Indiana Tribüne, Volume 20, Number 210, Indianapolis, Marion County, 18 April 1897 — Page 9

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Mswus Tribüne, sllsae. Zlorcnce. 3Iad fcem Englischen der Mrs. Hunzerford. Jedfalls bist Tu versöhnlicherer Natur. aV ich ct&avTot, Digby. so aprzstophiri Dteioi Carlton den Mgen schlanken Lancier-Offizier. der. balb von den Falten einer schweren Samiuetportiere verborgen, den wal?e.lden Vaaren zusieht und dessen lorschenke Blicke eine bestimmte Person zu siier. scheinen. Mcso?" fragt der junge Offtzier läckelnd. . , . j cr : iniihiti Uten, i) yave von aisaiwii .u in Erfahrung gebracht, daß Du seit mehr als drei Wochen Miß Gascoigne's cracbe::ster SNave bist." Sklave nun, was das betrlsst "übrigens gestehe ich gern, daß sie lntr gefallt Das genügt." erwidert Carlton lachelnd. So hast Du also doch die Vergangenheit' vergessen und vergeben. . . ' . v.r. :.. v: ff...... , cq oacqie, iuuivti iyi iu- , dalöse Behandlung, die sie Deinem Cousin. Sir Charles, zu Theil werden ließ, niemals verzeihen Was willst Du damit sagen?" ruft Vere aus und fährt rasch herum, dem Sprecher voll in's Gesicht zu sehen. Wovon faselst Du? Die Frau, die Charles Vere in den Tod getrieben, hieß Florence Grant." Und heißt jetzt Florence Gascoiane." Vere bricht in lustiges Lachen auZ und atbmet erleichtert auf. Mein lieber Freund. Du bist im Irrthum. Fräulein Gascoigne war nicht verheirathet." Das weiß ich. aber sie hat ihren Namen geändert, weil eine entfernte Verwandte sie zu ihrer Universalerbe einsetzte mit der Bedingung, das; sie ihren Namen ändere." Eine Minute herrschte lautlose Stille. Es kann mehrere dieses Namens geben," flüsterte Vere endlich mit heiserer Stimme. Sein Blick sucht Hilfeflehend Carltons Gesicht, als wollte er ihn bitten, diese seine Vermuthung zu theilen und Carlton erschrickt, als er die furchtbare Veränderung bemerkt, die seine Worte in des Freundes Zü- ' gen hervorgerufen. Sieh mal,Vere, es thut mir furchtbar leid. Lieber hätte ich mir die Zunge abgebissen, wenn ich gewußt hätte Aber," stammelt er rathlos. ..ich wußte nicht. daßDein Herz so tödtlich getroffen ist und übrigens, es thun ja das hundert Mädchen, und es war vielleicht nicht so arg!" Ein leichtes Rauschen und Knistern zeugt davon, daß Jemand den kleinen ÄZaum betreten, den die Sammetvorhänge vom Saale abschließen. Doch die Beiden sind zu erregt, um es zu bemerken. Vertheidige Fräulein Gascoigne nicht," unterbricht ihn Vere mit schneidendec Schärfe. Ich habe die Geschichte seiner Liebe und ihrer Niedertracht vcn seinen Lippen gehört, bevor er starb. Sie kolettirte mit ihm. bis er halb toll in sie vernarrt war und als ein reicher Freier in Sehweite kam, gab sie ihm den Laufpaß. Sie brach ihm das Herz. Das hat er mir selber gesagt. Und an diese herzlose Cokette sollte ich meine Gedanken verlieren? Ich habe in Indien geschworen, ich würde sie ausfindig machen und für ihre Niedertracht strafen; ich würde versuchen, in ihr kaltes Herz einen Stachel der Reue zu bohren. Jetzt kann ich's nicht mehr. Sie war mir theuer ich wußte es selbst nicht wie theuer bis jetzt, da ich weiß, daß ich ihr freiwillig nie mehr in's Antlitz sehen werde. Es ist vorüber, ein verflogener Traum. Ihr