Indiana Tribüne, Volume 20, Number 307, Indianapolis, Marion County, 25 July 1897 — Page 9
MM-llhi1Si
kM
Sndiann Tribüne.
ctia
a(
Guter ZZaty. Von Paul Schüler. Er verkehrte in demselben Local wie ich. Er kam Abend für Abend, setzte sich in seine stille Ecke, trank sein Bier und ging wieder weg. Ich kannte ihn nun schon an die zwei Jahre und hatte ihn während dieser ganzen Zeit nur Guten Tag und Adieu sagen hören. Der Kellner redete ihn Herr Fabius" an. Meine Genossen am Stammtisch wußten über ihn keine Auskunft zu geben. Der Eine nannte ihn einen Sonderling, ein Anderer drückte mit dem Finger auf die Stirn. Eines Abends ich saß allein an unserem Tisch sprach er mich an. Ich dachte, mir sollte das Seidel aus der Hand fallen. Sie sind Bankier sprach er. Was halten Sie von Northern Pacisie?" Umständlich war der Mann nicht. Als ich wieder einigermaßen zu mir selbst gekommen war, beantwortete ich seine Frage. Ich hätte eine gute Mei nung für Northern Pacific, erklärte ich ihm. Der Bahnverkehr im nördlichen Amerika nehme von Jahr zu Jahr zu. Die Aktien seien fast beständig gestie gen. Nachtheiliges hatte ich nicht erfahren. Sie meinen also" faßte er mein Naisonnement zusammen man könne Pacific behalten? Ich habe mir nämlich im vorigen Monat für hunderttausend Mark welche angeschafft. Da macht man sich denn wohl hin und wieder Gedanken. Also, Sie meinen " Ich meine sprach ich mit dem Brustton derUeberzeugung, man muß Northern Pacific behalten." Ich danke Ihnen, Herr!" sagte Herr Fabius und verfügte sich in seinen einsamen Winkel. Bereits zwei Tage darauf standen Northern Pacific ein ganzes Procent niedriger. Als ich Abends in die Kneipe kam, wagte ick kaum, zu dem stillen Mann hinüberzusehen. Ich schämte mich und wurde roth wie ein ertappter Lügner, als ich ihm schüchtern Guten Abend bot. Er grüßte freundlich wieder. Ja. er lächelte sogar, was er sonst nie that. Es war kein spöttisches, es war ein liebenswürdiges, verbindliches Lächeln. Dann standen Northern Pacific ein paar Tage, und dann gingcn sie wieder herunter. Diesmal gl-:ch um zwei Procent. Und dann sielen sie nicht mehr; sie jstürzten. In der Verwaltung der Gesellschaft waren nämlich Unregelmäßigkeiten vorgekommen von einer Großartigkeit, ivie sie nur in den Vereinigten Staaten von Nordamerika möglich ist. Ich mied mein Stammlokal wie ein Aussätziger. Führte mich der gerade Weg durch die Straße, wo es lag. so machte ich einen Umweg, nur, um nicht mit dem unglückseligen Northern Pacisic - Manne zusammen zu kommen. Ich schwor mir zui niemals wieder eine Meinung zu äußern ohne de.: Zusatz: aber das ist meine höchste persönliche Meinung" oder: einen Natk will ich nicht ertheilt haben." Zerknirscht war ich wie ein reuiger Verbrecher, geknickt in meinem innersten Wlsen." Mir hätte nicht schlimmer zu ÄtUthe sein können, wenn ich die hunderttausend Mark selber verloren hätte. Denn das stand bei mir fest: der Unglücks- und vertrauensselige Herr Faöius konnte mit seinen Northern Pacific ß'.hcft die Wände tapeziren. Monate vergingen, che ich dmMuth fand, meine Kneipe wieder rufzusuchen. Man begrüßte mich mit Halloh und Hurrah. Man bestürmte mich mit Fragen, wo ich so lange gesteckt hätte, ob ich krank, ob ich verröist gewesen wäre. Ich warf einen schüch kernen Blick in die Ecke, wo srüh:r der Northern Pacific - Mensch zu sitzen pflegte: früher, als es ihm noch gut ging, als er noch nicht sein hauen zu mir mit seinem Vermögen zu bezahlen gehabt. Nun, er saß