Indiana Tribüne, Volume 20, Number 307, Indianapolis, Marion County, 25 July 1897 — Page 6
Die 'Asscge der Land.
In ihre Har.d hatte er sich verliebt. So erzählte man sich. Ungläubig schüttelte ich den Kops. Prüfend betrachtete ich die meine. Man pries sie als schön, aber so weit hatte ich es doch nicht gebracht. Was für Künste mag sie anwenden? Diese Frage ließ micy nicht ruhen und ich eilte zu der glücklichen Braut, um die Lösung zu erkünden. Betroffen blieb ich an der Thür ihres entzückenden Boudoirs stehen. Ein selfsames Bild bot sich mir dar. Hätte ich die Situation vorausgeahnt, würde ich meine Neugier doch gebändigt haben. Doch um leinen Preis zurück, die Gelegenheit war zu günstig! Ei, Du Kokette, zwei Anbeter zu gleicher Zeit! Der eine kauert zu Deinen Füßen und der andere hält Deine zarte Hand in der seinen." Spotte nicht. P5dicure und Manicure erproben ihre Künste an mir. Ersterer quält mich nur alle vier Wochen; diesen Herrn hier kannst Du aber jeden Samstag bei mir treffen. Nun müssen sie heute gerade zur selben Stunde kommen und keiner will weichen. Eine anstrengende BeschäftiZUNg." Man sieht's Dir an! Komme ich endlich hinter Deine Ränke. Treu hast Du Dein Geheimniß gehütet! Nun lasse ich mich aber gründlich einweihen. Mein Herr, ist meine Hand nicht auch zum Verlieben geschaffen?" Der Angeredete begann sein Studium. Schmal ist sie; die Linie vom Ellbogen bis zur Spitze des kleinen Fingers bildet eine Gerade; die Armgclenke sind schmal und fein. Die Grundbedingungen wären erfüllt. Die Haut ist zart, aber nicht leblos weiß, sondern von einem matten Rosa getränkt. Sehr hübsck!" Ja, jetzt im Sommer. Aber im Winter wird sie häufig von einer plebejischen Röthe überzogen." Diese Rötbe scheint kaum von Blutandrang herzurühren; also wird sie auch sehr leicht zu entfernen sein. Waschen Sie die Hände weder zu warm noch zu kalt und bedienen sie sich vor Allem milder, wenig scharfer Seifen. Nach dem Waschen reiben Sie die Hände mit etwas Glycerin oder Lanolin ein. Dadurch werden sie geschmeidig und weiß. Sie können diese Prozedur schon im Sommer beginnen. Man muß immer vorbeugen." Wie gefallen Ihnen meine FinSei?" Sie sind lang und schmal und laufen ganz spik zu. Ganz aristokratisch. Aber, aber, die Nägel, gnädiges Fräulein; Die müßten Sie einer sorgfältigen Pflege unterziehen. Die Ihren sind von Natur zu flach. Ein schöngeformter Nagel muß gewölbt und vorn geschienen sein; auch müssen alle Nägel der Hand gleichmäßig geschnitten werden. Passen Sie auf. wie ich es hier bei dem gnädigen Fräulein mache." Dabei zog er eine ziemlich lange, vorn sehr schmale Sckieere aus dem Etui und begann die Nägel damit zu runden. Warum schneiden Sie dieselben nicht spitz?" Das kommt stets auf die Form der Finger an; außerdem bricht der spitz geschnittene Nagel viel leichter ab. Will man das vermeiden, sollten sie im Allgemeinen kürzer gehalten werden; es setzt sich bei den mancherlei Beschäftiyungen wenigerStaub darunter. Häufiges Bürsten mit einer englischen, nicht mit jener kleinen, gewöhnlich benützten Bürste, ist am meisten zu empfeblen." Während dieser Erklärungen rieb er die Nägel meiner Freundin erst mit einerFlüssigkeit. dann