Indiana Tribüne, Volume 20, Number 273, Indianapolis, Marion County, 20 June 1897 — Page 3

Arme Thon! Jerlin-r Roman von Vudsrxy Strah. ; ' - ;

Wurde er sich nun todtschießen ode, Nicht? Heute Abend stand er wohl vor der mjcyeldunz . . . oder morgen . . oder übermorgen! Gknau konnte man ja nicht wissen, wann aus Berlin, in semer dort beschlossenen Fassung, das ehrengerichtliche Urtheil zurückkam, das hier in der kleinen Husarengarni son die Regimentskameraden über ihn gefällt. Er kannte dies Urtheil ja nicht. Wer er mußte sich saaen: Wäre ich. statt als Angeklagter, als Nichter ernst und schärpernimgürtet in der Neihe der Genossen gesehen, ich hätte Schul'oig der Verletzung der Standesehre" zu Protokoll gegeben! Gt'.nz natürlich schuldig der Verletzung der Standesehre! Wer Ehrenscheine versallen läßt . . . nicht einen, sondern mehrere ... ein halbes DuKend wohl im Lauf der beiden letzten Jahre . . . wer sich mit Haut und Haar den Wucherern überliefert in monatelangem, jahrelangem Verzwerslungs kämpf den einen Halsabschneider mit Hilfe des andern prellt, den Gauner rechts geaen den Gauner links ausspielt, bis sich endlich die ganze Meute auf ihn stürzt . . . nun natürlich kann ein solcher Mensch nicht länger denAttila tragen! Es war schwer, zu 'hoffen, daß man in Berlin nderer Ansicht sein würde. Verflucht!- Georg Texto? warf die abgebrannte Zigarette .weg und schritt wieder rastlos, in leisem Sp.? renklirren, durch das üppige Garongemach. Um isn brauten die bläulichen Wolken des bessarabischen Tabaks, dessen Zigarettcnstummel weithin den Smyrnateppich bedeckten. Die Wolken stiegen und sanken, sie spannen sich um die Rehgewichte, die Waffen und Sportdilder an ,den Wänden und bildeten einen durchsichtigen 'Dunstkreis um den gelblichen Lichtkegel der Lampe, die auf btm Schreibtisch stand. Werd' ich mich nun todtschießen .ober nicht?" Der stille Sommerabend draußen -gab ihm keine Antwort. Er steckte sich eine neue Papyros an, trat vor den Spiegel und schaute gespannt hinein. Merkwürdig ... er sah aus wie immer! Eigentlich müßte doch in den Lügen eines Menschen, der eben mit dem Leben abrechnet, etwas feierliches .zu finden sein . . . Keine Spur! Dasselbe bartlose vervegene Galgenvogelgesicht wie sonst! Kein Mensch hatte geglaubt, daß es einem preußischen Offizier gehörte! Allenfalls in einigen herben, hochmüthiaen Linien um Mund und Nase .zeigte sich etnias von jenem märkischen Typus, zu dessen Uradel er 'mütterli.cherseits geborte. Aber sonst sah er am ersten einem 'englischen Sportsman ähnlich, mit seiner mittelgroßen, sehnigen Gestalt, dem kleinen Bartstreifen an den hageren 'Wangen, und der gesuchten Lässigkeit .der Bowegungen. In Deutschland findet man solche Erscheinungen selten am ehesten noch in Hamburg, dem Sitz seines väterlichen Hauses, der großen Rhederfirma Tertor & Comv. Dort spiegelt sich -ver kühle, zähe Wagemuth des Seefahrers und Spekulanten, die blasierte Ruhe des Menschen, der sich fortwährend in der Hand des Zufalls weiß, und die List des Kämpfers, der rastlos 'diesem Zufall die günstigste Seite abzugewinnen sucht, -dort spiegÄt sich das alles in Zungen und alten Rassengesichtern so aut wieder wie auf dem Turf, zu dessen Größen er, Georg Textor. bis vor wenigen Wochen, gehört. Seit zwei fahren war die große Firma in Hamburg liquidiert, der alte Herr selbst todt. Run sollte er, der einzige Sohn, auch Abschied nehmen vom bunten Treiben des Rennplatzes, auf dem so oft ihm die Menge zuzejauchzt, von dieser ganzen üppigen Welt, die ihn lachend und schmeichelnd wie ein schönes Weib umfing? Seine sechsundzwanzig Jahre sumpften sich 'dagegen auf. Oft war er in der Nennsaison zwei-, dreimal an einem Rachmittag in den Sattel gestiegen und hatte den Tod 'herausgefoidert, wenn er in fliegender Pace das Feld über Hecken und Gräben dahinriß und unter dem Donner der Massen in wüthendem Endkampf sei-, nen Gaul aus der Schaar der anderen heraus peitschte. Aber das war 'doch etwas anderes, diese Möglichkeit eines schweren Sturzes als so . . . sich selbst ... Der Sergeant, der sich neulich oben auf dem H'asernenboden aus Liebesgram erschössen, kam ihm nicht aus dem Sinn. Wie der Kerl aussah . . . Der ganze ilopf entzwei. Blutspritzer weit über ton Boden hin, das Gehirn rings an 'den Wänden . . . Verflucht!" Georg Textor sah nachdenZlich in den Spiegel. Da klopfte es. Leutnant von Heerioalvt trat ein. Sein .bester Freun'd im Negiment. Ein magerer, hochmüthiger Gras mit wenig Geld und zahllosen Ahnen, ein eiwas steifer, aber grundan ständiger un gutmüthiger Kerl. Also Du bist zurück. Georg? sag!e er und sebte sich. Der kleine Sportsman nickte. Wo sollt' ick denn scklikklick bleiben? Zu Verwandten gehen? Mein Hamburger Onkeln und Vetttrnv Mit denen bin ich seit zwei Jahren fertig . . . seit sie sich beim Bankerott meines Qaters so erbärmlick benommen baben. Sie hätten ihm helfen können . . . und sie thaten's nicht! nur vertuschen . . . lles vertuschen . ,'. Das wollten sie i . . rm 'ff , ITX . uno laa:en it aucy serlig . . . Derflucktei. Geldiacke! . . . AlleS ZQon

