Indiana Tribüne, Volume 20, Number 314, Indianapolis, Marion County, 1 August 1897 — Page 2

Acr Wagnerianer. Von Franz Fridberg. Ich hatte einen Freund in Wien, Xu hietz Peterlein. Er war ein slotter Gesell, eine urgemüthliche Seele, dabei nicht dumm, aber unmusikalisch bis auf die Knochen, Eines Tages wurde er als Stations - Assistent nach der Provinz Der setzt. Drei Jahre sahen wie uns nicht, dann kehrte er in eine höhere Stellung nach Wien zurück, woselbst wir unse ren alten Verkehr wieder aufnahmen, Er kam mir jetzt etwas verändert vor; ich hatte die Empfindung, es ist nicht niehr so recht mein alter Peterlein. Wald sollte ich über diesen Punkt Klarheit erhalten; Peterlein war in der Zeit unter die Wagnerianer ge.gangen. Früher ein lieber Kerl, hielt er jetzt den ganzen Abend lang 5&or träge über Wagner und seine cultuxtüe Bedeutung, und so wie man ihm nur mit inem Wort zu widersprechen wagte, wurde er saugrob. In der Oper saß er unter den rabiatesten Wagnerianern und machte den meisten Lärm. So kehrte er sich bei der ersten Aufführung der Meistersinger zu einein zischenden Musikjüngling um und tyeb ihm ohne Weiteres eine Ohrfeige herunter Es entstand ein Skandal, und Peterlein wurde regelrecht 'rausgeschmissen. Aber, lieber Junge," sagte ich eines Tages gelegentlich einer Discussion zu ihm, Du warst doch sonst so prächiig unmusikalisch, wo Teufel hast Du plötzlich Deine Musikalische Bildung heri" . Musikalische Büldung," antwortete giftig, alsdann z'was braucht der Mensch a musikalische Büldung'i Der Geist des Meisters hat mich erleuchtet, sein Genie hat mir die Pfade geebnet, und ich wandle mit dem Meister auf den Höhen seiner unsterblichen Kunst!" Peterlein, lieber Freund sage ich besorgt, Du mußt etwas für Deine Gesundheit thun." Wie moanst denn dös?" Ich meine nur. Ich kann mir doch nicht denken, daß Du wirklich ein so ausgepichter Wagnerianer bist." Ob i an Wagnerianer bin? Liebe Fremd, wonn i in a Wagner'sche Oper geh', nimm i z'erscht a Lad damit ich dem Meister in gegenübertrete." Potz tausend!" Wann der Meister nach Wien !ummt und er kummt , da müssen die Straßen beleucht' werden, alle Glocken müssen läuten." Und das gesammte Volk muß, so lange der Meister hier weilt, auf den Knieen herumrutschen." Ich gab den Umgang mit Peterlein schließlich auf, er fing an, mich zu langweilen. Später hörte ich, daß er sich mit einer bildschönen Vallettänzerin verheirathet hat. Das Erste nach der Hochzeit war, daß er seine junge Frau in Siegfried" führte. Da machte er ihr feine schönsten Mähchen vor. An einer Stelle soll er, wie mir ein Ohrenzeuge erzählte, laut und mit verzückten Augen ausgerufen haben: Luiserl, geh' hin und umarme den Meister!" Der arme Kerl, er merkte nicht, wie seine schöne, liebe Frau unter dem Deckmantel des Wagnerthums solcher Aufmunterungen im Allgemeinen durchaus nicht bedürfte. Im Jahre 1878 kam Wagner zwecks Einstudirung des Nibelungenringes nach Wien. Ich befand mich unter den Wartenden am Bahnhof. Das Erste, was mir in's Auge fiel, war Peterlein an der Spitze einer Deputation. Alle im Frack, weißer Kravatte und barhäuptig, trotz einer grimmigen Januarkälte. Wagner mochte eine ungemüthliche Reise gehabt haben, denn er gab sich erst nicht viel mit uns ab, sondern rief ungeduldig: Wo ist mein Wagen?" Da stürzte die Deputation herbei, pflanzte sich vor ihm auf, und Peterlein begann: O Meister, Meister! Drunter harret das Gefährte, dem das hohe Glück beschieden sein soll. Euer

durchlauchtigste Personllchkelt durch die nach Eurer unsterblichen Kunst lechzenden Straßen Wien's zu tragen. Dein erhabener Geist möge mit seinem strahlenden Glanz " Quatschen Sie nicht so dummes Zeug, und machen Sie Platz!" unterbrach ihn Wagner, und ließ die Deputation stehen. Ich ging auf Reisen und würde vielleicht im Laufe der Zeit nie wieder an Peterlein gedacht haben, wenn mich nicht ein gemeinsamer Freund von uns neulich in Berlin aufgesucht hätte. Der erzählte mir, Peterlein's schöne Frau sei gestorben und er hätte sich noch einmal verheirathet. Seine zweite Frau sei zwar nicht so schön wie die erste, aber dafür habe sie den Kopf auf dem rechten Fleck und scheine mit der Zeit auch den Peterlein's zurechtgesetzt zu haben. Er bekleidet gegenwärtig eine höhere Stellung bei der Bahn und kümmert sich absolut um nichts weiter, als um sein Amt und seine Familie. Als ihn mein Berichterstatter einmal fragte, wie es denn um die WagnerSchwärmerei stände, erwiderte er Rotzig: Loß mi aus mit dem G'fraßt (dummes Zeug), i hob mi lang g'nua für a Rarr'n holtn loßn!" Ob's nicht heutzutage auch noch solche Peterlein gibt? Der politische E o r p oxal Hauptmann: Dieser Meie? macht Ihnen wohl viel Aerger und Plage?" Unterofficier: Zu Befehl, Herr Hauptmann, der Mensch ist ge wissermaßen die orientalische Frage der Corporalschaft!" Milderungsgrund. Vertheidiger: . . .Es ist jetzt nicht m Abrede zu stellen, daß mein Client durch das Parterrefenster eingestiegen ist! Ick bitte aber, zu seinen Gunsten in Betracht zu ziehen, daß er kurzsichlig ist!"

