Indiana Tribüne, Volume 20, Number 266, Indianapolis, Marion County, 13 June 1897 — Page 3
Eine internationale Ehe Von Madame ZZigot.
i (10. Fortsetzung und Schluß.) Nicht das Zerbrechen des Spiegels, sondern das Arbeiten ohne die Natur hat Sie verstimmt. Womit find Sie denn jetzt beschäftigt?" Jch denke, ich werde meine Statue Eva nennen. Wäre es Ihnen nicht zu viel Mühe, sie sich einmal anzusehen? S sind immer im Zimmer der Ma ler, uns Bildhauer verachten Sie wohl?" Ich, lieber Villesoy? Ich halte die Bildhauer für den Stolz unsrer Schule. Kommen Sie. wir wollen unS Mutter Eva einmal ansehen." , D, sie ist noch lange nicht fertig Die beiden Künstler durchschritten den Garten, denn Villöfoys Atlier befand sich in einem Außengebaude. Es war ein großer, kühler, etwas kahle? Raum mit zahlreichen Gipsabgüssen und Zeichnungen gefüllt, so daß es Aillesoy nicht ohne einige Mühe gelang, einen Stuhl für seinen Besucher frei zu machen und vor der in feuchte Tücher gehüllten Thonstatue auszustellen. j Diese war lebensgroß, unÄ der junge Mann enthüllte die ganze Figur, die sehr schön und schon ziemlich weit vorgeschritten war, ehe er die Tücher vom Kopfe entfernte. Naoul war des Lobes voll. Ja," antwortete der Bildhauer, sie ist nicht übel, ctber der Kopf macht mir große Schwierigkeiten, und doch habe ich ein vorzügliches Modell." Mit einem plötzlichen Ruck entfernte der junge Mann, der auf einen Stuhl gestiegen war, das letzte Tuch, und Evas Antlitz wurde sichtbar. Ein schöner Kopf mit rein geschnittenen Zügen, leicht getheilten Lippen, lachelnd, wie Eva gelächelt haben muß als sie Adam den Apfel bot, ein merkwürdig bekanntes Gesicht, das Raoul die Bergangeitheit zurückrief und seine nie geheilte Wunde berührte Miriams Antlitz. Er blieb rezungSlos sitzen, ein lchtes Gefühl des Schwindels übertam ihn. und er konnte kein Wort sprecherr. So lange verharrte er in Schweigen, öaß Villesoy unruhig wurde. Der Kopf ist nicht, was er sein müßte," begann er schüchtern. Ich fürchte, ich habe ihn verdorben. Ach, wenn diese Marianina nur gekommM wäre, wie sie versprochen hatte, dann wäre etwas zu stände gekommen." Im Gegentheil, der Kopf ist wundersch'ön. und das einzige, was ich da ran auszusetzen habe, ist. daß er mir nicht der zur Gestalt gehörige Kopf zu sein scheint." Kein Wunder! Die große Schwierigkeit ist, ein Modell für Kopf und Gestalt zu bekommen. Marianina sitzt nur für den Kopf, und wenn ich ihr noch so diel biete, sie ist nicht dazu zu bringen, mehr zu thun." Raoul athmete tief auf. Er schien die Arbeit des Bildhauers mit geszxlnnter Aufmerksamkeit zu studiren, so daß sich der iunae Mann sehr geschmeichelt fühlte. Ich möchte eine Studie nach dem Kopfe dieserFrau machen," fuhr Raoul fort, als er sich seiner Stimme wieder , sicher fühlte. Er ist von eigenthümli-',' her Schönheit. Wo ist sie zu finden?"...Gleich hinter dem Eingang zur Qilla Pinciana. ein niedriges HauZ mit einer gelben Thür. Aber ich kann sie ja rufen lassen, wenn Sie wollen." Nein. nein. Ich ziehe es vor. selbst zu gehen. 2tft sie Italienerin?" Ich glaube icht. aber ehrlich gestanden, weift ich's nickt. Sie spricht nie mehr, als zur Beantwortung meiner Fragen unbedinzt nöibiq ist. und das in ganz reinem Italienisch. Wenn überhaupt von Accent die Rede seinkann, dann bat sie einen nordischen. Anfänglich war ich sehr neugierig, aber da ich nichts aus ihr herausbringen konnte, habe ich's aufgegeben. Sie hat Hände wie eine feine Dame, aber sie muß furchtbar arm sein. Wer weiß, was für ein Trauerspiel hinter dem gewöhnlichen Namen Marianina steckt! Ich verlange weiter nickts von ihr. als daß sie mich nicht im Stiche lassen soll. Wollen Sie ibr das bestellen, loenn Sie sie sehen?", . Gewiß, gewiß." Nicht ohne Schwierigkeit gelang es Raoul. sich von seinem Stuhle zu erheben, und er schwankte leicht, als er zü gehen versuchte. Sie sind doch nicht unwohl?" fragte Villesoy ganz besorgt. O nein, nur der rasche Uebergang .aus der Hitze draußen zur Kühle hier hat mich etwas angegriffen." Das ist meine Schuld!" rief der zunge Mann wirklich unalllcklich. Aber Raoul wollte ihm nicht gestatien, ihn nach dem Garten Zurückzugeleiten; er bedürfe keiner Hilfe, meinte tz, während Eva unbedingt sofort wieder in ihre nassen Gewänder gehüllt werden müsse. Raoul kehrte $t seinem Sitze auf ber Terrasse zurück, und als er sich dort allem fah. brach seine mühsam bewahrte Fassung