Indiana Tribüne, Volume 20, Number 280, Indianapolis, Marion County, 27 June 1897 — Page 2
Wcincchc Hrilöy. Eine hlzpnotisckie Erinnerung von C. & Wittmann. ' ES war im Cafe Opera Unter dm Linden, welches lange nicht mehr ezistirt, zur Zeit, als Hansen und Böllert ihre hypnotischen Scancen in Berlin veranstalteten. Wir waren etwa sechs Personen anwesend, darunter derHypnotiseur Völlert und eine bekannte Sängerin, die stets unrein intonirte. Die Sängerin saß mit einem Musiker cm Fenster, wir waren um Böllert am Klavier versammelt. Der gewandte Hypnotiseur, der früher großherzoglich hessischer Hofmusiker, Harfenist und ein vortrefflicher Pianist war, schlug kaum hörbar einige Acs.vrde an. Mein Wlick richtete sich auf die Sängerin. Sie kennen die Dame?" fragte ich ihn. Gewiß antwortete er. Ich war früher mit ihrem Vater an einemTheater engagirt." Kennen Sie sie als-Sängerin?" SchöneStimme, intonirt nicht rein, schlechtes Gehör!" Glauben Sie, daß sie in der Hypr.ose rein singen wird?" Gewiß, denn sie singt dann gewisserinaßen mit meinem Gehör." Welches tadellos intonirt?" Bei einem Harfenisten selbsiverständlich." Würden Sie sich bereit finden lassen, mit der Dame einen Versuch zu uiachen?" Gern, wenn sie gewillt ist, sich hypziotisiren zu lassen." Völlert erhob sich und trat zu der Dame heran. Nach der Begrüßung und einigen nichtssagenden Worten fragte er sie: Wären Sie bereit, sich hypnotisiren zu lassen?" . Jawohl, sehr gern!- :; . ; Hier im Cafe?" : ! ' l j Sie sah sich um. 1 ' Wir sind ja nur Wenige, der Eine kennt den Andern. Warum icht?" Vorher eine Frage. Sie haben die Agathe im Freischütz" gesungen?" .Oft!" Beginnen Sie, wenn Sie wollen, lie große Arie im zweiten Akt." Beide traten zum Klavier, i Völlert spielte die einleikndenTakte. Die Sängerin begann mit tadellos schöner Stimme, allein der Einsatz war unsicher, die Tonführug unrein. Enden wir, bitte! Und nun nehmen Sie Platz." Die Sängerin gehorchte der Weisung. Nehmen Sie dieses Gläschen in die Hand, richten Sie Ihre Blicke daraus, verharren Sie ruhig und gesammelt." Er trat an's Klavier und spielte ein Mendelssohn'sches Lied ohne Worte", zart, weich, ausdrucksvoll. Er spielte lange. Wir waren gespannt, athemlcs. Tiefe Stille herrschte in dem sehr wenig besuchten Cafe. Dann erhob er sich leise, nahm das Gläschen aus der Hand der Sängerin, fügte ihre Hände euf ihrem Schoß zusammen und begann sie von oben nach unten mit den bekannten Streichbewcgungen in hypgotischen Schlaf zu versetzen. Es je lang in kurzer Frist. Dann sprach er halblaut zu ihr: Steh' auf!" Sie gehorchte. Stell' Dich hierher!" Er wies ihr einen Platz neben dem Klavier n, wo er sie, indem er spielte, im Auge hatte. Sie nahm den Platz ein. Er ging nach einigen einleitenden Takten wieder in die Freischütz"-Arie über. Singe!" befahl erx indem seine Augen sich in die ihren bohrten. 7 (Sie sang mit sicherster Intonation, in reinster Tonführung, wie man es noch nie zuvor von ihr gehört hatte. Uno wir bemerkten, daß Böllert seine Blicke nicht allein in ihre Augen bohrte, sondern daß auch seine Lippen sich lautlos bewegten, genau wie es die Sängerin that, indem sie sang. Sie sang in der Hypnose mit feinem Gehör. Bei einem musikalischen Abschnitt hauchte er die Dame an und rief: Wach'!" Die Dame wurde wach und sah fisfr ein wenig befremdet um. Singen Sie nur ruhig weiter!" bat der Hypnotiseur. Die Sängerin sang weiter, aber so unrein, wie sie es stets gethan hatte!
' Die Gefahren der E i se n b a h n. Folgende Prophezeiung, die von dem Collegium der bayrischen Aerzte im Jahre 1835 ausging, befindet sich in den Archiven der Nürnberg - Iürther Eisenbahn. Als vorgeschlagen wurde, dies Linie (bekanntlich die erste deutfche Eisenbahn, eröffnet am 7. Dec. 1835) zu bauen, kamen die Aerzte des lindes zusammen und erhoben einen förmlichen Protest dagegen. OrtsVeränderung, vermittelst irgend einer llrt von Dampfmaschine," erklären sie, sollte im Interesse der öffentlichen Gesundheit verboten sein. Die raschen Bewegungen können nicht verfehlen, bei den Passagieren die geistige Unruhe delirium furiosum" genannt, hervorzurufen. Selbst zugegeben," heiß es in dem Protest, daß Reisende sich freiwillig dieser Gefahr aussetzen, muß der Staat wenigstens die Zuschauer beschützen; denn der Anblick einer Lokomotive. die in voller Schnelligkeit dahinrast, genügt, diese schreckliche Krankheit zu erzeugen. Es ist daher unumgänglich nöthig, daß ' eine Schranke, wenigstens 6 Fuß hoch, auf beiden Seiten der Bahn errichtet iverde." U n 5 e st r e i t b a r. Versicherungsarzt: Sie geben an. bis auf einige Kinderkrankheiten stets gesund gewesen zu sein?" Bewerber Ja!" Arzt: Und wie war der Verlauf dieser Krankheiten?" Bewerber: So weit ich mich erinnern kann lein tödtli.cher!" .
