Indiana Tribüne, Volume 20, Number 252, Indianapolis, Marion County, 30 May 1897 — Page 6
Aie Leipziger Ausstessung. Das 400' - jährige Jubiläum der Leipziger Messen, deren Privilegium Kaiser Maximilian im Jahre 1497 in feierlicher Form bestätigte, fällt mit einem bedeutsamen Unternehmen zusammen, das, von berufenen Männern der verschiedensten Kreise wohlvorberei iet und in allen seinenTheilen gewissenhaft durchgeführt, dazu dienen soll, in der alten Handels- und Meßmetropole Leipzig den Antheil Sachsens undThü?ingens am industriellen und gewerblichen Wettbewerb der Gegenwart in einein glänzenden Gesammtbild widerzuspiegeln: mit der Sächsisch - thüringischen Industrie- und Gewerbe - Ausstellung. In unmittelbarer Nähe der Altstadt Leipzig, von ihrem Herzen aus in kurzer Zeit erreichbar, breitet sich der weite Ausstellungsplan in landschaftlich scho' ner Umgebung aus. Wo sich einst zwi-
.k ?$T Altes Thor. schen demVillenviertel der 5karl-Tauch nitzstraße und der Bismarkstraße am anmuthigen Johannapark, zwischen den ersten industriellen Anlagen von Plagwitz und den hochragenden Eichen und Buchen des Scheiben- und Nonnenholzes leere Wiesen dehnten, ist jetzt ein herrlicherPark, das ungemein glücklich gewählte Ausstellungsgebiet, entstanden, durchschnitten von dem klaren Hochsluthbett der Pleiße. ausgestattet mit großen Teichen, mit allen Mitteln moderner Gartenbaukunst und besetzt mit Hunderten von fesselnden architectonischen Schöpfungen. Alles dies zusammengefaßt ergibt ein ungemein harmonisch wirkendes Gesammtbild, das einen ebenso stolzen wie hochragenden Hintergrund in dem Riesenbau des Jndustriepalastes und in den weiten Räumen der Maschinenhalle srndet. Es ist eine an Inhalt reiche, an Werth kostbare Ausstellung, welche die hohe Leistungsfähigkeit des mächtigen Jndustriestaates Sachsen, den Hochentwickelten Gewerbfleiß Thüringens in beAlte Holz orücke. redten Zeugnissen der Produktion darthun soll, sei es auf dem Gebiete der Maschinenindustrie, der keramischen und der Textilindustrie od:r der SpielWaarenfabrikation, des Buchgewerbes und einer Reihe hervorragender Volkswirthschftlicher Culturgebiete. Mit dem Königreich Sachsen, der Provinz Sachsen, den thüringischen Staaten haben das Herzogtum Anhalt, die preußischen Regierungsbezirke Liegnitz, Potsdam und Frankfurt a. O. sowie die toei fränkischen Kreise Bayerns auf er Ausstellung Vertretung gefunden. Alle diese hierbei in Betracht kommenden Gebiete mit ihren charakteristischen Industriezweigen liefern für die einzelnen, die eine Reihe von Unterabtheilungen gegliederten Gruppen für den imposanten Jndustriepalast und die in riesigen Dimensionen gehaltene Maschinenhalle, beide ein Kernpunkt der Ausstellung, ein über alles Erwarten reiches Material, umfassend Maschinen und Veförderungswesen, Metallindustrie. Bergbau-, Hütten- und SalinenWesen, chemische Industrie. Ingenieurbauwesen und Electrotechnik. Stein-, Thon-, Glas- und Porcellanindustrie. Holzwaaren- und Möbelindustrie, Rahrungs- und Genußmittel. Leder, Ledertuch. Gummi- und Asbestindu-sT.i-ia jt& U. -Tk "-v- "' tu An der D 0 r f k i r ch e. strie. Kurz-, Galanterie- und