Indiana Tribüne, Volume 20, Number 300, Indianapolis, Marion County, 18 July 1897 — Page 6

Zlmicrstandcll. . Die schöne junge Frau Pauline saß NgungsloZ in der Sophaecke und weinit, daß es Steine hätte erweichen mögen. Es ist wohl nur eine vorübergehende Verstimmung des Gemüthes, die durch inen Spazierganq gehoben wird," meinte lächelnd der Hausarzt. Ach nein. nein, lieber Doctor! Ich " aufs neue erstickten Thränen ihre Stimme. Nun. so erzählen Sie mir, was vorgefallen ist, mein Kind", sagte der OÜe Doctor teilnahmsvoll in weichem, vertrauenerweckendem' Ton. Ich bin so unglücklich, ach! so unglücklich!" schluchzte sie gepreßt. So, so! Nun., daß das schon so bald kommen würde, hätte ich doch nicht gedacht. Freilich, dieser Mann sah mir immer so aus, als wenn ihm nicht recht zu trauen wäre," brummte er vor sich hin. Nein, Doctor!" sie richtete sich ein wenig auf. Sie thun ihm unrecht. QS ist ganz etwas anderes, mein Mann" Nun?" Georg versteht mich nicht!" sagte sie leise. Also er versteht Sie nickt! Und natürlich trägt er die Schuld, nicht trahr?" Die junge Frau glaubte leisen Spott aus des Doctors Worten herauszuhören. Sie werden doch nicht glauben, daß ich die Schuldige bin", sagte sie ge reizt. Aber er vernachläjiigt mich, trotzdem ich mir die erdenklichste Mübe gebe." Sollte er auf falscbe Weg: qtthen sein?" frug kopfschüttelnd der alte Ärr. Aber nein, das nicht! "rief sie fast zürnt. Sehen Sie, er scheint für Erich überhaupt keine Zeit mehr übrig zu haben. Während des Taaes ist er im Äureau. Kaum sind wir mit dem Essen fertig, fängt er an. alle mögliche.'. Zei tungen und Zeitschriften zu lesen und vergräbt sich in seine Lectüre. Abends geht er in seinen Club. Dort wir) poliiisirt. Schach gespielt, geraucht, und Keift Gott, was noch." Da ist er also nie zu Hause?" ) ja, dann und wann schlägt sein Gewissen, dann erübrigt er zur Noth noch eine Stunde für mich, d?e c: aber vergähnt." Versuchten Sie noch kein Mittel "dageaen, ich meine gegen das Gähnen?" Q doch, was habe ich nicht alles angestellt und aufgeboten! Ich spielt: ihm ieblingssonaten vr. zeigte ihmMod,:zournale verschiedener Jahrgänge, suchte zu erforschen, ob ihm diese oder jene Toiktte an mir gefallen würde, der alles vergebens. Wenn mir nun endlich eber bei dem ewigen Gähnen "die Geduld riß. und ick ihm leise VorHaltungen machen wollte, schwips Xvax er schon zur Thür hinaus." Eine längere Pause entstand, wäh?end der Doctor im Zimmer auf und ab schritt. Endlich blieb er vor Pauline stehen, stieß seinen Stock etwas heftig aus den Fußboden und rief, nicht eben leise: Na, und seine Arbeiten, seine I::tereiien?" Die junge Frau richtete sich zetzt völlig empor. Ihre sonst sanften, dunklen Äugen sprühten Blitze. Seine Arbeiten? Bin ich etwa eine jener Emancipirten. die zum Mitarbei1cn genommen werden? Und was weiß ich von seinen Interessen? Soll ich die Sclavin der Launen und Interessen meines Mannes