Indiana Tribüne, Volume 20, Number 203, Indianapolis, Marion County, 11 April 1897 — Page 10

Beil

ctae. per Sljaler. Von A. Ctto4iJaUter. Qt fafe im teerten, tteichzepolsterten Lehnswhle beim matten Lichte jetner schirmbedecktcu Lampe, der hochbejayrte, viel gefeierte unfc allgemein verehr.e geheime Gammeicienratä LanHc. Sem jüngstes Enlettind, GroMiers fiie&Um", die etwas zu bleiche, blo7.dloZZe Elsbeth, hatte an diesem Taze ihr Geburtssest gefeiert. uftbeine qanze Anhl lwdlich übermüthiger Mädchen hatte sich unter seiner nachzieViatn, duldsamen Aufsicht in den. rcet ten Räumen seines 2lrbeitszimmer nach Lust und Belieben herumgetumznelt. ' . Mit mildem Lächeln hatte er diesem erfrischender, Schauspiele zugesehen, dabei aus der großen türkischen Pfeife geraucht, die er von einem .Hausaufsehcr des Khedive von Egypten. geleniliA der fteier zur Eröffnung des Suezcancils ern?orben, unb seiner Iuzeirdzelt gedaZzt. z. 'ba war freilich eine ganz am dere Jugenid gewesen, die er zu erleben bei der 5abres,mt. die er jetzt im luftzeheizten Zimmer behäbig Überdauerte . hatte der öturrn im bnfälliaen Sause sehr lästige Schneetee&en als Äesuch gebracht, und wie oft war die armselige Aöendsuppe noch extra durch den eraözew:y:en vm " unliebsamer Weise gewürzt worden Welch' unermeßlicher Abstand zwischen dem Dasein von damals und dem jetjt aen! Wem aber war das zu verdanken? Doch einzig und allein ihm. seiner Hraft, seiner Energie, seinem unermüdlichen, mit Genügsamkeit und Sparsinn gepaarten Streben. Ja, wenn die ArVetter, statt den wüsten Reden proletarischer Agitatoren zuzuhören, es alle so machten w:e er, dann wurden sie alle insgesammt auch Geheime (lommer cienräthe, Ehrenbürger u. s. w. wer den. Doch so weit ging seine Gedankenfolge nicht. Sie flog in's Blaue, wie die Rauchwolken seiner Turkenpseife. Mitten in seinen selbstgefälligen Betracktunzen unterbricht ihn das Geburtstagskind, welches noch einmal vor dem Schlafenzehen hereingestürmt kommt und sich, nur bekleidet vom Zeichten Hemdch?n. auf seinen Schooß schwingt. ' Großpapa," rust sie. den Alten mit ?hrcn nackten Aermchen am Hals um klammernd. Du wolltest mir doch zu meinen: Geburtstage eine alte Silbermünze für meine Sammlung schenken. Das halt Du Wohl vergessen. Ihr Kinder vergeßt doch nie etwas Versprochenes. Nun ja, ich hak nicht daran gedacht.' Aber das kann leicht nachgeholt werden-. Hier in dem Schränkchen it ein kleiner Korb, da habe ich Vieles hineingeworfen Sieh', hier ist es!" Das Kind fiel begierig über das kleine geflochtene Körbchen, her und wühlte rn den zahlreichen Kupfer- und Silbermünzen. Nichts schien sie zu befriedigen, die Kupfermünzen warf sie ohne weitere Beachtung gleich bei Serie, schließlich aber hob sie ein Thalerstuck empor und rief: Großvater, den mußt Du mir geben, denn da steht ja Dein Geburtsjahr drauf!" Mein Geburtsjahr?" rief der Alte erstaunt. Davon bin ich ja selber noch Nichts gewahr worden. Ze:g einmal her. Er nahm den Thaler in bxt Hand, ließ ihn jedoch beinahe im nämlichen Augenblicke, als habe er glühendes Me all erfaßt, in den Korb zurückfallen und r:ef: Kin), diesen Thaler kann