Indiana Tribüne, Volume 20, Number 300, Indianapolis, Marion County, 18 July 1897 — Page 9
Snatana Tribüne
V El läge.
Eine türkische Dciratyggcschlchte. Ferhad Bey war ein zufriedener Mann. Er hatte eine gefüllte Garderobe. feine Lackstiefel saßen vorzüglich, die Knöpfe seiner rothbraunen Glacehandschuhe rissen nicht ab, auch die Visitenkarten Ferhad Bey, fila de 011 Excc'llcuce Ahmed Yoiissoiif Tacha" waren Hübsch ge stochen, ein zierlicher Spanrstock lag in seiner Hand, der rühlingshimmel blaute über Konstantmopel und den netten Landhäusern des Bosporus. Ferhad Bey fuhr mit-der Tunnelbahn nach Galata, eilte leichtfüßig ourcy vas Gedränge der tausend Menschen, au Morgen- und Abendland, d auf dem morschen Holzpflaster der neuenBrücke über das goldene Horn stolperten, und bestlea den Zickzack Dampfer. Er wußte eigentlich nicht, wohin er wollte. Irgendwo würde er Bekannte an einer Landungsbrücke sehen, dort würde er wohl aussteigen, frühstücken, die jungen Damen der Franken bewundern, selbst .gesehen, bewundert werden. Der Dampfer ist leer. Die vielen Franken, die an den Ufern des Bosporus wohnen, fahren frühmorgens in die Stadt und kehren erst am Nachmittaae zurück. Hier und dort ein Tou rist mit rothem Buch in der Hand, ?iniqe Beamte der Botschaftskanzleien mit dem Postsäcken, eine junge deutsche Elavierlehrerm, die ihre Stunden in Bebek zu geben hatte, das war das Reisepublicum unter dem Sonnendache der ersten Classe. Dre andern Reisen den waren für Ferhad Bey, Sohn Sr. Excellenz Achmed Jussuf Paschas, nicht vorhanden. Die heitern, anmuthigen Landschaftöbilder des Bosporus zieben am Dampfcr vorüber, große See schiffe, vierruderige Kaiks und unge füge Mahonen mit Waaren und Früch ten beladen, beleben die Fläche. Heu lend und schwarze Rauchwolkenschleier über die Landschaft werfend, kreuzen sieh die Dutzende von Raddampfern des Bosporus. Ferhad Bey kannte das alles schon; er schlief ein. Im schnellen Traum erschienen ihm seine Sorgen. Ja. er hatte Sorgen, le Öls de Bon Exei'llence. Marqot, die coketteSängerin der Eoncordia in Pera. der er schon manchen Rmg und manchesArmband gewidmet, erschien ihm in Be qleitung ihrer biedern Eltern aus der Plcardie. Er führte sie alle in ein vornehmes Speisehaus; man brinatEham pagner und Trüffelpasteten; er trinkt fleistig. um die Anwesenheit der braven Plcarden. pere or inere, zu vergessen plötzlich Rauschen seidener türki scher Frauenmäntel , seine Mutter steht vor ihm. Eine Bombe platzt die alte Türkin wettert ob der Nlchtach tung des Ramasan. des Fastenmonats, in dem die Gläubigen nur zwischenUntergang und Aufgang der Sonne essen dürfen, und jagt die Gesellichast hin aus; die Picarden. Vater und Mutter, bleiben tiefgekrankt m lebhaftem Wort Wechsel mit der alten Türkendame zu rück, Ferhad Bey ergreift lächelnd den Arm der schönen Margot und zieht sich als Diplomat aus der Schlinge, indes die Mutter und die Picarden sich mit dem Kellner wegen der Rechnung. 