Eine Ncttnngstliat.
Erzählung von 23. v. Sckierdrand. Heute ist Washington ein blühender, volkreicher Staat, dessen Fruchtbarkeit und mildes Klima, verbunden mit dem Unternehmungsgeist seiner Bewohner, zu der Erwartung berechtigen, daß aus dem jungen Gemeinwesen im Laufe von ein oder zwei Generationen eines der wichtigsten Glieder in der Sittit der Staaten werden wird. Aber zur Zeit, von der ich spreche, ein Viertcljahrhundert zurück. ' war Washington noch eine Wildniß. Nur starke Horden kriegslustiger Indianer und wenige kühne Ansiedler oder Trappers, die verstreut und ganz vereinzelt anzutreffen waren, waren dort zu erblicken. Eine dieser Ansiedlerfamilien hieß Gutmann und war aus Pennsylvanien eingewandert kurz nach Schluß des Bürgerkrieges. Es waren brave Leute, die mit kleinen Mitteln sich ein großes, schönes Heim in dem neuen Lande gegründet hatten. Ihr Haus und Scheune standen auf einer Anhöhe, die sanft nach dem Wasser zu abfiel, in herrlicher Gegend am Puget Sund. Diese überaus günstige Lage gab ihnen Gelegenheit., ihren Weizen leicht und ohne.große Kosten im Herbst nach den Markt zu versenden, und im Uebrigen konnten sie auf diese Weise auch mit dcnJndianern und den Trappern Handel treiben, konnten in den nahen Wäldern nach Herzenslust die Rehe und Hirsche schießen für ihren Braten und im Sund die prächtigsten Fische fangen. Auf diese Weise waren mehrere Jahre vergangen und der Wohlstand der Familie Gutmann hatte sich Zusehens gehoben und die Kinder, von denen zweiMädchen und ein Knabe im Alter von 12 Jahren vorhanden waren, wuchsen allmälig heran, ohne regelmäßigen Schulunterricht Wohl, denn Schulen gab's damals noch nicht in Washington, aber doch zur Freude der Eltern, denn sie halfen denselben viel in der Wirthschaft. Namentlich Walter, der Knabe, war seinen Vater von großem Nutzen, denn mit der Anstelligkeit und schnellen Auffassungsgäbe der amerikanischen Jungen, hatte c sich in Allem, was zu dem rauhen Leben in der Wildniß. gehörte, gründlich vertraut gemacht. Nicht allein verstand er seinen Vater bei der Bcstellung der dicht um das Haus hemm gelegenen Felder und Aecker zu helfen, sondern er war auch schon ein tresflicher Schütze mit Büchse und Bogen geworden, welch letzteren er ganz nach Jndianerart zur Erlegung des Wildes zu verwenden wußte, und außerdem verstand er ausgezeichnet zu fischen und das leichte Canoe mit dem breiten Paddleruder zu bewegen. Und mit diesen Verstand, der über seine Jahre ging, verband Walter eine körperliche Kraft. Ausdauer und Zähigkeit, um die ihn mancher Mann hätte beneiden können. Mehrfach schon hatte er auch Beweise eines nicht ungewöhnlichen Muthes und Ehrgeizes gegeben, sodaß er der ganze Stolz seines Vaters geworden war. Da kamen gerade um jene Zeit Ansiedler aus den Qststaaten nach jener Gegend, angelockt von den großen Bodenschätzen und dem schönen Klima. Zuerst kamen sie vereinzelt, dann aber in stärkerer Anzahl. Es waren, wie die Gutmanns, friedliche Ansiedler, denen es' nicht in den Sinn gekommen war. sich in Feindseligkeiten mit den Indianern einzulassen. Aber die Indianer sahen die wachsende Anzahl der Ankömmlinge mit scheelen, bösen Blicken, denn sie fürchteten von deren Ankunft die allmälige gänzliche Besiedelung des Landes und damit ihre eigene Verdränaung und die Vertilgung des Wildstandes, wie es schon, so hatten ihnen andere Jndianerstämme erzählt, in früheren Zeiten und östlicher gelegenere Staaten geschehen war. Die Unzufriedenheit und Feindseligkeit unter ihnen wuchs schnell, und seit geraumer Zeit hatte schon der vormalige friedliche Tauschverkehr zwischen ihnen und den Gutmanns aufgehört. Mittlerweile war die Zahl der Ansiedler in jenem Theile des damaligen Terri.toriums stetig und rasch gestiegen, sodaß ihrer wohl schon im Ganzen einige Hundert Familien sein mußten. Da trafen Walter Gutmann und sein Vater einst auf der Jagd einen