Indiana Tribüne, Volume 20, Number 196, Indianapolis, Marion County, 4 April 1897 — Page 6

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Tcmicssee's Ausstcssung. Ein volles Jahrhundert war am 1. Juni 1896 verflossen, seitdem Tenriefte als Staat in die Union aufgenommen wurde, und dieses geschichtliche Ereizniß wird durch die Veranstaltung einer großen Ausstellung in Nashville gefeiert werden, deren Eröffnung programmmäßig am 1. Mai erfolgen soll. Im Verein mit den Staatsbehörden haben die Bewohner des Staates mit regem Eifer darauf hingearöritet. daß diese Ausstellung nicht nur ein umfassendes Bild der Ressourcen und der Entwicklung von Tennessee cxwähre. sondern durch die Betheiligung der anderen Staaten und des Auslandes aus dem Rahmen einer blos localen Affaire heraustrete. Die Stadt Nashville. welche an 100,000 Einwohner zählt, ist im Herzen der sogenannten Blaugras-Regicn

v JL mm ' WC Verwaltungsgebäude. von Tenncssee belegen, wo der Boden überaus fruchtbar ist und eine Fülle landschaftlicher Schönheiten das Auge erfreut. Der Platz für die Ausstellung konnte nicht glücklicher gewählt werden; es ist ein 200 Acres umfassender Park, der ca. 2 Meilen vom Public Square belegen ist und dessen Schönbciten durch die Kunst des Landschaftsgärtners noch attractiver gemacht worden sind. Bei dem Entwurf und dem Arrangement der einzelnen Gebäude hat man sich die Lehren früherer Ausstellungen zu Nutze gemacbt und so dürfte denn die Weiße Stadt" von Nashville des Belehrenden und Unterhaltenden sehr viel bieten. wennaleich sie nicht die stolze Prätension haben kann. Rivalin der Chicagoer Weltausstellung sein zu wollen. Auch die Bundes - Regierung wird in Nashville in würdiger Weise repräsentirt sein, da der Congreß zu diesem Zfttcfe die Summe von $130, 000 bewilligt hat und die von den verschiedenen Regierungs - Departeuients zu entsendenden Collectionen in einem besondern, stattlichen Gebäude ihren Platz erhalten werden. k S-K5? Tl'tx'ti&. Bergbau-Halle. Eine pittoreske Anhöhe inmitten des Ausstcllunosparks krönt das Parthenon. das für die zur Ausstellung gelangenden Kunstwerke aller Art bestimmt ist und in seinem Aeußern eine genaue Nachbildung des berühmten Parthenon von Athen repräsentirt. Bor dem Parthenon wird sich eine Eolossalstatue der Pallas Athene erheben, die. ein Wer! des Fräulein Aenid Yandell aus Louisville. Ky.. zur Zeit in Paris ihrer Vollendung entgegengeht. Eine Nachbildung deZ Rilto von Venedig wird den silberklaren See überspannen, welcher den Fuß des Parthenon-Hügels bespült. Ueber Mangel an Raum werken sich weder Aussteller noch Besucher zu beklagen haben, denn alle Gebäude haben sehr bedeutende Dimensionen. So mißt das Gebäude, welches von den Jüngern Merkur's, den Repräsentanten desHandels, occupirt werden wird, 500 bei 315 Fuß, die Ackerbau-Halle 525 bei 175 Fuß. das Gebäude für Bergbau und Forstwesen 400 bei 125 Fuß u. s. w. Und trotz dieser gewaltigen Abmessungen machen die einzelnen Gebäuden einen gefälligen Eindruck, da die Architekten bei dem EntWurf der Pläne sich nicht von der Nücksichtnabme auf den praktisaVn Nutzen allein leiten ließen. 35" Auditorium. Für di? Abhaltung von Versammlungen, Festivitätcn.Concerten u. s. w. ist ein geräumiges Auditorium, wel ches nicht weniger als 6000 Sitzplätze enthält, bestimmt. Das betreffende Gebäude stellt ein Kreuz dar. das von malerischen Säulenhallen slankirt ist. Auf letzteren befinden sich luftige Balcone, von denen man bei Tage einen prächtigenRundblick auf das großartige Ausstellungsbild hat; von dort gesehen, werden alle pyrotechnischen Productionen in hervorragendem Maße zur Geltung kommen. Das Gebäude wird von einem 140 Fuß hohen Ausslchtsthurm überragt. Von den besonderen Zwecken dieuenden Gebäuden verdient das Frauengebände hervorragende Erwah lutng,, das nach den Plänen einer Frau aufgeführt ist und in welchem die Errungenschaften des weiblichen Geschlechts in ausgiebigster Weise zur Anschauung kommen werden. Man lann dieses Gebäude eine idealisirte Vergrößerung der Hermitage nennen, doch erschein! der Colonia'lstil nicht in. sondern es sind auch griechische Vorbilder nachzeahmt worden. Daß