mit einer schäumenden Seife und zuletzt mit einem rosa Pulver ein, das mit einer kleinen Rolle, wohl aus dänischem Leder, welche ihrer Form nach an eine Schlummerolle erinnerte, gut verrieben wurde. Meine Fragen nach dem Namen der betreffenden Tinkturen blieben unbeantwortet. Der Herr Manicure that sehr geheimnißvoll und meinte nur.daß die Damen in den eleganten Etuis, welche die Apparate zur Nagelpflege enthielten, alles Nothwendige finden Würden. Man darf niemals harte Jnstrumente für die Nägel benutzen," belehrte er mich. Es ist am richtigsten, die Nägel mit derEcke des Handtuches zu säubern und den Falz beim Abtrocknen der Finger herunterzuziehen, um die Bildung des Halbmondes zu befördern. Eine Feile aus Elfenbein thut euch gute Dienste. Nur darf man den Falz nicht zu weit herunterziehen, weil man dabei den Mutterboden verletzen kann und Unebenheiten in die Nägel dringt. Außerdem entstehen wohl dadurch die sogenannten Niednägel, die man stets abschneiden muß, aber niemals abreißen darf. Im letzteren Falle bilden sich kleine Wunden, die oft die Ursache der schlimmen Finger sind. Wächst der Falz zu weit über den Nagel, so schneide man ihn behutsam ab. Man gebrauche die Scheere nicht allzuviel, sondern häufiger die Nagelfeile." Ich schielte nach dem Rosapulver. Da ist wohl gar Betel drin, wie die Jndier es lieben?" Nein. gnädigesFräulein; das Pulder färbt die Nägel rosa und sollte ei gentlich nur von Damen angewendet werden, die bleichsüchtig sind. Aber sehen Sie doch, wie hübsch es aussieht, und es ist so ungefährlich, wenn nicht atzende Mittel verwandt werden." Wie bringe ich nur die weißen Flecke fort?" Gar nicht. An dieser Stelle sind wahrscheinlich, die Nägel durch das Eindrinqen der Luft undurchsichtig geworden." Bedeutet das nicht Glück?" .Nein, so viel ich weiß, versprich! jeder Punkt einen ftuß." .
(5in5, zwei, drei sielen Küsse habe ich zu erwarten. Nicht übel, Herr
Mamcure! Meine Nunde. WcnVlancb Zwefel. Das ist mein letztes, eh' zur Ruh' Ich geh' zur Abendstunde, Daß ich mit leisem Schritte noch Lei allen mach' die Runde. , Behutsam steh' ich da zuerst An meines Großen Kissen! Wie liegt er doch, mein Lieber, da. Mit ruhigstem Gewissen! Die Athemzüge geh'n so leis. So friedlich und gemessen! Was ihn bewegte, Freud' und Leid, Verschlafen ist's, vergessen. Der Blondkopf auf dem Arme ruht, Bom Schlafe glüh'n die Wangen, Kein böses Traumbild führt ihm vor Der Schule Pflicht und Bangen. Und neben ihm der Bruder da! Die Decke ist verschoben! Du hast Dir gütlich heut' gethan Mit Ringen und mit Toben. Auf seinen Bäckchen. schlummerheiß. Die schwarzen Wimpern schatten. Die Hand geballt, als ging's zum Kampf Gen Riesen oder Ratten. Ja, Du bist mir ein rechter Held Im Raufen und im Springen! ILtW lieber in der Schule Dir Des Schreibens Kunst gelingen! ' Und dann von beiden, dankbeweat. Will ich noch weiter sehen! Hör' ich da nicht um'sBettchen sacht Schutzenglems Flügel wehen? Die Locken, um's Gesichtchen wirr, Streich ich gar sanft zurücke Ein Lächeln um den frischen Mund. Als träumt mein Kind vom Glücke. Vom Glücke! So wie Dir es jetzt. o goldenrem, oeschieden. Vielleicht wird es Dir nimmermehr. Mein Mägdelein, hienieden. Behüt' Euch Gott! Ihr meine drei! Mein Lieben Ihr. mem Sorqen! Mög' ungetrübter Sonnenschein Verklaren Euer morgen. Zeit und Ztiwcrtrcib. 