Spiel-waarenindustrie,Papierindustrie,Vuch-gewerbe, Kunst und höheres Kunstgewerbe, Gesundheitspflege und Retiungswesen, wissenschaftliche Jnstrumente, Feinmechanik und Uhrenindustrie, Unterrichts- und Erziehungswesen. gewerbliche Fachschulen, Frauenarbeit und Hausfleiß, Land- undForstwirthschaft, Fischerei. Gartenbau und Viehzucht, musikalische Instrumente und Bestandtheile, Sportwesen. In den weiten Hallen des IndustriePalastes und der Maschinenhalle kom men in schöner Anordnung alle die fesfeinden Bilder zurErscheinung, dieJndustrie und Gewerbe in rührigemWettstreit ihres Könnens hier aufgerollt haden. Aber die Ausstellung ist nicht nur nach dem einen Ziel gerichtet, das ihr seinen Namen leiht; neben dem Hauptgebiet der Industrie und des Gewerbes ist eine Reihe anderer, ebenfalls wichtiger Gebiete vertreten. In riesigen Dimensionen ausgeführt, erhebt sich die Kunsthalle; langgestreckt zieht sich die große Gartenbauhalle hin. die imLaufe der Ausstellungsperiode zahlreichen Sonderauspelluncen noch zu dienen
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hat, und neben ihr die Landwirthschaftshalle. Dann reihen sich 'das große Äusstellungstheater, die wundervolle Tiroler Bergfahrt", das Panorama. die Deutsch - ostafrikanische Ausstellung und im Vergnügungsviertel" Dutzende imposanter und noch
wii. .u äsirtx . YV i Vifc& V;rnfcL3 Wm&&& riva a. " mm tfrtäPZs WWMKM 1jfeHaäS D 0 r f p a r t i e. viel mehr kleinerer Bauwerke aneinander, die sicherlich ihren Zauber auf die Besucherwelt ausüben werden, zumal in der herrlichen Umgebung des in das Ausstellungsterrain hereingezogenen schattigen Laubwalds. An dies:n Waldrand lehnen sich die stattlichen, geräumigen Restaurationsbaulichkeiten, die den prächtigen großen See mit seiner Fontaine liimiiieuse im weiten Bogen umschließen und im Hauptrestaurant auflaufen. Zweierlei aber wird der Ausfiellungsbesucher mit Vorliebe aufsuchen: jenes so täuschend echt in einen WaldWinkel jenseit des Flusses hineingestellte thüringische Dörfchen und das alte leipziger Meßviertel, das sich zu? Rechten des Hauptportals erhebt. In letzterm ist mit großer Naturtreue das Mittelalter in seinen Bauten wiedererstanden, in treuer Nachbildung jener alten Zeugen von Leipzigs werdender Größe und Macht, ein merkwürdiger Gegensatz zu den Villen modernen Stils, zu den schmucken modernenBauten der Umgebung. Aber diese alte Stadt mit ihren altersgrauen, verwitterten Mauern, mit ihren vorspringenden Erkern, steilen Dächern, Thürmen und Thürmchen ist nicht so fremd, wie es auf den ersten Blick scheint. Hier Auerbach's Hof und dort der Naschmarkt, der classische Schauplatz der Messe viele Jahrhunderte hindurch, ein Stück Geschichte des alten Leipzigs; die von Architekten geschaffene Illusion läßt das Leipziger Rathhaus im Zustand vor dem Umbau durch Hieronymus Lotter naturwahr und historischgetreu erstehen, mit ihm den Schuldthurm, das Hasenhaus und den durch die Faust - Sage weltberühmt gewordenen Auerbach's Keller. Dem alten Meßviertel steht als eine entzückende Idylle das thüringische Dörfchen gegenüber, ein wunderbar der Landschaft abgelauschtes Bild aus verborgener Ecke des Thüringer Wal