Halb-blut-Jndianer, von dem sie durch geschicktes Ausforschen fuhren, daß die Jndianerhorden des ganzen Districts sich auf einen allgemeinen Ausbruch vorbereiteten, der nicht mehr ferne sei. Auf diese Weise gewarnt ergriffen die Gutmanns im Verein mit den übrigen Ansiedlern schnelle Gegenmaßregeln. Sie organisirten sich, versahen sich mit reichlichen Mundvorräthen,. Schießbedarf und allem Nöthigen, und errichteten dann in der Eile ein kleines Nothfort, nebst Erdwällen und Schanzen aus Palisaden das Ganze sehr roh und für keine längere Belagerung geeignet, doch bei der eigenthümlichen Kriegführung der Indianer immerhin im Stande, den Bedrohten einige Zeit Schutz zu gewähren, bis Errettung und Hilfe von den Soldaten Onkel Sams herbeikäme. Und nach dieser kleinen Festung wurden die sämmtlichen Weiber und Kinder geschafft, als eines Morgens ein Bote von den fernliegenden Farmen die Nachricht von dem Ausbruche wirklicher Feindseligkeiten brachte. Es war keine Minute zu früh gewesen, denn kaum waren Alle in Sicherheit, da langte schon eine große Flotte von Kriegscanoes an. die mit schrecklich bemalten Wilden besetzt waren und die. nachdem sie gelandet, sich sofort . an schickten, einen Ueberfall auf das neuangelegte Fort auszuführen. In denselben waren im Ganzen noch keine 40 Männer, und selbst wenn man die größeren und kriegstüchtigen Knaben dazu rechnete, so war die Uebermacht der angreifenden Indianer immer noch
eine Zehnfache. Aber der erste, wie der zweite und dritte Ansturm wurden zurückgewiesen, denn hinter den Erdwällen hervor zielten die Weißen mit großer Sicherheit, und der Verlust der Indianer an Todten und Verwu.ldeten war so bedeutend, daß sie bei Ankruch da Dunkelheit sich zurückzogen. Leider nicht sehr weit. Denn sie fuhren mit ihren Canoes nur über den Arm des Puget-Sundes, und zündeten dort auf einer Landzunge ein mächtiges Feuer an, an dem sie ihre Mahlzeit bereiteten und später ihre gräßlichen Kriegstänze aufführten. Wer diese einmal gesehen, dem sind sie unvergeßlich. Das groteske Springen und Hüpfen, die fcheußlich verzerrten Gesichtszüge, das dumpfe oder schrille Singen der wenigen Noten, die zusammen immer wiederkehren beim Jndianergesange, die in grellen Farben und in entstellender Weise aufgetragenen Bemalungen des halbnackten Körpers, der von Schweiß trieft, und dies Alles in der flackernden Beleuchtung eines großen Feuers, das mit seinen zuckenden Flammen und seinen aufsteigenden. Rauch alle Gegenstände wie in Blut taucht dies ergiebt in seiner Gesammtheit ein Bild von gräßlicher Wildheit. Drüben am anderen Ufer, ca. 2 englische Meilen entfernt, stand Walter Gutmann im Kreise der Männer und einiger Altersgefährten und lauschte aufmerksam den erklärenden Worten seines Vaters, der gerade auseinandersetzte, wie schwierig und gefahrvoll die Lage der Ansiedler noch immer sei, selbst wenn das Fort den am nächsten Tage in aller Frühe zu erwartenden Neuangrifsen der Jndianer Stand halten werde. Er kannte seinen Vater. Er wußte, daß wenn dieser in so besorgten Worten seinen Befürchtungen Ausdruck verlieh, es thatsächlich sehr schlimm stehen müsse mit ihrer gemeinsamen Lage. Walter überlegte. Und als sein Entschluß gefaßt war, da machte er sich sofort daran, ihn auch auszuführen. Sein Plan bestand einfach darin, die Ccnoeflotte der Indianer zu zerstören oder zu entführen, und die große Schaar Rothhäute dadurch unschädlich zu machen. Daß das Unternehmen ein sehr gefahrvolles war und ihn. im Falle des Mißlingens ein grausamer Martertod bevorstand, das verhehlte sich der muthige Knabe nicht. Aber er vertraute auf sein Glück und auf das Dunkel der Nacht zum Gelingen seines Werkes, und ohne seinen Vater und irgend einen Anderen etwas über sein Vorhaben mitzutheilen, da er wußte, daß er dann am Gehen verhindert worden wäre, machte sich Walter auf den Weg. Im Dunkel der herabsinkenden, sternenlosenNacht. umschlich