Indiana Tribüne, Volume 20, Number 307, Indianapolis, Marion County, 25 July 1897 — Page 2

Ser Sewstmordcr. Eine feRfamc Geschichte, ten C. L. Man seilte meinen, ba&, weil die 5fjen im Himmel geschloffen werden, jede Ehe auch wenigstens ein Stück ParMeZ sein müßte. Und so ist es euch, nur ist in dm meisten dieser Par-diese die Schlange zu mächtig ge worden, die Schlange der Zwietracht. bK Eifersucht und wie die FriedensfÄrer alle heißen mögen, und die Unschuld, die Eintrscht und der Frde 3jaoen Reißans Genommen. Auch der Kaufmann Schwendler lebte in einM solchen Paradiese, nur jvar es zweifelhaft, wer von den beiden "Ehegatten ds am meisten beilegte, in das sie sich in einem Augenblicke der Leidenschaft, vder, wie dieLenk sagten, infolg! eims Rechensehiris gestürzt. 'Herr Schwindler hatte bei seiner 23er 'heirathung mehr das Vermögen als die Liebenswürdigkeit der Braut in's Auge gefaßt und erst später gefunden, daß er sich in seinen Voraussetzungen schmerzlich getäuscht. Wie dem auch sein Trrarr: die ganze stadt wußte, daß die Schwendler'sche Ehe eine sogenannte unglückliche war, und Niemand wußte es mehr, als die Ehegatten selbst. Anfangs hatte man wenigstens vor den Leuten .noch ein freundliches Gesicht gezeigt; am Ende wurde aber ten beiden Gatten euch der Schein 31a Lust und sie lebten wie man zu sagen pflegt, wie Katze unk Hund, und zwar umsomehr, als sich dicVermögen'sverhältnisse von Tag

zu Tag verjSUechterten. Ais e Echwendler eines -Tages seine Bucher rw i. ii c ... t micyillg und Die Bilanz zog, ergao sich ein nicht unbedeutendes Deficit. 'Äerrn Scbwendler's Entsckluk war schnell gefaßt. Er wollte seinen Ban kerott nicht überleben, sondern steckte ein paar Pistolen zu sich und ging damit in den Wald. Frau Schwendler hatte das unruhige Wesen ihres Mannes bemerkt und folgte ihm ans dem Fuße. Sie fand ihren Gatten unter einem Eichbaume sitz'.nd, wie er nachdenklich die Pistolen lud; dann sah er plötzlich auf und in 'das blasse Antlitz seiner Frau. Soweit ist es mit uns gekommen!" sagte der Mann, und daran bist Du nur schuld; .hätte mein Unstern mich nie mit Dir zusammengeführt, so wäre ich noch der glückliche Mann, der ich früher war." Hab' ich mich Dir aufgedrängt?" war die Antwort, ich hätte bessere Partien machen können und wäre jedenfalls glücklicher, als ich jetzt bin!" Darum müssen wir scheiden!" seufzte Herr Schwendler; ich habe meinen Weg verfehlt fei Du glücklich!" Wir wollen versöhnt scheiden." -sagte dieFrau gerührt, Du sollst nicht allein sterben gieb mir eine Deiner Pistolen!" ' Wie? Du wolltest?" ' Ich will! Wir können im Leben nicht glücklich werden, so vereine uns der Tod. Gieb mir eine der Pistolen!" - Leb' wohl!" Herr Schwendler 'reichte seiner Frau zum letzten Abschiede die Hand, dann eine der Pistolen und ging dann tiefer in den Wald. Wie Herr Schwendler so allein für $aß ging, begann er bei sich zu überlesen. Weswegen sterben? Der Schulden wegen? Rein! Also wegen meiner Frau! Wenn aber meine 5?rau ficn erschient, so kann ich ein freies, besseres Leben beginnen! Ja! Und er ihat den Schuß in die Luft. : In demselben Augenblicke fast rollte durch den Wald ein zweiter Schuß. Derr Schwendler lauschte gespannt. Sie hat Wort gehalten," flüsterte er 1 -r . rvc r -f- v . 1 - . X. Y ? T k iciic. SQii cqauociii uuuj uiuuuiu besiegte ihn der Gedanke: Jetzt bist Du frei!" Er verließ eilenden Fußes den Wald und kam bald m seine Woh nuna. Wer aber beschreibt das gegenseitige Entsetzen, als beide Ehegatten in dem Hausflur zusammentrafen, opnqlos starrten sie sich an, eins glaubte in dem ndern em Gespenst zu seyen. i Du bist nicht todt?" ' .Du hast Dich nicht erschossen? ! Frau Schwendler hatte fast diesll . ., . xtn Gedanken geyegl. wie iyr ro.i:5i'iei Gatte und hatte den Schuß ebenfalls in die Luft aefeuert in derselben festen Ueberzeugung. ihresEhetyrannen ledig zu sein. Es scheint wirklich, daß der ?.'!ensch -seinem Schicksal mchl entgeyen kann, seufzte Herr Schwendler, fügen wir jj . c . 1 . ... r.'.ii.tuns also geomvig varelnuno uct wir Frieden!" Die Frau schlug in die dargebotene Hand ein und sagte: erjuazen wir ' noch einmal miteinander!" So war der Friede wieder hnge stellt; auf wie lange? Das muß die Zeit lehren. , Erinncrungswort. . Von Elisabeth Kolbe. Die Rosenzeit, so hold, so sonnig, Die unserm Leben auch geblüht, 1 Sie geht vorüber, kurz und wonnig. Und stimmt zur Wehmuth das Gemüth. - Jedoch ein Herz, das jung geblieben In seiner Tage Glück und Leid, Bewahrt sich, treu im Hoffen, Lieben, Mr immer seine Rosenzeit. Renommaqe. Herr Lieutenant haben wohl viefc Erfolge in der Liebe zu verzeichnen?- Ach, sag' Ihnen egal wo ick esse überll knirscht Salz förmlich in den Spei. Jen!" ' Boshaft. Fräulein: . . Ach, Sie sind Mediciner da können Sie mir wohl entziffern, was mir hier 'mal ein junger Arzt in's Stammbuch geschrieben bat!" Studiosus (lesend): Das, ja das sind . . zwei Re. cepte gegen rothe Nase und SommerGossen!."' . . 4