des. Vor dem weidenbestandenen Weiher erhebt sich das schmucke Dorfrichterhaus mit seinen gekrönten Drachenköp fen als Wasserspeiern, zu dem von außen die überdeckte Brücke führt, daneben liegen verstreut die Lindenmühle, die Schmiede, das Fährhaus, der weite Gutshof mit Scheune und Taubenschlag, die Gerberei, der Gasthof und eine Anzahl Prachtexemplare malerischer Bauernhäuser. Aber auch die sagenumwobeneVergangenheit ThürinTv 1ntoffi r&m -n A u e r b a ch' s Hof. gens hat ihr Recht gefunden. Die in überlastender Feinheit ihrer Motto rledergegcs'ene romanische Dörfcap:'."e und der Elisabethbrunnen gebenZmgll'.h davon. Kapelle, Kreuzga i; und Brunnen tilgen dann ein inniges Bindeglied gwischen dem thüringischen Dörfchen und der jenseit des Flußbetts errichteten Wartburg, diesem Kleinod der de::i'chcr: Kunst. Freilich niujj der L'zsujer :"iits imposanten Bauwerka::? den icrrlichen Rundblick über Thüringers Wvlder und den öez.iurnden VoNiof '. erdichten, aber dn Kernpunkt, den Pallas nid den Wartthrm. findet er wieder. Gleichsam als Gegenstück zu der Wartburg erscheint das .ußerlic? in romantische Stimmung getauchte AI pendiorama. dessen Bau in einer plastischen Darstellung der Burg TauferZ mit einem Theil des Dorfes Sand besteht, und dessen Inneres eine von dem rühmlich bekannten Alpenmaler Compton geschaffene Reihe herrlicher alpiner Scenen, so das Jungbrunnenthal, den' Rosengarten, das Val di Genova, den Nardisfall, den Mandrongletscher, die Schneefelder der Adamellogruppe, dem Beschauer mit all jenen Wundern der Gebirgswelt erschließt, wie sie sonst nur die Hochgebirgsnatur dem Auge der Touristen zu bieten vermag. Der Pantoffelheld. Sag' mir einnlal, wie gefällt Dir denn Deine Frau?" Ich trau' mich nicht zu sagen, daß sie mir nicht gefällt." Großthuerei. Graf: Herr Commerzienrath. ich benöthige dringend 30.000 Mark!" Millionär: Nu', es kann ja Jeder 'mal in so e' kleine Verlegenheit kommen!" Nicht umzubringen. Ich begreife nicht, wie Sie auf die letzte Krtik hin noch so lustig sein können, wenn mir recht ist, hat man Sie ja doch den größten Esel des Jahrhunderts genannt?" Das kann mich doch nicht trüb stimmen die Größe hat man mir eben doch nicht abzuleugnen vermocht!"
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Sroßyerzog und Vcgcnt. Die eigenartigen Verhältnisse Mccklenburgs verlangen in höherem Grade, als dies in vielen anderen deutschen Bundesstaaten der Fall ist, die unmittelbare Fühlung des Fürsten mit dem Volk. Diese Fühlung wird bis auf Weiteres auch zwischen dem jetzigen Landesfürsten und dem Volke nicht herzustellen sein, da der erstere das in Mecklenburg zur Volljährigkeit Hausgesetzlich erforderliche Alter von 19 Jahren er wurde am 9. April 1882 geboren noch nicht erreicht hat. Der jetzige Großherzog ist nicht einmal in Mecklenburg geboren. Er hat als zweiter Sproß aus der Ehe des Großherzogs Friedrich Franz III. mit der Großfürstin Anastasia von Rußland in Palermo das Licht der Welt erblickt. Dort, in Villa Belmonte am Busen von Palermo, dem Cap Zafarano gegenüber. erfolgte am 26. Mai 1882 auclvleine Taufe. Von nun an kam er
