Indiana Tribüne, Volume 20, Number 273, Indianapolis, Marion County, 20 June 1897 — Page 7

SiMvolistisch. "umoreite von RudolHh Braune. ' Ewald Jllgen saß mit seiner junrjen, hübschen Frau am Kaffeetisch. Ihn: zur Seite lag die Zeitung und ein Brief großen Kalibers. Nun?" fragte Frau Hilma. Ach!" antwortete er mit einer spöttischen Handbewegung. Poststempel Berlin, was soll's da sein? Eine Arbeit zurück." , So sich doch mal nach!" Mag mich nicht ärgern. Liegt doch ein gedrucktes Anschreiben dabei: Bedauern, Sie um Ihre Arbeit nicht bitten zu können." s könnte aber doch' mal anders fein," behauptete sie, vielleicht, daß die Redaktion nur irgend einen Punkt abgeändert haben möchte 'und dann " Er lachte. O glückliche, leichtgläu bige Jugend.Sie ließ sich nicht beirren und Lffnete den Brief. Ewald that, als kenn er das gar nicht sähe, und rührte eifrig in seiner Tasse. Dennoch schielte er nach 'dem Gesicht seiner Frau. Als tx sah, daß es sich tnU täuscht verzog, fragte er scheinbar neugierig: .9ta:?" Wir bedauern, Sie um Ihre Ar. keit nicht bitten zu können," sagte sie kleinlaut. Nrv. flW Du!" meinte er lachend. Dann sing er an mißmuthig zu Junten und sprach: Jch habe eben Sein Muck. Die Novelle ist Zucht schlecht, üro Gegentheil, sie ist Äne rneiner beftm Arbeiten, aber, sber . . Hilma tätschelte ihm ldie Hand. Nur niicht Trübsal spinnen, das Zluck'mu?z doch einmal kommend .Das 'Glück? Staranf smarte ich nun '.schrn acht Iah lang. Aber nein, 'ich hatte ja GW, ies 'war ja schon cev. großes Gluck ijur itiich, daß 5vir'den Onkel beerbten, "daß 'ich den Schulmeisterrock anZzichn :inid hier fln' unserm Friedenswmlel sviiu aller Gemüthlichkeit schreib konnte was Mein.IHerz bewegt.'" ,$u überstandest Silfjer nr.it Huorcr.lle Schläge,-" fagie sie. 'Er lachte schon Ivieder, 'scm Mißirnftt; war verschwunden. O, mein .Humor," rief er, mew 'HumIr, wenn ?lch den nicht härte. Schon längst hätte ich .die Feder hingeworfen. 'Aber so! Mein Humor soll mich auchn:och zum Litte führen. - Weißt Dur sragie'sie. ,J8or drei 'Jahren, als aUe Deine Arb'eiien angekommen wuven.." Als d HuNdettmarkscheine nur o regneten,- lachte- er, und- ich an'sing, berühmt zu'wccdenl, Schatz, damals kam rnir die Mode entgegen, alle Welt woNteTreälistisch geschriebene Sachen. Icht nber verlangt man 'symbolistische 'Gemälde.' "S',)mbolistische Gemälde !Verkehst Du das?"

Und kannst Du'-nicht'i'ymbollstlsch rumlen? fragie Hrtraa lachcind. Und wenn ich.'e könnte, wenn ich -in lede Zeü? drei Blödfinnigkelten ' hineingeheimnissen" könnte, iich thäte es "nicht. Ich beuge ;nich tcwer Mode. '-Ich bm em Dichte? halte rmch wenig stens dafür iniD-scbr'eibe rübig weiter. ..shne mich -um das Urtheilte? Menge zu kümmern. 'Vielleicht we'roe ich erst uaa, meinem odeQnerkann: werden. Hinter 'der Thüre ließl sich eine .tindcrstlnrQr vernehmen: Mama, 'Mama." Der JM?e"'fa;te EwZld Jllgen und nickte lächelnd nach der, Thür hin. Ja, Junge, Du' wirst malinen be ' rühmten Baiir haben -und -tönst Dich '-mit meiner trauernden Mittwe in -meinem Ruhme iscnren." Hilma sprang auf undluielt ihm den Mund zm. .Ja. Beiri, gleich! Nun schwii'tz 'keinen Unsinn. Ewald. Du bist ein Dichter. Nicht Tu allein '.halst Dich iQfur, Indern -iiele urtheils fähiqe 2tuit nennen .Dich so. üDu wirst schon .du?chdringei. Nur Geduld. Du bist murrst zweiunddrei7ßig Jahre alt.Sie küßte ihn .und sollte de: Thüre -zueilen, hinter Der dk rufende Binderstimme von neuem .erllang. Ewald hidl sie fest. Gleich. Junge, gleich, nur noch eine Minute Äedu!d. Was meinst Du, ilma, IZb ich die Novelle inchi mal nach Wien rn die N-Zeitung schiäe?" .Ach. die nimmt ja:nichts vou Dir. Wr schickt Dir ja alles zurück." Wenn auch. Die üoer eine afcfcere. sx?kilich. die erste und .letzte Seite, muß -ich rnoch einmal abschreiben,' die. sind schmutzig geworden. L&ißt Du, Du festest nachher das Opus vonjfrisch:." Ja. ja." Sie riß sich , los und eilte in "Xrre Kammer, m derÄenni schtie: Mcma, Mama, die Minute ist um." Ewald stand ans imd trug kos Manuskript in sein Zimmer, zündete sich thxe Cigarre an und