zusammen. Die Erregung war zu groß gewesen. Miriam, meine schöne Miriam!" stöhnte er und ein krampfhaftes Schluchzen erschütterte seinen starken eib. Mein armer Liebling!" Das alte Haus an der Villa Pinciana war nur noch eine Ruine und drohte, seinen Bewobnern über den Köpfen zusammenzufallen.' Ein auf der Thürschwelle sitzendes altes Weib zeigte dem Signore, der nach Marianina fragte, den Weg. Raoul klopfte m eine Thür und trat ein, nachdem er eine Weile vergeblich auf Antwort geLvartet batte. En Zimmer konnte man den Raum ?aum nennen, es war ein seltsam geformte? Winkel des Hauses und hatte ein Dach, das war alles. Die ganze -Einrichtung bestand aus einem e!serm Bett und zwei schadhaften Stüh-
len. Miriam laa auf dem Bett, anscheinend schlafend oder wenigstens gleichgiltig gegen alles, aber ihr üppiges rothgoldenes Haar umgab das noch immer schöne Gesicht wie früher mit einem Strahlenkranze. Raoul setzte sich ans Bett und wartete. Bald Lsfnete das unglückliche Weib die Auaen und erkannte ihren Mann sofrt. Sie sprach nicht, obgleich sie die Lippen beweate, und m ihren Blicken lag Angst. Mit sehr sanfter Stimme und wis man zu einem Kinde spricht, beruhigte sie Raoul. Er nannte sie Miriam" und mein Liebling", aber sie schien ihn anfänglich nicht zu verstehen. Erst als sie fühlte, daß er sie bemitleide und ihr verzeihe, hörte ibr bittern auf. Sie nahm seine Hand zwischen die ihren und hauchte einen Kuk darauf.. Du bist gut. Du bist so gut sprach sie mit leiser, aebrockener Stimme, ich verdiene Dein Mitleid nicht ich. die ich Dir solches Leid zugefügt habe!" Ruhig, mein Liebcken. ruhig; das ist vergessen. Ich bin gekommen, Dich zu retten. Dich diesem Elend zu entreißen." Zu spät, Raoul. Ich glaubte, idj würde heute sterben, aber es wird wohl noch bis morgen dauern, und ich bin froh, daß ich Dick noch einmal gesehen habe. Tag und Rächt habe ich von Dir geträumt und Dick vor Augen gehabt, wie ich Dich jetzt sehe, nur hattest Du kein araues Haar. Jch habe mein ganzes Leben überdacht und entsinne mich namentlich eines TageS eines Tages, wo ich mich fest entschlössen hatte. Dir eine aute Frau zu werden und Dich zu lieben, wie Du es verdientest. Das war der WendePunkt. Ach, wenn ich doch mein Leben noch einmal beginnen könnte, wie würde ich Dich lieben! Wie glücklich wären, wir gewesen, wie glücklich! Jetzt sehe ich alles ein. Du wirst anerkannt, und das freut mich aerade so, als ob ich noch ein Recht darauf hätte, stolz auf Dich zu sein, als ob Du noch mein Gatte wärest. Selbst in jenen bösen, wilden Tagen, nachdem ich Dich verlassen hatte, selbst nackdem die Scheidung ausgesprochen worden war, freute ich mick darüber, denn Mann und Weib können einander nie ganz fremd werden, keine Scheidung kann sie zu Fremden machen." Er ließ sie reden, denn er fühlte, daß es sie beruhige, Jbre armen abgemagerten Hände versuchten eine schüchterne Liebkofuna. er erkannte die Bewegungen der alten Tage, und sein Herz schien noch einmal zu brechen. Wie bist Du in dieses Elend gerathen. Miriam? Wie war das möglich?" Das war nur natürlich, und jeder hätte es voraussehen können. Ich war wie wahnsinnig, als ich Dich verließ, und wußte kaum, was ick that. Bier Jahre später stürzte Giulio vomPserde und blieb aus der Stelle todt, aber schon Monate vorher war er meiner überdrüssig geworden. Jcb hätte wissen müssen, daß es so kommen würde. Ich besaß kein Geld, nur meine Schmucksachen, und die Erben wiesen mir die Thür, wie das ibr Recht war. Seit der Zeit habe ich gelebt ich weiß selbst nicht wie, aber einen andern Geliebten habe ick seit-Giulios Tode nicht gehabt. Ehe ich noch tiefer gefallen wäre, hätte ich mich lieber umgebracht. Sieh hier." Sie zog den weiten Aermel in die Höhe und zeigte Raoul ihren einst so schönen Arm. der mit lleinen rothen Punkten übersät war. Die Bergessenheit, die andre Unglückliche tm Trunke finden, hatte sie im Morphium gesucht, das war es. was sie tödtete, und es hatte sein Werk fast vollbracht. Eine Stunde später wurde die Frau, die einst Raoul Bertrands Gattin gewesen war. nach einer sonnigen Wohnung in der Via Sistina getragen. Mit kindlicher Freude lächelte sie über das frische, saubere Leinen, über die Blumen, die Raoul ihr brachte, und das ausgesuchte Mabl. das ihr auf silberner Platte gereicht wurde. Ihre alte Liebe zum Glänze batte alle diese Jahre des Elends überlebt. Einige Tage sckien es ibr