und gut.: dealte Herr 'ist nun wirk-

lich nach allgemeiner Meinung eines

natürlichen Todes gestorben. Uno un ser Haus hat nickt falliert . . . pfui, wie häßlich für die Verwandten! nein ... es hat ja glücklich liquidiert . . . und dak dabei nicht ein rother Dreier herauskam, das geht ja nur mich an . ; den sogenannten Erben!" Verfluchte Chose!- sagte der Graf. Georg ging im Zimmer auf und nieder nind rauchte. Na . . . siehst Du, Roger ... da sieht man nun eines Morgens so da, wie ich vor zwei Jahren . . . und fragt sich: was nun alter Junge? ... den Abschiod nehmen . . . natürlich . . , ich wollt' es ja auch . . . aber ich war hie? der große Kerl im Regiment . . .' Der erste Rennreiter . . . galt immer noch für 'nen Reichmeier . . . denn au-ßer-Dir urtd Hanitz wußt' es ja Keiner, wie es eigentlich mit mir stank . . und dadacht' ich mir: am Ende geht's auch so! Du hast Dein bißchen Gehalt. Du haft Deinen Stall voll Gäule, mit denen Du eine Masse Geld gewinnen kannst ... Du hast das Jeu, in dem man nur Glück zu haben braucht, um den großen Schlag zu machen ... Du hast Deine Freunde, die Dir im Rothfall borgen . . . und schließlich machst Du 'ne anständige Partie . . . kriegst im Laufe der Jahre Deine Schwadron und alles wird gut!" Der andere Hufai schüttelte tiefsinnig .den K?pf. Weißt Du, Kerlchen!" sagte er . . . das war doch von vorn herein eine recht unsichere Existenz!" Ach, wirklich?" Georg legte ihm die Hand auf die Schulter und ein spöttisches Lächeln kräuselte seine Lippen wirklich? . . merkst Du das jetzt auch? . . . Denk' mal: das ist mir schon früher ausgefallen! . . . Weiß der Teufel, wie mir sofort alles quer ging . . . Meine Gäule lahmten, beim Jeu war ich der sichere Mann, meine Freunde hatten nie Geld, wenn ich welches brauchte'. . . und mit dem Heirathen ... ja ... ich fand keine! Zu Dutzenden laufen ja die Millionen Erbinnen nun 'mal nicht in diesem KrähWinkel umher . . . und 'draußen . . '. auf den Rennplätzen und in Berlin . . . Gott ... ich hätt' ja tonnen . . aber weißt Du . . . ohne Liebe . . . nein! Mich direkt verkaufen . . . das ist ja einfach unanständig!" Der semmelblonde Graf seufzte auf . . . .Iktzt kommen bei Dir kleinem Mephisto die Grundsätze heraus, wo es zu spät ist!" Ra ja!" Georg warf sich ihm gegenüber in den Sessel ... ich fing an, Schulden zu machen . . . erst einfache . . . dann, wie dle Halunken schwierig wurden. Ehrenschulden . . . weil ich nicht anders konnte . . . Zum Abschiednehmen war eS nun auch zu spät . . . und dann auch: wohin .denn? Mit den Hambirraer Verwandten, wie gesagt, lst s aus! Denen bab ich nach dem Begräbniß meine Meinung gesagt, mit Worten, die die verwünschten Pfeffersacke mir nie vergessen. Und Äle Verwandten meiner seligen Mutter? Ach, Roger. mein gutes GrcüflelN ... Du weißt's am besten, wieviel bei Euch Männerchen auf ow und itz an Kleingeld zu holen ist. Ihr seid bessere Kerle als so ein aottverlanene? Hamburger Lebemann wie ich! Ihr setzt Euch vor Euren Stammbaum, verzehrt eine Butterstulle und bildet Euch ein, Ihr diniertet bei Vfordte cder Hiller . . Der Husar machte eine abwehrende Bewegung: Jetzt ist doch nicht die Zeit für faule Witze!" Oh ... ich werde einen Witz machen!" Das hagere Gesicht des Turfmannes nahm plötzlich drti Ausdruck unheimlichen Grimmes an ... . Ich versteh' mich zu rächen, wenn es sein muß! Ich denunziere die ganzeSckwefelbande. die mich ausgeplündert hat, dem Staatsanwalt! Sie müssen in's Gefängniß! Thatbestand des Wuchers: Nothlage. Leichtsinn oder VLntx fahrcnheit! Unerfahren bin ich ja nun nicht ..." Rein!" klagte der Graf . . . Du bist ein höllisch Heller Kopf! Ma? könnt' sich manchmal beinahe vor Dir sürchten." Aber 'ne leichtsinnige Fliege bin ich!" Ein kindlich lieben-würdiges Lächeln spielte schon wioder um Georgs Lippen ....... na .. und dic Roth läge versteht sich von selbst . . ." ' Es klirrte auf der Trepve. Der Leutnant von Hanitz kam herein. 'n Abend. Teztor!" 'n Abend. Hähnchen!" Der Besucher zog ein Blatt Papier heraus: Ich wollt' Dir nur gleich, da Du wieder hier bist, sagen, wie ich Deine Affairen geordnet hab'! . . Also an Schulden hast Du bei Rob recht in Berlin noch 417 Mark, hier bei kleinen Leuten im Ganzen 1512 . . . dann an das Königliche Proviantamt für Ertra-Pferderationen im letzten Quartal 680 . . ., dann . . ." Na . . . wie viel macht's im an M?" Ziemlich genau 3000 Mark!" , jSäßnl" sagte Georg Textor gleichrnutrnq . . . Mt kleinen Leute Mus sen au ihrem Gelde kommen. Eher kann ich mich nicht mit gutem Gewissen todtschießen!" Der Andere stufte einen Augen blick. Dann suhr er mit unsicherer Stimme fort: Run hab' ich also Laring telegra phirt, der als Rittmeister zu uns versetzt ist. Er ist bereit. Deine ganze Wohnungseinrichtung und die Wohnuna selbst Mit der Miethe zu über nehmen und dafür all' diese kleinen Kosten zu bezahlen.Und mein Trainer?" fragte Georg . . . wenn er nicht inzwischen durch ein alückliües Spiel des Zufalls ae hängt sein sollte, macht er jedenfalls enorme Schaoenersatz-Anspruche gel tend. Mein Stallbursche auch!" ' Ich habe Deine -drei letzten Pferde verkauft . . ." erwiderte Harnid be-

