Indiana Tribüne, Volume 20, Number 316, Indianapolis, Marion County, 3 August 1897 — Page 1

x o O rl 00 OO Ai A (C ft OA r M " W I v l IVo v X O w V i w y. y a V Office : No. 18 Süd Alabama Straße. Telephon 1171. Indianapolis, Indiana, Vienstag, öen 3. August 8j7. Jahrgang 20, No. 31

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Ldiwrielles. Unter den wenigen Gewerkschaftöorganen, welche den Muth haben sich offen über den Mangel an Solidaritätsgesühl unter den amerikanischen Arbeitern und über die völlige Ohnmacht der Amerikanischen gederatirn of Labor auSzusprechen, bisindet sich die deu!schamerikanische'LuchdrucferZeitung." In einem längeren, gut geschriebenen Artikel bemerkt Herr Hugo Miller, der Redakteur deS BlalteS sehr richtig : Der Mangel an Solidaritatsgesühl unter den Arbeitern dieses Landes hat sich wohl noch nie so schmerzlich suhlbar gemacht, wie gerade in der gegenwältigen Ze't, da die große Masse ruhig zusieht, wie eine ohnehin bis aus'ö Blut geknechtete Arbeitsbranche durch die Hungerpeitsche noch mehr gezüchtigt wird. Aber ebenso schmerzlich macht sich eht wieder die absolute Ohnmacht der American Jederation os Labar fühlbar, bei großen ökonomischen Kämpfen nennenSwerthe finanzielle Hilfe zu eisten. Wqhl ist eine Anzahl Beamte großer amerikanischer Gewelkvereine auf den Nothschrei der Kohlcngraber zu einer Berathung in Wheeling zuammen getreten; aber waö sie zu Tage gefördert, war herzlich wenig: ein pomphafter Aufruf an die Arbeiterchaft deS Landes, gegen die Unterdrückung von Rede und Preßfreiheit zu Protestiren und den Kohlengräbern nach bestem Können materielle Hilfe zu leisten. Also Sympathie - Beschlüsse und Klingelbeutel, das ist alles, was die American Jederation of Labor den hungerndenKohlengräbern bietet, bez. bieten kann. Ja, besäße unsere Ar-beiter-Bevölkerung das Solidaritätsgefühl und den Opfermuth, der bei pielöweise die Arbeiter Deutschlands oder Oesterreichs auszeichnet, so können auch durch den Klingelbeutel ganz respektable Summen aufgebracht werden. (Brachten doch die deutschen Arbeiter für den jüngsten Streik der Hafenarbeiter in Hamburg allein anderthalb Millionen Mark auf). So aber fehlt daS SolidaritätSgefühl unter den Arbeitern hierzulande leider fast gänzlich und wir müssen un? darauf gefaßt machen, daß die jetzt vor sich gehenden freiwilligen Sammlun gen eine lächerlich geringe Summe ergeben, die für die vielen Tausende nothleidender Kohlengräber kaum mehr alö ein Tropfen auf den heißen Stein sein dürste." , Selbst angenommen, daß die von den Freidenkern und neuerdingS auch von den Populisten so vielfach gerühmte Einrichtung der Initiative und deS Referendums so weit immer ein fortschrittliches Ergebniß hatte, (waS sich'indeß durchaus nicht bestimmt be Häupten läßt) so zeigt sich doch neuer dingS in Verbindung damit eine Er scheinung, welche den Nutzen der Ein richtung für die Dauer zweifelhaft er scheinen läßt. Diese Erscheinung be steht in der ,Stimm-Müdigkeit". Vor einigen Wochenhatte das Volk der Schweiz über zwei wichtige Vor lagen abzustimmen. Von denselben bezweckte die eine, dem Bunde daS Recht zur Gesetzgebung in Bezug au LebenSmittel einzuräumen, die andere

sollte dem Bunde die Vollmacht gewähren, seine Aufficht über die Was-ser-und Forstpolizei, die sich bisher