Vay Wrown's Rettung.

Eine Tpielergeschichte von W. v. Schier brand. Vor einigen 20 Jahren gingen in dem Städtchen Baxter, Mo., vier Jungen zusammen in die Schule. Aleck Malcolm, Nay Brown, Gus Radmacher und Fred Bülow hießen sie; die letzteren zwei waren die Söhne deutscher Eltern, fast die einzigen im Orte. Es waren wilde Rangen, die dem Lehrer, einem hageren, schwindsüchtigen Mann aus Maine, viel Verdruß bereiteten, denn bei allen Streichen, die ihm gespielt wurden, waren sie drc Anführer. Brown und Radmache?, deren Eltern katholisch waren, sollten einst Priester werden, während die beiden anderen Jungen nach St. Louis sollten, um dort Geschäftsleute ZU werden. Aber der Zufall wollte es, vatz alle vier Jungen keine Lust hierzu hatten, und als sie 17 Jahre zählten, da brannten sie gemeinschaftlich durch und gingen in die weite Welt. Mit 25 waren sie sämmtlich abgefeimte, berüchtigte, kühne Spieler, die sich im ganzen Gebiet der Vereinigten Staaten sowie in Canada, in Mexico und Central - Amerika umgesehen hatten und mit allen Hunden gehetzt waren. Ray Brown, der seinem Aeußeren nach thatsächlich zum Priester gepaßt hätte, denn er war schlank, mit feinen Zügen und immer glatt rasirtem Gesicht, war der verschmitzteste von Allen, während Bülow der kühnste und glücklichste des vierblätterigen Kleeblatts war. Bis dahin hatten sie sich nämlich noch nicht getrennt. Aber um diese Zeit ließ sich 1 Brown mit Radmacher verleiten, der I . . . ' Einladuna eines amer kan scken Bekannten in Guatemala zu folgen und mit diesem eine Spielbank in San Jos6 zu errichten. Bülow dagegen, der einmal Europa kennen lernen wollte, reiste um dieselbe Zeit nach Monte Carlo. Malcolm blieb in dem Gebiete der Vereinigten Staaten und ernährte sich nicht redlich, aber mit abwechselndem Glück. Es war seitdem eine Reihe von Iahren verflossen. Manchmal, in längeren Zwischenräumen, hörten die vier Freunde von einander, aber sie schrieden sich fast nie während dieser langen Zeit. Das Leben dieser Leute ist wie das allen fahrenden Volkes unbeständig, auf und nieder, heute Champagner mit Trüffeln, morgen Crackers und Käse. So ging es den Vieren auch. Von Bülow indeß liefen längere Zeit Nachrichten ein, die bewiesen, daß er's besonders glücklich getroffen haben mußte, und es hieß, er lebe im Ueberfluß in Paris und Nizza und habe es zu bedeutendem Reichthum gebracht. Am abenteuerlichsten war wohl das Schicksal der Zwei, die nach CentralAmerika gegangen waren. Ein Sohn des damaligen Präsidenten Barrios von Guatemala nämlich, der Brown und Radmacher vor Jahren in New ?)ork kennen gelernt hatte, war ihr Beschutzer und Gönner in Guatemala aeworden, und seinem Einflüsse hatten sie es zu verdanken, daß sie in San Jos6 ein Monopol erhielten; ihre Spielbank war die einzige in der Runde, und da die Spanisch-Amerika-ner gerade so wie die Einwohner der Ver. Staaten eingefleischte Glücksspieler sind, so blühte binnen Kurzem das Geschäft für die zwei Gefährten. Binnen Kurzem sogar erhielten sie die Erlaubniß, die ihnen ihr Freund, der junge Barrios. erwirkt hcrtte. ein zweites Etablissement in Ehamperico zu erTiCC Tv-i rr 5 vlliieii. iori oueo aomaazer, wayrend Ray Brown in San Jos6 de Geatemala dasGeschäst" allein weiter betrieb. Zusammen spielten die zwei Amerikaner im Ganzen so glücklich, daß das Gerücht von ihren großen Gewinnsten zuweilen über's ganze Land sich verbreitete. Unglücklicherweise brach eines Tages ganz plötzlich Krieg aus zwischen Guatemala und Salvador. Die zwei Amerikaner wurden, halb gutwillig, halb durch Gewalt, gezwungen, ihr Theil zu den Kosten des Feldzuges beizutragen, und mit einem Regiment, dessen Sold auf einen Monat hinaus ganz allein mit dem Spielergewinnst der Beiden bezahlt worden war, zog Don Bazan Barrios, der Sohn des Präsidenten und Gönners der jungen Amerikaner hinaus in's Feld. Der Krieg zwischen den zwei Nachbarrepubliken zog sich indessen in die Länge, und Gen. Zaldivar. der auf der Seite vonSan Salvador kämpfte, erwies sich als der bessere Feldherr. In einer Schlacht, bei der ca. 30.000 Truppen auf beiden Seiten engagirt waren, wurde der Heerführer von Guatemala auf's Haupt geschlagen und der junge Barrios selbst blieb als Leiche auf der Wahlstatt. General Zaldivar, der einige Tage darauf seinen Einzug in Champerico hielt, ließ Radmacher vor sich rufen, und als dieser sich weigerte, ihm 550,000 Kriegscontribution zu zahlen, indem er versicherte, das sei mehr als er überhaupt sein Eigen nenne, ließ ihn der rauhe Kriegsmann einfach - an den Galgen hängen. Seine Leiche schmückte noch mehrere Monate, in Ketten klirrend, das Hauptthor der Stadt. Darauf ließ Zaldivar auch den anderen Amerika ner, Ray Brown. greifen. Er wollte auch mit ihm ähnlich verfahren, doch ließ er sich bewegen, den Gefanaenen vorläufig in die Citadelle von San Joss sperren zu lassen. Bei diesen centralamerikanischen Kriegen und Revolutionen heißt cs gewohnlich: Zeit gewonnen. Alles gewonnen. denn in der Regel dauert es nicht lange damit, so ist schon wieder ein neuer Gewalthaber imSattel, der dann die Freunde seines Vorgängers gern in Freiheit setzt. Aber in diesem besonderen Falle schien dies nicht so schnell zu I gern. as ganze zaaroermogen, oas Ray Vrown in San Jos6 hatte, war