sein? Nein, lieber Doctor, so " Tief bin iÄ noch nicht gesunken," ergänzte nun wieder lächelnd der Arzt. Und das nennt sich die Hälfte, gar die bessere Hälfte des Mannes!" Ach, lieber Doctor, Sie stehen als Mann natürlich Gcorq bei. Ihnen k)2tt: ich mich nicht anvertrauen solZen Doch, doch, mein Kind. Hören Sie nid) einmal ruhig an. Sie suchen Ihrem Mann Ihre Interessen auszuGingen und sind gekränkt, wenn erSie Nicht ersieht. Sie selbst aber wollen nicht einmal den Versuch wagen, seine Jnterezien zu theilen. Wir Männer leden denn doch in einer anderen Welt. zxzib die Frau hat die Pflicht, den Chalacter des Mannes zu erforschen, um .yj. erfahren, was demManne erwünscht oder nicht, was ihm interessant ode: .lIngw'eilig ist." Ja, aber wie soll ich das machen?" frug Pauline ein wenig kleinlaut. Sie sollen vor allem die Interessen Ihres Mannes theilen. Sie sollen sich niit solchenDingen beschäftigen, für die auch er Theilnahme findet, wenn sein agesarbeit zu Ende ist. Seien Sie sein Spielgefährte, politisiren Sie mit ihm, lassen Sie sich von ihm überDinge belehren, die Sie gar nicht und er sehr gut versteht, und vor Allem öffnen Sie Ihre Thüren allen seinen Lieblingsbeschäftigungen. Meine, liebe Pauline" zz nannte sie im vertrauteren Verkehr immer bei ihrem Vornamen seien Sie der gute Kamerad Ihres Gatten, nicht die ewig empfindlicke Dame, und Sie werden gewiß nie mehr zu klazen Xjaven." " Vier Wochen später tritt der Doctor eines Morgens, das erste Mal nach jentx Unterredung mit der Frau des Hauses, unvermuthet in das Zimmer. Er findet alles hier verändert. Das trauliche Wohnzimmer ist Heller ge--macht, die schweren Uebergardinen sind verschwunden. An der einen breiteren Wand, gegenüber den Fenstern, ist eine Ijellgraue Tapete aufgerollt. Pauline sitzt davor; sie sitzt Modell. Georg photographirt soeben seine glückstrahlend: Frau. Fertig!" ruft Georg Pauline zu, 'bxt von ihrem Sitz aufspringt und dem Doctor entaegenstürmt. Ein verstandnivoller Händedruck, ein Lächeln, das tdxt ein electrischer Funke zwischen beiden auffliegt, sagt Alles.

Aas Mcinloas. Die Bestrebungen, welche sich in neuere? Zeit der Vermehrung nndVerbesserung derWasserstraßen inDeutschland zuwenden, haben das allgemeine Interesse auf jene Gegenden gelenkt, in denen solche Projekte zur Ausführung kommen sollen. Und'da verdient vor allem das Mainthal Beachtung, sowohl wegen seines Reichthums an landschaftlichen Schönheiten, als auch wegen der Wichtigkeit, die gerade seine Wasserstraße für Deutschland hat. Soll diese doch dessen größte Ströme, Rhein und Donau, verbinden! ' Zu diesem Zweck muß zunächst der Main derart regulirt werden, daß er aufwärts bis Vamberg für Dampfboote schiffbar wird. Von hier aus wird dann der Schiffsverkehr durch den bekannten Ludwig - DonauMain - Canal, der durch ein System von Schleusen verbessert und erweitert werden soll, seine Fortsetzung in die Donau finden.