Auf der Kochzcit. C'izze ron W. v. Cchierbrand. Es herrschte ein fröhliches Drängen und Gewühle im Hause sowohl wie auch im Garten, so wie es eben auf einer richtigen Hochzeit zugehen soll. Die Eottage", wie der steinreiche Cyrus Knollys sein prächtiges Heim in der Vorstadt Bella Vista mit ostentatider Bescheidenheit nannte, war bis im ter den Giebel voll von Gästen. D Feier selbst war allerdings schon mehrere Stunden vorbei, aber das opulente Dejeuner wurde noch überall in frappirtem Heidsick Monopol beschloss

sen. Es war Mitte Juni, und die Nosenstöcke im Garten trugen schwer an der duftenden, blühenden Last, und im Innern prangte Alles im üppigsten Blumenschmuck das Vestibül war ein Treibhaus aeworden. wo sich die seltensten Kinder der heimischen Flora mit den auserlesensten, farbenglühendsten Blumen der Tropen, halb versteckt durch Palmen, vereinten. Die zahlreiche Bedienung, wohlgenährt und festlich geschmückt, vergnügte sich auf ihre Weise in den unteren Räumen des Hauses, während oben auf der Veranda und im Gebüsch des Gartens die lustigen, übermüthigen Gäste noch immer die Pfropfen knallen ließen. Es war die älteste Tochter des Millionärs, die stolze Edith, die sich dem Sohne eines ebenso schwerreichen Eisenbahncr'ösus, dem jungen Williams, hatte antrauen lksscn. Die Leute, die den jungen Mann heute Mittag in der Kirche erblickt hatten neben der in Gesundheit und Jugendschöne prangenden Braut, hatten sich zugeflüstert, denn nach ihrem Geschmacke war Jack Williams nicht er sah so unansehnlich aus mit seiner mageren, kleinenGestatt und der geldlichen Gesichtsfarbe. Aber über den Geschmack läßt sich bekanntlich nicht streiten. Unter den sechs Brautjungfern, die in lichtfarbenen Roben die Braut umstanden, war die jüngere Schwester der letzteren. Miß Susie, entschieden die hübscheste. Und sie wußte das auch. Aber im Uebrigen glich sie ihrer Schwester nur wemg, denn sie war sehr romantisch veranlagt und glaubte an ehrliche, aufrichtige Liebe trotz der Millionen ihres Vaters. Sie verlangte, daß ein Mann eine unwiderstehliche, dämonischeMacht auf sie äußerte nur dann galt er ihr für interessant. Und da sie einen solchen Mann unter den sämmtlichen jüngeren Gästen nicht sah, so blickte sie jetzt gelangweilt und mißmuthig vor sich hin. und ihr 17jähriger Rosenmund verzog sich zu einem Schmollen. Wie unbedacht, wie unaufmerksam cich von ihrem Vater.Niemand zu dem Feste ZU laden, der ihr sympathisch war, nicht einmal Jemand, mit dem sie eine kleine unschuldige Flirtation" hätte in Scene setzen können. T00 bad!" murmelte sie vor sich hin. Doch da fuhr der Reisewagen vor, in dem ihre Schwester mit dem neuvermählten Gatten nach dem Bahnhof fahren sollte. Und es entstand in jenem Augenblick wieder ein Lärmen, ein Gewühl, ein lustiges Drängen, denn Jeder bemühte sich, nahe genug an das Brautpaar zu gelangen, um diesem mindestens eine Hand voll Reiskörner als Glückwunsch nachzuwerfen. Das Jauchzen und helle Gekreisch der Mädchen und dasLachen der Männer drang bis zu' dem jungen Mädchen, aber sie ließ sich in ihren melancholischen Betrachtungen nicht stören, sondern blickte gleichgültig durch das offene Fenster auf das Leben da draußen. Für wen von allen diesen jungen Männern, so fragte sie sich, sollte sie sich etwa interessiren? Sie musterte sie spöttisch steife Kragen, steife Haltung, geistlose, blasse oder gedunsene Gesichter ihr Vetter Basil war noch der Leidlichste von Allen, aber Basil! Psliaw! Und Miß Susie seufzte und drehte sich um. Da fiel ihr Blick auf einen stattlichen jungen Mann, der in der Mitte des großen Empfangszimmers stand, ganz nahe dem Trousseau", in dessen Mitte die prächtigsten der Hochzeitsgeschenke, die Schmucksachen sammt dem vom Bräutigam ge spendeten Brillantenhalsband, gitterten und funkelten. Miß Susie hatte diesen jungm Mann bis dahin noch nicht unter der Schaar der Gäste bemerkt. Hatte sie ihrem Vater doch Unrecht gethan? Denn dieser hier war wirklich ganz nett mehr als das, er war reizend, bezaubernd, sagte sie sich insgeheim und erröthete dabei bis an die Haarwurzeln. Das junge Mädchen betrachtete