ihm bei der Verhaftung abgenommen . .

woroen. Er valle es zwar ver tanoen. einen Gürtel, den er um den Leib trug bcZ Tag und Nacht und in dem sich eine Anzahl Edelsteine und eine erkleckliche Summe in amerikanischen Goldadlern befand, mit in's Gefängniß zu schmuggeln, aber damit, das wußte er, würde er seine Freiheit nicht erkaufen können. Ray Brown war aber, wie wie ich schon erwähnte, ein hübscher Mensch, dessen braune Augen so unschuldig und vertrauenerweckend blicken konnten, daß er damit schon häufig Erfolge, namentlich bei den Frauen, gehabt hatte. Die Gemahlin des Commandanten der Citadelle in San. Ios6 faßte Mitleiden mit dem hüb-' schenFremdling, und durch einige rechtzeitige Geschenke, die er aus seinem Gürtel hervorholte als er nicht beobachtet wurde,hatte er bei derDame erwirkt, P M w w fw lyren ganzenmsiun vei iyrem scanne aufzuwenden um das Leben des Gefangenen ZU schonen. Der Commandant. em gutmüthiger Mann ließ sich aern bereit finden dem Gefangenen !? HlU"chtung der Befehl stundlich erwartet wurde eme Galgenfrist zu gewahren. aber se bstverstandlich durfte er diese Frist nicht m's Ungemessene ausdehnen. Auf die Bitten der rau hin wurde indeß an die Freunde des verurthellten Spielers geschrieben und telegraphirt. um sie zum Ausbringen eines großen Losegeldes zu bewegen, da es ziemlich sicher war. daß gegen Erlegung eines solchen General Zaldivar sich gern bereit fmden lassen wurde,, dem Fremden die Freiheit zu gewahren Leider stand es mit den Finanzen des emen dieser Freunde. Malcolms. nicht zum Besten. Er befand sich gerade rn Rashville. Tenn als der Hulferuf femes alten Pals ihn erÄ Ä Ir Jk ? S ßiSÄ d?r ganzen Spielerzunft dieser Pdte die emes der Eldorados der fVÄ 5Ä!B,t?ira,x sandte er durch Wells, argo & Co. per Expreß ab, aber es genügte bei Weitem Nicht, um den Gönner des Oberfeldherrn der Salvador - Trupp? besänftigen. Nur mit Muhe gelang es Zaldivar zu bestimmen, dem Verurtheilten einen Aufschub zu gewahren gegen Zahlung , diese: Summe Dannesann M Brown auf emen wnÄn? war Nicht wenig erstaunt als er emes Z?k? IL nlU Pari eme lang i Kabeldepesche erhielt wojrn ihm tMl pnt R urnpan VVU CUCIUUl uciiuui UHU ci um uy;vunHülfAU mmdev l 1 IZr, oA 1 Z lnlt;Xn $nm000 Depesche angegeben also 100.00 rnrtrR UtanCS. ifc ist Bülow besann s!ch keinen Augenrrs:. cv k...rr 7 V -r :7 rnmrn ÄSem?l7zu haue indeß stSchwierig und Ä Timl binreiste. Vielleicht ließ sich persönlich an Qrt und Stelle die Anacleivnbeit schneller, billiger und besser begleichen. So raffte denn Bülow alles Baaraeld. dessen er Kabbaft werden konnte, ca. 250.000 Francs im Ganzen, zusammen, und fuhr mit dem ersten Dampfer von Havre weg, nachdem er seinen Freund Brown telegraphisch davon benachrichtigt und ihm Muth zugeV L ?. ' ' sprachen hatte. Einige Wochen vergingen so, da traf Bülow'in Puerto Eabello ein, und von jener Hafenstadt aus verfügte er sich, so schnell es die Umstände erlaubten, über Champerico. wo er die vom Sonnenbrand ausgedörrte Leiche seines anderen Freundes. Radmacher, noch immer an der Stadtmauer hin- und herschwingen sah. nach San Jos6 deGuatemala. Aber hier, als er General Zaldivar sprechen wollte, stellte sich eine neue Schwierigkeit heraus. Der General war mittlerweile am gelben Fieber gestorben und sein Nachfolger, General Balles, behauptete, er müsse erst besondere Instruktionen über sein Verhalten von seiner Regierung in San Salvador einholen. Als Bülow seinen armen Freund, nach Bestechung seiner Wärter, in der Citadelle wiedersah, da merkte er. daß der arme Brown bald einem schleichenden Fieber erliegen würde, das er sich in der schlechten Luft seines Gefängnisses zugezogen hatte, wenn er nicht schleunigst in Freiheit gesetzt und gute ärztliche und körperliche Plege erhalten würde. Er faßte sich also kurz. Mit Hülfe der Gattin des Commandanten wurde ein Plan zur Befreiung des Gefangenen verabredet, Die Wächter im Gefängniß wurden mit bedeutenden Summen bestochen, sodaß sie die Augen und Ohren schlossen. Dem Gefangenen selbst wurden Brechwerkzeuge in die Hände gespielt, mit denen er sich in einer Nacht durch die Wand seiner Zelle durcharbeiten konnte. Vom Corridor aus, wohin er dann gelangen würde, sollte er durch's Fenster, an dem eine Strkckleiter befestigt sein würde, auf die Umfassungsmauer der Citadelle gelangen. und von da an würde sein Freund Bülow mit mehreren Gehülfen das Weitere zur schleunigenFlucht bereithalten, Den Commandanten aber, der selbst unbestechlich war, nahm Bülow auf seinen Theil, inem er ihn in ein interessantes Spiel Monte verwickelte, bei dem er ihn gewinnen ließ und dadurch seine Aufmerksamkeit in dem Maße fesselte, daß er für alles Andere blind und taub blieb. Genau so wurde das Programm ausgeführt. Als spät Nachts die Gattin des Commandanten den zwei Amerikanern auf dem Festungswall zum letzten Mal die Hand schüttelte, da drückte Broten ihr ein Säckchen zwischen die Finger, in dem er noch die letzten Edelsteine verborgen hatte. Ihr Mann aber wurde einige Tage später

