Indiana Tribüne, Volume 20, Number 293, Indianapolis, Marion County, 11 July 1897 — Page 3

Arme Tlea! Berliner Roman von Z-'.ndosxy Stralz.

(4. Fortsetzung.) Frau Kaun warf einen äi?5.st!1chen Blick auf Thea und eilte, daß sie mit ihrem Hut herauskam. Dann wurde draußen alles wieder still. Und ihr Vater sagte zu der Unbekannten Du?" Und im Zorn tonnte er sie gestern wobl nickt entlassen haben, da sie heute ganz unbefangen wiederkam? Warum also? Offenbar, weil sie. Thea. ihre Ankunft gemeldet hatte. Ca machte ihr die andere aus Gefäl ligkeit Platz! Aber warum miethete Papa sie. seine Tochter, nicht in einem Familienhotel ein? Ja so! Er hatte ja keinen Heller eigenes Geld! lZr konnte ihr nichts auf der Welt bieten llZ dii.se armseligen vier Wände hier, aus denen er erst eine Andere vertreiben mußte . . . eine andere, die er Du" nannte ... Ein entsetzlicher Schrecken erfaßte sie jählings ... ein Drang, aus dem Bette zu springen . . . das Haus zu verlassen . . . ldavonzurenmn . . . aber wohin? ... um GotteSwillen wohin? . . . Nein ... es gab nur ein Land, in das man sich flüchten konnte, das Land des Bergessens, den "Schlaf. Ruhig daliegen, und nichts mehr sehen und hören . . . das war das Beste. Sie würde frühzeitig genug auch noch das letzte erfahren, warum kein Mensch Papa in seinen Geldnöthen geholfen und was er eigentlich in diesen letzten Iahren gethan und wie er zwischen -alle diese Leute . . . diese igarrenhändIe: und Kellner und Gerichtsvollzieher, gerathen war . . . und warum er die Haushälterin, in deren Zimmer si? hier zu Gast war . . . warum e? die duzte. . . ''.. v. 'Spät am Nachmittag st wachte sie Üllf. War denn das Alles wirklich kein 'Traum? Dies enge Zimmerchen, der dumpfe Lärm der Weltstadt draußen, auf dem Hof das Getriebe der Wildprethandluns. Fleischerknechte, abgcstreifte Thie:e, ein kläffender Hund, von unten aus dem Schusterkeller ein dumpfes, monotones Nochen . . . wie 1?ar das alles häßl?ch und entsetzlich. Wärest Du doch geblieben, wo Du warst . . . Einen Augenblick kam ihr dieser Gedanie, während sie seufzend ihren Koffer öffnete, um ihr bestes Straßenkleid das Berliner Kleid hatte sie es schon lange in träumender Sehnsucht getauft herauszunehmen. -Oder wenn sie dorthin zurückkehrte, und, wie ein Reisender aus Centralafrika, dort am stillen Theetisch von Gerichtsvollziehern, von Sbake-5ands mit Kellnern und von Pfandhäusern berichtete? Aber gleich darauf schüttelte sie den Kopf, daß die Locken flogen. Ein Lächeln. traurig und trotzig zugleich, glitt über ihr blasses Gesicht.' Nun war sie in demAbenteur darin! Nun hatte es keinen Zweck, unnütz zu denken und zu wünschen. Nun konnte man nichts mehr thun, als die Ereiguiije geduldig über sich hinrollen zu lasten. Der arme Pava! Der arme, arme alte Mann! Und sie hatte ruhig in der Provinz in den Tag hineingelebt und nicht geahnt, daß der Mann, dem sie ihr Dasein verdankte, der sie mehr liebte als seinen Augapfel daß der hier vielleicht nicht einmal satt zu essen bekam, daß er verlassen und verrathen in einer kahlen Wohnung dahinhauste er, der vornehme, unbehilfliche alte Herr, auf dessen Fingerwin'k sonst die ganze Dienerschaft flog! Er hatte doch sonst eine Menge Eigenheiten und Angewohnheiten . . . sie erinnerte sich wohl, das Nasierwass mußte einen ganz bestimmten Wärme grad besitzen ... der Bordeaux genau die Zimmertemperatur gewonnen haden. und es gab eine wohl vorgefchriebene Art, mit der ihm .der Stallknecht beim Ausreiten die Zügel in die Hand reichte. Wie konnte er sich denn nur fetzt in ll: diese Entbehrunzen finden? Wie brachtt er das fertig, ohne zu ver.zweifeln? Eine grenzenlose, mitleidige Zärtlichkeit erfaßt: sie. Sie eilte sich mit ihrer Toilette, um recht bald dem armen alten Mann da drüben die Gramfaltcn aus der Stirne streichen zu können. Aber als sie in das Nedaktionszimrner des Paprika" eintrat, war Niernnb da. Er mußte ausgegangen sein, denn sein Hut un'o Stock fehlten. Da. wo sie gelegen, stand auf dem Tisch eine Flasche . . . ihre Flzsche mit Danziaer Gaswasser und ein leeres Gläscn daneben. Und diese Flasche sie erschrak war beinahe zu einem Drittel leer! Vielleicht hatte er Besuch aber nein. Es war ja nur ein Glas da. Sie setzte sich auf einen Stuhl und sah traurig, mit gefalteten Händen, die Flasche an. Hätte sie das gewußt! . . Also auch