wieder da. der Mann, der mein armes Gewissen mit dem niederdrückenden Gewicht von hunderttausend Mark belastet .hatte. Gott sei Dank! Er sah noch cnständig aus. Sein Aeußeres machte noch keinen reduzirten Eindruck. Und die Stätte seines Unglücks haßte er also nicht. Was war daZ? Er neigte den grauen Kopf. Der Gruß galt mir! Er lächelte sogar. Es war das zweite Mal, daß ich den ernsten Mann lächeln sah. Er lächelte mit einem beinahe herzlichen Ausdruck, wie mir schien. Es traf sich, daß meine Bekannten bald aufbrachen. Ich blieb allein zurück an meinem Tische. Herr Fabius saß noch immer in seinem Winkel. Ich hatte das Gefühl, als ob ich ihn um Entschuldigung bitten müßte. Ich wollte ihm sagen, daß da Zufälle mitgespielt haben, die außerhalb desKreises meiner Berechnung lagen. Aber allerdings: ich hätte meine Meinung mit Vorsicht, nicht so so siegesgewiß aussprechen müssen. Ich hätte ihn darauf hinweisen müssen, daß an der Börse Alles möglich sei, und nirgend wo anders in dem Maße das Sprichwort gelte: heute roth, morgen todt. Während ich mir noch überlegte, was ich ihm alles sagen wollte, wurde ich plötzlich angesprochen. Er war es selber. Er reichte mir die Hand, schlltZelte die meine und sprach: Ich wollte mich schon immer bei Ihnen bedanken. Aber Sie kamen ja nicht." .Bedanken?" fragte ich erstaunt. Wofür?" Der Mann war entweder verrückt, oder er machte sich über mich lustig. ' i
WissenSie denn nicht mehr?" sagte er. Sie haben mir doch vor etwa drei Monaten Rath ertheilt." Rath ertheilt " entgegnete ich scharf, habe ich nicht. Ich habe nur meine Meinung geäußert. Allerdings in einer Form " fügte ich beschämt hinzu die einen Laien wohl veranlassen könnte, die Meinung des Börsenmannes zu seiner eigenen zu machen. Sie glauben nicht, wie sehr ich bedaure " Er ließ mich nicht ausreden. Ob Rath oder Meinung." sprach er; Ihnen verdanke ich, daß ich heute hunderttausend Mark mehr im Vermögen habe." Ja aber ich verstehe nicht," entgegnete ich und faßte mir nach dem Kopfe; soviel ich weiß, habe ichJhnen doch gesagt, daß man Northern Pacific behalten müsse!" Das haben Sie." Und gleich daraus sind Northern Pacific gefallen, gestürzt und mit einer
Rapidität gestürzt, daß Einem Hören
und Sehen vergingen. Das sind sie." Ich lächelte ihm blödsinnig in's Ge sich!.
Sie sagten mir," fuhr er fort, man müsse Northern Pacific behalten. Ich habe dann auch gleich am nächsten
Tage alles, was ich von diesen ooersau len Papieren hatte, verkauft."
Herr!" rief ich empört, hielten
Sie mich denn für einen Hans Narr?
Machte lch denn einen so stupiden Ern
druck auf 'Sie, daß Sie das gerade Gegentheil von dem, was ich Ihnen
sagte, für richtig hielten?
Sie sind mir böse," sprach er be-
trübt. Sehen Sie: so ging es mir mit meinen besten Freunden. Ich
fragte sie um Rath, und wenn ich dann
daS Gegentheil that, dann wurden sie böse und wollten nicht mehr mit mir
verkehren. Sie haben mich alle ver
lassen, alle. Und ich wollte doch Nie mand kränken." Ja, aber sehen Sie denn nicht ein
fragte ich. daß Ihr Verhalten die Leute erbittern muß? Weshalb thun
Sie das Gegentheil von dem, was man Yfmon rAthl
V V j Das ist ein Aberglaube von mir erwiderte er ernsthaft, ein festgewur zelter und wohlerprobter Aberglaube
Ich sollte doch aber meinen, sprach
ich, wenn Tkhnen Sachverständige mit ihrem Rathe nach bestem Wissen und Gewissen an die Hand gehen, dann ist
es mehr als leichtsinnig, grade das
Gegentheil zu thun." Sie sehen ja!" entgegnete er tro cken.