Antlitz gleicht dem Himmel, aber ihre Seele muß schwarz sein wie die Hölle. Und wenn's mein Le bensglück kostet, ich reiße mir sie aus dem Herzen." Du mußt ihr Gelegenheit geben. sitf zu rechtfertigen, lieber, alter Jun ge, da es mit Dir so steht, um Deines eigenen Glückes willen, gieb ihr Gelegenheit dazu, vielleicht " m l 4 r t iT . nimmermehr: oicy einem ue schöpf? will keine Rechtfertigung hören. Ich will kein Wort hören, das von diesen falschen Lippen kommt. Genug, lassen wir das." Und ein Lächeln auf die bleichenLippen zwingend, fuhr er fort: A propos, wie ist's mit dem Rennen, wirst Du theilnehmen?" Nein, aber Du hast, höre ich. die Wahl zwischen zwei Nennen. Ich bin froh, daß Du nicht übernommen hast, Jounge's Firewater" zu reiten. Das ist ein gefährliches Thier." Ich habe meine Absicht geändert. Ich werde den Jirewater" reiten." Ich thät's nicht. Vere. Ein Roß. das schon einen Reiter getödtet " Ich werde ihn reiten," erwidert Vere ungeduldig. Er wird als Erster hineinkommen. Und übrigens was thut'S wenn auch! " Kaum ist Carlton gegangen, als sich die Portiere, von starker Hand beiseite geschoben, theilt und eine junonische - Mädchengestalt mit geisterbleichem Geficht und flammenden Augen Vere gegenüber steht. Kommen Sie hier herein," spricht sie gebietkrischen Tones, mit einer königlichen Bewegung auf das Teppichgemach deutend. Er folgt ihr. sie läßt die schweren Flügel niederrauschen und Beide blei Im allein. So!" beginnt sie mit leiser Stirn nie, die trotz der darin zitternden Lei

denschaft melodisch klingt. Sie haben also beschlossen, mir keine Gelegenheit zur Rechtfertigung zu geben. Sie

wollien mich behandeln wie oen iauo unterJhrenFüßen;mich, dieSie gestern noch für würdig hielten,Jhre Frau zu werden?" Ach." stöhnte er ins Herz getroffen, gestern Nacht!" Aber Sie sollen mich hör:n," lies sie mit flammenden Augen, indeß ihre zarte Gestalt, vom inneren Sturme ge n.itrrfi. bebte. Sie werden keine Rechtfertigung hören, denn ein Mann, der ungehört verdammt, verdient es nicht; nur die Wahrheit will ich Ihnen enthüllen und dann, dann " die Rechte ansHerz pressend, um das stürmische Pochen zu beschwichtigen, wenn Sie erfahren haben werden, daß meine Seele nicht schwarz ist wie die Hölle, daß ich nicht der Beleidiger, sondern die Beleidigte bin. dann " ein heißer Strahl zuckt über ihr Antlitz hin werde ich's verschmähen, Sie anzuhören." Ihr Vetter Sir Charles Vere hat vor zwei Jahren um meine Hand angehalten. Ich war noch sehr jung, fast tiörfi ein Kind. !t& liebte ihn nicht. meine Leute überredeten mich und ich willigte ein. Wir verlobten uns; anfangs kam er so oft wie üblich, dann gegen Ende der Brautzeit täglich, oft zweimal des Tags. Das überraschte mich, denn sein Benehmen war ebenso kühl und gemessen wie zuvor. Oft kam es mir fast komisch vor, daß. er uns besuchte zu einer Tageszeit, da er doch wissen mußte, daß ich mit meiner verheirateten Schwester ausgefahren war. Ich hatte noch eine Schwester i Sie athmete schwer und fuhr leise fort .eine kleine Schwester, deren Erzieherin in meinem Alter war. Sie war sehr schon, viel. mei schöner als ich. Eines Tages, als ich von meiner Spazierfahrt früher als gewöhnlich nach Hause kam, ging ich"geradewegs in's Schulzimmer. um