ffing an zu arbeiten. Er schrieb die erste un letzte Seite der Novelle Sonnen-glühen"-ab, versah ein Coavert mit der Adrelse der Wiener Redaktion und verfaßte ein sehr höfliches Begleitschreiben. Dann machte er sich an die Durchsicht einer anderen Novelle, dextn Neinschrift er erst gestern vollendet Ijatle und tie in losen Bogen vor ihm Zag. Hm, sprach er in sich hinein, die ist freillÄ nicht so gut wie Sonrenglühtti", Die werde ich fctshalb wahrscheinlich loswerden." Er versah die Blätter mit Seitenzahlen, legte allt's zusammen und trug es zu seiner Srian in's Wohnzimmer. ' Wenn! kam ihm 'jauchzend entgegen. Ewald legte die Papiere auf den Nähtisch und sing den Wildfang Mf. Der wollte mit ihm schwatzen und spielen und Geschichten von ihm hören. Als er ihn endlich los wurde, sagte er zu seiner Frau: So, Schatz, hier liegt Sonnenglöhen" und noch ein Redaktioneschrecken.- Bitte, hefte beideZ. Sonnenglühen schickst Du nach Wien, das andere .hole ich mir Mittag von Dir ab. Und nun, Bennk. den Papa

nicht stören. Papa muß arbeiten, Papa muß für Benni Geld verdienen, viel Geld, damit Benni Milch trinken. Chokolade essen und ein neues Kleid kriegen kann. Und Nachmittag gehen wir zusammen spazieren." Mama soll auch ein neues Kleid kriegen", rief Benni. Ewald und Hilma lachten. Ja", sagte Ewald, wenn Sonnen glühen" angenommen wird, kriegt Mama ein neues Kleid." Mit diesem Entscheid entfernte er sich.Kurz vor Mittag pochte es leise an seine Thür. Er hörte gleich, daß das Benni war. Herein" machte er. Da arbeitete es am Schloß, ohne daß die Thür sich öffnete. Er mußte aufstehen und selbst öffnen. Bor der Thüre stand Benni mit dem in ZeitungspaPier eingeschlagenen Manuskript. Guten Tag, mein Herr," sagte Ewald mit muthwilliger Feierlichkeit, was verschafft mir di, Ehre?" Hier ist das, was Du geschrieben hast, Papa." antwortete Benni, und Mama läßt schön grüßen und Du möchtest doch zum Essen kommen." Schön, mein kleiner Mann. Sag' ich würde sofort erscheinen.. Gehe voraus und melde mich an." Benni lief weg. und Ewald durchblätterte das Manuskript. Auf einmal stutzte er. .Nanu?" sagte er. Er blätterte weiter und wurde immer erstaunter. Das ging ja durcheinander wie Kraut und Rüben, da fehlte ja jeder Zusammenhang. Waren die Blätter falsch geheftet? Er sah nach den Seitenzahlen, die folgten &us ein. ander, wie s folgen mußten. Er las weiter, die Arbeit wurde imran wunderlicher. Plötzlich begriff tx. Er stürzte hwuber, da saßen Hllma und Benni am Tische, warteten auf ihn und lachelkn ihm zu. Ihm schwebten einige unmuthige Worte auf der Zunge, nbrr er besann sich... in Gigenwart toes Kindes nicht... und dann hatte es ja gar keinen Zweck, ansgebracht zu sein. Das Vrrsehen war einmal geschehen und lich sich mcht zurücknehmen. Also traci' es mit deinem berühmten Humor!" 'sagte er sich. Er setzt: sich, löffelte in ffeiner Suppe herum Md fragte endlich: Hast Du Sonnm glühen" weggeschickt, Hilma?" Ja'ich habe eS umwehn Ufc zur Post 'schickt, es wird .mit dem Elfuhrzwg. weggegangen ftin." Na,, wird , der Redakteur eine Freude' haben", sagte N ironisch. .Wieso?" fragte sie 'verwundert. Du isagtest doch, die Novelle sei gut?" Sa gut." verbesserte er. nicht sei. 5Sie war thatsächlich 'gut. jetzt ist stVsTiicht mehr." .Sie sah ihn fragenden. Er blinzelte ihr listig zu. Aber liebes Kind. Du hast ja die beiden Novellen durcheinander geheftet, das 5st 'ja' das reine ChaoÄ geworden." Sie ließ erblassend Iden Löffel sin-