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der Besuch gerade dieses GebäudcS namentlich der Frauenwelt viele AttracHonen bieten wird, braucht wohl kaum besonders hervorgehoben zu werden. Alles, was das weibliche Geschlecht in-

Hist. Gebäude. teressirt, von der Küche bis zu dem mit dem feinsten Geschmack ausgestatteten Salon, wird dieses Gebäude enthalten und zwar nicht blos das Werk von amerikanischen Frauenhänden. sondern von FraUen aus allen Theilen der Welt. Die Ausstattung wird alle Perioden der amerikanischen Geschichte umfassen, von der Colonialzeit bis zum heutigen Tage, so daß sich leicht Vregleiche zwischen dem Geschmack der alten Zeit und dem modernen Comfort ziehen lassen. Um den Besuchern vor Augen zu führen, mit welchen Entbehrungen die Frauen der ersten Ansiedler zu kämpfen hatten, wird neben diesem Gebäude eine Blockhütte aufgeführt und in echtprimitiver Weise eingerichtet werden. Mehr als blos flüchtige Erwähnung verdient das Negergebäude, in welchem die Fortschritte der farbigen Bcvölkerung des Südens studirt werden können. Seinen Platz hat es auf einer Bodenerhebung an dem Wataugasee erhalten, wo seine architekto5ö. UKkÄssÄ ssimxrssziik Kindergebäude. nische Schönheit voll zur Geltung kommt. Sein Inhalt wird aus allen nur dankbaren Producten des Gewerbsleißes der Neger bestehen und auch die Fortschritte, die sie auf dem intellectuellen Gebiete gemacht haben, illustriren. Da mancher farbige Aussteller noch als Sklave geboren ist bezw. seine Kindheit als solcher verlebt hat, wird gerade dieser Theil der Ausstcllung einem Jeden, welcher der EntWicklungsfähigkeit der Negerrasse mehr als vorübergehende Aufmerksamkeit schenkt, des Interessanten sehr viel bieten. Soweit es in ihren Kräften stand, haben auch die Kinder des Staates Tennessee rn dem großen Werk mitgearbeitet und ein pattliches Gebäude Hai mit den Scherflein, welche die Kleinen beigesteuert haben, errichtet werden können. Dort werden nur Gegenstände, welche der kleinen Welt zur Belehrung und Unterhaltung dienen können, ihren Platz erhalten, namentlich Spielzeug und Puppen aus allen Tbeilen der Welt. Um das Schulsystem des Staates und die besten Leistunzen der Schulen zur Anschauung zu bringen, sind besondere Räume rekervirt, es fehlt aber auch nicht an einem geräumigen Spielplatze, auf welchemJung-Ämerika nach Herzenslust wird tummeln können. MemphiS. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, wird die Mehrzahl der Staaten in würdiger Weise repräsentirt sein; den Anfang dazu hat das kleine Rhode-Jsland gemacht, welches ein recht stattliches Gebäude aufführen ließ. Unter den Städten, die besondere Anstrengungen gemacht haben. um in dem imposanten Gesammtbild mehr als vorübergehende Beachtung zu finden, verdient Memphis besondere Erwähnung, denn die Nachbildung einer alt-egyptischen Pyramide wird die Collectionen. welche die Bürger dieser Stadt nach Nashville senden werden, enthalten. Daß für die Unterhaltung der Besucher in der ausgiebigsten Weise Sorge getragen werden wird, erscheint im Hinblick auf die überall grassirende Vergnügungssucht wohl selbstverständlich. Diesem Zwecke wird die Banity Fair" mit einer scbier unendlich?nMannigfaltigke!t v.'n Amüsements dienen. Der gute Sohn. Vater: Na hörst Du, das ist doch ein ganz miserabler Ausweis! Söhnchen: Aber Papa, Du weißt, daß Du mir für jeden guten Ausweis einen Gulden geschenkt hast. . . Vater: Nun und? Söhnchen: Da wollte ich Dir bei diesen schlechten Zeiten das Geld sparen. M a ch t d e r G e w o h n h e it. Herr Bartels besaß einen zwar nicht sehr großen, aber desto gelehrigeren Papagei, der alles, was er einige Male hövte. nachschwätzte. . Unter andcrm hörte er auch jeden Abend, wie sich einige Arbeiter von ihrem Dienstherrn mit den Worten verabschiedeten: Adi? Herr Bartels, nu gaht toi" Endlich schlägt die Stunde des Papageies, indem des Nachbars Kater, der schon lange ein Auge auf diesen fetten Bissen geworfen hatte, ihn erwischt. Indem der Kater mit semer Beute zur Thüre hinausstürmt, ruft der Todescandidat krepirend: Adie, Herr Bar U nu gaht rot."