ich Dir nicht geben, den habe ich längst einem Anderen versprochen, ich wußte blos nicht, wo ich ihn h'mzelegt hatte." O, Großpapa, Du erzählst mir Ge schichten, Du bist blos zu geiz:z und sagst doch immer, ich sei Dein Eins und Alles. Richt wahr. Du gibst mir den Thaler?" Um keinen Preis. Wähle sonst. was Du willst, nimm meintmezen Al les. a.ber d e u Thaler bekommst Du rricht!" Ach, Großpapa, ich möchte ihn aber gerne traben; komm , sei gut! Rein, 'nein, es geht nicht!" Aber dann bin ich böse mit Dir!" Und wenn Du böse wirst, den Thaler kannst Du nicht bekommen." Stillschtveizend glitt das Mädchen von den Hr.teen des Großvaters herunie? und eilte, ohne ein. gute Nacht" zu isazen, aus dem Zimmer. Das ging dem Alten, doch zu nahe arfi Hez; er ergriff ein noch ganz glänzc-i?deZ Silberstück, ging damit nach der Thur und rief: .Elsöeth, sieh' hier den schönen Krö nMgsthaler!" Das Kind drehte sich um. nahm den Thaler und warf ihn, nachdem sie ihn erntn Augenblick betrachtet, auf die Drele. So einen albernen Krönungsthaler, den 'blos Dien'stmädel tragen, nee, Großpapa. Du mußt mich doch nicht für gar so dumm ansehen!" ü 'Damit lief sie in ihre Kammer, und - öer Alte kehrte an seinen Platz zurück, lißmuthig den bei Seite gelegten Thaler wieder in die Hand nehmend. Er sah ihn lange an. als läse er etwas Seltsames darauf. Still war's, fast unheimlich in dem weiten Raume. Keine Rauchwolken mehr, aber Erinnerungen, ähnlich jenen, stiegen vor ihm auf, als er deutlich auf dem matiten SUbergru'nde, dicht bei dem Kopfe des Landesfürsten, unter dessen Legie

rung vas Gerdsrllck geprägt 'worven,ein Kreuz gezeichnet sah. O dieses Kreuz, für das Auge ens gleichgiltigen Betrachters fast unsichtbar geworden, wie leuchtete es ihm entgegen, wie

ließ es eine langst vergangene Zeil wieÄer in ihm aufleben! unaria und müde vom langen Wandern, war er als 18jähriger HandWerksgeselle in einer Herberge erngekehrt, bewaffnet" nur mit den wenigen zusammengefochtenen Groschen, die al- - v f! t."-ti:,.i nft..vi.Mt lensaus sur ein ouqac iuucuvvivi, für die Streu zum Nachtlager und r." n ' ,X ITlr& . oieueicyi nviy jui ein uiwuu,cu w rienkaffee und Brotchen am borgen auszureichen versprachen. Vielleicht siel die Ernte des nächsten, Tages etwas -..3 . . yy i. t: reicyilazer aus, öicunujc auuj uiui, jedenfalls mußte er weiter, immer weiter. bis ihn ein gunstiger Zufall der unerträglichen Arbeitslosigkeit und ihrem Elend entrik. Jetzt bemitleidete er sich selbst und die anderen 'dummen Kerle", die so wie er gelebt und noch lebten. Da fiel sein Blick wieder auf den Thaler, der förmlich an, seinen Fingern zu kleben schien. Diesen selben Thaler hatte er, als er am anderen Morgen das ganz vereinsamte Gastzimmer betreten, auf einem Tische liegen sehen. Ein Blick nach dem Fenster belehrte ihn. dafc drauben der Schnee in dichten Flocken niederging und das Weiterwanidern zu einem sehr beschwerlichen zu machen drohte. Im nächsten Augenblick war der Thaler in seiner Tasche geborgen. Der Thaler mußte doch auch eine Herberge haben und konnte keine bessere finden. Und nun fort nach einem möglichst entfernten Platze am