der Knabe den Halbbogen, immer durch den dichten Wald lautlos vordringend, bis er am Ufer des Sundes der Landzunge gerade gegenüber stand, wo man beim ungewissen Scheine des Holzfcuers die unheimlichen Gestalten der Rothhäute umhertanzen sah. Aus feinen Oberkleidern ein kleines Bündel machend und dies mit seinem Gewehr über den Kopf haltend, schritt er jetzt in's Wasser und schwamm dann, als er Grund unter den Füßen verlor, ganz vorsichtig nach der Flotille von langen, schmalen Fahrzeugen hin, die die In:ianer halb an's Land gezogen hatten und durch steinbeschwerte Lederriemen verankert batten auf dem seichten Was ser. Walter brauchte die größte V;. sieht hierbei, damit die Wachsamkeit der Indianer nicht erregt werde. Zum Glück fühlten sich dieselben so sicher gegen jeden Ueberfall, daß sie gar keine Vchildwachen ausgestellt hatten, nicht einmal bei den Booten am Strande. So machte sich denn der Knabe an die mühsame Arbeit des Durchschneidens aller Riemen, die die großen Canoes zusammenhielten. Es war schwer, denn das ungegerbte Leder der Riemen war selbst mit seinem scharfen Jagdmesser nur langsam zu trennen. Aber der tapfere kleine Bursche fuhr unverdrossen und stetig in seiner Arbeit fort, wenn ihm auch der Schweiß von der Anstrengung die Stirn hinab tropfte. . Beinahe wäre er dabei überrascht worden, denn einer der Indianer, der sich bis dahin an den Kriegstanz in einiger Entfernung betheillgt hatte, mochte vielleicht ein Geräusch oder eine Bewegung mit seinen scharfen Augen bemerkt haben, denn sofort näherte er sich schnell den Canoes und zwar gerade da, wo der Knabe bei der Arbeit war. Walter entging der Gefahr der Entdeckung nur durch geräuschloses Untertauchen im Wasser. Beruhigt hatte sich der Späher wieder entfernt, und fo fetzte Walter seine Arbeit weiter fort. Das große Feuer brannte jetzt nicht mehr so hell, aber noch immer drehten sich diele der Wilden mit kreischender Stimme um dasselbe. Binnen zwei Stunden war das große Stück Arbeit gethan, die Riemen alle durchschnitten, die Canoes vorsichtig vom Lande ab in das Wasser geschleift, wo sie alsbald in die starke Strömung geriethen, die denSund abwärts nach dem kleinen Fort zu trieb. In einem der kleinen Canoes saß der Knabe im ruderte so schnell den treibenden Car.A nach. Schon war er einige Entfernung vom Ufer, da erhob sich plötzlich ein Geschrei des Schreckes und Zornes. Die Indianer hatten den Verlust ihrer Fahrzeuge soeben bemerkt. Sie erblickten den Knaden einsam in seinem kleinen Canoe, und obwohl bei der Dunkelheit und Entfernung wenig Gefahr für ihn darin lag, so schickten sie ihm doch einen Schauer von Pfeilen und Kugeln nach, die ihm indessen sämmtlich verfehlten. Und als einige der Indianer sich in's 'Wasser stürzten, um wenigstens soviele der in der Strömung dahingleitenden Ccmoes wie möglich zu erlangen, da
sandte ihnen der unerschrockene Knabe aus seinei Büchse mehrere wohlgezielte Schüsse nach, die wohl getroffen haben mußten, denn die Ueberlebenden retteten sich eilig wieder auf's Ufer. So langte Walter Gutmann denn bald genug am andern Ufer an, wo schon eine Anzahl der Ansiedler stand, durch die Schüsse aufgeschreckt. Rasch wurden von ihnen die Canoes herbeigeholt aus der Strömung und der tapfere Knabe von seinem Vater und seiner Mutter, der Thränen der Freude und des Stolzes die Wangen herabrannen, umarmt und mit Lobsprüchen überhäuft. Die Ansiedler waren gerettet, denn die Indianer waren durch den Verlust ihrer Fahrzeuge an der Ausführung ihrer nächsten Pläne verhindert. Sie zogen sich am nächsten Tage zurück und tauchten erst viele Wochen später in einer entfernten Gegend auf unter den aufständischen Nothhäuten. Walter Gutmann aber, dessen Name seitdem von denAmerikancrn in Goodman umgewandelt worden ist. zählt heute zu den aeachtesten und hervorragendsten Männern des jungen Staatcs Washington.