dächtlg . . . die Fuchsstute an den sGiia "t: v:. tv " :

viui3juujiLjcii . . . uic jjunua uiana nach Berlin an . . Ra . . . und?" ' ' R. Und das ging gerade so glatt auf. Es ist alles geregelt!" Und ich hab' noch sechshundert Mark in der Tasche," sagte der kleine Sportsman nach einer Pause . . . vielleicht irr' ich mich, aber ich glaube: Rothschild hat mehr! Kinders . . . Kinders ... Ihr springt nett mit mir um . . . schon der alte Schiller sagt? das Opfer liegt, die Raben steigen nieder!" Die beiden anderen Husaren antwerteten nicht. Ja," hub Georg nach eine Weile wieder an . . . Abgethan bin ich und mein irdisches Bermächtnik aeregelt. Jetzt fragt es sich nur: Einfache Abschiedsbowilligung oder schlichter Ab-schied?-Leutnant a. D." oder früherer Leutnant?" Im ersten Fall kann ich zum Armeerevolver 2192 greisen . . . im zweiten muß ich dies schätzbare Instrument aus seiner Lederhülse befreien. Sonst verliere ich den Rest Eurer Achdung . . ." Gott . . . Mancher geht ja auch nach Amerika!" brummte der Graf. Die Thränen standen in seinm' gutmüthigen. blauen Augen. Räch Amerika!" Geora stiek verLchtlich seinen Stuhl zurück . . . nein . . . Roger ... das Beste am Menschen l t. oan er b wa cd 6 n Land. wo ich nicht täglich mein laues Seifenbad haben kann, das existirt nicht für mich! Und ick alaube. als Kellner in New York oder als Heizer aus .einem Mlsilssüppk-Steamer würd' ich mir das schwer beschaffen können . . ." . . Amerika ... ein Kerl wie ick . . . Ein? der elegantesten Hunde, die je oen Rennplatz unstcher machten . . . lächerlich!" . . . Georg setzte sich wieder und alle Drei schwiegen. Da war ja der Bursche! Die Sporen klirrten, wie er strammstehend, die Hacken zuisammen schlug. Herr Premierleutnant Kohler lakt fragen, ob er den Herrn Leutnant sprechen kann!" Der Regiments - Adjutant! Die jungen Männer fuhren auf. Sie wußten: den leidenschaftslosen. kühlen Streber. der da draußen im Hausflur wartete, den trieb nicht die Freundschaft her. Er brachte eine dienstliche Nachricht. Ich lasse bitten!" Georq Tertors sonst so scharfe Stimme klang merkwürdig belegt. Premlerleutnant Kohler trat mit schweigendem Gruße ein. Hanitz und Heerwaldt wollten sich entfernen. Bleibt nur da!" Der kleine Sports man schüttelte trübe den hageren Kopf in dem die grauen Auqen unruhig funketten . . . ob Jhr's einen Tag früher oder später hört . . ." Das Gencht des Adjutanten war finster. Ich wußte nicht, daß Sie hier sind," sprach er zu Teztor, eintönig die Worte wageiro, . . das Schreiben des Regiments ging heute Mittag an Ihre bisherige Adresse. Um Sie nicht unnothlg in Ungewißheit zu lassen, schickt mich der Oberst hierher . . . . . nun . . . und . . . Sie haben den schlichten Abschied erhalten!" m w w Der Adjutant war gegangen, kalt und förmlich, wie er kam. Georg hatte sich schon wieder eine Zigarette angezündet und hielt sie lange . t . -3 r . , pruseno gegen oas ampenilcyr . . . er wußte selbst nicht, warum . . . Die Freunde schwiegen. Auch draußen war es todtenstill. Armer Kerl . . ". sagte Hanitz endlich leise, wie am Lager eines Schwerkranken . . . armer Kerl . . ." Der blonde Graf nickte ihm Beifall. Das ist seh? hart . . sprach er schwerathmend ....... schau. Jung chen ... Du bist ja ein böser Spötter und hast öwig Drine Witze über die Vorgesetzten und den Dienst und uns . . .ja namentlich über mich gemacht . . . aber ein ganzer Kerl warst Du doch . . . ein ganzer Kerl . . . schneidig im Dienst . . . ein flotter Kamerad . . . und ein Reiter ... na . . wir werden sobald keinen solchen wieder haben . Der Herrenreiter spran" auf und dchnte den schmächtigen, katzenzähen Leib. Du thust gerade, als ob ich schon todt wäre!". stieß er hervor. ' . . . natürlich schießt Du Dich todt . . ." konnte er in den ernst auf ihn gerichteten Freundesblicken lefen . . . . . . da Du nicht nach Amerika gehst! Du willst doch nicht etwa hier in Deutschland als ein Ehrloser weiter leben, als ein Mensch, mit dem lern Gentleman mehr den Händedruck tauscht und die Klinae kreuzt?" Wißt Ihr, Kinder!" sagte er stehenbleibend und ein heisers Lachen kam aus seinem Munde ... . . . das ist ja verskucht schnell gesagt: ira schieß' Dich gefälligst todt! Ihr sitzt behaglich da und wißt Nicht, was sich da in einem dagegen aufbäumt . . . wenigstens in einem so spannkrästigen , lebenslustigen und mit allen Hunden gehedten Menschen wie ick! Bin ich krank? Rein! Bin ich hossnungslos verliebt? Rein. Denn Ihr wikt: ich nehm' d': Weiber, wo ich sie finde nur ernst nehm' ich sie nicht! Bin ich sonst so unglücklich. dak mir nichts mehr am Dasein liegt? Rein. Und doch soll lw mich und mtt nen nicht ganz unbedeutenden Berstend und meinen noch weniger unoeoeuten den Willen mit einem Knall zerstören? Warum? Weil in einem Ackerstädtchen einige zwanzig Zerren rn buntver schnürten Röcken leben, die das für un umgänglich nothwendig erachten! Ja Hort 'mal. Leute . . . mehr, wie mich aus Eurer Mitte ausschließen, könnt Ihr doch nicht thun. Was ich dann treibe, sollte Euch doch eigentlich gleich giltig sein!" - ' Die beiden Leutenants tauschten e! nen Blick.