den Fremden, dessen Aufmerksamkeit augenscheinlich durch etwas Ande res in Anspruch genommen war, sehr genau. Diese scharfen, kühnen Züge mit den Falkenaugen, die durchdringend und doch offen blickten! Dieses lockige dunkle Haar! Diese kraftvolle und doch geschmeidige Gestalt! Ganz ihr Ideal! Wer war er? Und wie kam er hierher. In diesem Moment drehte sich der Fremde plötzlich um und bemerkte wohl, daß er die Aufmerksamkeit der jungen Dame erregt hatte, denn nach kurzem Zögern sagte er. ganz leichthin: Recht hübsche Sachen, das!" indem er mit dem Finger aus die Juwelen deutete. Welche zum Herzen dringende Stimme er hat! dachte Susie. Aber dann antwortete sie gerade so leichhin wie er: Ja, recht hübsche Dinger darunter Jch schmeichle mir, ein wenig Kenner von solchen Schätzen zu sein," fuhr der Unbekannte fort, und ich muß gestehen, ich habe selten so schöne, klare Steine gesehen wie die in diesem Eos lier zum Beispiel, würdig, den Hals einer Fürstin zu zieren Ah, Sie haben wohl schon viel dergleichen gesehen, mein Herr?" frug Susie. Oh ja schon sehr viel," erwiederte dieser und ein halbes Lächeln glitt über die gebräunten Züge. Ich konnte mir das denken, Herr Didney Roberts ist mein Name,"

bemerkte er mit abermaligem Lächeln. Welch' hübscher Name," dachte Susie, und fuhr dann fort: Sie haben es ebenso gemacht wie ich Sie sind dem Gedränge entschlüpft, um für sich zu sein. Waren Sie in der Kirche?" Nein." sagte derFremde, ich konnte erst eintreffen, als schon das Brautpaar hier war, und seitdem habe ich so

wenig Muße gehabt, daß ich noch nicht einmal Ihren neuen Schwager kennen gelernt habe denn Sie sind doch die jüngere Tochter des Hauses, nicht wahr?" Susie erröthete auf's Neue und nickte. Dann sehte sie sich auf eine Bank unter den Palmen, und von da aus, halb verdeckt von dem Grün der breiten Blätter, blickte sie immer verstohlen nach dem interessanten Herrn Sidney Roberts hin. Wie ganz anders ist er, als diese jungen Lassen, mit denen ich immer zu thun habe, grübelte sie. Ja. das ist ein Mann, den ich lieben, verehren könnte. Der junge Mann ging immer noch langsamenSchritts inmitten des Saales, immer in der Nähe des kostbaren Trosseau. den er nicht aus den Augen ließ. Und nun näherte er sich ihr und beugte sich etwas herab, indem er an seinem Schnurrbart drehte und etwas lächelte. Ach, dieses Lächeln, dachte Susie. Dann sagte er: Sie sind sehr in Gedanken, mein Fräulein, und ich, ich kann Gedanken lesen." Können Sie wirklich?" rief Susie ganz erschreckt und barg ihr glühendes Gesichtchen in den Händen. Ich wundere mich nur," sagte sie dann, daß Sie hier ausharren, anstatt sich in dem Garten aufzuhalten. Sie erwarten wohl Jemand?" Und dabei zitterte ibre Stimm. Allerdings ich warte auf Jemand Jemand, auf den ich schon lange warte hoffentlich entwischt er mir diesmal nicht!" Ach. es ist also ein Er", dachte Susie erleichtert und blickte wieder freudig auf. Aber ich muß jetzt wirklich gehen," flüsterte Susie. Leben Sie Wohl, Herr ... Roberts, Sidney Roberts! Auf Wiedersehen! .... Werden wir uns wiedersehen?" Der junge Mann lächelte wieder so eigenartig. Ich hoffe, verehrtes Fräulein wenn nicht eher, so doch auf Ihrer Hochzeit." Dabei sah er sie sehr scharf an. Auf meiner Hochzeit," murmelte Susie ganz bestürzt, auf meiner Hochzeit ach nein ich werde nie heirathen." Das sagen alle jungen Mädchen." Susie griff sich an's Herz sie hatte darin plötzlich einen Stich gefühlt. Dann stieß sie hastig, kaum ihrer Sinne mächtig, hervor: Aber ich meine was ich sage ich werde nie heirathen nie, es sei denn . . Nun, es sei denn . . ." sagte der schöne junge Mann, indem er das Mädchen wieder mit seinen räthselhaften Augen anblickte. Es sei denn daß Sie mein Gatte werden." Und damit flüchtete sie wie ein verscheuchtes Reh, durch die Thür. Im selben Augenblick hörte sie hinter sich einen Schrei es war aber nicht die Stimme ihres jungen Mannes. Dann erfolgte ein Ringen, und ein Stoßen, und dann ein dumpfer Fall, und eine ängstliche Stimme stieß einen schrecklichen Fluch aus. Susie hielt an auf der Treppe und preßte die Hand aus