Nun ja." sagte ich und schämte mich. Ausnahmen können vorkom-
men. Aber im allgemeinen Das ist das Merkwürdige," unter
brach er mich. Ob es mir allein so
geht, ob grade mich der Himmel dazu
ausersehen hat, wieder und immer wie der die Wahrheit des Wortes zu erpro ben, daß des Menschen Wissen Stück
werk ist: ich habe mich fast stets bei
meiner Methode wohl befunden.
Seltsam," sagte ich. sehr. seltsam!
Was für Erfahrungen muß ein ernst
hafter und vernünftiger Mensch gemacht haben, wenn er von solchem Mißtrauen erfüllt ist. daß er wahllos
das Gegentheil thut von dem, was an-
dere für richtig halten!
Er sah mich an mit einem langen Blick. Dann bewegte er langsam den
Kopf auf und nieder und sprach:
Kommen Sie in meine Ecke. Ich bin Ihnen Revanche schuldig für mein
Mißtrauen. Sie sollen mein Ver
trauen haben. Vielleicht verstehen Sie mich und verzeihen mir, wenn Sie
boren, wie es mir ergangen ist.
Ich setzte mich mit an seinen Tisch,
und er begann: . Ich war etwa dreißig Jahre alt. Mein Vater war ein bejahrter Mann; er hatte keinen sehnlicheren Wunsch. als daß ich mir vor seinem Ende noch ein Weib nehme. Ich hätte ihm gern den Gefallen gethan; aber ich wußte nicht recht, wen ich heirathen sollte. Mein Herz gehörte damals zwei jungen Damen. Beiden war ich gleichmäßig gewogen, und so verschieden sie auch Äaren, so hielt ich doch jede von Beiden für werth, Leben und Gut mit mir zu theilen. Sie müssen nämlich wissen, mein Vater war ein reicher Mann, ich war sein einziger Sohn: also was man eine gute Partie nennt. Die eine meiner Auserwählten war gleichfalls eine gute Partie: sie war reich, fehr reich und schön, sehr schön meine Klarisse; eine königlicheErscheinung, auf Bällen, im Theater umlagert, umschwärmt, umworben. Und wie eine Königin ihre Unterthanen. so behandelte 'sie die Männer: von oben herab, kühl unendlich kühl. Mich reizte diese kühle Unnahbarkeit. Mich reizte der Versuch, das Eis zu brechen; ich spielte mit dem Gedanken: die Sonne sollte ick sein, welche aus in A Mother's Darling. Syrnpathy is best shown when prao tically applied. Thcrefore, when your baby is Eiisserine srom summer com-
i plaint, diarrhoea, or dysentery, 8how
practical syropatliy by giving hhn Dr. John W. Uull's Baby Symp. Mrs. It. II. Chappcll, Ilomcville, Va., !s very emphatie in her commendaüon of this vronderful remedy. She says: "Ithink there is no medicine like Pr. BulTs Baby Syrup for babies. I would as eoon think of raising them without bread to cat, as to dispense with Bull'8 Baby Syrup for them." ThU efficacious renieJy !s indispensable to mothers; it is sold by all dealers for only 25 cents a bottle. Take no öfter preparation, but buy Dr.John W.BuiTa JJaby Syrup; nothing eise can tako it place Zu Haben bei: John D. Gauld, 201 Jndiana Ave. I. W. Örtjan, Illinois & Jacksen Gwurt,
dem winterstarren Vooen SölurnW her
vorzaubert.