Zen. ; Also doch!" Also doch?" sragteer. .Benni bekam dre beiden ManuskriHie in die Hände mnd brachte sie 'durit einander," erklärte Hilma. Ich mahm sie ihm gleich eveg und ordnete sie wieder auseinander. Aber... es ist 'ruir also nicht gelungen?" .Nem, es ist Dir 'nicht gelungen. Na. wird der Redaltrur eine Freude häven!" Kannst Du nicht 'gleich schreiben Zittoiihn aufklären?'' ein, nein, daZ : macht mich erst !lächetlich. Laß nur jsein, mehr als zurückschicken kann 'doch nicht." , Sie sah ihn bittnw an. Bist Du böse?Sehr." erwiderk ?er, und Deine Strafe hast Du ja cu'ch. Du solltest ja nun ein neues Kleid kriegen, wenn SonnenglüheN" angenommen würd'." Aber Benni kriegt ein Kleid, nicht wahr.Papa?" fragte' der Kleine. 'Ja, Benni kriegt ein Kleid." Vier Wochen waren vergangen, und Ewald' hatte fast jeden Tag neckend gefra?r:.Nun, kein Brief aus Wien?" Jedrs Mal war Hilma erröthet, und mehr als ein Mal hatte sie ge-sagt-: .Deine Neckerei! Ich werve Dir Deine Arbeiten gar nicht mehr heftend Ja,nneinte er dann, Strafe muß sein." Eines Äages kam aber wirklich em Brief aus'Wieil, kein großer, der eine abgelehrt 'Arbeit enthttlt. sondern einer von -gewöhnlichem Format. Ewald setzte sich "feierlich auf'L- Sopha und sagte zu seiner Frau: Poststempel Wien. Dahrscheinlich 'das Urtheil über Sonnenglühen. Siehst Du. der Mann begnügt sich nicht damit, die Novelle emsach zurückzuschicken, er sendet noch einen groben Bcief voraus.Also höre." Er öffnete iden Brief. Sehr geehrt Herr!" Was? das ist ja höflich. Mit Vergnügen haben wir Ihre 'herrliche symbolistische Dichtung Sonnenglühen" cacceptirt und möchten wir Sie ganz rgebenst Bitten, auch fernerhin unserem Blatte Ihre geschätzte Mitarbeiterschaft zuzu wenden. Für Sonnenglühen" übersenden wir Ihnen mittelst Postanweisnng 150 Gulden." Hilma jubelte lcmt auf und schlang beide Arme um ihren Mann. Der ließ den Brief sinken und sagte schelmisch: Ich werde dem Herrn schreiben, er solle lieber meine Frau und meinen Jungen zur Mitarbeiterschaft einla den." ' , Melittas. Kritiker: Der Dialog in Ihrem naturalistischenMär-cken-Drama ' ist sehr originell!" Dichter: O ich danke!" Kriti ker: So gemein sprechen namttcy'vie Leute !m gewöhnlichen Leben nie!" - Fortschritt. Nun, wie gehrs jetzt mit dem Radeln?" Coloswir , .r n r tf. 2.1.1 ' C!yai jotigciqnxicn sayre jci oic Leute schon um, ohne selbst Schaden u nehmen!" .

Vas zerrissene perh'ältnifz. lBerlincr Gerichtsscene). Wat soll ick mir denn scharniren. wenn se selber sagen dhut, det ick ihr eene anpassen soll. Nöthijen laß ick mir in so 'ne Anjelejenheiten nie nich," erklärte der der Mißhandlung und Sachbeschädigung angeklagte Tischler Carl Möbius nach Verlesung des An. klagebeschlusses. Vorsitzender: Dann bekennen Sie sich wohl in vollem Umfange schuldig? Angeklagter: Na so jemieth'.ich wer'n Se mir doch nich finden, det ick so schnelle in't Verjniejen rinschliddere. trenn ick injefceft wer'n scll. d ni streit' ick ieberhaupt allens ab. Vors.: Das ist Ihnen allerdings unbenommen, bedenken Sie jedoch, daß Sie durch ein offenes Geständniß auf mildere Beurtheilung rechnen dürfen. Erzählen Sie mal kurz den Vorfall. Angekl.: Wat die Juste is. det war nemlich mein Verhältniß un se scherbelt vor ihr Leben jern.. wat nu int konträre Jejentheil jar nich mein Fall ist. Un wie wir nach 'n Jesundbrun nen kommen, da war die janze bucklige Freindschaft mächtig mang't Jeschäft, indem Alles derbe stampen daht. Da war denn ooch eener von de Hulaner un sowie er det Mächen in't Ooge krikJt, schmeichelt er sich ooch an. indem er blödsinnig ville Sießholz raspelt un denn mit ihr loszieht. Er schwenkt ihr aber blos 'n paar mal rum, worauf se sich dünne machen un rn'n Jarten uf 'ne Bank setzen. Vors.: Das intenssirt uns Alles -nicht, wir wollen nur den Vergang-in der Lothringerstraße geschildert haben. Angekl.: Üf den komm ick zleich. aber

et ieht ?ar nicht anders, als vet ick Jh nen auseenanderpolke, wie et soweit jekommen is. Ick jing natürlich jleich hinterdrein m'n Jarten M setze mir dichte neben; wodruf der Hulaner ufsteht un mir jariz kannibalisch eene schmieren dhut. Weil ick Nun keen Ra daubruder bin un ooch man janz - allcene war, sage ick nur: Juste," sag ick, Du hast rs zenau gesehen un je hört, den Mann werd ick bei't Kriensjericht anzeigen." An Stelle von 'ne Entschuldigung langt 'er mir aber noch eene, dei ick jleich lamz hinschlage -un wie ick iluch 'ne Weile 'n Blick m'n Tanzsaal -riskire. da scherbeln beede ooch schon wieder los, als wenn jar nischt passirt wäre. Det is doch nu man mr 'kerne Benihmiiung nich. Vors.? Es soll Ihnen zugegeben werden, das Sie sehr gereizt wurden, kommen "Sie nun zu dem