w General VaNe? wegen Pflichtver I !. W !... . . .

laumrnB uno angconmci mmioegun stigung seines Postens enthoben und nach kurzer kriegsgerichtlicher Untersuchung standrechtlich erschossen. Die sfrau traf später ihren Schützling, den hübschen Ray Brown, in St. Louis, wohin er sie hatte kommen lassen, und aus den Beiden ist später ein Paar geworden. Bülow kehrte nach Europa zurück und ist heute noch einer der wagelustigstenSpieler in Monte Carlo und allen anderen internationalen Spielhöllen. Acr kkcsstschc Zeuge. Italienische Novcllctte von 2. Mcntzcl. I. t ' i Grütz mir also den alten Giusepjn Zch ihn sehe gewiß." w0 er wird wohl das erste Modell sein, das in Rom an Deine Thür tropft. Der Mann weiß genau, was fchl Charakterkopf werth ist." Wahrscheinlich seit Du ihn verwigt hast." meinte der junge Maler d stieß mit dem etwas älteren Funde an mStam sein. Seitdem hat ja auch bic 6nt Bianca ihre Reize entdeckt." Verhaltene Bitterkeit klang aus diejcn Worten, die dem jungen Künstler zcht entging und etwas in ihm aufstaRa. wart' einmal." versetzte n 0. .ich werd' mich doch soaU möglich überzeugen, ob Bors nicht ganz gehörig aufgeschnitten Nach dem, was Du von' Bianca erzähltest.kann sie unmöglich so schlecht Worden sein " er kennt die römischen Modelle anV meinte der Andere. .Komödiantm fmb w Glaubt einer an die Rolle, die sie spielen, so fällt er m gehörig hinein. Nimm Dich in daß Dir's nicht auch passirt." miV lsld)tc derAndere und schüt. telte den blonden Krauskopf. .So , f Mathilde bauen kann, bin f H 'und sie ist ein treues deutrl Mädchen " m R , wieder ein Schatten über die Züge des qeniaUn Fundes flog, bereute er die unm hing worfenen Worte. Aber Eindruck nicht wieder u trat eine Anzahl junger Leute in den Wartesaal, m kreisenden Kollegen den letzUn Scheidegruß geben wollten. Der utte und von Maicirw- ftsf.f;K .... ... .d g habm. kiwas lärmend und unlcr allerlei ioU ln Scherzen bis an den Zug. Nur h m;... fnnh - . I n- u- - . .vy v v WnnfttMirf itrn Vrn 1i,rn -ittn Wr., VkVj W V44fc V4 4i i 4j IV K?.! " uau iu uciii, et iücilc iu u uu nach Bianca erkundigen und ganz im gffi ? s?te ein BÄ i!5 Bastian's Hängen ll' Ein warmer Sonntag im Mai. Die Abendröthe hing dünne Schleier an den grauen Maucrngürtel Roms, sie flammte da und dort, als stecke sie die Ruinen inBrand, und schwamm durch die düsteren Geäste der Pinien und Eypressen des Palatins wie flüssige? Gold. Kurt Tangel hatte eben einen m r rr . r rr . m r, t an ptooi ainan m oen nasten gesteckt, jetzt schlenderte er durcheinige volksthümliche Straßen und beobachtete das bunte Leben, das sich dort vor den Thüren abspielte. Wie ucy meie zerlumplen suxiä o veyaglich auf den Steinfliesen ausstreckten und die Füße in der Sonne, den Kopf im Schatten geschickt den !ttaucy ver Zigarette ln Ringeln emPorbliesen! Andere lehnten in malerischer 5altung an den Thürpfosten oder an der Wand und rochen zuweilen an der Rose im Knopfloch, während die Lippen geschickt eine MundHarmonika festhielten und ihr leise Töne entlockten. Und welch einen Gang hatten die Sabinischen Hirten, die eben in die nahe Osteria traten. Die verschabten und durchlöcherten Mängel der Männer hingen so leicht von den Schultern hernieder, daß ein vornehmer Grieche aus den Zeiten des Phidias sie um deren Faltenwurf hätte beneiden können. Nun blieben die Augen des jungen Künstlers auf einer Kindergruppe haften. Die Kleinen hockten und trotteten um einige Matronen herum, die mit den Fingern Apfelsinen schälten, zertheilten und nach allen Seiten hin Stückchen davon verabreichten. Größere Knaben und Mädchen sahen zu, sie jauchzten mit, wenn wieder ein Kind ein Stückchen erhascht hatte, zupften aber auch zuweilen die kleinen Krausköpfe an den dunklen Locken, wenn sie allzu gierig die Händchen nach einer Gabe ausstreckten. In dem Thor eines alten Palazzo standen mehrere römische Mädchen aus dem Volke um den Kasten eines Gemmenverkäufers. Die Eine mit der schlanken Gestalt, dem lockigen, goldschimmernden Blondhaar und den träumerischen dunklen Augen erinnerte Kurt an Bianca, das schöne Modell, das seinem Freunde das Herz gestohlen hatte. Wo mochte sie nur hingekommen sein? Borges' ErZahlungen hatten sich zwar als Aufschneidereien erwiesen, aber von Bianca war keine Spur mehr aufzufinden, Selbst der alte Giuseppe, der doch alle besseren Modelle kannte, hatte Bianca seit Bastians Abreise vor einem halben Jahre zu seinem größten Leidwesen nicht mehr gesehen. Denn, wie er sie vor einem Jahre dem deutschen Professor zugeführt und der armen Nähte rin zu einem guten Nebenverdienst verhalfen hatte, so würde Giuseppe Bianca jetzt gerne einem franzosischen Künstler vorgestellt haben, dem sie alZ