das noch! ... Ja freilich . . Vergessen fand man da wohl . Aber da knarrte es auf der Treppe. Der alte Freiherr trat ein. Ihr ängstlicher Blick vermochte nicht das geringste Auffällige an seiner vornehmen Erscheinung zu "bemerken. Nur lebendiger sah e aus. sugendlicher und fröhlicher. Er hielt sich strass aufrecht, die aefärbten Schnurrbartenden waren noch' spitzer wie sonst aufgedreht und der graue Cylinder unternehmend zurückgellcoben. Er hielt ein Nosensträußckien in der Hand und überreichte es ihr freundlich lächelnd mit der Handbewegung eines Kavaliers aus der Nokokozeit. Ich war aus!" sagte er rasch ...... .ein paar kleine Posten zahlen . . . die föäubci verfolgen mich schon seit Wo

chen! ... Ach'. . er nahm den Hut ab aind fuhr sich mit dem Seidtuch über die hohe Stirne ... ... daS thut wohl, dife Insekten los -u sein!" Sie antorleie nichts, so7.d:in überlegte. Viel Schmuck hatte sie nicht! Aber immerhin . . . wenn man ihn versetzte, war wenigstens für die nächsten Wochen gesorgt . . . das Werthvollste war die kleine goldene Uhr.. . . aber die mußte man bis zuletzt aufsparen . . . umsomehr. als der Kammerherr selbst j?.auch keine besaß, son dern statt dessen an schwarzem Seidenband seinen Zwicker in der Westentasche trug. Komm, Kindchen," hörte sie seine etwas ungeduldige Stimme, Du wirst Hunger haben!" Ja wahrhaftig ... sie hatte starken Huner. Trotz alledem und alledem! Die Natur forderte ihr Necht und küminerte sich nicht um Seelenleid und Sorgen. Ich hab' sreilich seit gestern so gut wie nichts gegessen!" sagte sie und trat mit dem alten Herrn aus den Flur. Dort schloß er brummend die Fenster ihres Hinterzimmers. Diese Schmeißfliegen unten aus der Wildprethandlung! . . . das sei eine wahre Noth! Aber noch größer war sein Zorn, als er unten das Hzusthor öffnete. Die Klinke war wieder voll Blut! Na türlich . . . wieder diese Metzger aus dem Wildpretladen! Und wenn man ihnen Vorhalte machte, erwiderten sie, sie könnten nicht all: fünf Minuten die Hände waschen! Auch Thea hatte einen Fleck aus ihren perlgrauen Glacees bekommen. Es schimmerte seucht in ihren Augen. Nicht wegen des verdorbenen Handschuhs aber wie war das alles so häßlich und gemein! Schmutz und Nohheit, wo man hingriff. Da umfing sie das brausende Tretben der Friedrichstrabe. Das Wetter hatte sich aufgehellt. Vereinzelte Streifen der Abendsonne vergoldeten das bunte Gewühl, die rastlos dahinfluthenden Menschenwogen, in denen man sich so behaglich mittreiben lassen konnte, das Gewirr der Omnibusse und Droschken auf dem Fahrdamm, die prachtvollen Läden, die geschmackvollen Toiletten und hübscken Gesichter, die überall in dem Gewühl auftauchten, . . . dazwischen massenhaft Uniformen aller Waffen. Studentenmützen hellfarbige Herrenpaletoks, da ein gigerlhaft gekleideter Neger, um den kein Mensch sich umdreht, ein paar würdevoll bezopfte Chinesen in buntseidenen Weiberröcken auf Holzstöckeln dahinwatschelnd . . . das Trottoir einsäumend in monotonem Geschrei die Reihe der Zeitunashändler und Verkäufer ... ein Brausen und Weben und Wirren zwischen all' diesen in fünf, sechs (Stockwerken aufragenden Riesenhäusern, .das Thea ganz schwindelig machte. Da war man doch mitten im Leben . . . da war man in der Welt! Die Uhr zeigte auf sieben. Jetzt setzte man sich in Posen zum Abendbrot . . . dünnem Thee und dünnem Aufschnitt. Baby wurde herumgereicht und lallte Gutenackt ... der Bursche brachte die Lamve und das Parolebuch . . . Der Major stopfte sich eine Pfeife und griff nach der Zeitung, seine Gattin und die beiden Backfische zum S trickst r-ampf und Straminrahmen . . . o Gott . . . o Gott . . . Thea athmete tief auf. Sie war eben doch aus einem Gefängniß entsprungen! Und daß ein entmischter Gefangener nicht auf Rosen gebettet ist . . . . ja . . . das war doch klar. Spaßhast war es ihr, wie alle Leute sie ansahen, während sie guer über die von Menschenmassen wimmelnden Linden schritten. Distinguiert mußten sie Beide scholl sich aufnehmen, der hochgewachsene alte Herr in seiner behäbig:n, selbstbewußten Würde, und neben ihm. in seinen Arm geschmiegt, die Tochter in ihrer schlanken Eleganz und Schönheit. Denn natürlich war sie doch schön! Das Mädchen mußte erst geboren werden, das schön ist und es nicht weiß, obwohl jeder Blick der Vorübergehenden, jeder Spiegel es ihr