Indiana Tribüne, Volume 20, Number 321, Indianapolis, Marion County, 8 August 1897 — Page 9
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Lttvesns :&nuuwg
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Z)cr vraunc ftoffer.
ibre SleZchaülttakeit. Allerdings die
Werke meiner Jugend!"
?ka. ftiife. das tft ia sehr fcsiaw.
aber du solltest dieses Mißgeschick doch
nicht so tragisch nehmen. .Wie. tragisch? Ich sollte nicht, Ha
gen. wenn mir die besten Schätze ent
tt 1 toiirDfn. UNO Du rnrnrnciu um
deine Kleinkinderwäsckie?-
Die kleine Wasche unserer vier Jitn
Eine Skizze von JuliuZ Lolzmeyer. fc!" erwiderte sie rührend. ftun ia"
Uhrt in kennender Mittaas- MeK ick bitter hervor, .was ist da Wtx
gluth aus der Stadt nach meinem stil- ters Oder glaubst du etwa dieseWickellen Borort zurück. Als ick in die ein bänder und Windellaken noch einmal
s,im N?f,iN h? hmohnt. einbog, zur Verwendung, kommen zu sehen?-
, ,...vvv, , l w y , cf :. w . xn a."..r.m I cÄrT VVThr mtrril vlnfr
jai luy uüi einem ver natgii yaujci Juti iyimmu vuv ein lärmendes Menschengewoge sich um sage glaubst du erwa lxine Jugend zwei dort aufgefahrene Fuuspritzen aedichte noch einmal zur Verwendung i r 't iv VI! .!l ... C a in 0"
orangen, o:e eoen igrc qangicu zu irc i tmuyui g n;
ginnen schienen, und bemerkte einen anoa . ut icg iicy enuuji, jui
gelblich - grauen Qualm aus einer oer ermenoung Dringen zu "i lebten Luken desBodens emporwirbeln. .Welch ein empörendes Wort! Ossen
Jetzt erst erkannte ich, daß es linse: bar hast du keineAhnuna von dem ganz
fuu5 war. vor dem ick mick befand. unermeKIicken JUenuii. Den itu ciirn..
iinh bflfe unsere Bodenkammer .Aber, lieber Fritz, du Hast ja seit
brannte ! fünf Jahren keinen iist mehr tn ixn
D, mein brauner flösset! Mein alter alten flösse? gethan
Manuscrivtenkoffer! .Gewlk. weil ick keine At vazu
Ich drängte mich gewaltsam durch fand, aber vie 3m mußie rommen
KiR ßlrtniinl stiK t mtn baumlanaen .Z?riö. ick bitte vick M oegreise ia
flerl. der die Hausthür halb versperrte, deinen Schmerz eö waren ja theuere
ur Seite. Quetschte mich neben den Erinnerungen, ganz gewiy. aoer ou
Feuerwehrmännern hindurch, die im Übertreibst doch den Werth dieser P
.fJusflur etfna beickaittat waren, ei I viere!
nen Löschschlauch die Treppe hinaufzu- Werth? Papiere?- Ihr
w nden. und s ürzte d e Stufen dlnaus brauen recknet immer nur nacy oem
empor. Erstickender Rauch drang mir prosaischen Baarwerth! Glaubemir, im zweiten Stockwerk bereits entgegen, ich habe nie gewaltigere Schöpfungen
S)1U,y hnrVnrf2 hrtrfnÄr 2! rh TTHftl I NtVIaNI QI3 Diele meiNL kriieN
.vk viina, wvvu. 7 v.. D r " , die Bodentrevve. ick rik die anaelebnte I Werke!" '
eiserne Thür auf. um trotz all des im Aber Fritz, du vergißt, daß du doch i Oi ,. ... I Ärij (,4ynrt nnrt n Vir5 l"tflr Strf
incr uiacc luciLtuucii nuuuim ui ju vm IV! ""0 ut,v" unserer Bodenkammer vorzudringen, Schöpfungen- geurtheilt hast. Weiht wurde aber durch einen dort aufgestell- du, alö wir dich vor fünf Jahren ein ten Mann der Feuerweh? barsch zu mal. kurz vor dem Mittagessen, der-
rückgewiesen. mißten und im ganzen Hause nach dir
Da stand ich. Plötzlich wurde, die suchten?" Thür aufaerissen. und zwei aerettete O. dein unheimliches Gedächtniß'
-r. . ' ' " w w M t m i
Hedmoe Betten, bereits angesengt, flo. .Da fand ick V!Q endlich aus dem
gen die Treppe hinunter, ein Ballen Boden über dem braunen Koffer sitzen ... f- i. . "r r.-i- I t . i ! 1 ATifnKi
ijiuüctöranmer inoerivaicye soigie, i inii ocriDiiiica iiucji, mu yiutuwsfc
einem Wirbel von Stirn; du hattest dich athemlos festge
umflatterte von
Papierfetzen und Vettfedern. Ich er
kannte meine Manuscripte, Bersmanu.