Modell für eine edle Römerin der al-

ten Zeit sicher sehr willkommen gewesen wäre. Alles, was Giuseppe von, Bianca erfahren konnte, war die Nach richt, daß ihre ältere kränkliche Schwester vor Monaten plötzlich gestorben sei. Nach dem Tode derselben hatte sie das Bischen Hausrath verkauft und die Wobnuna verlassen. Alles dies schrieb der junge Künstler dem Freun de heute und schloß die Versicherung daran, weiter forschen und nichts unversucht lassen zu wollen, um die verwehte Spur Biancas wieder aufzusmden. Als Kurt das schone zunge Madchen im Thorbogen ' erblickte, alaubte er, ein Zufall wolle ihm zu Hilfe kommen. Enttäuscht setzte er deshalb seinen Weg fort, als aus dem Hofe der Ruf Carlotta" erklang und die Scyone sich schleunigst entfernte. III. Einige Tage vergingen, wieder war es am Spätnachmittage, wieder gluhte das Gold der Abendsonne auf den Kuppeln und Dachern Roms. Kurt Tangel hatte den ganzen Tag in der Villa Borghese gearbeitet und Tizians herrliches Bild Himmlische und irdische Liebe" zu copiren begonnen. Der Kopf glühte ihm noch von heißem Schaffensdrang, als er in seine Wohnung unfern der Porta del Popolo trat und einen Brief von Bastian vorfand. Dieser theilte ihm mit, daß ein unerwarteter Auftrag ihn in kürzester Bälde für mehrere Monate wieder nach Rom führe, was er als ein um so größeres Glück ansehe, als ihm die Mittheilungen des Freundes über Bianca ja doch in Deutschland keine Ruhe ließen. Denn siehst Du, guter Jun ge." schrieb Bastian. Eins habe ich Nicht bedacht, als ich wegen ihres Schweigens auf meinen langen Brief den Verläumdungen Borges' Gehör schenkte. Bianca lst rn dem einsamen Zollhause bei Frascati doch eigentlich wie wild ausgewachsen und kann vielleicht weder lesen noch schreiben. Staune nicht, daß mein ganzes Herz an einem so wenig gebildetenWesen hängt. Du würdest es begreifen. wenn Du sie sehen, den Liebreiz ihres frischen natürlichen Wesens empfinden konntest. Jeder Mensch stellt eben an das Glück eigne Anforderungen, von deren Erfüllung sein innerer Friede abhängt. Für mich bedeutet das Beste :m Leben wie in der Kunst: .Einfachheit, Ursprünglichkeit und ein bischen Schönheit dazu. Wo ich die drei vereint finde, ist mein Herz gefangen. Wundere Dich deshalb nicht, daß der Zauber des einfachen römischen 'Land kindes so nachhaltig auf mich wirkt, und höre nicht auf. nach Bianca zu forschen. Kurt hielt den Brief noch in der Hand, als seine Wirthin ins Zimmer trat und ihm unter lebhaften Gesten Mittheilte, der alte Giuseppe sei dage wesen, um ihm eine wichtige Mittheilung zu machen. Daß dieser erst morgen oder übermorgen wiederkommen wollte, schien dem jungen Künstler viel zu lange zu dauern. In innerer Unruhe raffte er deshalb sem Vischen Italienisch zusammen und erkundigte sich bei der mit vielen Modellen bekannten Vermietherin nach Giuseppe's Wohnung. Die Frau wußte nur, daß des Alten Heim in einer belebten Straße der Vorstadt Trastevere lag, sie schien auch ihren Miether von einem Besuch dort abhalten zu wollen, .ber dieser ließ sich nicht irre machen und fuhr etwas spater m emer Droschke nach der angegebenen Straße. Eine halbe Stunde fpater. wahrend die letzten Sonnenstrahlen sich in den