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5?J Friedrich Franz IV. nur vorübergehend nach Mecklenburg und seit seiner Confirmation besucht er das Vitzthum'sche Gymnasium zu Dresden. In der Natur der Dinge liegt es somit, daß während der Minderjährigkeit des Großherzogs, welche noch fast vier Jahre dauert, in Meck lenburg die Regentschaft im Vordergründ des Interesses steht. Auch der Regent, Herzog Johann Albrecht, hat seit einer langen Reihe von Jahren seinen ständigen Wohnsitz nicht in Mecklenburg. ' Geboren wurde Herzog Johann Albrecht am 8. Dezember 1857 als drittev Sohn des Großherzogs Friedrich Franz II. aus dessen Ehe mit der Prinzessin Auguste Reuß-Schleiz-Kö-stritz. Der Herzog verfolgte den nämlichen Bildungsgang wie sein Bruder, der eben verstorbene Großherzog; er besuchte zuerst das Vitzthum'scheGymnasium und später die Bonner Universitat. Er widmete sich zunächst der militärischen Laufbahn, und wir finden ihn 1882 alsRittmeister dem preußischen Garde - Husarenregiment aggregirt. Ende 1882 trat er. aber einen Herzog Johann Albrecht. längeren Urlaub an. den er durch eine Weltreise ausfüllte, die über die Türkei und Egypten nach Indien, Siam und Japan ging, und die ihn von da quer durch Nordamerika in die deutsche Heimath zurückführte. Dieser Reise folgten weitere, von denen die bedeutendste in die Jahre 189396 fiel. Der Herzog besuchte auf der letztern unter anderm Ceylon und Deutsch-Ostafrika und wandte sein besonderes Augenmerk dem dortigen Plantagenbau zu. In Anbetracht der Kenntnisse, welche er sich auf seinen ausgedehnten Reisen erwarben, wurde er nach Berufung des Fürsten zu Hohenlohe zum Statthalter von Elsaß - Lothringen mit dem Präsidium der deutschen Colonialgesellschaft betraut. Um sich diesem Amte ganz widmen zu kdÄnen, mußte er vom aktiven Militärdienst zurücktreten und wurde er am 14. Juli 1893 als Oberst - Lieutenant h la suite des Leib - Gardehusarenregiments gestellt. Vermählt ist der Herzog seit dem 6. November 1886 mit der Prinzessin Elisabeth von Sachsen - Weimar. Einfach. Wem wirst Du einmal Deine Hand reichen, Minna?" Dem, der zuerst um sie anhält." Grob. Frau: Du machst ja ein Gesicht, als wolltest Du mich fressen!" Mann: Aber Du weißt doch, daß ich mir aus Gänsebraten nichts mache?!" Renommage. Leimreisender: Lassen Sie sich, meine Herren, mein letztes Erlebniß erzählen, das die Güte unseres Fabrikates schlagend beweist. Bei Gelegenheit meiner Tour in Oesterreich besuchte ich die Salzburger Alpen, begleitet von einem Führer. Um ein herrliches Panorama besser gemeßen zu können, trete ich auf eine vorstehende Felsplatte. Plötzlich rutsche ich ab und stürze den steilen Hang hinunter. Da mitten im Fallen, fühle ich auf einmal, daß ich hängen bleibe. Bei dem Sturze war die Probeflasche mit Leim, die ich w meiner Rocktasche trug, zerschlagen worden und der Leim wav durch den Stoff gedrungen; auf diese Weise war ich an den Felsen im wahrsten Sinne des Wortes angeleimt" und hing fest, wie angeschmiedet. Mit Hilfe des Führers, der mir ein Seil zuwarf, gelang es mir, natürlich unter Zurücklassung meines Äockes, wieder in die Höhe zu gelan-sen."
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Hcycitt.
