Indiana Tribüne, Volume 20, Number 252, Indianapolis, Marion County, 30 May 1897 — Page 10
Zndians Tribüne
ezle. Ein Künstler muß cs fein. Huinoresle von P. Gisbert. Wie hatte sie sich daraus gefreut, nun endlich einmal einen Künstler - Ausslug mitmachen zu-dürfen. Ihre Cousine Martba erzählte immer so viel von diesen Veranstaltungen, wie lustig cS dabei zugehe, wie gemüthlich dasKünstlervöttchen sei und wie man da -mit den berühmtesten Leuten zusammen komme, deren Name täglich Mindestens zweimal in der Zeitung stehe. Cousine Martha hatte es allerdings gut. Ein Freund ihres Bruders war Bildhauer und Mitglied ks Fünstler-Vereins". ) der ihr und seinem Freunde stets Bil- ' lets zu den gren Künstler - Verani staltungen besorgte. Nun endlich würde auch sie die Herrlichkeiten, deren Beschreibung sie oft ge- ' lesen, mit genießen dürfen. Jenem gefälligen Freunde ihres Vetters war cs geglückt noch drei Billets zu beschaffen: sie durste mit! Es gab am Tage des Künstler-Aus- . flaqes im Umkreise von zehn Meilen i kaum ein glücklicheres Wesen, als sie als Adcle. Ihre lanaqeheaten Wünsche sollten beute in Erfüllung eben. Unter den Menschen, deren Werke sie so oft be- , wunderte, sollte sie heute weilen, ihre eistesvollen Gespräche hören. Diese Künstler, die überall alsPoesie erscheinen, wenn dem Dichter dieProsa, seiner Schöpfung zu dick wird, diese Allerweltseroberer, m die sich in Jta lien die Herzoginnen undPrinzessinnen nur so dutzendweise verlieben, sie wird sie heute in der nächsten Nähe sehen können. Alle die herrlichen Erzählungen, in denen der poesieumwobene Bildhauer den Fürsten mit dreiundsechzig Ahnen aus dem Herzen der Gräfin verdrängt und der allbegeisternde, sagenhaft schöne Maler mit dem Sammetiaquet und dem liebeglühenden Herzen zwei Herzoginnen in den Tod jagt und dann ein einfaches Modell von der .spanischen Treppe" beiratbet. alle dies: Erzählunaen schwirrten ihr im Köpfchen. Adele war. trotzdem sie die Selekta der höheren Tochterschule erreichte, sogar Physik gelernt hatte und Chopin sche Nocturnen spielte, ein naives Kind Geblieben. Wie sich die Kinder vorstel len, daß ein Könia mit der Krone zu Bett geht, so glaubte sie, der Künstler habe immer ein Kunstfeuilleton im Munde. Die Mutter Natur hatte sich bei Adelens Entwicklung den Scherz erlaubt. sie so ganz gegen die Art der Ellern weroen zu la en. Weder Papa noch Mama hatten Kunstbedürsnisse. Papa hatte durch eine gute Arbeitslobnberechnuna in der Knopffabrication ein großes Vermögen erworben und Mama stammte aus einer praktischen Gärtnerfamilie, die so klug gewesen war. vor achtzig fahren ein Grundstück für fünftausend Tbaler zu erwerben, das jetzt eine balbe Million werth ist. ra, mit Intelligenz und Fleiß kann man es zu etwas bringen, wie das Mahnwort so hübsch lautet. Weder Papa noch Mama hatten .großes Verlangen, den Künstler-Aus-slug nach Grünau mitzumachen, wollten aber dennoch ihrer verzärtelten. Adele die Freude Nicht verderben. So standen sie denn am Tage des Ausfluges im fürchterlichsten Gedran ge Adelen zu Liebe um auf den Festdampfer zu gelangen. Die Enge war kleider- und lebensgefährlich und das eine über das andere Mal rief die geängstigte Mama dem Töchterlein zu: Jieb man acht, daß et Nicht zu sehr verlnauscht wird. Das hellblaue Kleid nämlich, das Adele extra zu diesem Vergnügen ange zogen, stand ihrer schlanken Gestalt