Verfall in der Lothrmaerstraße. AngeN.: Det ick nach die Je'schichte det Verhältniß als een ianzlich zerris senes betrachtete, "de is nu klar wie Kloßbrühe, un ick wollte det die Juste jleich ?rk5ären un'paß ihr uf'de andere Straßenseite von ihr Haus T&o. Un richtig Klock eilen kommt se noch anje schwanzelt un verschrak sich mächtig, wie sr mir in't Ooje kriegte, 'wobei ick ihr denn vorhielt, det se mit'n Menschen jehn dhä'te, wat mir in so'ne zweideitlge Weise bezemet is. Anstatt det se 'aber ihr Unrecht injesehn hätte, stecht se-uf eenmal 'n mnz änderet Je sichte 'uf un quatscht immer schnoddri ger -und spitzfindiger, so det ick sagte, det ick ihr eene runter hauen dhäte, wie ick zwee von den Hulaner jekriegt. wenn 'ick nich Lebensart khätte. wodruf se venn meent, ick sollt mir keenen Zwang andhun. Furcht hätt se keene, aber -machtig scharfe Näjel, wobei se mir 'dem? 'die zehn Finger vor die Ojen Hielt, un weil ick nu jloobte, det se Ernst machtekam ick ihr zuvor. Vors.-: Sie gaben dem Mädchen einen Faüstschlag, daß es zu Boden stürzte -und begannen dann die Wehrlose mit den Fausten zu bearbeiten. Angekl.-: Sie verheddert? sich mit de Beene rrn fiel zu Boden, wo ich denn ooch ubrr'ihr stolperte un-mir in Noth wehr, befand. Vors.: Es ist wohl möglich, daß die Angegriffene sich gewehrt hat. Wie kamen Sir aber dazu, dem Madchen fast "die ganze Garderobe vom Leibe zu reißen? Angekl.: In 'de Angst hatte ick 'n biskcn derbe zugefaßt. Durch die Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß Möbius von den emPörten Zeugen mit Gewalt von seinem Opfer heruntergerissen un'd der Polizei übergeben wurde. Der Gerichtshof berücksichtigte das immerhin eigenartige Verhältniß zwischen dem Angeklagten und der Beschädigten, so daß nur auf eine Strafe von -vier Wochen Gefängniß erkannt wurde. Ein Künstlcrlevcn. Won C. Hildebrandt. Der Maler saß in seinem Atelier, aus einer Kiste mben seinem Stuhl lagen Palette und Pinsel, vor ihm stand die Staffele! mit einem größeren Bilde, welches er mit traurigen Augen betrachtete. Bis hierher war er mit feinem Werk gekommen, spielend leicht hatte er die Farben auf die Leinwand geworfen und nun war's vorbei. iDet Genius der Kunst war von ihm gewichen und hatte ihn verzweifelt und rathlos zurückgelassen. Wenn die Freunde in sein Atelier kamen, fanden sie immer neu angefangene Bilder vor, die alle Außergewöhnliches versprachen. Und wenn sie wiederkamen, waren diese Schöpfungen bei Seite gestellt oder verdorben. Dieser Mensch zerstört -mehr gute Arbeit,, als zehn gute Maler fertig bringen. Er ist wahnsinnig. . Viele der Bilder hier bedürfen nur weniger Pinselstriche, um sie zu Meisterwerten zu machen." lautete das einstimmige Urtheil. Aber ehe diese Striche ausgeführt wurden, erlahmte stets die rast, die Kunst des Malers. - In das Bild, vor dem er jetzt saß. hatte er seine ganze Kraft gelegt, bis jetzt war er von einer heiligen Freude j durchglüht gewesen, die . ihn schnell

vorwärts kommen ließ, und nun- war abermals der lähmende Stillstand über ihn gekommen. Verzweifelt ließ er die Hand sinken, verderben wollte er dieses Bild nicht, indem er weiter malte. Das Herz drohte ihm zu brechen, alle Hoffnung floh aus seiner Brust, einer entschlichen Leere Platz machend. Geräuschlos schlich er sich hinaus in den Garten und von da in den Wald, weiter immer weiter. Mit düster gefurchter Stirn und fest zusammengepreßten Lippen- eilte er döhin, bis ihn plötzlich das, helle Lachen eines Kindes aufschreckte. Aufblickend, gewahrte er eine höchst malerische, phantastische Gruppe von Zigeunern: Männer, Frauen, schwarzäugige Mädchen undKinder, die um ein Feuer hockten. Der verzweifelte Ausdruck schwand aus seinen Zügen, seine Augen leuchteten, eine helle Freude durchzuckte ihn und verklärte seine edlen, bleichenZllge. Jetzt löste sich ein junges Mädchen mit purpurrothem Shawl. um die Schultern aus dem Kreise los und blitzte ihn mit ihren nachtschwarzen Augen an. Im Nu war das Skizzenbuch herausgezogen. Er begann zu zeichnen. Das Mädchen schien an dergleichen gewöhnt, denn sie