scnpte au meinem flosser, meinem braunen Koffer, der fast alle meine
lesen
Mir dämmert so etwas.
.?kch bat dich, mit mir hinunterzu
kommen, die flinder warteten schon bei
scbönenJuaendpoesien barq. Mir stockte Tisch; du folgtest mir schweigend.
das Herz. Vernichtet stand ich auf dem kopfschüttelnd: während deS Mittags
obersten Treppenabsatz; nicht eine Zeile warst du zerstreut, ab nach Tisch, tn von allem diesen besaß ich in Abschrift! deiner Stubeumfaßtest du mich und
Aom Boden der vernahm ich Com I sagtest; Wanda, ich habe heute eine
mandorufe. Axtschläge und das Ge polte? von übereinandergtworfenenfli'
sten.
Endlich wurde es oben still: der
Qualm legte sich; die Feuerwehrmän
ner polterten an mir vorüber und die
Treppe hinunter.
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arone nnau couna erttvi . uno ais
ich dich ganz bang fragte, was du denn
erlebt hattest, antwortetest du mir weh,
muthig lächelnd: Ich bin wieder etn
mal in die Bronze und Steinzeit mei
ner Jugend hinabaestiean; diese ganze Welt geht mich nichts mehr an." Ja,
Verdammt!"' fluchte einer von ih ! ganz gewiß, dgö sagtest du!
nen. heute nun schon zum dritten mal - .Nun ja, ja, ich mag etwas ähnliches
alarmirt, und immer wegen solcher gesagt haben, der Ve?gleich izje mich
Lumpereien!" wohl. Man liest sich auch tn de? Hast
ch bitte sehr! Lumpereien? Meine und Erregung vor solchem vollen MaDämonenbraut", mein MoseS", mei. nuscriptenkasten völlig dumm ' und ne Titanenkämpfe" mein Wroßin blind. Man sieht eben nur den Wust,
quisitor". mein Sonettenkranz" an nicht mehr die einzelnen flunstideen. wie hieß sie doch gleich? Ha! Lum Aber Wanda, solche SntwUrse, solche pereien! Meine schönsten Ooffnunaen! Anläufe, wie ick damals in meinem
Tausend Stunden heiliger Beaeiste-1 .MoseS". meinem 'Großinquisitor'
runa. hirnbrütenden ?künalinoSfleikes! nabm. waren Offenbarungen deS Ge.
Hekatomben von Kraft und Talent niuS, die eigentlich weit über mich hin und jetzt ein schmutziger Aschenhaufen! weggingen. Nein, glaube mir, ich habe Das Feuer war aelösckt. Derauvt etwas von meinem Besten verloren!
mann mit dem Rest der Löschmann. Und Goldkörner fanden sich auf jeder . . , i .ii.
schaft kam an mir vorüber. Die tap "e. ? fern Männer warfen mir einen fraaen. .Ganz recht, von Goldkörnern
den. nickt aerade resvectvollen Blick ,u. sprachst du auch damals, vor acht Jab
Ich stieg hinauf, niemand verweigerte n, eS war gerade vor Weihnachten7 . , ,a e 1 . ... . JP I rrv.i rivrrijc- -n . x i : c :ri
mir zetzl meyr oen Ciniritt. ine lüiaqt in iirajuca cüuuuuö iil schreitet aleickaültia vor der Kammer unter wirklich unbequem."
