Indiana Tribüne, Volume 20, Number 203, Indianapolis, Marion County, 11 April 1897 — Page 3

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Eine itttcrilattottälc Ehe Von Madame Akgot. (1. Fortsetzung.) Unter dem Vorwand, seine Farben .zusammenzusuchen, hatte Raoul Joan den Rücken gewandt. Er war sehr ärgetlich auf sich selbst, weil seine Hand .zitterte und er sich schwach und schwindelig werden fühlte, und er konnte nicht antworten aus Furcht, seine Stimme möchte unsicher fein. Warum sollte denn Miriam den Fürfien nicht heira then? Raoul hatte von Anfang an dermuthet, daß der Mensch hinter der Er bin der Silbergrube her sei; das lag in der Natur der Sache, und was ging ihn, einen armen .Teufel von Maler, dieses Verschachern von Titeln gegen Dollars an? Joans weitere Predigt wurde durch das Rascheln von Seidenkleidern und 'das Murmeln vonStimmen abgeschnitten, die den Eintritt der Kousinen derkündeten, und Raoul schloß seinen Farbenkasten. Er hatte die Herrschaft über seine zitternden Hände und seine unsichere Stimme wieder erlangt und fühlte sich sähig, Miriam gegenüberzutreten, selbst wenn sie von ihrem Verlobten begleitet wäre. Das wir indes sen nicht der Fall, und Miriam ging ziemlich ausgeregt auf den Maler zu. Monsieur Bertrand. Sie müssen ns aus einer großen Verlegenheit helfen; ohne Sie geht unsre Aufführung in die Brüche." Unbesorgt, Mademoiselle, meine Arbeit ist so gut als beendet. Ihre Cousine hat mir den Rath gegeben, nichts mehr daran zu machen, und ich glaube, sie hat recht. Ich freue mich, Gelegenheit zu haben, mtct) von Ihnen zu verabschieden und Ihnen meinen Dank für die freundliche Aufnahme auszusprechen, die ich in diesem reizen den Hause gefunden habe." Miriam sah den jungen Mann ganz betroffen an. Das war durchaus nicht seine gewohnliche Art sich auszudrü kn; seine Sprache erinnerte sonst gar häufig an die EcoIo des beanx Arts sie war ein wenig frei und zwanglos. O, Sie wollen sich doch nicht von uns verabschieden? Gerade das Gegen iöeil wollen wir von Ihrer Freundschaft erbitten, denn wir sind doch Freunde, nicht wahr?" fügte sie mit einem strahlenden Lächeln hinzu. Ein Herr, der eine der Hauptrollen übernonrmen hatte, ist genöthigt, Paris plötzlich zu verlassen, und Sie hätten gerade Z:lt, seine Rolle zu lernen, wenn Sie den ganzen Tag mit mir üben. Sie werden sich doch nicht weigern, die Rolle meines Geliebten zu spielen?" Raoul hatte plötzlich das Gefühl, als ob sich der Saal mit allem, was darin war, in tollem Wirbel um ihn drehe, und sein Herz schlug stürmisch. Machte sich das Mädchen, das da lächelnd und ihm mit der frischen, herzigen ameri kanischen Geradheit und Offenheit, die er so hoch schätzte, in die Augen sehend, vor ihm stand, über ihn lustig? Hatte sie sein Geheimniß entdeckt und trieb sie ein grausames Spiel mit ihm?, Ich bedaure. Ihnen nicht dienen zu können. Miß Sanford," hatte er noch Geistesgegenwart genug, zu antworten. Ich habe schon mehr Zeit geopfert, als ich durfte, denn ich habe mein Bild für den Salon noch zu vollenden." Auf zehn Tage kann's doch nicht ankommen! Sie werden noch rechtzeitig mit Ihrem Bilde fertig werden, und Wir machen uns alle drei an die Hängekommission, um Ihrem Werke einen guten Platz zu verschaffen, und mein Onkel soll es kaufen." Raoul richtete sich stolz auf. Also ein bezahlter Schauspieler soll ich sein? Din wenden Sie sich doch lieber an einen der Künstler vom Thtre Fran?ais." Es thut mir leid, Monsieur V:cirand," entgegnete sie in etwas kühlerein Tone, dah Sie an unsrer ausrichtigen Freundschaft zweifeln." Verzeihen Sie mir, Mademoiselle." Unter einer Vdiroung: Sie müssen einwilligen." Ich will alles thun, was Sie defehlen." So wurde Raoul Mitglied der Lieb-haberschaulnZele.-iruppe. Joan warf einen Blick unausfprechlieber Verachtung auf ihren Kunstgeflössen. Maities Züge trugen einen seltsam spötischen Ausdruck, und Miriam lächelte tn an. wie eine Königin einen rebellischen Unterthan anlächelt, der sich unterworfen hat, wie es sich gebührt. Fünftes Kapitel. Dak der junge französische Maler wahMnuig in sie verliebt war, sah Miriam Sanford ganz genau, und es überraschte sie auch nicht im geringsten, denn seit ihrem fünfzehnten Jahre wußte sie, daß sie eine königliche Schön heit war. vor der sich alle Männer beugter. Im Klavierstimmer, mehreren Ladtndienern und eindrucksfähigen Jünglingen verschiedener Nationen und der mannigfachsten Lebensstellungen hatte sie Leidenschaften entfacht; sie hatte schon zahlreiche Heirathsanträge gehabt und erwartete stets, einen Prinzen von Geblüt unter ihren Bewunderern zu finden. Der Fürst von Cavalmonte war einstweilen ganz annehmbar, weil er nicht zu der völlig zu Grunde gerichteten und halb verhungerten Sorte gehörte, die für amerikanische Erbinnen nach Belieben käuflich sind; er war sogar, allerdings ziemlich weitläufig, mit dem herrschenden Königshause verwandt, allein Miriam war beinahe sicher, dak ibrer ein .:och alänzeuderes