?Z,s? Keiiible verbmderten aber
nicht, daß sich mein Herz gleichzeitig
mit einem Mädchen deschastigle. mi ches weniger kühl und weniger reich
war als meine ttlcmc. ic war 10gar arm, meine Thea; der Vater war Beamter gewesen und die Mutter hatte
auch nichts. Nun. ich war m oer glücklichen Lage, den Geldpunkt nicht berücksichtigen zu brauchen. Thea war in jeder Beziehung das Gegentheil von larZsse. und es war mir selber räth-
selhast, wie diese zwei Seelen in meiner
Brust gleichzeitig woynen ionnien ttfiprt nämlick war ein zierliches, fanf
tes Wesen; unter schwarzen Locken
blickten tiefblaue Äugen yervor, m
denen sich eine romantische und leiden
schaftliche Seele spiegelte. Bei Klarisse war alles Würde: bei Thea alleö Gefühl. Klarisse ließ sich huldigen, und wehe dem Mann, der ihrer Gottheit zu nahe getreten wäre! Thea war ein sehnsüchtiges Menschenkind, und wohl dem Mann, dem sie sich hinqeaeben hätte! Nie schenkte mir Kla
risse ein Zeichen ihrer Gunst. Thea '!..,... P n . ' rw.r 'r
ocoacnie irncg oji mix 'aujincmamni ten, die ihrer sinnigen Art entsprachen. Der Geldbeutel schien mir weniger als Verstand und Gemüth dabei betheiligt
zu sein. -
Also Klarisse und Thea, Thea und Klarisse wohnten fi;eundnachbarlich in meinem Herzen. Kammer an Kammer. Bald trat diese stärker in den vermochte die andere dauernd zu ver-
drängen. Dieses Doppelspiel dauerte Monate lang. Ich nahm es hin als
ein Phänomen, als em Ding, für daS man keine Erklärung hat. Venus
war Mir zur Zwlllmasgottyeit aewor
den. Die Zeit verrann und mahnte
mich, einen Entschluß zu fassen. Ent
schlüsse waren nie meine Sache. Ich
war immer ein Zauderer und verdiente den Namen Eunctator mit größerem
Necht als mein römischer Namensvet ter, wenngleich ich mit meinem Zau
dern weder eine Schlacht, noch sonst
etwas aewonnen habe. Da mem Va
ter ein weltkluaer Mann war. der es
gewiß gut mit mir meinte, so trug ich
ihm den Fall vor und fragte lyn um
Nath. Er sagte:
Ich kenne Thea nicht, und ich kenne
Klarisse nicht. Jede von ihnen habe
ich nur einmal fluchtig gesehen. Aber ich kenne Klarissens Vater und Theas Mutter. Und da rathe ich Djr denn mein Junge, Heirathe Klarisse, wenn Du sie kriegen kannst. -Ich sage dag
Nicht, weil ich mir eme reiche Schwie
czertochter wünsche, sondern weil ich
wünsche, van Du glücklich wirst. Kla
risse ist in der Lage, nach ihrer Wahl heirathen zu können. Sie wird einen Mann wählen, den sie gern hat. Ein
anderes Mädchen dagegen wird da rauf bedacht sein, ihre Lage zu ver
bessern. Sie wird danach trgchten,
einen reichen Mann zu kelrathen."
Ich bat meinen Vater, Thea nicht für charakterlos zu halten; sie würde mich nicht heirathen, wenn sie mich nicht gern hat sagte ich ihm. Gewiß, mein Junge." sprach mein Vater, davon bin ich überzeugt. Aber aber: das Geld ist eine Macht, und oft dann am meisten, wenn man es am
wenigsten denkt: ganz im Geheimen.
ganz unmerklich beeinfluß cs zit Mei nung; es setzt die Vorzüge seines Be
sikers in helleres Licht, und manchen
Fehler deckt es gnädig zu. Theas
kleme Aufmerksamkelten kommen ge
wiß von Herzen. Aber sind sie ein vollgiltiger Beweis für ihre Liebe? Steht nicht auch sie unbewußt unter der Macht des Geldes? Und weißt
Du denn, wie viele dieser Aufmerk samkeiten ihre Mutter, die Kanzleirä
thin. auf dem Gewissen hat? Die
Liebenswürdigkeit dieser wackeren Frau und Mutter ist zu groß, um wahr zu sein. Sie geht uns Beiden um den Bart. Ich kann mit ihr reden.
wovon ich will: immer kommt sie auf
Dich zu sprechen und hebt Dich in den
Himmeln Und wenn sie , mit Dir spricht, da sagt sie Dir alles Schöne
und Gute von mir. Set überzeugt: wären wir selbst die Prachtkerle, als
die sie uns hinstellt, sie würde doch alle die schöne Worte sparen, wenn sie
nicht die Absicht hätte, für ihre Toch.