"Du kannst Nicht erwarten. Georg.

sagte dann der Graf mit fester Stimme, daß wir oder sonstwer im Regiment Olch'zu' irgend e.ncm Entschlüsse trnvt oder davon abhält. Da$ mußt Du Alles mit Dir selbst abmachen . . . mit Dir allein!" Aber wirst Du mir auf der Straße die Hand reichen und mit mir gehen, wenn wir uns etwa in acht Tagen hier auf dem Marktplatz treffen?" Rein. Georg ... das kann ich nicht und kein Anderer!" Siehst Du!" sagte der Sportsman achselzuckend und ein bösartiges Lächeln huschte 'über sein blasses, bartloses Gesicht. . . . Das ist ja eben der moralische Zwang, den Ihr ausübt, um mich zum Selbstmord zu Zwingen. Euren Freund und Mitmenschen. Ihr müßt als Offiziere doch fromme Ehristen sein! Da solltet Ihr doch wissen, daß es heißt: Liebe Deinen Mchsten! . . . und nicht: Drücke Deinem Nächsten gefälligst den Revolver in die Hand!" Wenn Dein Gewissen das nicht thut." Hanitz sprach lebhafter als sonst . . . wir Offiziere thun es gewiß nicht. Wie haben kein Recht und keine Berpslichtung mehr für Dich!" Und der Graf setzte trübsinnig hinzu: Ach, Junqchen . . . was hilft das Gerede? Davon wird's nicht besser!" Melden Sie mich nur!" knarrte draußen eine Greisenstimme ... ich muß den Herrn Leutnant sprechen!" Georg stand auf. Er sclh kanipflufliz aus. Hans Joachim, mein theure? Onkel!" sagte er jetzt, könnt, ihr was erleben!" Der Generalmajor z. D. HanZ Joachim von Arenstorff erfchien cmf der Schwelle, eine hohe, hagere Greisenzestatt, das schlichte Schwarz seiner Kledung allein von dem Bande de& eiser nen Kreuzes durchbrochen. Er. trat langsam näher, mit flüchtigem Kovfnicken die Verbeugung der beiden' jungen Offiziere erwidernd. Ihr bleibt! saate Georg zu' denen und dann zum Onkel gewandt willst Du Platz nehmen!" Der General blieb stehen. Sein verwittertcs G:sicht mit dem eisgrauen Schnurrbart zuckte nicht. Er war einsb als Oberst der Schrecken des Regiments gewesen und, w:e man glaubte, mehr seiner erbarmungslosen Strenge aS der mangelnden Zsähiakeit wegen der Armee-Verjüngung zum Opfer gefallen. Seitdem lebte er, ein vergrämter.' Junggeselle auf seinem Gütchen in der: Rachdarschaft. ichoß bei Tage Enten und spielte des Abends mit dem Dorf--Pfarrer seine Partie Piquet. Er hüstelte und nchtete sich straftauf. In der Lage, in der Du Dich befindest," begann er langsam. wird es für Dich vielleicht von Werth: sem. dre Ansicht Deiner Verwandten zu hören . . .-. ich meine, der Verwandtcn Deiner seliaen Mutter. Mit den anderen haben wir nichts zu thun. Es' war ein Zufall, daß Dein Vater auf einer Rheinreise in Eoblenz meine Schwester kennen lernte, und sie ein Paar wurden. Un'd kein guter Zufall, denn der Mettsch soll bei seines Gleichen kleiden . . . der Adel beim Adel der Kaufmann beim Kaufmann die Rassenmischung taugt nichts!" üerzuhunss, On.kel!" sagte Georg kühl . . . diese etwas fernliegenden Dinge . . ." Sie liegen Dir nahe, denn Du bist eben solch ein Mischling. Wie Du da stehst siehst Du einem Englander. der sich z'i ffastnacht in eine preußische Husarenjacke gesteckt hat, ähnlicher als einem wirklichen Offizier ... Ich weiß, ivas Du sagen willst ... Du verstehst Deinen Dienst so gut, wie jeder Andere? ... Oh ja . . . aber aus die Gesinnung kommt es an . . ." Und auf das Kleingeld! Mein Unglück war daß die Cholera in Hambürg auftauchte! Was kann ich dasur, daß dort so ein Schmutz war und' in den Wasserkasten der Tang hing und die Aale plätscherten . . . Was kann lch dafür, daß es in den Zzleets wie im. Schweinestall aussah . . . Aber die: Cholera war nun einmal da . . . mit: ihr die große Handclskrise und mit derHandelsknse unser Bankerott . . : Was hilft mir alle Gesinnung gegen solch einen niederträchtigen Bazillus? Der General wiegte finster das graue Haupt: .Das Unglück war eine Prüfung für Dich. Du hast sie nicht bestanden, und bist der Versuchung erlegen. Eben: höre ich, daß das Urtheil aus Berlin, eingetroffen ist . . ." Ja." Der schmächtige Husar sah ihm mit spöttischem Trotze in's Gesicht. Ich hab' den schlichten Abschied . . . Der Alte zuckte, wie von einem Schmerz berührt, zusammen. Der Oberst sagt' es mir . . ." murmelte er und sah zur Seite . . . Und nuu . . was wird nun?" Georg suchte nach der Zigarettendose. Meinst Du nicht. Onkel . . sprach er beiÄusia . . . daß das zunächst meine eigene Angelegenheit ist?" Die lange schwarze Gestalt vor ihm reckte sich noch mehr in d!e Höhe. Ein dunkler Arm fuhr in die Tasche des langschößigen Rockes, er kam miede; zum Vorschein, durchschnitt die Lust und legte ein Etwas in schwerem Schlage neben der Lampe auf den Tisch nieder. Ein Nevo?ve? blinkte fca in dem gelblichen Schein. Reglos unld tückisch laa die Waffe da. Aus sechs schwarzen, kleinen Schlünden stierte der Tod auf sein Opfer, gewärtia. bei leisem Fingettvink eilfertig herauszuspringen. wie der Kellner auf den Ruf des Gastes. Damit soll ich mich wohl todt schießen?" sagte Georg und setzte sich. Em bösartig-verwegenes Lächeln spielte um seine Mundwinkel. Der General sah starr ins Leere: Da hast Du meine Meinung!" Und meine Meinung ..." Der