Auf dcmIayrrad. Von Franz Eberle. Also es bleibt dabei, daß Carla morgen mit dem Dr. Kruse und unserem Oberlehrer Verger unseren Himmelfahrtsausslug per Rad nach Müritz mitmacht und daß wir dort zusammentreffen," erklärte der Gymnasialdircctor Müller. Aber, lieber Mann, es schickt sich doch eigentlich nicht, daß Carla allein mit den beiden jungen Herren einen so langen Weg macht," wandte seine Gattin ein. Ach was, die werden das Kind nicht auffressen. Es macht ihr mehr Spaß, als wenn sie mit uns alten Leuten zusammen im Eisenbahnwagen sitzt. Nicht wahr, Kind?" Gewiß, Väterchen." erwiderte der blondlockige Liebling des alten Herrn und flog ihm an den Hals. Die Sache war entschieden. Am Himmelfahrtsmorgen gegen 6 Uhr erwachte der junge Oberlehrer Beiger davon, daß er mit Vehemenz mit seinen Füßen gegen die Bettwand gefahren war. Er hatte eben geträumt, daß er mit dem Rade einen Abhang hinunter gestürzt wäre, und nun hatte er im Traume mit seinem Rover eine heftige Bewegung vollführt. Da er um 7 Uhr vor Carla's Wohnung fein sollte, um sie abzuholen, so war es Zeit für ihn, sich dem Pfühle zu entheben. Mißmuthig zog er sich an, denn er war eigentlich in keiner rechten Ausflugsstimmung. Er hatte eigentlich nur radeln gelernt, weil die hübsche Carla Müller auch radelte, aber viel Vergnügen machte ihm die Sache nicht. Und nun sollte er heute 40 Kilometer hinter einander weg nach Müritz fahren. Wenn er wenigstens mit Carla hätte allein fahren können, dann hätte er vielleicht in Gottes freier Natur feine verdammte Schüchternheit abgestreift und ihr gesagt, daß er ihr gut. sei, aber nun fuhr ja der Dr. Kruse auch mit. Während dieses Meditirens hatte er sich langsam angezogen. Ein Blick uf die Uhr zeigte ihm. daß er sich beeilen müsse. Schnell steckte er die Brieftasche, die seine Briefe, die Mitgliedskarten zu unzähligen Vereinen und seine Radfahrkarte enthielt, in die Seitentasche seines engen Jaquets. Sie drückte ihn da. und er hatte auch die Briefe herausnehmen wollen, um sie etwas weniger umfangreich zu machen, aber dazu war jetzt keine Zeit, er mußte fort. Vor dem Hause des Directors Müller standen schon Carla und Dr. Kruse in lebhaftem Geplauder. Der Anblick verbessert: Berger's Laune gerade nicht, denn er fürchtete Kruse als Rivalen um Carla's Gunst. Der joviale Doctor aber streckte ihm vergnügt dieHand entgegen und rief lustig: Nun wollen wir uns einen vergnügten Tag machen; sonst läßt mich die Praxis sitzen, heute lasse ich sie liegen." Die Fahrt ging los. Als sie erst die staubige, schattenlose Chaussee überwunden hatten und durch einen schöncn Waldweg fuhren, wurde auch Verger vergnügter. Es war doch wunderschön hier in Gottes freier Natur. Und es war auch ein Vergnügen, so in leichtem Geplauder neben Carla daherzufahren, die in ihrem dunkelblauen Radfahrcostüm und mit den kleinen braunen Stiefelchen sehr niedlich aussah. Nur die verwünschte dicke Brieftasche ärgerte Berger. Er zerrte fortwährend an dem Jaquet, weil ihm die Tasche gar zu fest an der Brust anlag. Was haben Sie denn?" fragte Dr. Kruse, dem diese Bewegung Bcrgcr's auffiel. Ach, die Brieftasche belästigt mich," erwiderte Berger. Geben Sie sie mir her," sagte der jederzeit gefällige Kruse. Mir fehlt heute ohnehin was, da ich meine Instrumententasche nicht bei mir habe." Er nahm die Brieftasche an sich. Die Fahrt ging weiter. Da fiel Carla ein leichtes buntes Battisttüchlein, das sie kokett vorn am Gürtel trug, herunter; sofort waren beide Herren wie der Blitz aus dem Sattel. Berger erwischte das Tuch zuerst und übergab Carla das duftende kleine Ding. Wie niedlich doch alle Damensachen sind," sagte er dabei. Kruse stimmte zu. Nein, wie verliebt die beiden Herren auf dies dumme Tüchel gucken," sagte Carla, ihre blonden Locken lachend schüttelnd. Will's einer von Ihnen haben?" Jch!" Ich!" riefen Beide wie aus einem Munde.