ter einen reichen Mann zu angeln. Ich
nehm s ihr keinen Moment übel. Das ist ihre Mutterpflicht. Und wenn Thea
Dich lieb hat. dann bedanke Dich dafür
in erster Linie bei der Frau Kanzlei-
rath. Die hat ihrer Tochter so viel Treffliches von Dir vorgeschwatzt, daß
Thea schon um dieser Trefflichkeiten
willen das günstigste Vorurtheil haben muß. Ja. ja. mein Sohn, wer reich ist. muk mißtrauisch sein. Er kann
nie wissen, ob man ihm oder seinem
Gelde den Hof macht. Und wenn er
ein armes Madchen freit und er hat
keinen vollgiltigen Beweis dafür, daß
das Mädchen ihn meint, dann kann t getrost annehmen, sie meint sein Portemonnaie." Monate lang wartete ich auf den vollgiltigen Beweis, obgleich ich keine rechte Vorstellung davon hatte, wie ein vollgiltiqer Beweis beschaffen sein mußte. Drei Einladungen, welche mir Theas Mutter in kurzen Zwischenräuwen schickte zum Mittagessen, zum Thee und zum Abendbrot lehnte ich rundweg ab. Ein Kalender in Herzform, welcher unter jedem Monatsnamen Gedichtchen aus Theas Feder enthielt und mit natürlichen Rosen imd Vergißmeinnicht, garnirt war. wanderte in's Feuer. So mißjrauisch war ich. Nach langer Zeit es waren Wochen verstrichen, in denen Thea und ihre Mutter nichts von sich hatten hören lassen ging ich wieder zu ihnen. Thea war nicht bleicher als sonst. Sie hatte keine verweinten Augen. Sie klagte weder über Schlaflosigkeit noch über Mangel an Appetit, und einen Selbstmordversuch hatte sie aucb nicht aemackt. sonst p'äiit es wohl
f.
in der Zeitung gestanden. Daß sie lieb und nett war und ihre blauen Augen oft und lange auf mir ruhen ließ, war
doch schließlich kein vougittiger e weis!
Mein Schicksal war entschieden.
Qänart durste ick nickt zoaern. wenn
ich mir nicht die vielumworbene Kla risse entaeben lassen wollte. Ich hiel
fipi ibrem Vater um ihre Hand an.
Er empfing mich mit offenen Armen.
Er versicherte mir. Da& icy icyon langst n erster Stelle voraemerkt sei. Das
habe er meinem Vater als langjähri
er Geschäftsfreund versprechen mus
en.
Alle Anderen svrack er. .fallen
. . - .
Mit ihrer Forderung auö. Sie sollen
oesrieoigt werden. In der Freude meines Herzens lackte ick über die Gesckmacklossakeit
Die Flitterwochen verlebte ich in Italien. Die litterwocken . . Als
wir in Rom waren, erhielten wir die
Nachricht, daß sich eine Freundin Kla rissen verlobt babe.
Wohl eine Neigungssache!" sagte
icy; oenn ich hatte die beiden Leutchen oft zusammen gesehen und beobachtet. Klarisse zuckte die Achseln. Das that sie gewöhnlich, wenn sie Spott oder Ironie oder mitleidige Verachtung zum Ausdruck bringen wollte und es nicht
der Muhe für werth hielt, mir zu ant Worten.
Ja. weshalb soll es denn keine Nei-
gungssache sein?" fragte ich etwas
gereizt. Vas Madchen ist a doch reich, kann also nach ihrer Wahl heira-
then. Ja. wenn sie arm wäre und
darauf angewiesen, einen reichenMann au nehmen! Denn wenn ein Reicher
ein armes Mädchen nimmt und er hat keinen vollgiltigen Beweis dafür, daß
sie ihn meint, dann kann er getrost annehmen, sie meint sein Portemonnaie. Aber so wo sie Beide Geld habenDu bist naiv." sagte Klarisse und zoa verächtlich die Brauen in die 5)öbe.
Niemand ist mehr darauf angewiesen.
reich zu heirathen. als ein Madchen, bas.Gkld hat. Ein armes Mädchen wird auch fertig, wenn es einen armen Kerl heirathet. Sie ist an die arme Wirtbsckaft aewobnt und kennt es
nicht besser. Heirathet aber ein reiches Mädchen einen Habenichts, dann heißt es: auf Bequemlichkeiten und Annehmlichkeiten verzichten. Denn ist
die Mitgift auch noch so groß, man mun ssck einschränken, auf liebaewor-
dene Gewohnheiten verzichten! Papa
sagte immer: Nur. keinen armen Mann. Klarisse! Von der Liebe kann
man nicht lebend Du hast Dich selber noch,so amüsirt, wie er sagte: Reich
und reich gesellt sich gern. Ich bestatiate. daß -ihr Vater ein
witziger Mensch sei. Damals dachte ichviel an Thea. Wir waren im schönen Land Italien.
