Indiana Tribüne, Volume 20, Number 307, Indianapolis, Marion County, 25 July 1897 — Page 7

Victoria zu Kaufe. Von Walter Bredow. Em sehr zurückgezogenes Leben la während der letzten Jahrzehnte oi: Kö nigin Victoria, die in diesen Toacn von rauschendem Festeslärmen umgeben ist. geführt; zurückgezogener, als viele ihrer Unterthanen wünschten, r amentlich die Bewohner Londons, die von einem prunkenderen Hofhalte manche Vortheile für Industrie und Gewerbe erhoffen. Aber so klug r"d umsichtig die Herrscherin des britischen Weltreiches ist, und so feinfühlig fr die Schwingungen der Volksseele zu d:uten weiß, ihr privates Leben l,ai sie stets nach ihren Wünschen geleitet und sich wenig um die ihr häufig genug öffentlich ertheilten Mahnungen gkkümmert. Kaum viermal im Jahr kommt die Königin nach London, um Zm Buckingham - Palace iineii Drawing-Noom" abzuhalten; sonst wohnt sie mit Vorliebe in WinV.or, zuweilen auch in Osborne und Balmoral, wenn sie nicht überhaupt cuf Reisen ist und, zumeist in.Süd-Frank reich, im Auslande Erholung sucht. Aber auch schon das Abhalten der Drawing-Rooms" ist oder wird der Königin zuviel, und sie beauftragt meist, nachdem sie den ersten Theil ihrer gesellschaftlich-königlichen Pflicht erledigt, eine der jüngeren Prinzessinren damit, was man der greisen Frau nicht verdenken kann. Denn ein solcher Drawing-Room" ist eine Last für beide Theile, für die Königin wie für die zugelassenen Damen. Man spöttelt immer wieder über diese Empfangsfeierlichkeit und macht sich lustig über ihre Opfer, aber trotzdem die Engländer die ganze Lächerlichkeit und Zwecklosigkeit dieses Ceremoniells einsehen, sind sie doch zu conservativ, um je in eine Abschaffung dieses Empfanges seitens der Königin einwilligen zu wollen. Denn ein solcher Empfang bedeutet für die eingeladenen Damen die Zugehörigkeit zur .Gesellschaft", und man weiß, was das in dem freien Albion sagen will, dem Lande des SnobthumZ, das Thackeray so wundervoll geschildert hat. mit all seinen Albernheiten, Vorurtheilen, KleinlichZeiten. Aber trotzdem drängen sich und werden sich immer wieder die Damen mit heißer Begier zu den Draw-ing-Rooms drängen, werden stundenlang, in den Equipagen ausharren, bis diese in den Schloßhof gelassen werden, werden sich in den Vorzimmern umherdrücken und -stoßen, um endlich in langem Zuge in den Thronsaal zu gelangen und, nachdem sie ihre tiefe Verbeugung gemacht, der Königin oder fceren Stellvertreterin die Hand zu küssen. Dann geht's zum anderen Ende des Saales hinaus, der Wagen wird bestiegen, man ist der heißersehnten Ehie theilhaftig geworden und darf sich nun zu den Bevorzugten der Nation rechnen! Und wenn es wirklich noch eine Auszeichnung wäre! Aber gegen eine stattliche Summe, die zuweilen 20,000 M. und mehr beträgt, findet schließlich jede Dame eine blaudlütige und einflußreiche Lady patro liess, die die Einführung übernimmt und ihren ehrgeizigen Schützling der Königin prasentirt. Daß diese Drawing-Nooms der Königin wenig Vergnügen bereiten, und daß sie einen doch immer mit anderen Empfängen und sonstigen höfischcn Pflichten verbundenen Aufenthalt in London scheut, kann man bei ihrem hohen Alter wohl begreifen. In dem von einem lauschigen, großen Parke umgebenen alterthümlichen Schlosse zu Windsor herrschen Ruhe und Einsamkeit; die Fürstin hat das Schloß, das Wilhelm der Eroberer erbaute, beträchtlich verschönert, und von jeder Reise bringt sie dieses oder jenes Kunstwerk mit. das zur weiteren Ausschmückung dient. Die von der Köniin bewohnten Zimmer tragen ganz den Stempel ihrer Jndividuallität und weisen mancherlei Inschriften von ihrer Hand auf: so liest man an der Thür ihres, rothe Damast-Möbel und -Tapeten enthaltenden Boudoirs: Jedes Stück in diesem Zimmer hat mir mein tiefbetrauerter Gemahl im vierundzwanzigsten Jahre meiner Regierung ausgewählt." Im Lesezimmer. dessen Teppiche. Vorhänge. Zierdeckchen durchweg von der Königin