4 Lire So ViasterGold. weiter zanken. Unten auf der Straße ist Margot verschwunden. und an seinem Arme sieht er Hafisesh. seine Scbwester. die der Mutter Vorwürfe wiederholt. Beide ?ehen zu Meiner und Co.. dem prachligen Modengeschäft. Dort entnimmt man die-berrlichen Sachen 'auf Rechnung de Son Excellonco. aibt das Gekaufte sofort zurück und streicht vergnügt die Summe ein, die Merrier und Co. bereitwillia ihren ernten Kunden auszahlen. Ende gut, alles gut. murmelt Ferhad Bey und reibt sich er wachend die Auqen. Sein kleiner Morgentraum hatte viel Wirklichkeit enthalten. Alle seine morgen Nelen dem Sohn Seiner Er cellenz plötzlich ein. Wie schaffen w!r die Picarden ao? Die ffreunde fferyads hatten ihn schon oft Mit dieser Freund schaft gehänselt: e war zu dumm. Margot war wirklich ein Engel: alleZ nahm sie. von jedermann; nichts gab lie zurück, niemandem, bie Picarden mit ihrem Durste uu ' ihren dick söhligen Schuhen sie waren wirklich sehr störend und eine ernste Sorge für ferhad Bey. Und seine Mutter! ?cicht nur dem Vater. SernerExcellenz, lnelt sie ihre Predigten weaen der Be Ziehungen zu einer blonden, schlanken Engländerin und der Rechnungen für .uieider, Stiefeletten. Strumpfe und Corsets die gute Mutter wußte nickt. daß ihre eigenen Kinder das Geld für r- rrs : .',-, . V. uicic ujuncii .mqc cinncaien, vic Seine Excellenz als für seine enalische Freundin geliefert wähnte , auch dem Eohne war sie eine wahre Rachegöttin. d'nur durch Zärtlichkeit und gut ge spielte Besserunqscomödie versöhnt werden konnte. Ja, die Mutter war auch ein Gegenstand ernster Sorqe; sie war beinahe so störend, wie die Vlcar den. Und Hafiseh! Sie grollte, wenn er der Mutter Thränen entlockte. Frei lich war sie seine Gefährtin bei den??i nanzoperationen mit Merrier und Co.. aber sie weigerte sich beharrlich, den pockennarbigen Asis Bey, fils de Son Excellence Itachld Orner Pacha, ?u Heirathen. Sie war taub für alle Grunde: der Vater Asis Bevs hätte fY..tW O"! -i. .! r 1 . fY m ir r , yciiuu hdzl) eine sieue ai5 loiicyaslsrath in Paris verschaffen können: wie reizend würden dannFerhad und Hafksei) ganz ä la iranga Ich in Nizza un terhalten können u. s. w. Safiseb liebte einen Franken. Da dieser Franke aber nicht Botschafter war. so fand Ferhad Btt diese Verirrung empörend und tadelte sebr ernst seine anmuthige Schwester. DaS versöhnte dann immer
den Sohn mit der Mutter und trug
ihm einige lyoiDii ein. . as war zwar nett von Hafiseh, aber Sorge bereitete auch sie. Der Vater. Seine Excellenz Achmed Jussuf Pascha, war wenigstens ein guter Mensch. Den hohen Posten, den .... .r c::m tl er im jpaiaii dciiciücic, umc Würde aus. Er verdammte hart das nihilistische Treiben der Armenier, ve- ' . ' . ' - 4 T. l O-1 ' Nagte tn Hranlenlreijen reu -tqiaucu im Auge das Xiooa der ungiuailazen verirrten Kinder Armeniens und die armen Teufel thaten ihm wirklich leid, hatte er doch seine beiden (sarafs, die immer bereit waren, ihm Geld zu 40 Vrocent Zinsen vorzustrecken, und lerne orei armenlen juicuci, uvy, Gharaket und Kirkor, großmüthig vom Tode errettet und monatelang bei sich verborgen gehalten , er arbeitete mit Eifer an einer financillen und por 4. . IfjC OfA&nto litischen Wiedergeburt der Türkei, und was er schrieb und vorlegte, war so gut und verständig, daß seine .Durchfüh. rung ganz ausgeschlossen war. So hatte er