sagt. Sie, Thea, wußte es jedenfalls . . .. und wußte . . . das 'war eine mächtige Waffe, wenn man jetzt in Noth und Kampf gerieth. Ihr Vate? weckte sie aus ihren Träumen. Er stand mit ihr auf dem NordTrottoir der Linden und sah sie aufgeregt und ängstlich zweifelnd an, während seine Linke mechanisch mit den Gold- und Silberstücken in der Tasche klimperte. Schau, Goldkind!" sagte der alte Herr verlegen und etwas stockend, wie wenn er selber nicht recht an seine Worte glaubte ... ... wir müssen doch Deine Ankunft feiern und da ja nun Geld da ist . . . ich würde mich so freuen, wieder einmal bei Dresse! zu. essen!" Thea wußte nicht, wer Dressel war. Gewiß wollen wir zu Mittag essen . .." erwiderte sie und schritt an dem grüßenden Thürhüter vorbei in das Restaurant. ' Da drinnen gefiel es ihr. Alles so dornehm und reich und sauber. Und dieserSchwarm der sie dienstfertig uns lautlos umhuschenden Kellner. Und die Gäste mehr als sonst um diese Sommerzeit, der landwirtschaftlichen Ausstellung wegen doch endlich wieder einmal anständige, gut angezogene und leise sprechende Menschen ihrer Kreise . . . -sie fühlte sich sehr behaalich etwa wie ein Schiffbrüchiger, der endlich eine trockme Höhle und ein warmes Feuer gefunden und lächelte übkr die Wichtigkeit, mit der ihr Vater die Anordnungen zum Mabl traf. Der alte Herr war in seinem Element! Das war ganz der Grandseigneur von einst, der da die ehrfurchtsvollen Kellner mit Lzandwinken und halben Worten hin und herdirigierte. Wie er dasaß,, im &WM zurückgelehnt, die We'lkar.te weit oon.icm aoldenrc

'Pincenz abhaltend und gleichiltlg, beinahe übellaunig musternd, bis endlich, in knarrenden, abgebrochenen Tönen die entscheidungsschweren Worte fielen, da wunderten sich wohl manche der' herumsitzenden Vertreter des "Hili-lifo," daß ihnen dieser ukermärkische Grande noch nie in Berlin aufgestoßen sei. Und dann kam das Essen, in vielen j Gängen, die alle Thea gleich vortrefflich schmsckten, und der Wein, schwerer, schwarzrother Burgunder, der wie Feuer den Magen wärmte. Mein Gott . . . schließlich war die Welt ja nicht so schlimm! Es konnte ja noch alles gut werden. Sie schaute träumerisch lächelnd durch die großen Spiegelscheiben aus das Gewühl der Linden. Welch ein Kontrast dies vornehme Lokal, in das manche Vor, übergehende geradezu respektvoll, manche Arbeiter höhnisch grinsend hineinschauten . . . und dort drüben, wenig: Schritte von hier ... sie blickte bang auf ihren Vater, der mit der gewählten Nuhe des Feinschmeckers speiste und in großen Zügen den alten Volnay trank. Eben beorderte er den Kaffee sammt Liqueuren und nahm sich aus dem Kasten eine lichtbraune. mit pruukender Leibbinde versehene Havanah ... da stieß seine schöne Tochter tir freudigen, halblauten Nuf aus. Ja wirklich ... das waren Paulis! Der Landgerichtsrath und seine Frau, ihre guten Freunde ans Rhcna, die da einen bequemen Platz suchend durch den Raum schritten und 'sich ihnen näherten. Welch ein Vergnügen, bekannte Gesichter aus dem alten, guten Rhena zu sehen! Zva wollte sich erheben und ihnen fröhlich zuwinken. Da sühlte sie sich von zorniger Hand am Arm ergriffen. Kümmere Dich nicht um diese Bande!" zischte ihr Vater ihr zu und dann lauter, mit dunkelrothem Gesicht: Kellner! . . die Rechnung!" Was war denn das? Und was machten denn Paulis für Ge'stchter. als sie 'plötzlich auf ihren Tisch herüberblickten? Erschrocken sahen sie aus . . . verlegen . . . und da wandten sie 'sich ab und nahmen ganz in der Ecke, weit von ihnen Plak! Und hatten sie doch ganz deutlich gesehen und erkannt! Papa . . flüsterte Thea tonloZ . . . . . . . warum wollen denn Pau lis nichts von uns wissen?" Der alte Herr brummte etwas Unverständliches statt der Antwort. Sie merkte ... der Zwishenfall war für ihn außerordentlich unangenehm. Er sprach kein Wort mehr, sondern stierte, die grauen Favoris in den Händen auskänlmend. aus den vom Weine rothunterlausenen Augen hartnäckig auf die Tischplatte vor sich, bis endlich die Rechnung kam. Achtzehn Mark und fünfzig P?ennig! . . . Thea entsetzte sich. Aber ihr Vater schien das erwartet zu haben. Gleichgiltig. wie ein Mann, dem es auf's Geld nicht ankommt, schob er ein Zwanzigmarkstück über den Tisch und erhob sich, um aus den Händen der Kellner, ohne diese auch nur eines Blickes zu würdigen, Hut und Stock zu empfangen. Er