sehr gut, das süße Kind wußte es. Das blaue Kleid wäre auch wirklich sehr maltraitirt worden, wenn nrcht ein junger Mann, soweit es in seinerMacht stand, den Raum für Adele erweitert hätte. Der junge Mann schien im Großstadttreiben sich eine große Geschicklichseit angeeignet zu haben, im Gedränge die Nebenmenschen dünner zu machen, denn im Nu hatte er zwei Theilnehmer des Künstler - Ausfluges so zusam mengepreßt, daß Adele etwas freier aufathmen konnte. Sie sandte einen Blick des Dankes zu dem Retter ihres Kleides empor, senkte ihn aber bald zu Boden. Welch gluthvolle Augen hatte er und wie schön, wie genialisch sah er aus! Wie eben nur Künstler aussehen können. Der schwarze, breitränderige Schlapphut saß keck auf seinem interessanten, von einem Vollbart umrahmten Kops und dieEnden eines wildgeschlungenen Halstuches fielen malerisch auf sein Jaquet. Er lüftete seinenSchlappHut und warf dabei mit einer unnachahmlichen Bewegung das Haar, das ihm in die Stirn fiel, zurück. Alles so frei, so ungezwungen, so künstlerisch! Adele hätte noch eine Stunde in dem Gedränge stehen mögen. Sie litt durchaus nicht so darunter, wie Papa und Mama, die sich gegenseitig Vorwürfe machten, daß sie die zwei Dampfer, die schon abgefahren seien, verpaßt hätten. Papa fand die Ursache in der Länge der Mahlzeit, die sie vorher eingenommen und die in dieser Ausdehnung gar nicht nöthig gewesen wäre und Mama betonte den Umstand, daß man in solchen Fällen immer Droschke erster Jüte" nehmen müsse. Sie hatten's ja dazu. Adele am die Sache gar nicht so
schlimm vor. sie faßte sie von der poekl. schen Seite auf. fand das Gedränge in tereffant und als der Retter ihres Klei-
des. ihr Nachbar mit dem breitrander:gen Schlapphut d) fc:n Scherz man versagen konnte, ja die Künstlet sind oft in einer gedrückten Lage", da vermeinte sie. thd Künstlcrgcistes ge waltigen Hauch zu spuren. aren der Postsecretar Müller und der Raus, mann Ratke, mit denen ihr Papa einen Seat spielte, wohl jemals aus einen o witzigen Einfall gekommen? Schwerlich! Der jungeMann schien sich nun ganz als ibr Cavalioro sn-vanU; ZU suh len, er stellte sich höflichenocisc sofort den Eltern vor, mit jenem Gemurmel, das man in dcr modernen Gesellschafiöwclt als Namensnennung zu acceptircn übereingekommen. Der Name kam Adclen rn letocrn Falle vcruymt vor. Cr rnufctc ein scbr bekannter Kirnst lcr sein. Da war kein hervorragender Mann in der Gesellschaft aus den vier Ausflugs - Dampfern (sie hatten in zwischen einen mit Mühe und Noth er, r. ' ' v . i i ?? ..l. klommen), von ocm er ma)l inicrenanie Geschichtchen zu erzählen wußte. Ihm schienen die tcliergeheimnijje sammtlicher iiuni:r vertraut. Und wie zuvorkommend war er gegen seine Gellern! In wie glänzendem Lichte zeigte sich seine bescheideneKUnstlernatur! (5r versäumte es nie, den Hut zu lüften, wenn er einen College bemerkte, während litte kaum den Finf.x an die Krempe lezten manche sind '. 