ßine Siclsayrt. Eine specielle Eigenthümlichkeit der alten Hansastadt Hamburg bilden die unterirdischen Entwässerungscanäle oder Siele. Das größte derselben, das sogenannte Geeststammsiel, welches sich von der Lombardsbrücke bis zum St. Pauli-Markt und Landungsplatz erstreckt, ist befahrbar. Eine solche Bootfahrt 20 Meter tief unter den Grundmauern' der Stadt ist ebenso originell wie interessant. Derartige Fahrten, zu denen immer eine größere Anzahl Personen von der Behörde eingeladen wird, finden jetzt sehr selten statt. Das Entwässerungsgebiet des Geeststammsiels sind hauptsächlich die um das Alsterbasin liegender.' Bor-

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Kfsfii' &2syacS In der S p ü l k a m m e r. städte und die niedrigen Hammerbroker Elbmarschen und umfassen 2800 Hektare. Die Gesammtlänge des großen Sammelcanals, dessen Spülung durch gestautes Alsterwasser stattfindet. beträgt 3.2 Kilometer. Neun Zehntel der Länge sind in einer Durchschnittstiefe von 20 Metern unter Terrain bergmännisch ausgeführt und das Gefälle ist gleich 1:3000. Die Gesammtlänge der Hauptstränge an den beiden Alsterufern beträgt 9.4 Kilometer. Dieselben haben ovale Querschnitte und vereinigen sich beim neuen Jungfernstieg in der Nähe der Lombardsbrücke. Die einzelnen Straßensiele haben natürlich kleinere Dimensionen aber selbst die kleinsten sind noch begehbar. Alle Siele sind in Backsteinmauerung mit Eementmörtel ausgeführt und erhalten freie Lustcirculation durch offene Luftschächte in durchschnittlich 45 Meter Entfernung. dagegen sorgfältige Wasserabschlüsse der häuslichen Einrichtungen. Die Gesammtlänge der Siele beträgt 45 geographische Meilen und die Herstellungskosten circa 23 Millionen. Der Ausdruck Siel selbst, welcher manchem Leser unverständlich erscheinen wird, ist plattdeutsch und bezeichnet die Abflußrohre in den tief gelegenen Marschen, welche das Wasser unter den Deichen durch in die Ströme leiten. Nachdem alle Eingeladenen sich eingestellt, wurden wir durch einen gewölbten Gang in die etwa 10 Meter unter dem Fahrdamm belegene Spülkammer des Siels geführt, an deren Wänden Zeichnungen und Modelle des Siels angebracht waren. An dieser Stelle durchkreuzen die vom linken Alsterufer zugeleiteten Sielwässer unter der Lombardsbrücke die Alster und zwar ist das Siel mit einer Durchbiegung nach unten unter dem Alstergründe durchgebaut. Eine solche Durchbiegung eines Siels nennt man Düker. In der Mitte der Kammer befand sich die Einrichtung zur Splllung derselben, eine viereckige BodenVertiefung, in der aus zwei Stemmthoren heraus das Wasser brauste und tobte. Nach diesem kleinen Vorgeschmack der Unterwelt wurden wir wieder in's Freie geführt und begaben uns nun über die Lombardsbrücke hinweg nach dem gegenüberliegenden DampfschiffsPerron, von wo aus eine Thür in eine Kasematte führte. Hier wurde eine lustige Vermummung vorgenommen. Es waren nämlich einige Sielwärter in Südwester und riesigen Wasserstiefeln da, die uns für die Fahrt mit weißen Mänteln und ebensolchen Kapuzen versahen.

