Indiana Tribüne, Volume 20, Number 307, Indianapolis, Marion County, 25 July 1897 — Page 9

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Sndiann Tribüne.

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Guter ZZaty. Von Paul Schüler. Er verkehrte in demselben Local wie ich. Er kam Abend für Abend, setzte sich in seine stille Ecke, trank sein Bier und ging wieder weg. Ich kannte ihn nun schon an die zwei Jahre und hatte ihn während dieser ganzen Zeit nur Guten Tag und Adieu sagen hören. Der Kellner redete ihn Herr Fabius" an. Meine Genossen am Stammtisch wußten über ihn keine Auskunft zu geben. Der Eine nannte ihn einen Sonderling, ein Anderer drückte mit dem Finger auf die Stirn. Eines Abends ich saß allein an unserem Tisch sprach er mich an. Ich dachte, mir sollte das Seidel aus der Hand fallen. Sie sind Bankier sprach er. Was halten Sie von Northern Pacisie?" Umständlich war der Mann nicht. Als ich wieder einigermaßen zu mir selbst gekommen war, beantwortete ich seine Frage. Ich hätte eine gute Mei nung für Northern Pacific, erklärte ich ihm. Der Bahnverkehr im nördlichen Amerika nehme von Jahr zu Jahr zu. Die Aktien seien fast beständig gestie gen. Nachtheiliges hatte ich nicht erfahren. Sie meinen also" faßte er mein Naisonnement zusammen man könne Pacific behalten? Ich habe mir nämlich im vorigen Monat für hunderttausend Mark welche angeschafft. Da macht man sich denn wohl hin und wieder Gedanken. Also, Sie meinen " Ich meine sprach ich mit dem Brustton derUeberzeugung, man muß Northern Pacific behalten." Ich danke Ihnen, Herr!" sagte Herr Fabius und verfügte sich in seinen einsamen Winkel. Bereits zwei Tage darauf standen Northern Pacific ein ganzes Procent niedriger. Als ich Abends in die Kneipe kam, wagte ick kaum, zu dem stillen Mann hinüberzusehen. Ich schämte mich und wurde roth wie ein ertappter Lügner, als ich ihm schüchtern Guten Abend bot. Er grüßte freundlich wieder. Ja. er lächelte sogar, was er sonst nie that. Es war kein spöttisches, es war ein liebenswürdiges, verbindliches Lächeln. Dann standen Northern Pacific ein paar Tage, und dann gingcn sie wieder herunter. Diesmal gl-:ch um zwei Procent. Und dann sielen sie nicht mehr; sie jstürzten. In der Verwaltung der Gesellschaft waren nämlich Unregelmäßigkeiten vorgekommen von einer Großartigkeit, ivie sie nur in den Vereinigten Staaten von Nordamerika möglich ist. Ich mied mein Stammlokal wie ein Aussätziger. Führte mich der gerade Weg durch die Straße, wo es lag. so machte ich einen Umweg, nur, um nicht mit dem unglückseligen Northern Pacisic - Manne zusammen zu kommen. Ich schwor mir zui niemals wieder eine Meinung zu äußern ohne de.: Zusatz: aber das ist meine höchste persönliche Meinung" oder: einen Natk will ich nicht ertheilt haben." Zerknirscht war ich wie ein reuiger Verbrecher, geknickt in meinem innersten Wlsen." Mir hätte nicht schlimmer zu ÄtUthe sein können, wenn ich die hunderttausend Mark selber verloren hätte. Denn das stand bei mir fest: der Unglücks- und vertrauensselige Herr Faöius konnte mit seinen Northern Pacific ß'.hcft die Wände tapeziren. Monate vergingen, che ich dmMuth fand, meine Kneipe wieder rufzusuchen. Man begrüßte mich mit Halloh und Hurrah. Man bestürmte mich mit Fragen, wo ich so lange gesteckt hätte, ob ich krank, ob ich verröist gewesen wäre. Ich warf einen schüch kernen Blick in die Ecke, wo srüh:r der Northern Pacific - Mensch zu sitzen pflegte: früher, als es ihm noch gut ging, als er noch nicht sein hauen zu mir mit seinem Vermögen zu bezahlen gehabt. Nun, er saß wieder da. der Mann, der mein armes Gewissen mit dem niederdrückenden Gewicht von hunderttausend Mark belastet .hatte. Gott sei Dank! Er sah noch cnständig aus. Sein Aeußeres machte noch keinen reduzirten Eindruck. Und die Stätte seines Unglücks haßte er also nicht. Was war daZ? Er neigte den grauen Kopf. Der Gruß galt mir! Er lächelte sogar. Es war das zweite Mal, daß ich den ernsten Mann lächeln sah. Er lächelte mit einem beinahe herzlichen Ausdruck, wie mir schien. Es traf sich, daß meine Bekannten bald aufbrachen. Ich blieb allein zurück an meinem Tische. Herr Fabius saß noch immer in seinem Winkel. Ich hatte das Gefühl, als ob ich ihn um Entschuldigung bitten müßte. Ich wollte ihm sagen, daß da Zufälle mitgespielt haben, die außerhalb desKreises meiner Berechnung lagen. Aber allerdings: ich hätte meine Meinung mit Vorsicht, nicht so so siegesgewiß aussprechen müssen. Ich hätte ihn darauf hinweisen müssen, daß an der Börse Alles möglich sei, und nirgend wo anders in dem Maße das Sprichwort gelte: heute roth, morgen todt. Während ich mir noch überlegte, was ich ihm alles sagen wollte, wurde ich plötzlich angesprochen. Er war es selber. Er reichte mir die Hand, schlltZelte die meine und sprach: Ich wollte mich schon immer bei Ihnen bedanken. Aber Sie kamen ja nicht." .Bedanken?" fragte ich erstaunt. Wofür?" Der Mann war entweder verrückt, oder er machte sich über mich lustig. ' i