Geschick harre. Der Fürst gefiel ihr 1 ganz gut, aber sie liebte ihn keineswegs, und das that ihr eigentlich leid, denn sie fing an, zu fürchten, daß ihr von Natur etwas fehle, und daß sie nie die Leidenschaft kennen lernen werde, die sie so leicht in andern entzündete. Raoul Bertrands Bewunderung schmeichelt: ihr in gewissemSinne, denn

sie fühlte instinktiv, daß die seine eine wahrere und nachhaltigere Liebe, voll männlichere? Empfindung sei, als ihr bis jetzt gewidmet worden war. Es lag sogar eine gewisse Rauheit darin, die ihr aber durchaus nicht mißfiel. Die Möglichkeit, ihn wieder zu lieben. kam ihr natürlich nie in den Sinn. Miriam gehörte zwar durchaus nicht zu den geldstolzen Amerikanerinnen, aber was eine Silbergrube zu bedeuten hatte, wußte sie ganz genau. Dabei hatte sie die echt amerikanische, demokratische Anschauung, daß ein Mann von Talent, mochte er auch noch so arm sein, keine geringere Lebensstellung einnehme, als sie selbst. Im Gegentheil, sie schätzte das Talent sehr hoch. Aber daß sie irgend welches Mitleid mit dem Manne fühlen sollte, der feine Arbeit um ihretwillen vernachlässigt, seinem gewohnten Leben mit seinen Kämpfen, seinen Pflichten den Rücken ge kehrt hatte, um ihren Launen zu gehorchen, das hieße zuviel verlangen. In der feinen Kunst der Liebelei hatte sie es stets verstanden, auf ihrer Hut zu sein und ihr Herz gegen Bewerber zu stählen, von denen ihre Vernunft nichts wissen wollte Warum konnten die. die mit ihr liebelten, nicht ebenso vorsichtig sein? Es war ja doch weiter nichts, als ein unterhaltendes Kriegsspiel, wobei keine unerlaubten Waffen gebraucht wurden und Sonne und Wind zwischen beiden Gegnern gleich vertheilt waren. Grausam wollte Miriam nicht sein; sie wollte sich nur unterhalten, und die Proben in ihrem hübschen Boudoir machten ihr vielen Spaß. Raouls Bemühungen, nicht zu viel Ausdruck in seine Worte zu legen, waren ungemein belustigend. Er hatte schon oft Theater gespielt und war wenige? unbeholfen, als Herren gewöhnlich sind, wenn sie eine Liebhaberrolle darzustellen haben. Raoul befand sich in einem träum haften Zustand. Infolge des nicht zu umgehenden vertraulichen Verkehrs mit seiner ehemaligen Schülerin verlor er zusehends die Herrschaft über sich selbst und seine Empfindungen, nd bald würde es ihm an Muth und Mannesstolz fehlen, seine Leidenschaft zu verbergen und die Worte zurückzudrän gen: Ich liebe Dich: Du mußt. Du sollst mein werden!" Dann stellte er sich das Ende des Auftritts vor. das hochmüthige Befremden, die en1)giltize Ent lassung, die niederschmetternde Demüthigung. für einen armen Mann ange sehen zu werden, der eines reichenMäv chens um seiner Millionen willen begehrte. Als der neue Schauspieler seineRolle ziemlich inne hatte, begannen die allgemeinen Proben, und diese waren für den jungen Maler viel weniger angenehm. In andrer Stimmung hätte er sich vielleicht ganz gut dabei unterhalten, denn es gibt wenige Dinge, die für jemand, der die menschliche Natur stu diren will, lehrreicher sind, als Proben

zu einer Llebhabertheatervorstellung. Neben den gewöhnlichen kleinen Eitelleiten kommt hier die Ueberzeugung jedes Darstellers zum Vorschein, daß er der einzige ist, der seine Rolle wirklich verständnißvoll auffaßt, und im vorliegenden Falle gesellte sich noch die gefchästige Wlchtigthuerei des Verfassers dazu. Äristide Lacroix war ein wirklicher Schriftsteller; seine Schauspiele waren auf verschiedenen Pariser Bühnen ausgeführt worden, und es stand bei ihm fest, nur der Neid seiner Berufsgenossen sei schuld, daß er die Zauberworte: uDe l'Acadrnie franaise" noch nicht auf seine Karten drucken lassen konnte. Die Aufmerksamkeiten der Familie Sanford hatt ihm schr geschmeichelt, auch verstand er -gute Diners zu würdigen, und Mrs. Sansord hatt: einen unübertrefflichen Ksch. Außerdem ließen die Zeitungen keine Gelegenheit vorübergehen, die Amerikaner, die d Silbergrube in Colorado besaßen, rühmend zu erwähnen; ihre Bälle und Gesellschaften wurden eingehend befchrieben, die Gäste aufgezählt, und es war gar nicht unangenehm, seinen Namen neben andern für bürgerliche Ohren besonders wohlklingenden erwähnt zu sehen. Als die Auffoderung an ihn erging, für alles das' dadurch zu bezahlen, daß er ein Stück schriebe, das von unerfahrenen Dilettanten aufgeführt werden sollte, fand er den