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I m Geeststammsiel. Ein gleicher gewölbter Gang wie der früher erwähnte führte uns in eine größere Kammer, in der mehrere hübsche Gondeln auf dem Siel bereit lagen. Wir nahmen unsere Plätze ein und das Boot setzte sich in Bewegung, von der Strömung sanft getrieben und nur durch roth und weiß gestreifte kurze Nuder vor dem Anstoßen an den Sielwänden bewahrt. Vor uns breitete sich gähnend die schwarze Oeffnung aus, nur ein kleines Stück erhellten jeweilig die 4 am Nande des Bootes angebrachten Lampen, an die oft schlamrr.ige, oft trockene schwarzbraune Decke zu unseren Häuptern entlang huschende Schatten werfend. Eine eigenthümliche Stimmung bemächtigte sich der Mitfahrenden, wähtend aus der Höhe, so oft man einen der schornsteinartig in die Höhe ragenden Luftfchächte passirte. das Grok

siadtgetriebc wie Donnern und Brausen zu uns helbscholl. Unterhalb der Espmnade, wo sich die Sielzweige der beiden Alsterufer vereinigen, erweiterte sich der kreisförmioe Querschnitt des Siels bis zu 3

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Am AuZsteZgeperron. Metern Durchmesser, ein kurzer Pfiff ertönte und hinter uns hörten wir ein gewaltiges Rauschen sich nähern. Kaum hatte jeder der Bootsinsassen seinen Platz etwas fester eingenommen, so erreichte uns der nunmehr mit voller Kraft losgelassene Splllstrom. Das Boot setzte sich einen Moment in schaukelnde Bewegung und wir wurden mit der erhöhten Geschwindigkeit von 3 Metern in der Secunde entlang getrieben. So ging die Fahrt ruhig und glatt von statten, bis wir nach Verlauf einer reichlichen halben Stunde eine Curve vor uns bemerkten. Unser Bootsmann ließ einen schrillen Pfiff ertönen, der ein vielstimmiges Echo erweckte, und im nächsten Augenblick erweiterte sich das Siel zu einer geräumigen und hellen Kammer. und'Sielwärter standen bereit, das Boot festzuhalten und den Insassen beim Aussteigen behilflich zu sein. Vor uns dehnte sich das Gewölbe noch weiter aus, aus der Dunkelheit leuchtete ein Transparent mit der Aufschrift Glück auf!", welches vor einem der großen Thore angebracht ist, die bestimmt sind, das Sielgewölbe vor den Sturmfluthen der Elbe zu schützen. Hier beginnt das Siel sich zu senken und läuft dann noch 70 Meter unter dem Grunde der Elbe entlang, um seine Wser erst in der Mitte des Stromes in einer Tiefe von 6 