WissenSie denn nicht mehr?" sagte er. Sie haben mir doch vor etwa drei Monaten Rath ertheilt." Rath ertheilt " entgegnete ich scharf, habe ich nicht. Ich habe nur meine Meinung geäußert. Allerdings in einer Form " fügte ich beschämt hinzu die einen Laien wohl veranlassen könnte, die Meinung des Börsenmannes zu seiner eigenen zu machen. Sie glauben nicht, wie sehr ich bedaure " Er ließ mich nicht ausreden. Ob Rath oder Meinung." sprach er; Ihnen verdanke ich, daß ich heute hunderttausend Mark mehr im Vermögen habe." Ja aber ich verstehe nicht," entgegnete ich und faßte mir nach dem Kopfe; soviel ich weiß, habe ichJhnen doch gesagt, daß man Northern Pacific behalten müsse!" Das haben Sie." Und gleich daraus sind Northern Pacific gefallen, gestürzt und mit einer

Rapidität gestürzt, daß Einem Hören

und Sehen vergingen. Das sind sie." Ich lächelte ihm blödsinnig in's Ge sich!.

Sie sagten mir," fuhr er fort, man müsse Northern Pacific behalten. Ich habe dann auch gleich am nächsten

Tage alles, was ich von diesen ooersau len Papieren hatte, verkauft."

Herr!" rief ich empört, hielten

Sie mich denn für einen Hans Narr?

Machte lch denn einen so stupiden Ern

druck auf 'Sie, daß Sie das gerade Gegentheil von dem, was ich Ihnen

sagte, für richtig hielten?

Sie sind mir böse," sprach er be-

trübt. Sehen Sie: so ging es mir mit meinen besten Freunden. Ich

fragte sie um Rath, und wenn ich dann

daS Gegentheil that, dann wurden sie böse und wollten nicht mehr mit mir

verkehren. Sie haben mich alle ver

lassen, alle. Und ich wollte doch Nie mand kränken." Ja, aber sehen Sie denn nicht ein

fragte ich. daß Ihr Verhalten die Leute erbittern muß? Weshalb thun

Sie das Gegentheil von dem, was man Yfmon rAthl

V V j Das ist ein Aberglaube von mir erwiderte er ernsthaft, ein festgewur zelter und wohlerprobter Aberglaube

Ich sollte doch aber meinen, sprach

ich, wenn Tkhnen Sachverständige mit ihrem Rathe nach bestem Wissen und Gewissen an die Hand gehen, dann ist

es mehr als leichtsinnig, grade das

Gegentheil zu thun." Sie sehen ja!" entgegnete er tro cken.