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A s ch a f f e n b u r g. Die geplante großartige Unternehmung wird nicht nur dem Handel, der Industrie und Landwirthschaft zu mächtigem Aufschwung verhelfen, sondern auch dem Reisenden in diesen Gegenden neue Gesichtspunkte erschließen. Der Main wird, sobald er mit dem Dampfboot befahren werden kann, in Wettbewerb mit dem Rhein treten. Denn, wenn auch nicht an GroßartigZeit der Scenerie, so an heiterer Lieblichkeit und ernst - historischen Erinnerungen erreicht er ihn gewiß, und übertrifft ihn vielleicht in der manni'gfachen Abwechslung seiner Ufergelande. Der Main entspringt im sagenreichen Fichtelgebirge und umfaßt mit seinem Flußgebiet ein herrliches Stück Land, das zu den schönsten Bayerns ja Deutschlands zählt. Der Ausgangspunkt des Mainverkehrs liegt an seiner Mündung in den Rhein nächst Mainz. Bei der ersten echten Mainstadt Frankfurt, die kaum einem Deutschen fremd ist, wollen wir nicht verweilen, sondern solche Orte aufsuchen, Stadt-Prozelten. die weniger bekannt sind. Da liegt nächst der bayrischenGrenze Aschaffenbürg mit einer bekannten Forstlehranstalt. das schon im achten Jahrhundert erwähnt wird, als hier Bonifacius eine Kirche erbaute. Später war es Sitz der MainzerErzbischöfe und Kurfürsten. deren einer das prächtige Residenzschloß Johannisburg gründete. Außer demselben verdient noch das ...Pompejanum" Erwähnung, eineVilla im antikrömischen Stil, die der kunstsinnige König Ludwig I. von Bayern in herrlicher Lage erbauen ließ. An das rechte Ufer tritt nun der prächtige Spessartwald,einer der größten Deutschlands, heran, dessen Räuberromantik in unser Jahrhundert hineinreicht. Seine hundertjährigen Bäume, seine grünen Wiesenthäler mit klaren Forellenbächen wirken durch ihre stille Einsamkeit mit mächtigem Zauber auf den Wanderer, dessen Pfad nur ein scheues Reh oder ein Rukel börstiger Wildschweine kreuzt. In dem dort reizend gelegenen Waldschlößchen Rohrbrunn verbringt der Prinz - Regent von Bayern alljährlich einige Wochen, um sich der Jagd zu widmen. -11 i fj'irtüii'.- X. ff j?" s fr'iCtiL Lohr. Neben den alten Buchen des Spessartwaldes gedeiht auch die Rebe hier am Main, und hat dem Städtchen Klingenberg wegen seines vorzüglichen Rothweins eine ehrenvolle Erwähnung im Lied verschafft. Eine nahe Biegung des Flusses wird vom Engelsberg beherrscht, zu dessen Franziskanerkloster und Wallfahrtskirche sechshundert Stufen führen; eine prächtige Aussicht lohnt den Aufstieg. Einen ganz mittelalterlichen Eharakter hat Miltenberg bewahrt, das eingeengt am linken Ufk r liegt und von einer Burg überragt wird, an deren Stelle ein römisches Eastrum war. Die interessanten Ruinen bei StadtProzelten gehören einem Schloß an. daZ. einst Eigenthum des Deutschen Ordens, wie so viele andere in dieser Gegend 1683 von den Franzosen zerstört wurde. Bei Wertheim mündet die Tauber in den Main, und hier vereinigt die Natur alles, was zu einem fesselnden Landschaftsbild gehört. Auf der bewaldeten Höhe liegen die ausgedehnten Ruinen des allen Schlosses, nächst

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der Heidelberger die größte Deutschlands. In Homburg mit Burg auf steiler Höhe ist die Burkhardushöhle, welcher der dortselbst 752 verstorbene Bischof von Würzburg den Namen, gab. Noch immer spiegelt sich am