Preis freilich etwas hoch. Dann aber fiel ihm ein, daß er vor ewigen Jahren ein kurzes Lustspiel, das von sämmtlichen PariserDirektoren zurückgewiesen worden war, beiseite gelegt hatte. Dieses Manuskript suchte er hervor, wischte den Staub ab, änderte das Ende, und nachdem er noch einige für die Aufführung durch junge Mädchen etwas zu scharf gewürzte Stellen ausgemerzt hatte, widmete er das ganze mit einem großen Schnörkel den charmantes Americaincs. So verstümmelt war das Stück noch etwas weniger gut, als damals, wo es von Theater zu Theater gewandert war, aber es war immerhin unterhaltend und leicht aufzuführen. Sechstes Kapitel. Mr. Sanford konnte dem großen Feste, wozu die Einladungen in seinem uno feiner Gattin Namen erlassen worden waren, nicht beiwohnen, denn er schwamm auf dem Ozean, als Raoul Bertrands Proben ihren Anfang nah men. Haben die amerikanischen Frauen ein wahres Genie, sich in den Reichthum zu finden und Millionen auszugeben, so können sich die Männer weniger leicht an ein Leben der Unthätigkeit gewöhnen. Mr. Sanford, ein einfacher, biederer, arbeitfamer Amerikaner, bei dessen Englisch seine Töchter und seine Nichte manchmal eine Gänsehaut überlief, verstand es gar nicht, den so rasch gewonnenen Reichthum zu genießen. Unter dem Vorwande, nach seinen Geschäften zu sehen, machte er

häufige Reisen nach den Vereinigten Staaten, allein da sein Vermögen in der Silbergrube steckte und deren Betrieb seinen gewohnten Gang ging, waren diese Geschäfte immer bald er ledigt. Als Miriam mündig geworden war, hatte er mit ihr über ihren Antheil gesprochen und ihr den Rath gegeben, einen Theil ihres angesantmelten Vermögens anderweitig anzulegen, denn eZ sei nicht kkug, alle seine Eier in einen Korb zu packen; er selbst habe etwas in Eisenbahnaktien gesteckt. Er erklärte seiner Nichte, daß die drei Partner im Anfang genöthigt gewesen seien, einen gewissen Betrag durch Ausgabe von Aktien zu beschaffen, um die zur ersten Einrichtung nothwendigen ungeheuren Auslagen zu bestreiten. Liefert die Grube noch immer einen guten Ertrag. Onkel?" fragte Miriam, die ihre geschäftliche Lage schon mit großem Scharssinn geprüft hatte. Ausgezeichnet, liebes Kind, ganz ausgezeichnet, und in den nächsten Iahren stehen keine großen Ausgaben bevor. da vir erst vor kurzem neue Maschinen beschafft haben." Und ich werde mehr Geld einnehmen. als ich ausgeben kann?" Viel mehr, obgleich es nur der Wahrheit entspricht, wenn ich ausspreche, daß ihr Frauenimmer ein sch'önes Stück Geld unter die Leute zu bringen versteht." Wäre es möglich, die in fremden Händen befindlichen Aktien crufzukaufen ich meine, in solchen Händen, die nicht zur Firma gehören?" Vielleicht, aber nur zu einem ungeheuren Preis." Gut. Onkel. Ich habe keine Lust, mein Geld in zweifelhaften Eisenbah nen anzulegen. Kaufe alle Altiei unsrer Grube, deren Du habhaft werden kannst, ohne Rücksicht auf den Preis. Ich möchte gern so diele als möglich davon in meiner Hand haben, denn ich brauche ein königliches Vermögen, um nöthigenfalls eine Königskrone neu vergolden zu können." Mr. Sanford lachte über die Kühnheit seiner Nichte, wurde aber gleich wieder ernst. Ueberlege Dir die Sache sehr wohl, Miriam. sie ist reiflichen Nachdenkens werth. Selbst die tüchtigstenJngenieure haben sich schon über Bergwerke getäuscht, und falls sich das unsrige er schöpfen sollte, bliebe Dir nichts übrig rein nichts." Ich bin fest entschlossen, lieber On kel. Du gehst nächste Woche hinüber; bitte, thue worum ichDich gebeten habe. Ich setze unbedingtes Vertrauen in unsre Grube." Als Mr. Sanford in Amerika anlangte, handelte er Miriams Wünschen entsprechend. Das war vor sechs Monaten gewesen, und er hatte nicht die Absicht gehabt, die Reise so bald zu wiederholen, allein Briefe, die er erhielt, machten ihn sehr schweigsam und nachdenklich. Er belegte sofort eine Kabine, sagte aber seiner Familie nichts von seinen Besorgnissen, denn Amerikaner denken häufig, daß sie ihre Damen nicht mit Geschästsangelegenheiten behelligen dürfen. Was Sanford bedrückte, während Mattie und Miriam im großen Vallsaale ihre Proben abhielten, war eine Sorge, die noch keine feste Gestatt angenommen hatte. Von einem Freunde war ihm geschrieben worden sein, Partner Blizzard verkaufe ganz im stillen, aber eilig seine Aktien an der Silbergrube, und doch war die Dividende des letzten Iahres ganz ungewöhnlich hoch, höher, als je zuvor gewesen. Weshalb verlauste also Josiah Blizzard, ein schlauer und vorsichtiger Mann, und zwar mit Verlust? Die Absicht, dieses Räthsel zu losen, war es. waö Miriams Onkel veranlabte, den Atlantischen Ozean schon wieder zu kreuzen.

