Indiana Tribüne, Volume 20, Number 314, Indianapolis, Marion County, 1 August 1897 — Page 10

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ALLEN APOTHEKEN in fttrirrm. ohtT het ttHllToTtii wird zurück t .smrh;;iViirt l' ...--- e-- " t Chicago, Montreal, Can., oder New York. 244 (QuitL . Sotjcücttc von Martin Vrch. Ulrich von Scharfenberg war gewiß ?Zn sehr glücklicher Mann. In Reichthum gebettet schon von seiner Geburt an, seit zwei Jahren ein prächtiges Weibchen sein eigen nennend und Vater eines allerliebsten, herzigen Kindes, hätte er beim besten Willen keinen Wunsch zu äußern gewußt, wenn ihm plötzlich eine gütige Fee auö dem alten Kindermärchen erschienen wäre. Die kleine Jrmgard war sein Mes aus Erden, lir hütete sie wie seinen Augapfel. Das Leben erschien ihm unsagbar schön um ihretwillen. Wie stets, wenn er mit dem niedlichen Schalk spielte, wurde er auch heute Abend gar nicht müde im Tändeln und Kosen. Aber Ulrich." mahnte die Mama schon wieder vom Fenster her, das Kind muß doch nun säTlafen." Ach, sieh nur, wie munter es noch ist," lachte der glückliche Vater und beugte sich mit ausgebreiteten Armen nieder, um das drollige Ding aufzufangen, das über den weichen Smyrnateppich wackelte, unbehilflich, froh und ängstlich die Fübchen setzend, und nun. hellauf Pa" jauchzend, sich an ihn schmiegte. Vor Jubel liefen ein paar Freudentropfen über die gesunden Bäckchen. Und der Pa" schaute mt heiterer In nigkeit in die leuchtenden Aix?e, die in eitel Wonne schwammen und in denen sich sein Blick verlor, wie im tiefen reinen Himmelsgrund. Er hatte darüber gar nicht bemerkt, daß der Diener eingetreten war. Erst, als dieser ehrerbietig näher trat, sah er auf und nahm einen ihm dargebotenen Brief in Empfang. Woher?" warf er sorglos hin. denn die Dämmerung ließ ihn die Adresse nicht erkennen. Den Posteingang des heutigen Tages habe ich a bereits erhalten." Ein fremder Bote bat ihn abgegeden." Ulrich legte den Brief zur Seite und wandte sich wieder dem Kinde zu, während seine Gemahlin dem Diener verschiedene Aufträge ertheilte. Nach einer Weile brachte dieser Dicht. Dann kam das Kindermädchen und holte das Kind, das sich nun doch nach Schlaf sehnte. Papa und Mama drückten ihm das weiche Händchen und erhielten noch einen Gutenachtkuß von dem süßen rosigen Mündchen. Nun war es still in dem Zimmer. Alles strömt behaglichen Abendfrieden aus. Ulrich zündete sick eine Cigarre an und lehnte sich sinnend in den Sessel zurück. Lies doch den Brief, der vorhin kam," erinnerte seine Gemahlin, die den Sitz am Fenster mit dem am Kamin vertauscht hatte. Den hätt' ich wahrhaftiz vergessen. Wo liegt er nur?" Ulrich stand auf und suchte eine Weile unter den Büchern und Zeitungen auf dem Tische. Hier." Er machte es sich wieder bequem und öffnete das Couvert. Eine mir ganz unbekannte Handschrift ." murmelte er und überflog den Inhalt. Es waren nur wenige Zeilen. Er mußte in einer Secunde Kenntniß von ihnen genommen haben. Aber er hielt den feinen, schimmernden Bogen noch immer vor das Gesicht, als ob er läse. Und seine Auqen stierten auf das PaPier. Und Leichenblässe hatte plötzlich sein Antlitz überzogen ... der Brief zitterte in seiner Hand. Was ist's?" klang es freundlich sraqend vom Kamine herüber. Nichts