ihr starkklopfendes Herz. Der junge Mann Herr Roberts war Sieger geblieben. Er mußte einen Lauscher erwischt haben, der sich in das Geheimniß ihres Geständnisses geschlichen hatte, und jetzt machte er diesen unschädlich. Schrecklich, aber doch grausig schön, dachte das romantisch veranlagte Hirn des jungen Mädchens. Und ihr Held nahm die Proportionen eines Halbgottes an. Wer er wohl war? Zweifellos war er eine bedeutende Persönlichkeit, ganz zweifellos. Das konnte man schon an seinem ganzen Wesen, an dem distinguirten Aeußeren desselben spüren. Aber wer war er denn nur? Merkwürdig, daß sie ihn nie in Gesellschaft getroffen hatte. Vielleicht war er ein Fremder ein britischer Lord oder so etwas. Ja, das mußte es sein. Und als Susie auf ihremZimmer angelangt war, mit hochrothen Wangen und fliegendem Athem, da hämmerte ihr Herzchen zum Zerspringen. Sie mußte sich erst beruhigen, ehe sie wieder hinab ging und ihren Vater sab. Mittlerweile aber drang das Gerausch vieler erregter Stimmen an ihr Ohr. Thüren wurden zugeworfen, dann hörte sie einen schrillenPfiff und. aus dem Fenster gebeugt, erblickte sie ihren- jungen Mann, Herrn Sidney Roberis, wie er einen anderen, kleinen Mann in das Fnhrwrk stopfte es war schon so dunkel, daß sie nicht mehr deutlich sehen konnte, und dann fuhr das Cab pfeilgeschwind von dannen. Susie kühlte sich ihr glühendes Gesichtchen mit Wasser, und dann stieg sie binab. Ihr Vater war fort. Die letzten Gäste ebenfalls. Es war ruhig geworden. Aber diese Ruhe dauerte nicht lange. Herr Knollys war in einer halben Stunde wieder zurück. Er war wüthend. Denke Dir. Susie, solch' ein Abenteuer," schrie er, da haben sie Deinen neugemachten Schwager. Jack Williams, aus Versehen verhaftet." Wie ging das zu, Papa?" frug Susie. sofort interessirt. Sehr einfach, sehr komisch," erwiderte der Millionärspapa, indem er sich den Schweiß von der Stirn wischte. Mir war nämlich unter derHand mitgetheilt worden, daß eine berüchtigte Gaunerbande seit einiger Zeit bei großen Hochzeiten immer ihrWesen treibt, indem sie sich namentlich aus die EntWendung von theuren Schmucksachen werfen. Da hatte ich nun. um vorzubeugen, mir vonPZnkerton's einen junAen Mann mitgeben lassen, der mir

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IU4X VVV(IV' . fc y vjv. V . vv 4. , Vi.v nr tVifnTT2 irt s?rT tft , lUUl, V(l UVU VVVl UU3 VIII VVl i Sidney Roberts heißt der Mensch, glaub' ich " Sidney Roberts, Papa? Kaum möglich," schrie Susie auf, indem sie kreidebleich wurde. Ja, so war der Name, ich entsinne mich genau," brummte der Millionär. Nun also, der sollte irgend welche Diebstähle verhindern. Natürlich sagte ich Niemand waö davon, auch Euch nicht und der junge Mann, der übrigens ein ganz ansehnlicher Kerl ist er sieht thatsächlich so aus, als ob er etwas besseres als ein ganz communer Detectiv wäre hielt Wache nahe den Schmucksachen, bis der ganzeLärm und Rummel schon vorbei waren. Zufälliger Weise hatte er heute Jack Williams nicht zu Gesicht bekommen, da er nicht in der Kirche selbst zur Trauung fein konnte, und ein wahrer Unstern rollte es, daß Deine Schwester, als sie mit Jack schon beinahe am Bahnhofe angelangt war, eine Laune kriegte und darauf drang, wenigstens ihr schönes Brillantencollier, ein Geschenk vonJack selbst, mit auf die Hochzeitsreise zu nehmen. So schickte sie Jack zurück, es zu holen, und da es schon ziemlich dun, kel war. so hat Niemand die Rückkehr des Bräutigams bemerkt. Als Jack nun das Halsband eben ausgesucht hatte und es einstecken wollte, da springt dieser verrückte Kerl, der De' tectiv, aus se'nem Versteck hervor und schlägt Jack zu Boden, und trod allen Widerstands hatte er Jack mit Hilfe eines Assistenten, den er im Garten lauern hatte, in ein Cab gesteckt und nach der nächsten Polizeistation gefahren, ehe hier Jemand dahinter kam. Natürlich hat Jack auf der Station seinen Namen genannt, und so wurde ich geholt, um ihn zu identifiziren. Eine nette Geschichte dieser verd- Detectiv! Mir kommt der Kerl nie wieder unter die Augen." Herr Knollys zog sein Taschentuch nochmals hervor und wischte noch einige