Siebentes Capitel. Da das Lacroiz'sche Stück im sech zehnten Jahrhundert spielte, mußten die Darsteller im Kostüm jener Zeit auftreten, und der Fürst von Eavalmonte nahm sich in seinem Renaissanceanzug sehr gut aus, wenn auch seine Leistungen als Schauspieler ungemein mäßig waren. Für Raoul Bertrand aber war die Kostümsrage ein Gegenstand schwerer Sorge, und er betrach tete die Pracht des Italieners, dem er es nicht gleich thun konnte, mit Kummer. Denken Sie nur nicht daran, ein Kostüm zu kaufen," hatte Miriam in ihrer ungezwungenen Weise gesagt, das wäre thöricht; es gibt ja, glaube ich. Leute, die welche verleihend Darauf wa: Raoul zu einem Kostümverleiher gegangen, aber sein Malerauge war durch die ihm angebotene Zusammenstellung schreiender Farben verletzt worden, ebenso wie ihm der Preis, selbst nur für's Miethen des Vnzugs. ganz ungeheuer vorgekommen war. Schon war er im Begriffe gewesen, zu Sanfords zu eilen, um ihnen zu sagen, er habe kein Geld und denke nicht daran, sich um der Laune feiner Damen willen, die ihn sicher vergessen würden, wenn sie seiner Dienste nicht mehr bedürften, in Schulden zu stürzen. Allein eines Mannes Stolz oder seine Eitelkeit oder falsche Scham, oder wie man die Empfindung nennen will, wird ihn angesichts des Weibes, das er liebt, stets verstummen lassen, wenn es sich um eine Geldfrage handelt. Glücklicherweise fiel es Raoul plötzlich ein, daß einer seiner Freunde ein großes Bild mit einem der Zeit der Renais sance entnommenen Vorwvrs malte, und er war beinahe außer sich vor Freude, als er unter dessen Sachen (U nen Anzug entdeckte, der ihm auezeichnet paßte, wahrend er aeschichtllch viel treuer und ebenso reich war, als der des Fürsten. Er versprach seinem jungen Freunde eine Einladung und trug seinen Schatz triumphirend von bannen. Der Anzug kleidete ihn vor-

trefflich, und Raoul. der -nemals viel v?n seiner äußern Erscheinung gehal ten hatte, war erfreut, als er fand, daß er gut aussah, daß seine Beine wohlgeformt waren und sich in den grauseidenen Trikots seh? vorteilhaft ausnahmen, so daß der Fürst neben ihm ziemlich in Schatten gestellt wurde. Als er bei der Kostümprobe in seinem vollen Glänze erschien, lockten die Ausrufe der Bewunderung der jungen Damen eine freudige Rothe auf feine Wangen. Machen feine Federn schöne Vögel, so gibt ein feines Gefieder auch eine gewisse Sicherheit, die man von einem Alltagsrock nicht erwarten kann, und Raoul spielte seine Rolle als LiebHaber mit ganz besonderem Feuer und großem Erfolge. Einem unbetheiligtenZuschauer hatte der amerikanische Accent der Damen, vermischt mit' dem mehr hervortretenden italienischen des Fürsten und der reinen Pariser Aussprache Raouls vielleicht einen seltsamen Eindruck gemacht. Für die Darsteller selbst war das aber nur eine unbedeutende Nebensache, ebenso wie ihr Mangel an Bühnengewandtheit. die Schwierigkeit, Arme und Hände anmuthig und ung:zwungen zu halten und zu bewegen, und die Unmöglichkeit, sich zu setzen, ohne sich zuvor ängstlich umzusehen, ob der betreffende Stuhl auch richtig stehe. Die Mädchen spielten zu ihrem eigenem Vergnügen munter und natürlich und sogar, wenigstens was Miriam anlangte, mit einem gewissen Bühneninstinkt und etwas wirklicher Begabung. Der Fürst hatte seine Rolle übernommen, weil er der Erbin den of machte, und das war ihm so wichtig, daß es ihm entweder gleichgiltig war. oder gar nicht zum Bewußtsein kam. wie kläglich seine Leistungen als Schauspieler waren. Er hatte beschlossen, auf einer klaren und entscheidenden Antwort dieser Silbergräbertochter zu bestehen, die sich herausnahm, mit seiner Krone zu spielen. Und Raoul nun, Raoul war eben verliebt und legte so viel wahre Empfindung in Lacroir' ziemlich wässerige Redensarten, daß der Verfasser sich fest einbildete, sein Stück sei ein verkanntes Meisterwerk. Was aus einer solchen Liebe, wie die seine, werden sollte, mit dieserFrage beschäftigte sich Raoul nicht. Die Gegenwart war entzückend, und so wollte er nur an die Gegenwart denken. In dem gewählten Äück wies Miriam einen Freier ab und gab Hand und Herz einem andern, und er spielte den begünstigten Bewerber. Gegen alles. waZ außerhalb dieses eingebildeten Glückes lag. schloß er die Augen. Die bevorstehende Festlichkeit bei Sanfords hatte den Zeitungen schon feit einigen Wochen Stoff zu allerHand Klatsch gegeben. Sie sollte an Großartigkeit alles übertreffen, was sich die kühnste Einbildungskraft