viel besser zu gehen, so daß der alte Arzt, der kaum noch Hoffnuna hatte, aanz überrascht war. Er erlaubte ihr, aufzustehen, und sie wurde durck Kissen gestützt im Stuhl ans offene Fenster gerollt. Raoul saß bei ibr und versuchte, ihr vorzulesen, aber er war beständig genöthigt. Pausen zu machen, um sich zu fassen. Dann entdeckte er, daß ihre Kissen umaedrebt oder daß ihre Shawls besser um die Kniee gewickelt werden müßten.. Sie sah sehr lieblich aus. wenn sie mit einem wei ßen Spitzentuck über dem goldigen Haare und einem friedlichen Ausdruck! in ihrem magern, bleicken Angesicht dasaß. Ich bin so c,lücklick so glücklich, daß Du .bei mir bist." Diese Worte wiederholte sie bestandig. und dann bat sie ihn um Berzeihung, daß sie seine Zeit so in Anspruch nehme, denn er habe doch immer die Arbeit so geliebt. Oder sie sprach von ihrem Leben in Paris, aber 'Miettes erwähnte sie nie. In ihren Träumen sah sie die arme Verwachsene vor sich, der sie so grausam mitgespielt hatte. Raoul war es, der im Verlaufe einer ihrer langen UnterHaltungen den kleinen weißen Grabstein erwähnte, Pierres letzte Arbeit. Miriam versuchte, ihn zu fragen, konnte aber kein Wort über die Lippen bringen. Ja, sie ist gestorben," beantwortete Raoul ihren fragenden Blick, sie ist an ihrem zerstörten Traum gestorben. Sie lebte in einer Welt, die sie sich selbst erschaffen hatte, und als sie Deren Unwirklichkeit erkannte, legte sie ihr müdes Köpfchen hin und erhob es nicht wieder, aber ihr einfaches Herz wußte von keiner Bitterkeit." , Die warmen, sonnigen Tage kamen und gingen, und es schien keine Verän-
derung einzutreten, nur schwand nach und nach die Kraft, die die Aufregung Miriam geliehen hatte. Sie verbrachte noch immer viele Stunden am offenen Fenster, und Raoul leistete ihr getreulich. Gesellschaft. Eines Abends bei Sonnenuntergang nach einem glühend heißen Tage lag Miriam in ihren Kissen mit einem seltsamen Blick in den Augen. Sie hatten beide lange geschwiegen. Endlich erhob sich Raoul, um, wie gewohnlich um diese Zeit, nach Hause zu gehen, aber er fühlte, wie ihre magere Hand zitterte, und er beugte sich niever und fragte, ob er etwas für sie thun könne. Raoul," flüsterte sie. ich bin nicht mehr Deine Frau, und ich bin Deiner Liebe nicht würdig, aber jetzt liebe ich Dich, wie ich Dich vor Jahren hätte lieben sollen. Willst Du mich einmal küssen, wie Du mich in alten Zeiten geküßt hast? Dann kann ich glauben, daß Du mir wahrhast vergeben hast." Raoul preßte seine Lippen zärtlich auf die ihren. Miriam stieß einen glücklichen Seufzer aus, dann schwieg sie und die magere Hand erschlaffte. Raoul wartete auf ein Wort, aber es kam'keins. Miriam hatte ihren letzten Wunsch ausgesprochen, und das arme Herz hatte zu schlagen aufgehört. (Ende.)
Aymens Lvclzcn. Humoreske von L. Hofbauer. Vci Landgerichtsraths M. war seit einigen Tagen alles auf den Kopf ge stellt Ein panikartiger 'Schrecken, hie und da unterbrochen von Perioden dustcrster Verzweiflung, hielt alle Glieder der chrenwerthen Familie gefangen vom Oberhaupt und Herrn bis herab zur treuen, langjährigen Dienerin. Und was der schrecklichste der Schreckcn wenigstens für Frau Landgerichtsrath war, man durfte ja nicht einmal sein schwergefoltertes Herz vor mitfühlenden Seelen ausschütten; denn es war ja strenges Geheimniß, daß man einen Zimmerherrn beherbergte. Mein Gott! In diesen theuren Zeiten muß man sich eben helfen, wie man kann. Die Welt braucht's ja nicht zu erfahren. Sah ihn zufällig ein zu Besuch Weilender, so erklärte man ihn einfach für einen etwas entfernten Cousin oder Nef fen. einen Menschen, der die Gesellschaft miede und den man deßhalb noch nir gends eingeführt, kurz gesagt, für einen Sonderling. n Ein Sonderling! Das Wort bringt mich rnit einemmale in mediasres", das heißt auf den Schwerpunkt dieser im heimlichen Geschichte. Ein Sonder ling, nuu das war Herr & ganz und gar nicht, wenigstens war er es die lange Zeit her nicht gewesen, da man ihn schon dafür ausgab. Er war ein stiller, U scheidener, etwas nervöser junger Mann und lebte nun schon seit Jahr und Tag bei M.'s in voller Pension. Vor etwa einem halben Jahre nun hatte er eines schonen Tages seine freundliehen Wirthe mit der Nachricht- von seiner Verlobung schmerzlich überrascht. Das war ein Jammer! Der Sonder ling", entfernte Neffe" etc. gewann mit einemmale einen ins Ungeheuerliche steigenden Werth. Da, in der