räusperte sich drohend, während sie an Paulis vorbei gingen. DaZ Ehepaar schaute nicht zu ihm auf. Aber als Thea mit einem scheuen Seitenblick sich an ihrem Tisch vorbeidrängte, merkte sie. daß Beide sie traurig und ernst ansahen. Ob das Mitleid war, ob ein stummer Voswurf ... wer konnte das wissen? Sie warf trotzig den Kopf zurück und folgte ihrem Vater. Aber ihr Inneres zitterte vor Erregung. Auf der Straße blickte sie dem alten Herrn voll in's Gesicht. Komm' mit nach Hause. Papa!" sprach sie rauh und fest ... . . . ich muß mit Dir reden!" Der Kammerherr senkte, wie zur Zustimmung, das graue Haupt. Schweigend gingen sie die Linden entlang .... Nun waren sie wieder in dem dämmengen Nedaktionsraum. Auf dem Tische lag eine Depefche. Der Major aus Pofen hatte sie an Thea gesandt. Erwarten Deine umgehende Rückkehr in unser Heim," stand darin. Das war. viel, das war ein großes Entgegenkommen von dem sonst gegen sich und Andere so harten Mann. Aber Thea kümmerte sich jetzt nicht darum. Papa " sagte sie mit klarer ruhiger Stimme ... . . . wenn ich auch nur ein Mädchen bin, und nicht siel vom Leben weiß ... das weiß ich doch: in unseren Kreisen verachtet man jemanden deswegen nicht, weil er sein Seid verloren hat! Man sagt sich: das ist eben ein Unglück! Man grüßt ihn trotzdem aus der Straße und man hilft ihm. wenn man irgend kann! Dich aber grüßen Paulis nicht und Du sagst selbst, daß Dir Niemand zur Seite steht. Warum. Papa? ... Ich will die Wahrheit wissen! ... Ich muß sie wissen!" Die lzelle 'Mädchenstimme klang beinae drohend durch das dämmernde Gemach, in dem der alte Grandseignoar unsicher hin und ber trottete. Seine Augen irrten unstät an den Wänden umrzer, seine Hände krampftcn sich wie im Schmerz zusammen ... er athmete schwer. Die Wahrheit . . murmelte er ...'... die Wahrheit ist eben, daß ich mein Geld verloren hab' . . Bist Du denn Wucherern in die Hände gefallen?" Ach das. Kind!" Der Alte nickte gedankenvoll ... ... es kam so eins zum andern!" Und unsere vielen Freunde . . . Z" Ansangs haben sie mir geholfen . . Ich war ja schon seit Jahrzehnten in der Klemme . . . und endlich wurden fic's müde . . . und dann . . . ia dann

. . ." ein verzweifeltes Schluchzen drang aus der Sjntsl des alten Mannes. Was war dann. Papa?" ; Tann machte ich rben so Schulden. Ader man bekommt so schwer Geld, wenn nicht ein reicher Freund für einen bürgt . . . oder man iben irgendwie seine Unterschrist hat . . . und Geld muß man haben . . . und man denkt ... der Freund wird einen nicht in's Unglück stürzen . . . und seine Unterschrift anerkennen ..." Und da . . . Papa . . ihre Augen wurden starr vor Entsetzen . . . da . . ." das furchtbare Wort kam nicht über ihre Lippen ....... da ... da macht man selbst die Unterschrift." Der Alte hatte sich von ihr abgewendet und nickte leise. Ihr Vater ... der heißgeliebte alte Papa ein Wechselfälfcher! Es krampfte sich alles in ihr zusammen. Und das ist nicht herausgekom men?" Ihre Stimme klang heiser vor Angst. Doch . . der Alte nickte wieder . . . . . drei Wochen, nachdem ich Dich aus Nhena weggeschickt hb' . . ." Und Du bist dann verteilt, um der Untersuchung z,u entgehen . . ." Thea brach verstört ab ...... . aber nein . . dann kannst Du ja doch nicht hier . . ." Ich war in Untersuchung, Thea!" Ihr Vater zan'dte sich zu ihr um. Sie erschrak. Die ungesunde Röthe war aus seinem Gesicht geschwunden. Aber entsetzlicher noch war das fahle Gelb, das jetzt zwischen den grauen Bartstreifen die vergrämten Züge bedeckte . . . . . ich war in Untersuchung. Du hast von Allem nichts ershren. denn Du warst fern und unter guten, vornehmen Menschen, die Dir Alles aus dem Weg räumten, woraus Tu hättest Verdacht schöpfen können . . . . Aber wenn Du in Untersuchung warst ... und Du sagst selbst ... Du warst schuldig . . ." 3a Thea! . . ." .Und dann . . . Sie sank auf einen Stuhl. Ihre zitternden Knie trugen sie nicht mehr ... ... ja aber . . . gibt es denn . . . gibt es denn Geldstrafen . . . für so etwas . . .?" Der alte Herr fiel plötzlich neben ihr auf die Knie. Sein schluchzender Graukopf barg sich in ihrem Schoß; seine Hände umfaßten ilfeflehend ihren schlanken Leib. Ich war ja nicht verreist, mein Herzenskind " stöhnte er laut und verzweiselt los . . . . . . ich war ja im Gefängniß ... ein langes, fürchterliches Jahr . . Und nun geh'. Kind . . . nun weißt Du alles ... bis auf's Letzte! Nun geh' in Dein Heim nach Pose.n zurück . . . werde glücklich . . . Vergiß mich . . . und laß mich armen alten Sünder hier allein verkommen und verderben ..." - Eine kurze, bange Pause. Dann fühlte er. wi? zwei Hände sich streichelnd auf sein Haupt legten, und er vernahm ihre leise, tröstende Stimme: Du bist nicht allein. Papa! Denn Du hast mich! 'Die Andern mögen Dich verlassen . . . mir bleibst Du mein guter alter Papa ... und ich bleib' bei Dir