Besonderes. Geschäftlicht Angelegenheit. Forstsache," antwortete er halblaut. Er log. und mit schwerer, innerer Qual. Ein Blick in seine Augen hätte es ihr sofort verrathen. Aber sie hatte schon ein Heft vom Tische genommen und blätterte darin. Er besaß große Gewalt über sich und hatte wieder äu ßerlich Fassung gewonnen. Enrschuldige einen Augenblick. Kathe. Ich möchte noch einige Briefe erledigen." Er vermied es, ihr im Vorübergehen das Gesicht zuzuwenden. Sie nickte nur, ohne aufzusehen, und beugte sich über eine Illustration. In seinem Zimmer sank Ulrich mit schmerzlichem Stöhnen auf einen Stuhl. Den unheilvollen Brief schleuderte er vor sich hin. Wüthend schlug er mit geballter Faust an die Stirn, als wolle er alles Denken darin für immer zerschmettern; und doch las er die Zeilen noch einmal. Sie waren so inhaltschwer; aber mit so vornehmer Flüchtigkeit in großen Zügen hingeworfen, als handle es sich um etwas sehr Geringschätziges. ' Ich bin gekommen, um jetzt von dem Rechte Gebrauch zu machen, das Sie selbst mir vor vier Jahren stundeten. Sie werden sich morgen früh sieben Uhr mit Ihrem Secundanten bei der in Ihrem Walde gelegenen Kreu buche" einstellen. Das Uebrige besorge ich. - Alfred Germann." Alfred Germann? Vorhin, als er den Brief öffnete, war ihm der Name erst wie ein völlig fremder erschienen. Sofort aber wa? es mit entsetzlicher

Deutlichkeit in seinem Gedächtniß ausgestiegen, das Bild dieses Mannes und das Bild jenes Junimorgens vor vier Jahren . . . Ulrich barg den heißen Kops in die Hände und lag regungslos da. Als leichtlebiger Offizier hatte er damals einige Zeit in einer kleinen Garnisonstadt Schlesiens zugebracht und sich in die junge, allerorts als Schönheit verehrte und von ihrem Manne abgöttisch geliebte Gattin eines benachbarten Rittergutsbesitzers vernarrt. Dieser Alfred Germann wurde von ruheloser Eifersucht gequält, die seit Ulrich's unverhohlener Bewunderung einen dämonischen Zug annahm. Einmal kam er dazu, wie Ulrich bei einer zufälligen einsamen Begegnung mit seiner Frau dieser ungewöhnliche Artiakeit erwies. Wie ein Wahnsinniger fuhr er auf Beide los und überschüttete sie mit Beleidigungen. Die Folge war, daß seine Gattin tief gekränkt sofort zu Verwandten reiste und er und Ulrich in dcrFrLhe des andern Tages sich mit Pistolen gegenüberstanden. Herr Germann hatte das Vorrecht des ersten Schusses, verzichtete aber, weil er sich noch zu aufgeregt fühlte. Man looste. Ulrich wurde vom Glücke begünstigt und schoß, mit der Cigarre im Munde, als sei ihm Alles Kinderspiel, in empörender Gleichgültigkeit absichtlich hoch über des Gegners Kopf hinweg. Gemüthlich fortrauchend, gab er sich dessen Pistole preis. Eins" Zwei " Herr Germann senkte die Waffe und zog die Augenbrauen finster zusammen. Sie nehmen das Leben leicht. Ich werde warten, bis Sie die Cigarre zur Seite legen." Decken Sie nur zu," rief Ulrich mitleidig lächelnd und strich die Asche mit der Pistole ab; es mundet mir ausgezeichnet. Wollen Sie übrigens zögern. bisSie HerrJhrer Nerven sind, so gedulde ich mich. Ihnen steht das Recht zu, nach mir zu schießen, wann Sie wollen." Da kam ein sonderbarer Ausdruck in die dttuklen Augen des Gegners. Ich nehme Sie beim Wort. Die Herren hier sind Zeugen. Ich werde schießen, wenn mein