Fenster. Ein anderer, schneebedeckter Wanderbursche tritt pustend und stampfend herein. Das übliche Begrüßen und Fragen nach Namen. Beruf. Geburtsort. Wanderziel und Arbeitsaussichten ist kaum zu Ende, als der Wirth mit einem vierschrötigen, dickbäuchigen Mann eintritt, der sich alsbald als Lieh- und speciell Schweinehändler kundgibt und an dem Tische Platz nimmt, auf dem der Thaler neben einem Stampfer" Branntwein gelegen. Jakob," ruft er nun gleich, Du hast mir auf meinen Thsler noch nicht herausgegeben!" Ack. Du mit Deinen fauleMitzen," 57.tzegnet der Wirth lachend. Rein, diesmal im Ernst, ich habe einen T Haler auf den Tisch gelegt, ich kann mich nicht irren, denn ich hatte nur e i n solches Stück im Beutel, und hier sieh' selber." Du wirst ihn dann wieder eingesteckt h.iben, als wir hinausgingen, um die Ferkel zu taxiren." Wahrhaftig nicht; sieh' doch, in seiner meiner Tafchen ist eine Spur davon. Nimm nur Deine Kasse vor." Da sind verschiedene Thalerstücke drin, wie sollte ich den Deinen finden? Aber ich weiß bestimmt, Du hast mir keinen gegeben." Na.' den meinigen kannst Du leicht finden, denn ich zeichne, seitdem ich ein r.nl einen seh? ärgerlichen? Streit gefaöi, alle Thaler, die durch meine Hände gehen, mit einem Kreuz dicht forn Kopfe des Großherzogs." So. nun dann überzcuzeDich selbst. Hier habe ich nur zwei Thalerstücke und keine Spur von einem Kreuz dabei." Herr Wirth, ich bitte, ich will bezzhlen!" rief jet-t der später eingetret.ne Hai'dwerksbursche und leckte ein Thalerstück vor sich auf den Tisch. Zur selben Zeit erhob sich vor dem Gasthose ein Heie:lärm. Zwei ode? drei Fuhrleute waren wegen des Platzes aneinander gerathen und Unb'theiligte mengten sich, wie gewöhnlich, hinein, um den Krawall ärger zu machen. Der Wirth, der Viehhändler und der Handwerksbursche eilten sofort hinaus. Er aber, der jetzige Geheime Eom n.orcien'rath, Ehrenbürger und Stadtxr.lt) a. D., der bis dahin gezittert und g'bebt und den Thaler in seinem Stiefclschaft geborgen hatte, warf noch eium Blick auf das heftige Schneegestöb.r draußen, nahm dann sein Taschenrresser heraus und zeichnete auf den Thaler seines Leidensgefährten an der von dem Viehhändler bezeichneten Stelle ein Kreuz. Als der Wirth den Thaler aufnahm, s.ch er nach 'der vorhergeganoenen Auskinandersetzung sofort 'das Kreuz, wel ches er sonst nicht bemerkt haben würde. Der Handwerks bursche wurde den ihm in's Gesicht geworfenen Beschuldigungcn gegenüber grob und trotzig und skdann von dem schnell herbeigerufenen Polizisten verhaftet und abgeführt. Wohl zitterte der ungetreue Kamerad, als er den i's Elend Gestoßenen abführen sah. Die Bemerkungen über den Dieb schnitten ihm in's Herz, aber er hatte nicht die moralische Kraft, die Wahrheit zu sagen. Der Vertreter des Staates hatte nicht viel Mühe mit ihm, der Schuldbeweis war klar und vollständig erbracht, und wenn dem Verurteilter, auch mildernde Umstände" zugebilligt wurden, war ihm doch sein ganzer zukünftiger Lebensweg als Bestrafter" ein für allemal verdorben. Nnfere Justiz kann einmal beim besten Willen nicht anders m unserer vorzüglich eingerichteten Gesellschaftsord