im wunderschönen Mottrt. Mai. noch
dazu, u. ich fror. Wir fuhren nach dem Korso auf dem Monte Pincio. und wir saßen unter Palmen und Mnrtben auf
dem Palatin. Wir wandelten auf
den Ruinen m Garten voll der üppigsten Sonnenvracht. und wir ritten
durch die schattenlose Via Appia. Wir
standen aus Schloßterrassen und sahen auf die sonnendurckalllbte Camvaana.
Ueber allem wölbte sich der blaueste
Himmel und aus den uralten Trummern des Forums zauberte die Sonne
Blumen hervor. Und ich fror. Denn
an memer Seite war em lebendiger Eisberg. Und ich Schwächling hatte Mich vermessen, die Sonne sein zu wol-
len. die dieses Eis durchbrechen sollte
Kalt blieb sie gegen mich, kalt aeaen
Rom und aeaen alles. Blasirt war
sie. blasirt und glacirt durch und
durch vereist. Ich dachte: wäre Thea an meiner Seite, dann könnte ich wie
der warm werden. Denn es schien mir, als ob ich selber die Fähigkeit zum Genuß, die Kraft zur Freude verloren hätte. Das waren Flitterwochen! Da
yfltte ich vleArme verschmäht, um nicht des Geldes weaen aenommen m wer
den, nun hatte Mich die Reiche gerade
des Geldes wegen genommen. Wer hatte denn Recht? . Mein Vater oder meine Frau? Oder hatten sie beide
Recht und durfte also ein junger
'!ann. der Geld hatte, überhaupt nicht
heirathen? Heute weiß ich dak sie beide Un
recht hatten, und daß ich mir das Glück meines Lebens verscherzt habe, indem
Ich dem Rath meines Vaters folgte, an statt das gerade Geaentbeil m thun
Wie kann man überhauvt so thöricht
sein und eine Regel darüber aufstellen
wollen, ob em reicher Mann ein armes
Madchen oder ob er em reiches Mad chen heirathen soll? Das sah ich ein als es m spät war. Und ick sah fer
ner ein, daß meines Vaters Rath mich allzu mißtrauisch gegen die reiche Klarissa gemacht hatte. Für Thea's Liebe war mir kein Beweis vollgültig genug gewesen; nun hatte ich einen vollgültigen Beweis dafür, daß Klarissa mich
des Geldes wegen gehmathet hatte. Narren, die das Leben in Formeln bannen wollen! Ich habe meinem Vater diese Narrheit nie verziehen. Ein qualvolles Jahr lebte ich mit Klarisse zusammen. Dann gingen wir auseinander. Ein Kind war nicht da: wir ließen unö auf Grund gegenfeitiger Einwilligung scheiden. Ich mußte oft an Thea denken: an ihre sinnige .Gaben, die Geist und Gemüth zu Sjande bracht hatten, an ihre guten, blauen Augen. Ich glauhe, ich wärj glücklich geworden an ihrer Seite; ich hatte Liebe gefunden, nach der ich solche Sehnsucht hatte. Daß man nicht ein doppeltes Lebra führt! Daß man nicht ein anderes Ich neben sich hat. welches alle die Handlungen, die sich als Fehler und Mißgriffe heraussteleri, vermeidet; daß man sein Leben n'icht gleichsam noch einmal abschreiben kann in'ö Reine! ' 'Das Gluck hatte mir die Hand geboten und ich harte sie zurückgestoßen. Durfte ich nun ' nach ihr greifen? Würde Thea den geschie-,