nach meinem Schwesterchen zu sehen. Sie war nicht dort, wohl aber traf ich Sir Charles in traulichstem tete a tete mit Frau lein Minnie, doch der Name thut nichts zur Sache. Ich kehrte um, ohne ein Wort zu sagen, denn le hauen mich nickt bemerkt. Beim Diner schützte ich Kopfschmerz vor und blieb auf meinem Zimmer. Am nächsten Taa war das Fräulein fort. Meine Leute stellten Nachforschungen an. aber ich schwieg. Eharles kam uno ging wie bisher, aber mein Kopsschmerz wollte nicht weichen. Endlich faßte ich Ä!uth und ging hinunter. Sir Charles wartete in der Bibliothek. Als er mich erblickte, kam er mir entaeaen und wollte mich küssen, aber ich stieß ihn weg." Wo ist Minnie?- fragte ich. Nie werde ich vergessen, wie sich feine Züge bei dieser unerwarteten Frage veran derten. Endlich faßte er sich aber zu spät. Wie sollte ich das wissen?" Feigling!" rief ick und verließ das Zimmer. Meine Verlobung wurde am selben Tage aufgelöst. Sieben Monate später erhielt jch einen Brief von ihr. Sre lag auf dem Sterbebett. Ich besuchte sie und sie beichtete unter Thränen ihr Vergehen und seine Nichtswürdigkeit. Auch seine Briefe gab sie mir. Auf ihre Bitten schrieb ich ihm unter ihrem Namen. Als die Antwort kam. war sie schon todt. Ich ließ sie begraben, denn mittlerweile hatte ich eine Erbschaft gemacht und war meine eigene Herrin. Er mußte davon Wind bekommen haben, denn er schrieb mir abermals und leugnete Alles. Er wußte nicht, daß seme Briefe in meinem Besitze waren. Und er starb, sagten Sie, mit der Erklärung auf den Lippen, daß ich ihn oe trogen?" Ja und er zögerte. Und? Und was noch?" Er sagte. Sie hätten ihn aufgegeben um eines Anderen, eines reichen Mannes willen." Auch das war eine Lüge, eine erbärmliche Lüge. Es war kein Anderer da! Und nun gehen Sie." Florence," rief Vere, zu ihren Füß:n sinkend und, die Falten ihres Gewandes umklammernd, Barmherzigknt! Jch war rasend. Ich weiß . es. Aber meine Raserei war-der Ausfluß meiner Liebe. Florence, erbarmen Sie sich meiner, hören Sie mich an . Nein!" Wie eine Königin steht sie vor ihm in ihrem herabwallenden seidenen Gewände, im Schmuck der Diamantcn. die auf Arm und Nacken funkeln. Wie Du mir. so ich Dir." Sie weist gebieterisch auf die Thür: Geh:n Sie!" Unbeschreibliche Aufregung herrscht auf der Rennbahn und aller Augen hangen an Sir Digby Vere. der tniat gen den Rathschlägen seiner Freunde den berüchtigten Hengst Flrewater xti tet. Florence Gascoigne verfolgt durch ihr Fernrohr mit gespannter Erwar tung den Verlauf des Rennens. Da Flrewater gewinnt einen Vorsprang; jetzt jetzt sind sie hart an der steinernen Mauer. Firewater scheut em halb unterdrückter Schrei entrmgt sich ihren Lippen eine Se cunde und Firewater hat daZ 'Hindere niß genommen. Mit Windeseile jagt das Roß weiter und schickt sich an,' das lekte Hinderniß zu nehmen. Vere lockert die Zügel, das Roß holt zum Sprung aus ist drüben. Doch, waö ist das? Was bedeutet die schwärzliche zuckende Masse auf dem Boden? ' Das Pferd rast weiter vorwärts, doch der Reiter! Ohnmäch tig tragt man Florence auS dem 3U schauerraum. Sie kniet an seinem Bette. Sein Bewußtsein ist zurückgekehrt und seit

dem" ruft'ünd verlangt er n.ich iVDer Arzt erklärt, sie müsse kommen,