auf und ab. Ich blicke in die Stätte der .Ja. ich weiß es noch, Friedchen war
Zerstörung; da, inmitten von ver damals gerade geboren worden, du brannten Kisten und Körben, den Re warst auch wieder einmal über den
sten einer svaniscken Wand und einer braunen Koffer gerathen. .Ueberall
angekohlten Wäschkiste, umschwommen Goldkörner", sagtest du. .aber derAb,
von. angebrannten Papieren und der- j vau ioynt iq nicht.
sengten Kinder äckckm. raat der ausae- üJ agt man nicht, um ich zu
brannte Krater meiner Jugendtage, die trösten! Es ist wahr, eö war Gold ohne . . V j I i r . t r m
Bundeslade meiner heiligsten Gefühle, porm. lamanien oyne qiizs, Per, der braune Koffer! Zwanzig Jahre len ohne Fassung."
scklevvte ick diesen ekrlicken braunen Aber, liebster Fritz, glaubst ' du
Koffer wie eine geliebte Mumie vonOrt denn, daß du jemals im Leben noch
u Ort. von Wobnuna tu Wobnuna. dazu gekommen wärst, diese Perlen zu
hütete er doch meine geheimsten Schätze, fassen, diese Diamanten zu- schleifen, bereits feit zehn Jahren ohne Schloß. u der du doch stetö einen ganzen
aber wohl verschnürt und versiegelt, anemonia von neuen grossen uno Mit welcher-Ehrfurcht betrachtete ich Ideen im Kopfe mit herumschleppst?" stets b-im Vorübereilen dieses Heilig .Ja, jetzt, jetzt vielleicht nicht; aber thum ; oft war es mir, als hörte ich eö war meine Sparbüchse für schwäaus der Tiefe seines innern di ein. c&crc Tage, dieser braune floffer; in ei
esargten Seelen meiner Jugendge. er Reconvalescentenzeit wäre ich sehr m. m ' I 1 Cf W aI a mm a &
Liazie nagend und stöhnend nach Be I 'vvi vuzu gcivlttutt sreiuna seufzen. 5lck komme" mur, Nun höre. Fritz. daS geht mir doch
melte ich ihnen zu, gewiß, ich komme. ZU weit; ich glaube, du wünschtest dir einst, bald!" Aber die Jahre vergingen, im geheimen., einmal krank zu werden. Dichtender Leser, fühle ' mit mir! nur damit du endlichZeit fändest, deine Auch du hütest solch einen flosfer. eine doch sehr . fraglichen Jugendgedichte Kiste, eine Mappe. auszugraben." Eine Stunde später fand mich meine Fraglich? Jawohl fraglich. . Ich
Frau m starrer Niederaeschlaaenbeit
an meinem Schreibtisch sitzen. Woher L " n i. . rn i
nocy cic xu)i uno oen ncutp neymen,
recucrzuiajancn vin einer Arabeske.
?iebe zu, dan sich ein Fülle von Phra en. Unwahrheiten. Rohheit und Ge
chmacklosigkeit um diese flleinodlen aaerte. Aber diese Fülle und Macht der
einer Ranke zu ciseliren, wenn eine Empfindung, diese Gewalt der Begei ganze Schatzkammer unsers besten sterung habe ich doch in allen meinen
Schaffens in Asche versank. spätern glatten Sacken ntckt wiederer
Fritz", rief Wanda. indem sie bän
derlNgend tm Rahmen 'der offenen Thür stehen blieb.. Fritz die Bo denkammer! Unsere Betten! Unser
fllnderzeug!
Ich starrte sie an, stumpf, mit eiuem verächtlichen Lächeln auf den Ltp
pen; entsetzt sah sie mich an. . Fritz, was ist dir? Du lachst?"
Soll ich nicht lachen, wenn ich dick um diese Lappalien, verzagen sehe?
Lumpereien, die dir die Gesellschaft
reichlich ersetzen wird! Aber weißt du , t.
llucy, rief q mir syreallazerinoring lichkeit, indem ich mich mit einer traai
schen Geberde aus dem Sessel erhob. ,meine Manuskripte sind verbrannt!" .Welche?" schrie Wanda: Meine Jugendmanuscripte! Wanda war plötzlich wieder ganz ruhig geworden. Der braune floffer? fragte sie mit fast unartigem Gleich, muth. Der braune Koffer", antwortete ick
lehr ernst und eigentlich empört Uberj
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nicht. ;$a r,ade etwas von dem Besten verloren, das ich besaß-, setzte ich . t ! .
schwermulyigmnzu. rnf)M
Von dem Venen, mas ou oeia, ,Na. selbstverständlich dich und die
Kinder ausgenommen. - . tt r cit l. .