Ja. durchschneiden kann ich's nicht, dann bleibt ja gar nichts übrig. Wir wollen drum Wette fahren. Die Herren geben mir eine Minute Vorsprung, und wer mich dann einholt, soll das Tuch haben." Die Herren stimmten zu. Berger freilich nicht gern, denn er besorgte, daß er Kruse. der das Rad in seiner Praxis sehr häufig benutzte, nicht gewachsen sein würde. Aber was war da zu thun? Carla fuhr voraus. Nach einer Minute folgten Kruse und Berger. Anfangs hielt sich Berger gut. dann aber blieb er ein wenig zurück. So war man bis zu einer Stelle gekommen, wo der Weg eine starke Biegung machte. Neben dem Fahrwege lief ein Fußweg her und dieser schnitt an dieser Stelle ein gutes Stück des Weges ab. Wenn er den benutzte, konnte Berger seinen Rivalen noch einholen. Er lenkte in den Fußweg ein. Schon war er dem Ende des Fußweges nahe gekommen und wollte wieder auf die Chaussee einlenken, da kam sein Rad über einer Baumwurzel zu Falle. Mit dumpfem Krach stürzte Berger hin. Kruse. der Bger's Fall gar nicht beachtet hatte und immer nur gerade aus nach dem dunkelblauen Kleide sah, das immer näher kam, fuhr weiter. Mühsam erhob sich Verger. Er mußte sich den Fuß verstaucht haben, denn das Austreten auf dem rechten Fuße wurde ihm. sauer. Auch das Rad war bei dem Falle übel weggekommen, denn die Speichen waren total verbogen. Das war ja eine schöne Geschichte aber es sollte noch schöner kommen. Während Berger so dastand und darüber nachdachte, wie er wohl nun nach Müritz kommen sollte, wurde er durch einen Anruf aufgeschreckt. Ein Gendarm stand vor ihm. He, Sie da, wissen Sie denn nicht, daß der Herr Landrath den Radfahrern die Fußwege streng verboten hat? Zeigen Sie mal Ihre Radfahrkarte her. damit ich Sie notiren kann!" Mechanisch faßte Berger nach seiner Brusttasche. Wo war denn nur. die Brieftasche? Herrgott, die hatte ja Kruse! Ach Gott, ich habe meine Nadfahrkarte nicht bei mir. Ich bin der Gymnasialoberlehrer Dr. Berger." Gymnasialoberlehrer, das kann Jeder fagen," erwiderte mißtrauisch der Gendarm. Das ist ja Unsinn. Sie sehen doch nicht wie ein Gymnasiallehrer aus mit Ihren Pluderhosen und dem Flanellhemde und der Mütze. So 'ne Leute sehen viel solider aus als Sie. Sie werden wohl so'n munter gewordener Heringsbändiger sein. Kommen Sie mal mit zum nächsten Dorf, ich werde mit dem Ortsvorsteher sprechen, was wir mit Ihnen zu thun haben." Alles Sträuben half nichts. Berger mußte mit dem Gendarmen den 3 Kilometer langen Weg nach dem Dorfe Poggelow machen. Es wurde ihm sauer genug, denn der rechte Fuß schmerzte beim Auftreten gewaltig und obendrein mußte er noch das Rad führen. In Poggelow saß der Herr OrtsVorsteher gerade beim Frühschoppen im Dorfwirthshause. Da läßt er sich nicht stören," sagte die Magd im Schulzenhause. Der 'Ortsvorsteher ließ gehörig auf sich warten. Endlich kam er. als es bereits gegen Mittag geworden war. Er war ein dicker Mann mit einem wohlwollenden, aber wenig geistreichen Gesichte. Der Gendarm trug ihm denFall vor und die Beiden beriethen. Da sie zu keinem Ergebniß zu kommen schienen, sagte Berger, dem die Sache zu langwellig wurde, ärgrlich: Herrgott, was kostet denn dieSache, ich bezahle eben die Strafe und dann kann Ihnen ja ganz egal sein, ob ich wirklich der Gymnasiallehrer Berger bin oder nicht." Nee, das geht nicht so einfach." erwiderte der Ortsvorsteher. Der Herr Landrath, der sehr ärgerlich darüber ist. daß die Radfahrer immer wieder dieFußwege benutzen, hat äusdrücklich bestimmt, daß ihm über jeden Fall berichtet wird, weil er selber die Strafe festsetzen will. Wer reich ist oder gebildet ist, der muß mehr bezahlen, hat der Herr Landrath ausdrücklich geschrieden." Ja, aber was machen wir denn da?" sagte Berger verzweifelt. Ja, wenn Sie keine andere Legitimction bei sich haben, muß ich Sie selder nachStrehlen. wo Sie her sein wollen, transportiren," sagte der Gendarm. Angenehm ist's ja nicht, die 20 Kilometer zu machen." Um Gottes Willen, das geht ja nicht," jammerte Berger. . Ich kann mich doch nicht wie ein Verbrecher in unser Städtchen hineinbringen lassen!" Nach langer Berathung und. nachdem unzählige Pläne entworfen und verworfen worden waren, einigten sich die Drei dahin, daß ein Bauer mit dem Fuhrwerk, natürlich auf Berger's Kosten, nach Strehlen fahren und den alten Gymnasialprofessor Hagedorn mit nach Poppelow bringen sollte, da-' mit dieser Berger recognosciren könnte. Hagedorn war ein alter mürrischer Junggeselle, der sich in seiner Ungeselligkeit von dem Ausfluge nach Müritz ausgeschlossen hatte. Das gesammte übrige Collegium hatte sich dem Ausfluge angeschlossen. Berger gab dem Acten einen Lr!ef mit, in d:m er Hagedorn flehentlich bat, doch ja nach Poggelow zu kommen; er kannte Hagedorn und wußte, daß Gefälligkeit nicht dessen starke Seite sei. Berger's ohnehin geschwächter Muth sank dahin, als er des armseligen Rößleins ansichtig wurde. das der Bauer vor seinen Wagen spannte. Wie lange wird es wohl mit dem Gaule dauern, bis er hin und zurück ist?" Der Ortsvorsteher rechnete nach. Ew Bissel alt und schwach auf die Beine ist ja der Gaul, das ist richtig.