Sportsman bog sich im Sessel vov und betonte flüsternd, zischend jedes Wcrt

. . . Meine Mnnmng' ist, daß nicht ich ein Verbrecher bin, sondern Die, die i.?.ch mit aller Energie, die sie in ihrem bißchen Hirne haben, zu einem wirklichen, thörichten Verbrechen aufstacheln. Der Selbstmord ist ein ganz thörichtes Verbrechen .'. . Er ist wider die Natur! Es ist ganz abgeschmackt, daß ein ganz gesunder, kräftiger Mensch wie'ich. sich Schädel und Hirn und Augen zerschmettern soll, weil er einem elenden Wucherer ein paar Tau send Mark schuldig ist. Die kann er ihm noch lange wiedergeben, wenn er erst einmal selbst ein reicher Mann geworden ist!" Und Dein? Ehre!" Ich hab' jcr keine m(il" sagte der gewesene Leutnant kaltblütig' . . . Ihr habt sie mir jcr abgeknopst und von Eurem Standpunkt aus g rnz Recht gehabt. Aber damä: find wir -doch auch geschieden und ich wäre schon d?mm, wenn ich mich jetzt noch un? das kümmern wollte, was Ihr von mir denkt. Jetzt bin ich mein eigener He und mir scheint 7 man kann auch ohne EureHochachtung essen und trinker, un'd schlafen! Und Geld verdienen auch! DaS ist nämlich für mich jetzt dringend' nothiwendig . . ." .Also Du willst DZtf nicht' rlchten? Mit bebenden Lippen siteß der General die Worte hervor. Rein, mein lieber Onkels tn' mephistophelisches Lächeln umspielte: den. Mund des kleinen Sportsman . Ganz ohrlich gesagt: et'- gefällt mir viel zu gut auf der Welt!' Es isttzu. amüsant hier. Ich will nicht weg!'" Man ist nicht auf der Wlt, um:ssch zu amüsieren!" O doch! Ihr glaubt das ttoß; nicht! Arbeit und Amüsement geho tm zusammen!" ' Arbeit!" Der General wandteM verächtlich zu? Thüre . . . Maurergoselle wirst Du drüben in Amerika:! Nein. Aber Millionär hier in Be?---En!" Georg sprach das ganz gelassen' aus . . . Noch heute Nacht 'fahre, ich. ms . Ich hab' aus keinen Menscher mehr Rücksicht zu nehmen." fuhr er" nach eine? Paus: fort,' in der der alte Haudegen ihn fassungslos ansah . . . I Und dls ist eine große Hilfe im Nampff um?s Dasein! Von dem vcrstchst Du zwa? nichts, mein lieber Onkel, weil Dein Diener Dir am Quartalsersten. pünktlich die Pension holt . . . aber: ich werd' ihn kennen lernen . . . unds . . . hal' mich der Teufel ..." Er. stand plötzlich auf und seine Augensprühten Hol' mich der Teufet ... . ich werd' siegen!" .Wenn ich einmal mit Viernd lang- sichre," er öffnete, ruhiger werdend, dem zmn Ausgang schreitenden.'. General die Thüre . . . dann wird.' Euch Manches ilar werden. WäS brummst Du. Onkel? Du meinst, .ich werde, im Zuchthaus enden? Wenn ich frivol' wäre, könnte ich sagen, es - ge nügt, das Zuchthaus zu streifen! Aber: lch werde auch das vermelden. Ich werde mich einfach an unseren alten Huzsarenspruch blten: Durch! durch!" Hiebe, rcchts. Hiebe links . . . immer weiter- drcrch's Gewühl, bis man beH Vorderste ist und freie Luft um. sich hat." Der ö:neral wandte sich noch ein mal un? Für mich bist Du todt!"1 . . .. sagte er leise und drohend unv stieg vuisichtig, von dem leuchtenden Burschen geleitet, die knarrende Holz? treppe: hinab. Geara sah auf die Uhr. Es ist