und ihren Töchtern gearbeitet wurden, und das eine große Elsenbeinbüste des verstorbenen Prinz - Gemahls enthält: Während wir den Faden durch den Kan-vas zogen, erfreuten wir unsere Augen zuweilen, indem wir den edelsten aller Gatten und Väter anblick ten." Und im Schlafzimmer, dessen Wände mit herrlichen alten französischen Gobelins bedeckt sind, sieht man unter Glas und Rahmen den ersten Blumenstrauß, den der Prinz-Gemahl der Königin geschenkt hat, sowie ihren Brautkranz. Die Königin erhebt sich in Windsor um 8 Uhr Morgens; nach Einnahme des Frühstücks unternimmt sie eine Spazierfahrt durch den Park in einem leichten Wägelchen, das von einem Esel gezogen wird. Meist wird Jacquot", ein braunerEsel mit einer weißenNase,' dazu genommen, an den sich die Königin so gewöhnt hat. daß er sie auch in'Z Ausland begleiten muß. Zurückgekehrt in das Palais, erledigt die Herrscherin mit ihrem Privatsekretär, Lord Eroß, dem ein deutscher und ein indischerSekretär zur Seite stehen.Staatsgeschäfte und nimmt gegen 1 Uhr das zweite Frühstück ein. Hierauf empfängt sie einige Besuche und führt ih: Tagebuch weiter, worin sie namcn . lich genau all' jene Persönlichkeiten verzeichnet, mit denen sie in Berührung getreten ist. Hinter wie Vielen schon hat sie das Zeichen des Todes, ein Kreuz, machen müssen, und so taufte Kaiser Wilhelm das dickleibige Buch einmal Großmamas Privatfriedhof In der vorgerückten Nachmittagsstunde fährt die Königin, mag daS Wetter auch noch so schlecht sein, in ei-

ner Equipage durch den Park spazirm, in einem der Pavillons oder auch im Wagen selbst trinkt sie den Thee und erledigt, zurückgekehrt, ihre Correspondenz. Bei der zärtlichen Liebe zu all ihren Familienangehörigen und ihrer Genauigkeit in der Beantwortung der Briefe nimmt dies oft manche Stunde in Anspruch. Das Diner wird um halb neun Uhr servirt; stets ist die Tafel mit prächtigen Blumen- und Obstaufsätzen bedeckt; die Königin liebt leidenschaftlich die duftigen Kinder der Flora und neben Rosen, Kamelien. Lilien u. s. w. müssen auch die einfachen Feldblumen zahlreich vertreten sein. Der Chef der Küche ist immer in dem weiß, in Gold gehaltenen Speisesaal anwesend und schneidet das Fleisch an. Bei der Vorliebe der Königin für Fische sind bei dem Menu stets mehrere Fischsorten vertreten, so Lachs, Turbot, Whiting. Dem Weine zieht die Königin meist Whisky mit Wasser vor. Gespeist wird von kostbarem chinesischem Porzellan; sind Gäste zugegen, von silbernen und goldenen Tellern. Dann erscheinen auch die Lakeien in ihrer Staatslivree: rothem Frack, blauen Sammt - Kniehosen, weißseidenen Strümpfen und Lackschuhen. DK Gäste ihre Zahl ist stets sehr klein werden am Tage vorher telegraphisch zum Diner eingeladen: Im Auftrage Ihrer Majestät ladet der Lord Steward Mr.... zum Diner in Schloß Windsor ein; es wird gebeten, Steward empfangen werden. Die die Nacht dort zu verweilen." Die derart Eingeladenen fahren gewöhnlich um fünf Uhr von London ab und langen um sechs Uhr in Windsor an, wo sie in königlichen Equipagen nach dem Schloß gebracht und von dem Lord Herren bringen ihre Kammerdiener, die Damen ihre Zofen mit; jedem der Gäste werden vier Gemächer, darunter ein Badezimmer, angewiesen. Bei Tisch die Mahlzeit dauert selten länger wie eine Stunde spricht die Königin meistnur mit ihren Nachbarn; nach dem Diner plaudert sie in den Nebenräumen mit den Einzelnen, aber auch stets nur wenige Sätze. Hat sich die fürstliche Gastgeberin zurückgezogen, so verfügen sich die Damen in den Salon und die Herren in das Rauchzimmer- das sie aber nach einer halben Stunde wieder verlassen, um sich zu den Damen zu begeben. Gelegentlich läßt die Königin auch Separatvorstellungen in Windsor veranstalten; die Künstler und Künstlerinnen kommen aus London herüber und nehmen ihren Aufenthalt im Schloß. Der Theatersaal ist nur klein, die Ausstattung der Bühne aber glänzend; nach der Vorstellung wird den Künstlern