VI. Also nun konnte der Kampf beginnen. 'Georg Teztor hatte in seinem Hotel ein paar Stunden geruht, dann gebadet, sich rasiert und ein konsistentes englisches Frühstück eingenommen. Nun war er wieder soweit Mensch und sah streitlustig der Zukunft in's Auge. Aber diese Zukunft war und blieb wie ein Gespenst. Nebelhast, nicht zu erkennen, nicht zu fassen . . . und eben darum doppelt unheimlich. Aber jedenfalls erobert man Berlin nicht vom Lesezimmer des MonopolHotels aus! Der ExHusar zahlte und schlenderte nachdenklich die Friedrichstrafte entlang und die Linden hinunter. Merkwürdig, wie eilig es alle diese Menschen ringsum hatten! Das hastete in dem trüben Negengrau des Sommer-Vormittags an einander vorbei. a2 bewegte im Geben rechnend dZe Lippen und h.'tte das Gesicht voll Pläne ... ja g!wtft ... alle diese nebenbei bemerkt meist von fabelhaften Schneidern bekleideten Leute gingen einem Berufe nach, mühten sich, verdienten Geld! Aber wie? Gewiß auf tausenderlei Weise. Das lebte und webte cöen durch einander und strebte doch zum gleichen Ziel, wie im Fabriksaal die sausenden Nicmen und kreisenden Näder und gleitenden Stangen aus scheinbarem Chaos doch ein Ganzes schaffen. Aber wehe dem Unkundigen, der seine unerfahrene Hand in dies Ehaos mengt! Er ist verloren, in Stücke zerrissen von dem gleichgiltig eveiter stampsenden Getriebe. Freilich bummelten Za au ixanche Menschen langsamen Schrittes dahin. Elegante Flaneure mit Bügelfalten in der Hose und schweren Stöcken, dienstfreie Offiziere. Gutsbesitzer aus der Mark . . . Aber das war ja gerade die Welt, die ihn ausacstoßen hatte . . . für die er jetzt nur noch ein ehrloser Schatten war. Oder sollte er sich läuschen? War man vielleicht in Berlin, der brausenden. alles umfassenden und verstehenden Weltstadt, toleranter als in der engen Garnison? Ein jttttgerer Herr nahm im Vorbeigehen lächelnd den Hut ab. Georg erkannte ihn. ES war ein Diplomat, den er zuweilen auf den Nennplätzen gesehen. Na. auch 'mal wieder in Berlin?" scherzte de, Mann aus der Wilhelm

straße und reichte ihm mit sorgsam hochgehobenem Ellenbogen die Hand . . . . . schönes Nennen morgen in Karlshorst . . . kann Sie leider nicht beivundern .... haben schauderhaft im Auswärtigen Amt zu thun . . . bin eben auf dem Weg dorthin . . An diesem gutmüthigen Kavalier konnte man die Probe machen! Der kleine Sportsman schloß sich ihm an. Ich reite morgen nicht!" sagte er. neben ihm hergehend, in möglichst gleichiltiaem Ton . .-. .... ich reite überhaupt nicht mehr . . . . . Streber geworden? . . Kriegsakademie? . . wunderte sich der Diplomat. Nein. Aber schlichten Abschied erhalten . . . nach dem großen Unglück in Hannover. .Schlichten Absch . . Der Elegant blieb stehen. Ein peinliches Erstaunen malte sich auf feinem Gesicht und ging allmählich in rathlose Verlegenheit über ...... das ist ja . . . a!lerdings . . . und Sie sagen das so kühl Ja . . . ändern kann Zch's ja nickt!" Natürlich nicht . . . nein . . . ja .'. dieser Spielerprozeß . . . Der korrekte Herr schaute hilfesuchend rechts und links und heftete sein Auge auf ein Firmenschild ... . . . nun ... ich muß jetzt hier ... da ist mein Zigarrenlieserant . . . Höflich den Hut lüftend, verschwand er mit ein paai langen Schritten in dem Laden. Der Ex-Husar steckte sich traurig eine Zigarette an und zog weiter. Als er die Linden wieder herausschleuderte, sah er den Diplomaten mit einem anderen, ihm bekannten Herrn ihm entgegenkommen. Sie mußten ihn schon von Weitem gesehen 'haben. Denn plötzlich gingen sie quer über alle die Fahrdämine und Alleen auf die andere Seite der Linden, loo sich ein anstand!ger Mensch doch nur zeigt, wenn er auf dem Weg zu Hiller oder 'Dressel ist. Als ob seine Nähe ansteckend wirkte! Ein grimmiger Zorn erfaßte Georg Textor. Er haßte die ihm