Nun ja." sagte ich und schämte mich. Ausnahmen können vorkom-

men. Aber im allgemeinen Das ist das Merkwürdige," unter

brach er mich. Ob es mir allein so

geht, ob grade mich der Himmel dazu

ausersehen hat, wieder und immer wie der die Wahrheit des Wortes zu erpro ben, daß des Menschen Wissen Stück

werk ist: ich habe mich fast stets bei

meiner Methode wohl befunden.

Seltsam," sagte ich. sehr. seltsam!

Was für Erfahrungen muß ein ernst

hafter und vernünftiger Mensch gemacht haben, wenn er von solchem Mißtrauen erfüllt ist. daß er wahllos

das Gegentheil thut von dem, was an-

dere für richtig halten!

Er sah mich an mit einem langen Blick. Dann bewegte er langsam den

Kopf auf und nieder und sprach:

Kommen Sie in meine Ecke. Ich bin Ihnen Revanche schuldig für mein

Mißtrauen. Sie sollen mein Ver

trauen haben. Vielleicht verstehen Sie mich und verzeihen mir, wenn Sie

boren, wie es mir ergangen ist.

Ich setzte mich mit an seinen Tisch,

und er begann: . Ich war etwa dreißig Jahre alt. Mein Vater war ein bejahrter Mann; er hatte keinen sehnlicheren Wunsch. als daß ich mir vor seinem Ende noch ein Weib nehme. Ich hätte ihm gern den Gefallen gethan; aber ich wußte nicht recht, wen ich heirathen sollte. Mein Herz gehörte damals zwei jungen Damen. Beiden war ich gleichmäßig gewogen, und so verschieden sie auch Äaren, so hielt ich doch jede von Beiden für werth, Leben und Gut mit mir zu theilen. Sie müssen nämlich wissen, mein Vater war ein reicher Mann, ich war sein einziger Sohn: also was man eine gute Partie nennt. Die eine meiner Auserwählten war gleichfalls eine gute Partie: sie war reich, fehr reich und schön, sehr schön meine Klarisse; eine königlicheErscheinung, auf Bällen, im Theater umlagert, umschwärmt, umworben. Und wie eine Königin ihre Unterthanen. so behandelte 'sie die Männer: von oben herab, kühl unendlich kühl. Mich reizte diese kühle Unnahbarkeit. Mich reizte der Versuch, das Eis zu brechen; ich spielte mit dem Gedanken: die Sonne sollte ick sein, welche aus in A Mother's Darling. Syrnpathy is best shown when prao tically applied. Thcrefore, when your baby is Eiisserine srom summer com-

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vorzaubert.

?Z,s? Keiiible verbmderten aber

nicht, daß sich mein Herz gleichzeitig

mit einem Mädchen deschastigle. mi ches weniger kühl und weniger reich

war als meine ttlcmc. ic war 10gar arm, meine Thea; der Vater war Beamter gewesen und die Mutter hatte

auch nichts. Nun. ich war m oer glücklichen Lage, den Geldpunkt nicht berücksichtigen zu brauchen. Thea war in jeder Beziehung das Gegentheil von larZsse. und es war mir selber räth-

selhast, wie diese zwei Seelen in meiner

Brust gleichzeitig woynen ionnien ttfiprt nämlick war ein zierliches, fanf

tes Wesen; unter schwarzen Locken

blickten tiefblaue Äugen yervor, m

denen sich eine romantische und leiden

schaftliche Seele spiegelte. Bei Klarisse war alles Würde: bei Thea alleö Gefühl. Klarisse ließ sich huldigen, und wehe dem Mann, der ihrer Gottheit zu nahe getreten wäre! Thea war ein sehnsüchtiges Menschenkind, und wohl dem Mann, dem sie sich hinqeaeben hätte! Nie schenkte mir Kla