ein Souper servirt. und dürfen dann die Vertreter der Hauptrollen vor der Königin erscheinen, die ihnen einige freundliche Worte sagt und ihnen kostbareAndenken überreicht. Derjenige, dessen Leistungen der Königin besonders gefallen, darf seinen Namen in ihr Stammbuch eintragen. Zu diesen Vorstellungen und zu den kleineren Concerten eingeladen zu werden, gilt für die Mitglieder der Hofgesellschast als größte Auszeichnung; die Königin sieht stets selbst die Listen der Einzuladenden durch und streicht diesen oder jenen Namen aus, bezw. setzt andere hinzu. Eine Feindin jeder weiblichen Emanzipation, duldet sie nur solche Damen in ihrer Nähe, deren Ruf niemals angetastet wurde. Die Damen müssen in ausgeschnittenen, langschleppigen Kleidern erscheinen; lange Handschuhe und Straußfedern im Haar werden durch die Etiquette vorgeschrieben. Trotz des zurückgezogenen Lebens der Königin verschlingt ihr Hoshalt riesige Summen; es werden eben viele Hofchargen und Beamte für ihrNichtsthun bezahlt. So erhält der obcnerWähnte Lord Steward 40.000 M. jährlich, der Hausmeister 25,000, der Schatzmeister 20,000, der Intendant der Küche 15.000 M. und dasselbe Gchalt bezieht der Oberkoch, dem vier GeHilfen mit je 6000 M. jährlich zur Seite stehen, und denen sich dann die unteren Hilfeleistenden anschließen. Die Zuckerbäckerei allein wird von zwei Zuckerbäckern, mit je 5000 M. jährlich, vier Gehilfen, einem Pastetenbäcker mit verschiedenen Gehilfen, und einem Lehrling verschön; drei würdige Damen widmen sich der Bereitung des Thees, Kaffees und der Chokolade. Der Werth des Silbergeschirrs wird auf über 50 Millionen Mark geschätzt, der ganze Haushalt kostet jährlich 4 Millionen Mark, aber die Königin kann es ertragen und bezahlen, denn allein von ihren Staats - Einnahmen soll sie jährlich für ihre Privatbörse" so ein und eine drittel Million Mark zurückbehalten. In dieselbe Börse fließen aber noch andere erhebliche Summen, so die Revenuen aus der Grafschaft Lancashire (mehre Millionen Mark jährlich) und die Zinsen ihres Vermögens, das auf 400 Millionen Mark angegeben wird. Denn die Königin ist eine gute Rechnerin; den Besuch des Zarenpaares in Balmoral während des letzten Sommers sah sie als politischen" an der Zar hatte sich ja mehrfach mit Lord Salisbury unterhalten! und so mußte das Unterhaus die Kosten dieses mehrwöchigen Besuches tragen. Dasselbe ist jetzt wieder bei dem diamantenen Regie rungs - Jubiläum eingetreten, denn politische Feste- bezahlt die Königin nicht! Ihren Gemahl hatte die Königin gleich nach ihrer Vermähluna.

1840, in die Lebensversicherung eintragen lassen und erhielt nach seinem Tode, 1861, die versicherte Summe, 20 Millionen Mark, ausbezahlt; außerdem aber soll sie noch an zehn Millionen Mark von ihm geerbt haben, die in Grundstücken des Londoner West-end-Distrikts South - Kensington angelegt waren, und deren Werth sich im Laufe der Jahre sehr bedeutend erhöht hat.

Ein Miedersehcn.

Novellette von M. Oberberg. Tiefe Stille herrscht in dem prää tigen Wohugemach, in das die untergehende Sonne ihre letzten, rothgoldi gen Strahlen wirft. Zwei Personen sind anwesend: trotzdem hört man nichts als den Pendclschlng der Stutzuhr auf dem Kaminsims und die regelmäßigen Athemzüge eines auf dem persischen Teppich schlafenden Neufundländers.. Ta hallt ein Seufzer durch das Zim mer. Die Frau mit dem feinen, blassm Gesicht, die, über eine Stickerei ge beugt, am Fenster sitzt, hat ihn ausgestoßen. Erschrocken, als hätte sie ein Unrecht gethan, blickt sie nach der am Schreibtisch sitzenden Männcrgcstalt hinüber. In den finstern, stolzen Zügen verändert sich nichts beruhigt wendet sich die Frau ab. Sie kann höchstens einige vierzig zählen; trotzdem ist ihr Haar bereits schneeweiß. (5s legt sich aber noch in dichten Wellen um die klassisch geformte Stirn und verleiht mit seinem schimmerndcn Silbcrglanz dem edlen Gesicht einen eigenartigen Reiz. Baron von