'un einmal so paig. Aber den echten jlnnstlcr ziert Äescheidenheit. Und er" war ein echter Künstle? und angenehmer Plauderer dazu. Ueber alles wußte er zu reden. Mit Papa redete er über, Termins und Grundstückpreise, über Geschaftsconzuncturen", der Mama erzählte er scherzhafte Anecdoten von früheren Künstlcrfestcn. die er alle mitgemacht und Adcle weihte er in die Kunst der Pinselführuna ein. Nun konnte sie, wonach sie sich so lange gesehnt, ein Gespräch mit einem Künstler über die Kunft führen, über Farbenmischung, Farbengebung. Helldunkel. Freilicht und Pinselführung. Sie schwclate. Und er" wußte so deutlich und praktisch darüber zu sprechen. daß selbst Papa, dcr sonst von dem Kram" nicht viel hielt und einen gewonnllckcn Älioerdoaen von einem Menzel nicht zu unterscheiden vermochtc, sich dafür interernne. Adele war beseligt. Wie ein schöner Traum erschien ihr alles. Erst das La chen der anderen weckte sie aus ihren Träumereien, sie blickte auf und sah, wie dcr interessante Maler und Papa mit ihren Vicrseideln, die sie sich aus der Schiffs - Kantine herbeigeholt, an stießen, sie-scknenen schon ganz befreundet. Papa trank auf die Kunst, Herr Panske oder Froschke" (so ungefähr war ibr sein Name eii.chicnen) auss Geschäft." ,,(5r" mußte ein Künstler sein, dcr ganz in seinem Berufe aufging, für andere Dinge schien er wenig Interesse zu hegen. Als sie einmal den Versuch machte, in ibrer höheren Töchter-Stim mungauf Poesie und dasMärchenland Indien und Sakuntala zu kommen, war er ehrlich genug, ihr einzugestehen, daß er von Puntala oder Schuntala oder wie die indische Stadt heißen möge. rccrnq gelesen habe. Auch im Walde, wo siw die Festgenosscn lagerten, blieb er ihr Cavalier. Er schaffte alles herbei. Stühle und Teller, besorgte, indem er unter dem Schlachtruf Irnis Poloniao vier. Professoren der Bildhauerkunst umstieß, mit Todesverachtung die nöthize Maibowle, kurz machte stch nützlich, wo er konnte. Sie trafen auch Cousine Martha im Walde. Martha spazierte mit ihrem Bruder und dessen Freunde, dem BildHauer. Nun brauchte Adele nicht mehr zurückzustehen, auch ihr Begleiter war ein Künstler. Und Überdies erschien ihr ein Maler poetischer als ein Bildhauer, der so viel mit schmutzigem Lehm zu thun habe, während ein Farbendichter, (wie ste sich ihrer Ecusine gegenub:r ost schwärme- , risch ausgedrückt) sofort die Poesie auf die Leinwand zaubere. Was war das aber für ein ironisches Lächeln, mit dem ihre Cousine, nachdem ihr der Lildhaueietwas ins Ohr geflüstert, sie begrüßte? O die Künstler sind ein neidisches Äolkchen, dachte sie und vielleicht doch, wozu sich über den Neid des Bildhauers oder auch den der Counne den Kopf zerbrechen? Er" war ein interessanter Mensch und auf deniNachhausewege waren auch Papa und Mama darin einig. daßHerr Panske oder Froschke ein sehr netter Mensch" sei. Adle hielt ihn noch für mehr, für viel mehr als nett. D:r interessante nette Mensch hatte Papa seine Visitenkarte gegeben und versprochen. bald seinen Besuch zu machen. Im Coup,5 der Eisenbahn lrar es zu finster die Bisttenkarte zu entziffern, aber im Restaurant, das sie unterwegs noch aussuchten, bezähmte Adele ihre Neugier nicht mehr. Sie a (und wurde bleich, daß -Mama sie erschrocken ansah) Hermann FranSre Pinsel - Fabrikant. Und darum konnte er so gut über Pinselführung" sprechen und Grundton und weick)e und harte Linien. Und darum waren ihm alle Maler bekannt. Q ihre Illusionen! Aber Papa und Mama waren durchaus nicht so er schllttert. wie das arme Töchterlein, das bis zur Selekta gegangen war und Ehllinsche Nocturnen spielte und aus Wol fs Tannbäu er" citirte. Und wer weiß, was trotzdem noch daraus wird. Er trägt doch immerhin einenSchlapphut und einen wild genial geschlungenen Schlips, sieht interessant aus und macht d! Ki'tistlkeft.'. mit!
