfliehen! ... sie ist ja so häßlich, so aemein . . . Die Welt rst ja überall! Da müßte man schon todt sem, um Sie schmiegte sich fester an seinen Arm. . . . und wenn man todt ist? Was ist denn dabei? Dann hat man's überstanden! Dann können einen die Menschen nicht mehr verfolgen und quälen, wie sie es mit dem armen Papa thaten . . . . . . und wie sie es mit uns thun werden!" Georgs Miene wurde finster ... ... daran ist kein Zweifel, Thea! Wir werden schwer kämpfen . . . und leiden!" Und wofür?" fragte sie traurig . . damit wir verwelken und verblühen . . . und schließlich doch sterben! Ach. Georg ... ist so ein langes Leben wohl der Mühe werth . . .?" Ich weiß es nicht!" sagte er kurz. Sie schauten sich stumm an. Ein unendliches, gewaltiges Sehnen schwellte ihnen Beiden plötzlich die Brust. Od das Liebe war. ob der Wunsch, zu sterben. o'der die Freude am Dasein oder alles zusammen ... sie wußten es nicht. Es war etwas Geheimnißvolles . . . wie unwiderstehlicher Drang, diese graue Welt rings umher zu zerreißen, wie man einen Schleier zerreißt, der ein unbekanntes, köstlich buntes Bild verbirgt. Aber wo dies Bild stand, ob hier oder drüben was es vorstellte, das Leben oder den Tod ... sie wußten es nicht. Es war auch gleich ! Nur aus 'dieser Niedrigkeit und Häßlichkeit heraus und zusammen 'fort! . . . gleichviel wohin! Heute Mittag hatte ich mehr Muth . . sagte Tbea endlich . . . aber wenn ich jetzt all' die Kreuze und Grabsteine seh' ... die taufende und abertaufende . . . und unter jedem ruht ein Mensch ... und überall um Berlin stnd Kirchhöfe und in jeder Stadt wieder neue . . . ja . . . was liegt dann an Dir und mir ... ob zwei Menschen da sind oder nicht ... das ist ja so gleickiiltig . . Den anderen jedenfalls!" erwiderte der kleine Sportsman . . . das interefsirt nur uns beide . . . und wir sind nun eben in so einer Stimmung . . . das ist ja ganz begreiflich . . wenn man gerade vom Begräbnis kommt . . ." Sie preßte ihren Arm fester in seinen und schüttelte leise den Kops . . . nicht nur 'deswegen . . ." flüsterte sie . . . ich glaube, es ist. weil man lieb! . . . Wenn man liebt, will man immer sterben . . . das ist so diel reiner und deser . " ' Äch wo!" Doch, Georg! Ein Mann vielleicht nicht l . . . aber wir! . ... und siehst Du ... so eine Sehnsucht nach dem Tode, wenn sie auch unklar ist. weist einem doch vielleicht den rechten Weg . . Er blieb stehen. Sie sahen sich an und ihre Herzen begannen rascher und immer mscher zu pochen. (Fortsetzung folgt.) 5!m Kling.er'schen Steinbruch passirte ein Explosionsunglück, wobei ein Arbeiter getödtet und zwei gräßlich verstümmeU wurden. Es soll Brauch sem. vor dem Laden des Pulverloches durch Eintreiben eines Eisenkeiles dreOessnunF zu vergrößern, um mehr Pulver hineinzubringen und eme gewisse Spannung zu erzielen. Diese Manipulation soll auch bei diesem bedauerlichen Worsaue vorgenommen worden sein. Nachdem zuvor geladen und der err entfernt war. exblodirie das Pulver und die drei Arbeiter, die auf deni betreffenden Stein gestanden haben, wurden in die Luft geschleudert. Der Arbeiter Schwingenschlögek von Thanet starb alsbald, nachdem e? noch die Sterbesakramente empfangen. Dem Arbeiter Paul Gruber von Thanet wurde der rechte frufe gänzlich abgeschlagen und er erlitt außerdem noch 