auf daö Hochgebirge beschränkte, auf daS ganze Land ausdehnen. Daß die . of..c x. . : m cn.c.rr.. 4:f.TA I Usnayme eines ciuunD9U(it( über LebenSmittel im Interesse der Volkögefundheit und der Volkswohlfahrt liegt, ist unbestritten. Die Volksernährung verdient die vollste Aufmerksamkeit deö Staates und eö ist eine in gesundheitlicher, wie in volkSwirthschaftlicher Beziehung gleich wichtige Aufgabe der öffentlichen Gesundheitöpflege, durch eine wirksame Aufsicht den Handel und den Verkauf von gefälschten oder verfälschten und gesundheitsschädlichen Nahrung?- und Genußmitteln zu unterdrücken und so daS Volk vor gesundheitlichen Nachtheilen oder Ausbeutung zu schützen. Gegen den Verfassunöartikel hinsichtlich der LebenSmittel hatten die KantonSrechtler lebhaften Widerspruch erhoben. Doch er, wie der andere, ist vom Volke in der Urabstimmung am elften Juli angenommen worden. Für den Lebensmittelparagraphen stimmten 154,070 Bürger und 18 Kantone, dagegen 67,367 Bürger und 4 Kantone. Für den Wasser- und Forstartikel stimmten 152.602 Bürger und 15 Kantane, dagegen 84,8 Bürger und 7 Kzntone. Aber auch bei diesen Abstimmungen eigte eS sich, daß in Folge der durch Initiative und Referendum im Bund und in den Kantonen gehäuften Volksabstimmungen eine immer größere Stimm-Müdigkeit in der Schweiz um ich greift. Darum war sogar betreff dieser zwei hochwichtigen Aenderungen der Bundesverfassung die Betheiligung an der Abstimmung so schwach. Es timmte nur etwa ein Drittel von den 680.000 Stimmberechtigten der Schweiz. 3m bedeutendsten Kanton. Bern, blieben von 119,000 Bürgern 83,000 zu Hause, im Kanton Zürich von 88.000 Bürgern 51.000, im Kanon Luzern von 32.000 Bürgern 26.000, im Kanton Gens von 19,000 Bürgern 15,000. AIS die allgemeinen Volkiabstimm ungen noch nicht so häusig waren, berüg die Gesammtzahl der von ihrem Stimmrccht Gebrauch Machenden über 500,000. Noch bei einer allgemeinen Volksabstimmung im Jahre 1894 wurden über 400.000 Stimmen abgegeben, diesmal? aber nicht einmal 9rn nrist vir.ww. Diese fortwährende Abnahme der Zhl der wirklich Stimmenden, selbst n so wichtigen Lebensfragen, wie die zwei obigen, ist sehr auffallend. Jedenfalls kann man nicht behaupen, daß die Stimmen von einem Drittel aller Stimmberechtigten den wahren Volkswillen reprasentrren. lad es muß zugegeben werden, daß bei sicher Stimmmüdigkeit stets Gelegenheit zur Ueberrumpelung deS Volkes durch Cliquen vorhanden ist. ?,,ll,lillljlilsjli'li. Inland. Wetterbericht. Etwas kühlere, schönes Wetter heute Nacht ; Schöne Wetter am Mittwoch. Höchste Temperatur innerhalb der letzten 24 Stunden 93 Grad, niedrigste 74 Grad. Schissel's Badeanstalt Wassertemperatur 90 Grad. Der Kohlengrab erstreik. P i t t S b u r g, Pa., 2. August. Die streikenden Kohlengräber haben sowohl hinsichtlich der Zahl, welche die Massenversammlungen besuchten, als auch in Beobachtung der Gesetze und Aufrechthaltung der Ordnung alleö Dagewesene Übertrossen. Man kann die Leute wegen ihrer Ordnungsliebe und Gesetzbeobachtung nicht genug loben. Die heutige Massenversammlung, welche beim McCrea Schulhause abgehalten wurde, war die größte während deS Streiks; eö waren mehr als 5000 Streiker für eine ganze Tageösitzung versammelt. Sie kamen in großen und kleinen Schaaren, mit und ohne Musikkapellen herbei, jedoch der größte Enthusiasmus wurde entfaltet, als 1600 Minenarbeiter vom Turtle Creek Lager mit Musik und fliegenden Ban nern eintrafen. ES wurden keine aufreizenden Reden