nung: Weder Ochs- noch StierOpfer fallen hier. Aber Menschenopfer ungezählt. Der zukünftige Geheime Eommercienrath und Ehrenbürger hatte von jetzt ab großes Glück. Zunächst schenkte ihm der über die Entdeckung des Diebes hocherfreute Wirth beim Anblicke seiner armseligen Barschaft die Zeche, der Fuhrmann legte noch einen ZehrPfennig hinzu, und dann war er froh fortgeeilt, bis er in die Stadt kam, wo die Arbeitsgenossen seiner Branche wegen Lohnherabsetzung streikten. Da

fpUe er gleich bei erner'Wnttde Arbeit

gesunden, m chn bald zur oronungsünd sittengemäßm Ehe nöthigte, Hamit dem Staate, der sich'ja auf die Familie stützt, kein Schaden erwüchse. Die Eniwittwete that ihm inidessen den Gefallen, ihn bald des Glückes der Wütwerschast theilhas! werden fya lassen, und nun hatte er auf '$himb dessen, was er erbte, die Gelehrtheit, durch eine zweite Heirath noch, jti mehr zu bekommen. Zu seinem Ruhme müssen wir erwähnen, daß er als reicher Manir, da ihm einstmals der Thaler, den er nie auszugeben gewagt, zufällig- in die Hände kam, sich nach dem armen Opfer seines damaligen ausgefeimten Diebstahls erkundigte. Die Antwort lautete: Gestorben, verdorben! Gestorben, verdorben," murmelte auch jetzt der Geheime Eommercienrath. der, während er diesen Erinnerungen nachhing, ein Glas Tokayer nach dem anderen getrunken, den Thaler mit dem Kreuz aber immer in der zitternden Hand gehalten hatte, und seine Gedanken wurden trüber und trüber. Er sah Schneeflocken draußen, ob wohl die Fenster mit schweren Gardinen verhängt waren. Dann dachte er an den armen Wanderburschen, gleich darauf wieder an das so ganz rücksichtslose Enkelkind, seinen Liebling, das den Krönungsthaler so verächtlich auf den Boden geworfen und gerade diesen bekreuzten Thaler haben wollte, und wie er so oft in seiner amtlichen, wie in seiner VcreinZthätigkert gegen das Vagabunden und Handwerksburschenthum- und die Ar, heitsscheu" und angebliche Arbeitslos sennoth" gewettert, und . immer blieb der bekreuzte Thaler in seinen Handen kleben. So fanden ihn auch die Seinigen am nächsten Morgen, steif und kalt in seinem Lehnstuhl zurückgesunken, und den Thaler in seiner erstarrten Hand. Z?cr amüsante Eesellschaster. Humoreske von JuleS Moinaus. 1. Gewisse Klassen der Gesellschaft sind noch he::te überzeugt, daß alle Kunstler und besonders die Maler Taugenichtse und Hungerleider sind, und wenn man sie einlud, so geschah das nur, weil man annahm, sie würden die Gesellschaft in irgend einer Weise ergötzcn. Das war auch die Ansicht des Herrn Bureauchefs im Kultusministerium, Marion, der nebenbei noch Vater des leider Klavier spielenden Fräuleins Aglae ?var. Zur Schadloshaltung seiner Gäste, die sich an den verschieden artigen, von dem jungen Mädchen gespielten Stücken vielleicht nicht genüs.end erlabten, hatte sich Herr Marion den Beistand deö Herrn CharlesTignol zu seiner Soiree gesichert, Er kannte ihn übr'sens nicht, wedtt dem Namen räch, noch von Ansehen. Ein gemeinsa mer Freund l'atie ihn als sehr lustigen Q':sellen gerühmt, der ganz besonders amüsant sei und eine Menge Gesellschaftssicherze wüßte, über dic sich