vorgejcyiagen. vie yoyern c amten mögen auf die Hälfte ihrer Ein künfte verzichten, um die hungernden. darbenden SaptiehS zu bezahlen. In dem hohen Rath war man entzückt von dieser Idee; sogar sonst schweigsame Paschas hielten Reden zu Gunsten ves Vorschlags. Er wurde also mit Stimmeneinheit angenommen und mit Stimmeneinheit vergessen, inender altynda" unter das Sitzpolster gelegt, wo er sich mit andern Reform Vorschlägen und Rkformbeschlüssen ganz wohl befindet. Dann grüßten sich die Großen deSReichs lächelnd und man ging würdevoll auseinander, um " r r sich aus andere deformen vorzuoerer ten. Mit einem Worte. Seine Ercel lenz war eine Stütze des Throneö und der Gesellschaft, wie man ihrer m die sen schweren Zeiten bedürfte. Allah schenke ihm ewiges Leben! Der gute Ruf Sr. Excellenz hatte zur Folge, daß ziemlich regelmäßig die 300 MMsehen Pfund Monatsgehalt einliefen. Zehn Pfund auf den Tag waren indessen nicht zu viel für daö gastlicheHauS, in dem mehrere Generationen türki scher, arabischer und christlicher Die-' ner lebten, wo Se. Excellenz täglich und nächtlich zahlreiche Türken und Franken zu Gaste hatte. Dann schufm die Armenier Rath; wie gut, daß man nicht alle umgebracht hatte! In Bezug aus die Frauen hatte Se. Excellenz strenge Grundsäke. Nur die Engländerinnen galten m seinen Augen. Mnn Sohn!" pflegte er zu Ferhad Bey zu sagen, ich rathe, Dir aufrichtig, nur eine Engländerin zu heirathen! Die verstehen Haus und Leben mit Anmuth und Freude zu umgeben, würdig und fein zu repräsentiren; sie haben die englischen Saucen erfunden und die elegantesten und aediegensten Moden. Sie erziehen die Kinder zu anständigen, kräftigenMenschen, sie sind die Perlen unter den Frauen! Bist Du einmal mit einer Engländerin verheiratbet, so steht Dir die Welt osfen. so kannst Du Deine Carriere beginnen. Du bist schon 26 Jahre alt, Dein Leben kostet mich genug. Du bist ein hübscher Junge, also, Ferhad! die Engländerin!" Ferhad hatte seine Frauenstudien w Pera begonnen, sogar ein erträgliches Tingeltangel-Englisch gelernt, in' Pa ris hatte er das fortgesetzt; er hatte diele Engländerinnen kennen gelernt. Sie sangen und tanzten den Serpentintanz. tranken gern, auch, wenn der Champagner nicht Extra Dvy" war, und auch seine Geschenke nahmen sie gern. Sie hatten dm Lorzug, keine Picarden zu Eltern und Brüdern zu haben; meistens hatten sie überhaupt keine Eltern gehabt. Nunmehr gut vorbereitet, hatte ! fils de Son Ex cellence versucht, die englischen Kreise des Bosporus zu erobern. Sein Vater war ihm behülflich. Ueber einige Garden Parties" in Therapia und Büjükdere hatte man eS noch nicht gebracht; gut Ding will Weile, und sein Vater war als englandfreundlicher, einflußreicher Politiker in englischen Kreisen so angesehen, daß eS an end lichem Erfolg nicht fehlen konnte, besonders seitdem Ferhad Bey nur. englische Stoffe trug. Fußball spielen erlernt und Unterricht im Boxen genommen hatte. Die jungen englischen Damm waren zwar kühl und förmlich, indessen so fängt jede tiefe Leidenschaft an. Alles war also auf dem besten Wege. Der Dampfer ist m Therapia angekommen. Ferhad Bey steigt aus, ohne besondern Grund, er