Zeit, Kinder!" sagte er ..... Um 'Mitternacht geht der Zug. Ich muß. much eilen. Du, Hanitz. ordnest wohl noch, was zu machen ist. Ich schicke Dir meine Adresse von Berlin. Und. nun laßt's Euch gut gehen,. liebe. Leute tempelt Nicht zu viel.... heirnthe! lieber . . . zeugt Kinder?. . .. eine aan.re Swbe voll kleiner Heerttxrlte und Hanitze ... und schimpft mcyt zu sehr, wenn im Kasino die.Neoe. auf den seligen Tertor kommt! Äie Hujaren drückten ihm ichwei--gend zum letzten Mal die Hand. Dann klirrten ihre Säbel draußen über die: Treppe Georg Tertor war allein.. II. Fetzt erst erfaßte ihn. plötzlich unÄ übeöwültigenl). die Verzweiflung.. Er schiute im Zimmer umher,, wie in sich ?i überzeugen, daß ihn Weman'd belausche. Dann warf er sich sahlings auf den türkischen Divam ne ben ihm nieder. DaS Gesicht nach un ten blieb er da lautlos liegen. Nur der Körper zuckte wie im Krampfe und die Hände krallten sich von Zeit zu Zeit wüthend in dem schweren, golddurchwirkten Stoffe sest. Endlich richtete er sich wieder auf. Er war todtenbleich geworden. Thräntn standen in seinen Augen. In rathloser Wuth.' in dumpfem. Ldem Grim me stierte er vor sich hin. rii suche er Jemanden, an dem er sich für all' sein Leid und Unglück rächen körrnte. Einerlei wen! Jetzt haßte er .die ganze Menschheit. -Sie ttaittn sich ja Alle zusammen verschMren. ihn unglücklich zu machen: die Verwandten, die den Ruin des BaterZ Ulcht hinderten. die schmierigen plumpen Geldmänner, in deren Wucherhände er gerieth, die Kameraden, die ihn kaltblütig aus ihren Reihen stießen . . . fort mit Scha den! . ... hinaus in die Welt! . . . schau, wo Du unterkommst ... ja selbst die Nreunde. in deren stummen Blicken er so deutlich die Bitte las. ih. nen doch den kleinen Gefallen zu thu und sich todtzuschießen! Er lackte köbnisch aus. Bittere Weh muth löste sich aus seinem verzweifelten Troke aus. Nun war sie zerstört, die bunte Welt. 5kn TrUmmern tea Alles vo, ihm da. Und wie sckeidendeS Abendrolh glimmte darüber die Vergangenheit. Braune uttd blonde Köpfchen malen ihm aus dem Nebel vertlossener ayre. das sroy

lichs Summen des Rennplatzes schillg an sein Ohr, Hundegekla'.ff nd Hifthorrtklänge, die sehnsüchtig siegenden Walzer des Ballsaalö. ffreu-ndesstim mcn im Lärm des Kasinos und' im Geplauver auf einsamem Morgenritt . . . das alles erklang wie aus schwindender Weite und löste sich auf in ein graues Nichts ... Vorbei ... vorbei ... auf Nim merwredersehn! Und nun? Der Husar starö fröstelnd auf. Vor den Freuaden hatte er es leicht gefunden, mit roaghakstgen Zukunftsbildern pi spielen! . . . Aber jetzt .. . so allein . . . und draußen die stille, stille Nacht ... Das schlimmste wc?r eben? Er kannte fa das Leben nichts .m das ihn das Schicksal trieb! SeiN5 Klugheit sagte ihm das zu 'dntlich. Die Welt des Genusses, der rcrzschendM' Dafei'n5ürft, ja wohl . . . die war ihm mixszZ, und wie ein Abglcnz allec Freuten dceser Welt lag es noch setzt über" seines blassen, leichtsinnispr Zugrtt'.. Aber das Reich r,rArbeit? Mr dS muß man doch wohl. eindringen, enn. raan nichts mehr besitzt als ein dünneS'