Schweißtropfen von der hohen kahlen Stirn. Miß Susie weinte bittere Thränen jene Nacht, als sie zu Bett ging. Aber sie hat sich nie wieder mit hübschen Detectivs eingelassen. Sie z og es doch schließlich vor, es wie ihre Schwester zu machen, und einen Millionärssohn zu heirathen. Troppo getttikc. Non Willy Walter. Als ich sie zum ersten Male sah, in ihrer ganzen Schönheit sah, war ich geblendet. In Mailand war's, in der Galleria Bittorio Emanuele; in einem der elegantesten Läden der an eleganten Läden so reichen Galerie. Ich wußte es gleich, daß sie mir gehören müsse, coute que coute; abev ich zögerte doch; zu viele Menschen bewunderten sie von draußen. Also ging ich einige Male unauffällig außen vorüber und coquettirte mit ihr. und jedes Mal gefiel sie mir noch besser. Endlich hielt ich es nicht mehr aus und ging hinein. Der Chef des Geschäftes erwartete mich schon, hatte mich bereits unauffällig beobachtet und mich durchschaut; ich sah es an dem leisen Lächeln, das seine Mundwinkel umzuckte. Aber ich beherrschte mich und fragte so ganz beiläufig um ihren Preis! Er holte sie mir selbst und ließ mich sie in der Nähe bewundern. Der sanfte Fall ihrer Linien. den mein Kennerblick schon geahnt, als ich sie noch von draußen bewunderte, war entzückend; und diese Geschmeidigkeit, diese Er nannte eine hübsche runde Summe und ich bot auch eine hübsche runde Summe; in der Mitte einigten wir uns! Beide waren wir sehr zufrieden, das Geschäft abgeschlossen zu haben. Zwei glückliche Unzufriedene oder zwei unzufriedene Glückliche! Die Welt! Ich nahm sie in meine Arme und stieg mit ihr in den Wagen. Aber noch hatte ich keine Zeit, mich ihr zu widmen. Erst mußte ich meine Geschäfte abwickeln. Ich hatte eine große Summe zu beheben. Das war bald geschehen. Ich nahm den kleinen Kos' fev, der die Werthpapiere enthielt, in die rechte Hand, mit der linken hielt ich sie und fuhr zum Bahnhof. Ein gutes Trinkgeld sicherte mir ein leeres Coupö. Da ich ein starker Raucher bm nahm ich natürlich ein Coup6 für Nichtraucher. Italienische Cigarren das fehlte noch; auch hat man in einem vollen Coup6 immev Schwierigkeiten mit Regulirung der Heizung. Nun, letzterer Punkt war schnell erledigt. Die Heizung war verdorben. Mir machte das nichts, ich kenne mein Italien und seine Eisenbahnen. .Ich war genügend mit Röcken und Pelz versehen, und nun hatte ich auch noch sie! Vorläufig lehnte ich sie in eine Ecke und betrachtete sie entzückt. Endlich allein! Ich nahm sie auf meine Kniee und drückte sie sanft an mein Herz. Sie schmiegte sich fest an mich mir wurde warm! Da. im letzten Moment vor Abgang des Zuges, kam eine Störung. Die Thür wurde hastig aufge . rissen und eine Dame stieg herein. Ich mußte zuspringen und heffen, sonst wäre sie wohl gar gefallen. Sie ' dankte mit höflichem Neigen des Köpfchens, setzte sich mir visä-vis und musterte mich und meine schöne neue Pelzdecke! jjy, diese ruzende Decke sagte sie lächelnd. Ich sah auf. Elegante Erscheinung in tiefer Trauer, ein feines, aristokratisches Gesicht; mit der Bewunderung meiner Reisedecke hatte sie auch meinen schwachen Punkt getroffen. Ja, die Decke ist schön," antwortete ich geschmeichelt; ich sah sie heute in der Galerie und kaufte sie sofort als Geburtstagsgeschenk für meine Frau,

die sich sehr darüber freuen wird, denn die Decke ist nicht nur schön, sondern auch besonders warm. Das sieht man," antwortete sie mit einem kleinen, -halb unterdrückten Seufzer. Ich sah sie an; die Arme hatte nur eine ganz leichte Hülle um und die Bärenkälte; und ich war, wie gesagt, reichlich mit Pelzen versehen. Was blieb mir übrig, als ihv die Decke zu offeriren. Troppo sentile; zu liebenswürdig!" sagte sie erfreut und hüllte sich ganz ein; jetzt kam die Decke erst voll zur Geltung. Ein harmloses Gespräch entwickelte sich, in dessen Verlaufe ich mir die Frage erlauben durfte, ob sie gestatte, daß ich rauche. Gerne." erwiderte sie, mein Brud:r, der mich in der nächsten Station trifft, raucht auch." Wir verplauderten das halbe Stündchen nach 5Zrescia angenehm; dort stiegen zwei Herren ein, von denen der eine, ein