vorstellen könne. Nach der Aufführung und einigen Musikvorträgen berühmter Künstler solle ein prächtiger Ball die Gedulo der Zu'hörer belohnen. Beim Souper würde das Menü, wie behauptet wurde, auf kleine, von Silber aus der bekannten Gru'be gefertigte Banner gedruckt sein, und dieKotillongaben sollten nicht aus geringfügigen Kleinigkeiten. wie Sträußchen und GoldPapierorden, sondern aus werthoollen Geschenken, wie Armbändern. Krawattennadeln und ähnlichem bestehen. In jenen Tagen war eine solch übermüthige Verschwendung noch etwas Ungewohnliches. Als der lang erwartete Abend endlich erschienen war, mußte eine ganze Schwadron berittener Schutzleute ausgeboten werden, um die Ordnung auf recht zu erhalten und es einem Wagen nach dem andern zu möglichen, seine Insassen an der Thür abzusetzen. Eine Doppelreihe von Bedienten, in Scharlach und Weiß gekleioet. bezeichnete den Weg von der Hausthür bis zu den Gesellschaftsräumen, und bald war der Ballsaal mit seinen vielen Stuhlreihen, ebenso wie die Nebenräume von einer glänzenden Menge erfüllt. Die Darsteller lugten in einer Aufregung durchs Loch im großen Vorhang, als ob ihre gantt Berufslaufbahn von ihrem Erfolge abhinge. Nach dem ersten Aufzug, der sehr gut ging, schien der Beifall nicht enden zu wollen. Einige bevorzugte Freunde drangen bis hinter die Koulissen vor, der Verfasser brachte einen bekannten Komiker der Eom6die Franaise mit, der es für nöthig hielt, ganz besonders ernst aufzutreten, wenn er sich in Gesellschaft befand. Mesdemoiselles,- sprach er mit wohlabgemessenerBetonung und machte den Schauspielerinnen eine tiese Verbeugung, unsre jugendlichen ersten Liebhaberinnen hätten Lacroiz' reizendes Stück nicht so gespielt, wie Sie es gethan haben Das war die reine Wahrheit! Miriam war ganz entzückt. Mit den andern, besonders aber mit sich selbst zufrieden, lächelte sie dem Schauspieler zu. Meinen Sie, 'wir würden als Schauspielerinnen Erfolg haben, wenn wir genöthigt wären, unser Brod zu verdienen?" rief sie aus. Das .kann gar keinem Zweifel UN. terlieaen, aber" und die Auaen des

feierlichen Komikers zwinkerten ich mLck.te Ihnen rathen, Ihre Rolle lieber nicht zu wechseln die Rolle, die Sie. Mcsdemoiselles, im Lustspiel dieser Welt zu spielen berufen sind." Raoul wußte, dak er mit arokem Feuer gespielt hatte und daß der Fürst, wenn sie zusammen auf tu Bühne gewesen waren, neben ihm eine ziemlich traurige Figur gemacht hatte,, aber dennoch fühlte er sich den ganzen Abend über elend und unglücklich. Die Freude, die er bei den Proben, wo Miriam so reizend gegen ihn gewesen war. emPfunden hatte, war dahin, denn in Gegenwart der Menge schien sich die Dame, die alle seine Gedanken erfüllte, wenig um ihn zu kümmern. Joans

Worte wollten ihm nicht aus dem Sinn. Er wußte ganz genall, tafc ihn Sanfords nur deshalb im letzten' Augenblick gebeten hatten, die Rolle des abberufenen' Herzogs zu übernehmen, weil sie keinem ihrer vornehmenFreunde zumuthen konnten, als Lückenbüßer einzuspringen; nur an einen Menschen, dem sie keine Rücksicht schuldig zu sein glaubten, konnten sie ohne Umstände ein solches Verlangen richten. Auch die vollkommene Gleichgiltigkeit des vornehmen Italieners gegen Raouls Ueberlegenheit als Schauspieler war sehr bezeichnend. Was fiel einer Fürftenkrone gegenüber in die Wagschale? Als sich das Stück feinem Ende näherte, ward es dem unglücklichen Maler vollständig klar, daß zwischen Miriam dnd dem Fürsten ein vollkommenes Einverständniß bestand. Die Art, wie er sie zum Beispiel vor Zug schützte, ihr ins Ohr flüsterte, in abgelegene Ecken und Winkel folgte, alles sah aus, wie siegesbewußte Inanspruchnahme der Rechte des zukünftigen Gatten; und Miriam gestattete es! Sie blickte mit vollkommener Befriedigung in die großen. braunen geistlosen Augen! An ihn. an Raoul hatte sie im ganzen Verlaufe des Stückes nur einmal ein freundliches Wort gerichtet. Wenn Sie uns nicht aus der Verlegenheit geholfen hätten, Monsieur Bertrand, hätten wir vielleicht auf dieses Vergnügen verzichten müssen hatte sie gesagt. Es war wirklich sehr liebcnswürdig von Fhnen, daß Sie uns noch im letzten Augenblick zu Hilfe kamen. Zu einem Zeitpunkte, wo keiner Ihrer feinen Freunde mehr angenommen hätte,- hatte Raoul erwidert. Diese Worte waren mit so viel Bitterkeit ausgesprochen wordm, daß sie erstaunt zu ihm aufgesehen und sich dann entfernt hatte. Seitdem schien sie seine Anwesenheit vollständig vergessen