Fensterscheiben spiegelten, schritt der junge Künstler durch Zeitungsverkäusen, Fritturasieder, Streichholzhandler und bettelnde Kmder den schmalen Straßendamm entlang. Er hatte sich schon da und dort nach Giuseppe's Wohnung erkundigt, bisher aber nicht die rechte Auskunft erhalten können. Plötzlich kam eine Ziegenh?erde um die Ecke und nöthigte ihn, etwas zuruckzutreten. In diesem Augenblick gewahrte er gegenüber in einem nach der Straße offenen ladenartigen Raum em Älld, das feinen Künstlersinn sofort fesselte. Hinter einem Tisch, der etwas zurückgerückt war, stand ein alter weißbärtiger Mann und betrachtete prüfend die Adresse eines Briefes, während ein junges bildschönes Mädchen mit goldschimmerndem Haar, die klassisch geformten blendend weißen Arme unters Kinn gestützt, neben dem Tische saß und gespannt zu dem Alten emporsah. Sie schien ganz zu vergessen, wo sie sich befand, auch den Lärm ringsum gar nicht zu hören, sondern nur Sinn für das zu haben, was der Mann nach! so genauer Prüfung zu dem Briefe sagen würde. Der junge Künstler konnte nicht anders. er eilte über den Straßendamm hinüber, stellte sich ganin der Nähe des Paares an einen Pfosten und spitzte die Ohren. Die Beiden achteten auch gar nicht auf ihn. sie schienen viel zu sehr an die Öffentlichkeit jeg-, liehen Thuns und Treibens gewöhnt zu sein, um in Kurts Hinzutreten et-! was Auffallendes oder Störendes zu finden. Nachdem der Alte auch den. Brief mit wichtiger Kennermiene überflogen, sagte er gehobenen Tones: Bravo, bravissimo. Bianca. Du hast Viel gelernt in der kurzen Zeit! Der Brief ist gut geschrieben fast' ohne Fehler und schön im Inhalt. Er wird auch dem deutschen Professor das Herz rühren.Ein seliges Lächeln glitt über daS edelgeschnittene Gesicht des einfach gekleideten Mädchens. , Wenn Ihr das glaubt, Signore Prospero. will ich gern wieder hoffen. Denn Ihr seid der beste Schreiber in Rom und wißt aenau. wie man's anfängt, um im Brief ein halbverloren Herz wieder anzulocken." Der ossentliche Schreiber, oer m die Liebesangelegenheiten von halb Trastevere eingeweiht war, nickte und nahm

die Huldigung mit würdige Miene entgegen. Aber fetzte ermann noch nachdrücklich hinzu, nun laß Giuseppe ja den Herrn bitten, daß er Dir den Namen der Straße selbst aufschreibt; denn sonst bekommt er ihn am Ende auch erst nach beinahe einem halben Jahre wie Du seinen eigenen Brief, den doch schließlich nur noch ein Zufall Dir in die Hand spielte." Bianca zog einen Brief aus ihrer Tasckie und betrachtete ihn mit stillem Entzücken. Wißt Ihr was, Signor Prospero," meinte sie, ich komme noch einmal wieder, wenn Giuseppe das Blatt gebracht hat, damit Ihr nachsehen könnt, ob alles richtig ist. Und nächsten Sonntag nehme ich eine Stunde, die Marchesa hat mich von vier Uhr an freigegeben." . O. Marchesa Maria ist edel, sie achtet auch den Geringsten und gönnt Jedem Gutes. Daß Du zu ihr gekommen bist, Bianca, das ist der Lohn für alle Opfer, die Du der armen Agnese gebracht hast." Nicht Opfer, nicht Opfer, Signore Prospero!" wehrte Bianca ab Wie gern würde ich noch viel mehr thun, wenn ich Agnese nur noch einmal bei mir hätte." Die ganze Innigkeit eines guten, selbstlosen Herzens klang