Blut ruhiger und Jhnn das Leben werthvoller ist. Sie stellen sich mir. sobald ich es fordere. Einverstanden?" Selbstverständlich." lachte Ulrich. Wann Sie mich fehlen, ist ja bedeutungslos." Damit halten sie sicb getrennt. Es kam aber keine Forderung. Ja, Herr Germann verkaufte seinen Grundbesitz in kurzer Zeit, zog nach Amerika und sollte dort verschollen sein. Ulrich hatte die ganze Geschichte längst vergessen. Nur einmal drang ein dunkles Gerücht bis zu ihm, Herrn Germann's Frau, die nie wieder zurückgekehrt war, sei kurze Zeit nach ihres Gemahls Abreise gestorben. Und jetzt steht die alte, todtgeglaubte Schuld wieder auf und greift höhnend wie ein Gespenst in all' sein fröhliches Glück hinein. Hätte ich nie Unrecht gethan, nie frivol und leichtsinnig das Leben als Scherz betrachtet! Nun muß jetzt, eben jetzt die Sühne dafür gefordert werden. Das unerbittliche Gesetz der Nothwendigkeit aeht seinen Gang mit fürchterlichem Ernste. Und das Traurigste ist. daß meines armen Weibes und Kindes Glück durch meinen Tod mit zerstört wird. Mein armes, armes Kind! Verwaist, verlassen in der Welt. Seine Augen wurden feucht. Vielleicht' trifft er mich nicht." durchzuckte es ihn tröstend, dann war eS nur vorübergehender, aber schwerer Schmerz. Vor Allem Ruhe. Und sie dürfen Nichts erfahren . . . Ja. freilich, damals batte mir das Leben wahrhastig wenig Werth. Jetzt denke ich ganz anders. Jetzt kenne ich seinen vollen, herrlichen Werth. Also Ruhe. Jener Mann hat ein Recht an mich. Es soll ihm werden. In wenigen Stunden ist Alles vorbei . . . Ich will gerecht sein. Ich hab' ihm wohl einlt auch sehr weh gethan. Das versteb' ich erst jetzt. Ich war nicht ohne Schuld am Zusammensturz seines Glückes. Das Schicksal waltet gerecht. Hab' ich gefehlt, muß Ich auch dafür büßen können. Also Rune. Fassung! Ich will ihm stolz gegenllbertreten, und er soll nicht merken, daß mir das Herz schwer ist um Frau und Kind . . . O, ich verstehe den lange zurückgehaltenen Grimm, der nun endlich diese Zeilen hinwerfen durfte, die teuflisch bis jetzt ersparte Rache, bis jetzt, wo mir das Leben das köstlickste Gut ist! Das Uebrige besorge ich" ja. Arzt und Schuß, ich verstehe den eisigen Hohn. Doch Ruhe. Fassung! Die Zeit vergeht. Ich will thun, was meine Pflicht ist." Hastig begann er zu schreiben. Er bat in dem Briefe seinen besten Freund aus der Nachbarschaft, nachdem er ihm den Sachverhält erzählt und ihn auf Ehrenwort zur Verschwiegenheit verpflichtet hatte, ihm morgen frühSecundant zu sein und im Todesfälle seinem Kinde den Vater zu ersetzen. Er rief den Diener durch die e!ekirische Klingel herbei und übergab ih.n mit einer Ruhe, über die er bei sich selbst erstaunte, den Brief zur eiligsten Besorgung. Früh um sechs muß mein Pscrd bereit stehen." fügte er hinzu. Hierauf schrieb er wieder, lange, sehr lange, legte die Zeilen Germanns hinzu. versiegelte das Couvert. schrieb die Adresse seiner eigenen Gemahlin da rauf und legte es.aufden Schreibtisch. Nun stand er auf und streckte sich. Es war ihm beinahe wohl zu Muthe, als habe er eine unangenehme, stets hinausgeschobeneAchelegenheit endlich zur Zufriedenheit erledigt. Das Schreiben hatte beruhigend auf seine Seelenqual gewirkt. Er war darüber zur Klarheit mit sick selbst aekommen.