zu haben, und dieser Augenblick hatte mehr von Miriams wahrer Natur enthüllt, als der ganze vertraute. Verkehr des letzten Monats. Hinter der heiteren, biederen amerikanischen Offenheit entdeckte Raoul plötzlich eine ungeahnte Trefe von Heftigkeit, Eigenwillen und Selbstsucht, gegen die nichts. auskommen konnte. Mirianr war geboren, zu herrschen; alle, bit sich vor ihr beugten, waren ihres Lohnes durch ein holdseliges Lächeln siche?, während die, die ihr zu widerstehen wagten, darauf rechnen konnten, dou ihr mit grausamer Kälte behandelt und voll ständig übersehen zu werden. Raoul war nicht immer in der Stimmung unterwürfig zu fein. Eine zornige Entrüstung über die ganz unverhüllte Gleichgiltigkeit gegen ihn, jetzt, wo tz nicht mehr von Nutzen sein konnte, bemächtigte sich feiner und war so ficht bar. daß ihn die kleine Joan. die eine gewisse kameradschaftliche Neigung fu den Berufsgenossen gefaßt hatte, wegen seines finstern Aussehens tüchtig ausschalt. Weshalb müssen Sie denn die yanze Welt zum Vertrauten machen? Rufen Sie doch Ihren Stolz zu Hilfe, wenn Ihre Würde Sie im Stiche läßt. Miriam ist mit dem Fürsten verlobt; schon gratulirt ihr alle Welt." Ich werde es ebenso machen, wie die andern; seien Sie unbesorgt." Dann warten Sie wenigstens, bis Sie nicht mehr so blaß aussehen Aber Raouk wollte nicht warten. Nach Beendigung der Aufführung hatte man die Bühne rasch weggeräumt, um mehr Platz zum Tanzen zu gewinnen, und der Ball war jetzt in vollem Gange. Der Maler, der noch seinen prächtigen Anzug tvig. bahnte sich etwas rücksichtsloS einen Weg durch die tanzenden Paare, so daß ihm mancher Ausruf der Entrüstung folgte. Da er größer und stärker als die meisten Herren war, drängte er sich durch und sah sich über die Köpfe der Menge nach Miriam um. die er indeß nicht gleich fand. Endlich entdeckte er sie in demselben Boudoir. wo er seinen Zeichenumerricht gegeben hatte. Der Fürst von Cavalmonte saß an ihrer Seite, beugte sich über sie und sprach mit großer Lebhaftigkeit. Er schien wirklich sehr verliebt zu sein, und die weichen italienischen Laute, so liebkosend in lhrem Klanzreichthum, schlugen an Raouls Ohr. hatten aber keinen Sinn für ihn. Er wußte, daß es unpassend war, an der Thür zu stehen und das Paar mit seinen brennenden, eifersüchtigen Augen anzustarren, aber er blieb, bis beide fühlten, daß sie angesehen wurden, und aufblickten. Aergerlich erhob sich der Fürst, aber Raoul ging, ohne sich um ihn zu kümmern, geradeswegs auf Miriam los. Dies ist der Tanz. Academoiselle, den ich die Ehre hatte, von Ihnen zugesagt zu erhalten. Ich komme, mein Recht zu beanspruchen Miriam wußte ganz genau, daß sie nichts versprochen hatte, aber es slimmerte ein gefährliches Licht in Naouls Augen, und da ihr alles zuwider war. was einem unangenehmen Auftritt glich, legte sie. ihrem Verlobten zulä chelnd, die Hand auf Raouls Arm und flüsterte: "Soltanto im giro, caro Principe!" Nachdem Raoul eine Runde mit ihr getanzt hatte führte er sie in den Wintergarten. der im Augenblick ganz verlassen war. 3ch bin nicht müde." Nein, das kann ich mir denken, Mademoiselle, allein ich möchte dieses Haus nicht verlassen, um nie zurückzukehren, ohne mein: Glückwünsche denen Ihrer Freunde hinzuzufügen. Sie sind mit dem Fürsten verlobt?" T(a." antwortete Miriam hochmü-

thig. doch da Sie mich hierhergeführi haben, um ?.:r Ihre Glückwünsche auszusprechen, erscheint mir diese Frage ziemlich überflüssig." Verzeihung, ich wünschte die Wahr. eit von Ihren eigenen Kippen zu ören." .Sie haben sie gehört. Wea '." .Hck werde Sie nie wiedersehen, aber ,l ich kann und will nicht gehen, ohne Sie

zu warnen. Sie haben mich dahinebraSt. Sie zu lieben, das können S'e nickt leugnen. ' Ich wollte zu meiner Arbeit, zu meinem bescheidenen Dasein zurückkehren, aber Sie ließen es mcht zu. -Warum nicht? Ich wußte besser, als Sie, daß meine Liebe Thorheit war. erbärmliche, lächerliche Thorheit. Noch war Heilung von dieser Thorheit möglich. noch konnte ich wieder der ehrliche, glückliche Mensch werden, der ich war, ehe ich meinen Fuß zuerst in dieses verfluchte Saus gesetzt habe, aber Sie hielten mich mit einem Lächeln, einem Wort zurück weil es Ihnen Vergnügen machte. Sie bedurften meiner Hilfe, nun bedürfen Sie ihrer nicht mehr und ich kann gehen und werde gehn. Wie mit mir. haben Sie schon mit vielen andern Ihr frevelhaftes Spiel geirieben und dies ist nicht Ihr erster grausamer Triumph