Nach Strehlen sind's ungefähr 3 Meilen, und $ Stunden wird wohl das Pferd auf die Meile brauchen. Das sind so zwei Stunden, und 1 Stunde muß er in Strehlen ausruhen und 2 Stunden zurück, das macht halt 5 Stunden." Der Ortsvorsteher war so freundlich, Berger zum Mittagessen einzuladen. Dieser konnte natürlich nicht ablehnen, und er mußte mit hinein in die niedrige, dumpfe Bauernstube und die derbe Bauernkost hinunterwürgcn, die ihm, dem verwöhnten Städter mit dem schwachen Junggesellcnmagen, wenig behagte. Nach dem Essen legte sich der Schulze zu einem gesegneten Mittagsschläfchen nieder und überließ es Verger, sich an der Lectüre des Kreisblattes zu laben. Fortgehen durfte er als Arrestant ja niAt und außerdem hätte er's auch nicht gemocht, weil ihm der Fuß weh that. So schlichen die Stunden mit bleierner Langsamkeit dahin. Es war schon ziemlich spät amNachmxttage. als der Bauer endlich aus der Stadt zurückkam, aber nicht mit Hagedorn. Es fiele ihm gar nicht ein, NachmittagsPartien nach dem schönen Orte Poggelow zu machen, hätte Hagedorn erklärt. Die Handschrift des an ihn gerichteten Briefes stimme mit der seines College Berger so ziemlich Lberein, und wenn der Arrestant noch ein dummes Gesicht, eine geröthete Nase und wenig Haare habe, dann möchte man immerhin glauben, daß es der p. p. Berger sei und möchte den Arrestanten laufen lassen. Also hatte der alte Grobian berichten lassen. Nach längeren Berathungen kamen der Ortsvorsteher und der Gendarm Lberein. daß die von Hagedorn angegedenen Merkmale stimmten und daß man also wohl annehmen könne, daß die Angabe des Arrestanten, er sei der Gymnasialoberlehrer Dr. Berger, wahrheitsgemäß sei. Der Königliche Landrath werde nunmehr das Weitere veranlassen, der Arrestant könne gehen. Berger befand sich auf der Lanlsiraße und hatte nun das Vergnügen, da sich ein Wagen absolut nicht auftreiben ließ, die 20 Kilometer nach Strehlen zu hinken. Sein Rad hatte er bei dem Ortsvorsteher gelassen und erklärt, er würde es dort abholen lassen. Es war spät Abends, als Berger in seinem Heim in Strehlen anlangte. Müde und ärgerlich warf er sich in sein Bett. Der Tag hatte eine Menge Geld gekostet, denn der Bauer hatte sich seine Fahrt gut bezahlen lassen, das Rad mußte reparirt werden, der Anzug war caput, und die Strafe, die der Herr Landrath verhängen würde, würde wohl auch nicht zu gering ausfallen. Als Berger am nächsten Morgen. noch immer etwas hinkend, in's Conferenzzimmer des Gymnasiums kam, fragte ihn der joviale Director Müller, wo er denn eigentlich gesteckt habe, seine Tochter und Dr. Kruse hätten darüber keine Auskunft geben könncn. Na, darüber dürfe man sich nicht weiter wundern, denn nicht wahr, lieber Berger, Liebesleutz denken immer nur an sich und nicht an Dritte. Na, ich war ja schön überrascht, als die Beiden als Brautleute in Müritz anlangten. Es war aber eine sehr gemüthliche Verlobungsfeier in Müritz; schade, daß Sie nicht da waren." Auch das noch. Zwei Tage später war im Kreisblatte für Strehlen und Umgegend zu lesen: Besonderer Umstände halber ist ein Humber - Fahrrad billig zu verkaufen. Näheres in der Erpedition." JLgcrlatcin.
Meine Herren, ich sage Ihnen, so ein Hund ist oft genauer und pünktlicher als mancher Mensch. Ich habe es bereits an meiner Diana erfahren. Lassen Sie sich's nur erzählen. Eines Tages war ich einem feisten Dachse auf der Spur. Bald hatte Diana dessen Bau entdeckt, doch ehe ich noch daran denken konnte,, den trotzigen Inwohner hervorzulocken, kam mein Jagdbursche herangekeucht mit der Aufforderung, sofort nach Hause zu kommen. Damit mir aber mein Dächslein indessen nicht ausziehe, sagte ich zu Diana: So. nun wartest Du hier solange, bis ich zurückkomme!" Daheim erwartete mich ein Depeschenträger mit der Hiobsnachricht, mein Bruder, welcher Gutsbesitzer in Hinterpommern ist, sei todtkrank und wünsche mich noch einmal vor seinem Ende zu sehen. Natürlich folgte ich diesem Rufe; schon der nächste Zug trug mich mit Windeseile nach dem Norden zu. Glücklicherweise erholte sich mein Bruder endlich doch wieder so weit, daß ich nach einem halben Jahre heimkehren konnte. Gewundert hat es mich ungemein, warum mir Diana nicht wie sonst entgegenlief. Dem alten Thiere wird doch n?cht etwas zugestoßen sein? Im selben Augenblicke erinnerte ich mich der einstigen Scene im Walde. Da wer beschreibt meine Verwunderung standen an der bewußtenStelle sogar 7 Hunde. Wie? Sie staunen? Ja, meine Diana hat nämlich während meiner Abwesenheit Mutterfreuden erlebt und nun half ihr ihre werthe Nachkommenschaft in der Ausübung ihrer Pflicht. War's so, Diana?" Aus der Instruktion stunde. Unterofficier: Was hat der Soldat auf's Commißbrod? Rekrut (schweigt). Unterofficier: Weiß keiner, was der Soldat auf's Commißbrod hat? Alle schweigen. Unterofficier: Anspruch bat der Soldat auf's Commißbrod Ihr Esel! Die liebste Zeit. Tante: Sag', Hänschen, welche Zeit ist Dir die liebste? Die Schulzeit oder die Spielzeit?" Hanschen: .Die Mahl, zeit. Tantchenl"