Armer &qa , riey uanoa nun ml? idig. meinen Arm ersassend, und wanderte mit mir. der ich finster brütete und kaum aufblickte, mit tröstenden
Worten im Zimmer aus und nieder.
kn diesem AugendliS brachte mma
tnt Karte berein.
' . .
Ab. der Aaent der ffeuerver naze-
rung". sagte ich. Führe den Herrn in rL.:i3.:..
mein 'aiocuiöaiuuHti. :
ck, fand in dem Herrn Agenten et
nen überaus vornehmen, würdigen
Herrn, der mir dke entgegenkommendllf . i . 3 rc ic .: si . :
reundilllzleil erwies, r mi. i e r. II W . T.!(T!am
mix, oan er eoen mu ver vumunniwii die Brandstätte besucht habe, und bat mich, soweit ich meinen Verlust jetzt
schon zu uerschauen vermochte, tyrn et niae Daten au geben.
Hm. ich werde versuchen. Ein Herrenbiberpelz; ich erwarb ihn vor drei Jahren für dreihundert Mark.-. . .'w. (vt
nuno ie raziren yien icö1Bc"
Verlust?-
Aus zweihundert Mark. Schön-, sagte er und notirte. .
.Eine alte spanische Wand von
braunem Wollstoss. .Fünfzehn Mark?- fragte er hös lich.
Sagen wir zehn Mark-, erwiderte
ich und wurde dunkelroth, als ich mir
das zerrissene schloddertge Ding vor
Augen führte. Ein Reisekorb mit Kleinkinderw'a sche. Nun. ich werde Ihnen nach An
gaben meiner Frau eine genaue Aus
stelluna übersenden. Schön.-
Außerdem Kisten, Körbe. Koffer,
deren Werth ich nicht festzustellen ver Mag . Und noch etwaL?- ' '
.Ja, noch etwas-, seufzte ich .aus tiefstem Innern 'hervor, ein nicht zu schätzendes Werthstück für mich!" Werthstllck? Das Sie auf dem Boden unteraebracht hatten?" Allerdings ein Koffer mit uner-
etzlichen Manuscripten!" rief ich und
ah den Herrn mit herausfordernden
llcken fest an.
So? Mit eigenen Schriften?fragte er eingeschüchtert. .Eigenen Schriften-, antwortete ich. Ein ganzer Koffer voll?'' Ein ganzer Koffer voll." Manuscripte, die Sie zu verwer then gedachten?" Selbstverständlich, die ich zu ver. werthen gedachte.'' Und gerade jetzt?" "Pein, nicht gerade jetzt, einst, spä ter; eö waren meine Jugendge dichte.- ' v Jugendgedichte?- Der Fremde nahm plöklich eine kalte Mime an. Jawohl, das heißt größere Dich, tungen. Epen und Dramensragmente, eine Welt voll Phantasie und Talent-, rief ich mit demonstrativem Nachdruck. )-, sagte er, wenn eö nicht unbescheiden erscheint, darf ich fragen, wa. rum Sie diese lverthvollen Schöpfungen Ihrer Feder bisher noch nicht veroffentlicht haben?Eine brutale Frage! Ich gedachte sie noch eingehend zu überarbeiten." So, so Hatten Sie vielleicht über diese geschätzten Manuscripte bei Ihrer Bersicherungsspecisication in irgend tu ne? Weise Angaben gemacht?Das nicht aberSie begreifen, daß die Gesellschaft sich nicht wohl