di? Zukörcr buchstäblich wälzen würden. Nun!" sagte Herr Marion mit huchtcnden Augen; heut in 8 Tagen ist der Geburtstag meiner Tochter; ich gebe eine Soir6e ; bringenSie mir doch diesen jungen Künstler mit; Sie werden mir ein großes Vergnügen bereit ten." Zwei Tage später benaoyrichtigte ihn der Freund, es sei ihm nicht ohneMühe gelungen, dem amüsanten Gesellschafter ein Versprecher zu entlocken; diese gute Nachritt versetzte die FamilieMarion in die größte Freude, ein Freuds die die Gäste von dem ihrer harrenden Genusse unterrichtet, vollständig theiltcn. Das war auch die Ursache, daß keiner der Eingeladenen abgesagt hatte, sondern daß alle vollzählig erschicnen waren. 2. Da der Mann, der den Gegenstand d;r allgemeinen Aufmerksamkeit bildete, noch nicht angelangt war, so spielte Aglae einige Nummern ihres Repertoires, ohne allerdings bei ihrem Publikum die nöthige Würdigung und Anerkennung zu finden. ' Endlich, um 10 Uhr wurde heftig an der Klingel gezogen, und aus Aller Munde hörte man den'Ruf: .Das ist er ? Und er war's in der That! HerrMarivn stürzte ihm mit lächelndem Antlitz und ausgestreckten Händen entgegen. Der gemeinsame Freund, der bereits angelangt war, stellte .sie einänder vor: Austausch. der üblichen Ho'flichkeitsphrasen; Dankrede von Seiten des Hausherrn, das gewöhnliche Hoch, erfreut, mein Herr", von der anderen Seite Vorstellung Aglae's, galantes Compliment des Besuchers, Reverenz des Fräuleins. Nach Beendigung all' dieser Förmlichkeiten- sagte Herr Marion zu seinem Gaste: . Wenn Sie Hunger' oder Durst haben, so werde ich dem Mädchen ..sagen . . . " , Der junge Mann unterbrach durch eine deutliche Ablehnung und flüsterte Dem, der ihn eingeführt, zu:-. : ; Ich ahnte es; man glaubt, ich habe nichts zu essen!"'. - . Da man ihn unmöglich schon bei seinem Eintritt um einen jener hübschen Gesellschaftsscherze bitten konnte, zu denen er das, Geheimniß Kannte., so sagte Herr Marion zu ihm: . Sie kommen gerade, im ' richtigen Augenblick: meine Tochter wird ein Potpourri spielen!" . Dann erneuerte er sein Anerbieten: Also Sie wollen wirklich nichts zu sich nehmen?" ' . Nein, mein Herr, ick danke Ihnen!" versetzte der Gast und fügte für sich hinzu: Ich werde das. Potpourri hinunterwürgen, das genügt!" Als das Stück beendet war, sagte

Herr MarZsiirnit leiser Stimme - zu seiner Tocpr: Bitte doch den jungen Man, rc mochte uns einen Scherz vorfüb'-cn!" A zlae beeilte sich, im Namen der ganzen Gesellschaft die Bitte an ihn zu richten.Aha!" dachteBignol, man hat mich eingeladen, damit ich die Leute unterhalte!" Trotzdem verneigteer sich vor dem jungen Mädchen und machte ein zustim. mende Bewegung, während Aglae der Gesellschaft mittheilte. Herr Vignol würde so liebenswürdig sein, einen seiner hübschen Scherze vorzuführen. Ein Ah!" der Genugthuung begleitete diese willkommene Nachricht; . man gruppirte sich, die Damen setzten sich, die Herren standen und Alles harrte gespannt der Dinge, die da kommen sollten. Vignol stand in der Mitte, das Kinn in dieHand gestützt, und schien zu übe? legen. 