Metern zu ergießen. Alt-Lcipzig. Die Nachbildung alter Stadttheile ist ein modernes Zugmittel für Ausstellungen geworden, wir erinnern an Alt-Wien, Alt-Antwerpen, Alt-Ber-lin, an die alte Stadt in Dresden u. a. m. Es hat in der That einen eigenen Reiz, den mit den neuesten Errungenschaften der Industrie und Technik angefüllten stolzen AusstellungsPalästen ein Bild der alten Zeit gegenüberzustellen und so einen Gegensatz zu schaffen, der ebenso interessant wie amüsant ist. Wenn aber die Leitung der in diesem Jahre in Leipzig stattsindenden Sächsisch-Thüringischen In-dustrie-und Gewerbe - Ausstellung Alt-Leipzig. einen Theil deö alten Leipzigs neu erstehen läßt, so hat sie dazu mehr Berechtigung als irgend ein früheres derartiges Unternehmen, denn im gleichen Jahre mit der Ausstellung feiert Leipzig das 400jährige Jubiläum seiner Messen, die im Jahre 1497 Kaiser Maximilian privilegirt hat. Die Erinnerung an dieses für die Stadt so überaus wichtige, geschichtliche Ereigniß soll das alte Meßviertel auf dem Anöstellungsplatze wachrufen und lebendig erhalten. Vergegenwärtigen die reichen Schätze der Ausstellungshallen die Größe und Bedeutung Leipzigs als Industriestadt, so deuten die Bauten des alten Meßviertels hin auf die Machtstellung der alten Handels stadt. Auerbachs Hof und der Naschmarkt sind es. die das Meßviertel bilden, jene classischen Stätten des WeltThüringisches Dorf. Handels. Unsere Abbildung zeigt die nach dem Ausstellungsplatze zugerichtete Front der alten Bauwerke. Das andere Bild stellt eine Partie aus demAusstellungsdorfe dar, Mühle, Kirche. Vauerhaus. Schmiede. Die Theilnahme Thüringens an der Auspellung findet in diesen, theils direct aus Thüringen nac Leipzig geschafften, theils dortigen Bauwerken nachgebildeten Gebäuden besondere Würdigung. -Anzüglich. - Ich hab' den Müller wegen Ehrenbeleidigung verklagt!" Hat er Ihnen wieder einmal die Wahrheit gesagt!" Kunst Protz. Wie gefällt Ihnen das neue Bild des beruhmten Malers? Gar nicht, abbr ich kauf's! ' Kasernenhof-Blüthe. Unterofficier (zu einem Rekruten, der unreinlich zum Dienst kommt): Warum haben Sie sich nicht gewaschen?" Nekrut:.Jch hab' mich gewaschen.Herr Unterofficier!" Unterofficier: Ja! Einmal in die Lust gespuckt und durchgesprungen das nennt das Schwein: sich gewaschen haben!"

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Der Ski in der Armee.