und wird wahrscheinlich nicht Ihr letzter fein. Noch andre werden durch Sie leiden, aber wird es ewig sfr bleiben? Nein, nein nichts ist ewig nichts. Eines Tages werden auch Sie leiden, und dann weiden- Sir sich meiner mrfc losen Qualen und meines Wortes erinnern. So; ich bin fertig? Sir können fetzt zu Ihrem hohlköpfigen Geliebten zurückkehren." Wie ein Wahnsinniger eilte' Raoul von dannen. Miriam war etwns erbleicht aber sie lachte, als sie ihm nachsah. Das war eine etwas ungewöhnliche Art der Verehrung, aber. doch. Verehrung. Sehr, spät am Abend' nahm der Freund, der den Fürsten bei Sanfords eingeführt hatten diesen beiseite und sprach lange und ernst mit ihm.. Der Fürst erblaßte, als er zuhörte. "DiaYolor "Diavolor stUfc - leisezwischen den Zähnen hervor

Achtes- Kapital. Raoul Vertrnnd 'hatte? sich selbst gelobt, nie nach dem Feenpalast zurück zukehren, wo holdselig lächelnde. Geslchter. grausame. Herzen verbargen, under hielt sein Gelübde.. Freilich wanderte er oft nach bn detem Tagewerke. mit der unbestimmten Hoffnung, Miriam bei der Heimkehr von ihrer Nachmittagsspazierfahrt zu begnur,. nach den vornehmen Stcrdt theilen,, aber- er. sah sie- nie. Dann. machte die Scham über seine Schwäche. diesen Wanderungen ein Ende, und er. ging- manchen. Tag gar nicht aus.. Stun-dmlang- saß er. regungslos vor seinem Bilde,, rauchte- seine Pfeife -und starrte es anwohne es zu sehen.. Miette war es nicht entgangen, das er litt, und zwar um- eines Weibeswillen; sie wachte auch, daß sie nichts thun , könnte seine Leiden zu lindern, und- das war ein großer Schmerz, für. ihr liebevolles Herz. Sie hatte gehofft., alles werde: in Ordnung kommen, wenn Raoul. erst wieder in vollem Ernst arbeitete und versuchte die verlorene Zeit einzubrin gen, indem er malte, solange die raschzunehmenden Tage ihr Licht spendeten. Ob er wohl bis zum 20. März, dem Tage, wo die Bilder für den Salon eingeliefert werden mußten,. fertig. wer-. den würde? Er selbst zweifelte' nicht' daran uirfrer hatte wirklich noch nie o ausdauernd und erfolgreich gearbeitet. als während dieses Zeitraums. Die.' Aufregung wenn er das Bild so-sichte lich unter seinen Fingern wachsen sah., ließ, ihn manchmal sern Leid- vergessen, und dann, fing Miette an-, zu- hoffen-,, daß der alte muntere Frohmuth wie--. der kommen werden, allein wenn dieAufregung der Arbeit, vorüber war. verfiel Raoul immer wieder- in: seinfinsteres Brüten. Wahl tptte Miette einu Vertrauten,. sie ihr Herz öffnen tote; einen'. trnien Freund des Geschwisterpaares,. einen jungen Mann in Mouls Wltr,. den Sohn des Grabsteinverfertigers Aber seit jenen alten Zeiten hatte- sichmanches verändert. Pierre' Brugnoni war geboren worden, alä sein Baterschon - m hohen Jahrm, stand. Nach? dessen To.de war er in noch zu. jugcnd. ttchtm Alte: selbstständiger Besitzer des Geschäfts geworden und iüt es nicht verstanden, dem zunehmenden Wertbe--werbe, die Spitze zu bieten, zumad er keine Neigung für seinen, ihm vonr Vater aufgedrungenen Beruf empfang und jcht schien er sich nicht mehr lange halten zu können. Soldat hatte er werden wollen, und keine Kompagnie konnte er ohne Herzklopfen vorbeizie hen sehen. Sein EinjährigfrnwiWgen. fahr hatte er mit fcinen SMsesährten: Raoul zusammen abgemacht, und dre ses Jahr, das den n.eisteu lungen Parisern so schwer dünkt und von liebevollen Müttern gefürchtet wird hatte ihm zwölf Monate ungetrübten Gluck gebracht. Raoul hatte sich im Verkehr mit seinen Kunstgenossen sehr lttcht uno rasch deren Lebens- und Sprechweise angeeignet ,so daZ in sewem sechsundzwanzigsten Jahre kcine Slur des Steinhauerfohnes an dem jungen Maler mehr zu finden war; Pierre aber hatte im Gegentheil infolge der Verschlecht terung ferner, Verhältnisse etwas von den Gewohnheiten nd dem Stolze eines wohlhabenden Bürgers, die seinen Vater Sgezeichner hatten, eingebüßt. Er kleidete sich fast wie ein Arbeiter, und w seinem Gesicht lag etwas Muthlosest der Ausdruck eineS Menschen. der feinen Lebenszweck verfehlt hlt. D beiden jungen Männer hatten sich sehr gern, aber es war eugenscheii lich. daß RaauZ dem andern gegenüb Rolle des Beschützers spielte. (Fortsetzung folgt.) Aha! Student: Woller: Sie mir. bitte, die Goldplombe aus dem hintersten Zahn nehmen? Zahnarzt: Mit Vergnügen! schmerzt derZahn? Student: Rein. Zadkarzt: Od liegt vielleicht die Plombe schlecht? Student: Nein. Zahnarzt: I. wo kehlt's denn? Swdmt: Im, Geld-beutel.

Kür 5s e KüDe.