'Er überlegt, was er machen wird", sagte man sich. Ha! ich hab's!" rief Herr Vignol nach einigen Augenblicken aus und gab seine nachdenkliche Haltung auf. Ein neues Ah!" der Erwartung durchflog den Salon. Sie sind sehr liebenswürdig!" wars Herr Marion dazwischen, doch der Künstler fuhr fort: Ich werde die Scene des Herrn spielen, der ein Klavier abdeckt, um ei. nen acfallenen Ton zu suchen." '. Schon bei der Ankündigung des Ti tels brach die Gesellsckaft in laut:Z Lachen aus; man klatschte in dieHändt und ein wirres Durcheinander von Worten ließ sich vernehmen. : .Ach, das muß sehr drollig sein! . . Ein Herr, der ein Klavier abdeckt, um einen Ton zu suchen!. Ach. das wird sehr lustig sein!" i Ich beginne!" sagte der Künstler, und ein feierliches Schweigen folgte diesen Worten. z Vignol nahm zuerst die Lichter aus dem Klavier und legte sie sorgsam auf die Erde; dann schraubte er langsam die Leuchter ab und legte sie neben die Lichter; darauf nahm er den Deckel ab und stellte ihn zu den Leuchtern und schließlich entfernte er auch noch die

große Bordertaselung. , Nachdem diese Vorbereitungen beendet waren, blickte er unter unglaublich komischen Grimassen in den Mechanismus und sagte dann nach genauerPrü fung mit größter Verwunderung: , Es ist merkwürdig, ich sehe den Ton nicht!" Die ganze Gesellschaft brach in lautes Lachen aus. . , , O." fuhr er mit komischer Wuth fort, ich muß ihn dennoch finden, denn ich kann es mir nicht leisten, einen Ton zu verlieren!" Die Gesellschaf, wälzte sich! Nun nimmt der angenehme Gesell, schafter", der anscheinend immer wüjhcndcr wird, den Mechanismus auseinander, dreht ihn hin und her, und hört nicht auf, mit immer wilderen Gesten zu wiederholen: - Es ist merkwürdig, und ich weiß roch ganz Aenau, daß er darin ist!" . Dann fährt er mit der Hartnäckigkeit eines Geizhalses, der seinen verschwundenen Schatz sucht, fort: Oh, ich werde ihn schon noch entdecken!" : Um der Sache vollends auf den Grund zu gehen, schraubt er sammt liche Tasten des Klaviers los und legt sie eine nach der anderen symmetrisch auf die Erde, ohne leider das Geringste zu finden. Und ich möchte doch darauf schwören, daß der Ton in Vas Klavier ge fallen ist! ... Ich scheine mich geirrt zu haben! ... Ah! ich bin ganz inSchweiß gebadet!" sagte, er. sich die Stirn trock neud; jetzt möchte, ich gern eine . Erfrischung zu mir nehmen."'' ' Man reichte ihm schnell ein Tablett, auf dem verschiedene Getränke standen, und nachdem er mehrere Gläser Punsch getrunken, sagte er: ' z So! jetzt ist mir besser!" ' Dann fiel er erschöpft in einen Fauteuil und fächelte .sich mit seinem Taschentuch Kühlung ZU.)' .: . y 3. " ' DaS fängt recht drollig an!" sagte Herr Marion, als er glaubte, sein fideler Gast habe sich genügend ausgeruht; aber ich meine, Sie haben das Amüfanteste noch für den zweitenTheil aufgespart." , : Den zweiten Theil?