risse ein Zeichen ihrer Gunst. Thea '!..,... P n . ' rw.r 'r

ocoacnie irncg oji mix 'aujincmamni ten, die ihrer sinnigen Art entsprachen. Der Geldbeutel schien mir weniger als Verstand und Gemüth dabei betheiligt

zu sein. -

Also Klarisse und Thea, Thea und Klarisse wohnten fi;eundnachbarlich in meinem Herzen. Kammer an Kammer. Bald trat diese stärker in den vermochte die andere dauernd zu ver-

drängen. Dieses Doppelspiel dauerte Monate lang. Ich nahm es hin als

ein Phänomen, als em Ding, für daS man keine Erklärung hat. Venus

war Mir zur Zwlllmasgottyeit aewor

den. Die Zeit verrann und mahnte

mich, einen Entschluß zu fassen. Ent

schlüsse waren nie meine Sache. Ich

war immer ein Zauderer und verdiente den Namen Eunctator mit größerem

Necht als mein römischer Namensvet ter, wenngleich ich mit meinem Zau

dern weder eine Schlacht, noch sonst

etwas aewonnen habe. Da mem Va

ter ein weltkluaer Mann war. der es

gewiß gut mit mir meinte, so trug ich

ihm den Fall vor und fragte lyn um

Nath. Er sagte:

Ich kenne Thea nicht, und ich kenne

Klarisse nicht. Jede von ihnen habe

ich nur einmal fluchtig gesehen. Aber ich kenne Klarissens Vater und Theas Mutter. Und da rathe ich Djr denn mein Junge, Heirathe Klarisse, wenn Du sie kriegen kannst. -Ich sage dag

Nicht, weil ich mir eme reiche Schwie

czertochter wünsche, sondern weil ich

wünsche, van Du glücklich wirst. Kla

risse ist in der Lage, nach ihrer Wahl heirathen zu können. Sie wird einen Mann wählen, den sie gern hat. Ein

anderes Mädchen dagegen wird da rauf bedacht sein, ihre Lage zu ver

bessern. Sie wird danach trgchten,

einen reichen Mann zu kelrathen."

Ich bat meinen Vater, Thea nicht für charakterlos zu halten; sie würde mich nicht heirathen, wenn sie mich nicht gern hat sagte ich ihm. Gewiß, mein Junge." sprach mein Vater, davon bin ich überzeugt. Aber aber: das Geld ist eine Macht, und oft dann am meisten, wenn man es am

wenigsten denkt: ganz im Geheimen.

ganz unmerklich beeinfluß cs zit Mei nung; es setzt die Vorzüge seines Be

sikers in helleres Licht, und manchen

Fehler deckt es gnädig zu. Theas

kleme Aufmerksamkelten kommen ge

wiß von Herzen. Aber sind sie ein vollgiltiger Beweis für ihre Liebe? Steht nicht auch sie unbewußt unter der Macht des Geldes? Und weißt

Du denn, wie viele dieser Aufmerk samkeiten ihre Mutter, die Kanzleirä

thin. auf dem Gewissen hat? Die

Liebenswürdigkeit dieser wackeren Frau und Mutter ist zu groß, um wahr zu sein. Sie geht uns Beiden um den Bart. Ich kann mit ihr reden.

wovon ich will: immer kommt sie auf

Dich zu sprechen und hebt Dich in den

Himmeln Und wenn sie , mit Dir spricht, da sagt sie Dir alles Schöne

und Gute von mir. Set überzeugt: wären wir selbst die Prachtkerle, als

die sie uns hinstellt, sie würde doch alle die schöne Worte sparen, wenn sie

nicht die Absicht hätte, für ihre Toch.