3;4hWr;&M ;n v.. tvcrrx sten, ja beinahe der widersinnigsten ,)uivuiHl l VCl UUKllUJWorte unserer deutschen Sprache, das entweder ein großer Müßiggänger oder ein tief Unglücklicher erfunden hat. Und nur bei Stiefkindern des Glückes, bei körperlich oder seelisch Leidenden konnte dieses Wort manchmal zur vassenden Anwendung kommen. Aber wir Gesunden, die wir noch im Lenz des Lebens stehen, oder die wir uns eines heiteren Lebensabends erfreuen, brauchen wir etwas zu vertreiben, das ohnedies, ach, nur zu schnell, vergeht? Wie fluchtig entschwinden die rostgen Jugendtage, wie viele fröhliche Stunden sind veraanaen. ehe wir's ae-
dacht, ja selbst die traurigsten, die bittersten Tage, wo wir vermeinten, niemals über den Schmerz hinwegzukommen, sie liegen schon weit hinter uns. Auf unsere Herzenswunden hat die nimmer rastende Zeit ihren Balsam geträufelt und nun. da sich auf unserem Haupte schon der Schnee des Alters zeigt. eilt nicht ein Jahr schnei ler als das andere davon? Die Zeit fliegt mit uns schneller, immer schneller. bis wir an der dunklen Pforte der Ewigkeit stehen, dort, wo Zeit und Raum aufhören. Während der eine, infolge der vielen großen Ansprüche, welche das Leben an seinen Fleiß, an seine Arbeitskraft stellt, kaum zum Bewußtsein seiner selbst kommt und wirklich zu nichts" Zeit findet, denkt der andere darüber nach, wie er sich die Zeit vertreibt, denn die Stunden seines müßigen, inhaltslosen Lebens vergehen ihm in tödtlicher Langsamkeit. Wie viele Frauen und Mädchen der glücklichen Reichen" winen wirklich nicht, wie sie ihre Zeit verbringen sollen. Zeitvertreib" zu ersinnen, ist ihre hauptsächlichste Beschästigung, und nur sehr wenigen sällt es ein. ihre viele freie Zeit in den Dienst ihrer Nebenmenschen zu stellen. Wie viele Wohlthaten könnten den Armen durch sie erwiesen werden! In der Sorge um diese oder jene arme Familie würden diese vielleicht unfreiwilligen Müßiggängerinnen so viel segensreiche Arbeit finden, daß sie die Worte Zeitvertreib" und Langeweile" vergessen müßten. Kaufet die Zeit aus," sagt das alte Bibelwort; in's Moderne übersetzt, heit es aber leider: Genieße so lo'iti wie möglich und so schnell wie möglich." und nach diesem Grundsatze wird sogar vielfach unsere Jugend erzogen. Zeit ist ein Gut, mit dem die Jugend verschwendet und das Aller geizt. In der richtigen Verwendung der Zeit .liegt ein großer Theil der menschlichen Glückseligkeit-. die ja eigentlich nur in Zufriedenheit und dem frohen Gefühl erfüllter Pflichten besteht. Lehret die Kinder den Werth der Zeit schätzen, erzieht sie zum fröhlichen Schaffen, zu ernsten Lebenszwecken in der heutigen schweren Noth der Zeit, und wenn ihnen später Fortuna zu vielen Mußestunden verhilft, so werden sie diese dann sicher nicht verwenden, um Thorheiten zu begehen aus Zeitvertreib. Gefährlich. Tochter: Mama, schau nur die beiden Schmetterlinge, wie sie von Blüthe zu Blüthe eilen und aus den Kelchen nippen." Mama: Kind, sei still, denn wenn eö der Papa hört, kriegt er gleich wieder Durst."