- sragie der Gesellschafter-, ihn mit erstaunter Miene anblickend; was denn für einen zweitenTheil?" ..Nun, den Wiederaufbau des Pianos natürlich!" Ja, das verstehe ich nicht; das ist Sache des Klavierstimmers!" , Sodann erhob er sich und fuhr fort: ' Sie entschuldigen,' aber ich werde noch zu einer anderen Gesellschaftlerwartet; es thut mir sehr leid, eine so reizende Soir5: verlassen zu ' müssen, wo man mich in . so Liebenswürdiger Weise aufgenommen hat." X . -j Mit diesen Worten, nahm er seinen Hut. verbeugte sich bis zur Erde und verschwand, während die eine Hälfte der Anwesenden ihm verdutzt nachstarrte, indeß die andere bestürzt daS zerlegte Pkano betrachtete und sich sagje. daß heute aus. dem üblichen Tanze ftprjl nichtwerdcn würde : ; , i tartre Uttstung. Fabrikant: Ich hoffe. Sie werden meine Annonce in recht gefälligem Arrangement drucken !" ' ZeltungSbesitzer: Wenn Sie Ihre Annonce in meinem Blatte lesen kaufen Sie sich' felbst 'was ab!" ' , y: : :. Er hat'ö gleich. : Professor: Sie wissen aber schon gar nichts vom Herz, Herr Candidat!" Studiosus: Ich beabsichige ,'ciich rmr.'Spezialist in Leberkrankheiten zu werden!" ;. S3 o r nehm;; Sarön Ach, Källn'är,' die Speisekarte ja schrecklich büraerlick!" , . ...

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oampie ?in CVfer der Disciplin. In der kleinen Garnisonsstadt Tcchtelhausen herrschte die höchste Ausrc gung. Morgen sollte der Brigade(sommandeur eintreffen, nur das 'Bataillon zu inspiciren. Besonders den jüngeren Ofsicieren, welche die Mannschasten auszubilden hatten, schlug das Herz. Unter den mancherlei igcnhei ten, die man sich von dn Ecllenz erzäl,lte, war nun besonders auch die eine, daß der General sehr fchars darauf sah, ob die Officiere denn auch mit dem Civilberuf jedes einzelnen Soldaten sich vertraut gemacht hätten. Das war aber, wie bei den meisten seiner Kämeraden, auch eine besonders schwache Seite des Lieutenants Schneidig. Doch plötzlich, als er schon verzweifeln wollte, kam ihm eine Idee. (5r ließ seine Leute antreten, hielt eine Ansprache an dieselben und sagte zum Schluß: Also verstanden! Wenn Seine Excellenz mich bei einem von Euch sragt: Was ist der Mann in seinem Civilberuf?" und ich antworte Schneider!" oder Schuster!" so ist er eben Schneider oder Schuster!, .Dabei bleibt's! " Die Crcellenz kam. Alles ging wohl don Statten. Plötzlich blieb der General vor. dem Rekruten Schulze stel'en. Was ist denn der Mann in seinem Civilberuf. - Herr Lieutenant V Schneider, Excellenz!" antwortet Echneidig präcis. Ter General nickt freundlich. Bist Tu schon lange Schneider, mein Sohn?" fragt er wohlwollend. Nein, Excellenz!" Selt wann denn?" Seit heute, Excellenz!" Seit heute? .. El, wie kommt denn das?" Ter Herr Lieutenant hat's befohlen. Excellenz!" 7-Der General sah in Schneidig's momentan nicht allzu geistreiches Gesicht Und schntvnzelte. . ; : Höchste Zerstreutheit. Frau A.: "Ihr Mann ist in letzterZelt sehr zerstreut geworden." Frau B.: l.Ja. gestern hat r sogar vergessen, in die Kneipe zu gehen." - k Letzte H o fsnu n g. "TöchterieicheMutter: Männchen, lade doch einmal den Professor Krips ein! Der soll ja an Kleptomanie leiden k lleicht nimmt er ein's von. unseren 'ädels mit!" . I . Kindermund. Mutter: Allmächtiger Gott, wie siehst Du aus, Du. hast Dich wohl herumgeprügelt?" Der kleine Willy: Nein, Mama. Carl Schulz: hat geprügelt : ich. hab' blos stillgehalten.-

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