'Verbrennungen nebst Verlust eines Auges, der dritte Arbeiter Namens Hutstelner von Poaentyal erlitt einen Beinbruch und schwere Verlenunaen an Brust und Rücken.. Die Verunglückten liegen hoffnungslos darnieder. Alle Drei sind Famillenvater und hat der eine tqs, mt andere fünf und der dritte vier unver--sorgte Kinde?. Der ungluckllche Au.3a aana des türkisch-griechischen Kue. ges sowie die Rolle, die sein Lieblingsenkel Kronprinz Nikolaus wayreno r&s. Feldzugs spielte, haben aus den König. Ehrlstmn von Dänemark lehr mederscklaaend. gewirkt. Der König wat von der militärischen Fähigkeit, des, griechischen Thronfolgers so durchdrungen. daß es ihm auch heute, noch unfaßbar erscheint, wie es möglich wurde, das fte der Hellenen aus, den glänzendenPositionen von einer. Flucht rn oit andere zu treiben. )egenu.ber den Athener Berichten ist der. König wahrscheinlich bereits mißtrauisch geworden und da er unter allen, Umständen Klarheit haben möchte, fo ent sandte er einen seiner Vertrauten, ?en Kammerherrn und Hauptmann der Garde Friedrich Ibsen nach dem Krieasschauplek. damit derselbe ihm einen unparteiischen Bericht liefere Ibsen wellt vorerst m yerapia, wo ihm die fremden Militärattaches miitels Croqms an die Hand gehen und er wird in einigen Tagen die Posirionen an Ort und Stelle besichtigen. Der Sultan gestattete es bereitwilligst und ordnete an. das auch E'ohem Pascha dem Abgesandten alle Trothwendigen Erläuterungcn gebe.
Für die Küche. ' Gemüse - Suppe. Mau wählt die für dieseSuppe erforderlichen Gemüse je nach derJahreszeit verschieden; jetzt sind Karotten, Kohlrabi, Bohnen, Blumenkohl und junge Erbsen dazu geeignet. Nachdem man die ersten drei Arten putzte und sie in feine nudelartige Scheiben schnitt, bricht man die einzelnen Röschen des Blumenkohls aus, säubert sie und hülst die Erbsen aus. Zunächst dämpft man den Blumenkohl in Wasser halb weich, gießt dann vas nöthige Quantum Bouillon aus Fleisch-Ex-tract hinzu, salzt sie, zieht die Suppe, sobald die Gemüse sämmtlich weich geworden sind, mit einigen Eigelben ab und richtet sie mit gerösteten SemmelEroutons, die man nach Belieben auch mit Butter bestreichen, mit geriebenem Parmesankäse bedecken und im Ofzn bräunen kann, an. Kirsch kalt schale, iz Quart Sauerkirschen kernt man aus, schlägt einen Theil der Kerne auf und kocht Kirschen und 5erne in einem Pini. Wein und H Quart Wasser. 2 Unzen Zucker, etwas ganzem Zimmet und Citronenschale. Sind die Kirschen völlig weich, rührt man einen Eßlösfel Kartoffelmehl in kaltem Wasserglatt, vermischt dies unter fortwährendem Umrühren zu denKirschen, streicht endlich alles durch ein Haarsteb und stellt es kalt. Beim Anrichten der Kaltenschale legt man in dieselbe entweder, zerbrochenen Zwieback oder SchnceHößchen von Eiweißschnee, den man mit Citronenzucker gewürzt und gleich in die noch heiße Kirschsuppe eingesetzt hat. Hammelcoteletten, geschwungene. Von einem gut abgelegenen Rippenstück macht man Coteletten und schlägt sie mit dem flachen Cotelettenmesser Nachdem man sie mit. Salz und Pfeffer bestreut hat, legt man sie in eine- flache Pfanne in heiße, frische Butter und schwingt sie auf beiden Seiten ein bis zwei D?inuten lang.. Hernach gießt man die Butter ab und- giebt einige Löffel Kraftbrühe oder. Fleischessenz darüber, läßt sie mit derselben nochmals aufkochen und richtet dieselben dann kranzförmig auf einer runden Schüssel an., da man die Brühe.