Wilder ans Hiwk. Das Pusterthal, ein an Ausdehnung wie an Naturschönheiten hervorragendes Thal Tirols, im westlichen und östlichen Theil von mächtigen Bergen eingeengt, weitet sich bei Bruneck, dem Hauptorte des Thales, kesselartig aus. Gegen Westen eröffnet sich dem von der Lienzer Seite einfahrenden Touristen, nachdem der Zug den letzten Tunnel durcheilt hat. ein prachtvoller Blick auf das freundliche Stäbchen, welches.- sich an den Fuß umgebender Berge anschmiegend, eine außerordentlich malerische Lage besitzt. Anheimelnd berührt uns beim Betreten des alterthümlichenOrtes der echt deutsche Charakter der mittelalterlichen Architektur, in allen Gäßchen reizvolle Bilder erschließend. Das weite Thal behcrrschend, erhebt sich über den Häusern
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Burg V r u n e ck. friedliebender Bürger eine stolze Burg, noch heute gut erhalten; diese sowie die Stadt wurden um die Mitte des 13. Jahrhunderts vom Bischof Bruno von Brixen erbaut.. Gegenwärtig bildet Bruneck einen sehr beliebten Sommereufenthalt, welcher wegen seiner schatiigenAnlagen und reizenden Ausflugsorte mit Recht gelobt wird. Unser Weg führt uns gegen S. Lorenzen, den freundlichen Marktflecken, zwischen der Sonnen- und Michaelsbura an der alten Römerstraße gelegen. Hier finden wir im Gasthause zum Mondschein gut: Verpflegung und anregende Unterhaltung, bis uns der eigenartig nach felbstgewähltem Rhythmus und Tonfall ertönende Gesang des Nachtwächters zur Ruhe ermahnt. Des Morgens besuchen wir die Westlich vom Orte auf einem steilen Schieferhügel sich erhebende Sonnenburg, deren Entstehung auf die Römer zurückzuführen ist. 1018 ward die Burg in ein Frauenkloster umgewandelt und blieb als solches bis 1785 bestehen, in welchem Jahre Kaiser Joseph II. das Kloster aufhob. Gegenwärtig ist die Ruine im Besitze des Marktfleckens S. X!orenzen und dient armen Leuten als Wohnstätte. Unter der Sonnenburg ruft uns ein hier ausgegrabener und an der Heerstraße aufgestellter Meilenstein die Macht des römischen Reiches mit semer hohen Kultur und semen rmu k MÜ äv p ÄW . vWIl M i ch a e l s b u r g.. Eroberungsgelüsten in's Gedächtniß zurück. Dieser Stein ist jedoch nur eine Nachbildung des Originals, das sich im Innsbruck Museum befindet. Auch die der Sonnenburg gegenüberliegende Michaelsburg war ehemals eine römische Befestigung. Im Innern ist noch eine Anzahl kleiner, mittelalterlicher Gemächer mit lauschigen Erkern, zum Theil vertäfelt, erhalten. Die zerfallenen Thürme dienen den Raubvögeln zum Aufenthalt. Gegen Südwest öffnet sich das schmale Enneberger- oder Gaderthal mit seinem rauschenden Bache. Die steilen bewaldeten Gehänge treten nur an wenigen Stellen auseinander und bieten an der Thalsohle kleinen Ortschaften Raum; zumeist sind die Dörfchen in bedeutender Höhe erbaut, wo die Bewohner bisher in ihrer Abgeschiedenheit ein sehr einsames Dasein führten. Sonnenburg. Der alte Fahrweg, welcher bald hoch an den steilen Wänden, bald unten an den Ufern des Baches, den Krümmun gen der Berge folgend, für größere Frachten nicht befahrbar war, wurde vor einigen Jahren durch eine neue, nach langer, gefährlicher und höchst verdienstlicher Friedensarbeit heimathlicher Marssöhne eröffnete Kunststraße auf's Beste ersetzt. An steilen Felswänden entlang mußte mit SprengMitteln die Bahn geebnet werden; stellenweise führt der Weg zwischen ge waltig massiven Steinkolossen und der Berglehne, selbst durch Tunnels hindurch bis zu einem Gasthause, der ersten Wohnstätte wo ladinische Mundart ertönt. Zur Gemeinde Palfrad gehörig, erbaute der Besitzer des GeHöftes, früher hoch oben an der alten Straße seßhaft, ein neues Gasthaus,welchem er die oben abgebrochene Scheuer hier anfügte, indem er in Er-
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mangelung eines entsprechenden Baugrundes zwei mächtige Pfeiler aus dem Bette des Baches aufführte, auf welchen der hölzerne Bau über dem Abgründe schwebt. Nach einem Marsche von neun Kilometern öffnet sich das Tbal; wir stehen vor Zwischenwasser, einem Dörfchen an der Mündung des von S. Bigil abfließenden Baches in den Gaderbach.