Adele wird es sich vielleicht doch nocy
überlegen. Der Todtcukranz. V Von Alfred Friedmann. cn Varis ereianete fies) voriaes abr folgender Fall, der die Aufmerk. samkeit der Gerichte und. nach der VerHandlung, die keines Geringeren, als des alten Nörglers Francisque Sarcey auf sich zog. Irgendwo im Quartier der Temple, wo die fünf- und sechsstöckigen Häuser die Urquellen ocs vuncie de Paris, der .Quinauaillerie" umicklieken. wo Puppen und Knöpfe, Tabakspfeifen i. jr. jf. ? I , . . c ii iio (cnmuaiacgcn gearoenel weroen, lebte eine junge Frau mit ihremManne. Sre waren sehr arm, aber glücklich. Er drehte Knöpfe für einen ganz rechtschaffenen Bourgeois, der aber wirklich nicht mehr für das Gros zahlen konnte. als er that; denn auch ihn drückte die , c c. cn : r. ri ir;. upnemrenz ver -prcic iiaii. auie junge Frau machte Blumen; künstliche natür lich, aus Papier, aber fast so schön wie die Natur. Auch für den Wohlduft ihrer einzigen geliebten Kinder sorgte sie, indem sie die zarten Gebilde mit den dazu bestellten Essenzen besprengte. Sie lieferten alle Samstaa Abend ab. und Mann und Frau verdienten so ihre zwanzia Franken die Woche. Sie brachten es sertia, davon zu leben: ihre Miethe, ihren Unterhalt an Essen. Kleidung, Wäsche zu zahlen. Ja, der Mann rauchte loaar Tabak. Aber nickt in dem einzigen Hofzimmer, in welchem geschlafen, gegen en und gearoenet wurde! Denn die Blumen Marthe's hätten den narkotischen Duft angenommen uno nicht wiever verloren. 5lules liebte seine finni über Alles. und besonders ihre weißen, bleichen Hände, mit denen sie Gottvater ins anowerl psujchte uno im Winter Vto sen, im Frühjahr Astern, im August Veilchen und im October Anemonen zu Wege brachte. An Sonntagen gingen' die eiden wie zwei Pariser Äerlieote nach Asnieres, Argenteuil, aßen Fische unter einer (Veifzolattlauve Tonnello nennt es der Franzose und , dann rauchte ?!ules und küßte unaenirt seine Martbe nach öerzenslust. An ibren rothen Lippen blieb nichts vom Gerüche des angebrannten Krautes hangen, das Jean Nicot zuerst nach Frankreich gebracht haben Zoll, das in Jops und Schwert", in Schach dem König" eine Rolle -spielt und eine Menge schwerer Kupfersous in anmutbiaen Rinaeln durch die weiche Luft an den Seinegestaden schweben ließ. Das waren schöne Zeiten. Auch gute für das französische Monopol. Aber es kamen andere. Marthe hustete und blieb wochenlang bettlägerig. Jules überarbeitete sich, um die wo chentlichen zwanzig Francs allein zu verdienen. Und dann sollte noch der Arzt bezahlt werden, erst für die B;. suche bei Marthe, dann bei Jules. Er war ein trefflicher Mensch, der Doctor, hatte ein Einsehen, aber selbst keinVermögen und wollte doch auch leben. Das stecht dazu gab ihm die Rettung Anderer. Aber Jules starb unter seinen Sän den. Marthe lag auf ihrem Leidenslager und begriff erst gar nicht, was um sie vorgegangen war. 