gälte es fern Leocn auch nur xi den Moment zu erhalten, und' sie kommt in Begleitung ihrer verheirathetenSchwester. Ader vor der Thur des Krankenzimmers bittet sie mit Thränen in den Augen man möge sie allein zu :h?n hineinlassen und der Arzt hat nicht das Herz, es zu verweigern. Florence. Sie, sind zu mir gekom-' men," flüstert er kaum hörbar. Jch i t 1 fW- . II I qavz vic uciciuigi, yiuicuic. Nem, nein, nem," schluchzte sie, m Thränen ausbrcchend. Sie sollen sich nicht anklagen. Was ist auch JhrVer gehen gegen meines. Jch wußte, Sie würden jenes Roß reiten und ich habe es nicht versucht, Sie davon abzuhalten." ' Trotz seiner Schwäche lächelt er und streckt den krafllosen Arm nach ihr ans. Sanft, schmiegt sie sich an seine Brust. Nun, wenn Du verziehen und mich ein wenig, ein klein wenig liebst, so könntest Du mich " Ach, wie gern, wie gern!" Und ihre Lippen pressen sich heiß und fest auf die seinen. Jetzt werd' ich genesen." flüsterte er und ein strahlendes Lächeln erhellt sem Antlitz ijornröschen. Von Gerhard Walter. Die Ferien waren vor der Thür. Sonst hatte ich mich riesig auf. sie gefreut, dies Mal war ihr Anfang mir beinahe unangenehm. Ach, und ich wußte ja auch gar toohl weshalb! Aus demselben Grunde, aus dem mir die Unterichtszeit so ausnehmend lieb war. Und besonders die Unterrichtsstunden in. der ersten Klasse. Mein ganzes Herz freute sich immer darauf. Es war nicht die Literaturgeschichte. die rs mir angethan hatte, auch nicht yie. Geogr.gvhie von Suddkuzschland nein, es war die schlanke, reizende, jungfräuliche Brunhild von Landring. das arme., verwaiste Offizierskind mit ihrem dunklen Haar und ihren blauen Auaen. die mit so eigenartigem, ernsthaftem. räthselhaftem Zauber in die Welj blickten. Sce war über ihr Alter groß, ein fast erwachsenes Mädchen, obgleich sie. erst sechszehn Jahre alt war. Seit einem halben Jahr war sie bei uns. Ihr Vormund hatte sie zu uns geschickt, Die Sache hatte ihren guten Grund. Seme eigenen, keinesWegs schönen, auch nicht anmuthigen" ode? liebenswürdigen Töchter traten sqx sehr zurück gegen den stillen, edlen Fremdling, der aller Blicke aus sich zog. Da war sie denn zu uns gebracht, um in angemessener Entfernung die Schule und das damit verbundene Se minar durchzumachen. Ihr bischen Vermögen wird wohl gerade soweit reichen!" hatte die Frau Tante mit scharfer Stimme gesagt, als sie sie an meldete. Die Ferien bringt sie natürsich bei uns zu", hatte sie Hinzuge? fügt. Sie war eine reiche Bankiersfrau. Auf unserem Gut." hatte sie noch ergänzt. Und nun waren diese Ferien aekom men, zu meinem Leid. Jch hatte Brun h!ld unglaublich lieb, vom ersten Au genblick an. Ich gab mir die denkbar sie Mühe, mich soweit zu beherrschen, daß ich sie in keiner Weise bevorzugte. schon um sie vor dem furchtbaren Schicksal zu bewahren, in die Hände ihrer eifersüchtigen Mitschülerinnen zu fallen. Jch war ja, nicht zu meiner Würde, einer von den sogenannten .vergötterten Lehrern, und hatte, wäre es mein Wille gewesen, manchen kleinen Roman uber's Katheder hin über anspinnen können. Aber ich hatte nie daran gedacht. Aber, kaum hatte ich Brunhild in die Augen geschaut. da war's um mich geschehen; und oft fragte ich mich, wenn ich einsam mit meinen Gedanken auf meinem