lehnte sich lächelnd und in graziöser Haltung an das Zelt. In wenigen Augenblicken stand das Mädchen. die Bäume, das brennende Feuer mit den bunten Gestalten und die ganze Landschaft mit dem silbernen Fluß auf dem Papier. Freudestrahlend eilte er nach Hause. Lilli, Lilli," rief er seinem jungen Weibchen zu, sich 'mal, was für Glück ich heute hatte." Das füße, schöne Gesicht mit den ernsten, veilchenblauen Augen blickte forschend zu ihm auf. Hatte er diesmal das Bild mit glücklicher" Hand vollendet? Aber das Leuchten in ihren Augen erlosch. Sie wurde bitter enttäuscht. Ich konnte heute wieder nicht arbeiten, Lilli, so ging ich hinaus in den Wald und da" Er zeigte ihr die Skizze. Es ist ein hübsches Motiv für ein Bild." sagte sie lächelnd. Nicht um alles, in der Welt wollte sie ihn ihre Enttäuschung merken lassen, wenn ihr auch das Herz zum Zerspringen weh that. Sie hatte wirklich geglaubt, er habe das Bild fertig gemalt und auf die Ausstellung geschickt. Aber nein blieb es wieder in der Ecke stehen wie so viele andere und er begann ein neues Ich will Dir etwas sagen, Lilli," fuhr der Künstler in fast fieberhafter Hast fort. Wir brauchen nothwendig Geld, das weißt Du ebensogut wie ich. Du armer lieber Schatz. Man kann ja die Sorge auf Deinem süßen Gesichtchen lesen. Ich werde mein vorige Woche fertig gewordenes Bild an Grumbach schicken unter einem andeln Namen. Das Bild befriedigt mich nicht recht, deshalb foll es unter meiner Flagge nicht segeln. Wer weiß, viel leicht findrt sich ein Käufer und wir sind dann wenigstens momentan der drückenden Sorge um das liebe Geld enthoben Lilli fenkte stumm ÄaS Haupt und nickte. Dann wandte sie sich ab, um die in ihrem Auge schimmernde Thräne zu verbergen. Die Träume, die sie geträumt, waren alle eitel Schaum. Und jetzt befanden sich die jungen Eheleute in größter Sorge. Rechnungen über Rechnungen liefen ein, die Gläubiger drohten, keine Farben und keine Leinwand mehr liefern zu wollenl In höchster Verzweiflung hatte' der Kunstler einige seiner besten Skizzen und Bilder zusammengerafft und sie zu einem Schundpreis bei einem Kunsthändler angebracht, der in Kllnstlerkreisen verrufen war. Er hatte etwas mehr dafür bekommen, als die Rahmen kosteten. Aber die Gläubiger kamen wieder und immer wieder, und die Sorge lauerte nun täglich, stündlich vor des Künstlers Thür. Und schließlich erlag dieser der grausamen Qual.- Er hatte oftmals scherzend gesagt, es werde, eine Krankheit über ihn kommen und alles Wirre aus seinem Haupt sortwische.i. um einzig und allein - in unumschränkter HerriZlll Talent. Genie und Willenskraft darin zurückzulassen. Nun streckte ihn ein hitzigcs Fieber auf das Kranken bett der Typhus. In ihrer Verzweiflung sandte Lilli einige der größeren Bilder an einen Kunsthändler, unter ihnen dasjenige, welches ihr Gatte unter einem andern Namen hatte fortschicken wollen. 2Xis größte schickte sie auf die Ausstellung. Und während dessen lag der Maler bewußtlos darnieder und sprach in seinen Fieberphantasien von unsterblichem Ruhm und dem Reichthum, den seine Lilli durch denselben erhalten sollte. Retten Sie ihn, Herr Doctor, lassen Sie ihn leben," flehte die junge Frau in walnsinniger Angst den Arzt an, als dieser mit besorgtem Ausdruck den Patienten betrachtete. Ich glaube, er wird es überstehen," lautete endlich die tröstende Antwort. Er ist mit knapper Noth dem Tode entronnen. Die höchste Vorsicht, die unermüdlichen Pflege muß ihm jetzt zu Theil werden, wenn er genesen soll." Vorsicht und Pflege! Ach. er sollte sie haben im reichsten Maße. Ihr ganzes Leben, ihren letzten Tropfen Herzblutes wollte Lilli geben, wenn sie nur den geliebten Mann retten konnte. Endlich öffnete er die Augen und erkannte sie. Er lächelte matt, müde

aber in Lillis Herzen jauchzte und jubelte es, sie wußte, er war gerettet. Als seine Genesung vorschritt, sagte er eines Tages: . Lilli, Du konntest mir einmal das Bild Frühling bringen." : Es ist nicht mer, Hans, sondern aus der Ausstellung." . Nun, dann, das. Kind mit den Blumen"." Auch dieses habe ich fortgeschickt.