Saltcn wußte eigentlich sehr wohl, weshalb seine stille, geduldige Gattin so schwermüthig war. Plötzlich steht er auf und legt seine Hand auf ihren Arm. Frau Madeleine zuckt zusammen und sieht verwundert in das eigenthümlich erregte Gesicht ihres Mannes. Sagr mir doch, kann ich garnicht sür Dich thun?" fragt er mit 'seltsam weicher Stimme. Ich danke Dir, Georg. Ich fühle mich ganz wohl," entgcgnet Madelcine leise und matt. Madeleine," fahrt ci fort, Tu sollst bald gesund und kräftig werden. Ich möchte mit Dir eine Steife ... eine weite Reise unternehmen." Ihr Blick belebt sich. Forschend sieht die Baronin in die Augen ihre4 Gemahls. Tu wolltest V stammelt sie fast athemlos. Ja, .mir beide wollen sie suchen, unsere Editha!izditha!" schreit Madeleine auf. Seit fünf Jahren ist der Name nicht mehr genannt worden. Und nun sprach ihn der finstere, harte Mann selber aus. Madelcine ringt fassungslos nach Athem. Ihr Gesicht ist noch um einen Schatten bleicher gcworden, ihre Augen glühcn. Jetzt ergreift sie mit zitternden Händen den Arm ihres Gatten. Georg, wenn es zu spät wäre! Wenn wir sie nicht mehr finden!" (Zr zuckt zusammen. Hat er sich nicht schon selbst diese Frage vorgelegt? Es sind jetzt drei Jahre her, daß wir nichts mehr von ihr . . . und Warden gehört haben," fährt Madelcine aufgeregt fort. Seit drei langen Jahren sind sie vollkommen verschollcn. Vielleicht ist sie todt im Elend umgekommen!" Tie letzten Worte kamen langsam, abgebrochen über Madcleines Lippen und erstarbcn in einem Hauch. Ihre Hände, sanken schlaff herab, und wie gebrochen fiel die ganze Gestalt in sich zusammen. Entsetzt reißt der Baron sie in seine Arme' Madeleine." ruft er in Verzwcif lung; Madelcine. höre mich doch! Ich bekomme ja Nachricht, und wir reisen dann beide sofort, wir suchen sie!" Ihr bleicher Mund flüstert etwas.. Editha Hans wir finden sie nicht mehr. .. Ein rother Tropfen erscheint auf den farblosen Lippen; mit einem leisen Seufzer sinkt ihr Kopf zurück. . Ter Tag. an dem man sein Weib zur Ruhe getragen hat, ist sehr arbeits-. reich für Baron von Saltcn. Er sitzt schon stundenlang an seinem Schreibtisch, stöbert in alten Papieren, sinnt und grübelt wieder. Endlich ist er fertig. Einige adres sirte. versiegelte Päckchen liegen vor ihm. Er legt sie in ein Fach, verschließt es und steckt den Schlüssel in ein Eouvcrt, das er ebenfalls adrcssirt und versiegelt. Nun öffnet der Baron ein Kästchen, ous dem er einen Revolver nimmt. Er unterzieht die Waffe einer sorfältigcn Prüfung und legt sie vor sich' auf den Tisch. Ein Zug tiefen Grames liegt auf dem bleichen Gesicht. Er zieht einen Brief aus der Tasche, den er heute früh erhalten hat. Das Eouvert trügt den Stempel New Vork. Er faltet das Schreiben auseinander uud liest wohl schon zum zwanzigsten Male: Lieber Freund es thut mir un endlich leid, Tir keine befriedigendere Antwort auf Tcine Zeilen geben zu können. Ich habe nichts weiter . erfahren als daß ein gewisser Hans Warben mit Frau und Kind hier in New York einige Zeit gelebt hat. Seit anderthalb Jahren hat man nichts mehr von den Leuten gehört, sie sind voll kommen verschollen " Ta öffnet der Diener leise die Thür und meldet: . Eine Dame wünscht den Herrn Varon zu sprechen." Eine Dame? Er will niemand sehen. Eine matt abwehrende Handbewegung, und der Tiener entfernt sich. Mit unnatürlich starrem Blick- sieht ihm der Baron nach. Noch immer hasten seine Augen auf der dunklen Portiere. Ta wird diese wieder zurückgcschoben. und eine tief verschleierte Frau sieht T der Schwelle. Der Baron blickt wie vcrgcistert auf die Erscheiluiig. Plötzlich kommt Leben in die statuen hafte Gestalt des schlanken WeibcS. Sie stürzt vorwärts mit flehend crho.' denen Armen, dann bricht sie lzutlos vor dem Manne in die Knie. Vater!" Editha!" schreit er auf. Mein Kind!- '. Mit einer leidenschaftlichen Bewe gung reißt der Baron das junge Weib an seine Brust ein heißer Thränen.