that ja fast alles ohne besondere Gründe. Hier ist der Sommerpalast der englischen Bot schaft; ihm unbewußt wirkt dieserUmstand auf ihn. Kaum hat er den Fuß auf die Landungsbrücke gesetzt, so gewahrt er. wie von rechts her, von Büjükdere, einige Herren und Damen in schnellem Trabe sick nähern. Er hat Qood Advice to Worneri. Worncn, on aecount of the toil and work entailed ly their household dulies, too osten neglect the habit and resularity of their peculiar organisrn. The resultis gcneraland nervous debility, clironic headache, weakness of the back and loins, desicient and delayed rnenses, etc. The best remedy for all semale troublea is Dr. John W. 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sie erkannt. Diese Yern und -Damen
sind in der. engmazen oiicyask zu Hause, oft hat er gehört, wie man ihre ' , i m i n schönen Pserve unv rore 'llun! rühmte. Soll er, die Reiter und Reiterinnen hier zu FuK begrüßen? Nimmermehr; schnell hmem m den retten den Tborwea . des tyois Petaia. Dort könnte er eigentlich frühstücken? Summer Palace mit semen Pmien.:st freilich vornehmer, aber , auf dem Wege , . ., .. m.n.'.i dovthm rouroen vie enermnen lyn einholen. Also Hotel Petala. ferhad Bey hat aber noch einen zweiten Ent schluß gefaßt: er muß ein Pferd ha ben, ein zweites für den Reitknecht, er muß ja gewiß, das ist's er muß w. Therapia wohnen, Son Ezcellence mon pere" muß alleö einrichten wo zu hat man denn sonst die Väter! Auf der Terrasse. des Gasthofes früststückt man sehr angenehm. , Man überblickt den blauen Bosporus, dessen Wellen, von den beständig kommenden und at hendm Dampfern aufgewühlt, an ole Stufen, der Steintreppen ' schlagen. Flinke Kaiks nähern sich; eö sind wie dexEngländer, deren kräftige Arme die Niedrigen, schlanken Fahrzeuge durch den Bosporus treiben, und sogar, Damen rudern mit. Unter den breiten Strohhüten lachen ihre zarten, lsngli chen-Gesichter, die 'Männer aber mit nackten Armen und sonngebräuntenGesichtern und Nacken arbeiten fast wie die armenischen Kaikdschis, die man neulich, leider GotteS, erschlagen hat. Ferhad Bey sieht l)en beiteren Zug vor. übergleiten, ganz in der Kähe; man achtet seiner nicht; er gibt sich ein wür. diges Aussehen ernst, nachdenklich, in Gedanken versunken, in Gedanken für daö Wohl des Baterlandes, ßr hat auch den dritten Entschluß gefaßt. Son Excellence" muß ihm ein Kaik kaufen. Wie denkt sich denn der Vater das, eineEngländerin zu erobern, ohne Sommerhaus, in BUjükvere oder Therapia, ohne Pferde, Diener, ohne Kaik und ohne sonngebräunten Nacken! Es tvar doch gut, den Dampfer bestiegen zu haben. Ferhad .Bey wählt zur Rückfahrt den directm Dampfer, der eilig ohne die Zeit seines Zickzackbruders denBosporus durchfährt und an der neuen Brücke über das goldene Horn anlegt. Es blieb noch Zeit genug, bis zum Beginn der Borstellung in der Eoncordia den Garten des Piccolo Eampo zu besuchen. Dort kann er sich ausruhen, ein Nargileh und einen Kaffee nehmen. Dort wird er Freunde treffen, dann kann er noch den Ring kaufen, von dem ihm Margot neulich gesprochen hat, und pünktlich'wird er an dem gewöhnten Platze sein, sobald der Vorhang der Eoncordia auseinandergeht, Ferhad Bey kehrte spät in der Nacht tn den väterlichen Konak nach Stambül zurück. Als e? leise den Eorridor des Nebenhauses betrat, dessen untere Räume er selbst und dessen evstenStock seine Schwestern bewohnen, hyrt? er verschiedene Thüren sich .