Humoreske von Ferd. Franzel. Der Assessor Friedberg war seit ca. einem Jahre verheirathet. Die Leute sagten.als er die reizendeJetti zum Altar führte: Das wird eine sehr glückliche Ehe weiden, denn die beiden lieben einander abgöttisch." Im Anfang ging alles recht gut, aber kaum daß der Honigmond vorüber war, fiel es dem Assessor ein, zu schriftstellern. Die Folge war, daß Friedberg nervös wurde, furchtbar nervös. Sein Weibchen gab sich die erdenklichste Mühe, ihn diesem Zustand zu entreißen und wurde schließlich ob der Zwecklosigkeit ihrer Bemühungen selbst nervös. Nun gab's oft erregte Scenen in dem behaglichen Heim des jungen Ehepaares. Der alte Hausarzt, ein treuer Freund der Eltern Jettchens schüttelte ein über das andere Mal den Kopf, wenn er nach einem Besuche bei dem jungen Paare heimwärts ging und kam schließlich zur Ueberzeugung, daß nur List die Arznei sein könne, welche den nervösen Leutchen Heilung bringen kann. Eines Tages, als nach einer besonders erregten Scene Jettchen ihre programmmäßige Ohnmacht hatte und der Assessor angsterfüllt nach dem Arzt gesandt hatte, nahm dieser den jungen Mann beiseite und sagte mit besorgter Miene: Ihre Frau ist krank, sehr krank und wenn Sie nicht befolgen, was ich dringend verordne, so stehe ich für nichts ein!" Friedberg erbleichte und sank wie vernichtet in einen Sessel. Was ist's?" stöhnte er. Ihre Frau ist hochgradig nervös und nur die größte Ruhe vermag sie zu retten. Sie dürfen Ihr weder widersprechen, noch irgend einen Anlaß heraufbeschwören, worüber sie in Aufregung gerathen könnte. Wenn Sie dies nicht beherzigen, dann wie gesagt steht das Schlimmste zu befürchten!" Bekümmert blickte Friedberg dem sich entfernenden Arzt nach und näherte sich auf den Fußspitzen dem Zimmer, in welchem sein Weibchen bleich und abgesvannt auf einem Sopha lag. Am nächsten Morgen fand sich der Arzt bei Jettchen wieder ein. Gnädige Frau," meinte er nach der Begrüßung, ich muß Sie auf einen Umstand aufmerksam machen, welcher Sie mit Besorgnissen zu erfüllen geeignet ist!" Die junge Frau sah dem Arzt ängstlich und erschreckt ins Auge. Es betrifft Ihren Herrn Gemahl." fuhr dieser fort, er ist krank, sehr krank!" Um Gotteswillen." entschlüpfte es den Lippen Jettchens, Sie fagen mir da Entsetzliches. Herr Doktor mein Max krank und ich habe ihn namentlich in letzter Zeit so oft durch Kleinigkeiten in Aufregung gebracht " Das ist es eben." siel der Arzt ein. Ihr Gatte ist schrecklich nervös und sein Zustand flößt mir die schwerste Besorgniß ein. Die geringste Aufre gung kann einen Herzschlag herbeiführen und Sie müssen alles vermeiden, was den Kranken aufregen könnte!" Die junge Frau versprach thränenden Auges, die Rathschläge des Arztes strengstens zu befolgen. Nach circa vier Wochen traf Friedberg mit dem genialen Doktor zusamnen. Ich bin Ihnen zu unendlichem Dank verpflichtet." rief der Assessor schon von weitem, mein Weibchen ist wie ein Täubchen und zeigt keine spur mehr von Nervosität!" Der Arzt schmunzelte vergnügend drückte dem Glückstrahlenden die Hand. Befolgen Sie meinen Rath nur nock ein viertel Jahr und Sie werden das gesündeste Weibchen des ganzen Erdenrundes besitzen!" Gar oft kam der schlaue Rathgeber in das Heim des jungen Paares und hatte seinr Freude an der Harmonie dieser Eljc Von Nervosität gab's keine Spur mehr sie waren gründlich geheilt. Tcr'xpal. Der modernste und gesuchteste Edelsiein ist gegenwärtig der Opal. Während früher lange Zeit der Diamant die erste Stelle einnahm, begann man seit einigen Jahren, ihn mit anderen Edelsteinen zu combiniren. Man schätzte Anfangs ' den Saphir und Smaragd, später den Rubin höher als den Diamanten. Seit kurzer Zeit sind dagegen die Opale sehr gesucht. Damen, die sich auch mit ihrem Schmuck streng nach der Mode richten, bieten große Preise für Opale. Jedenfalls ist auch der Opal, der zart verschleiert erscheint, mit seinem röthlich-bläulich bunten Schein prächtig anzusehen. Ein früherer Aberglaube besagte, daß Opale Unglück brächten. Daher ist es wohl zu erklären, daß sie lange Zeit nicht besonders geschätzt waren. Woher der Umschwung kam. .weiß Niemand. So wie Damen bei allen möglichen Gelegenheiten Perlen tragen, die doch Thränen bedeuten sollen, so hat man vielleicht eingesehen, wie thöricht eö ist. Glück oder Unglück einem Edel-, stein zuzuschreiben. Ein , herziges Volksmärchen erzählt uns von dem Mädchen im Walde mit dem Herzen wie ein Opal". Vielleicht las eine Modedame dieses Märchen, und daher mit einem Male die Beliebtheit wer weiß es? - . Vorsichtig. Onkel (zum Studenten): Ich habe doch erst vor drei Tagen Deine Schulden bezahlt und Du hast ihrer schon wieder?" Student: Ja, lieber Onkel, ich hab' immer einige in Reserve." Benützte Gelegenheit. Sie (im Theater): Siehst Du. 'ranz, die Heldin des Stücks wechselt in jeder Scene ihren Anzug und Du bist böse, wenn ich im Monat drei Kleider brauche!"