ström löst endlich die furchtbare Span

nung seiner Nerven. Tie beiden Menschen halten sich lange eng umschlungen kein Wort kommt von ihren Lippen. Ta löst sich der Baron von der Umarmung los. Schweigend sührt er sein Kind vor das Bild seiner Gattin. Ich weiß es... o meine arme Mutter!" flüsterte Editha mit leisem Schluchzen. Tiefe Stille herrscht wieder im Gemach. Ta wendet sich Edithas blonder Kopf ein wenig zur Seite, und mit niedergeschlagenen Augen fragt sie leise: Tu verzeihst ihm?.. . Er darf kommen?" Tcr Baron nickt stumm. Tie Arme der jungen Frau schlingen sich einen Moment um den Hals des Baters, dann verläßt sie raschen Schrittes das Zimmer., Und in wenigen Minuten erscheint ie wieder und mit ihr ein krausköpiges Bübchen, gefolgt von einer hohen, chlanken Männeraestalt. Und zum ersten Male reichen sich die beiden Männer die Hand. Sie wechseln kein Wort, aber der Blick, den sie tauschen, ist beredter als alle Worte. Annemarie's Dichter. Von L. Glaß. Bitte, bitte! ich möchte so brennend gern einen Dichter kennen lernen!" Blaue schmachtende Augen, flehende Stimme unterstützten diese Bitte, aber der junge Mann, an den sie gerichtet ward, versuchte beiden zu widerstehen. Er zupfte an seinem Bärtchen, als habe dasUebles gethan und sah so grämlich aus, wie es sein frisches junges Gesicht überhaupt fertig bringen konnte. Ich habe noch nie einen lebendigen Dichter gesehen," klang es noch einmal um ein gut Theil klagender in das Schweigen hinein. Weil man keinem den Dichter von außen ansieht, Annemarie." Annemarie lachte. Ich ganz gewiß! Ich unter allen Umständen, dem echten seh ich's unter Tausenden an! Warum soll ichDeinen Julius Heider nicht kennen lernen. Du sagtest doch, er sei so nett " Leider." Und bringst uns sonst all Deine netten Menschen." Weil ich zu gutmüthig bin." Joachim!" Jetzt waren sie beide ärgerlich, das blonde schlanke, auf dem Grund seines jungen Herzens ein ganz klein Bischen sentimentale Väschen und der breitschultrige Vetter. Zwei Minuten lang waren sie böse auf einander, dann trafen sich ihre Augen und beide lächelten. Bitte, bitte!" sagte sie wieder. Er hob die Hände anklagend zum Himmel: Nichtig auf dem alten Fleck! O Weiber. Weiber zäh und beständig!" Als ob Beständigkeit keine Tugend wäre!" Er würde Deiner Mama schlecht gefallend leutete Joachim's letzter Trumpf. Wenn er nur mir gefällt!" stach sie eigensinnig sein Coeuraß. So?" Der Mann erwachte wieder in Joachim. Nun gar nicht, und überhaupt nicht. Das fehlte noch! Solch ein Mensch! Für unser einen ist er ganz nett; man lernt von ihm aber sür Euer eins Gott behüte! Als ob man das Lamm dem Wolf in den Rachen würfe. Sie nennen ihn den erotischen Julius. Nun weißt Du's. guten Morgen." Joachim stürmte nach dem Gymnasium, dessen Quarta er heute mit einem sehr reichlichen akademischen Viertel und ungewöhnlich strengen Erziehungs - Versuchen beglückte. Annemarie setzte sich in die Geisblattlaube und sah nachdenklichen Gesichts in die seinen Federwölkchen am Himmel. Der erotische Julius? Was meinten sie denn damit? Das war ja merkwürdig, er mußte wohl besonders viel von Liebe verstehen? Natürlich! Ein deutscher Dichter! das gehört doch dazu wie langes Haar und schwärmerische Augen. Er mußte noch etwas Besonderes sein vielleicht, daß er sich sehr schnell verliebe und daß ihn jede wiederlieben müsse? Ja! das wars! Und Joachim fürchtete aber das wäre ja himmlisch! Ein Dicbter! Wenn sich ein wirklicherDichter in Ännemarie Kohlhaas verlieben würde! Einer, der sie auf die Nachwelt brächte, wie Goethe feine Lili und Friederike himmlisch! himmlisch! Und das wollte ihr Joachim nicht gönnen?" Zwei Tage darauf war Casinoconccrt. Annemarie saß voll prickelnder Unruhe inmitten der Honoratiorentöchter am Jungfernstand", Joachim beim Löwenbräu an der Löwenecke im lebhaftesten Gespräche mit dem neuen Manne des Städtchens. Annemarie fühlte ein Zittern bis in die Fußspitzen, als plötzlich hinter ihr Joachims Stimme sagte: Liebe Vase, hier bring ich Dir unsern neuesten Menschen: Doktor Julius Heider, meine für Poesie stark empfängliche Base Annemarie Kohlhaas." Annemarie war roth bis zu den Scheitellöckchen, ehe sie nur die Augen aufschlug zu dem Mann ihrer Sehnsucht. Dann kam zunächst eine kleine Enttäuschung keine Locken, sondern das Haar ganz kurz, als sei die Rasenscheere darüber gerollt, keine schwärmerischen Blicke, sondern Augen, die entschieden etwas keck in die Welt guckten. Und dann saß er neben ihr. Redeten also die deutschen Dichter? Von Wohnungssuche und Visitentour, von gutem Bier im Löwenbräu und schlechtem Pflaster auf dem Markt? Ganz genau wie die anderen gewöhnlichen jungen Herren? , Annemarie fand ihn beinahe , fad. Wenn Joachim ihn nur nicht den erotischen Julius genannt hätte, sie wäre nach den ersten fünf Minuten besrie-