'Sie sah zur Decke, der Blick galt aber demHimmel. Er war voll bitterer Schmerzen, gramvoller Verzweiflung, verstohlener Anklage und zumeist voll zehrender Thränen. Aber wie viele solcher Blicke sieht der Himmel gleichgültig, sah sie gestern. wird sie morgen schauen! Würde er nicht helfen, wenn er könnte? Aber der Himmel kann nicht. Die Dinge sind da, ob wir sie gut oder böse nennen, sie wa ren stets das was sie sein mutzten! Es fand sich kein Sou im Hause, dennoch wurde der arme Jules auf Montmartre begraben. Marthe ging den weiten Wea hinter der Bahre drein. sie war fost die Einzige.-Sie sah den Mann ihrer Jugend abladen, wie einen Ballen Waare; sie sah ihn einscharren und brach ohnmächtig zusammen. Man half ihr ein wenig, sie kam zu sich. Dann kümmerte sich Niemand mehr um sie. Sie saß stumpfsinnig auf oem kalten, leeren lsrabe, das einstweilen nur ein Holzkreuz mit dem Namen Jules Vernier. gest. 16. Septbr. 94 gierte. Um sie her schwärmten die Bienen es musicirte in Büschen. Die Grab denkmäler. nahe und ferne, erhoben sich marmorkuyl in das Blau, kleine Gärt chen voller Rosen und Nelken umstan den sie: Kränze, echte, verwelkte und unverwelkte, wie Marthe sie zu machen vernano, hingen um geborstene Sau len, welche ein Symbol mitten im Le ben und Streben geknickter Menschen linder darstellen sollten. Bekränzte Ur nen standen da und an den Wänden standen Mausoleen, von Pariser Arte misten ihren beweinten Gatten mich tet. Da überkam Marthe so recht dasGefühl ihrer Nichtigkeit und Armuth. Einmal, sie erinnerte sich, hatte sie mit Jules bei einem sonnigen Spaziergng vom Tode gesprochen. Scherzend, denn Keiner dachte ernstlich daran, mit zwanzig, fünfundzwanzig Jahren! Jules sprach damals die Hoffnung aus, daß Eins das Andere nicht vergessen, sondern ihm ein liebevolles (!eder.en bewahren möge. Du wirst mir Blumen bringe.:. frische und von Deinen!" so sagte er. Und sie: Ach, Jules, ich sterbe ja vor Dir!" Dann hatten sie sich umarmt und von etwas Freundlicherem gesprochen. Nun lag er da unten und keinBlümchen duftete ihm Grüße von ihr. Nur ihre Thränen sickerten zu ihm hmabs Ob er sie wohl fühlen würde? Verwirrt blickte sie um sich. ' Es war Zeit, u gehen.