verpflichtet halten kann ein Aequivalent fürAequivalent? Verpflichtet? Gewitz nicht! Diese Werthe sind überhaupt unersetzlich; jedes Aequivalent, das man mir. etwa anzutragen gesonnen wäre, würde mich nur beleidigen-, erwiderte ich gekränkt.Aequivalent verzeihen Sie daS ungeschickt gewählte Wort. Vielleicht ließe sich aber doch durch die.'Coulanz der Gesellschaft irgend eine Vergütung dieses unschätzbaren VerlustesIch sah dem Herrn scharf in die Au gen. Verspottete er mich? , Ja, unschätzbar!" wiederholte ich mit scharfer Betonung. In der That unschätzbar! Hätte ich Zeit gefunden, diese Werke zu überarbeiten, wären sie verlegt und gedruckt worden würden sie den verdienten Erfolg gefunden ha ben sie hätten mir ein Vermöge i eintragen können." ? Sehr wohl. Ich werde mir erlau ben, der Direction diese Angelegenheit eingehend vorzutragen. Halten Sic sich der entgegenkommendsten Coulanz der Gesellschaft gewiß." setzte er mit ver bindlichster Verneigung hinzu und er hob sich. - , . O . Mein Freund Georg, mein kluger Freund Georg, war bei mir; ich erzählte von meinem Brandunglück, dem ungeheurn Verlust meiner Jugendschöpsungen und der nobfcn Auffassung des Versicherungsagenten. Georg lächelte ein wenig.. Ich vertraute ihm. daß ich Wanda, die allerdings der Gesellschaft einiges Mißtrauen entgegenbringe. auö der
j Entschädiaungsumme speciell meiner
verunglückten Jugendwerke einen Nerzpelz zu taufen versprochen hätte. Georg lächelte noch auffallender. n diesem Augenblick hörien wir einige Briefschaften in den Briefkasten- aus dem Corridor gleiten. Ich entschuldigte Mich bei dem Freunde, ging hinaus und kehrte mit einenrPack Briefe zurück, unter denen sich, auch ein Schreiben der Feuerversicherunzögefellschaft'' befand. Hastig ergriff icn es, riß t& auf und laö. Wüthend zerknitterteich das Pa pier, schleuderte es auf den Byd'en und rannte, die Hände in den Hvsen'escheni wie ein Rasender im Zimmer aus und ab: Ungeheuerste Unverschämtheit das!" .Nun, waö ist denn loö, Fritz? Darf tchftaaen?'
a.. la. Diese Lumpen,:sklZft.
diese F.'üercompagnie! Es ist tr n xu&, . Tl f 1 jT t
tritt gervoezu ins vdiwii 'ie wagt eS, mir für den Verlust nviner ge sammten Jugendarbeiten . was sagst du? txut Entschädigung von dreißig cmrl nniuhifitnl"
vjv -
.Dreißig Mark? Men sch! Dreißig Mark!" sch'kie Georg ganz entzückt. rm 1 f "f-l : . r. fi'j n v m
juiit qcißi aumr.oifliie auerse sellschaften? Ich ? ehe nur noch zu dieser! Kein Verlege.' dieses Planet:n würde dir auch nur dreißig Nickel ge boten haben!-
Ich stand völlig zermalmt. Teufel, du bist aber boshaft !" Meine heilig? e Ueberzeugung!