ter einen reichen Mann zu angeln. Ich

nehm s ihr keinen Moment übel. Das ist ihre Mutterpflicht. Und wenn Thea

Dich lieb hat. dann bedanke Dich dafür

in erster Linie bei der Frau Kanzlei-

rath. Die hat ihrer Tochter so viel Treffliches von Dir vorgeschwatzt, daß

Thea schon um dieser Trefflichkeiten

willen das günstigste Vorurtheil haben muß. Ja. ja. mein Sohn, wer reich ist. muk mißtrauisch sein. Er kann

nie wissen, ob man ihm oder seinem

Gelde den Hof macht. Und wenn er

ein armes Madchen freit und er hat

keinen vollgiltigen Beweis dafür, daß

das Mädchen ihn meint, dann kann t getrost annehmen, sie meint sein Portemonnaie." Monate lang wartete ich auf den vollgiltigen Beweis, obgleich ich keine rechte Vorstellung davon hatte, wie ein vollgiltiqer Beweis beschaffen sein mußte. Drei Einladungen, welche mir Theas Mutter in kurzen Zwischenräuwen schickte zum Mittagessen, zum Thee und zum Abendbrot lehnte ich rundweg ab. Ein Kalender in Herzform, welcher unter jedem Monatsnamen Gedichtchen aus Theas Feder enthielt und mit natürlichen Rosen imd Vergißmeinnicht, garnirt war. wanderte in's Feuer. So mißjrauisch war ich. Nach langer Zeit es waren Wochen verstrichen, in denen Thea und ihre Mutter nichts von sich hatten hören lassen ging ich wieder zu ihnen. Thea war nicht bleicher als sonst. Sie hatte keine verweinten Augen. Sie klagte weder über Schlaflosigkeit noch über Mangel an Appetit, und einen Selbstmordversuch hatte sie aucb nicht aemackt. sonst p'äiit es wohl

f.

in der Zeitung gestanden. Daß sie lieb und nett war und ihre blauen Augen oft und lange auf mir ruhen ließ, war

doch schließlich kein vougittiger e weis!

Mein Schicksal war entschieden.

Qänart durste ick nickt zoaern. wenn

ich mir nicht die vielumworbene Kla risse entaeben lassen wollte. Ich hiel

fipi ibrem Vater um ihre Hand an.

Er empfing mich mit offenen Armen.

Er versicherte mir. Da& icy icyon langst n erster Stelle voraemerkt sei. Das

habe er meinem Vater als langjähri

er Geschäftsfreund versprechen mus

en.

Alle Anderen svrack er. .fallen

. . - .

Mit ihrer Forderung auö. Sie sollen

oesrieoigt werden. In der Freude meines Herzens lackte ick über die Gesckmacklossakeit

Die Flitterwochen verlebte ich in Italien. Die litterwocken . . Als

wir in Rom waren, erhielten wir die

Nachricht, daß sich eine Freundin Kla rissen verlobt babe.

Wohl eine Neigungssache!" sagte

icy; oenn ich hatte die beiden Leutchen oft zusammen gesehen und beobachtet. Klarisse zuckte die Achseln. Das that sie gewöhnlich, wenn sie Spott oder Ironie oder mitleidige Verachtung zum Ausdruck bringen wollte und es nicht

der Muhe für werth hielt, mir zu ant Worten.

Ja. weshalb soll es denn keine Nei-

gungssache sein?" fragte ich etwas

gereizt. Vas Madchen ist a doch reich, kann also nach ihrer Wahl heira-

then. Ja. wenn sie arm wäre und

darauf angewiesen, einen reichenMann au nehmen! Denn wenn ein Reicher

ein armes Mädchen nimmt und er hat keinen vollgiltigen Beweis dafür, daß

sie ihn meint, dann kann er getrost annehmen, sie meint sein Portemonnaie. Aber so wo sie Beide Geld habenDu bist naiv." sagte Klarisse und zoa verächtlich die Brauen in die 5)öbe.

Niemand ist mehr darauf angewiesen.

reich zu heirathen. als ein Madchen, bas.Gkld hat. Ein armes Mädchen wird auch fertig, wenn es einen armen Kerl heirathet. Sie ist an die arme Wirtbsckaft aewobnt und kennt es

nicht besser. Heirathet aber ein reiches Mädchen einen Habenichts, dann heißt es: auf Bequemlichkeiten und Annehmlichkeiten verzichten. Denn ist

die Mitgift auch noch so groß, man mun ssck einschränken, auf liebaewor-

dene Gewohnheiten verzichten! Papa

sagte immer: Nur. keinen armen Mann. Klarisse! Von der Liebe kann

man nicht lebend Du hast Dich selber noch,so amüsirt, wie er sagte: Reich

und reich gesellt sich gern. Ich bestatiate. daß -ihr Vater ein

witziger Mensch sei. Damals dachte ichviel an Thea. Wir waren im schönen Land Italien.