Di Arbeit rief, und wenn sie leven wollte, so mußte sie arbeiten. Sie bc
so.s. keinen Sous; sie schickte sich an. den 'weiten Weg zu Fuß zurückzuwandern. Laut schluchzte sie nochmals auf er da sie allein tni furchtbaren Paris das war erst die wirkliche Trennung. O, wenn sie hier hätte sterben können. Willenlos, mechanisch schritt sie den -.PL l ' ' ttiespsao entlang. Da kam sie an einem iunaen Grabe vorbei, das ganz mit Blumenkränzen überschüttet war. Kränze mit Schlei fen. ohne solche. Bouquets von Ehryjanthemum und Lilien. Palmenblätter. Mit Tausenden von Veilchen bedeckt, verbreiteten nen sinnverwirrenden Duft. Sie stand stille. Ihre Hand zuckte. Dieser ist so aut todt, wie ?lules: !hm nützen die Kränze so wenig, wie Jenem; er hat ihrer hundert, Jules ist ganz vereinsamt an Liebe, so scheint es." Aber eö scheint nur so. Ihre Liebe ist anz bei ihm. Ihre Liebe verdeckt ihr einen Augenblick das göttliche Gebot, das die Menschen angenommen: Du sollst nicht stehlen!- Stehlen? War das gestohlen, wenn sie einen Kranz nahm und ihn zwei Schritte weiter wieder niederlegte auf das Grab ihres JuleS? Würden dieReichen. . V !! Ptf-'L roeiaze iene statte io maylos oeoacyl, ihr nicht selbst aus ihre Bitte einen Kranz hinüber tragen? Es war Nie mand zu sehen. Beraubte sie den Ver olichenen? Bereicherte sie den Elnsa men? Diesem aber war derSchmuck ein Zeichen; sah er herab oder herauf, er wußte, er war nicht vergessen! Sie hatte Wort gehalten. Noch lange sann sie hin und her. Denn es wurde ihr nicht leicht, ein Un recht zu thun. Endlich mußte dies doch der Zweifelnden das Beste erscheinen : sie hob einen Kranz auf, und trug ihn stille, offen, langsam an das Holz kreuz Jules' und ließ ihn daraufgleiten. Sie glaubte einen Seufzer der Befreiung zu vernehmen, so wie der Hauch von seinen Lippen, als er starb Aber das Auge des Gesetzes hatte ge wacht. Sie ward festgenommen. Sie mußte unter strömenden Thränen Namen und Wohnung angeben, ein Wun der, daß man sie nicht gleich ins Gefängniß setzte. Nach einigen Wochen ward sie vorgcladen. Der Richter sprach furchtbar gelehrt. Diebstahl sei Diebstahl. Wo solle man in diesen verworrenen, religionslosen Zeiten hinkommen, wenn man Vergehen gegen den Wortlaut des Gesetzes an heiligen Stätten und im Namen der Religion entschuldige? Die Wittwe habe vorgegeben, sie glaube, daß der' Mann ihren Gruß empfinde, verstehe! Wenn man das Gefühl in das Recht dränge, so rüttle man an den Grundpfeilern des Staates. Er kenne keinen mildernden Umstand: Aus Aberglaube stehlen! Ein mißfälliges Gemurmel ging durch die Versammlung und der OberMinos drohte, den Saal räumen zu lassen. Der Richter fuhr fort: Gesch sei Gesetz, und dieses schwebe über allen persönlichen Sonderaufsassungen, als unverletzbare Gottheit ob'denMenschen. Als Sokrates den Giftbecher trinken sollte, gab man ihm zu verstehen, daß er entfliehen könne. Aber er lächelte nur und sprach: Selbst wenn ein Bürger ein Gesetz als schlecht erkennt, und er übertritt s, darf er sich der Strafe, die nun folgt, nicht entziehen." Der Anwalt Marthe's sagte, der Ankläger habe Recht. Aber und er schilderte nun ihr Elend, ihre Liebs, ihre Hingebung; die That fei erklärlich und verzeihlich. Wenn schon Sokrates und Plato angerufen werden müßten: Dort heiße es in der Apologie: Die Poeten seien nicht geleitet