Sei nicht böse, aber die Künstler, die ich um ihr Urtheil befragte, hielten diese Arbeiten für vortrefflich." Ein - freudiges Aufleuchten - erhellte bei diesem Lob sein abgezehrtes Gesicht. Es ist schade, ich hätte gern noch etwas daran gebessert. Sie sind nicht gut genug." meinte er sinnend. Mit einigen Strichen könnte ich die Bilder vollenden. Wie Schuppen fällt es jetzt von meinenAugen. mit deutlicher Klarheit sehe ich, was ihnen bisher fehlte . . Was für einen Tag haben wir heute?" Donnerstag." Wie lange bin ich denn krank geWesen, Lilli?" Oh. ein paar Tage!" antwortete sie ausweichend. Was ist das im Garten. Lilli?" Die Bäume stehen im Vlüthenflor? Und auch die Rosen oh. Lilli!" Es war März gewesen, als er sich legte, und jetzt ging der Mai zu Ende. Die Rosen hatten sie verrathen. Sie konnte ihm die Wahrheit nicht länger verbergen. Er machte einen Versuch, sich zu erheben, fiel aber krafttos-in die Kissen zurück. Es gebt noch nicht; noch muß ich warten," hauchte er. Ein paar Tage mußt Du Dich noch schonen, Hans." tröstete Lilli. Dann wirst Du um so schneller gefund. Jetzt mußt Du aber schlafen." Dankbar lächelte er sie an und zog das geliebte Haupt zu sich nieder, es innig küssend. Dann schlief er ein, sanft und ruhig' wie ein müdes Kind. Mehrere Tage vergingen und ' jeder neue Tag brachte Fortschritte in der Genesung. Aber der Wunsch, sein Können zu erproben, wurde heißer und stürmischer und ließ ihm . keine Ruhe mehr. Endlich durfte er aufstehen. Seine ersten Schritte galten dem Atelier. Dort setzte er sich wieder vor das Bild, das ihm am Vorabend seiner Krankheit so unendlich viel Kopfzerbrechen gemacht. Einige Sekünden prüfte er das Werk seiner Hände bis in alle Einzelheiten; ein Lächeln, verklärt und siegessicher, überflog sein blasses Gesicht. Dann griff er zu Palette und Vinsel. Laß mich jetzt allein, liebe Lilli," bat er. Ich will das Bild vollenden. In einer Stunde kannst Du wiederkommen." Zweifelnd blickte ihn de besorgte Gattin an. Aber er sah so unendlich glücklich aus. seine Augen strah'ten sie so hoffnungsfreudig und enthusiastisch an, daß sie nicht anders konnte, als ihn mit seiner geliebten Arbeit allein zu lassen. Nach Verlauf einer Stunde betrat sie das Atelier leis?, damit sie ihn ja nicht störe. Er saß noch immer vor dem Bilde. Auf den Fußspitzen trat Lilli näher. Ihr Herz klopfte sturisch vor Jubel, als sie fah. welche Veränderung mit dem Gemälde vor sich gegangen war. Er hatte hinzugefügt, was ihm bisher ermangelte. Kraft und Bedeutung hatte er hineingelegt ; er hatte ihm Leben und Seele eingehaucht.. Das Herz voll Stolz und Jubel, geschwellt, beugte sich Lilli über den geliebten Mann und küßte seine Stirn sie war kalt eiskalt Mit einem Schrei wahnsinniger Angst taumelte sie zurück und kniete neben ihm nieder, ihn mit tausend zärtlichen Namen rufend. Aber er hörte sie nicht; er rührte sich nicht. Seine noch immer auf das Bild gerichteten Augen lächelten aber sie waren starr; die Linke hielt noch die Palette, die Rechte, in welcher der Pinsel ruhte, hing schlaff hernieder. Aber auf seiner Stirn, auf seinem Antlitz thronte ein Ausdruck höchsten Triumphes. reinster Verklärung. Er hatte dem Bilde sein Leben, seine Seele ein'gebaucht. Am Taae naü seinem Tode kam von der Ausltellunq die Votschaft, daß sein Bild Frühling" die goldene Medaille erhalten und Das Kind mit den Bluwen" für zehntausend Mark verkaust sei. Der dankbare Pascha. Omar Pascha, dem Generalissimus der türkischen Armee, dessen Name jüngst wieder im griechisch-türkischcn Kriege vielfach genannt wurde, wird xin lebhaftes Dankbarkeit-gcfühl nachgerühmt, und es weiden einige hübsche Züge einer Bethätigung desselben in kroatischen Blättern erzählt. Ist doch Omer Pascha ein Kroate und hieß ursprünglich Michael (Miso) Lutas. Sein Vater war Vcrwaltungsoberlieutcnant in einem Grenzrcgimente, und . Miso selbst war Regimentskadctt im , Oguliner Grenzregiment. Er ' hatte die mathematische Militärschule in Gospic durchgemacht, wo Qberlieutenant Graf sein Lehrer war und ihn wegen seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten und guten Eharaktercigenschaften sehr lieb gewann. Später war Miso Kanzlist beim Auditor seines Regiments, wurde jedoch auf Grund eines unbestimmten Verdachtes wiederholt beim Avancement übergangen. Als er sein Fortkommen in der österreichischen Armee auf diese Art behindert sah, beschloß er. z'l desertiren. Er trat mit einem türkischen