& SfTI C' VWSM MmM 5HHSKk?57 d--.m-Schloß M a ! n b e r g. rechten Ufer der dunkle Wald in den grünen Fluthen bis weit über Lohr, einem betriebsamen Städtchen in rcizender Lage. Es besitzt ein altes Schloß, hübsches Rathhaus und Kirche. In der Nähe sind Eisenhämmer und Fabriken, am andern Ufer das idyllisch gelegene Kloster Mariabuchen. An der Einmündung der fränkischen Saale liegt Gemünden. ein lebhafter Eisenbahnknotenpunkt mit bedeutendem Obst- und Weinbau, Fischere! und Schiffbau; es sind hier interessante alte Bauten, und eine Ruine dir Scherenburg in schönster Lage. Viel älter ist Karlstadt, mit Mauern und Thürmen umgeben.einem alten Rathhaus und gothischer Pfarrkirche; gegenüber die Ruinen der uralten, von Karl Martell erbauten Karlsburg. Die Gegend wird nun freier, die Weingärten' zahlreicher; wir kommen nach Veitshöchheim, einst Sommerresidenz der Fürstbischöfe vonWürzburg. Jetzt ruht auf den altfranzösischen Gartenanlagen und den großen Bas sins ein Hauch träumerischer Bergessenheit. der nur an Festtagen durch die fröhlichen Gäste aus Würzburg verscheucht wird. Bald erblicken wir die alte Mainstadt selbst, im Kranze grüner Rebenhügei zu beiden Seiten des schimmernden Flusses gelagert, von der stolzen Feste Maricnberg überragt: ein Städtebild, das mit den schönsten Deutschlands wetteifert. Auf all die historischen Schätze und architektonischen Schönheiten Würzburgs hier einzugehen, müssen wir uns leider versaoen. Wer Friedrich Rückert schätzt, der wird sich freuen, in seinerGeburtsstadt Schweinfurt sein gelungenes Denkmal vor dem schönen Rathhaus zu finden. Oberhalb der Stadt ist das ehemals Hennebergische Schloß Mainberg, jetzt Privatbesitz, mit interessanter Sammlung von Alterthümern. Der nächste gloßere Ort ist Haßfurt mit zierlicher gothischer Rillerkapelle; dann kommt bald die Mündung der Regnitz in den Main, und man sieht in der Ferne die Thürme von Bamberg. Nun folgt die besonders fruchtbare Gegend von Ochscnfurt. das schon im achten Jahrhundert ein bedeutender Ort war. Die Pfarrkirche enthält Schnitzwerke des berühmten Bildhauers Tilmann R.'t'.nenschncider (gestorben 1531 in Würzburg). Hier sieht man noch allgemein die Frauen in der alten Tracht, vielfaltigen Röcken.buntseidenen Schürzen, künsilick geflochtencn Zöpfen und reichem Schmuck an Ketten. Münzen und Ringen. Zu diesem Gau gehört auch Kitzingen in reizender Lage am Main mit geschichtlich bewegter Vergangenheit und betriebsamer Gegenwart. Mmx Gemünden. Bleiben wir am Main, so führt er uns nach Staffelstein, am Fuß des Staffelberges; hier wurde 1492 Adam Riese, der berühmte Rechenmeister, geboren. Weiter nördlich liegt die Wallfahrtskirche Vierzchnheiligen; jenseits des Mains das imposante Schloß Banz, ehemals Bcnediktinerabtei, jetzt dem Herzog Karl Theodor von Bayern geböri. Im nahen Lichtenfels zweigt die Bahn nach Eoburg ab, wir aber suchen die Vereinigung des rothen und weißen Mains auf und kommen dann, letzterem folgend, nach Kulmbach, bekannt durch seine bedeutenden Brauereien und das Schloß Plassenbürg. Wenn wir nun mit lohnender FußWanderung in das Fichtelgebirge eindringen, so finden wir in Himmelskrön die schöne Klosterkirche, in welche die Sage die Grabstätte der weißen Frau" verlegt hat (Gräfin Kunigunde von Orlamünde. gestorben 1390, Ahnfrau des Hauses Brandenburg). Unweit Berneck mit interessanter Schloßruine gelangt man an den Fuß des Ochsenkopfes zu der Quelle des weißen Mains; die des rothen ist bei Gottesfeld im Süden von Bayreuth. Diese ehemalige Sitzung der Markgrafen von Brandenburg zeigt noch zahlreiche Erinnerungen der verschwundenen Pracht