digt gewesen von diesem deutszöen

Dichter. Die Bedeutung des schmückenden Beiworts mußte sich aber unbedingt irgendwie herausfinden. Ob sie von feinen Gedichten reden mußte? Ob er das erwartete? Aber da stand er schon auf, machte eine Verbeugung wie andere junge Männer auch und ging zurück zu dem Tisch mit dem guten Löwenbräu. Nun, hast Du einen deutschenDich-' ter kennen gelernt. Väschen." sagte Joachim am folgenden Sonntag Morgen. Was Apartes? nicht wahr?" Hätte Joachim nicht solch spitzbübisches Gesicht dabei gemacht, sie würde ehrlich geantwortet haben: Ich bin enttäuscht." So aber sagte sie: Ihr werdet ihn nicht ohne Grund den erotischen Julius nennen' Nachdenklich ging Joachim heim. Mein Freund, du hast eine Dummheit gemacht! Mit Kuchen schreckt man die Mäuse ntcht von der Faue: Jetzl mußt du handeln, wenn er dir nicht trotz aller Versprechungen ins Gehege kommen soll. Und während er dies beschloß, traf Annemarie den Gefährlichen bei Nachbars Käthchen, dte sich vorgenommen hatte, im Laufe der nächsten vier Wochen von dem deutschen Dichter angesungen zu werden. Heute merkte man auch, daß er ein Dichter war, heute sprach er von Mondschein und Geisblattdüften und sah dabei sehr geschickt in vier Mädchenaugen zugleich. Annemaries Herz hämmerte die ganze Nacht; sie meinte, es sei noch nie so hell gewesen, selbst zur Johanniszeit, die Nachtigall habe noch nie so wonöig geschluchzt und wann jemals hätten die Büsche des Gartens so stark geduftet, daß es ihr den Schlaf verscheuchte? Da raschelte es unten im Garten. Sie lief an's Fenster; es war zu ebener Erde. nichts zu sehn. Es raschelte wieder, sie öffnete und bog sich spähend hinaus. Hinter der dichten, verwilderten Hecke war's, jetzt hob sich ein Arm, eineHand wurde sichtbar und etwasWeißes flog herüber, mitten hinein in abgeblühte Maiblumen und Vergißmeinnicht. Dann verklang ein vorsichtiger Männerschritt in der Morgenferne. Annemarie lief ein Schauer über den Rücken was war das gewesen?" Sie schlüpfte hinaus, sie lief nach der Hecke; da lag e5, weiß, rosaumbunden. mit einem blinkenden Kiesel beschwert: Ein Briefchen. Annemarie der holden. Mit Haaren fonnengolden, Mit Augen veilchenblau; Der wonniglichen Frau." Flammend stieg ihr das Blut ins Gesicht: da war das Ersehnte schon! heute schon! angesungen von ihm, von Julius Heider, dem deutschen Dichter. Sie lächelte den Brief an, sie drückte ihn an die Lippen, öffnete mit zärtlichen Händen das Band und las: Ich wollt es dir verschweigen. Doch fllrder kann ich's nicht. Ich muß mich zu dir neigen Und meine Lippe spricht. Ich fühl's im tiefsten Grunde: Mir dräut des Todes Nacht, Dein Mund an meinem Mund; Hätt' Heilunq mir gebracht. ' Ich fühl's inSturm und Wonnen: Dein Lächeln mild und lind Ist meines Glückes Bronnen, Du lichtgeboren Kind. Will deinem Dienst mich schwören Durch aller Tage Lauf, Willst du mir zugehören. Blüht unsre Sonne auf. Doch kannst du mich verschmähen, Fahr iffh in Nacht und Graus, Es bläst ein wildes Wehen Mein flackernd Lichtlein aus Annemarie weinte. Stolz, Entzücken. Glück, Mitleid, Bangen alles strömte in diesen Thränen zusammen. Nun war also ihr Leben entschieden, nun mußte sie des erotischen Julius Frau werden, sonst blies ein wildes Wehen sein flackernd Lichtlein aus. Wie schön das klang und wie herzbrechend traurig und überhaupt eigentlich war das Alles sehr, sehr traurig. Sie wußte gar nicht recht, was sür ein Gesicht sie machen sollte, wenn er nun käme. Einstweilen steckte sie das Gedicht in die Tasche und sagte keinem Menschen davon. Mit dem Glockenschlag zwölf eilte Joachim durch die Gartenthür. Guten Tag, Annemarie. Nun?" Erstaunt sah sie ihn an. War es recht so?" Recht so?" . Nahm ich's so allenfalls mit dem Erotischen auf?" Mit?" Vielleicht macht er bessere Verse vielleicht. Aber inniger empfunden sind sie gewiß nicht. Die Bohnen fielen auf , die Erde, Annemarie zog das Gedicht aus der Tasche und fragte zitternd: Du?" Aber Mie! kennst Du denn meine Handschrift nicht mehr?" Richtig, es war seine