von der Weisheit, sondern durch gewisse Impulse der Natur iflid sie glichen Pro pheten und Sehern, welche ine Menge schöner Dinge sprechen, ohne sie zu verstehen, gleichsam in heiligem Wahnsinn. Die That Marthe's sei eine poetische. Aber das Publikum wollte gar nicht mebr hören. Es weinte. Marthe ward zu einem MonatGefangniß verurtheilt. Nur nach dem sehr schönen französischen Gesetz Verenger. Nach diesem hat ste die Strafe anzutreten, wenn sie sich emes zweiten bürge: lichen Vergehens schuldig macht. Sie hat sich vergangen, aber ihr Vergehen war ein solches, daß es erst durch ein neues strafbar wird! A'uö der Klinik. Pro fessor (seinen Hörern einen Patienten vorstellend .Sie sehen, daß das rechte Bein des Patienten kürzer ist als das linke und dak er m ftolae davon ymlt. Was würden Sie nun in einem solchen Falle thun?" Ein Hörer: n Ich würbe auch hinken!" Mißverständniß. Schwiegermutter (Wittwe): Jch denke in der Ehe wird auch auf meine kleinen Wünsche Rücksicht genommen werden." Schwiegersohn (gelassen): Heirathe ich Sie oder Ihre Tochter?" Schwiegermutterschmelzend): Wie Sie wollen. Herr Schulze, zu alt bin ich durchaus noch nicht dazu." DerzärtlicheEhernann. Mann (in die Küche tretend): Es riecht so sengerig hier; diö Gans ist doch nicht angebrannt?" Frau: Nein, aber ich bin mit dm Kleidern zu nahe an den Herd gekommen! Mann (brummend): Na, so etwaS AehnlicheS war's also doch!" Ein geplagtes Weib. Mann (schreibend): . . LSitte, sei end. lich einmal still ich kann bei dem ewigen Geplapper keinen vernünftigen Gedanken fassen. Frau: Natürlich! WaS Du doch AlleS von mir verlangst! Jetzt soll ich Dir wieder durch mein Stillschweigen zu einem vernünf. tigen Gedanken verhelfen!" '
fcfckk
mOw f' fN "t " 't' "t ' t 't i VX 4- ; T y f s j s f Sf s'f Daö ist so. s Bettn wtt wiflen. eiche der beste Artikel ist. so ist l bai Beste, diesen ju kaufe und u gebrauchen. di ist in der ganzen Weit bekannt, daß
VwVwVT i ii 45 7w?C vi; j v T W v yp A' . t 'tsk. V vVt i yp Y T k mc
St. Zakobs el, dU große Medizin für Schmerzen, die best bekannt ur ist für Verrenkungen, Quetschungen, Steifheit und Empfindlichkeit. Da da Beste ist. warum et nicht al da) beste gebrauchen? Ob ift tue sicher Kur, in prompt Kur, tn dauernde Kur.
vi - 'I T vAr v vix vi
T 'r zk.
' Vn r Sj s'f Sf s'f s'jf v4' viy vA' vi.' vl' vix vix vi- vix vi vi v4 vix -iT j'T fT -i't -'T i't i'T tTt- -'T T- T'fc T 'Z. T Z Z T sf 'tN 't 'TN 'tX 'tN 'TX 'TN -'T
SjlÄÄÄÄAlsÄÄZ
Agenten verlangt
:: für eine neue Karte von ::
Deutschland mL 48 Soll x 36 Soll. Auf schwerem Papier mit IW Schicke $1.00 für Muster
Hüarad McIsaSIy and (Co., CHICAGO, lULi, ca;ij:i:roran
, , --.. j. : , 'liJa:l'Vrw . K?-sy Wlx''. VjipMA,
y&smMM
r p'-
fo'mel Srothers, Ro. 1 West Wastingto StraHe, ZVssreKr,ts dftii1 Bank.)
Tin europäisches Departement.
sungen auf alle Städte Europas. Schifföschtine nach und don Europa. An und Verkauf ausländischen Geldes.
flome Brewing Comp, : Immer noch eine : UZT Union Brauerei.
Unsere beliebten Biere find rein, schmackhaft, stärkend. Für den Familiengebrauch sind besonders folgende Sorten zu empfehlen, die sämmtlich in Flaschen zu beziehen sind: Columbia, Malz - Extract und Pale Select. Bestellungen werden nach allen Theilen der Stadt prompt abgeliefert. HOHE BRETOG CO Teleuhon 1050.
Uj
tau$ - Nemignngszeit.