Päckchen HundertmaÄscheinund' een ehrlosen Namen Dann ätte er freilich auch Mlch Araerlka gehen und Irambawlut scher unter spuckenden Nanks oder Kouplet fcwzer in einer Mustc-Hall wdrtf. tonnen! Nein, das ging nicht.: Aöer irr sollte er bleiben? Äusgöhen'.rus'de WeÜ der Ritter und der .Handelsherren: und dsy so unendlich fern vsn.'' all?, tenc. niederen Völk der 'Arbeitet', und Krämer ... Natürlich arbeitet ein ÄtrnünZflger Mensch nicht selbst!- dachte Georg Textor bei fcch . . . . . . Andere messen KaS fur einen thun! Das ist ja 'gerade der Witz, sie dazu zu bringe.' Mber wie! Berlin mußte daS doch'ichendtoie zir machen sein! Die Frage war nur, woman Berlin an der richtigen Stelle anpackte? Er kannte ja nur seine' gnnlzendc Außenseite, die Rennplätze, ein paar Weinstuben unter den Lindm, ein halbes Dutzend Possenbühnen, .TingelTangel und Balllokale. Hier hätte. Nirgenös Geld verdienen sehen es sei denn, daß. man am Totalisator? ein'mat. g&vam Da5 mußte also an auderen Otten geschehen. Er hat ' eins dumpfe- Vorstellung, daß man dnllelckt an. 'de? Börse operiren könne oder ein großes Geschäft in Häusergrundstücken machen, oder irgend eine Er findunA verwerthen.. oder sonst was. Aber wenn er sich auch Nie umdie Anarlegenheiteu seines Waters, des i?schlossenen alten Patriziers, gerum raert. hatte, so viel wußte er doch, .daß e&'M allen großen Spekulationen zum ersten Uefc: .Thu' Geld in Deinen BeuteU"' Hat man Geld, so müssen die Andern für einen arbeiten, ob sie wollin.oder nrch t. Und er hatte sechshundert Mörkl Oder mÄ anderen Worten nichtslD'ä mußte er 'wohl selbst für .fremde Men scb'en.ir schuften beginnen! Wenn ihm das Passirte?.... wenn er, der elegante Lebemann, tiefer unÄ)tir, ftr in der schmutzigen Welt der Lohn arLeit versank?.... Ihm schauderte. Aus dem Tisch lag der Revolver.Wr schwarzen Mündungen blinzelten ihm schläfrig zu. Wenn er es nun doch thäte? Ansiaüdiger war es ja! Aber da regte sich in ihm wieder der Trotz. Tod'tschießen kann man sich immer noch!" stigte er kaut, wie um einen quälenden Gedanken zu verscheuchen. (Fortsetzung folgt.) Die ckemiscke Reiniauina surbiger Stickereien läßt sich durch, das folgende, einfache und billige Verfahren sebr aut erseken: Man kocht :1 Pfund Weizenkleie mit reichlich Wassers mehrere Stunden. Die dann gewonnene Brühe wird durch ein Leinwand-. fäckchen geseiht, woraus man sie? vollkommen erkalten läßt. . Dann-wäscht maxi die Stickereien zweimal . in- der: Lanae durch, spult sie mehrmals m: klaremWasser und läßt se soweik trocknen, daß man sie, ohne sie anseuchtem zu müssen, auf der linken Seite plätten? kann. Das Starken der tifc lernt Wasser gewaschenen Sachen ist unnö-.-thig, da dieses ven Dmgen v nolyg Appretur gibt. Die so bchandeltur Sachen werden wie neu. Die überlebenÄen.V e rtbeidiaer der ffestuna Bisch im Elsaß, die im Krieg 1871 selbst nach dem Friedensschlüsse nicht capltuuren wollte, vereiniaten sich iünast zu einer: Er Znnerungsfeier in Paris. Der damalige Festungscommandant Oberst eyy.ier. der 76 Jahre zahlt, war von Äivp gekommen, um den Aor itz zu suyren hielt eine kurze Ansprache, wonw er ausführte, wie sehr damals die ganze Bevölkerung des Elsaß, den ausdeurrn den Widerstand der Besatzung von Bitsch mit allen Mitteln untustüjte. Trotz der Contrlöutronen ver premven Truppen fanden die Elsässer: immer noch Geld. LebenZmittel unv Kleidungsstücke für die in Bitsch eingeschlossenen Truvpen. General! Jouari kündigte der Versammlung an, daß die Geschichte der Vertheidigung von Bitsch von heute ab m das Siudienprogramm der Kricasschnle aufgenommen werde. mm Netter Verg.te.ich. Comvtomst (Sachse): vic baar reizende Ka ferchen, de zwee Techter von unserm Chef de wahren Feen! Buchhal ter (Pfälzer): 9to,, un erst der Sohn. der reenste Feenrrczl Sein? Auffassung. Hausfrau (zum Gas5. c?r li? flav.'', lasse umg.'wcrfci hat. so dak s drinahe aus'):iSchooß netten wäxn: .Das wäre noch le:m ünalüä! Gast: Sv.nmt: wi,' hätt? 5 der Cogn,Zem tonnen !"

Für die Küche. Falsche Schildkrötensuppe. Aus Fleischabfällen, Bratenknochen, Schinkenresten und dergleichen stellt man unter Zusatz von twas Fleischetratt und de?. n'öchlgeir Suppenkräutern eine kräftige Brühe dar, die man einige Stunden langsam: kochen läßt, dann"drch ein Sieb gießt und mit in Butter gebräuntem Mehl verdickt. Dann schneidet man Zunge, Haut und Fleisch eines recht weich gekochten Kslbskopfes in kleine Stücke, und legt ste, sowie kleine Stückchen von Geflügelfarm in die Suppe, welcher man kurz vor dem Anrichten ein Glas Sherry, etwas Cayennepfeffer und kleine gedämpfte Champignons beifugt und die man ?echt heiß fervrrt. Raschgebratene, roheKa rt o f f e l n. Man wäscht und schält die Kartoffeln sruber, schneidet sie ix dünne Scheibchess und laßt in eine? niederen Pfanne reichirch Butter heißwerden, wzrin man di'5 Kartoffeln legt und salzt.. Nun fibt irarn zwei Eßlöffel Wasser, noch besser Fleischbrühe,