Mühle beiColfuschg. Wir übersetzen das Flüßchen und gelangen nach anderthalbstündiger Wanderung gegen Süden nach Piccolein und S. Martin mit dem Schlosse Thurn, in weiterer Folge nach Pedros, einem kleinen Orte an den Ufern eines aus dem Herzen der Dolomitenwelt hervorsprudelnden Wildbaches, dessen Ufer durch einfach übereinander gelegte starke Bäume vor den mitunter gefahrdrohenden Gewässern geschützt sind. Bon hier an gestaltet sich die Landschaft immer großartiger, die malerische Schönheit der Straße erreicht bei der vor Pedraces hoch über dem Abgründ errichteten eisernen Brücke ihren Höhepunkt. Letztgenannter Ort schließt ein viel besuchtes Schwefelbad ein. Der langgestreckte Rücken des gewaltigen Kreuzkofels begleitet uns nun eine geraume Strecke, bis wir durch einen, deiltliche Spurcn von Schuttmoränen an sich tragenden Wald zum Orte Stern und auf glatter Bahn zum Gebirgsknoten, in dessen Kessel Corvara und Colfuschg liegen, gelangen. P e d r o a. Diese beiden Orte, deren absolute Höhen 1572 Meter und 1643 Meter betragen, zeigen den ursprünglichen Charakter hochliegender Bergorte. Zerstreut liegen da nur wenige, zumeist hölzerne Bauten, unter denen die freundlichen Kirchlein auffallen. In beiden Orten sorgen gute Gasthäuser für bequeme Unterkunst. Das WirthsHaus in Corvara ist außerdem durch zahlreiche schöne Gemälde und Humortolle Skizzen von dem bedeutenden Maler Rottonara. einem Kinde des Hauses, interessant. Im Grunde des Beckens breiten sich weite Wiesen aus. Die Abhänge der nächtigen einschließenden Berge sind nur noch an ihrem Fuße mit spärlichem Nadelholz besetzt, zumeist zum Schutze der cultivirten Theile gegen Lawinen. Die hohe Lage macht den Ackerbau fast unmöglich. Bon großem Interesse erscheint die vielzackige Gestalt der Sellagruppe mit der BoöSpitze, wie auch das Steinmeer der Pui'z-Alp mit ihrem kleinen, stillen Lergsee. Jaso! Nichter: Hinkermühlbauer, Sie za ren doch auch im Zimmer und rennten mehr von der Rauserei gcsefa.i habün?" Bauer (als Zeuge): Drin bin i scho g'wen, ober g'seh'n hab i nun." Richter: Wo haben Sie denn gesteckt?" Bauer: Unterm T'sch." Richter: Sie haben sich also darunter besteckt?" Bauer: Na, versteckt net zuaahaut loV ! damit." Eine gute Tochter. Liebst Du mich auch wirklich. Mar tha?" Ach. ich bin ja so froh, daß Du Papa die Sorge abgenommen hast." Erbliche S?T st u n g. Fritzchen: Du, Papa, waö heißt denn das eigentlich erbliche Belastung- ?" Papa: Hm erbliche Belastung" ist, wenn man Nein, so würdest du es nicht verstehen. Also erbliche Belastung" ist, was man von seinem Papa und Mama bekommt." Fritzchen: Aha Keile?" Nicht befriedigt. Papa läßt seinen kleinen Hans auf dem Knie reiten. Nachdem dieser das Bergnügen mit bekannter Ausdauer genossen, hält er plötzlich inre und blickt nachdenklich vor sich hin. Dann spricht er: Weißt Du was. Papu?" Nun?" Ich möchte wohl 'mal auf einem vier, beinigen Esel reiten."