ßir ging im Zimmed'aus und ab'. Es kam ihm schon sehr im Hause vor. Er blickte nach der Ubr. Mitternacht. Wie die Zeit vergebt! Noch sechs Stunden gehörten ihm. Hur keine Bangigkeit wieder," ermahnteLk.sich leise, nur fest sein. Habe ich Glück, so geht Alles vielleicht besser vorüber, als ich denke. Nur kein Zittern. kein Zagen, keine weichen Gefühle." Eine Weile ging er noch auf und

ab. Dann glaubte er, seine Schritte seien durch die Nachtstille vernehmbar. Er legte sich darum, angekleidet wie er war. aus die Chaiselongue und versuchte zu schlafen. Und er schlief wirklich. Aber allerlei wirre Träume machten den Schlaf zu einem unruhigen, und er wälzte sich oft murmelnd und stöhnend hin und her. Als er erwachte, fühlte er ein heftlges Stechen auf der Stirn. Die Uhr zeigte schon die fünfte Stunde. Es durchschauerte ihn. Seine ganze, elende Lage stand deutlich wieder vor seiner Seele. Dort liegt der Brief an seine Frau. Mit welchen Gefühlen wird sie ihn erbrechen und lesen? Er öffnete vorsichtig das angelaufen Fenster. Kalte, winterliche Luft strömte herein. Er preßte die Stirn an die Scheibe und starrte hinaus in die graue, unsichere Morgendämmerung, auf den dunklen, fern sich dehnenden Wald und den bleichen, umschleierten Himmel darüber. Ich konnte der glücklichste Mensch sein," sagte er dumpf, das Leben lag so sonnig vor mir.ätte ich nur nie. auch nicht den kleinsten Schatten darauf fallen lassen. Denn der bleibt, selbst wenn die Schuld gesühnt ist. Du hartes Schicksal! Damals hatte ich Strafe verdient, nicht jetzt. Doch Du hast einen eisernen Schritt. Bei Dir giebt es nur blinde Gerechtigkeit. Wir leiden, was wir thun. Doch weg mit solchen feigen Erwägungen. Nimm den ganzen Leichtsinn, die ganze, llbermüthige LebensverachtungDeinerBrausejähre zusammen und schau' dem Tode fest ins Angesicht. In zwei Stunden ist alles vorüber. Stirb wie ein Mann, wenn es einmal sein muß." Er schloß das Fenster, begab sich in sein Schlafzimmer und machteToilette. Das frische Wasser that seiner schmerzendenStirn wohl. Dann ging er. ohne zurückzublicken. Er wollte die Seinen nicht noch einmal sehen. Aber als er leise aus dem Corridor dahinging, konnte er doch nicht an der Thür des Kindes vorbei. Er öffnete behutsam und schlich an das Bettchen. Ein weißes, feingeformtes Händchen lag auf der Decke. Leise athmend ruhte das Engelsgesichtchen mit geschlossenen Augen im Kissen. Sein Schlummer war so süß und fest und friedvoll. Tief bewegt beugte sich derVater nieder und küßte das Händchen. Da sprach die Kleine im Schlafe Pa". und ein Lächeln glitt über ihr Gesicht. Seine Hand zitterte heftig, als er ihr beklommen über die weichen Locken strich. Mit zärtlicher Wehmuth grub sich ihr Bild in sein Herz in für immer und wohl zum letzten Male. Aber er wendete