martialischer Officier. sie freudig begrüßte. Ich störte das Gespräch, das sich um Familienangelegenheiten drehte, natürlich nicht. . In Desenzano stieg die Dame aus; im letzten Momente erinnerte sie sich meiner, dankte mir freundlich mit zwei Worten und reichte mir zum Abschiede die Hand. Den Bruder schaute ein wenig verwundert drein, sagte aber nichts, half ihr beim Aussteigen und lehnte sich grüßend zum Fenster heraus. Schon hatte sich der Zug in Bewegung gesetzt, als er die Decke bemerkte; sie ergreifen und zum Fenster hinauswerfen, war das Werk eines Augenblickes, und ev rief seiner Schwester zu, daß sie sie vergessen habe. Aber Herr, was thun Sie denn?" rief ich entrüstet; das ist meine Decke!" Er schaute mich verblüfft an und beugte sich schnell nochmals zum Fenster heraus: aber es war zu spät; der Zug war im vollen Gange. Das thut mir sehr leid," antworttete er höflich; ich glaubte, daß sie meiner Schwester gehöre. Entschuldigen Sie den Irrthum. Aber." fuhr er langsam fort und mich traf ein mißtrauischer, forschender Blick, ich sah doch, daß die Gräfin die Decke umgenommen hatte. Herr" und seine Stimme drang drohend wie kam meine Schwester zu Ihrer Decke?" Trotz meines Aergers mußte ich über den Verdacht, der aus seinem Ge bahren sprach, lachen; dann erklärte ich ihm den Sachverhalt. Er entgegnetc mir kein Wort und fing ein eifriges Gespräch mit seinem Begleiter an; trotzdem ich ziemlich gut Italienisch spreche, verstand ich nichts, denn sie sprachen leise und im Mailänder Dialect. Gekränkt und geärgert schloß ich die Augen. Das hat man für seine Gefälligkeit. Oh, meine schöne Decke ob ich sie wohl wiederbekommen werde? Und der dumme Verdacht noch dazu! Inzwischen conversirten die Herren eifrig dann schrieb der Officier ein Telegramm, gab es seinem Begleiter, der es auf der nächsten Station besorgen ließ. Kurz vor Verona wandte sich der Officier an mich und ersuchke mich höflich. aber bestimmt, in Verona mit ihm abzusteigen. Aber Hern, was fällt Ihnen ein," rief ich entrüstet, ich habe keine Zeit zu solchen Scherzen!" Das thut mir sehr leid," antwortete er noch höflicher, aber noch entschiedener. Meine Familie und ich haben nur eine Ehre; ich will keinen Zweifel in Ihre Worte setzen, abev ich muß mich von der Richtigkeit überzeugen. Ich habe bereits meiner Schwester um den Sachverhalt telegraphirt. In einer Stunde werden wir die Antwort in Verona haben. Bis dahin muß ich Sie unbedingt bitten, in unserer Gesellschaft zu bleiben!" Aber ich muß weiter reisen, Herr; ich werde in Trento Abends erwartet. .Ich bin Kassirer der Creditdank und habe einen großen Geldtvansport bei mir." Und in der Erregung zeigte ich auf meinen Koffer. Einen Moment schwankte er und wechselte einige Worte mit seinem Begleiter im Dialect; aber dann wiederholte er sein Ersuchen so höflich und so energisch, daß ich klar sah, daß er nicht davon abgehen würde. Was blieb mir übrig? Der Zug war schon in Verona; übrigens konnte ich den nächsten Zug noch Abends benutzen und noch rechtzeitig eintreffen; also ließ ich in Gottes Namen beim Stationschef die Unterbrechung meiner Reise auf dem Billet für den nächsten Zug vermerken und stieg aus. Wir fuhren alle drei zusammen in's Hotel; telegraphische Antwort war noch nicht da. Die Herren luden mich zum Diner, aber mir war der Appetit vergangen. Nichtsdestoweniger mußte ich an ihrem Tische Platz nehmen und konnte ihnen zuschauen. Endlich kam die Depesche; der Major öffnete sie.rasch. durchflog sie hastig und reichte sie mir unter den Ausdrücken höflichster Entschuldigung; sie enthielt natürlich die Bestätigung des Sachverhalts, den besten Dank der Gräfin und die Frage, wohin die Decke nachzusenden wäre. Ich athmete erleichtert auf und, sah nach der Uhr; ich konnte noch den nää sten Zug erreichen. Also verabschiedete ich mich rasch und Einen Moment ergriff jetzt der andere Herr das Wort. Sie hatten die Güte, sich uns vorzustellen als Kassirer der Creditbank in Trento und sagten uns, daß Sie eine großeSumme im Koffer transportiren." Ganz recht," sagte ich. ärgerlich über den Aufenthalt. Was soll das Verhör?" .