s. Mit der Besitzergreifung Californiens durch die Spanier begann der Niedergang der zahlreichen eingeborenen Bevölkerung, die sich bis dahin in üngestörtemBesitz des fruchtbaren Landes befunden hatte. Nach zuverlässigen Schätzungen lebten damals allein im nördlichen Californien über 50.000 Indianer, doch nahm ihre Zahl in Folge der grausamen Behandlung durch die weißen Eroberer und mancher Seuchen, welche die letzteren mit sich brachten, so schnell ab. daß bei der Eroberung des Landes durch die Amerikaner kaum die Hälfte davon übrig war. Aber unter der amerikanischen Herrschaft nahm die Vernichtung der Eingeborenen ein noch schnelleres TemPo an. Das Laster der Trunksucht räumte fürchterlich unter ihnen auf und die unersättliche Habgier der Weißen that das Uebrige. Sobald die Weißen erkannten, daß das Land in der nördlichen Hälfte des Staates sich Gruppe von Vukiahs. ganz vorzüglich für die Viehzucht eignete. ergriffen sie ohne Weiteres davon Besitz und trieben die hilflosen Eingeborenen in die unfruchtbaren Regionen. Daß die Indianer ob des ihnen zugefügten Unrechts Rache nahmen, war wohl natürlich und wo immer sie konnten, tödteten sie das Vieh der Ansiedler. Selbstverständlich übten die Letzteren Vergeltung und in dem sich entspinnenden blutigen Ringen mußte die schwächere Rasse unterliegen; viele Tausende von Indianern wurden hingeschlachtet und erst als es keine Rothhäute mer gab, hörte das Massacre auf. SonomaCounty. einer der fruchtbarsten Distrikte des Staates, war namentlich der blutige Schauplatz dieses Vernichtungskampfes, doch schweigen seine Annalen über die unmenschliche Behandlung, welche die Eingeborenen unter den Händen der ersten Ansiedler zu erdulden hatten. Wo heute prächtige Obstgärten sich befinden, standen einstmals die ärmlichen Hütten der Eingeborenen, die mit Feuer gemartert wurden, um schließlich eines gewaltsamen Todes zu sterben. Freilich ist es eine Thalsache, daß die kalifornischen Indianer auf der denkbar niedrigsten Stufe standen. An Intelligenz kaum den Eingeborenen Australiens überlegen, standen sie sogar diesen in mancher anderen Beziehung nach. Sie unterschieden sich in ihrer Lebensweise nur wenig von den wilden Thieren. Männer wie Weiber gingen vollständig nackt und nur wenn das Wetter außerordentlich rauh war, schützten sie sich mit Häuten gegen die Kälte. Ihre Nahrung bestand aus dem widerlichsten Gethier. wie Schlangen, Eidechsen und Würmern. Gebratene Heuschrecken galten als eine Delicatesse, der nur in YukZah - Hütte. Fäulniß übergegangener Fisch gleichkam. Ihren Namen Digger" hatten sie der Gepflogenheit, nach Wurzeln und Würmern zu graben, zu verdanken. J'hre Trägheit war so groß, daß selbst der faulste Weiße, der je gelebt, km Vergleich mit ihnen fleißig genannt werden'könnte. Von diesen Indianern, die einst nach Zehntausenden zählten, gibt es in Sonoma County noch ein kleines, etwa 300 Köpfe zählendes Häuflein. Sie befinden sich im Besitz nur wenig ertragsähigen Landes, wo sie etwas Äckerbau und Viehzucht treiden, seitdem sie dazu angehalten werden. Auf ihrer kleinen Reservation gibt es auch eine kleine Missionsschule, in der nicht blos die Elemente desWissens, sondern auchHandfertigkeiten gelehrt werden. Dieser Schule ist es zu verdanken, daß die meisten Yukiahs die scheußlichen Lebensgewohnheiten ihrer Väter aufgegeben haben; einzelne von ihnen besitzen schon kleine HolzHäuschen, allein die Mehrzahl haust noch in ärmlichen Hütten, die nur aus Baumzweiqen und Stroh bestehen. Die Tage der Auliahs sind aber gezählt, denn Schnaps und Seuchen räumen furchtbar unter ihnen auf. Trotzdem. die Bundes - Regierung den Verkauf von Whisky an dieJndianer mit strengen Strafen ahndet, finden sich doch gewissenlose Händler, welche um des Gewinns Willen dieses Verbot umgehen. Von Jahr zu Jahr nimmt die Zahl der Fuliahs ab und nach wemgen Jahrzehnten wird der Letzte dieses einst zahlreichen Stammes in die Grube gesunken sein. Mancher ist ein Weiberfeind. weil die Frauen nichts von ihm wissen wollen. PhysiognomischeStudie. Sie (ängstlich): Nun. Oscar. hast Du bei Papa um mich angehalten?" Er:- ..Ja." Sie: Und was sagte er?- Er: Gesagt hat er nichts, aber er sah mich so mitleidig an. daß ich fest überzeugt lin " Sie: Er giebt mich Dir nicht?- Er: Im Ge-gentheil."