Rothe Rübensuppe. 1. Die rothen Rüben werden sorgsam gewaschen, in Wasser, das reichlich übersteht, 3 4 Stunden gekocht, geschält, in Scheiben geschnitten und bleiben nun 24 Stunden an einer warmen Stelle stehen, dann seiht man den Saft durch, verkocht ihn mit kräftiger, fetterFleischbrühe, thut Zucker und einige Nelke hinein, logirt die Suppe mit drei Eidottern und giebt gerührte Kartosfeln dazu. Statt der Fleischbrühe kann man den Rübensaft auch mit saurer Sahne verkochen, giebt dann mit Butter zer rührte Kartoffeln hinzu. Auf andere Art bereitetr 2. Eine' Anzahl rotheRüben. schält man, schneidet sie in Stücken, ebenso Porree, Petersilienwurzeln, Zwiebeln und' Herzblättchen vomWirsingkohl, kocht dies Alles in Wasser mit etwas Butter weich. Nun bereitet, man eine kräftige. Fleischbrühe von Rindfleische die man mit Salz..Gcwürzkörnern,, Majoran und. Lobeerblatt würzt.. EineEnte bratet man. zer.schnei det sie und legt die Fleischstücke mit der Bratensauce. ' in eine Terrine man kann auch etwas von demSuppenfeisch dazu geben, as Rüöenpure hat: man inzwischen mit der Fleischbrühe derkocht, fügt' etwas gehackten Dill hsnzu, legirt sie mit einem viertel' Liter saurer Sahne und gießt sie über das Fleisch in d Terrine. Statt der Ente kann man auch Würstchen von Fleischsärce neh men'.. G tsiilÜ e. F.l.ädlin od.tr SUost erf.r autn". Man siedet die Lunge, (die Brühe giebt eine gute Svppe), hackt dieselbe. fein mit Zwiebel und würzt n Pfeffer Salz. Muskatnich. mengt alles gut untereinander und fügt noch ziemlich geröstetes, und gestoßenes Brot, darunter. Nun macht man einen Fladenteiz und bäckt i dünne. Kuchen, aber nur. auf einer Seite, hellbraun. Nachdem, aller Teig' ausgebacken ' ist, füllt!man die Fladen auf der gebackenc Seitemitentsprechend Fülle, rollt die selbem zierlich zusammen, legt sie ne beneinander und kreuzweise darüber m eine Pfannemit heißem Schmalz und backt' alle' in einem? zufammenhängsn Kuchen' schon hellbraun. Man kann grunn Salat oder gekochtes -Obst dajtf geben.. F.i.sichb.i)uleiiji. Das auä Haut . und. Gräten . gelöste . Fleisch von mehreren. kleinen Fischen wird fein ge hackt,, mit .zwei bis drei Eiern,,, einem halben Kaffeelöffel .voll Salz, zwei ge riebenen Semmeln, A Unzen zerlassener Butter, einer Messerspitze voll. Pfeffer und nach Belieben einigen gehackten. Sardellen, Citronenschale oder Zwiebel gut l vermischt und 'ZU runden, .plattgedrückten Klößen geformt, die. man in Butter, hellbraun bäckt und zu , Sauer kraut und andern Gemüsen giebt. Man kann auch hierzu. die Ucberbleibfel von. gekochten Fischen verwenden, die man noch warm, sobald sie vom Tisch kom men.vvn Haut und Gräthen befrei! mit' zerdrückten - gekochten ; Kartoffeln, Sarlz. Pfeffer, gehackter Petersilie. nem Ei und etwas geschmolzener Butter vermischt,' zu Klößchen formt und in Butter brät.. G.e.f.ül.l.te. Qxtx, als. Nach. t.i.s ,ch. Man blase die.Eier. aus, .indem. man , sie auf, beiden Enden etwas öff net, , und dann dcn Inhalt , auskaufen läßt. .Sind sie. entleert, so. lege, man ein halbes Pfund süße. Mandeln (und. etwa 20 bittere), verrühre, sie. mit einem Quart Milch und presse sie. alsdann durchwein Tuch. DieseMandelmilch süße. man. nach Geschmack, und Mimische sie mit.l Unze aufgelöster Gelatin. Ein Drittel dieser Masse.färbe.man.mit an gerührtem Kakao bräunlich, e.in Drittel tftrbe man roth durch, Zusetzen, von etwas.Marasquin.und den. Rest lasse man weiß. Nun schließe man. die. untere Oesfnung der Eier, entweder mit etwas Butter oder durch Ueberkleöen eineS Stückchens E.icrschale undfülle dieEie? dann mit dieser bereiteten. Masse. Will man die Eier, anrichten, ss tauche man das Ei einen Augenblick in warmes Wasser, entferne, die Schalen und richte die Eier wie in einem Neste liegend in einer runden Glas schale axu Man kann einen Vanillecreme dazu geben, doch können die Eier auch ohne Creme ge reicht Werdern. Gebackene Kalks fuße. Die Füße werden an den Klauen rein abgeputzt, dann in Wasser mit Salz ge sotten; sobald sie aufgekocht haben, wird das- erste Wassr abgeschüttet; Salz, Essig Gewürzkörner, Citronen schale, nach Belieben., auch Wurzelwerk darangegeben und vollends weich ge kocht. Alsdann wird von der inneren Seite daZ Fleisch bis) in das Fußgelenk ausgeschnitten, die Knochen herausge löst und die so gewonnenen fleischigen Theil- in Ei umgewendet, mit geriebn ner Semmel bestreikt und inButter oder Feld goldgelb geba5en. . T.i p s y-C a k e. Aus einem Viertel Pfund Zucker, un Achtel Pfund Kartoffelmehl, drei Eiern und dem Eier flönee bäckt ma Bisquitt in einer runen. reckt hohen Form. Jt der Kuchen Z 2 Tage Ät, so schneidet man ihn ?n der Quere in fingerdicke Scheiben. Die erste Scheibe wird auf eine flache Glasschüssel aelegt und nt Portwein angefeuchtet, dannJohannes- undHim beermarmekade daraufgeitrichen, dann wieder eine Scheibe mit Portwein an gefeuchtet und so fort. Zuletzt zerschnei det man Mandeln in lange Streifen besteckt den ganzen Kuchen damit und. gieß einen Vanillerrme von vier GU ern darüber. Am besten einen Tag ste hui lassen. I Zur Vereinsmeierei. 1 A: Ich war schon drei Mal am Er. trinken, bin aber stets rechtzeitig ge rettet worden!" B: Das ist mir auch schon mehrmals passirt! Bilden wir doch einen Verein rechtzeitig C rettet!"