Zimmer saß. und all' mein Sehnen das iung fräuliche Kind umrankte: wie soll das inden?" Und ich verbarg seufzend das Gesicht m den Handen. Und sie wußte es. Sie hatte denn kein junges Weib sein müssen; und es dauerte nicht lange, da zog eine stille, geheime Augensprache zwischen uns, wußte keines von uns, was es sagen wollte, und gmg doch Rede und Ge genrede immer deutlicher, tief verbor gen und ungewußt von den anderen allen und fast ungewußt von uns selbst eme gefahrliche, furchtbare Ver traulichkeit ohne Wort und ohne Han dedruck. Ich hatte die Direktorin aufzusuchen und war eben entlassen worden. Im Pult der ersten Klasse lagen Hefte, die ich zu corrigiren hatte. Jch wandte Mich, die Trepve zur ersten Etaae hm aufzusteigen. Es wov still im Hause an diesem Nachmittag nach Schluß des Unterrichts. Schnell nach meiner Art. nß ich die Thur zur Klasse auf da fuhr ich zurück. Auf dem Katheder saß Brunhild. Sie hatte den feinen Kopf aus die verschränkten Arme ge legt und schlief festen Schlaf. Das liebliche Oval des weißen Gesichts war mir zugewandt. Sie athmete m langen, tiefen Zügen. Es lag ein unsägsicher Zaubev über dem Bild des Mad chens. Leise wollte ich die Thür schlie ßen und zurückgehen - da fuhr sie auf. Dunkelroth im Gesicht strich sie verwirrt mit den kleinen Händen das lockige Haar aus der Stirn, noch traumbefangen sah sie mich aus gro ßen, verwunderten Augen an. Jch schloß die Thüv und trat zu ihr heran. Da sprang sie auf. . 0, Herr Doktor!" fagte sie mit gedampfte? Stimme, den Haarknoten im Nacken feststeckend, seien Sie mir bitte Nlcht bose! Ich. wollte mem Heft noch 'einmal 'durchsehen, und da bin ich darüber eingeschlafen! Wie mit rühren der Bitte die großen herzlichen Km devaugen auf mir lagen!

s$ :$)U ihr die Hand, mein Herz begcwii ungestüm, zu schlagen. . brunhild. vor mir sind Sie sicher, ij zeige Sie nicht an!" Sie legte die schlanken Finger in meine Hand: Das weiß ich!" So standen wir eine kleine Weile und sahen einander in die Augen Brunhild, wann . reisen Sie?" Meine Stimme hatte einen mir selbst fremden Klang.

Am Dienstag." Wohin?" Wohin?" fragte sie mit schmerzlichev Betonung, ich habe nur die eine Statte auf Erden: Nach Loßnitz zur Tante." Wie lange reisen Sie, ehe Sie da! sind?" Acht Stunden. Und wohin rei sen Sie, Herr Doktor?" fragte sie leise. In den Harz: auch acht Stunden. Ist es schön um Loßnitz herum?" Noch hielt ich ihr' Hand. Warm uno weich lag sie in meiner. Wunderschön! Und da schönste ist die Bergkapelle; da bin ich jede-. ag. Es ist dies em halbverfallenes im Kriege zerstörtes Kirchlein einer aU len Burg. Es ist nur ein einzig Gewölbe erhalten, in Um steht ein prachtvoller Steinsarg einer Aebtissin, und von der Mauer hängen Epheuranken herad aus den Sarg mit dem Stem bild: da sitz ich und lese und träume und schaue hinaus ins stille Land, und sie lajzen mich gewahren Geben Sie nur Ihre andere Hand auch. Brunhild! So! Es ist mir lieb, das; ich Sie hier allem traf fahren Sie mit Gott, und " Fast hätte ich gesagt: Denken Sie auch an mich in Ihrer Bergkapelle." Und? " fragte sie ernsthaft. Ich sagte nichts. Dunkles Roth flog über ihr Gesicht. Lassen vte meine Hände los," bat sie leise -mit gesenktem Haupt. .eS könnte Jemand kommen!" Mein