Kaufmann aus Banialnka in Verbindung, mit dessen Hilfe er die Grenze überschritt und nach Sarajewo und endlich nach Kon stantinopel gelangte. Im Hause eines Paschas polnischer.Abstammung in Kon stantinopel fand Miso als Jnstructor Aufnahme. Tort verliebte sich der feurige junge Mann in das reizende Mündel des Paschas' die reichbegüterte Tochter eines im Aufstande gctödteten Janitscharen-Agas, und fand Gegenliebe. Die Liebesleute wurden mit Einwilligung des Paschas ein Paar. Nun vertauschte der junge Ehemann seine bisherige Stelle mit der Jnstruc torstelle beim türkischen Thronfolger Abdul Aziz und trat bald hernach mit Eapitänsrang in die. türkische Armee. Mehrere Jahre, und die Welt kannte

den ruhmgekrönten Seraskier Omer Pascha. Aber nie vergaß der Feldherr seiner einstigen Lehrer und Mitschüler in der -fernen- Heimath. Als Omer Pascha auf einer seiner Reisen erfuhr, sein ehemaliger Lehrer Graf lebe in Gospic als Major im Ruhestande, sandteer ihm sein Porträt und ein längeres Schreiben. Ich bin gegen wärtig Generalissimus aller in der euro paischen Türkei stehenden Truppen" heißt es darin u. A. und begebe mich dieser Tage mit einem Theil der selben nach der Crimee mit derHoffnung, daß der Siegesgott auch dort mit semer Hilfe mir beistehen wird, wie immer Sie werden mir vergeben, wenn ich zu Ihnen wie ein dankschuldigcr Schüler zu seinem Lehrer spreche Mein innigster Wunsch war, Ihnen als Beweis meines Dankes ein kleines An? denken zu schicken, aber da ich selbst auf der Reise mich befinde, wurde mir dieses unmöglich, und ich nehme mir daher die Freiheit, Ihnen 200 Tucaten in Gold zu schicken. " Das Porträt und der Brief wurden dieser Tage von den Erben des Majors Graf dem kroatischen Nationalmuseum übergeben. In der Kadettenschulc zu Gospic hatte Omer einen Freund Lujo Kckic, dem er sehr zugethan war. Als er desertirte nahm er von diesem zwei Hemden und zwei Unterhosen mit und schrieb dies Kekic in einem Briefe aus Banjaluka, damit nicht ein Unschuldiger verdächtigt werde. Darüber waren Jahre vergangen und der bereits sieg- und ruhmgekrönte Heerführer war zur Bezwingung der Ernagora (Montenegro) ausgezogen. Die Haltung Oesterreichs der Türkei gegenüber war damals nichts weniger als wohlwollend, und an der österreichisch-montenegrinischen ' Grenze stand unter dem Befehle des Generals Rodic eine Brigade zur Beobachtung. Da brachte Omer Pascha in Erfahrung, daß sich unter den österreichischen Truppcn ein Lieutenant Kekic befinde, und er wandte sich durch einen Courier an General Rodic mit der Bitte, den Licutenant auf einige Tage zu ihm zu senden. Das war leichter gesagt als gcthan. Rodic ersuchte schriftlich den Statthalter von Talmatien, F.-Z.-M. Mamula. um Anweisung für diesen Fall. Auch der Statthalter fand denselben bedenklich und berichtete an das Kricgsministerium in Wien. Das Ministerium entschied nun, daß der Lieutenant unter Beobachtung der gebotenen Vorsicht", den Besuch abstatten dürfe. Und so begab sich denn Lujo Kekic er hieß wie sein Vater Lujo in das Hauptquartie des Seraskiers nach Rodgorica. Bist Du ein Sohn meines Pobratim Lujo?fragte ihn Omer Pascha auf kroatisch. Zu Befehl, Excellenz! Der bin ich." Siehst ihm ähnlich. Aber Tu hast noch einen Bruder?" Ich hatte einen, aber er ist gestorben. v!un habe ich nur noch zwei Schwestern." Gut also," meinte der Scraskier, heute bist Tu mein Gast." Und der mächtige Pascha setzte sich mit dem jungen Licutenant an einen Tisch, den alsbald ein reiches Mahl bedeckte. Tcr Pascha er kündigte sich angelegentlich nach den Schicksalen seines Freundes Lujo, der inzwischen als Major zu den himmlischen Hecrschaaren eingerückt war. Er erzählte dem Sohne seines Freundes, welches tiefe Bedürfniß er empfände, sich seine: Lieben und seiner Jugcnzcit zu erinnern, und brachte alsbald die Sprache auf die zwei Hemden und auf die zwei Unterhosen, die er bei der Flucht aus Gosspic aus dem nicht eben reichlichen Wäschcvorrath Kelic' an sich gcnommen hatte. Ich nahm es, weil ich nur ein 'Hemd hatte, und wcil ich wußte, daß mein Freund Lujo mir es auch freiwillig gegeben hätte. Aber beute will ich Tir's befahlen. Ta hast Vu dreitausend Tucaten, je tausend für Dich und Tcine zwei Schwestern. Und als Treingabe erhielt der Sohn des Freundes auch noch den schönsten arabischen Hengst aus dem Marstalle des Paschas. Lujo Kekic lebt heute als pensicnirter Hauptmann irgendwo in Kroatien. Die geprellte Wtrtytn.