Größte Auswahl von Möbeln, Teppichen, Matten, Roulleaux, SpitzenTorhängen und sonstige Artikel, für deiche Sie nur fragen mögen, zu den allerbilligsten Preisen. Pickwick BieheleS . . . $33.00. HAUEISEN & HARTMAOT, 167 und 169 Ost Washington Str. einen halben Block östlich vom Courthaus.
iPraitaaiM Coranntty EHMÜi 4?o.
& L. Lockribge - - Eigenthümer. " lue ÖuEam jeäEii fyt. Telephon 1765. 2, M und 6 Nord Eaft Straße 2, XiMMJß. Bestellungen wndm prompt ach allen Theilen der Stadt ' ?t.
t j
T ' TX V V yf Xt-drii. ?W$t lL 4 f vi. A''A VF Ver. Staaten. 11 schöns Lnrben. Stöcken znm Ausrollen. und Bedingungen. Wechsel, Creditbriese und Postanwei-
T T -44V
4'Ts 't 'k k vfTTfr tv -4&.'YX 'is V 'V 'V vi v $ yl "X. k'
. .
'. F. Srnitlier, geschickter und zuverlässiger CompositionsDachdecker. Theer- und KicZ.Dächer, AspbaltrScher, ! ALSestosdächer, Gilsoniteiächer und alle Arten der bisten fertigen Dächer. Großhändler in allen Sorten Tachdccker'Mattrial. Verzogen nach 131 ä. ?!arylond Str.. i Cqu? itlich, Qit Senate Arenue. Telephone 851. Jndianavolis. Snbl Aergcrt Dich Dein Auge so reiße e nicket au, und werfe ti uiatt von ?ir I sondern wende Tich an Ovr c 5 C 1' 'ovUlii. ni itl- . . I .1 r rgscffi JtsSc dm-MWo - optic!am-ucn9 111 lri!U tr Kr., . . ' n. r re. i. Ltn lOri INDIAMAP0H5-IND. wo an Dir für Deine Auge das nSthiae Sla anfertigt, künstliche Auge werden ichmerito gesetzt. Brillen werden nach den beste Metboden den uge an geoaht. M'aono.üO.ltssKWs Saloon u. Billiard-Sall No.92 Oft Washington tr. Jokn Meilcrcher, , Eisentbümer Immer noch am alten platze ! JACOB BOS. Jmportirte und einheimische : : : Weine, Whiskies, Vrandics, Kupserbei'jj Gold" Great Western Champagners RHeus und Waukesha Wasser. 36 37 Süd Lelnwrs Str. Tel. 1669. Die reinsten und besten Weine aUtx Sorten, importirte und einheimisch; ie. Rye u. Bourben Whiskies, sovie die berühmten West Baden und Martinsville Alincral-Msser in Flaschen. : : : : Jmportirte ( (öwenbrön Und Flaschenbiere: ( Würzburger. JJetzgen Telephon 407. 5252SSlS2S2SESES2S22ÄS2S22Sa g OKCE TOEDsttWAYf CSEP. Oxc&m BAR FIXTURES, OßAlM BOARDS AND AU hTln. XInc, Dross Coppen Xilokol end eil Kitchoit onü $ Ploted Utensiln Cj Clc03V7ood, MarbloFsr 2 cetaln, Etc B tAM0 mjm uauu i4 abwnwib wr in nwrriRHni toU KuofkAtarn jU fropritot. 205 at Waaminatom St.. tMDUMA6t.t. H 7e m-iWc5' mll. SZS2SZS2S2SBS2S?S2S2S2SZSS CCT Zum Verkauf in Apotheken 25 Cents per Pfund. tein, Abstracter of Titles, Ecke Market und Pennsylvania Str The Lsmcke, vutte 229, eine Treppe ;och. Telephon 1780. Jndianavoli. Zermalmten und ganzen T o k e zu habe bei Ire
T.
UZT
Oo
Si 'iiir'V z i :JS : fj Z ' ;ii 1 2 fc " IIP i 5 roa 3
ffi fteooc.
M
Theodor
M'polis Ctas Co