entgegenkommenden Elegants, die Offiziere und Gigerln, die- alle so vergnügt aussahen und plauderten und lackten. Und als der kleine Wendelslohe von den 20. Ulanen an ihm vorbeirollte und sich im Wagen aufstellte, um den Kutscher anzuhalten, da winkte er ihm spöttisch mit der Hand zu: Fahren Sie nur weiter!" rief er . . . . . . ich habe d: Blattern!" Und der Leutnant, der ihn auf der Verfolgung einer Dame wähnte, setzte sich verständnißvoll nickend wieder hin . . . Nein, diese Welt wollte nichts mehr von thm roissen! Das FreimaurerZeichen des Gentleman starrte ihm überall abwehrend entgegen. Da war es wirklich schon besser, Sozialdemokrat zu werden! Dann sollte die Bande vor ihm Angst kriegen! Aber wie wurde man 'Sozialdemokrat? Er konnte sich doch nicht ohne weiteres in seinem Gigerl-Civil zu den Maurern und Droischkenlutschern da unten in dem Budikerkeller fetzen! Und dann hatte er auch die Empfindung, daß diese Leute 'sich nicht oft genug wuscheu! Das war ihm ein Greuel . . . Ein donnerndes Gefährt kam da die Linden entlang. Prachtvolle Traber, ein würdevoller Kutscher, im Innern ein satter alter Herr mit einem Back Zeitungen auf dem 'Schoß. Ein Börsenfürst, der zur Bank fuhr . . . das unterschied sein in Hamburg geübtes Aug. wohl. So reich zu werden, war das Ziel seines Ehrgeizes. Aber wahrscheinlich auch das aller anderen Menschen ringsumher. Da hatte man wohl so 'ziemlich alles, was lebte, zu Konkurrenten. Jedoch ein anderer Gedanke erfaßte ihn dabei. Hier in Berlin lebte ja der alte Geschäftsfreund seines Vaters, der Geheime Kommerzienrath Michaelis, einer der Wenigen, die, seiner Ansicht nach, sich beim Sturz des. Hauses Textor & Co. anständig benommen hatten. Den Sohn seines G?schästsfreundes würde er wohl empfangen. Und er war reich . . . sehr reich. Vielleicht verrieth er ihm das Geheimniß, wie auch ein anderer reich werden könne. Georg hatte die Adresse noch von früher her im Kovf. Er winkte einem Kutscher und fuhr in die Jägerstraße. Daß es eine große Auszeichnung war. um diese Stunde überhaupt in das Allerheiligste des Direktors vorgelassen zu werden, davon ahnte der srühere Leutnant nichts. Er hatte seine Beichte beendet, lehnte sich in demStuhl zurück und sah den bageren. alten, unscheinbar gekleidetenHerrn erwartungsvoll an. Der schwieg einige Zeit und dachte nach. Kein Fältchen rührte sich in seinein, von jahrzehntelanger, zäher Gedankenarbeit mumienhaft erstarrten Gesicht mit dem strengen Mund und den durchdringend forschenden Augen. Sie sind der Sobn meines alten Freundes. Herr Teztor!" sagte er mit leiser, leidenschaftsloser Stimme . . . . . . ich bin bereit, Ihnen die Passage nach Nc:.v 2)orl zu bezablen und irgendwo in Amerika durch ein befreundetes Haus ein Unterkommen yjt' verschaffen . . . was für eins ... das weiß ich nicht. Sie müssen eben nehmen, was ssch in Amerika bietet." Schon wieder dies verwünschte Amerika! Es war. als ob die Welt sich verschworen habe, ihn über das große Wasser zu schaffen. Verzeihung. Herr Geheimrath" der Sportsman verbeugte sich höflich . . . . . . aber ich möchte eben auf jeden Fall in Deutschland bleiben und mil hier eine Stellung machen . . ." Der alte Herr überlegte wieder einen Augenblick Was für eine Stellung?" fragte er dann eintönig . . . . . was haben Sie sür Kenntnisse?" Kenntnisse? ... ja Du liebe? Gott . . . ." der gewesen: Husar zuckte die AÄsilu ich spreche noch recht

leidlich Engltlch . .' . von Hamburg her . . . und ein paar Brocken FranZösisch..." Also so gut wie nichts! Können Sie stenographiren? Mit der SchreibMaschine umgehen? Verstehen Sie etwas von Buchführung und kaufmännischem Geschäftsstil?" Nein!" sagte Georg verblüfft. Hm." Der Finanzier r,un,elte die Stirne ... . . . . haben Sie sich sonst irgendwie in de? praktischen Welt umgesehen? .Vielleicht in einem Fabriibetrieb ... im Hüttenwesen ... in irgend einem Jngenieursach " Ich habe meine Rekruten gedrillt . . . und in meinen Urlaubsstunden Nennen geritten Nun ... und die Landwirthschaft? Wissen Sie da etwas davon?" Nur, daß meine Vferde eine sündhafte Menge Hafer und Heu verschlangen ..." Ja . . . also . . . verehrter Herr . ." der Bankier richtete sich etwas auf . . . . . . fühlen Sie etwa irgend eine besondere Begabung in sich . . . eine Tenorstimme . . . oder ein Zeichentalent . . . auch nicht?" Georg schüttelte