eines fürstlichen Hofes aus der Rococcozeit auf; so das neue Schloß mit schönem Garten, das Opernhaus, und in der Umgebung die Lustschlösser Fantasie und Eremitage. Sehenswerth sind auch das alte Schloß vor ihm das Standbild König Max II. das Wagnertheater und die Villa Wahnfried mit dem Grab des Meisters. Wir wollen nicht schließen, ohne Vamberg, den Uebergangspunkt des Mainverkehrs zum Canal, besucht zu haben. Dieser alte Bischofssitz verdankt seinenNamen den Babcnbergern, die um das Jahr 900 hier herrschten; Kaiser Heinrich II. gründete den imposanten romanischen Dom und das umfangreiche Kloster auf dem Michaelsberg.' In der reizenden Umge-

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bung, die wahrhaft einem Garten gleicht, befindet sich in dominirender Lage die Altenburg, eine theilweise restaurirte Schloßruine. Oberhalb der Stadt bei Bug beginnt der Ludwig - Donau - MainCanal, angeblich schon zur Zeit Karl's des Großen entstanden, in seiner jetzigen Gestalt eine Schöpfung König Ludwig's I. Die Umgestaltung desselben dürfte wohl den schwierigsten und kostspieligsten Theil der neuen Verkehrsanlagen bilden und großen Zeitaufwand fordern. V!aria-Äach. Zu den berühmtesten Klöstern in deutschen Landen gehört die VenedictinerAbtei Maria-Laach bei Andernach am Rhein. Maria-Laach (Abbatia Lacensis oder Abbatia Sanctae Mariae in Lacu) wurde bereits im Jahre 1093 vomPfalzgrafen Heinrich an der Westfeite des bekannten Laacher Sees gestiftet und galt das ganze Mittelalter hindurch für eine der reichsten Niederlassungen des gelehrten Benedictinerordens in den Rheinlanden. Das Kloster wurde im Jahre 1802 von der preußischen Regierung aufgehoben und in eine Meierei verwandelt, im Jahre 1863 jedoch von den Jesuiten angekauft, die werthvolle naturwissenschaftliche Sammlungen anlegten. Nachdem den Jesuiten durch das Neichsgesetz vom 4. Juli 1872 der Aufenthalt in Deutschland untersagt worden war, gelangten die Klostergebäude in den Besitz des Grafen von Schaesberg, von dem sie in allerletzter Zeit wieder an die Benedictiner übergegangen sind. Die herrliche Kirche, eine gewölbte

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Die Klosterkirche. Pfeilerbasilika mit sechs Thürmen, ist vielleicht das schönste, rein romanische Bauwerk in den Rheingegenden, sie wurde im Jahre 1156 geweiht und 1859 rcstaurirt. Die Wirkung des einzig schönen Gebäudes wird durch die prächtige Landschaft wesentlich erhöht. Hart am Gestade des geheimnißvollen stillen Kratersees gelegen, hebt sich die Kirche, von welcher Seite man sie auch betrachten mag, mit scharfen Umrissen gegen den Kranz der bewaldeten Berge ab. In der Woche ist die ganze Gegend völlig einsam, höchstens, daß aus dem Schilf des Sees ab und zu der Ruf des RohrHuhns oder der Wildente ertönt, und daß aus dem hellblauen, eiskalten Wasser ein Fisch emporschnellt. Nur Sonntags, wenn aus den benachbarten Rheinstädten auf Leiterwagen und zu Fuß fröhliche Touristen kommen, erwacht das Seegestade auf einige Stunden aus seinem Märchenfchlaf. Im Fieber. Doktor: ... So. Ihr Mann hat Fieber? . . Klagt er über starke Hitze?" Frau: Das will ich meinen! Fühlen Sie nur selbst! Der hat mindestens seine 95 Grad im Schatten!" Beleidigt. .A WWS&t,li SWM a-fö&&&rJm.w . Aber, mein Fräulein, ich sehe ja nichts als Ihren großen 5zut!". Nun und ist der etwa nicht sehenswerth?!" Die beiden Tanten. Die kleine Elsa (von einer Tante zur an dern geschickt): Guten Tag, Tante! Einen schönen