denen Mann nicht von sich weisen ? 3a, ich wollte noch einmal mein Glück versuchen. 3ch.wollte vor sie hintreten und ihr sagen, daß ich mich in meinen Gefühlen irrte, alö ich derAnderen die Hand reichte; daß ich ein qualvolles Jahr erduldet habe, daß ihr liebes Bild wieder' und immer wieder vor meine Seele getreten ist. daß ich mich nach ihr und ihrer Liebe sehne. Ich wollte ihr sagen, daß meine Liebe versuchen würde, wieder gut zu machen, was mein Mißtrauen an ihr gesündigt habe. Ich wollte ihr sagen Gründlich überlegte ich mir alles, was ich meiner Thea sagen wollte, wenn ich ihr nun. nach einer Trennung von sechzehn Monaten vor die Augen treten würde. Sechzehn Monate! So lange hatte ich nichts von ihr gesehen oder gehört. Nach meiner Verlobung mit Klarisse hatte der Verkehr mit Thea und ihrer Mutter von selber aufgehört. Und das war auch gut so. Thea's Anblick hätte mich doch nur wehmüthig gestimmt, die Gefühle der Reue und Bitterkeit nur noch gesteigert. Mein Vater wußte, wie es um mich und mein eheliches Glück bestellt war. Er mußte sich sagen, daß er zum guten Theil mein Unglück mit verschuldet hatte. Daraus erklärte ich mir. weshalb er, als ich ihn mal nach Thea und ihrer Mutter fragte, eine ausweichende Antwort gab und die Rede' auf andere Dinge lenkte. Das Thema war ihm offenbar peinlich. Ich zog ihn nicht in's Vertrauen, nun da ich ein zweites Mal mein Glück versuchte. In einer Sache, wo nur das eigene Gefühl entscheiden darf, sollte kein Mensch mich beeinflussen, am allerwenkasten mein Vater. Eines
Sonntags zog ich den schwarzen Rock an. setzte den Cylinder auf und ging zu ihr. Die Kamleirätbin öffnete -mir
und führte mich in die gute Stube,
Sie oft hatten wir dort zu Dritt gesessen und aevlaudert! 5!ck fand nickt
gleich das rechte Wort., Denn ich hatte . I X. ,.r . ! T.ri--v je. ... t ri-- .
in 114 uii nu vcipracn Mil .yea oorocreitet und nicht mit ihrer Mutter. Verlegen strich ich an meinem schwar-
zen Cylinder. iDe gute Frau kam mir zu Hilfe und sprach:
Ich weiß, was Sie herführt. Herr Fabius."
So?" fragte ich und fühlte mich
proentlich erleichtert durch dieses Entaegenkommen. Und Sie haben nichts dagegen, daß wir durch meine Berganaenheit einen dicken Strich machen und vaß Ihre Thea meine Frau wird?" Wie?" rief sie voller Bestürzung, so wissen Sie also gar nicht " Was? Was soll ich nicht wissen?" fragte ich und merkte, wie mir die ände zitterten.
Da brach die Frau in Thränen aus
und schluchzte: Äaß meine Thea todt ist!"
Als . sie ruhiger-wurde, erzählte sie
datz Thea m's Wasser gegangen war. Ob ich es denn nicht in den Zeitungen gelesen hätte? Ich hatte täglich die Zeitung gelesen. Es war deTag is W f
naaz meiner yoqzett gewesen, vtn diesem Tage aber mußte wohl das Unglück darin gestanden haben, denn
an meinem Hochzeitstage war es ge-. schehen. Da hatte ich nun meinen vollailtiaen Beweis "
Er schwieg und blickte vor sich auf htn ?is,si 'NiilÄ einer Meile sak er
auf und sagte: Sind Sie mir noch
DOtV
Unangenehm: Fürst: Ich
hatte Euch gerne besucht, Ue
be Leute, aber die Mutter mei-
ner Gemahlin " Bür
germeister: Ja, wenn's die Frau Schwiegermutter net leid't, na .is
frelll mr z machen!
Mißverständnis A.: Meine Verlobte ist in Wahrheit reizend! Ein Fuß eine Hand ein Mund ein Auge ...." B.: Jes. sas, nur ein' Fuß, Aug' und eineHand
hat die arm' Person?"
Vom Kinderspielplatz.
Die kleme Hanna: Lern darf ich mit
dem Bubi dort spielen?" Kindsmäd chen: Warum denn gerade mit dem?'
Die kleine Hanna: Er ist so interes-
sant er bat einen Säbel an!
Thssvor Stein,
Abstracto of Titles,
Ecke Market und Pennsylvania Ctr
The Lemcke,
Suite 229, eine Treppe hoch. Telephon 176.
Jndiauavoli.
Notiz !
Während der Monate Juni, Juli, .August
unv epremver werv.n die vsst stunden der
Indianapolis Gas Co.