stumm den Kopf. Die Sache begann ihm unheimlich zu werden. Dann kann ich Ihnen nur rathen," schloß der alte Herr kühl seine Fragen ... . . . . da Psrede offenbar der einzige, Jhnei? vertraute Gegenstand auf Erden sind . . . werden Sie Stallmeister oder dergleichen!" Verzeihung. Herr Geheimrath . . der Herrenreiter hob kampflustig das hagere, scharfgeschnittene Gesicht . . . . . . da Knecht . . . bezahlter Knecht zu werden, wo man früher Herr war ... ich, der ich vor drei Tagen selbst noch einen Trainer hielt, als servil grüßender Stallmeister . . .' das vertrag' ich nicht. Mein Ehrgeiz ist, mir Stellung und Reichthum zu erwerben ?ia . . . womit denn?" Das weiß ich nicht!Der Finanzmann stand auf. Se hen Sie durch's Fenster!" sagte er ru hig . . . alle die Menschen, die da unten vorübergehen, die arbeiten und mühen sich hier in Berlin ... sie mühen sich vom Morgen bis in die Nacht und sind froh, wenn sie das tägliche Brod haben. Meine jungen Leute sprechen vier, fünf Sprachen, sie haben sich in jahrelanger Arbeit, aus Reisen und im Kontor auf ihren Lebensberuf vorbe reitet und danken ihrem Schöpfer, wenn sie soweit sind, daß sie mit dreißig Jahren heirathen und sich ein descheidenes eigenes Heim gründen können. Wenn ich jetzt auch nur die Stelle eines Ofenheizers hier ausschreibe, so melden sich hun'dert vair Arbeitslosen und bestürmen meinen Vertreter mit Bitten, und für jede freigewordene Kommisstelle lausen die Offerten in einer Zahl und unter Bedingungen ein, die dem Bewerber gerade noch das blanke Leben lassen. Alles ist überfüllt. Ueberall herrscht ein unerbittlicher Kampf um's Dasein, und nur das ernsteste Wollen und reifste Können führt zum Ziel. Und nun kommen Sie, ein entlassener Leutnant ohne Geld, ohne Kenntnisse und verzeihen Sie es mir ohne starken sittlichen Halt, und glauben, so eii passant Millionär zu werden . ." Das war wahr . . . entsetzlich wahr! Ein tödtliches Grauen vor der Zukunft stieg jählings in Georg Textor auf. Aber zugleich auch wieder der Trotz. (Fortsetzung folgt.) Ein Diensr.niädcyen trat vor einigen Tagen m London vor Gericht, weil sie von ihrer Herrschaft Lohn beanspruchte der. ihr, wie sie behauptete, zukam; sie war ohne Kündigung entlassen worden. Der Grund war: Das Dienstmädchen benutzte die Küche als ein Sprungbrett für die Literatur, mit anderen Worten: sie schrieb. Sie ist das Weib der neuen Generation" im Souterrain; sie schrieb und sie las Novellen. Und natürlich fand sic zwischen dem Beiden nicht so viel Zeit, um die Küche zu reinigen und was dergleichen Beschäftigungen mehr sind. Em fortgesetztes Hin und Her entwickelte sich zwischen ihren Pflichten im Haushalt und der Erledigung ihrer Schreibarbeit, die den verlockenden Titel führte: Die Rache des Grasen". Das dichtende Küchenfräulein leugnete vor Gericht nicht, daß sie sich mit der Literatur beschäftige. Vor Allem legte sie den Nachdruck auf ihr Recht zur SelbstentWickelung. Und das Gericht ging, wemgstens zum Theil, auf ihre Förderung ein und bewilligte ihr, wenn, auch nicht die zwei Monate Lohn, die sie verlangte, so doch einen, zum Nachtheil der Herrschaft. Und jetzt kann sie ungehemmt an ihrer Novelle arbeiten, weni'gstens so lange das Geld reicht. Auch,, hat sie schon mit einem Verleger abgeschlössen, und die Welt erwartet ihreRache des Grafen" mit athemloseic Spannung. Ein Militär: icy es zr:ginal ist soeben in Paris in der Person des Generals Poilloue de Saint Mars gestorben. Er war. berühmt durch seine unermüdliche Fürsorge für das Wohl des gemeinen Soldaten. Zu den Grundbedingungen der Wohlfahrt seiner Leute rechnete er die skrupulafeste, bis in's Kleinste gehende Sauberkeit. In einer seiner berühmt gewordenen Ansprachen an seine Mannschasten empfahl er ihnen beispielsweise die penibelste Properität" der Fingernägel. Die Vorliebe Generals de Saint Mars für gymnastische Künste ging so weit, daß Leute., die über ihren Urlaub geblieben waren, gewiß sein konnten.ohne Strafe loszukommen, wenn sie, anstatt sich bei der Heimkehr still durch's Thov zu schleichen, mit einem kühnen Satz über die Kasernenmauern voltigirten. In diesem Falle pflegte er dem rappor. tirenden Officier zu antworten: Ueber die Mauev gesetzt? Tüchtiger Kerl das! Kann's noch zu war bringen!" Und die Strafe wurde erlassen. Nun ist der Alte selbst in's Grab voltisirt.'