Erlauben Sie auch mir, mich vorzustellen," antwortete er ruhig. Ich bin dev Polizeidirector von Verona! Nachdem ich so zufällig' zu dem Vergnügcn Ihrer Bekanntschaft gekommen bin und den Zweck Ihrer Reise ersahren habe, halte ich es für meine Pflicht, mich davon zu überzeugen, daß. auch die Reise ganz in Ordnung ist. Also .ich bitte Sie, sich noch etwas zu gedulden und auch die Antwort auf meine Depesche nach Trento. die ich bereits abgesandt habe, abzuwarten. Damit Sie aber wegen Jhrev Werthsachen nicht in Unruhe sind, habe ich zwei meiner Leute herbestellt, die Ihnen bis dahin Gesellschaft leisten werden. Lassen Sie die Herren eintreten," sagte er zu dem Kellner. Ich war starr; auch das noch! Ich protestirte lebhaft; abev feine Ruhe und Kälte überzeugten mich, daß eine Aenderung meiner Lage vorläufig unmöglich sei! Was blieb mir übrig? Die Herren empfahlen sich; die Agenten blieben da. Ich hatte Zeit, mich über mein sonderbares Schicksal zu ärgern und mir Vorwürfe zu machen. Ueber alles! Ueber meine Zuvorkommenheit der fremden Dame vis-il-vis, über die Unvorsichtigkeit, den beiden Herren von meinem Koffer zu sprechen; über die Zeitversäumniß; über die lächerliche Situation, in die ich gerathen war, und extra noch über die neugierigen, mißtrauischen Blicke der Kellner, denen natürlich der Polizeidirector und seine Leute bekannt waren. So vergingen zwei lange, bange Stunden. Endlich kam ein Wagen; der Polizeidirector in Person mit der Antwort und mit einem ganzen Sack voll Entschuldigungen, die ich abwehrte. Zum Zug kam ich natürlich zu spät und mußte bis nach Mitternacht warten; daß inzwischen mein Billet ungiltig geworden war und ich ein neues lösen mußte, konnte mir kaum noch einen Aerger verursachen; ich hatte mich schon ausgeärgert! In der Frühe kam ich an! Uebernächtigt verfroren abgeärgert verdrießlich. Meine Frau erwartete mich schon in großer Unruhe! Die BH antwortung ihrer Fragen wegen der Verspätung verschob ich auf später; dann gratulirte ich herzlich zum Geburtstage. zu dem ich gottlob noch zur rechten Zeit gekommen war. und erzählte ihr von der wunderschönen Pelzdecke, die ich ihr zum Präsent machen wollte, die aber, erst morgen mit der Post nachkommen würde. Sie dankte bewegt; und dann fing sie in ihrer lieben Weise zu plaudern an. fragte nach dem und jenem was soll ich sagen in zehn Minuten wußte sie Alles! Zu ihrer Beruhigung waren etwas mehr als zehn Minuten erforderlich! Indessen auch der Kelch ging vorüber! Am nächsten Tage kam das Aviso von der Post aber auch eine Note vom Zollamt. Das Packet war frankirt. aber die neue Decke mußte verzollt werden. Tarif No. 25; drei Gulden'per Kilo!

Maßliebchen. Fon Helene v. Engelhardt. Er liebt mich!" Ach, und wie so lange. Lang' eh' ein Wort der Lipp' entflohn, Ich hört' es an der Stimme Klänge, An seiner Worte weichem Ton. Mit freudig bangem Herzenspochen In's theure Auge blickte ich. Das sprach, noch eh' der Mund gesprochen. So innig traut: Ich liebe dich!" Von Herzen!" Ja! Es kamen Tage, Von ew'gem Duft und Licht getränkt! O Liebesglück, du gold'ne Sage, Du Maienmorgen gottgeschenkt! Wer könnte all' die Blüthen zählen. Die du erschließest wonniglich? Im Kusse tauschten wir die Seelen, Von ganzem Herzen liebt er mich. Mit Schmerzen!" Ach. es kamen Stunden, Die seine Liebe schwer erprobt, Da Lenz und Sonne hingeschwunden, Von Nacht bedroht, von Sturm umtobt: Die Leidenssluthen uns umspülten. Er stand, da Alles wankt' und wich. Ob tausend Schmerzen in ihm wühlten. Mit tausend Schmerzen liebt' er mich! Er liebt mich über alle Maßen!" Ich bin ihm Licht und Lust und Zier, Und muß die ganze Welt er lassen. Ihm bleibt die ganze Welt in mir. Die Lieb' erstand bei Lust und Scherzen. Bewährt' in Kampf und Sturme sich: So liebt er mich von ganzem Herzen. Mit Schmerzen maßlos liebt er mich! Theilung. A.: Sie erzählen, Sie hätten in Rom alles Sehenswerthe in zwei Tagen besucht? Das ist doch gar nicht möglich?" B.: .Ganz einfach. Wir waren drei Personen: meine Frau besuchte die Kirchen, meine Tochter die Museen und ich die Caf6s und Restaurants. Abends trafen wir dann zusammen und theilten unsere Reisceindrücke mit." Modificirtes Kainszeichen. Unterofficier (zum neuen Rekruten): Pachclke, Unglücksmensch. Ihnen steht ja das Kasernenhofblüthenzeichen an d;e Stirn geschrieben!" Optimistische Deut u n g. Junge Fra:' (die zum erstenmale gekocht): Keinen Bissen hat mein Männchen gegessen nun tsag' mir noch einer, Liebe mäche nicht satt!" . In der Schule. Lehrer: ,Sag mir, Hänschcn, was wird aus dem Menschen, der sein Seelenbeil dernachlässigt und nur für den Leib sorgt?" Hänschen: .Der wird dick!"