Schweizer
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RILLEN sind altbewährt überzuckert leicht zu nehmen desshalb übelschmeckenden Nixturen vorzuziehenwirken leicht, sicher, schmerzlos von ersten medizinischen Autoritäten empfohlen. lutreinlffend, Appetlterregend. Ocsundheltherstellend. La allen Apotheken zu haben. Aür dic Mchc. Fischsuppe. Eine sehr wohl, schmeckende Suppe, zu deren Bereitung man stch der verschiedensten kleinen Süßwasserfische bedient, die sonst ihrer Gräten wegen nicht beliebt sind. Man reinigt diese Fische, schneidet sie in Stücke und kocht ste in nachstehend angegebener Brühe. In einem Stüö Butter läßt man in Scheiben geschnit ten Zwiebeln, Mohrrübcn, Porree und Sellerie hellbraun schwitzen, gießt das zur Suppe nöthige Wajser mit einem Zusatz von Flcischcztract über, fügt Salz, Pfeffer, Gewürzkör7.:r, ein Kräuterbündchen hinzu und läßt die Fische hierin ganz langsam, etwa drei Stunden kochen, bis sie vollkommen Zerfallen sind. Durch ein Sieb gegossen und nochmals zumKochen gebracht, wird die Suppe mit einigen Eidottern abgezogen, die man in Salzn: quirlte. Man richtet diese Suppe über gerosteten Semmelschnittcn an. H i r n s u p p e. Ein sauber geputes Kalbshirn wird in Salzwafjcr adgekocht, doch nicht zu lang, dnn mit Zwiebel und Peterstlicngru:: fein gewiegt. Während dessen wird iinc Unze Butter mit einigen Eßlöffeln Mehl gedämpft, doch darf dies ja nicht gelb werden; das gewiegte Hirn kommt dazu, und wenn Ülles miteinander einige Zeit gekocht hat, wird es allmäh-, licy mit guter Fleischbrühe zur.gehön-' cen Dicke aufaefüllt. E u st i v i r t e Eier. Die Eier werden ganz hart gekocht; wenn sie erkaltct sind, schneidet man sie der Länge nach durch, nimmt die Dotter heraus, zerdrückt sie in einem Napf und rührt sie zu Brei. Alsdann fügt man beinahe eben oder doch reichlich halb soviel schöne, frische Butte: und einige gut ausgewässerte, entgrätete und sehr fein gehackte Sardellen hinzu, verrührt die Masse so, daß sie recht glatt und gleichmäßig wird, worauf man sie in die Höhlungen der durchschnittenenEiweiße sireicht. Da die Masse sich vermehrt hat, wird jedes Ei eine runde Wölbung erhalten. Man ordnet sie auf eine Schüssel und garnirt diese mit grüner Petersilie. Man gibt Mayonnaisensauce dazu. Bayerische Knödel. Acht altbackene Milchbrödchen werden in sehr feine Scheiben geschnitten und mit einem halben Quart siedender Milch übergössen. Sind sie durchweicht, so kommen 4 Eier, 3 Eßlöffel voll Wei-zen-und 3 Eßlöffel voll Semmelmehl hinzu; etwas feingehackte Zwiebel und Petersilie wird in Schmalz gedünstet und nebst Salz beigemengt. Nachdem alles tüchtig untereinander gearbeitet worden, werdenKlöße daraus geformt. Sind alle fertig, so tauche man die Hände in kaltes Wasser, und balle die Klöße noch einmal durch, sie werden so sehr glatt und schön. Die Klöße müssen eine halbe Stund in siedendem Salzwasser kochen. Die fertigen werden zerschnitten und mit Semmelmehl, welches in Schmalz geröstet würd?, heiß aufgetragen. Nhabarberknospen als Salat. Man bricht die Rhabarberknospen aus. kocht sie in Salzwasser gar und läßt sie abtropfen und abküh len. Aus zwei hartgekochten, fein verriebcnen Eigelb, drei Löffeln Oel. .'inigen Löffeln voll Essig, Salz, Pfefser. einer Prise Zucker und einem Tropfen EhQMpignon-Soya bereitet man alsdann einen Beiguß. den man über die in einer passenden Glasschüssel geordneten abgekühlten RhabarberknoZpen gießt. Man läßt die Sauce einigeZeit mit den Knospen durchzieben. bevor man sie zur Tafel gibt. Besonders passend ist dieser Salat zu Schweineschinken und Roastbeef. Mittel, um Schinken zu verbessern. Wenn Schinken undanderes Rauchfleisch durch längeres Aufbewahren im Sommer größereSalzschärfe angenommen hat. so kann der scharfe Geschmack sehr gemildert, überhaupt verbessert werden, wenn mzn dem Wasser, worin die Fleische stücke gesotten werden, einen Eßlöffel voll Farinzucker (auch anderer Zucker thut es) zuseht. Legt man die Schinken etc. vor dem Absieden eine Nacht in warmes Wasser, dem ein halber Theelöffel voll doppeltkohlensauresNatron zugesetzt ist, so werden sie zarter und saftiger. Kein Kost verachten. Hausfrau (zu dem fechtenden Tramp): Etwas Warmes habe ich leider nicht fertig, aber wenn Ihnen mit etwas Kaltem " ' Tramp : Qell, Madam, bringen Sie Ihren römischen Punsch-, oder srappirten Champagner nuv rnaru rubia'rauö!-