No. 58 Süd Pennsylvania Str.,
von 8 Morgens bis 5 Uhr Nachmittags sein, augen,mmen am3.,S.,I'.. II. und 12. jede Monat, wknn sie von 8 Uhr Morgen bitt 0 Uhr Nachmittag (ein werde. , nordnuna deö Präsidenten.
Adolph Frey, fOld Freedom A Klght.)
Xotary Public, Translator,
Correspondent etc. No. 196 Elixabeth Stret. rake Blake St. Car.
Nein MM und r5 rfyVjIwtj' 3a.Äfe1
Nein, nicht weil es warm und angenedm ist, it) . . man von Schmerzen der Muskel, Glieder und kuschen befreit. Sie kommen in Tausenden ron I o r m e n . Aber ja, sie können sicher und schnell in jeder Form geheilt werden im Sommer und Winter durch den Ve
brauch ron .
. . . .
St. Jakobs el dem beste Heilmittel.
53 IN t i G (i I f
Zu viel oder zu wenig. s Wir essen im Sommer häusig zu viel unreife Frucht oder zu wenig reife Frucht und die Folgen sind 5Magcnleiden. Die Hitze hilft noch mit da $9 tem zu schwächen. Dr. August Königes Sambnrger Tropfen
ngulln einen anst' Ordnung gerititni Magen und laue tat geschwächte System clc die ans.
SW V (s l
. .j. jr..r. 4 ? ;vsff Vfö
ms&J
wl
Haus-Nemigmtgszett.
Größte Auswahl von Möbeln, Teppichen, Matten, Noulleaur, EpihenBorhängen und sonstige Artikel, für welche Sie nur fragen mögen, zu den allerbilligsten Preisen. Pickwick BicycleS . . . $33.00. HAUEISEN & HAETMANN, 167 und 169 Ost Washington Str. einen halben Block östlich vom Courthau.
Unterstützt die
l&i
rnmtt nn sir,
ii (Kl um i irr,tn im, . n n
vni.ii ciciiim
betrieben!!, Union WaschSdkHe.
No. 133, 140 und' 142 .Virginia dnue.
8 Q. üomervitts,
Taschen-Messer, Scheeren, Nasir-Messer und Tisch-Bestecke. Die beste Waare zu den niedrigsten preisen. harles .Mayer k 60., 39 & 31 West Washington Straße.
s'smmer-Schule!
Elektrische Fächer. Fahrstuhl. Unterricht im Schonschreiben. Englisch, Stenographie, Buchführung etc. IInclianspott8u8messnlvers!tV When Gebäude. Etablirt 185. tZT Besucher eingeladen. E. G. H E EB. Präsident. Eintagsfliegen f lautesten, aber Schuhe aus gutem Leder gemacht, halten am längsten und diese finden Sie bei JTn. KAE&IL1E, 73 Oft Washington Strafte.
: : Sommer-Schnke für Männer, Frauen und Kinder in größter Auswahl.
V. G. Holland.
E. H Burk, Mgr.
fic IHIoEIaiiiiil UDecoralfiirng Co. vollständiges (ager von Tapeten und . n t
runi.rrelazen Verzierungen. Lincrusta Waltoa Relief Arbeit, FreSco- n. Verzierongömalerei. Die beste Arbeit garantirt. Angebote prompt geliefert. No. 21 Jndiana Avenue. (3n dem Thiel.)
C'
Kgi? lKjT'""' Ml-;. 4
I
Frenzel Broiliers, N. 1 West Washington Strafte, ( Merchants National Bank.)
Ein europäisches Departement. Wechsel, Creditbriefe und Postankei sungen auf alle Städte Europa?. Schisssscheine nach und von Europa. An. und Verkauf ausländischen Geldes.
Ä0W6 Liwing Comp. : Immer noch eine : ezr Union Brauerei.
Unsere beliebten Biere sind rein, schmackhaft, stärkend.
, ' gür den Fachiliengebraxch find besonder folgende Sorten n em.
fehlen, die sämmtlich in glaschen zu beziehen sind ;
Columbia, Malz - Extract und Pale ' Select.
Bestellungen werden nach allen Theilen der Stadt prompt abgeliefert.
T7
Amn
mmh
BRBWII6 CO. r -
TelDhon 1050.