daran und deckt fekvzu'. Unter sorgfaltigem Schütteln' mvfr zeitweisenr Nachgießen Jon wen Massigkeit werden sie schön' weich gedampft, was oft föm in fünf MinutM deFall sein tÄnir. Solatgemüse Dazu nimmt MAN' am besten Kopfsilät' isrd richtet denselben wie Wirsing' her,. ?ur wird ersterer schneller weich' im' Kochen. Nachdem er abgeseiht irrv gehackt ist, vermeng! man ihn miT eine? bellen Mehlschwitze, der etwas Zwiebel beigegebeir werden können, Uifr fMt mit FleiMbruhe auf, aber ja nichtig dünn darf' Lü Gemüse werden', da' rch vor Lem' Anrichten etwas s'urer Rahm öazu' kommt. Es ist einsehr- zartes Gemüse'und sorgfältig gelocht auch als Krankenkost: zu empfehlen. R'i'rL'ei b r a t e n, s cnixt. Am Asten nimmt man, um eirrvsästZgen, guten' Bratfcn herzustellen, ein' dickes Cchwcmzssüö! oder Oberschale;, und zwar mindestens 5 bis 6 Pfund.. Mair zhztweiK besser, die Ueberreste! bei' diesem gröffcnn Einkauf gleichiir-Rech-ming', zir. bringen, die, kairä verspeist odcrzu Ragouts, Hachis un'sö weiter verwendet, stets noch ein oder7Jw:ii Gerichti'gebem. Ein zu kleines Siüss gibt einen'dunnrn;.trsckenen und unschmackhafren'Brarelr. Das Fleisch wird geklopft miö heiyem Essig ubergvsseir und mit1 nr Scheiben geschnittenen Zwiebel- einigen- Lorbeerblättern,', etlichenNelken (LÄvurzkörnern unw so weiter belegt.. So läßt mair-es' drei bis vier Tage? mit emer Drahlglocke bedeck.an-eÄrenr kühlen Ort steheir rmd wendet' es- alle- Abend um. Am Tag der Zubereirumr trocknet maires' ab, spickt' es' nnr" irr Salz und Pfeffer umgewendetem Speck und legt eS irr eine Pfanne.' in reichlich heiße Btterr, Nun wird es-auf allen Seiten rasch, angebraten und sodann etwas kochendes) Wasser beigegosfen. Man legt mm eiue' B'rotrsnve und' etwas Möhren- dazu undgießt sietF etwas Wasser nach, onrer fleMgenr Beträufeln. SS-iff der Braten schön gar geworden, niar'ansgetrvckner untr saftig, und wird gegen Envr der Bratezeit mit gutem saurem Rahm überstnchen, um ihm einrschone braune- Kruste zu geben. MvSauce wird passtrt und auch mit etwasRahm odernnr Milch abgezogen, undschmeckt vortrefflich. Zu einem solcheir Braten gibt' man breite Nudeln, Spätzlen oder Kopfsalat mit neuen Kartoffeln-. J-U'N-cr eGrrrkenilla direkte. Mm schneidet die geschälten- Gurken der Lange nach durch, theilt jedrHälfte noch einmal, höhlt ste aus und'sullt sie M mit einer guten, mit feinen-Kräu tern- arrourzten Kalbsleischfärce-. Mair setzr dre gefüllten Gurken auf Speckscheiden nebeneinander in eine' passende Kasserolle, gießt kräftige Böuillon auf rnrfr dünstet ste weich. Jst''die5 geschehen,, so zerschneidet man dii.'Hälften irr dicke- Scheiben, bestreut stemit! geriebenenr Käse und richtet sie' erhaben an. Der Fond wird entfettet mir Buttermehl verkocht, durchstrichen- und über die Gurken gefüllt, die mam rasch im Ösen gratinirt, bevor si&ztc Tisch gegeben werden. Spargel auft V6arner Vrt. Schöne, gleichmäßig große Stangenspargel werden-irr Salzwasser mit einem Stückchen Butte? weich gekocht. Ist dies erreicht;, s wird rasch die ausgezeichnete Sauce- bereitet. Zu ihr wiegt man feine Kräuter und eine Zwiebel fein und kocht' sie in einigen : Löffeln Essig aus. Etnnr einen Theekosfel dieses Essigs verqmrlt man mitfünf Eigelb, thut ein Viertel Pfund frische Butter, eine Prffe Pfeffer, drei Löffel kräftigste Bouillon und das nothige Salz daran und schlägt alles im Wasserbade zu dicklicher Sauce, die sofort servirt werden muß. Man giebt sie nebst schaumig geröhrter Butter- zu dem auf heißer Schussel angerichteten Stangenspargel, drr nur mit weißen Semmelkrumen leicht bestreut wizd. GraHnirte- junge Kohlrabi. Junge Kohlrabi schal? man, schneidet ?e in gleichmäßige, runde Scheiben, brüht: sie mit tcchendem, Wasser sö und dünstet sie dann in.Butter, etwas kräftiger Fleischbrühe: mit Pfeffer und Salz bemühe weia. Eine feuerfeste PorzellanschFssel wirf mit Butter bestrichen und lagenweise mit den abgetropften KohZrabischeiben und dünnen Scheiben - seinen Kern schinkens beinahe gefüllt. Bier Eigelb, werden zuletzt mit kräfckger Bouillon verquirlt, darüber gegessen und daS. Gericht im Ofen 30 Mnuten gebacken. . , m im Auf Sand gebaut. Ba ron (der sich eine Bikka baue läßt, zum Baumeister): Der Baumußunter brochen werden, rnelne Verlobung tiouz de rückgängig gemacht 1 Baumeister: . .Wie ist das nur möglich?- Baron: Ich hatte eben 'auf die Treuc rneiner ' vraut gebaut!-