Gruß von der Tante und die sollte doch heute die Tante besuchen, und wenn die Tante die Tante nicht kann besuchen, dann kvill die Tante die Tante besuchen! Adieu, Tante!" Kleine Verwechslung. Wachtmeister (zum Sergeanten, der einen Einjährigen ausbildet): Nun. Sergeant Müller, die schönen Tage sind nun bald vorüber, die schönen Tage von .... wie sagt man gleich? (zum Einjährigen gewendet): Nun, Sie, Einjähriger, das müssen doch Sie wissen!" Einjähriger: Herr Wachtmeister meinen wohl die schönen Tage von Aranjuez?" Wachtmeister: Ja, ja! Ganz richtig. Die schönen Tage von Aranjuez! Ich verwechsle nämlich immer drei Sachm: Die schönen Tage von Aranjuez. den Postillon von Longjumeau und den schiefen Thurm von Pisa!" -

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Der Wisent. Vergegenwärtigen wir uns die Fauna etwa zu Beginn unserer Zeitrechnung und ziehen wir einen Vergleich zwischen ihr und der heutigen Thierwclt Europas, so begegnen wir in ersterem Gesammtbild so mancher prächtigenErscheinung, die gegenwärtig entweder überhaupt vom Erdboden vevschwunden oder doch über die Grenzen Europas hinausgedrängt ist, oder endlich, wenn auch dort noch vorhanden, nur mehr sozusagen künstlich in einigen Zufluchtsstätten als Reliquie erhalten wird. Gänzlich ausgestorben ist zu Ende des 17. Jahrhunderts der Ur (15os unis), sowie erst in unserem Jahrhundert der fluglose Alk (Alca inipeniiis) des hohen Nordens, weit über Europas Grenzen hinausgerückt ist der Löwe, der im klassischen Zeitalter in Griechenland noch recht häufig war, und in der langen Reihe jener Arten, die dem gänzlichen Verschwurden nahe sind, nimmt der Wisent (Uos bison) schon deshalb das meiste Interesse in Anspruch, weil er sich auch an seinen letzten Zufluchtsstellen trotz aller Pflege nicht mehr vermehrt. Ste-' tig nimmt seine Zahl ab so daß sich der Zeitpunkt seines Aussterbens fast schon berechnen läßt. Ehe wir zur speciellen Betrachtung des Wisents und seiner heutigen Verbreitung übergehen, seien einige Da-

1i JSfcL v av ,vk mmm UVwy .. WisentoordemAngrisf. ten über sein ehemaliges Vorkommen vorausgeschickt, sowie namentlich' die Widerlegung der noch heute auch in gebildeten Kreisen weit verbreiteten Anschauung, daß der Wisent mit dem Auerochsen" identisch sei. Der Ur oder Auer, lios unis, die Stammform unseres Rindes und von diesem bloß insoweit unterschieden, als dies durch die Gegensätze des Freilebens und der Domestikation bedingt wurde, scheint ehemals ziemlich dieselbe Verbreitung gehabt zu haben, wie der Wisent. Schon Plinius unterscheidet lionassos (Wisent) und Unis (Ur), in dem er für ersteren die charakteristisehe Mähne, für letzteren die Aehnlichkeit mit dem zahmen Rinde hervorhebt, und ebenso trennen alle späteren Autoren die beiden Arten. Der Wisent, in seiner Erscheinung noch gewaltiger als der Ur, bildete die stolzeste Trophäe der alten Germanen, seine und des Urs gebleichte Schädel mit dem mächtigen Hörnern schmückten das Heim des Deutschen und zur Zeit, als Hermann seine Schaaren gegen die Römer führte, deckte die abgezogene Kopfhaut eines Wisents .sammt den Hörnern das Haupt der kühnen Recken, die wie eine Sturmfluth aus der hercynischen Wildniß hervorbrachen, um das s:emde Joch abzuschütteln. Furchtbar muß der Kampf gewesen sein, den da oft der kühne Weidmann mit seinen unvollkommenen Waffen gegen den damaligen König des deutschen Waldes zu bestehen hatte, und mit Recht nannte schon Julius Cäsar die ErleKämpfende