sich schnell ab und eite davon. Der Reitknecht führte schon das Pferd an der Treppe hin und her. Jetzt grüßte er den Herrn und stand still. Ulrich klopfte dem Thiere den Hals; aber nur. um seinem Führer halblaut sagen zu können, er solle es hinaus bis an das Parkthor führen. Dort saß er auf und ließ das Pferd im Schritt gehen. Erst, als er im trüb erhellten winterstillen Walde war, legte er kurzen Trab an. Der einsame, tief ausgefahrene und frostharte Holzweg lief an einem Winkel desSees vorüber, der sich weit durch Ulrichs Forst zog. Das Wasser zeigte jenen kühlen, dunklen Glanz, der iom beim Nahen des Winters eigenthümlich ist. Ulrich mußte daran denken, wie er noch vor wenigen Wochen bei goldig flimmernder Herbstpracht an dieser Stelle mit Frau und Kind im Nachen gefahren war und die kleine Jrmgard sich jauchzend nach den blühenden See rosen gebückt batte. Jetzt ruvme ein armer VMuvn nm seinem Weibe und einem halbwüchsigen Mädchen langsam am Ufe-rgestrüpp hin und schnitt Weidenzweige ab. Ulrich beneidete die Leute. Eure Armuth bewahrt Euch vor so thörichten Streichen, wie ich jetzt einen büßen muß," sagte er bitter zu sich. Wie glücklich seid Ihr da unten! Ihr müht Euch vom Morgen zum Abend. Die Arbeit erhält Euch Herz und Sinn frisch und gesund. Und Ihr seid überglücklich, wenn ihr Etwas über des Leibes Nothdurft erringt. Und wir büßen oft schwer, was wir im Uebermuth eines tollen Lebens verübten, und reißen noch Schuldlose mit in Schuld und Strafe ." An der Kreuzbuche" langte gleichzeitig mit ihm eine Kutsche an. Er sprang vom Pferde und schlang den Zügel um einen Ast. Der Ritt in der scharfen Morgenluft hatte seinen Blick klar gemacht und seinBlut erfrischt. Er fühlte sich sehr wohl und seine Brust hob sich kräftig. Eigenlich ein schlechter Spaß", murmelte er in einer Anwandlung von Galgenhumor, in aller Frühe hierher zu reiten und einem Andern als lebendige Scheibe zu dienen." Der Kutscher drüben ösfnete denWagenschlag, und dort kam auch Ulrichs Secundant angesprengt und begrüßte ihn mit treuem, ermuthigendem Hände druck. Sie sprachen noch zusammen, da traten die drei der Kutsche entstiegenen fremden Herren näher. Mit frostiger und eiliger Höflichkeit stellte Herr Alfred Germann sich, seinen Secundanten und den Arzt vor. Man maß die Distanz ab, wie damals, und jetzt standen sich die Feinde, gegenüber, und Ulrich sah. ohne mit der Wimver zu zucken, die. kleine, whtfmliche. Mim

oung der"Plstöle zielend aus sich"'gerichtet. Sein Secundant begann zu zählen. Doch plötzlich senkte sich der blitzende Lauf wieder, und Herr Germann rief: Ich bin nicht gewöhnt, auf einen Unbewaffneten zu schießen. Ich schage vor, wir loosen und beginnen dasDuell von vorn." In Ulrichs Innern rang es mächtig. Nein", rief er aber entschieden aus.