Eine Nicsmschaulcl.
Die Eentennlal - Ausstellung in Nashville, Tenn.. hat eine eigenartige Ausstellung in einer Riesenschaukel, welche mit einem Male 50 Menschenkinder 200 Fuß hoch in die Luft zu heben vermag. Das Monstrum ist genau nach dem Princip, welches spielende Kinder bei der Herrichtung einer primitiven Schaukel zur Anwendung bringen, construirt. freilich aus durchaus folidem Material und in colossalen Dimensionen. Ein Thurm aus Stahl, der eine Grundfläche von 50 D i e S ch a u k e l. Fuß hat und sich 75 Fuß hoch erhebt, dient als Stütze für den gewaltigen Schaukelbalken, der ebenfalls aus Stahl hergestellt ist und eine Länge von 160 Fuß hat. An jedem Ende dieses Balkens befindet sich ein Coup6, welches Raum für 50 Personen hat. Der Schaukelbalken wird durch eine Maschine, welche unten im Thurme aufgestellt ist. in Bewegung gesetzt und nach der Versicherung des Constructeurs C. H. Devallos in Nashville wird die Maschine so exact arbeiten, daß man bei der Aufwärtsbewegung in die schwindelnde Höhe kaum etwas davon merken wird. Ob die Riesenschaukel einen so gewaltigen Zuspruch haben wird, wie das Ferris-Rad auf der columbischen Ausstellung, bleibt abzuwarten; jedenfalls gehört eine gute Dosts Muth dazu, sich von einer Schaukel 200 Fuß hoch in die Luft heben zu lassen. Die Bclo-Touchc. Man hat das Velociped und die Zimmerdouche mit einander verheirathet: Das Resultat der Kreuzung" ist die Vorrichtung, welche unser Bild zeigt. Es ist ein Doucheapparat, dessen Saug- und Hebepumpe durch das Treten zweier Pedale betrieben wird. Wer die hygienische Wohlthat der Vorrichtung genießen will, nimmt aber weder im Radfahrerdreß noch in fonstigem Costüm! auf dem Sattel Platz, der über dem Wasserbecken fest montirt ist, tritt fest auf die beiden Pedale und erzeugt damit, so lange er diese Bewegung beibehält, einen continuirlichen Wasserregen, der sich aus der über ihm befindlichen Brause auf sein Haupt ergießt, und der sich verstärken oder abschwächen läßt, je nachdem der Radfahrer am Ort" die Kurbeln rascher oder gemächlicher rotiren läßt. Die Velodouche", wie man den Apparat in Frankreich getauft hat. ist ein Beweis dafür, daß der Mechanismus des modernen Fahrrades sich nicht blos zum Fortbcwegungszweck ganz wirksam anwenden läßt. Vielleicht wird noch mancher Artikel für den Hausbedarf, zu dessen Betrieb eine gewisse motorische Kraft nöthig ist, von klugen Erfindern auf ähnliche Weise wie oben die Douche mit dem Velociped combinirt werden. Zukunftsmode. Donnerwetter, Franz, was hast Du denn da für'n Kostüm an!?". ' Gigerl: Ae, bin eben meiner Zeit voraus!" Kritik. Hören Sie, Fräulein Dorü spielt vom Blatt!" Gott, was muß es' haben for Druckfehler!" AlleAchtung. JungeFrau (zum Gatten): Siehst Du, Emil, die Würstchen habe ich ganz allein gewärmt!" Ein jahrliches Geschenk. A.: Na, was hat Ihnen Ihre Frau zumGeburtstag geschenkt?" 58.: Was sie mir um die Zeit immer schenkt, ein Kind!