öffnen und schließen.' Die weibliche Polizei deS HaUseS, bei weitem' zuverlässiger als ... ' - " .r ic sn-rii.4 vie mannzicye, iuaj aus iyicm v","". WaS Machte eS ihm? Er hatte den Kopf voll; Margot. Pferde, Diener, Eoncordia Tonwellen, Ehampagner. Pomade, um die Haut zu bräunen, Kaiks und Sommerhäuser in Thera pia. Gegen Morgen wird er unsanft geweckt. Sein Vater in eigener Person sieht vor ihm. Ferhad!" ruft er ihn an, wach auf, höre, was ich' Dir zu sagen habe!- - Er reibt sich die Augen. esist kein Traum; Seine'Excellenz sieht vor ihm. Nun also, ich höre, was gibt es?- Man ist gekommen. uns einen Heirathsantrag zu machen. Hier ist der Eontract: Du er. hältst monatlich 30 Pfund, ich gebeDir auch 20; außerdem erhältst Du ein steinernes Haus in Stambul und einen Posten im Conseil de la Sublime Vorte- mit 25 Pfund monatlich, zu thun hast Du nichts. Willst Du?" Und eine Frau erhalte taz vocy aucy k Kenn' ich sie?- Freilich kennst Du sie. Die kleine Faümeh.. Tochter von Mustapha Ali Pascha, ein braveö Mädchen." .Ach die! ja. als Kinder haben wir. uns gekannt. Das rst alles gut, ein steinernes Hauö und monatlich 73 Pfund, aber, lieber Vater, muß eS denn gleich, sein, und wo -bleibt, meine Engländerin?- ES muß.gleich sein! Fatimeh, die Tochter vonMustapha Ali Pascht. liegt seit zwei. Stunden . im Starrkrampf. Ein . anderer will sie heirathen,- und erklärt ste: nur dich, ode sterben, und fiel in Ohnmacht. So hät.man uns aleich den, Eontrakt geschickt und erwartet deine Antwort.Nrni .in Gottes Namen, ja. Biö morgen wird es wohl Zeit haben! Und meine Engländerin?- Lieber Junge, das ist alles noch zu machen.- Ah so-, lächelte Ferhad, ich will es so machen, wie du!-, Seine Excellenz und. sein Herr Sohn, Membn du Conseil dc la Sublime Porte, lachten, herzlich. Dann wendete sich Ferhad Bey zur Wand und schlief weiter. Seine. .Excellenz abet-geruhte, , an daS Thor ihres Ha rnnlttö zu popfen, .UM .dn. dort, die Losung dev Frage, erwartenden ,Dame deS HauseS die .Mittheilung zu ma chen. daß : alles erledigt sei. Alläh sei gelobt!- erwiderte, die? wUrdige Matrone. Unser Kind wird glücklich sein!Ferhad Bey ist Gemahl von Fati meh Hanum,. er ist auch Gon&eiWer fle lii Sublime Torte, wohnt in einem steinttTien Hause und hat. 75 Pfund, nach menschlichem Ermessm gesicherter Einkünfte, isch jok. zu thun hat er nichts'- Wenn er dann und wann auf der Pforte erscheint, so weih ihm nie. mand zu sagen, wo sich seine Kanzlei befwdet.' Dann geht er beruhigt wt der von hannen! um den Empfang deS Gehalts zu beMniMi, Au S dem el. ierlichen, Hause hat die strengen Grundsätze seines , VaterS , m der Leauenfraae mitaenommen; t? liebt
die Engländerinnen und wird seinem Erstgebör.enen einschärfen, nur eine Engländerin zu heirathen. Oh ' auch ! Fatimeh ' glücklich . ist. wis. sen 'Wir nicht.- Hoffen wir es. Ihr Ro-'man hat ja so schön angefangen U'ad Allah ist allmächtig.