letzten Zeit, war mit dem glücklichen Heirathskandidaten, der in wenigen Tagen Hochzeit haben sollte, eine unheimliche, ja erschreckende Veränderung vor sich gegangen. Statt wie sonst, nach dem Bureau ein Stündchen ins Cafe zu gehen, eilte jetzt spornstcrichs nach Hause, schloß sich in sein Zimmer und nun kam das Gräßliche. Man vernahm bald hohle, heisere, bald wieder volltönende, helle Laute, Töne, die aus schmerzgepreßter Brust zu schleichen schienen, dann wieder andere, die wie kecke Jodler klangen. Jetzt auf der Höhe des dreimal gestri chenen E, jetzt in den Tiefen des D unter der Linie. Grauenvoll war's, immer schien 'es nur ein und dasselbe Wort. Kein Zweifel mehr, der Aerm ste war irrsinnig geworden! Der Aermste! Am Vorabend seiner Hochzeit. Doch nein! Ehrlich gestern den, dachte man bei Landgerichtsraths nicht an ihn, nein, nur an die eigene, höchst gefährdete Sicherheit. Frau M. war in kürzester Zeit nahe daran, ihrem unglücklichen Miether in die Nacht dcS Wahnsinns zu folgen. Die bejammernswerthe Dame härmte sich stündlich mehr ab und begann schon, sobald Herr X. nach Hause gekommen war und die gräßliche, disharmonische Tonleiter sich hören ließ, in Wein krämpfe zu fallen; dazu kam Fritz, der kleine Sohn, der sich dann heulend in Polster und Decken verkroch, um nichts hören zu müssen, Kathi, die fromme Magd, die ergebungsvoll flehentliche Blicke nach oben sandte alles zusam mengenommen, ein Bild der Auflösung, des vollständigsten Chaos'. Die Sonne neigte sich zum Untergan ge, der Herr Landgerichtsrath saß in seine Akten versenkt, all' den Jammer um sich vergessend. Da mit einemmale flog die Thüre auf und stürzte seine theure Lebensgefährtin, ein Bild deS Entsetzens, ins Zimmer. Um Gotteswillen, Gustav! Nein, nein, ich halt es nicht mehr aus! Schmerzvcrnichtet . sank die Aermste in einen Stuhl und brach in herzzer brechendes Schluchzen aus. Der bcdauernswerthe Gatte, mitten in tiefsinnigen Reflexionen gestört, war aufgesprungen; auch er war, ganz gegen sein Princip, in letzter Zeit ner vös geworden. Aber ich bitte Dich, Hulda, was ist denn wieder gescheben? Ist Herr X. schon nach Hause gekommen?" Ja! Ja! Und Tu sitzst hier und kümrserst Dich natürlich um nichts. Ich glaube. Du würdest auch keinen Finger rühren, wenn mich dieser Mensch umbringen würde. Ach! ach! Wer mir das gesagt hätte Da flog wieder die Thüre aus und Fritzchen, der kleine Unbold, stürmte, mit allen äußeren Anzeichen eines
Ueberbringers großer Neuigkeiten, -ins Zimmer. Papa, Mama, ich weiß, was der Herr sagt, ich hab's verstanden, , er schreit in einemfort " Man beachtete ihn nicht, Herr M. hatte sich mittlerweile genug gesam melt, um auf die schweren Vorwürfe seiner Gattin entgegnen zu können: Hulda, Tu gehst entschieden zu weit, viel zu weit; ich warne Tich ein dringlich, diese Zügellosigkeit im Aus druck zu dämpfen, wenn Tu mich nicht einmal schwer kompromittiren willst. Außerdem aber muß ich Tir schon sagen, daß dies durchaus nicht die Art und Weise ist, wie eine Frau zu ihrem Manne spricht und daß ich als Haupt und Ernährer der Familie mir dies einfach nicht gefallen lasse " Frau M. erhob sich wuthflammend, doch da rief Fritzchen, der bisher ge kränkt geschwiegen, als wahre? Retter in der Noth dazwischen: . Aber, Mama, Papa, ich weiß, was der saat, er ruft immer: Ja! Ja!...." War sz der letzte rosige strahl dct scheidenden Sonne, war's das über quellende Gefühl süßen Verständnis ses? Das Gesicht des strengen Papas schien mit einemmale wie verklärt, wie von überirdischem Lichte umflossen; dann aber erschallte aus seinem Munde ein dröhnendes, ganz irdisches Gelächter, wie es in solcher Stärke gewiß noch nie über die Lippen eines Nechtsgelehrten gekommen. Die Frau Landgerichtsrath wich entsetzt zurück, sie glaubte nicht anders, als daß auch ihr Gatte plötzlich verrückt geworden. Hahaha! Bravo, Fritzchen! Haha! Was sagst Tu dazu, Mama, der übt sich für die Trauung, damit das süße, ewig bindende Ja!" recht sicher und melodisch aus feiner Kehle klingt. Hahahaha! Und Tu, wir nein, wie schwer sich doch die Menschen selber das Leben machen. Hahaha! Komm, Fritzchen, da hast Du einen Kuß für Deine herrliche Botschaft." Frau M. sprach kein Wort; ja, sie lächelte nicht einmal, sondern schlich nur etwas beschämt hinaus. Gewiß ist, daß - bei Landgerichts raths kein Heirathskandidat mehr als Miether genommen wird. Ein unangenehmer ZusaU.