Aber wie wird tl nun mit dem Nerz pelz?-
Nuv, Wandci soll wahrhaftig nicht unter te? brutalen Knickerei dieser Lumpengesellschaft leiden! Den Pelz kaufe ich ihr aber, weißt du, von dem Briefe brauchst du ihr nichts zusagen." Aas oem Leben eines Deutschen in den Tropen. Maracaibo, im Juni. . Eine schwüle, drückend heiße Nacht ist vorüber geflohen. Mit dunkelro ther, scharf abgegrenzterScheibe erhebt sich die Sonne ans dem wie todt dalie genden Meere und wirkt schon im Be ginn ihres Laufes mit einer Alles ver sengenden und lähmenden Krast auf denjenigen, der ihrem unbarmherzigen, zerstörenden Lichte nicht entfliehen kann, Sie würde aus dem Unglück!! chen. der sich ihr schutzlos preisgeben müßte, in drei Tagen ein gleichgiltig dahinwelkendes Wesen machen, das sich früh erhebt, todtmüde nach einn lähmenden Nachtruhe, um fchon wieder die Abendstunden zu erwarten, die ihm JZuh? g?ben sollen und es doch nicht
vermögen, Maracaibo liegt in Venezuela, und zwar ist es eine ganz ansehnlicheStadt am gleichnamigen Golf. Bei der Aus spräche des Namens liegt der ?on auf dem dritten a und nicht auf dem folgenden !. Maracaibo ist eine der be deutenhsten Handelsstädte Venezuelas mit ca. 80.000 Einwohnern, von denen gegen 200 Fremde sind. Die wichtige Stellung verdankt es dem Kaffee, der in Columbien und im Cordillerengebiet gebaut, über Mara caibo seinen Weg in's Ausland nimmt und besonders in den Vereinigten Staaten wegen seines reinen Ge schmacks sich großer Beliebtheit erfreut. Der gesummte Kaffeeexport ruht in
deutschen Händen, die damit uch Hr'
ren des Import und Exportgeschäfts von Waaren sind, da jeder hacendei-o im Innern seine ttenda mit Waaren hat -die er mit dem von ihm gebauten Kaffee bezahlt." X5in Charakteristikum für Maracaibo, wie für ganz Vene zuela überhaupt, ist das vollständige Fehlen der Engländer und ihres Ein flusses, und daö Ansehen des . Deut schen. selbst in den kleinsten Nestern des Landes. ES ist früh 6 Uhr. Die Läden der Geschäftsräume sind eben geöffnet, Die peonos. zu deutsch Hausknechte, haben die schweren Thüren ausgeho ben und dafür zum Schutz gegen die Strahlen der Sonne jedes Fenster, jede Thür mit eine? Art Sonnensegel versehen, das wenigstens eine Zeit lang dem Innern der Räume eine gewisse Frische erhält. Die Peoneö sind noch dabei. Wasser aus dem Flusse in große Behälter zu füllen, damit es destillirt zum Trinken tauglich werde und gleichzeitig kühl bleibe. Da kommen nach und nach die ersten jungen Deut schen, die im Hause angestellt sind, zu zweien, wie sie der Spazierritt in der Frühe zusammengeführt hat;, sie ma chen Halt vor der cataleriza, geben' ihre Pferde zur Pflege ab und ver theilen sich dann auf die Geschäfte, in denen sie thätig sind. Die Deutschen, obgleich eine höhere Stellung einnehmend. als die eingeborenen Eommis, sind immer die ersten im almac&i; sie sind schon eine Weile in Thätigkeit, da kommen, immer hübsch gemüthlich.nur nicht mit Ueberstürzung. die edlen Dons, in Lackstiefeln, die unvermeid liche Eigarillo im Munde, lebhaft ge stikulirend und disputirend; natürlich ist es wieder die leidige Politik, die die Gemüther erregt; ein Revolutionchen. das in der Eordillera aufgetaucht ist, gibt viel zu erörtern: ist General Don Alcibiades Eduards OresteS.Urcategui Fonseca de EornevaleS der richtige Mann, oder soll man dem, edlen Pe ricles Jose Maria Davila, der.außer Politik auch eine Schneiderei EI Gentleman" betreibt, seine Stimme geben? Die Meinungen sind sehr ge theilt, der Eine will seinen . Credit bei besagtem Schneider nicht ! schwinden sehen. , der andere Biedermann ist schon bei so' mancher kleinen Dolch affaire gut davongekommen, da der tapfere General ihm Gönner war. Dem Kampf derParteien macht das Erscheinen des Principals ein Ende. Jeder begibt sich an seinen Platz, und, eine Zeit lang herrscht Todtenstille, der Eine der Venezuelaner arbeitet wirk lich. der Andere hat einen schweren Kopf von der Paranda-.. der , letzten Nacht, wie man die Trinkgelage hier nennt, deren Folgen sich übrigens weit schlimmer und nachhaltiger offenba ren, als in unserer gemäßigten Zone und sehr oft am Abend ein böses Fieber oder-Dysenterie zeitigen. Die stille und emsige Thätigkeit wird nur von dem mißtönenden Geschrei der, Maulthiere unterbrochen, das einen nur etwas nervösen Menschen fast um bringen kann. Als ob ein Wesen' er-' sticken wollte und . die letzten Athem' züge ausstieße." so klingt daö Gebrüll der Mulas"; man möchte aufspringen und ihnen zu Hilfe eilen. Sie stehen da zu Hunderten um die Markthalle herum, an jeder Seite Waaren im Ge