Aas Schutzenftst. i Von Georg Freiherr von Ompteda. Endlich war -der große, Tag da. Schon bei! frühem Morgen, als noch alles , in den Federn lag, zog da( kchutzencorps durch die Straßen, unter dem Rasseln, der zwei Trommeln, die es gab. und unter dem käusererschulternden Blasen der, Stadtkapelle. Alle, Schützen Waren dabei, verschlafen und verkatert zwar, von dem Bortrunk am Abend -vorher, aber - doch ihren Platz ausfüllend, mit dem SchießPrügel aus dem Rücken und den alten sächsischen Tschakos auf dem Kopf, die der Schützenoberst zwanzig Stück stark vom verkrachten Stadtthcater für 2 Mark 75 Pfennige im Ramsch erstanden. . '. Nur der glückliche Käufer .fehlte : Klempnermeister. , Hauboldt. Er tückschte . wie die Schützen meinten, weil Herr Hänichen, ' der Major, gestern Abend . behauptet, . der .Oberst hatte sie mit den Tschakos .colossal reingelegt-. Einmal wären die.Mottt; drin und zweiten entsprächen sie nicht der Würde der Schützen, weil sie im Städtchen zu bekannt seien vom Theater her. wo sie früher Wallensiein's Kürassieren als Kopfbedeckung gedient. Da nun der Oberst fehlte, so führte der Major die Schützenbrüder, mit l,llcarrirtenHosen angethan und einem Jnfanteriewaffenrock, auf den ihm seine Frau ein Paar richtige abgetragene Stabsofficiers Achselstücke genaht. Absichtlich leitete er den Zug om Hause desKlempnermeisterö Oberst Hauboldt vorüber. Und gerade vor den Fenstern mußte die Musik recht kräftig Bum-Bum-, Tsching-Tsching-machen Der Schützenoberst lag noch im Bett mit einem riesigen Brummschädel. Er fuhr auf beim Nahen der Musik und wollte hinausgucken. Doch die dicke Klempnermeisterin verbot es ihm, indem sie wuthschnaubend sagte: August, du bist e richt'ger lapp'gez Kerl. Jetzt strampelt der Major vor de Schitzenbrieder, und du. der Oberscht, aalst dich hier in deiner Baba! Da werd's wohl, nich mehr lange dauern, bis sie dich nausschmei-ßen.-So mochte daS, der Oberst-Klemp nermeister nicht auf sich sitzen lassen. Er maß seine Alte mit einem verachtungövollen Blick von oben bis unten, strich sich den struppigen grauen Schifferbart unter dem Kinn und meinte, ihre unförmliche Gestalt mitleidig betrachtend? Wenn wer nausfliegen. fliegst de mit, wenn de überhaupt fliegen kannst bei dein' Embonpoint!.1 5 Die. Schützenbrüder waren nach dem Festplatz, hinauZmarschirt, der schon im Flaggenschmuck prangte. In der Mitte erhob sich das große ZeU, unter dem das Festessen abgehalten werden sollte, der wesentlichste Theil der ganzen Veranstaltung. Rechts und links davon standen Wllrselbuden, eine !Nenagerie, Trinkzelte, Verkaufsstände, zwei Earussells, eine russische Schaukel, die Rutschbahn, MomentPhotographen, ein Kraftmesser und ein Ehantant.' Hinter dem großen Zelt lag der Schießstand. . 2luj dem Festplatze vertheilten sich die Schützen, nachdem die Stadtkapelle einen Tusch geblasen, nach allen Seiten. Es war noch wenig Publikum ouS der Stadt gekommen und ein Theil der Buden noch nicht einmal eröffnet. So fanden sich denn die meisten im großen Zelte zum Theil zum Frühschoppen zusammen, und weil die Ehefrauen noch nicht anwesend wdren, schonte sich auch niemand, sondern fast alle waren bestrebt, für das Festessen einen ordentlichen Grund zu lezen. Ein paar Sparsame tranken B,er.