Der vor Kurzem verstorbene französische Dichter Verlaine kam einst auf ftiner Fußreise durch ein südfranzösisches Torf, dessen einzige Schünkwirthin ebenso wegen ihrer Bornirtheit bekannt war, wie durch ihre Habsucht und ihren Geiz. Verlaine hatte etwa zehn Marschstunden hinter sich, cr hungerte und durstete, aber Geld hatte der Tichter nicht. Vor der Torfschänke angelangt, überlegte er, ob cr der geizigen Wirthin etwas abbetteln sollte oder . . . da fiel ihm ein großartiger Gedanke ein. Wenn er ihn ausführen konnte, war er gerettet, daß heißt: gestärkt und g?labt und mit frischen Kräften zum Wciterwandern versehen. Verlaine trat ein und wandte sich schcn an die Wirthin: Könntet Ihr mir wohl ungefähr sagen, was ein Tiamant fcoV der Größe einer Haselnuß tvrrth ist?" Tie Wirthin stutzte und maß den halbverhungerten Tichter von oben bis unten. Ihre Habsucht war geweckt. Tcr Bursche mußte gewiß einen Tiamantcn gefunden ode? gestohlen haben, sie wollte ihn also auf jcdm Fall bekommen. Sofort lud sie ibncin, Platz zunehmen. Verlaine weigerte sich und gab vor, schon gegessen zu haben. Mit' Schmcichclcicn und Zureden gelang es ihr, den Dichter zu Speise und Trank zu zwingen. Verlaine aß eben wie ein Ausgehungerter. Als er fertig war, begann die Wirthin wieder zu bohren, was es denn eigentlich mit dem Tiamant sei, den er abgeschätzt haben woll te. Wo er ihn denn habe. Ruhig erwiderte Verlaine: Ich habe keinen, aber in Marseille habe ich heute früh einen im Schaufenster gesehen, und die Neugicrde quälte mich, seinen ungefäh ren Werth zu erfahren." Die Wirthin schäumte vor Wuth, sie hatte sich in ihrer eigenen Schlinge gefangen, denn sie hatte Verlaine vor Zeugen zum Essen gezwungen.

, Im Dienste der Wissenschaft. Die zoologische Station zu Neapel, eine der größten Zierden der deutschen Wissenschaft, hat jüngst ihr LojährigeS Jubiläum gefeiert. .Die Station ist das Lebenswerk eines deutschen Privatgelehrten, des aus Stettin- stam men Dr. Aliton Dohrn. Dr. Dohrn erhielt im Jahre 1870 von der Stadt Neapel die Erlaubniß, in dem am Meer liegenden städtischen Park eine zoologische Station zu erbauen und errichtete sie zunächst ganz aus eigenen Mitteln: die Eröffnung fand im Jahre 1872 statt. Die Station besteht außer aus Aquarien, dessen lebender Inhalt immer wieder durch die Liefe rungen der im Dienst des Institutes stehenden Fischer ergänzt wird, aus einer Anzahl Räumen, in denen sich die Arbeitsplätze der wissenschaftlichen Forscher befinden, die für ihre Zwecke auf das Praktischste eingerichtet sind. Außer diesen Zimmern stehen ihnen ein physiologisches und ein physiologisch-

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Die Station. chemisches Laboratorium und eine sehr reichhaltige fachwissenschaftlicheBibliothek zur Verfügung. Die zoologische Station erhält jetzt 40.000 Mark vom deutschen Reiche. Außerdem haben sich viele der deutschen Staaten durch die jährliche Zahlung von 2000 Mark das Recht erworben, immer einen Gelehrten auf der Station arbeiten lassen zu dürfen. In ähnlicher Weise haben sich Belgien, Holland, Bulgarien, die Vereinigten Staaten von Amerika, England, Oesterreich-Ungarn. Ruß lad, Rumänien, die Schweiz, Arbeitsplätze auf der Station gesichert, sodaß der Besuch derselben einen ganz internationalen Charakter trägt. Alle diese Gelehrten arbeiten aber unter der Leitung von Geheimrath Dohrn und erhalten die lebhafteste Anregung durch ihn. ' Während der letzten Jahre waren ihrer alljährlich 3000. Diezoologische Station hat nach der Aus-' sage der Naturforscher naturwissen-, schaftlich von Anfang an Bewunde--rungswürdigös geleistet. Dafür zeu--gen außer den von ihr selbst herausgegebenen Veröffentlichungen zahlreiche: Werke der einzelnen Gelehrten. Ebenso gut. A. : Unsere Freundin Schulze ist vor Gericht freigesprochen worden trotzdem sie keine Glocke an ihrem Rade gehabthat." B. : Warum ist denn mit ihr eine Ausnahme gemacht worden?" A.: Der Richter meinte, ihr. neues Radfahrcostüm wäre schreiend genug.- . Zukunfts-Circus. Vorschlag. Junger Arzt: ...Ja, Fräulein, mit meiner Praxis ist's immer noch nichts; ich glaube, es ist überhaupt. Niemand krank!" Dame: Verloben Sie sich mit mir,, dann werden meine sämmtlichen Freundinnen vor Aerger krank!" M i b st a n d. Gauner (erwischt): Ich sag's ja! Wenn man keine Polizei brauchen kann, is se da!" In Gedanken. Hebamme (meldend): Herr Professor, ein kleiner Junge ist da.- Professor: Lasse Sie ihn einireten

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