Humoreske ron Max Langer. Na, Mietze, ich denke, wir wollen uns heute mal einen vergnügten Abend machen," sagte der alte Rentier Lebmann zu seiner niedlichen kleinen Frau, als sie beim Nachmittagskaffee zusammensaßen; sieh doch in der Zeitung von heute Morgen nach, in welches Theater Du am liebsten geh'n willst !" Lehmann, ein angehender Sechziger, hatte erst vor zwei Jahren, als er tm gutgehendes Materialwaarengeschäft seinem ältesten Commis 'verkauft und sich abgesehen von einer Anzahl unbesoldeter ttommunalämter, die er auch ferner beibehielt, zur Ruhe gesetzt hatte, sein Weibchen heimgeführt und sich nach einem arbeitsreichen Leben ein eigenes Heim begründet, indem er an der Seite der lebenslustigen kleinen Frau und unter ihrer Pflege die wohlverdienteRuhe genießen wollte. Marie war die einzige Tochter einer Beamtenwittwe, welche nach dem Tode ihres Mannes sich und ihr Kind durch das Vermiethen möblirter Zimmer an einzelne Herren ernährte und durch ihr weises und sparsames Wirthschaften sich nicht nur sehr anständig durch's Leben brachte, sondern auch noch ein ganz nettes Sümmchen zurückgelegt hatte, welches sie zur Ausstattung für ihr Töchterchen bestimmte. Wenn Marie in dem nahe der mütterlichen Wohnung belegenen Lehmann'schen Geschäfte ihre Einkäufe machte, dann ließ es der Principal sich nie nehmen, die sich immer hübscher entwickelnde, reizende kleine Blondine, welche stets chic und adrett aussah, in höchsteigener Person zu. bedienen ; er maß ihr alles überreichlich zu und unterließ es nie, wenn sie ihren Kauf beendet, ihr eine kleine Düte Bonbons, eine Tafel Chokolade oder irgend einen anderen Leckerbissen in den Korb zu practiziren und ihr die schönsten Empfehlungen an die Frau Mama, welche er im Stillen schon als seine zukünf tige Schwiegermutter betrachtete aufzutragen. Marie hatte keine Ahnung davon, mit welchen weitgehenden ZukunftsPlänen Lehmann, der gut und gern ihr Vater sein konnte war er doch fast vierzig Jahre älter als sie , sich trug. Da starb ganz plötzlich ihre Mutter, und die kaum Zwanzigjährige stand allein da auf der Welt. Verwandte, welche sich ' ihrer, annehmen konnten, hatte sie nicht das Geschäft ihrer Mutter, möblirt'e Zimmer an junge Herren zu vermiethen, konnte sie doch unmöglich fortsetzen da erschien Lehmann als .rettender Engel am Tage nach der Beerdigung , der verstorbenen Frau Kanzleisecretär und hielt in aller Form um die Hand der Verwaisten an. Marie, welche thatsächlich nicht wußte, was aus ihr werden sollte, und die Lehmann, schon wegen seiner Aufmerksamkeiten und der schönen süßen Sachen, die sie immer von ihm bekam, trotz des Altersunterschiedes ganz gut leiden mochte, sagte Ja und kaum war das Trauerjahr, welches sie bei einer in Rummelsburg wohnenden Schwester Lehmann's verlebte, nebenbei gesagt, einer grämlichen alten Jungfer verstrichen, da führte Leh mann sein kleines Weibchen heim, und Beide lebten wie die Turteltauben in der wenn auch nicht gerade großen, aber überaus gemüthlich eingerichteten Wohnung. Sie sahen nur selten Gesellschaft bei sich und hatten keinen großen Verkehr. Nur der Hausarzt, Dr. Müller, welcher schon als Student bei Marie's Mutter gewohnt und sich dann später in dem Stadttheil niedergelassen und eine ganz hübschePraxis
erworben hatte, glng bei Lehmanns als Freund des Hauses ein Und ; aus, er spielte jeden Donnerstag mit Lehmann und irgend einem anderen Bekannten dort einen soliden Skat, und war stets ein gern gesehener Gast, umsomehr, als er bisher zur Ausübung seiner Frmctionen als Hausarzt noch nicht ein einziges Mal Gelegenheit gefunden hatte, denn Papa Lehmann sowohl wie sein junges Weib erfreuten sich Beide einer ganz unverwüstlichen Gesundheit. Doch wir kommen ja ganz von unserer Erzählung ab! Na, Mietze, was meinst Du denn, wohin wir gehen wollen?" sagte Lehmann, nachdem die kleine Frau eisrig die Theateranzeigen studirt hatte; am liebsten in ein Theater, wo man nicht so eng sitzt, und wo man seinen Tabak rauchen kann !" Ach ja, weißt Du was, Papachen," so nannte Mietze ihren Gatten stets, obgleich ihnen bis jetzt Kindersegen nicht beschieden war, sie hatte es aber, als ihr seliger Vater noch lebte, stets so von der Mutter gehört, weißt Du was, dann wollen wir in's ApolloTheater geh'n, da soll's sehr nett sein, und da kannst Du Deine Cigarre rauchen und ein Gläschen Bier trinken, denn wenn Dir das fehlt, so machst Du Dir ja doch aus der ganzen Vorstellung nichts. Ich mache mich fein, ziehe mein Braunseidenes" an und setze den neuen Hut auf weißt Du, den ich