Der Ski- oder Schneeschuhsport hat in den letzten Wintern in Deutschland sehr viele Freunde gewonnen, die sowohl auf ebenen Terrain, wie im Gebirge denselben ausüben. Allseitig wird die Schnelligkeit der Fortbewegung gerühmt, die Leichtigkeit, mit der weite Strecken und tiefe Klüfte überwunden werden können. Unter diesen Umständen kann es nicht Wunder nehmen. daß auch die deutsche MilitärVerwaltung der Frage der Benutzung der Schneeschuhe näher getreten ist und namentlich bei solchen Truppentheilen, die in Gebirgsstädten garnisoniren. praktische Versuche abgestellt werden. Vorpostendien st. Die Schneeschuhe sind aus Eichenholz gefertigt, haben eine Länge von ca. 4z Fuß und 4 Zoll Breite, eine Stärke von einem halben Zoll und sind vorn in einer Curve aufgezogen. Die Befestigung geschieht mittelst Riemenzeug wie bei Schlittschuhen, nur daß hier der Absatz nicht fest auf den Schuh gezogen wird, um dem Fuß beim Sprung genügend Spielraum zu lassen. Als Stütze dienen den Läufern ca. 1 Zoll starke lange BambusStangen. Ob den Schneeschuhen eine so große Bedeutung für das Heerwesen beizulegen ist, wird erst noch abzuwarten sein, immerhin werden sie aber einer Armee im Felde bei starken Schneefällen ganz bedeutende Dienste leisten, namentlich im Feldwacht-, Kundschafterund Meldedienst angewandt, große Vortheile bieten. LiegendzumSchuß. Von den Schneeschuhen wurde bereits vor Jahrhunderten im Kriege Gebrauch gemacht ht.'ö der erste, der sie bei der Kriegführung verwandt hat, soll der König Swerre gewesen sein. In Norwegen, wo sich die Natur am besten für den Schneeschuh- oder Ski Lauf eignet, wird diese Kunst auch am meisten gehegt und gepflegt und ist hier auch der nationalste aller Sports. Selbst der norwegische Bauer bedient sich der Skis auf der Jagd und eine Hasenjagd ist ohne sie gar nicht zu denken. Es kommt auch vor, daß er auf Schneeschuhen den Bären in seiner Höhle aufsucht, oder wenn der Schnee Knieend zum Schuß. tief und lose liegt, den Luchs, den Vielfraß oder einen einzelnen Bären ver folgt, der zufällig aufgeschreckt worden ist.' Dem Lappen ist es etwas ganz gewöhnliches, auf Schneeschuhen dem Wolfe nachzusetzen, bis er ihn schießen oder mit dem Skistab todtschlagen kann. Auch in der norwegischen Armee sind die Ski-Corps gebildet worden, die zeden Winter ihre Uebungen abhal ten. und man ersieht daraus,' welche Wichtigkeit den Schneeschuhen für den Krieg auch hier beigelegt wird. Vergeblich Bemühen. Lieutenant (der sich vov dem Ball markirt im Spiegel betrachtet): Ich Zann's anstellen, wie ich will, überall guckt Lieutenant durch." Kindliches Spiel. Was machst Du denn da, Frieda?Ich spiele mit Karl, Mann und Frau." Karl ist ja doch aber, gar nicht hier?" Ja, weißt Du. der kommt erst sehr spät nach Hause.-

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SchuMeucr. Seit Jahrm ist in den meisten Ländern Europa's die Construction eines Schnellfeuergeschützes für den Feldkrieg.insbesondere einer geeignetenLaffette, das Ziel der gesammten Waffen--technik gewesen, ohne doch geraume Zeit zu einem befriedigenden Abschluß zu gelangen, da die meisten Versuche an den Hindernissen scheiterten, die sich der Aufhebung des Rücklaufs entgegenstellten, wollte man nicht entweder das Material über die Gebühr erschweren oder seine Haltbarkeit in Frage stellen. Von den in der neuesten Zeit bekannt gewordenen Constructionen scheint das leichte 7.5-Centimeter-Ge-schütz, Modell Canet, mit welchem die französische Feld - Artillerie ausgerüstet werden soll, sich am besten bewährt zu haben. In der Hauptsache besteht die Laffette des Canet - Geschützes aus zwei Röhren von geschmiedetem Gußstahl, deren vordere mit der Achse und ihren Rädern, bezw. Schraube und Ende in Verbindung steht und dazu dient, geringe Correcturen der Seitenrichtung, bis zu 4 Grad nach jeder Seite, auszuführen. Auf derselben Seite, ein wenig rückwärts, befindet sich eine zweite Kurbel, die mit Silfe