aus Biancas Worten. Sichtlich beweat drückte sie dann dem Lehrer die Hand, schlang leicht ein schwarzes Spitzentuch um ihr üppiges Haar und machte sich auf den Heimweg. Der junge Künstler folgte ihr in geringer Entfernung, er stieg in dieselbe Trambahn, die Bianca benutzte, verließ sie gleichzeitig wieder mit ihr und sprach. als sie in der Vorhalle emes palastartigen Hauses auf dem Corso Vittore Emanuele verschwunden war. noch lange mit dem Portier über Bianca, um auch den letzten weifet an einer ihm fast zur Gewißheit gewordenen Thatsache zum Schweigen zu bringen. Nach Hause zurückgekehrt, schilderte der junge Maler dem fernen Freunde sofort das eben gehabte Erlebniß. dessen unbeabsichtigte Enthüllungen unwiderleqliche Fürsprecher für Biancas Treue. Reinheit und strebsamen Sinn werden mußten. Aber der eigentlich klassische Zeuge ihrer tiefen Liebe zu Dir. ihr erster, gewiß unter heißen Mühen geschriebener Brief, wird Dir noch viel besser als diese MittheiluN' gen sagen, daß Bianca Deines nachhaltigen Gefühles werth ist. Offen Will ich es Dir gestehen, zuerst vermochte ich Deine Neigung zu dem schönen. iedoch gänzlich ungebildeten Maochen nicht zu begreifen, jetzt aber weiß ich, daß diese wahrhaft bezaubernde Aeußerlichkeit die Hülle einer ursprünglichen Natur ist. aus deren unverbrauchtem Boden ver liebevoller Pflege noch viel Gutes und Schönes emporblühen kann. Das hat wohl auch die Marchesa geahnt, als sie Blanca zu ihrer Beschließerin machte, eine Stellung, die längere Jahre von der Tochter eines romischen Gelehrten bekleidet wurde. Das Schicksal gab Dir nicht umsonst den letzten Wmk. mein Freund, eile hierher und folge Demem erzen. (Älauve mir glaube ver Allem dem klassischen Zeuaen Du wirst es nie zu bereuen haben." Auf dem Corso Vittorio Emanuele in Rom drängte sich am letzten Sonntag im Mai eine buntbewegte, Menschenmenae. Allein trotzdem Jeder im Bedürfniß nach Erholung und Ausspann flink weiter zu kommen suchte, blieben dock manche Leute leben unv schauten einem schönen Paare nach, das, von' einem jungen Manne begleitet. glückstrahlend nach der Ponte aribaldi schritt. Die Herren in den großen Schlapphüten sahen feiner aus als die Braut, mt ihre vottsivumnaze Abstammung zwar nicht verleugnen konnte, aber nur so schlicht gekleidet zu sein scb en. um durch Schönheit UN0 bezaubernde Anmuth doppelt zu gian ' . .... zen. Die Drei suchten den alten Giuseppe in seiner Wohnung m Trastevere aus, die von den Künstlern wegen der schlecht verwahrten feuchten Wände Die Tropfsteinhöhle" genannt wuroe. Stolz bealeitete sie dann etwas später der Alte wieder binunter und blickte ihnen vom Thore aus eine Weile mit sieabaftem Lackeln nach, tschau, eresa " saate er dann pfiffig zu einem jungen bildschonen Mavcyen. um vas sich verschiedene Modellvermittler bewarben, .schau, das Glück hat die Bianca nur allein mir zu verdanken! Ich weiß, wo ich zede von Euch hmbemgen muß, um ihr Besseres zu verschaffen als ein paar Lire. Willst Du jetzt mir allem folgen? Teresa nickte:' denn, was sie sah. war für sie ebenso ein klassischer Zeuge to t für den Professor der Briet, ren er wie einen Talisman auf dem Herzen trug. Jubiläums - Weihe. Schmul: Was schreibst de da. Jtzigleben?" Jtzig: Etwas ä Jubilaums - Dichtung" weil ist gerad' gekommen die hundertste loge gegen mich rr Post." Schmul: Nu. und wie werd haß'n Dein Gedicht?" Jtzig: Nu. ganz ansach DasLied von der Kloge." O d,ese Frauen! Nicht wahr liebes Mannchen, Du bist doch ein glühender Verehrer von Göthe?" Gewiß, mein Herz." Nicht wahr dann findest Du es doch ganz in der Orvung, oalz ick vie bevorstehende Fauflaufführung in einem neuenKleide besuche?" . Boshaft. Redner irenommiend):Als ich neulich öffentlich sprach. .rollten den Zuhörern Thränen über die Wangen. Herr: Haben dre Leut' denn gar so schrecklich geträumt? Komische Auskunft. Kann ich Fräulein Anna sprechen, die neue Stütze der Hausfrau?" Bedienter: .Ich glaube nickt, die stutzt

grade."