im wunderschönen Mottrt. Mai. noch

dazu, u. ich fror. Wir fuhren nach dem Korso auf dem Monte Pincio. und wir saßen unter Palmen und Mnrtben auf

dem Palatin. Wir wandelten auf

den Ruinen m Garten voll der üppigsten Sonnenvracht. und wir ritten

durch die schattenlose Via Appia. Wir

standen aus Schloßterrassen und sahen auf die sonnendurckalllbte Camvaana.

Ueber allem wölbte sich der blaueste

Himmel und aus den uralten Trummern des Forums zauberte die Sonne

Blumen hervor. Und ich fror. Denn

an memer Seite war em lebendiger Eisberg. Und ich Schwächling hatte Mich vermessen, die Sonne sein zu wol-

len. die dieses Eis durchbrechen sollte

Kalt blieb sie gegen mich, kalt aeaen

Rom und aeaen alles. Blasirt war

sie. blasirt und glacirt durch und

durch vereist. Ich dachte: wäre Thea an meiner Seite, dann könnte ich wie

der warm werden. Denn es schien mir, als ob ich selber die Fähigkeit zum Genuß, die Kraft zur Freude verloren hätte. Das waren Flitterwochen! Da

yfltte ich vleArme verschmäht, um nicht des Geldes weaen aenommen m wer

den, nun hatte Mich die Reiche gerade

des Geldes wegen genommen. Wer hatte denn Recht? . Mein Vater oder meine Frau? Oder hatten sie beide

Recht und durfte also ein junger

'!ann. der Geld hatte, überhaupt nicht

heirathen? Heute weiß ich dak sie beide Un

recht hatten, und daß ich mir das Glück meines Lebens verscherzt habe, indem

Ich dem Rath meines Vaters folgte, an statt das gerade Geaentbeil m thun

Wie kann man überhauvt so thöricht

sein und eine Regel darüber aufstellen

wollen, ob em reicher Mann ein armes

Madchen oder ob er em reiches Mad chen heirathen soll? Das sah ich ein als es m spät war. Und ick sah fer

ner ein, daß meines Vaters Rath mich allzu mißtrauisch gegen die reiche Klarissa gemacht hatte. Für Thea's Liebe war mir kein Beweis vollgültig genug gewesen; nun hatte ich einen vollgültigen Beweis dafür, daß Klarissa mich

des Geldes wegen gehmathet hatte. Narren, die das Leben in Formeln bannen wollen! Ich habe meinem Vater diese Narrheit nie verziehen. Ein qualvolles Jahr lebte ich mit Klarisse zusammen. Dann gingen wir auseinander. Ein Kind war nicht da: wir ließen unö auf Grund gegenfeitiger Einwilligung scheiden. Ich mußte oft an Thea denken: an ihre sinnige .Gaben, die Geist und Gemüth zu Sjande bracht hatten, an ihre guten, blauen Augen. Ich glauhe, ich wärj glücklich geworden an ihrer Seite; ich hatte Liebe gefunden, nach der ich solche Sehnsucht hatte. Daß man nicht ein doppeltes Lebra führt! Daß man nicht ein anderes Ich neben sich hat. welches alle die Handlungen, die sich als Fehler und Mißgriffe heraussteleri, vermeidet; daß man sein Leben n'icht gleichsam noch einmal abschreiben kann in'ö Reine! ' 'Das Gluck hatte mir die Hand geboten und ich harte sie zurückgestoßen. Durfte ich nun ' nach ihr greifen? Würde Thea den geschie-,