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Floße von Thierhäntcn. Auf alten Denkmälern in 5!inive hat man Darstellungen gefunden, wie die Truppen Sanherib's auf aufgeblasenen Schläuchen auS Thierhäuten reitend oder liegend über einen Fluß schwimmen. Diese Kelleks" genannten Schläuche sind denen ganz ähnlich, deren sich heute die Russen zur Her-, stellung von Flößen bedienen, auf welchen sie nicht nur Fußtruppen, fondern auch Geschütze über Flüsse hinüberschaffen. Die von Mannschaften der assyrischen Heere auf den Schultern getragenen oder von Tragethieren mitgeführten Thierschläuche wurden am Ufer zunächst geblasen, die Einblaseoffnungen zugebunden und dann in
Abtrennen der Haut. den Fluß gebracht. Die mit allen Waffen ausgerüsteten Soldaten, den Schild auf dem Nücken. legten sich rittlings darauf. Das ist ein Versahren, Flüsse zu durchschwimmen, das noch heute in Mesopotamien gebräuchlich ist und das von den russischen Truppen in den letzten Jahren nachgeahmt und erweitert wurde, wobei wir indessen nicht behaupten möchten, daß die alten Völker es nicht verstanden hätten, auch Flöße von solchen Kelleks tragen zu lassen. Erzählt doch der Feldmarschall Graf Moltke in seinen Reisebriefen aus dem Morgenlande, daß er auf einem in dieser Weise hergestellten Floß den Euphrat hinuntcrgetrieben ist. Die Russen haben für die Herstellung solcher Flöße eine Vorschrift enrworfen, nach welcher die Truppen m vorkommenden Fällen zu verfahren haben. Zu den Schläuchen werden die Häute der Rinder verwendet, welche die Truppen schlachten, um sich mit Fleisch zu versorgen. Um die Häute verwendbar zu machen, müssen möglichst wenige Oeffnungen beim Schlachten entstehen, die unvermeidlichen aber müssen so geschlossen werden, daß sie luftdicht sind. Die Haute werden - eigentlich nicht vom Thiere abgetrennt, sondern das Thier wird aus seiner Haut herausgeholt. Zu diesem Zweck wird der Kopf, wie in der Abbildung ersichtlich, bei C D, die Beine werden unter dem j Floß mit Soldaten. Knie abgeschnitten. Um die großen Knochen durch den Hals herauslösen zu können, wird der letztere noch von D bis J aufgeschnitten. Nach dem Herauslösen des Fleisches wird die Haut zunächst auf der Fleischseite stark mit Seesalz eingebrieben uirt nach drei bis vier Tagen reichlich mit Fett getränkt, um sie für längere Zeit aufbewahrungsfähig zu machen und namentlich vor dem Brüchigwerden zu fchützen. Darauf können die Oeffnungen gebunden werden. Am Halse sind Löcher in die Haut geschnitten, durch welche ein starker Faden gezogen und mittelst desselben die weite Oeffnung zusammengeschnürt und gebunden wird. Die Zuschnürungen von F und G werden nach innen gezogen; in das eine Bein wird eine kurze Röhre eingebunden, durch welche die Luft zum Aufblähen der Haut eingeblasen wird. Vier solcher Schläuche dienen dann zum Bau eines Floßes. Die Beine werden über die Lang- und Querschwellen gelegt und hier festgeschnürt, wodurch der Rahmen festen Zusammenhalt gewinnt; auf denselben werden Belagbretter gelegt, die gleichsam die Brückenbahn bilden. Ein solches aus vier Schläuchen hergestelltes Floß kann zehn Menschen tragen, wobei seine Oberfläche noch 6 Zoll über Wasser bleibt. Sechs Schläuche können zwanzig Menschen tragen und dabei bleibt das Floß noch immer 4 Zoll Über Wasser. In die Langschwellen sind vier Paar Dollen zum Einlegen der Ruder eingesetzt. Modern. Chef: . . Also, ich werde es mir noch überlegen; denn Sie sind verheirathet und ich würde, offen gesagt, die Stelle lieber einem Ledigen verleihen!" Bewerber: O, ich kann mich ja von meiner Frau scheiden lassen!" Schnell fertig ist die Jugend mit dem Gedicht. Ein hoffnungsvolles Zeichen. Tochter: Weißt Du. Mama, ich glaube, Georg wird sich bald erklären." Mama: Und worauf gründet sich Deine Hoffnung, Mabel?" Tochter: Gestern waren wir in einer Bicycle - Niederlage, und da schien er sich nur für Tandems- zu interessiTen."