- in die. Mitte gießt. Aus diese Art. zubereitet und mit nur ganz feinem Senf genossen, bilden sie eine sehr angenehme Platte für den Abendtisch. Frika d e l l en v o n Sch w e l -n e f l e i s ch. . Man nimmt dreiViertel Pfund, gehacktes Schweinefleisch, ein halbes Pfund geriebene Semmel, eine Schalotte (Zwiebel), ein wenig fein gehackte Citronenschale) drei Eier, Salz. Pfeffer. Muskatnuß und mengt Alles gut unter, einander mit einigen
Löffeln voll Weißwein.. Sodann formt man kleine, längliche' Klöße aus der Masse, bäckt sie hellbraun und servirt sie zu Kraut.. Kohl odi. gemischtem Salat. Hummerschnitte.. Aus einem gekochten Hummer löst man das Fleisch und zerschneidet es: das Schwanzfleisch inSckeiben,, das Scheerenfleisch in- kleine. Würfel. Die Scheiben ordnet man kranzförmig auf eine tiefe Schüssel und füllt deren Mitte mit den Würfeln.. Nun verkocht man einige .fein gehackte, Schalotten und etwas Weißwein mit einer hellen Mehlschwitze, thut etwas Butter, einige gehackte Trüffeln,, sowie Salz und Pfeffer dazu und aient- dasGanze auf den Hummer, den man danach noch 10 Minuten in- einen warmen Ofen stellt. Hecht mit U e.be rst rich. Man braucht einen mittelgroßen Hecht, den man vorrichtet und, spickt., in eine passende Pfanne.legt, mit.1Z. Uuz: zerlassencr Butter übergießt und dann mit einem Butterpapierr überdeckt in einen heißen Ofen stellt und daTirr langsam gar dünstet. Indeß bereite, man eine kräftige Bt'chamelsäuce, die man mit vier Löffeln Tomatcnbrei vermischt, dann durchstreicht und mit 150 Gran frischer. Butter heiß' rührr. Mit einem Theil dieser recht dickgehaltenen Sauce bestreicht man gleichmäßig den angerichteten fertigen Fisch, verdünnt den Rest mit etwas heißer Fleischbrühe und giebt ihn nebenher: Rester käse' auf russische A'H:. Dieser- Käse ist von äußerst kräftigem, pikantem und doch feinern Geschmack. Man verwendet dazu alle Reste- von den verschiedensten Käse crrten. natürlich ze mehr von den feinen Sorten darunter, desto delicater wird das Ganze werden ; doch dienen die weniger feinen Sorten zur Vermehrung der Mtffe- und werden durch die Behandlung veredelt. Nachdem man die äußerste; harte Rinde von allen Resten abgeschält hat, schneidet man diese in scheibige Stückchen, schichtet sie., mit den verschiedenen Sorten abwechselnd. in einen Topf von Porcellanoder ein Glasgefatz und gießt so viel' von einem starten Wein Sherry. Madeircr oder dtrgl. darüker, daßder Käse- ganz davon bedeckt ist. worauf man 'daS Gefäß mit Pergament papier- lustdicht verbindet. Man läßtes neehrere Wochen ruhig stehen und. sieht dann einmal nach, ob es sich zu einer conforrnen Masse vereinigi hat: wenn dieses nicht der Fall ist. arbeitet man alles mit einem Holzloffe? tüchtigdurch, druckt es fest in den Topf, gießt othigenfalls noch ern wenig Weinüber und laßt es n?ch 8 14 Tagelänger stehen. Die Masse muß" weich sein und wird auf Butterbrat gestrichen. Abgeführt. Geck: Sagen Sie mal. Herr Doktor, wen?? ich auf dem Kopfe siehe, dann geht mir doch das Blut zu Kopf. Wenn ich nun aber aus den Füßen stehe, warum geht mir dann das But nicht in die Fllße?Arzt: Das ist ganz einfach; weil Ihre Füße nicht leer sind.