Herz ging wie em SchmiedeHammer. Von heißer. Liebe bethört und wie in Andacht wollte ich ihre Hände küssen, aber sie zog sie sanft aus meinen und schritt zur Thür. Und ehe sie hinter ihr zufiel, wandte sie sich noch einmal und sah mich an mit der schleierten Augen: Leben tzje wohl" lulterte sie, dann war sie verschwunden. Und ich setzte mich auf's Katheder. wo sie gesessen hatte und legte das Gesicht auf die Arme, wie sie es gethan hatte, und träumte wachend, tn un bändigem Sehnen, von den- holdseli. gen Kinde und ihrer fesselnden Lieblichkeit. Aber dann rief es mich wieder heraus aus all' meinen Träumen, jenes durch die Seele hallende; Wie. soll das enden?" An zwei Tagen hatte ich noch in der ersten Klasse zu unterichten, aber ich töägte es nicht. Brunhild anzusehen, und auch sie mied meinen Blick. Kalt und fremd thaten wir gegeneinander, und als sie alle mir zum Abschied die. Hand reichten am Schluß der letzten Stunde, da legte sie kaum die Fingerspitzen in meine und leise flüsternd kam mir der Schcidegruß. Schlank und schön ging sie vorbei uni) hmaus, Ich war kein leichter Gesell und die Leidenschaft für Brunhild faß tief. Wo ich ging und stand, in den Tha lern und auf den Bergen des HarzwaldeS. überall und immer, wandelte Brunhild mit mir. Die Bergluft half nichts gegen dies Leiden. Jch war eingeregnet in der Herberge. Ein Band Fliegende Blätter" und ein Kursbuch war der ganze Bü chervorrath, den die Oberförster aus wies. Jch schlug das Kursbuch auf und die Karte dazu. Da lag er, Loßnitz! Warum saß ich hier? Mir bliebcn noch fünf Tage. Soll ich nach Loßnitz? Was will ich da? Um eines Schulmädels willen? Mich lächerlich machen? Als verliebter Narr in ihren Augen dastehen? Da sah ich sie vor mm wie sie m der Thür stand und jener unbeschreibliche Blick auf mir lag. und unendliche Sehnsucht faßte mein Herz. Jch sprang auf: Herr Förster, lassen Sie anspannen und fahren Sie mich zur Bahn!" Jch war die Nacht und den Vormittag und Nachmittag hindurchgefahren. Die Sonne schien strahlend vom blauen Himmel. Jch stieg 'aus. Es war eine liebliche Berolandschaft, die mich umgab. Da droben auf jenem Berge grüßte eineBurgruine ins Thal. Die alte Burgruine Loßnitz. sagte der Bahnwärter. Jch stieg bergan. tfme halbe Stunde wohl. Jch wollte einmal an den Stemsarg der Aebtls sin lehnen und ins Land hinaus schauen, und dann wieder zu Thal steigen und weitev wandern. Was wollte ich auch mehr? Beim Herrn Kommerzienrath tonnt' ich mich doch nicht melden. Es lag ein eigen Licht der Berklä rung über Berg und Wald Es war nicht allein die sinkende Sonne; es war meine Liebe zu Brunhild, die ihren Schein über die Welt warf. Ein Ge fühl brennender Ungeduld -trieb mich vorwärts und ganz fein leuchtete wie. glühend eine Hoffnung, aufblendend. wie wenn einer plötzlich in die Sonne sieht. . Jch stieg aufwärts und wandte mich nicht. Erst von oben wollte ich den Blick über das ganze, ,n Abend gluth liegende Land haben. Jetzt stand ich vor dem gewölbten, geborstenen Thor. Nun trat ich ein in die Halle. Von allen Wanden hingen die Epheu ranken in dichtem. Gewirr.' Es war wie ein Märchen. . Durch das , gesprengte Bogenfenster fiel der funkeln de Glanz des Abendroths und lag auf dem steinernen Angesicht der Aebtissin und vergoldete ihren Krummstab wie mit Feuer. Und aus der Wand hervor war cm wilde? Rosenstrauch ge wachsen, der senkte sich mit viel hundert glühenden, blühenden, duftenden RoZ