Wisent st i e r e. gung eines Wisent eine Heldenthat. Aus Süd-. West- und Mitteldeutschland verschwand der Wisent schon frühzeitig; aus dem Harz und dem Sachscnland bringt die Zeit Karls des Großen die letzten Nachrichten über ihn, für die großen Waldungen um St. Gallen erwähnt in Ekkehard um das Jahr 1000; von da ab finden wir ihn nur noch im äußersten Nordosten Deutschlands. Aus Pommern reichen die letzten Daten nur bis 1373, dagegen erhielt er sich in Preußen viel länger. Im 15. Jahrhundert war er dort noch sehr häufig, zu Beginn des 18. Jahrhunderts aber schien er auf das Gebiet zwischen Tilsit und Labiau beschränkt zu sein, und nachdem um 1740 eine Seuche seine Reihen arg gelichtet, nahm die Zahl trotz der von der Regierung angeordne'en strengen Schonzeit ab. dis 1755 das letzte Stück durch die Wilderei Wirbel und Hiebert gefällt wurde, welche diese That mit zenjähriger Festungshaft zu büßen hatten. Etwas länger 'als in' Preußen erhielt sich der Wisent in Ungarn und Siebenbürgen, namentlich in der Gegend von Füle im Szekler Land. Bis in's 17. Jahrhundert wurden hier oft große Prunkjagden abgehalten, und wie Graf Franz von Lazar berichtet, erschien noch 1740 einer seiner Vorsahren auf dem Landtage zur Hermannstadt in einem mit vier bei Gyergyo gefangenen Wisenten bespannten Wagen. Mit der Wende des 18. Jahrhunderts war der Wisent jedoch auch hier ausgerottet und blieb von da -ab auf die Gegend von Bialowicz in Litthauen und den Kaukasus beschränkt. Der sogenannte Bialowiczer Wald im Pruschanyschen Kreise des Gouvernements Grodnoch gelegen, welcher aus einem etwa 300.000 Acres großen, rings von Feldern, Wiesen und. Hutweiden umschlossenen Forst besteht, ist Eigenthum der russischen Krone und wird von einem sehr zahlreichen, mili-

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iarisch organisirten BeamtencorpZ,verwaltet, an dessen Spitze der kaiserliche Wildmeister Hans von Auer steht. Alle Beamten sind in dem mitten imReviere gelegenen Dorfe Bialowicz untergebracht, im übrigen ist das ganze rie sengroße Waldgebiet unbewohnt. Im Jahre 1824 fanden sich dort nach genauer Zählung im ganzen etwa 500, im Jahre 1832 etwa 712 und im Jahre 1854 etwa 1650 Wisente vor

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BeuteWilhelm's II. von da ab beginnt jedoch ein merklicher Rückgang. Schon 1873 war die Zahl auf 527 gesunken und heute beträgt der Gesammtstand nur mehr rund 400 Stücke, obwohl nach dem Berichte des Wildmeisters von Auer seit 1874 im ganzen nur vier Stück auf kaiserlichen Befehl eingefangen und lebend versendet und weitere 15 Stück abgcschössen wurden. Abgesehen vom Bialowiczer Walde und vom Kaukasus besteht gegenwärtig auch in Deutschland eine kleine Wisentcolonie. Im Jahre 1865 führte der königliche Oberjägermeister Fürst Heinrich XI. von Pleß in seinenThiergarten zu Pleß einen Stier und drei Kühe ein. welche sich, im Jahre 1871 nach Meseritz überführt, freilich auch nuv sehr lanasam vermehrten, immerhin aber geg ioärtig zu einem Stande von 17 Stücken angewachsen sind. Den erstenWisentstier erlegte dort im Jahre 1869 Kaiser Wilhelm I., weitere Stiere brachten im Jahre 1877 der Herzog von Anhalt, 1880 Prinz Friedrich Karl von Preußen, 1882 Graf Pückler, 1883 Graf Josef Waldstein. 1885 Prinz Wilhelm von Preußen, 1887 Graf von Solms-Baruth. 