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Amüsante Wissenschaft.
Das auf der Abbildung dargestellte Stück ist keineswegs so einfach, wie du glaubst, denn wenn du die Schere von der abwärts gekehrten Stellung (Fizur 1) in die aufwärts gerichtete gebracht hast (Figur 2) und willst nun, indem du die Hände Rücken gegen Rücken kehrst, die dritte Stelwng hervorbringen (Figur 3), so wirst du zu deiner Verwunderung gerade zu der entgegengesetzten Stellung gelangen, indem die Spitzen der Schere nach unten, nicht nach oben gekehrt sind. Der Grund ist darin zu suchen, daß du bei der Stellung Nummer 2 auch die zweiten Glieder der kleinen Finger mit durch die Scherenröhre gesteckt und dadurch beim Uebergang zur Stellung Nummer 3 die Schere gehindert hast, die vollständige Notationsbewegung zu machen, wodurch sie in die mit den Spitzen nach oben gerichtete Stellung gelangt. Um ihr diese Bewegung zu gestatten, darfst du nämlich nur die ersten Glieder der kleinen Finger durch die Oehre stecken. Thust du dies, so wirst du sehen, daß die Schere ganz zwanglos die in Rede stehende Vewegung ausführt, beziehungsweise die mit den Spitzen nach oben gerichtete Stellung einnimmt. Probates Mittel. Wie sich Dr. Schlau zu helfen wute. als das kranke Fritzchen die Zunge nicht zeigen wollte. Sr 3. Ländlich sittlich. Wie man sich am Congo die Zähne ziehen läßt. Schadenfroh. Hast Du's schon g'hört, Sepp, der Eichclbauer heirathet jetzt auch!" So dös is g'scheidt! I' hab' ihn so nie leid'n könna! Unangenehme Renommage. Gast: Die Suppe ist Versalzen Ihre Köchin ist wohl verliebt?" Wirth: Keine Spur! Die alte Schachtel renommirt blos damit!" I' bettle net!" Des Hansenbauer thut Aepfel herunter. Da kommt der Schulmeisters Fritzchen vorbei, sieht die Aepfel, die schon im Korde sind, gar begehrlich an und sagt endlich: Du. Hansenbauer, hast Du amol schöne Aepfel, aber i' bettle net, sonst werd' i zanlt!"
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4. Strenge a m unrechten Fleck. VT - ' Sie Josef! Ich habe Ihnen schon einmal gesagt, wenn Sie mit mir sprechen, so stehen Sie gerade!" Bitte sehr!" Nobel. Bankier (einer ' Dame einen Heirathsantrag machend): Ach Fräulein Elvira. wenn Sie meine Frau werden wollten, ich sage Ihnen, ich würde Sie von meinem Diener auf den Händen tragen lassen!" Auch ein Musiker. . Aber, lieber Freund, was machst Du denn? Du dringst ja mit Deiner Geige Tone hervor, daß die Leute auf der Straße stehen bleib'n!" Ja, weißt Du, ich will meinen Hund strafen, weil er mir eine Wurst a'stohl'n hat. Der kann die hohen Tön' nicht leiden!" Boshaft. A.: Sag' mal. lieber Freund, ist Deine Frau neugierig?" B.: Die? Die ist überHaupt blos aus Neugierde auf die Welt gekommen!" Die Hauptsache. Dame : Ich mutz Euch den Dienst kündigen, Christine. es geht nicht mehr. Morgens seid Ihr nicht aus dem Bett zu bringen; in der Küche geht Alles d'runter und d'rüber; Geschirr wird zerschlagen, daß es nicht aufzubringen ist; Liebes geschichten hat'S auch schon abgesetzt, und was ich rede und predige, 's ist Alles in den Wind gespro. chen!" Magd: Sell isch' scho' wahr. G'schirr z'samme'schlage', dees kann i' dapf'r. und gucket Se, wann i' au' noch so viel' Fehler hab' aber s sell' mueß m'r au' sage': 's mackt m' Alles nix, mei' G'mieth, dees isch' a leweil vergniegt
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