- Der Major Hänichen, in seinem Civilverhältniß Colonialwaarenhändker mit Probiertisch für einen Getreidekümmel oder einen Bittern, gleich im Laden, fühlte sich heute sehr groß und stach deshalb mit Hauptmann Leichsenring, dem Bauunternehmer, eine leichte Mosel aus. Sie konnten es sich leisten. , Eigentlich sollte heute früh schon das Schießen beginnen, aber die Schützenbrllder hatten das ganze Jahr hindurch so viel Pulver verknallt, daß im Grunde genommen Keiner rechte Schneid fand, dort hinten allein zu puffen. Man konnte sich nicht zeigen, niemand sah zu, und die Königsscheibe kam ja doch erst heute Nachmittag. Auch da brauchte man sich weiter nicht anzustrengen, denn den König hatten sie schon heimlich bestimmt. Das durfte nicht der beste Schütze werden, sondern ein zahlungskräftiger Mann, der gleich ein paar Faß Vier schmiß. Dazu war Hauptmann Leichsenring äusersehen. .Allmälig trafen die Frauen, Festund' Ehrengäste ein. Neugierige erschienen aus .dem Städtchen. Kurzum es ward Leben. Die Festtafel prangte schon im Schmück det unendlichen Flaschenbatterien die der bisherige König hatte auffahren lassen. Die Damen hatten festliche Gewänder, angelegt : Frau , Hauptmann Leichsenring daS schwarze Seidene, Zrau Major Hänlchen, dle .sich trotz ihrer erwachsenen Tochter sehr jung fand, eine rosa Schärpe. .. .. .. !D!e . Schützendamen standen , ,aus einen Haufen, zusammen und warteten aus das . Signal, Platz zu nehmen, das duch-.brei , Ballerschusse .gegeben werden sollte. Die Rangen deS Oberst-
Klcmpnermcisiers, sollten sie abfcuerr unter Leitung des tauben Invaliden Zirrgiebel. der, da ihm 1870 ein Stück Bein abgenommen, nur 7-5 Beenebesaß, wie sich Hauptmänn Leichsenring auszudrücken pflegte. Währenddessen belegten die Schützen Plätze. Nur der Stab war gesetzt". Dazu die Ehrengäste-, nämlich der besoldete Stadtrath Mohn" als Vertreter der Stadt, Fabrikbesitzer Leonhardi, Ehrenförderer der Schützenbrüder. weil er auf drei Jahre den Grund und Boden zum Schießstand unentgeltlich überlassen. - (Eine sumpfige Wiese, die er später als Bauland brauchte und auf diese Art beschottert und befestigt haben wollte.) Endlia, Abordnungen der Schützen von HainsWalde, Klotzenbroda und Schlichen. Majors" waren in großer Aufregung ob Oberschtens- kommen wür, den oder belitten" wären. Wenn die dicke Hauboldten nicht erschien, so wäre die Hänichen die erste Dame gewesen, und das hätte sich am Ende auch so gehört, denn Colonialwaaren und Eigarren waren immer noch etwas anderes als Lötkolben und Blcch. Aber im letzten Momente tauchten Oberschtens auf. Die Dicke hatte ein weißes Kleid angethan und lächelte holdselig über ihre Borsdorfer AepfelWangen. Der Oberst - Klempnermeister hatte seinen Jnfanteriisäbel um. den er fürchterlich rasseln ließ, dazu trug er heute zum erstenmal, um dem Major sein Acbergewicht fühlbar zu machen, Sporen, so daß ihm sein alter Freund Kürschner Wiese gemüthlich auf die Schulter klopfte: Du August, du willst rnohl nachher Garoussel fahren?" Die drei Böllerschüsse überhoben Oberst Hauboldt der Antwort. Jeder Schützenbruder gab seiner Ehehälfte den Arm. und die Paare setzten sich nebeneinander. Da der Wein 'nichts kostete, waren sofort alle Gläser gefüllt. Zuerst wurde fast gar nicht gesprechen, nur die Löffel klapperten, denn jeder suchte so viel