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Ans Halb-Asicn. Seit vielen Jahren hat kein Verbrechen so allgemeines Aufsehen erregt, teie die Ermordung der Ungarin Anna Simon durch den bulgarischen Leibgarde - Capitan Detschko Boitschew. Die Unglückliche, welche des Mörders Geliebte gewesen. Wurde von diesem nter Beihilfe des Polizeipräfecten von Vhilippopel, Novelitsch, und des Gensdarmen Bogdan Vasilew in der Umgebung der Hauptstadt Ost-Rumeliens durch Chloroform betäubt, dann entkleidet und mit Steinen beschwert in die hochgehende Maritza geworfen. Capitän Boitschew ist. der Sohn eines Straßknräubers, der im Gefangnisse zu Konstantinopel gestorben ist. "Äer Anführer der Räuberbande, welcher der Vater des Capitäns Boitschew angehörte, war ein gewisser Dobri, und derselben Bande gehörte auch Bastl Gaidardziata an, der Vater des Hofgendarmen aus dem fürstlichen Pa lais in Philippopel.. Bogdan Vasilew, der bei der Ermordung der Anna Simon der Gehilfe Boitschew's war. Halbnackt und barfüßig kam der junF? Detschko nach Sofia, wo er bei einem Wirthe als Kellnerbursche in Dienst trat. Da soll ihm denn Jemand gerathen haben, er möge beim Fürsten Alexander ein Bittgesuch einreichen, damit ihn dieser auf seine Kosten die
Capitan Boi.ttschew. Schule besuchen lasse. Fürst Alexander schickte den Jungen nach Philipyopel auf's Gymnasium wo er ihn, mit monatlich 40 Fr unterstützte Später trat Boitschew in- die Junkerschule. Als Junker gehörte er zu der Eskorte, die den Fürsten Alexander.' nach seiner Entthronunt.nach Reni geleitete. Bei dieser Gelegenheit benahm sich Boitschew überaus brutal gegen den Fürsten, seinen Wohlthäter. Als ihm Fürst Alexander irr Erinnerung brachte, was er ihm verdanke, gab ihm Boitschew einen Schlag in's Gesicht und rief: Schweige, elender Schwabe!" Und dieser Mensch wurde unter dem Fürsten Ferdinand Adjutant und Leibgarde - Capitan. Den Fürsten Ferdinand hat er dann spater auf dessen Reisen oft als Ordonnanzoffizier begleitet; da er der italienischen Sprache mächtig war wurde er auch dem Hofstaat der Fürsiin zugetheilt. Metamorphosen Eine moderne Bram vor der. TrarmnA tVNSv w und nach der Trauung. Praktisch. Gast (in einem Dorfwirthshaus): Na, Herr Wirth Sie haben sich ja seit meinem letzten Hiersein ein ganz neues Mobiliar angeschafft! Gedrehte Füße an Tisch und Stühlen - das heiß' ich nobel!" Wirth: Ja wissen Sie. weg'n der Nobless' is dös net q'schehn. sondern weg'n 'n Raus'n. Da hab'n s' mir alleweil d' Stuhlfüß' abgeh'haut und deßhalb hab' ich mir solche zum abschraub' 'kauft! Wenn's zum rauf'n kommt, sind f' gleich 'runter, und, wenn ausg'rauft is, gleich wieder ang schraubt!" JnGegenrechnung. Sie sind wohl krank, Meister, weil Sie so viel Tropfen nehmen ?" Schneider : Das gerade nicht, aber ich kann kein Geld vom Doctor kriegen, das er mir so lange schuldet, nun muß ich z tot ArgstenS abmedicamentiren."
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