gehalten und hielt die große Masse in

jeder Hinsicht die Ordnung aufrecht. ES wurde verkündet, daß in De Armitö N. I. und Cleveland Prum Creek Minen nur 29 Männer, und in der Sandu Creek Mine nur 2 oder 3 Manner an der Arbeit waren. Eö ist h'xt Absicht der Minenarbeiter, Lage? sowohl bei diesen Minen alö auch bei den Oak.Hill Minen zu errichten. Eö ist sichtbar, daß Sheriff Lowry die Situation sür gefährlich hält Heute Abend telegraphirte er dem Gouverneur Hastingö einen Bericht, um den Gouverneur Hastingö zu veranlassen, sich auf alle Fälle vorzubereiten. Eö wird gesagt, daß der Gouvernor von der Schwierigkeit der Lage so überzeugt wurde, daß er dem GeneralAdjutanten befahl, die ganze Nacht in der Office zu bleiben. Die einzige Veranlassung zu diesen Befürchtungen ist die Thatsache, daß heute Abend eine enorme Prozession von Minenarbeitern und Bürgern, an deren Spitze der Bürgermeister Teatö, von Turtle Creek marschirte, durch die Straßen von Turtle Creek marschirte und zum Camp Determination zurückzog, wo eine Sitzung abgehalten wurde, während welcher, Bürgermeister TeatS die Streiker seiner und der Sympathie aller Bürger der Umgegend versicherte. Eö kann sein, daß der Sheriff glaubt, die heutige große Versammlung sei eine llebertretung seiner Proklamation. In der Umgegend deS LagerS der Streiker ist heute Abend alles ruhig. Präsident Dolan, der heute Morgen zu früher Stunde auf Veranlassung De Armitö wegen angeblicher Aufreizung zum Ausstande verhaftet wurde, stellte Bürgschaft sür sein Erscheinen zum Verhör und schloß sich darauf den Streikern wieder an. Dolan sprach bitter über die Handlung De Armitö. Er beschuldigte denselben, durch seine Verhaftung versucht zu haben, die Leute zum Aufruhr gereizt zu haben, um dieselben durch Soldaten zusammen kartätschen zu lassen. Er glaubt übrigenö, daß die Verhaftung und die Ruhe und Ordnung der Streiker der Sache deö Streikes nur helfen kann. C 0 l u m b u S, O , 2. Aug. ZameS Wood, Vicepräsident der internationalen Cigarrenmacher-Union, meldete sich heute beim Präsidenten Ratchford zum Dienst im Felde der Minenarbeiter. Geldbeiträge kommen täglich von den Handwerker-Unionen. Der Turnlehrertag. Milwaukee, 2. August. Bei der Organisation deS TurnlehrertageS wurde Otto Greubel von Chicago zum ersten und Kindervater von St. Louis zum zweiten Vorsitzer gewählt. H. Groth von PittSburg wurde erster, F. Gerlich von Chicago zweiter Schriftwart. Turnlehrer Wittich hielt einen längeren Vortrag, worin er für daö Turnlehrerseminar die Einführung eineö zweiklasfigen Kursuö, eineö deutschen und eineö englischen empfahl. Wahrscheinlich wird der Vorschlag angenommen. Der Vorschlag zur Gründung eineö Altenheimö für Turnlehrer wurde längere Zeit besprochen, aber noch nicht erledigt. Turnlehrer Booö von Boston stach in ein Wespennest, als er sich in einem längeren Vortrag zu Gunsten der amerikanischen athletischen Spiele auSsprach und meinte, daß wir von den Amerikanern noch viel lernen könnten." Die Debatte über den Gegenstand wurde lebhast und Book' Ansichten riefen allgemeine Opposition hervor. Die meisten der Turnlehrer bezeichneten diese Spiele alö ungeeignet für systematische gleichmäßige LeibeSerziehung und alö eitel Humbug. Ausland. Die furchtbare Ueberschwemm n g in Deutschland. Berlin. 2. Aug. Immer tröstloser lauten die stündlich eintreffenden Nachrichten auS den von den Unwettern heimgesuchten Gegenden, so daß in der That die schlimmsten Befürchtungen noch übertroffen find. Die WetterProphezeiungen deö Professor? Falb sind in schlimmster Form zu Wahrheit geworden. Eö ist die schwerste Was sernoth, von der daö schöne Schlesien in diesem Jahrhundert heimgesucht worden ist. Daö Elend in den be.