vor vierzehnTagen zum ersten Male trug, als ich Deine Schwester Amalie in Rummelsburg besuchte und mich auf dem Kaffeeklatsch so fürchterlich gelangweilt habe! Um Punkt sieben bin ich fertig, wir fetzen uns dann auf die Pferdebahn und gondeln los, denn um halb acht fängt die Vorstellung an!" Machen wir!" schmunzelte Lehmann und drückte der drallen kleinen Frau einen herzhaften Kuß auf. Pünktlich um ein Viertel nach sieben Uhr war Marie fertig; sie sah ganz allerliebst aus in dem Braunseidenen", und das einfache niedliche Kapothütchen stand ihr reizend zu dem feinen runden Gesichtchen. Auch Lehmann hatt: sich fein gemacht und sah mit der weißen Weste und der blankgebügelten Angströhre ganz stattlich aus, nur daß ein Jeder 'die Beiden eher für Vater und Tochter als für Mann und Frau gehalten hätte. Ah, sieh da, Herr Lehmann mit Frau Gemahlin! Welche freudige Ueberraschung!" ertönte eine Stimme, gerade als das Ehepaar das Theater betreten wollte. Nanu, Doctor, das ist ja sehr nett, nu bleiben wir aber zusammen, und wenn's Theater aus ist, gehen wir noch fein Abendbrod essen natürlich sind Sie unser Gast!" sagte Papa Lehmann, der sich freute, noch einen Gesellschafter gefunden zu haben, mit dem er sich unterhalten konnte, denn das wußte er fchon, mit Marie durfte er während der Vorstellung nicht reden, die verwandte keinen Blick von der Bühne und verschlang ordentlich all' die Herrlichkeiten, welche ihr da geboten wurden, mit den Augen. Nachdem der junge Arzt auch ihr die Hand gedrückt hatte, begaben sich die Drei in das Theater und bekamen noch sehr gute Plätze in der Nähe der Bühne. Sie machten es sich da möglichst bequem. Lehmann legte seine Cigarrentasche und eine Streichholzbüchse auf den Tisch und bestellte Bier. Na, Doctorchen, nu greifen Sie zu und stecken sich 'ne Cigarre an für den Abend wird's wohl für uns Beide reichen, es sind fechszehn Stück drin!" meinte Lehmann. Der Doctor nahm dankend eine Cigarre und zündete sie an, und nun fehlte ihnen nichts mehr zur größten Behaglichkeit. Sind Sie vergangene Woche glücklich von Ihrem Besuche bei der Schwägerin in Rummelsburg zurückgekommen. gnädige Frau?" fragte Doctl-r Müller. Marie erröthete und antwortete mit einem leisen Ja", während Lehmann herauspolterte: Ja, denken Sie nur, Doctor, bis zum letzten Zuge hatte die Amalie sie dabehalten; erst bei nachtschlafender Zeit kam sie nach'Hause, ich habe über eine Stunde im Fenster gelegen, denn sie hatte ja keinen Hausschlüssel mit, und dabei hat das arme Wurm sich natürlich bei den alten Leuten noch sträflich gelangweilt! Na, fobald soll sie mir auch liicht wieder dahin! Denken Sie nur, wie leicht hätte meinem Mietzeken da etwas Passiren können ! die jungen Leute sind ja heutzutage maßlos dreist, und wenn. Einer die Kleine so sieht, dann glaubt er doch nicht, daß das 'ne Frau ist, die schon seit zwei Jahren 'nen Mann hat, und was für einen, nicht wahr, Doctorchen ....hahaha!" Beide Heren lachten, Marie schlug erröthend die Augen nieder, nicht ohne vorher einen blitzschnellen Blick mit dem jungen Arzte gewechselt zu haben, während Lehmann seine ganze 2Iuf merksamkeit seiner Cigarre widmete, die auszugehen drohte. Die Vorstellung nahm programmäßig ohne besonderen Zwischenfall ihren Verlauf; in der Pause sorgte der Doctor fürButterbrode, während Lehmann die Zufuhr frischen Vieres übernahm, und alle Drei aßen und tranken und waren kreuzfidel. Als letzte Nummer stand auf dem Programm der Kinetograph, der eine Reihe vonBildern aus dem Leben bringen sollte: bekanntlich Photographien mit beweglichenFiguren, wie sie jetzt in einer Vollkommenheit vorgeführt werden, welche die Täuschung hervorruft, als sei das, was man sieht, die Wirklichkeit. Nachdem eine Alarmirung der Feuerwehr, landschaftliche Bilder, das Aufziehen derWachparade und anderes I gezeigt worden war, sollte endlich auch . :in Bild kommen, welches die An4