wscbte von mindestens LS Kilo tra
gend. außerdem noch mit zwei Menschen auf dem Rücken: die Proletarier der Thierwelt. Gegen 7 Uhr ist es. da bringt die Post aus dem Innern, die eben ein berittener Bote abgeliefert fat, Leben in die Bureaux. Mit Spannung werden die Berichte der Filialen im Innern durchflogen; die eine berichtet von einer ausgiebigen Kaffee-Ernte, die andere hat wieder mal von einem Erdstöße zu berichten, wie sie Venezuela so oft heimsuchen und schon enormen Schaden angerichtet haben. Eine dritte Fi, liale. berüchtigt wegen ihres schlechten Klimas, meldet eine neue Fieber-Epi-demie, die schon so viele Opfer gefordert hat. Kurz, an Überraschungen, guten und schlechten, ist kein Mangel. Nun heißt es, mit den gegebenen Fakloren rechnen, und bald merkt man überall emsige Thätigkeit. Dieser macht die Aufträge und Verschiffun gen in's Innere fertig. Jener geht zum Regierungspräsidenten, um mit ihm über die Lage zu conferiren. und den unparteiischen Standpunkt der Frem. dencolonie zu betonen, zum hundertsten Male vielleicht. Auf der Aduana", dem Zollhause, kommen auch schon auf Dampfwagen mächtige Kaffeetranspoite an. die der eingelau fene Steamer gebracht hat und die auf Lager genommen werden. Die Be amten, mit der Grandezza und Gelassenheit von Fürsten, sitzen am Eingange, rauchen, Politisiren, aber arbei tcn nicht. Dafür erholten sie ja auch ihr Gehalt nicht ausbezahlt. Im Store, in welchem das Handlungshaus seine Waaren lagern hat und in dem auch der Verkauf stattfin det. sind bereits Häuser erschienen und treffen ihre Wahl, oder auch nicht. Ein Deutscher begrüßt sie da, macht gleichsam die Honneurs, in den überschwänglichen Ausdrücken, die das SpanisÄe so liebt, wie z. B. Jch küsse Ihre Füße-, und wie all diese For. meln lauten mögen. Unter den Da men, die da erscheinen, um einen Klei derstosf zu acquiriren, fehlt auch die Blüthe des weiblichen Geschlechts nicht. Dann kommen sie herewge schwebt, die typischen Gestalten, von denen schon so viel gesungen wurde. Und es gibt wirklich wunderbar schöne Frauen unter ihnen, mit prachtvollen, schwarzen Augen, kühn geschwungener Nase, kleinen, schmalen Handchen und ditto Füßchen, und mit einem unbc schreiblich graciösen, wie schwebenden Gang. , Alle diese Eigenschaften einer echten Venezuelanerin geben ein Ge. sammtbild, das die vielger.ühmte Gra zie und Leichtigkeit der Französin weij hinter sich läßt. Und fast ausnahmö los trifft man unter den guten Familien einen natürlichen Sinn für , ge schmackvolle Kleidung und harmonische Farbzusammenstellung, daß man oft erstaunt, wie mit ganz einfachen Mit
tcln, durch Anbringen einer Falte, durch den Zuschnitt eines Kleides, ganz hervorragende Effekte erzielt werden. Freilich, vollkommen ist auch ' hier nichts, einer sehr großen, entstellenden Geschmacklosigkeit huldigt jedeSennora und Sennorita. die etwas auf sich hält, das ist die Art, und Weise, wie Puder und Schminke gebraucht werden. In ganz unglaublichen Quantitäten, fast fingerdick, wird sie im ganzen. Gesicht verrieben. Eine Donna, bei 'welcher daö Gesicht im Laufe des Tages in Folge der Hitze einen Theil seiner Puderschönheit eingebüßt hat und ein dicker Streifen Puder mit einem Streifchen brauner, natürlicher Haut abwechselt, ist kein anbetungswürdiges Geschöpf mehr. In buntem Wechsel zieht jetzt die Menge der Käufer in den Store, um ,u kaufen und zu feilschen und zwar
(Fortsetzung aus der Rückseite )
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