Vierölattcriger Kkcc. Ein Märchen. Damals, als der liebe Herrgott alle die Blumen und Blätter erschaffen hatte in den Wiesen und Feldern, da ließ er kaum eine Spanne weit von einander einen rothen und einen weißen Klee aus dem Boden wachsen. Knospenhaft guckten die Köpfe noch aus den dreitheiligen Blättlein hervor und nickten sich zu. Gar gern wären die beiden näher beisammen gewesen, um sichAlles in's Ohr zu flüstern, was sie entzückte von des Sommers aufkeimender Herrlichkeit. Weil sie aber festgewurzelt waren, konnten sie nicht von der Stelle. Doch waren sie erst einmal recht groß, dann wollten sie den Wind zu Hilfe rufen; der würde ihre Köpfchen schon zu einander neigen. Und so geschah es auch. O, welch' seliges Leben begann da! Plaudern konnten sie nun nach Herzenslust. und die süßesten Düfte hauchten sie sich zu. Der Wind aber trieb ein loses Spiel: als er des Abends einst wieder über die Höhen strich, da beugte er die zwei Kleeköpfchen so dicht zusammen, daß sie wonnig erzitterten und der Rothe es nicht lassen konnte, die kleine Weiße Blüthe

zu lunen. Der Wind lief davon. Er hatte über Nacht noch viel zu thun. Unterdessen zog der Mond herauf und schaute lächelnd in die Träume der beiden Blüthen. Ahnungslos in wonnigem Schlummer merkten sie nicht, wie eine böse große Spinne, voll Gift und Neid, graue Fäden spann und ein Netz daraus webte, fein und fest. Emsig hatte die graue Hexe im Mondenschein gearbeitet, unhörbar rastlos, die ganze Nacht. Und als die Morgensonnenstrahlen den Schlaf aus den Blumenkelchen lockten und der Frühwind zu den zwei Kleeblüthen geflogen kam, zu süßem Spiel, da spannte sich das große Schleiernetz zwischen ihnen aus. Da ließen sie die Köpflein hängen und weinten jeden Morgen und jeden Abend die größten Thautropfen. Höhnisch saß die alte Spinne in ihrem Netz, stolz auf ihr Werk. Nimm doch den Schmetterling, der Dich umkost," rief sie der armen weißen Blüthe zu, der ist schmuck und jung und voll schmachtenderLust! Oder den braunen Maikäfer dort: wenn auch nicht Schönheit ihn plagt, treu scheint er und verständig! Und Du mein kecker, liebestrunkcner Rother! Wilde Hummeln und sparsame Bienenmütter buhlen um Deine Gunst; locken Dich ihre aufgespeicherten Schätze nicht? Und schau, wie die schillernde Libelle Dich umgaukelt. Schenk ihr Dein heißes Herz!" Doch was gingen Käfer und Schmetterlinge die beiden Liebenden an? Mochten sie anderswo flattern und werben! Trostlos sahen die zwei Armen in den lachenden Sonnenglanz. Nun aber kam die Johannisnacht! Wundersam geheimnißvoll regt es sich da in allen Knospen und Kelchen, in allen Blüthen wird es lebendig: denn es ist der Blumenelfen wonniger Festtag. Und wenn ein solches Elflein gerade um Mitternacht einen Mondstrahl erwischt, der es hinaufträgt zum lieben Herrgott, dann darf es eine Bitte an ihn richten, und die Bitte wird immer erfüllt. O, wie hatten die Kleeblüthen sich nach der Zauberstunde gesehnt, und wie hatten sie allabendlich den Mond gebeten, sie gewiß nicht zu vergessen, um Johannis-Mitternacht! Nun verhallte der letzte Glockenschlag, und wäre ein Sonntagskind da gewesen, so hätte es zwei herzige Elflein hinaufgleiten sehen auf silberigem Mondstrahl zum Himmelsvater. Und da baten sie ihn: Zerstör' das Netz und laß die garst'ge Svinne sterben!" Er aber, der Herr, der viel weiser ist und nicht so kurzsichtig wie verliebte Blumenklnder, der schüttelte den Kopf und lächelte: Doch all' die anderen tückischen Spinnen, die im bergenden Dunkel der Nächte auf Erden wirken und weben, feine trennende Fäden und Netze, wie wollt Ihr Euch ihrer erwehren? Hat Euere Liebe nichts Besseres ersonnen?" Da fielen die zwei Einem sich in die Arme und umschlossen sich, so fest sie nur konnten. O, lieber Gott." riefen sie flehend, nimm uns Alles, was Du willst, nur laß uns beisammen! Von unseren drei Blättchen wollen wir Dir jedes das schönste schenken, als Dankesopfer, nimm's hin! Die vie?. die uns aber bleiben. d:e trenne nicht mehr, bitte, bitte! Ein einziger Stengel soll sie tragen, vereinigt für immer!" Den kleinen Engeln, die im Halbkreis um ihren Schöpfer standen, waren schon lange die hellen Thränen in die Augen gekommen vor Rührung ob solcher Liebestreue.' Unser Herrgott aber sprach: Euer Wunsch sei Euch gewährt; es ist ja heute Johanms-. nacht!" Die ist also der Geburtstag vom vierblättrigen Klee geworden. Seitdem dürfen die Engel, die damals dabei gewesen sind, manchmal einen vflamen. Aber sie dürfen's nur. wenn sie irgendwo auf Erden ein Menschenpaar entdecken können, das ebenso treu zusammenhält, wie der rothe und der weiße Klee. Und darum sind die Vlerblattngen" gar so selten! Unsicher. Bauer (zum Richter): I' bitt', der Nachbar hat rni' an' .saudummen Knödel g'heiß'n .... Was könnt' i' denn da thun?- Richter: Sie können ihn wegen Ehrenbeleidiaunq verklagen!" Bauer: Und wer zahlt nacha die Kosten?" Richter: .Wenn er verurtheilt wird, muß er auch die Kosten zahlen!" Bauer (zö-

gernd): Und wnn er aber Recht 6' halt' ? ;