kunft eines Stadtbahnzuges auf dem Bahnhof Alexanderplatz" darstellte.' Der Saal war zu der Vorführung der lebenden Photographien verdunkelt worden, und die Blicke aller Zuschauer hafteten gespannt auf der Bühne; eine leise Musik begleitete die Vorstellung und erhöhte durch ihre sanften Klänge den magischen Reiz des Ganzen. Das nunmehr plötzlich erscheinende Bild zeigte den Bahnsteig des BahnHofes Alexanderplatz mit vielen !der Stadtbahnzüge harrenden Personen ; ganz im Vordergrund ging ein schlanker Herr in grauem Sommeranzuge, mit einem hellen Strohhute, langsam auf und ab. Sieh doch nur, Mietze, ist das nicht unser Doctor mit seinem schönen neuen Strohhut?" sagte da auf einmal Lehmann, nein, ist das aber komisch!" Wohl nur eine Aehnlichkeit !" meinte der Doctor, dem etwas unHeimlich zu Muthe wurde. Nur Marie rief, nichts ahnend, ganz vergnügt aus: Ach, wie reizend! Ist das aber ein wunderbarer Zufall!" Ein Pfiff ertönt; der Zug rollt langsam in die Halle, die Wartenden eilen geschäftig hin und her und suchen einen Platz zu erlangen. Nur der Herr mit dem Strohhut bleibt ruhig stehen: er scheint Jemanden zu erwarten. Da neigt sich aus- einem Coup6 zweiter Klasse ein Damenköpfchen heraus; sie winkt dem erfreut Aufschauenden mit der Hand, und er eilt zu dem Coup6 hin. die Thür öffnend, um ihr beim Aussteiaen bebilflicb m fein. Noch ebe der Zug gänzlich stillsteht, liegt sie in seinen Armen, und Beide scheinen sich herzhaft abzuküssen, als ob sie sich seit langer Zeit nicht gesehen hätten. Ein Pfisf, und der Zug fährt weiter ; das Pärchen geht Arm in Attn fort, , sie sieht glückstrahlend in sein Antlitz, und sie gehen dem Ausginge zu, für die Zuschauer sieht es gerade so aus, als ob sie aus dem Rahmen des Bildes heraus direct in den Zuschauerraum hinein schreiten wollten. Die Figuren werden immer größer, die Gesichter immer deutlicher; die juugeDame trägt ein dunkles Kleid, ein ihr reizend stehendes Kapothütchen, sie hat eine helle Sommerjacke gerade so eine, wie sie auf dem Stuhle neben Marie liegt lässig über den rechten Arm gehängt, während der linke den ihres Begleiters innig an sich drückt, und ihr strahlender Blick an seinen Lippen zu hängen scheint. Lehmann ist aufgesprungen: Donnerwetter, Mietze, das bist Du ja!... Du und der Doctor! . . . Na, das ist ja 'ne nette Geschichte! I, da soll doch gleich!... Und ich liege bis in die Nacht hinein im Fenster und lauere auf sie... dabei ist es noch ganz hell auf dem Bahnhof ... die Laternen sind ja noch nicht mal angesteckt!... Nee, Doctor, so was hätte ich nie geglaubt! Komm, Mietze, wir gehen, nach Hause, der Appetit zum Abendbrot ist mir vergangen, dem Doctor und Dir wohl auch . . . Adieu, Doctor ... das Honorar für Ihre ärztlichen Bemühungen werde ich Ihnen morgen schicken!... Ich nehme wieder den alten Sanitätsrath Schulze als Hausarzt ... das ist mir sicherer . . . Komm, Marie!" Das letzte, das Sensationsbild des Kinetographen: Endlich allein!" haben sich Lehmann und Marie nicht mehr angesehen; wie sich die Angelegenheit zu Hause noch abgespielt hat, konnten wir nicht erfahren. So viel steht aber fest, daß Marie das nächste Mal in Begleitung ihres Gatten zur Schwägerin nach Rummelsburg gefahren ist. Eine pfiffige Gemeinde.
Ende des vorigen Jahrhunderts war wie das ja manchmal geschieht, wieder einmal der Weltuntergang auf einen bestimmten Tag prophezeit. Die Gemeinde Heimbach bei Bad Schwalbach nahm sich die bevorstehende Wendung der Dinge mehr zu Herzen, als irgend Jemand in der Welt, und beschloß, der Katastrophe muthig, aber doch in einer Weise entgegenzugehen, welche ihr den Genuß ' des irdischen Daseins noch möglichst erhöhen sollte. Sie faßte daher, nachdem sie sich die Unabänderlichkeit des Ereignisses vollkommen klargemacht hatte, den höchst vernünftigen Entschluß, ihren Gemeindewald an die Gemeinde Schwalbach zu verkaufen, und zwar für zwei Ohm Branntwein. Gestärkt durch diesen edlen Saft gedachte sie dem unvermeidlichen Schicksale gefaßt und heitec entgegenzugehen. Die Gemeinde Schwalbach. welche die Sache mehr praktisch und weniger fatalistisch in's Auge faßte,' ging sofort auf den Handel ein, lieferte die zwei Ohm Branntwein an die Weltmüden ab und erhielt dafür in aller Form Rechtens den Heimbacher Wald. In Heimbach aber wurden die zwei Ohm Branntwein aus dem Nachtwächterhorn von der Gemeinde getrunken, und achdem dies würdige' Geschäft besorgt war, in aller Ruhe und frommer Fassung der Welt Untergang erwartet. Der verhäng, nißvolle Tag kam. aber die Welt blieb stehen; der Heimbacher Gemeindewald war weg, die zwei Ohm Branntwein getrunken und das Nachtwächterhorn leer. Schwalbach aber erfreut sich noch heute am Besitze jenes Waldes, den die allzugläubige und durstige Gemeinde ihm abgetreten.
Boshaft. A.: Nun wie gefällt Ihnen die Sängerin?" B.: Ich weiß immer noch nicht, macht sie Re"lame für ein Gurgelwasser ode? für eine Zahnpasta!" AusdemGerichtssaal. Richter (zur Zeugin): Wie alt sind Sie?" Zeugin: (errothet): 'Richtern Aber erröthen. Sie doch nicht, Sie' können .ja nichts dafür!" Ein gefühlvoll erGaul. Käufer: Ich glaube gar der Gaul koppt!" Verkäufer: Stuß! Weil n is' so allein, seufzt r ä bißch:!'