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lein cn aüen Zweigen aus Den Steinsarg herab' und hüllte die Füße des Steinbildes ein und die Abendsonnengluth malte Blumen und Strauch mit schiinmerndem, leuchtendem Glanz. Und neben dem Rosenliusch. halb von seiner Blüthenpracht verborgen saß auf herabgestürztem Capital zu Füßen des Sarges ein Mädchen. Sie hatte die Arme auf seine Steinleiste gelegt und das Gesicht auf die Arme, und sah nicht auf. Sie schlief. Es wav Brunhild. Mein Herz setzte aus und dann schlug es, als wollte es mir die Brust sprengen. . Leise, ganz leise trat ich heran und faßte die Ranken,' die blühend ihr Gesicht verhüllten mit bebutsamer Hand und hielt sie hoch. Da fiel der himmlische Goldglanz auf das Gesicht des schlummernden Mädchens. Leise, leise, kniete ich nieder, und hielt das blühende Gezweig über ihm empor mit beiden Händen und tiefer und tiefer neigte ich mich: ich wußte nichts mehr von einen Welt draußen und jetzt küßte ich sie leise auf den rothen, athmenden Mund: mochte jetzt die Ka-, pelle zusammenstürzen und uns alle begraben ich war der Königssöhn und mein wqr Dornröschen und das Sieich! Da richtete Brunhild sich auf und sah mich an und verklärter Schimmer machte ihr-Gesicht leuchtend. Sie .sagte kein Wort; aber sie neigte sich zu mir und ich ließ die Ranken, los und schlang die Arme um sie, und. die Rosenzweige fielen um unö und hüllten uns ein: .ich wußte es, daß Du kom Mi würdest!" ' Gieb mir Deine Hand, Brun--hüdr

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t to xno ttipand York Yiai 10 centa Ö war still in der Welt, und es duftete so süß unter den Rosen. Und ihre Lippen waren so weich und! so warm. . . , - Wir machten uns losvon dem Ro sengerank und traten unter das Por tal. Das schlanke, große, schone Mad chen mit den blühenden Wangen und den blitzenden Aucen lebnte an meiner Schulter. Unter uns lag das Land c 5 l. c e -' y . ' im Avenosr.ieoen uno aus oen ergkuppen lohte der letzte Feuerglanz des Tages. Das Steinbild lag jetzt, kalt und starr. . . . . . - l Brunhild, bleibst Du mir treu ?1 Sie richtete sich hoch auf. und sah mir in die Augenund sagte kem Wort. Aber, es war ein. Eidschwur auS, sili gem Herzen, da standen wir frei Und hoch unter Gottes Himmel und gehör ten einander. , :. ... v j . .Ein. Jahr!" . sagtesie. als ich sie aus meinem Arm ließ, unten am -Bach. .Und. kein. Blick, kein Wort!. Abetlsehen will ich Dich alle Tage. .Md Dir die Hand reichen. - UndOnkel Kommerzienrath wird. nichts dagegen, ha den. sie sind s alle froh,. . wenn :sie mich los sind. . Geh' mit Gott,'rmw Geliebter-. Da stieg ich zu Thal, ein seliger Mann. .. , . . j 1 m mt m ' m I :'.rr P o e s ie u nd Ps aSa. gen Sie ' mir einmal 'ausrichtiflswas hat Sie denn.' veranlaßt! dieses rrliche Epos zu schreiben?. . Mein Jung. ster bot emen Anzug gebraucht!" ' .' Z Un t e r F reu nd5nneu.j Adele: Sieht, maxi es 1 mit: icchl rm, daß ich über dreißig bin?."Sophxie : Wenn Du gut rasirt bist, nicht.

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