troffenen Landstrecken ist grenzenlos, so daß daö ganze Deuschland zur Linderung. desselben wird beitragen müssen. Die lieblichen Thäler deö Bober, Zacken und Schwarzwasser find in Seen verwandelt, in denen Trümmer von Häusern und allerlei Hauörath sowie Cadaver von Hauöthieren von der reißenden gluth mit fortgeschleppt werden. In Schlesien ist eö namentlich der Regierungöbezirk Liegnitz, der furchtbar gelitten hat und von dem eine Unglücköchronikt vorliegt, die geradezu entsetzlich ist. In dem am Zusammenfluß der Sprottau und der Bober liegenden Städtchen Sprottau steht daö Wasser drei Faß hoch in den Straßen, während in Landöhut, an der Mündung deö Seiderbacheö in den Bober die Straßen Kanäle mit zwei Fuß tiesem Wasser bilden. Die Bewohner find in ihren Häufern gefangen und können nicht heraus, so daß eö vielfach schon an den nöthigsten Ltbcnömitteln fehlt. Auch in Görlitz haben die Wassermassen furchtbaren Schaden angerichtet und allen Verkehr gehemmt. Die Wucht deö Wasserö zerstörte die Färberei von Müller und Kausman, so daß 600 Arbeiter brodloö wurden. Der Schaden wird auf eine halbe Million Mark geschätzt. . Die Stadt Hirschberg ist dollständig unter Wasser. In dem auf der Straße von Hermödorf nach Schreiberau, dem Aufgang zum Kamm deö Riesengebirges, gelegenen Dorfe Peterödorf find von den Fluthen der Kohl die zu normalen Zeiten dem Touristen völlig unscheinbar vorkommt, zehn Häuser weggespült worden. In dem Dorfe GierSdorf hat eö die ganze Woche in Strömen geregnet, so daß Alleö fußhoch unter Wasser steht und an eine Ernte nicht mehr zu denken ist.

Auch daö Königreich Sachsen, namenllich die an dem oberen Elbethale gelegenen Ortschaften find stark in Mitleidenschaft gezogen. In dem an der Pleisse, im Reg.Bez. Leipzig gelegenen Dorfe Keina goß der Regen Tage lang in Strömen. In Gemeinschaft mit den mit lautem Krachen stürzenden Bäumen und den mit donnerähmlichem Gepolter aus der Höhe herabstürzenden Felsen, dem Heulen der Sturmglocken und den beständigen Feueralarmen, gab eö ein Conzert, daö die Bewohner glauben ließ, der Weltuntergang sei gekommen. In Dreöden sind drei Menschen in der weit über ihre Ufer getretenen Elbe ertrunken. Sämmtliche vierzehn in die Stadt mündenden Eisenbahnstrecken sind gesperrt und der Verkehr ist völlig ausgegeben. In dem Dorfe Dauben, in demselben Bezirk, wollte eine Frau sich mit ihrem Kinde nach einem höher gelegenen Hause retten. Sie wurde von einem stürzenden Baume mitsammt ihrem Kinde erschlagen. Soeben waren die Fabriken in Zwickau geschlossen worden und die Arbeiter eilten, da der Regen in Strömen goß und vom Winde gepeitscht wurde, ihren Wohnungen zu. Zwölf Weber befanden sich gerade auf der nach Thiemendors führenden Brücke, alö diese bei einem furchtbaren Windstoß von den sturmgepeitschten Wellen fortgerissen wurde und die Männer mii sich zog. An eine Rettung war gar nicht zu denken und alle Zwölf, meistenS Familienväter, fanden ihren Tod in den Fluthen. Die Aupa in der Bezirkshauptstadt Trautenau ist zu einem .reißenden Strome geworden und richtet in den in törem Tbal gelegenen orrern furchtbare Verwüstungen an. Leider find auch Menschenleben zu beklagen; so sind in dem Dorfe Groß-Aupa allein elf Menschen ertrunken. 3n Trautenau selbst find eine ganze Anzahl Hauser unter dem Anprall der Fluthen eingestürzt, ebenso bildet daS BezirkSgerichtSgebäude nur noch einen wirren Trümmerhaufen. Daselbst find durch die einstürzenden Gebäude fiebenzehn Personen erschlagen worden. In Wien haben die Wasser der Donau schwere Verheerungen angerichtet. DaS Schlimmste bei der Lage der Dinge ist jedoch, daß, da in Folge der Wassermassen nicht nur die Bah nen, sondern., auch alle Landstraßen völlig v".'passirbarind. alle Zufuhr nach 'Wien abgeschnitten ist und sich jetzt .bereit? eine erhebliche Theuerung

in den nöthigsten LebenSmittel bemerkbar macht. In vielen Stadttheilen sind die Bewohner Gefangene in ihren eigenen Häusern. Die Pioniere find daher von früh bis spät un-