Und bitte, zahle! wandte er sich an seinen Secundanten. In der Ferne klang es wie das Rollen eines rasch dahinjagenden Wagens. Herr Germann schoß Ulrich einen finsteren Blick zu und zielte wieder. Eins Zwei" .Da rauschte eine Frauengestalt an dem Baume hinter Ulrichs Rücken hervor. Drei!" Dem kurzen Knall folgte ein wilder Schrei. Ulrich stand unversehrt. Wie im Traum hörte er laute Schreckensrufe um sich und sah Männergestalten herzustürzen. Bleich wie der Tod wendete er sich. Er wankte und brach zusammen. Am Boden lag seine Frau in tiefer Ohnmacht, und ihre linke Hand 'hielt krampfhaft die kleine, blutende Jrmgard. Die Kugel, die den Vater verschont, hatte das Kind getroffen. Ulrich riß es an sich. Rothe, warme Tropfen sanken auf seine Hand. Er bebte am ganzen Leibe. Sein Gesicht verzerrte sich in namenlosem Schmerze. Vor lhm stand Germann und hielt ihm tief schüttet die Hand entgegen: O Gott, es war nicht meine Schuld!" Ulrich sah und hörte nicht. Er blickte nur in das wachsfarbene, liebe Gesichtchen. dessen Augen für immer geschlossen waren, und hielt die regnungslose, zarte Gestalt fest, als wolle man sie ihm rauben. Den Bemühungen der Anderen war es gelungen, die Frau wieder zu sich zu bringen. Neben Ulrich kniete der Arzt und untersuchte das Kind. Es ist nur eine ungefährliche Streifwunde an der Brust," sagte er plötzlich mit Bestimmtheit, der Schreck hat die Kleine ohnmachtig gemacht. Wasser her!" Da kam Bewegung in Ulrich. Unruhig bemühte er sich um das Kind. Aber der Arzt wies mit freundlichem Ernste seine Hilfe zurück.. Unverwandt blickte er nun in Jrmqards Gesicht. Und da fühlte er leise Athemzüge und sah. wie sich die biet chen Wangen belebten, und da schauten ihn auf einmal die größenKindesaugen wieder an, verwundert und ernst, wie aus einer fremden Welt erwacht. Ulrich wußte sich vor Freude nicht zu fassen. Er küßte die Kleine und preßte sie inbrünstig an sich. Und dann umarmte er seine Käthe mit Thränen im Auge. Und dann suchten seine verklärt leuchtenden Augen im Kreise, und ohne ein Wort sprechen zu können, ergriff er die Hand dessen, der als sein Feind hierhergekommen war. I!IIÜ10UEMK0X Sl'ECIOSUM. Von Max Bern. An einem lichten Morgen Stand ich im Frühlingshauch In einem stillen Garten Vor einen: Blüthenstrauch. Mein Auge war bezaubert Von seiner Farbenpracht, Die mich von schwanken Zweigen ' Roth leuchtend angelacht. Da plötzlich trat bedächtig Herbei ein strenger Mann Und sah. anstatt die Pslane. Sich ihre Ausschrift an. , Lateinisch war verzeichnet. Wie das Gewächs benannt. ' Darunter der Vermerk noch: . Die Heimath unbekannt. Enttäuscht verzog der Fremde Sofort voll Hohn den Mund. Der schöne Strauch." so rief er, Ist doch nur Vagabund!" W i t 1 1 ! a m. Inwiefern ist Ihnen das Dichten zum Unglück geworden?" Meine Frau hat mich deshalb geheirathet, weil ich Dichter war." Geheime Mittheilungen werden oft gemacht im Vertrauen auf die Schwatzhaftigkeit des Anderen. Sensationell. Wie wir vernehmen, ist es gelungen, das neue Heilverfahren gegen Diphtheritis auf die Dichteritis zu übertragen, und wurde das von dem immunisirten Pegasus gewonnene Serum, besonders bei vielen von Dichterphantasien befallenen Patientinnen, bereits mit großem Erfolg angewendet. Der Bakteriologe als Bräutigam. Elli: Ist Dein Verlobter. der Professor, gegen Dich auch recht besorgt und zärtlich?" Susi: Und wie! Schickt mir in jedem Briefe tausend deöinfizirte Küsse!" Protzig. Bettler (der ein Fünfzigcentsstück geschenkt bekommen hat): Gott lohn's tausendfach!" Banquier (verächtlich): Was thu ich mit fünfhundert Dollars!" . Jedermann sagt so. Cascaretö Candy Calhartic, die wundervollste medizinische Entdeckung deö Zeitalters, angenehm und eisn sehend im Geschmack, wirkt sanft und sicher aus Nieren, Leberund Eingewei de, daS ganze System reinigend, entfernt Erkältung, kurirt Kopfweh, ieber,! anhaltende Verstopfung und Un Verdaulichkeit. Kaufen und versuchen Sie eine Schachtel von C. C. C. heute ; 10, 25, und 50 Cent. Verkauft und Heilung garantirt von allen Apotheken,

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