Suppe zu essen ass möglich. Heute, wo es frei war, mußte man auf die Kosten kommen. Dann brachte der besoldete Stadtrath" Mohn das Hoch auf den LandesHerrn aus. Man erhob sich und leerte kräftig rufend sein Glas. Nach dem Hoch bumperten wieder die Böller der Hauboldtschen Rangen, und man stürzte sich auf den Fisch. Er halle merkwürdig viel Gräten, was die Nothwendigkeit ergab, ihn hinunterzuspülen. Dadurch wuchs die Stimmung zusehends und bald summte und brauste es rundum. Nach dem Fisch erschien lane Zeit nichts mehr. Wenn das Auftragen der Speisen zu schnell ging, so hätten die Gäste nicht Zeit gehabt genügend zu trinken, und am Wein verdiente der Wirth das meiste. Aber die Pause wurde durch Festreden ausgefüllt. Weil nun aber durchsus-kein Essen mehr kommen wollte, hatten einzelne zu rauchen angefangen. Andere verließen ihre Plätze und setzten sich zu ihren näheren Bekannten oder ihrer Freundschaft. Hauptmann Hentze. der Wagenbauer, ein stämmiger, dicker Manu mit ungeheueren Körperkräften, dem der Wein stark zu Kopfe gestiegen, begann an der Tischccke seine Kraftstücke zu zeigen. Er hatte schon mit einem Arm seine neben ihm sitzende Frau sammt dem Stuhle gehoben, hatte bereits fünf Messerbänkchen gegen einen Fufzigpfenger" Einsatz auf den ersten Versuch zerbrochen und wurde nun von Hauptmann Gottschalck die Schützenbrüder waren alle mindestens Hauptmann, bis auf den erst im Winter beigetretencn Lieutenant Haase. einen Cigarrenhändlcr dazu gereizt, mit einem Schlage seiner mächtigen Fingerknöchel die Tischecke glatt abzuschlagen. Aber er wollte etwas profitiren dabei: Kinder, erscht will ich wissen, was mer einsetzen. Unter unter ccner Mark gibt's nischt! Doch seine Frau war wüthend, daft er'ö so billig machen wollte. Een'Dahler meenst de - .Gut Da is er. Ec Dahler." Und er zog einen Thaler aus der Hosentasche, in der mit den Schlüsseln sein Kleingeld lose herum klimperte. und warf ihn auf den Tisch, ioobei sofort ein Glas mit Rothwein umfiel. Doch ehe er die Tischecke abgeschlagen, hatte sichOberst-Klempnermcister Hauboldt erbn. l?r läutete fürckterlick
(Fortsetzung uf der Rückseite.) $yit$j Abstracter of Titles, Ecke Market nnd Pennsylvania Str TlIK L.KMCKB, Culte 229, eine Trerpe hoch. Telephon 1760. Zndiänavoli. Notiz V Während der Monate Inni, Juli, August und September werd n die Osn stunden .der Indianapolis ßas Co. No. 58 Süd Pennsylvania Str., von 8 ÄorgenS bis 5 Uhr Nachmittags sein, aukgen,mmen am8..9.,lv..ll. und 12. jedtn Monat, wenn fit on 8 Uhr Morgen 61 G Uhr Nachmittag fein den. flaf Anordnung deS Präsidenten. M. Wievke. DeutscherBuchbinder. 408 Gftd Eaft, SSe MCarty Str. IIp Stairs. ttxx arl Vinspank, 7 6tb labawa fetrafti nnt BcfttHnttatit tat ich
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Vergnuaungell. Q.flu afilretd iu erZbn
- sind alle Eommer Veignügun gilt auf dem Lande, dem Wassers der Rennbabn. Noch zahlreicher sind 1 di Unfälle, die sich dabei ereignen können. J.'der der sich mit derartigen Vergnügungen adgiebt weiß, wie leicht eö ift, sich Vnktschnngen, Verrenkungen, Verstauchungen, überhaupt Zünden jeder Vrt . zuziehen. Jeder vorsichtig, Mensch legt sich einen Verrath von r&t. Jakobs Cdel u, welche all derartige Unfälle heilt.
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