denen Mann nicht von sich weisen ? 3a, ich wollte noch einmal mein Glück versuchen. 3ch.wollte vor sie hintreten und ihr sagen, daß ich mich in meinen Gefühlen irrte, alö ich derAnderen die Hand reichte; daß ich ein qualvolles Jahr erduldet habe, daß ihr liebes Bild wieder' und immer wieder vor meine Seele getreten ist. daß ich mich nach ihr und ihrer Liebe sehne. Ich wollte ihr sagen, daß meine Liebe versuchen würde, wieder gut zu machen, was mein Mißtrauen an ihr gesündigt habe. Ich wollte ihr sagen Gründlich überlegte ich mir alles, was ich meiner Thea sagen wollte, wenn ich ihr nun. nach einer Trennung von sechzehn Monaten vor die Augen treten würde. Sechzehn Monate! So lange hatte ich nichts von ihr gesehen oder gehört. Nach meiner Verlobung mit Klarisse hatte der Verkehr mit Thea und ihrer Mutter von selber aufgehört. Und das war auch gut so. Thea's Anblick hätte mich doch nur wehmüthig gestimmt, die Gefühle der Reue und Bitterkeit nur noch gesteigert. Mein Vater wußte, wie es um mich und mein eheliches Glück bestellt war. Er mußte sich sagen, daß er zum guten Theil mein Unglück mit verschuldet hatte. Daraus erklärte ich mir. weshalb er, als ich ihn mal nach Thea und ihrer Mutter fragte, eine ausweichende Antwort gab und die Rede' auf andere Dinge lenkte. Das Thema war ihm offenbar peinlich. Ich zog ihn nicht in's Vertrauen, nun da ich ein zweites Mal mein Glück versuchte. In einer Sache, wo nur das eigene Gefühl entscheiden darf, sollte kein Mensch mich beeinflussen, am allerwenkasten mein Vater. Eines

Sonntags zog ich den schwarzen Rock an. setzte den Cylinder auf und ging zu ihr. Die Kamleirätbin öffnete -mir

und führte mich in die gute Stube,

Sie oft hatten wir dort zu Dritt gesessen und aevlaudert! 5!ck fand nickt

gleich das rechte Wort., Denn ich hatte . I X. ,.r . ! T.ri--v je. ... t ri-- .

in 114 uii nu vcipracn Mil .yea oorocreitet und nicht mit ihrer Mutter. Verlegen strich ich an meinem schwar-

zen Cylinder. iDe gute Frau kam mir zu Hilfe und sprach:

Ich weiß, was Sie herführt. Herr Fabius."

So?" fragte ich und fühlte mich

proentlich erleichtert durch dieses Entaegenkommen. Und Sie haben nichts dagegen, daß wir durch meine Berganaenheit einen dicken Strich machen und vaß Ihre Thea meine Frau wird?" Wie?" rief sie voller Bestürzung, so wissen Sie also gar nicht " Was? Was soll ich nicht wissen?" fragte ich und merkte, wie mir die ände zitterten.

Da brach die Frau in Thränen aus

und schluchzte: Äaß meine Thea todt ist!"

Als . sie ruhiger-wurde, erzählte sie

datz Thea m's Wasser gegangen war. Ob ich es denn nicht in den Zeitungen gelesen hätte? Ich hatte täglich die Zeitung gelesen. Es war deTag is W f

naaz meiner yoqzett gewesen, vtn diesem Tage aber mußte wohl das Unglück darin gestanden haben, denn

an meinem Hochzeitstage war es ge-. schehen. Da hatte ich nun meinen vollailtiaen Beweis "

Er schwieg und blickte vor sich auf htn ?is,si 'NiilÄ einer Meile sak er

auf und sagte: Sind Sie mir noch

DOtV

Unangenehm: Fürst: Ich

hatte Euch gerne besucht, Ue

be Leute, aber die Mutter mei-

ner Gemahlin " Bür

germeister: Ja, wenn's die Frau Schwiegermutter net leid't, na .is

frelll mr z machen!

Mißverständnis A.: Meine Verlobte ist in Wahrheit reizend! Ein Fuß eine Hand ein Mund ein Auge ...." B.: Jes. sas, nur ein' Fuß, Aug' und eineHand

hat die arm' Person?"

Vom Kinderspielplatz.

Die kleme Hanna: Lern darf ich mit

dem Bubi dort spielen?" Kindsmäd chen: Warum denn gerade mit dem?'

Die kleine Hanna: Er ist so interes-

sant er bat einen Säbel an!

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