Handschrift; nur weil sie an keinen andern gedacht hatte, als an den Julius Heider. war ihr das gar nicht zum Bewußtsein gekommen. Bist Du denn ein Dichter?" stammelte sie. Ja, Herzenskind, wenn es zurLiebe' nöthig ist unbedingt." Warum hast Du mir denn das nicht früher gesagt?" Er lächelte etwas verlegen. Ich wußte ja nicht, daß es nöthig war; ich dachte, der Schulamtskandidat genüge dazu, und so richtig bis zum Reimen eingeheizt hak mir erst die Angst um den Julius und dabei hab' ich mir denn gleich alles vom Herzen geredet, was schon wochenlang nicht zu Worte kommen konnte. Ja Mie so'n richtiger Liebesjammer das ist wie ungewohnte Flüael man denkt man flat-

tert sich ab und auf einmal träges tf nen und man schwebt " Bis in den Himmel," flüsterte Annemarie. ihm sonderbar bewegt in die Augen sebend. Ein paar Monate später waren die Beiden ein Paar und der deutscheDichter Julius Heider dichtete dem Brautpaar ein schwungvolles Hochzeitscarmen Annemarie aber fand ihren Hauspoeten" über alle deutschenDichter. Mochten sie ar.dere Frauen auf die Nachwelt Bringet!. A g'sundcr Schlag. (Münchener Eerichtssccne.) Wegen eines Vergehens der Beleidlgung war der Schneidermeister Xaver Z. gegen den Realitätenbesitzer Georg S. klagbar geworden, und stand hiezu Termin an. Die Streittheile waren persönlich erschienen, den Klagsuntergründ bildete der übliche Diskurs in feucht-fröhlicher Bierlckune. Richter: Meine Herren! Bevor wir in die Verhandlung eintreten, möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, daß es für mich immer peinlich ist, wenn Männer hier erscheinen, um ihre angegriffene Ehre gewissermaßen durch ein gerichtliches Urtheil repariren zu lassen. Gewöhnlich wurde eine derartig vermeintliche Beleidigung am Biertische verübt, besteht aus einigen gegenseitigen Schimpfworten und dürfte eher als grober Unfug bezeichnet werden, weil, wie ich denke, eher die Streitlust, als die Absicht, an der Ehre zu kränken, vorherrscht. Ich rathe deshalb zu einem Vergleich und stelle an den Kläger die Frage, ob derselbe hiezu geneigt roae. Kläger: Ja wohl, a grober Unfug is' aa no' g'wesen und a G'schäftsschädigung extra dazua. Die Ehrenkränkung hat außerdem mehrer wia a Stund dauert und is' vor einer ganzen Stuben voll Leut vorkemma, deswegen mueß er vor mir Abbitt leisten und dreimal mueß der Widerruf in sämmtliche Blätter. Richter: Nun, über letzteres Verlangen läßt sich noch reden, einstweilen genügt, daß Sie vergleichsbereit sind. Sie bestehen also auf keinem Urtheile? Kläger: Was? Koa Urtheil? Lieber auf drei Urtheil besteh' i! Vier Wocha Arrest is' das Wenigste, auf was i besteh für was ham's denn Stadelheim baut, wenn i fragen darf? Die Abbitt' und dös Einrücken in die Blätter is ja nur d' Nebenfach. Mir kostet doch selber die ganze Kriminalsach jetzt scho' bald zwanz'g Mark, nacher der Verdruß, die Schand, dös Ausbläcka und der Zeitverlust da mücßt i schön d'raufzahlen. Richter: Gut! Ihre hochgespannten Erwartungen werden sich kaum beWähren. Wie ist nun die Sache hergegangen? Der Kläger hat Platz zu nehmen! Beklagter: Lassen's eahm nur da stehen, 5zerr Staatsanwalt! I thua mi' leichter, wenn er noch a mal dabei steht, der Huaterer. Sie sehn ja, daß er darauf warten thuet, daß er die Sach no' a mal wieder hört. Hier fiel derKläger ein: Den Huaterer anstreichen, sag i, Herr Aktuar! Dös is a neue G'schäftsschädigung. i bin a Schneider und koa Huaterer!" Nun mußte sich der Kläger zurücksetzen. Beklagter: Na. es is' grad so schön!. wenn der Pappler a wengl im Hintergründ is. hinten is er allerweil. Also am 20. April war a Wetter net zum sagen. Unseroaner hat seine Reißmathias und sunstige faden Sachen. Da kunnst vor lauter Fadeß vergehn und was willst thuan? Abends gehst in dein rauchiges Bräuhaus. trinkst dein alten Plamp, ißt a Bröckl wa Kloans, a Hax'n und dergleicha und wennst a mal recht wehleidig gähnst, nacher trollst Wieder hoam so a Leben is nacher aa a Leben und wird oan beim Sterben ang'rechnet. Manchmal wird's besser, wenn Oaner recht dumm daherreden thuat, da gibt's a Hetz, und in der Beziehung is der Xaverl Moaster. Reden S' vom Krieg, von der Politik, von der Pest in Indien, vom Kaiser von China oder vom tappeten Brunnen am Lehel überall is er dabei und da Hören's nur: Auf a Wort, meine Herren! I bin no' lang net firti.Herr Nachbar! Jetz'n kimm i, wenn Sie gestatten! Und wenn er ausg'soßt hat, na' san's so g'scheid wia