einer Richtwelle und, der an einem seitlichen Ansätze des Rohrkörpers angebrachten senkrechten Richtmaschine zum Nehmen der Höhenrichtung bestimmt ist, wozu die Aufsatzstange in ihrem oberen Theile ein Fadenkreuz besitzt. Die Achse ist von Schmiedeeisen, dagegen sind die Räder entweder von Holz und Metall oder ganz von Metall gefertigt. Im Gefecht. Wie schon aus dem Gesagten hervorgeht, ist die den Laffettenschwanz bildende Röhre vorn offen, am hinteren Ende dagegen durch eine verbolzte Platte geschlossen, hier außerdem an der unteren Seite mit einer Vornchtung ausgestattet, an der die Pflugschar mit ihren Haltern befestigt ist, während auf der oberen Seite der Richtbock steht, der den Richtbaum hält, am hinteren Ende die Protzöse sitzt. Für den Marsch wird der bewegliche Richtbaum nach vorn umgelegt und ruht auf dem Laffettenschwänz, dessen Verbindung mit der eigentlichen Laffette. außer beim Schießen, eine vollständig starre ist. Mit den ersten Schüssen stellt die Pflugschar, indem sie sich in den Boden eingräbt. denLaffettenschwanz fest, worauf die Bremsvorrichtung voll in Wirksamkeit tritt. Immerhin überschreitet der Rücklauf selbst vorher nur selten 3 Centimeter. An Geschossen verfeuert das Gejchuy Chrapnels mit Doppelzünder, sowie Svrenaaranaten mit massiver Spitze und Aufschlagzünder, von denen jede Protze 35 Sckuß aufnimmt, zone und Kartuschen aus einem Stück Messing oder Aluminium gestanzte Metallkartuscben werden getrennt transportirt und erst im Augenblick des Gebrauchs verbunden. Zur Bevienun sind nur 4 Mann erforderlich. Die größte Schußweite beträgt 6800 Meter. Theuere Wirthschaftlichteit. Er: HundertzwanzigMark soll das mm. n ri f Y. . 3 fT -. fT 1 s.Y&ft jionum loiien, roeicgcs juu -ou iui gemacht? Aber das ist ja theurer, als wenn es eine Schneiderin gemacht hätte.Sie Aber Mann. Du wirst mich doch nicht mit einer gewöhnlichen Schneiderin aus eine stuse stellen woi len?Das Velozipiano. mit dem Velozipedal Klavier - Confiruktion sin de sttcle für wandernde Virtuosen." Vom Stammtisch. Alter Trinker: . . .So ging denn außer mir unser Schiff mit Mann und Maus zu Grunde." Und durch welches Wunder wurden Sie gerettet ?"Al;ev Trinker: Ja sehen Sie. meine Herren, ich brachte: das Wasser eben absolut nutzt über die Lippen."

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Schön Aschen. Von Alfred Rübenstein. .Aber Elschen. wie hältst Du Dich denn wieder? Das Köpfchen nicht so gesenkt, und die Vorüberaebenden

frei angeblickt, zieh' Dir das Kleidchen mehr m die Tame und die Strümpfe machen fchon wieder tausend Falten, ja, hast Du denn gar keinen Chic?" Nein, Mama, Hunger habe ich, Du hast mir Gefrorenes versprochen; jetzt laufen wir schon über eine Stunde in der dummen Promenade auf und ab kommen nicht zum Zuckerbäcker." Ja, willst Du denn ewig ein Kind bleiben? Zehn Jahre alt und denkt nur an's Essen. In Deinem Alter da war ich schon ein Fräulein. Und wie die Haare wieder zerzaust stnd, da stiegen ste nur so m die Stlvne warte doch! so iekt ist's besser : so zerzaust das prächtige Haar!