unterbrochen thätig diese Leute auö ihrer wenig beneidenöwerthen Lage zu befreien, indem sie dieselben mit Leitern auö den Fenstern holen. Mit Donner und Blitz ergossen sich über einen Theil deö Großherzogthumö Baden die Wassermassen, die namentlich den Feldern und Gärten verhangnißvoll wurden. Der LandWirth ist um die mit Sehnsucht erwartete Ernte gekommen und Sorge und Noth dürften, anstatt gehofften Gewinnö, Einzug in die Behausungen der Landbewohner halten. Besonders stark litten die Orte Hernsbach im Kreise Baden und Langenbrücken im Kreise Karlsruhe. 3n beiden Orten forderte daS Unwetter ein Menschenleben, da in ersterem der Landwirth Sticke! und in letzterem Orte ein Knabe vom Blitz erschlagen wurden. Ausführliche und erschöpfende Nachrichten über diese Heimsuchung deö deutschen Vaterlandeö und deö befreundeten Oesterreich dursten erst in den nächsten Tagen zu erwarten sein. allerlei. Unweit von dem in der Touristenwelt wohlbekannten Dolomiten - Hotel San Martins di Castrozza in den Pala - Dolomiten ist ein Bar erlegt worden. Von dort wurde' an die Bezirkshauptmannschaft zu Primiero telegraphirt, daß oberhalb der Alpe Toanola di S. Vittore. die etwa zwei Stunden südöstlich von San Mavtino di Castrozza liegt, ein Äär sich zelge. Der Jager Giuseppe Prospero machte sich mit einigen Gefährten sofort auf die Jagd, und nach zwei Tagen kehrte die Gesellschaft triumphirend mit der Beute zurück. Der kühne Jäger hatte aber mit dem Bären einen schweren Kampf zu bestehen. Wie gewöhnlich, hatte ev die Gefährten in Gruppen zu zwei bis drei Mann vertheilt; er. als alter, furchtloser Schütze, war auf seinem Posten allein geblieben. Der von den Hunden aufgescheuchte und verfolgte Bar rannte nun gerade auf ihn los. Ein Schuß krachte, er ging dem Thiere in den Kopf, tödtete es abev nicht. Der Bär stürzte sich nun ganz wüthend auf den Jäger. Ein zweiter Schuß versagte, zum Laden war keine Zeit mehr die Bestie hatte ihn schon gepackt. Da. wäbrend des Rinaens. aelana es dem Manne, sein Messer zu erfassen und dem Bären den Todesstich zu versetzen. Der kühne Jäger hat aus dem Kampfe ziemlich starke Verletzungen davon getragen. DerGemeinderath von Neapel hat sich veranlaßt gesehen, das städtische Pomncorps auszulosen und zur Bildung eines vollständig neuen Corps zu schreiten. Seit Jahren schon herrschte in. Neapel eine immer sich steigernde Entrüstung über die 552 Stadta V P I I Polizisten, die fast auejammi mir oer Camorra, dem Geheimbund aller Gau ner und Verbrecher Neapels, unter ei ner Decke steckten, den friedlichen Vürger belästigten, die Gauner schützten und von Jedermann Geld erprekten. Der Gememderath veranlaßte schließlich Erhebungen Über das Treiben der städZzschen Polizei. Da erfuhr man denn, daß von den Polizisten die allermeisten ihrt Laufbahn als Insassen von Gefängnissen oder Zuchthäusern begonnen hatten. Fast allen, die Ossiciere nicht auegeschlossen, konnte die gemeinste Bestechlichkeit nachgewiesen werden. Gegen die kleinen Gewerbetreibenden, die Marktleute und die Droschkenkutscher hatte die Polizei ein wohloMnisirtes Abgabensystem eingerichtet, dessen Ertrag aber natürlich nickt in die Stadtkasse, sondern in die Taschen der Polizisten floß. Diese Herren standen sich der ihrem System so crusgezeichnet, daß nur ein Fünftel von ihnen die von der Stadt gebotene Wohnung und Beköstigung in den Polizeikasernen annahm. Die ubriaen hatten ihre behaglichen Privatwohnungen. Ganz Neapel athmet aus. daß es von diesev Aussaugerbande in Polizistenuniform nunmehr befreit wird. ... Eö lohnt sich, Hood'ö Sarsapavlla zu gebrauchen. Bei reinem Blut braucht 3hr keine Angst zu haben vor Grippe, Lungenentzündung, Dlphteritiö oder Fieber. Hood'ö Pillen find von den auögesuchtesten Pflanzen sorgfältigst zubereitet. Qchis?ö. Nachrichten. Angekommen in : Philadelphia: Pennland" (belgisch) von Liverpool? Jllinoiö" von Antwerpen. New 3 0 r k : Normandic" von Liverpool. O 0 st 0 n : Catalonia" von Liver pool.

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