Aür die Mche. . i Chantilly -Suppe. ' Ei Pint Linsen stellt man in kaltem Wasser aus's Feuer und kocht sie mit einer Zwiebel, Petersilie und dem nöthigen Salze gar.. Alsdann gießt man daZ Wasser ab und drückt die Linsen durch ein Sieb, worauf man das Linsenpürce in eine Kasserolle bringt, nach Bedarf Fleischbrühe oder Auflösung von Fleischextrakt, sowie ein Stück Butter hinzufügt und das Ganze rasch aufwallen läßt. Man richtet diese ebenso einfache wie vortreffliche Suppe über gerösteten Brodschnitten an. Suppenkrapfen. Sechs Eß löffel feines Weizenmehl werden , mit einem Löffel heißer Butter und ebensoviel heißer Milch in eine Kasserolle unter beständigem Rühren zu einem steifen Teige verarbeitet, bis er sich von der Schüssel löst. Nachdem die Masse ausgekühlt ist, schlägt man zwei ganze Eier und drei Eierdotter nebst dem nöthigen Salz dazu, sticht nußgroße Stückchen ab und bäckt dieselben schwimmend in siedendem Backfett. Gefüllte Kalbskeule. Kalb und Schweinefleisch hackt man fein, macht einige Eigelb. Salz, ge hackte feine Kräuter und Trüffeln sowie etwas geriebene Semmel darunter, füllt mit dieser Farce eine Kalbskeule, aus der man vorher alle Knochen entfernt hat, und näht sie zu, worauf man die Keule spickt, salzt und in Butter braun brät. Die Sauce entfettet man, fügt ein wenig Kartoffelmehl und einen halben Theelöffel voll Fleischextrakt hinzu und verrührt sie mit einer Tasse saurem Rahm. Spinat auf Vegetarian e r a r t. Nachdem man den Spinat gut gelesen und gewaschen hat, wird er in siedendem Wasser weich gekocht, abgegossen und gehackt. Nun läßt man Butter heiß werden, bräunt etwas gehackte Zwiebel in dem Fett, schwitzt den Spinat langsam darin durch, salzt ihn und bestreut das Gemüse beim Anrichten mit gerösteter, geriebener Semmel. Schwarzwurzeln mit Käse. Die schön gereinigten, in Salzwasser nebst etwas Essig oder Citronensäure abgekochten und gut abgetropften Schwarzwurzeln werden sofort in gefchmolzene Butter gegeben, mit geriebenem Käse und Pfeffer bestreut und auf dem Feuer geschwenkt. Hat der Käse sich aufgelöst, so ist das Gemüse fertig und wird, mit gerösteten Brot schnitten garnirt, aufgegeben. Paßt sehr gut als Zwischengericht. . Rhabarberkuchen. Man nimmt zarte, junge Rhabarberstiele und schneidet sie in feine Scheiben, die man reichlich mit Zucker überstreut und einige Zeit stehen läßt. Nun belegt man ein Kuchenblech mit einem guten Mürbeteig und legt dieScheibchen dicht an- und übereinander darauf. Nach dem Backen bestreut man den Kuchen nochmals mit Zucker und Zimmet. Blumenkohlrand. Eine glatte Randform streicht man aus und legt sie mit kleinen, blanchirten Blumenkohlröschen aus. Den übrigen Blumenkohl streicht man durch ein Sieb, mischt einige Löffel dicke, weiße Sauce darunter, sowie zwei bis drei Eigelb, und bereitet so eine Püree, mit dem man die Form füllt. Der Blu menkohlrand wird im Wasserbade eine Stunde gekocht. Indeß hat man junge Böhnchen rasch in Salzwasser blanchirt. Man schwenkt sie kurz vor dem Anrichten in frischer Butter heiß. Der Rand wird gestürzt, die Böhncherr werden in die Mitte gefüllt, mit frischer, gewiegter Petersilie bestreut und sautirte Taubenbrüstchen nebenher gereicht. Erdbeer - Charlotte. Ei Quart Milch und drei Viertel Tasse Zucker werden zum Kochen gebracht, dann rührt man sechs Eidotter hinein und giebt der Masse durch beliebigen Extrakt irgend ein Aroma, wie Ei trone, Vanilla oder Mandeln. Eine hübsche Glasschüssel wird sodann aus gelegt mit Bisquits oder Scheibchen von Bisquitkuchen, die man in süßen Rahm tauchte. Hierauf kommt eine Lage Erdbeeren mit Zucker bestreut, dann Kuchen, dann wieder Erdbeeren etc. Nachdem obige Cröme kalt ge worden, schüttet man sie darüber hin, bereitet eine Decke Schnee aus geschlagenem Rahm oder Eiweiß darüber hin und garnirt zuletzt das Ganze mit schönen, versüßten Erdbeeren. Erdbeeren-Sherbet. Ein starkes Quart Erdbeeren wird belesen, gewaschen, ablaufen lassen, dann total zerdrückt und mit einem Pfund Zucker vermischt. Dies läßt man vier Stunden stehen, gießt drei Pints kaltes Wasser daran und drückt den Saft einer Citrone hinein. Nachdem AlleS das recht gut verrührt ist. drückt man es durch ein grobes Tuch recht fest, um ja keinen Saft zu verlieren Man schmeckt nun nach dem Zucker, setzt sol chen zu, wo nöthig und stellt den Sher fot auf Eis. Reisgemüse. Will man das selbe einfach bereiten, so kocht man den gebrühten Reis in einem eigens dazu gehaltenen Leinwandsäckchen in SalzWasser weich, gibt ihn dann, aus dem Säckchen heraus in heiße Butter und läßt ihn anziehen, oder begießt ihn in der Auftrageschüssel mit in Schmalz gerösteten Semmelbröseln. DaS Säckchen darf wegen des Quellens der Reiskörner nur zur Hälfte gefüllt wer den. und der Topf, in den man es legt, muß ziemlich groß sein, daß es nicht anliegt. Die Körner bleiben dabei ganz und man hat das Anbrennen nicht zu befürchten.
! Beim Pferdehandel. Sie haben gesagt, alZ ich das Pferd kaufte, dasselbe sei unter . Brüdern 2000 Mark werth, und jetzt nehm Sie eö nicht einmal für 00 U.zzZ d'ran!?" Aber. Herr Gras, r?ir denn Jrüdtt?"