Kür die Kucyc. Suppen ohne Fleisch. ES sind keine gewöhnlichen Wassersuppen, deren Bereitung im Nachstehenden beschrieben wird, sondern einige Sommersuppen, welche vermöge ihrer glücklichen Zusammensetzung das fehlende Fleisch nicht entbehren lassen und vermöge eines Zusatzes von Fleischextract doch den eigenartigen Fleischgeschmack aufweisen. 1. Poitugieser Suppe. 4 Schalotten (feine Zwiebeln) und reichlich Lauch schneidet man fein, röstet dies mit Salz und Pfeffer in 1 Unze Butter an, füllt etwas kochendes Wasser auf und kocht das Ganze eine Stunde. Dann reibt man die Suppe durch, versetzt sie mit einem Quart Blumenkohlwasser, thut einen kleinen, vorher zertheilten Kopf Bin menkohl daran und fügt 125 Gran Fleischextract hinzu. Ein Eigelb verquirlt man mit einem Löffel süßer Sahne ur zwei Theelöffel geriebenen? Parmesankäse und rührt hiermit die Suppe ab. 2. SparsamkeitsSuppe. In einem halben Pint saurer Sahne werden drei Eßlöffel Meh5 glatt gerührt, die Masse mit etwas kaltem Wasser 'verdünnt und in eirr Pint kochendes Wasser geröhrt, in denr. sie unter beständigem Quirlen eben aufkockur muß. Diese einfache, aber trotzdem wohlschmeckende Suppe wird mit gewiegtem Kerbel und etwas gereinigtem Kümmet gewürzt, mit einem Eigelb abgerührt und mit gerösteten Semmelwürfeln angerichtet. 3. R o stock er Suppe. In 1Z Unze zerlassener Butter dünstet man eine frische' geschälte, von Kernen befreite Gurke, mehrere Salatheizen, zwei Schalotten und einen Teller junge Erbsen 10 Minuten, fügt so' viel kochendes Wasser ' bei. als man Suppe' kraucht, gibt als Würze Petersilie,. Kerbe!, Pimpernelle. Salz und. Pfeffer, dazrr und dünstet Alles weich.. Dann wild ein Theelöffel FIeischeztrm beigemischt und die Suppe mit einem Eigelb abgerührt. Schweins. Cotelette m ii Robert - (Sa u c k. Vier bis fünf Personen. Zeitdauer 20 Minuten. Man schneidet etwa fünf bis sechs Cotelettes aus einem nicht zu fetten Schweins - Carr6-. und zwar so dick, daß an jedem ein Rippenknochen sitzt, den man nach Belieben entweder kürzt oder zustutzt, oder auch gmiz auslösen kann. Mit der flächen Seite eines Hackmessers geklopft, werden die Cotelettes. mit Salz und Pfeffer bestreut, in zerlassener Butter auf raschem Feuer steif gemacht, dann in nächstehend angegebene Sauce gelegt, in der sie kurze Zeit dämpfen müssen. Einige in Scheiben geschnittene.Zwiebeln werden in Butter gelblich geschwitzt, mit Mehl verrührt und mit: Bouillon von Fleischeztract verkocht: Sobald die: Sauce seimig geworden,, streicht man sie durch ein Sieb, schärfi'sie mit Essig, zwei Löffeln Mostrich, verrührt sie mit einem Stückchen Butter und gibt sie über die Cotelettes. die-, angerichtet, mit einem Kranze gleichmäßig großer, gebratener Kartoffeln umgeben werden. Junger Z i e g t"ir (K i tz e n -) Braten. Von einer- jimgen Ziege schneidet man den Vordertheil weg. sodaß nur der Rücken nfr beide Beine aneinander bleiben, .häutet es ein wenig ab, spickt das Fleisch mit Speck, reibt es dann mit in Salz gestoßenen Wacholderbeeren -und einem Eßlöffel voll Weißwein ein und kratet es in Butter und saurem Rahm:eiwcu eine halbe Stunde lang. GerstenfchWrim. Dieser ist eines der ältesten-diätetischen Mittel! in acuten, besondersNn hitzigen Krankheiten. Er ist, wiecman sagt, Getränk' und Nahrung zugleich Man bereitete ihn am besten- ausfolgende Weise:. Man weicht eine -Portion Gerstengrau-, pen in Wasser und wäscht und reibt siemit den Händen ab,, rnn sie von dem Mehl zu befreien.. Hierauf thut mansie in ein irdenes Gefäß, schüttet Wasser darauf unvläßt sie einige Stundenkochen, woraus man den dünnen : Schleim durchseiht und, wenn nöthig,-, durch Zusatz von warmem Wasser mehr verdünnt. Schmackhaft macht maw. ihn durch-Zucker und Citronensaft, welch' letztererauch günstig bei fiebere haften Zuständen wirkt. Der Gerstenschleim ist auch ein gutes Getränk: während der Seekrankheit. M o h rr i'nr H e m d. Ein Viertel! Pfund' ZUckrr- wird mit sechs Eigelb schaumig- gerührt, ein Viertel Pfirnfc geriebene Mandeln, ein Viertel Pfund Chocolade und die zu steifem Schnee: geschlagenen Eiweiß darunter gemengr. Eine Puddinqbüchse wird gut zuge richtet und obige Masse eine Stunde gekocht; Vor dem Auftragen bekleidet man den Pudding mit einem Schaum, der- aber einige Stunden vorher ge rührt und im Keller fehr kalt gestellt werden muß. Ein Viertel Pfunv Zucker und ein Viertel Pfund Fruchtgk& wird mit vier Eiweiß, tfc zu Schnee geschlagen sind, eine halbe Stunde tüchtig gerührt. Der Pnddinz sieht schön aus und schmeckt fehr gut. Kalte Speise von Buttermilch. Zu einem Quart Buttermilch nimmt man ein halbes Pfund 'Zucker, sowie den Saft einer Citrone; 20 Blatt Gelatine werden in einem Pint warmen Wassers aufgelost und hinzugefügt, doch darf die Lösung nicht zu warm sein, weil die Buttermilch leicht' gerinnt. Will man die Speise nicht stürzen, so kann man ein paar Blatt Gelatine weniger nehmen. Man gibt Schlagsahne oder auch Vanillesauce dazu.

Zweierlei. Na, Johann, ich muß heute Nacht etwas beschwipst nach Hause gekommen sein was?" Jawohl, Herr Lieutenant, g'rad so ist's mir neulich 'gangen!" Un verschämter Kerl Er war ja total iesofs!"' ... .