zuvor.... Richter: Gut! Dzn Hergang am 20. April wollen wir erfahren. Beklagter: Da san mer auf dieBauern, an Viehstand, die großen Kartosfel excedera kemm& und da hat der Xaverl wieder das Wort ergriffen und hat g'sagt, daß er von dene Wissenschaften mehrer versteht wia Unseroaner. weil er am Land aufg'wachsen is. Dös Wort hat er wieder a guete Stund g'habt. und indem, daß mir Alles fad worden is. hab i g'sagt: Moanst, Du Bauernkerl, daß Unseroaner net grad so am Land aufg'wachsen is oder hat uns vielleicht a Seekuah im Meer aufzog'n? Um die ganze Münchnerstadt herum is Land und frag a mal an Bauern, der die ersten neuen Kartoffel in d' Stadt einaführt, was er für'n Strich verlangt, ob er net woaß, was s' kosten? Unter die BauerA um die Stadt herum und dene in Niederbayern is a großer Unterschied. Unsere Bauern rauchen Cigarren, stehen um Achte auf und radein in gelbe Schuah in d' Stadt eina, weil's die Kundschaft b'suachen müessen. Die bauen überhaupt nur mehr Gemüs' und Salat und schwärmen für Sonn- und Werktagsruah. Unsere Münchener san alloanig noch a g'sunder Schlag! Wir arbeiten in Fabriken und Werkstätten das ganze Jahr auf Hautsdrein und am Sonntag gehen mer auf's Land aussa und lassen dene Bauernwirth unser schönes Geld für a saueres Bier und a zachesFleisch. Nacher gibt's solchene Kameel wia der Zkaverl, der jammert über'n Nieder,gang des Zluernstandes, wenn amal d' Kartoffel bjlliaer werden oder wenn

a Semmel um a Loth größer wird. Die Bauern dagegen jammern net um an Schneider, der mit seiner Familie leben möcht. Die kaufen ihre Kleider vom Hausirer und von die Wanderlager, weil's da viel schlechter, aber wenig billiger san und lachen anhandWerksmann aus. . . . Deswegen bist du a tramhappeter, hirntappeter Schnefter. den's draußen bei die G'scheertm net sollen auslassen haben. Dös wa? also die Ehrenkränkung und da nehm i koa Pfefferkörndl z'ruck und wenn i lebenslänglich krieg i schwärm ama! für die Stadtleut. Richter: Wenn ich das hirntappet" ungefähr begreife, so ist mir doch der Ausdruck tramhappet" Unverstandlich. Liegt hierin etwa die vom Kläger behauptete Geschäftsschädigung? Beklagter: O nein. Herr Staatsanwalt! Tramhappet" is dasselbe wie hirntappet"! Das will nur sagen, a hölzerner Riegl steckt zwischen Hirn und Verstehstmich. Wissen's, wir Münchner san a g'sunder Schlag und haben unsere eigene Sprach, körnig und deutlich, aber versteh' muaß mer uns. Kläger: Ich beantrag z'wegen der Deutlichkeit und den Korn, was da drin liegt, extra vier Wochen Stadelheim, weil i denn doch koa Schneider bin, der an Riegl im Kopf hat, und weil i die Landwirthschaft net beleidigen lassen mag. Beklagter: Sei stad, Xaverl! an landwirthschaftlichen Schneider gibt's einfach net, und wenn du mit aller G'walt oaner sein willst, nacher wirst von unserer G'sellschaft ausg'schlossen und mueßt im Gebirg lauter Bockslederne z'samma näh'n, nacher kannst der Landwirthschaft was nützen. Nachdem ein nochmaliger VergleichsVorschlag an der Hartnäckigkeit des Klägers scheiterte, wurde Urtheil erlassen und erhielt der Beklagte fünf Mark Geldstrafe. Entrüstet über dieses milde Urtheil, erklärte der Kläger, an die höhere Instanz gehen zu wollen, weil ihm selber die angethane Beleidigung bereits mehr gekostet hätte. In bestrafte Nebenbuhler oder unangc ' nehme Li:nation. '

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A r l T,-S?.'.f livsm 3. 8 rSSS!Kf ssa-r m THwWÄfb "4 . .- v.t&r-w? 4. Eine kleine Verwechslung. 'ÖS'nÄA, .' rrwir Der Director eines Museums für Völkerkunde erhält die Nachricht, daß bei einem Hausbaue in dem benachbarten Städtchen, gelegentlich der Aushebung des Grundes, bedeutende Funde von archäologischem Werthe gemacht wurden. Mit dem nächsten Zuge reist der Director dahin und begibt sich, kaum angelangt, zu dem Bürgermeister, um seine Intervention behufsAnkaufes der Fundgegenstände für das Museum in Anspruch zu nehmen. Entschuldigen Sie, Herr Bürgermeister, wenn ich Sie störe." bemerkt der Director gleich bei seinem Eintritte, ich erlaube mich vorzustellen, mein Name ist Cosani, Director des Museums in ... " Ach; härnse, mei' Kutester." fällt ihm der Bürgermeister in die Rede, da kann ich Sie nu' rein gar keene Aussichten machen.. Es ist Sie gegenwärtig ohnehin schon t Affentheater un' zwee Karussels hier da kenne Sie keene Geschäfte bei uns machen!" ,

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