Mcue Winister. In den höchsten Regierungsstellen im deutschen Reiche und in Preußen hat sich der längst erwartete PersonenWechsel vollzogen, das System dürfte dasselbe bleiben. Seit Monaten schon War eine anderweitige Besetzung des Staatssecretariats der Auswärtigen Angelegenheiten in's Auge gefaßt worden und bei der Beurlaubung des bisherigen Staatssecretärs Freiherrn Marschall von Vieberstein galt es als gewiß, daß er auf sein Amt nicht mehr zurückkehren werde. Mit der Leitung des Auswärtigen Amtes, zunächst als Stellvertreter, ist der bisherige kaiserliche Botschafter in Rom, Bernhard v. Bülow, betraut worden. Er hat, trotzdem er erst im 49. Lebensjahre steht, schon eine 23jährige diplomatische Laufbahn hinter sich. An allen Höfen, an denen er bisher gewesen ist, war er beliebt, am meisten zuletzt am

v. B ü l o w. römischen Hof, wo man sein Fortgehen fehr bedauert. Das läßt emen günstigen Rückschluß auf seine diplomalischen Fähigkeiten zu, und nach dieser Hinsicht bringt er gewiß für sein Amt gute Vorbedingungen mit sich. Dagegen muß sich erst zeigen, welche Rolle er im Parlament selbst spielt. Herrn v. Bülow fehlt die parlamentarische Schulung, man rühmt ihm aber große Gewandtheit in der Conversation nach. Er gilt zugleich als ein Mann von guten Kenntnissen und großer Arbeitskraft. Zum Nachfolger des verstorbenen Herrn v. Stephan als Staatssecretär des Reichspost - Amts ist der conservative Reichstags - Abgeordnete General - Lieutenant a. D. v. Podbielski ernannt worden. Diese Ernennung hat allgemein überrascht, da v. Pod bielski in dem ihm übertragenen Ressort vollständig Iim0 novus ist. Victor v. Podbielski. der jetzt W Jahre alt und ein Sohn des früheren v.Podbielski. bekannten General - Quartiermeisters ist, hat seine Ausbildung vorwiegendim Cadettenhause erhalten, trat im December 1860 als Secondelieutenant bei den 11. Ulanen ein und hat es in seiner militärischen Laufbahn bis zum Generalmajor gebracht. Als solcher wurde er im Juni 1891 verabschiedet. Im Ruhestande widmete er sich vorzugsweise der Bewirthschaftung seines Gutes Delmin. und wurde Mitinhaber der Firma Tippelskirch & Co., auch war er für den deutschen Qfficierverein thätig. v. T h i e l m a n n. Der bisherige deutsche Botschafter in unserer Bundeshauptstadt. Freiherr v. Thielmann, ist als Nachfolger des Grafen v. Posadowsky zum Staatssecretär des Reichsschatzamtes ernannt worden. Herr v. Thielmann gehört zu den bewährtesten deutschen Diplomaten und ist in dieser Eigenschaft wiederholt mit schwierigen Missionen betraut gewesen. Durch den Willen des Kaisers auf ein ihm bisher fremdes Arbeitsfeld berufen, wird Herr v. Thielmann von schweren und umfangreichen Arbeiten, die ein rasches und gründliches Einarbeiten erheischen, erwartet. Da Deutschland in Folge unserer jetzigen Zollpolitik mit unserem Lande in Verwickelungen gerathen dürfte, scheint Herr v. Thielmann in Folge seiner Erfahrungen als Botschafter in Washington wohl der geeignetste Mann zu sein, um das bisherige freundliche Einvernehmen zwischen beiden Ländern zu fördern und etwaigen Reibereien ihre Schärfe zu nehmen. Pflichtgefühl. Ein NachtWachter hört von einigen angeheiterten Herren fein Lieblingslied: Still ruht der See" singen, in das er' unwillkürlich mit einstimmt.. Nachdem die letzte Strophe verklungen ist, meint er bedauernd: Das war sehr schön ' aber jetzt muß ich uns arretiren. menie Herr'! Folgen Clt mir zur ZAache!"

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