1883 Graf Saurma und 1892 Kaiser WilHelm II. zur Strecke. TaS Gildcnhaus in Tortmund. Dortmund, die ansehnlichste Stadt Westfalens, ist heute als Vttttelpunkt eines bedeutenden Bergbaues weltbekannt. Sie zählt zu den ältestenStädten des Landes, denn sie wird schon zu Anfang des zehnten Jahrhunderts genannt. Später hielten hier verschiedene Kaiser ihre Hoftage ab, und dann war Dortmund eine Freie Reichs- und wehrhafte Hansastadt, so stark befestigt, daß das Sprichwort entstand: So fast as Dürtem." Aus jener alten Glanzzeit sind noch verschiedene Eriiinerungen erhalten, und in der Neuzeit entstand der Wunsch, die alten Bauten aus früheren Jahrhunderten wiederherzustellen. Ein hochinteressantes Bauwerk ist das Gildenhaus, das, im 15. Jahrhundert im gothischen Stil er richtet, Kauf- und Versammlung--zwecken gedient hat. Das Haus ist Eigenthum des Weingutbesttzers F. Wenigheimer in Vingen und wurde unter Beihilfe der Provinz Westfalen und der Stadt Dortmund wiederhergestellt. DasGildenhaus. Damit wurde für die Stadt ein eigenartiger Schmuck geschaffen. Im Giebel des Gildenhauses erblicken wir die Sandsteinfigur des heiligen Reinhold, des Schutzpatrons von Dortmund. Die unteren Fenster der Frontseite sind mit den Wappen Westfalens und der Stadt Dortmund geschmückt. Das Innere des Hauses, namentlich der geräumige Saal Mit seiner schönen Galerie, ist mit verschiedenen alterthümlichen Geräthen ausgestattet. An der Eingangsseite des Saales stehen zwei Holzfiguren, die Kaiser Karl IV. und seineGemahlin darstellend. An der linken Wand desselben Raumes befindet q noch ein Reiterstandbild des heiligen Reinhold, das aus einem Eichenblock geschnitten ist und aus dem 15. Jahrhundert stammt. Ein altes Geschlecht. Ihre Familie ist wohl sehr alt. Herr Baron?" Fabelhaft! Müßt eigentlich in meiner Ahnengallerie unmittelbar, vor dem Stammvater meines Geschlechts ein Affenbildniß anbringen!" Alternative. Vater (zu seinem studirenden Sohne): Ich begreife gar nicht, daß Du Dich nicht schämst, mit so 'ner zerfetzten Nase und so 'nem dicken Bauch herum zu gehen!" Sohn: Na wär's Dir dielleicht lieber, wenn ich mit einer dicken Nase und einem zerfetzten Bauch herumginge?" ,.

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i l. A. : Was ist das eigentlich für ein Verein: Das blaue Kreuz?" B. : Wer dazu gehört, darf keine geistigen Getränke genießen!" A.: Sakra, is dös a Kreuz!" M Xtrcl" V I Fremder: Vor fünf Jahren hieß Ihr Gasthof Zum Lamm" und jetzt Zum Drachen", wie kommt das?" Wirth: Ja, damals war i no nöt verheirath't!" Bescheiden. Fräulein: Wie ich hörte sind Herr Lieutenant nach dem Apolloplatz verzogen?" Lieutenant: Ja, er hieß aber auch schon so, bevor ich hinzog." Kindermund. Papa: Was machst Du denn hier, Burschi?" Viktor: Ich lerne das Zimmer aufräumen." Papa: Und warum denn?" Viktor: Weiß man denn, ob ich nicht eine faule Frau bekomm'?" Prompte Erledigung. ! ffira yir7 '.FnT. ' u 4i p Wirthin: Herr Studiosus, der Schneider ist draußen, möchte gerne Geld haben der Schuhmacher ist da." Student: Na, denn sagen Sie dem Schuhmacher, er soll dem Schneider was geben." Kindermund. . I Großmama, morgen steigt ein gro ßer Luftballon auf; Du kannst mitfahren. Papa erlaubt es!" Luftballon mitfahren erlaubt es was soll das heißen?" Na, Papa hat gesagt, wenn Du 'mal in die Luft flögest er hätte nichts dagegen!" Meinungsverschieden h i t e n. Was ist denn das für ein Geschrei auf dem Hofe?" Die Köchin will ein Huhn schlachten und das Huhn will nicht und nun zanken sie sich auf' dem Hof herum!"

Höchster Respekt.

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