lleovigens kannst Du den Hut auch in der Hand behalten, aber schlenk're nicht zu sehr mit ihm herum, bleibe hübsch einen Schritt voraus und die Begegnenden nur recht freundlich angeschaut!" Ist die lieb!" Wie nett sie ist!" Welch' schönes Kind!" hört ste die allgemeine Kritik. Selbstverständlich nimmt Mama dieses als eine auch ihr gezollte wohlverdiente Anerkennung entgegen. Bei dem nächsten Kinderbälle ist Elschen geradezu entzückend, als Husaren - Lieutenant". Sie ist auch überzeugt davon. Mama sagt es ihr seit Wochen täglich zu Hause, alle Ballgäste stnd gleicher Meinung, besonders die anwesenden Officiere". Wie lacht nun auch alles über die drollige Kleine, die mit einem wirklichen Lieutcnant zur wohlgedrillten Quadrille antritt. Mit den Studenten zu tanzen ist ihv wirklich schon zu fad. Elschen behält auch späterhin die Vorliebe für's Militär. Zur Jungfrau erblüht, ist ste eine liebliche Erscheinung. Der reizende Wuchs, das dichte Goldhaar und die süßen, blauen Augen, die nur leider einem Jedem" dasjenige versprechen, was Elschen bedauerlicher Weise gänzlich fehlt : nämlich ein Herz." Das ist doch tieftvaurig bei einem Mädchen von siebzehn Jahren! Sie war ja auch schon verlobt, mit einem Osficicr. die Mittel erlaubten es ihr. Er stellte aber die widersinnigsten Ansprüche an ste, verübelte es ihr unglaublicherweise, daß ste. wenn er dienstlich verhindert war. auch hie und da einen anderen Kameraden zur Gesellschaft in ihren Gig einlud, den sie so schneidig lenkte, dann wieder verurtheilte dieser vorurtheilsvolle Mensch einen allenfalls oben und unten etwas zu kurz ausgefallenen Baya-deren-Anzug, der ihr denn doch am Kostüm-Balle so bestrickend stand. Auf Wunsch Else's wurde die Verlobung aufgehoben. Ja, ja. es ist ganz zweifllos : Schön Elschen war falsch, kokett, herzlos, aber ste hatte eine angenehme Eigenschaft, die all' diese kleinen Fehlev verdeckte ste war ja eine Partie." Auch das hatte ihr die gute Mama wohlweislich mitgetheilt, und um wieder von ihren Mitteln zu sprechen, so gestatteten ihr diese späterhin noch einige Verlobungen, ohne ihre goldgefaßte Schönheii der großen Anzahl der Verehrer dieser Einfassung minderwerthig erscheinen zu lassen. E5 mangelte ihr. auch in ihrem zwanzigsten Jahre nicht an ernsteren Vewerbern. und was ihr Lebensbedürfniß geworden, nicht an Tänzern im Fasching. nicht an Begleitern auf Pro-. menaden und Ausflügen zur schönen Frühlings- und Sommerszeit. Elschen war zur vollen Schönheit und zum vollen Verständniß der Anwcndung und Vevwerthung derselben gelangt. ' Es war dies, angeregt von der guten Mama, von jeher ihr Studium geWesen. Daß bei solch' ausschließlicher Pfleae des Aeußern, Herz und Hirn" fchlcchter wegkamen, wer wird dres Elschen zum Vorwurfe machen? Sie wurde ja auch eine ganz gute Gattin. In der Wahl ihres Mannes verließ ste stch ganz auf Mama so ward sie Frau Räthin, dürfte demnächst Hofräthin werden und könnte es soaar bis zur Excellenz" bringen. Ihre Ehe die reine Musterehe ! Man würde eö nicht glauben er könnte ja ihr Vater sein und hat leider arch wenig Zeit, stch ihr zu widmen, er arbeitet derzeit ein Concept in Ange legenheit der Valutaregulirung aus und läßt sich hierbei auch von seiner Frau nicht gerne stören, er liebt überHaupt, entsprechend seinem höheren Alter, die Nuhe. Freilich leidet sein junges Weibchen darunter aber sie ist so engelsgut. Er hat ja so gute aufopfernde Freunde, und seit seinev Verheirathung hat stch deren Zahl ungefähr verdoppelt, ste kommen täglich in's Haus, aber er ist nicht eifersüchtig er hat ja gewiß auch keine Ursache dazu. Kehrt er von seinen Dienstreisen zurück, wie zärtlich lächeln ihm dann ihre süßen, blauen, treuen Acuglein" entgegen, aber sein Glück soll noch größer werden, sie hat ihm ja ein Geheimniß anvertraut ein Geheimniß" doch Aus der Schule schwatzen ist verboten!" Aus derGesellschaft. Mein Fräulein . . . Doctor Maier, Candidat Freut mich, hoffentllH 1 Heirathscandidat.

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