Indiana Tribüne, Volume 20, Number 182, Indianapolis, Marion County, 21 March 1897 — Page 3
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DergtttdvsPrete
Roman ron milis de Aarchi. (12. Fortscyung.) In einer Nische über dem Altare de schmerzenZreichen Mutter Gottes lagen auf einem Haufen menschlicher Knochenreste ein paar Schädel und blickten au leeren, schwarzen Augenhöhlen mit inein Ausdrucke leidenschaftlicher Neugierde durch daZ kleine Eisengitter in die AuKe.v.relt. Einer dieser Schädel hatte ein Ba rett auf, dick verstaubt, arg benagt, wie er selbst, durch die Zeit, jenen großen Philosophen der Geduld, welcher, wie ter unendliche Naum, gar manches in Ordnung zu bringen weiß, an dem sonst jeder Nath verloren ist.. Wie, dachte der Varon, wenn der Zufall eines Tages im Veinhaufe von Santafusca seinen sündigen Schädel dem zertrümmerten Todtenkopf Prete Cirillos gegenüberstellte?.... Dieses Bein hau, ein Kap'llchen im Barockstil, ragte an der Kreuzung zweier Feldwege, die Fenster nach West, gegen das Meer gerichtet. Von dort aus betrachteten seit zweihundertfünfzig Jahren die Schädel einer Anzahl Landleute, Opfer der Pest von 1630, die blaue Woge und den rauchenden Vesuv. Von Zeit zu Zeit wusch ein Negen jene furchenlosen Stirnen blank, die sich langsam, täglich ein wenig mehr, in ihre Elemente zersetz ien, Elemente, unter welchen die KalkPhosphate vorherrschen.... In diesem Augenblicke dachte U Baron: an seine chemische Zersetzung mit derselben Indifferenz, mit der er kurz vorher an das bevorstehende Liebesstellsichem mit der Principessa gedacht hatte.... Ein plötzliches Gemurmel, ein Schall von Fußtritten erweckte den Unseligen aus einer Betrachtung, welche ihn un beweglich, wie gefesselt, im Mittelpunkt ihrer phantastischen Kreise gehalten hatte. Die Tausleute waren im Begriffe, sich zu entfernen; dem kleinen Täufling in ihrer Mitte stand bereits die Melancholie des Lebens im Gesichte geschrieben.... Wünschte er vielleicht auch schon, seit zweihundert Jahren todt sein und aus de.n Gitter eines Beinhauses ins blaue Firmament starren zu dürfen? Gerade da schlug die Stunde. Es war zehn Uhr. Der Baron sah nach der Uhr... er hatte noch sünf Minuten Zeit. Sollt er wirklich vor den Richter treitn oder nicht vielmehr nach dem BahnHof rennen und mit dem ersten abze hendcn Zuge ins Weite fahren? Sollte Z die Zelle nichi sein.... der Wald konnte ihm die gleichen Dienste leisten. Mönch oder Vrigant.... ihm war's einerlei; nur nicht ins Gefängniß! So wog er noch zweifelvoll bei sich fcal Für und. das Wider, das Leben und den Tod, das Alles und das Nichts gegeneinander ab, als er sich schon im Angesichte des Justizpalastes befand. Es waren aber in ihm zwei treibende Kräfte: eine vernunftmäßige, welche ohne Anhaltspunkte im Leeren arbeitet, und eine andre, instinktive, imbewußte, welche ihn vorwärts stieß. Aehnliches verspüren wir auf dem Wcge zum Zahnarzt, der uns von den schrecklichsten Schmerzen befreien soll. Die Willenskraft zögert, möchte zurück; .aber der Schmerz treibt uns voran; er würde uns selbst vermögen. dasHaupt freiwillig auf den Block zu legen. Im Begriffe, den Fuß über die Schwelle des Hauses zu setzen, wo man sich seit acht Tagen mit seinen Angele .genheiten beschäftigte, hatte der Baron das Gefühl, als versänke er in e:n:n dunklen Schlund. Es war nur ein dichter Schwindelanfall, gegen den er reagirte, indem er den Spazierstock gegen eine der Säulen des Portikus und sich selbst mit der Brust gegen den Stock stemmte. Hätte er in diesem Augenblicke Augen gehabt, um die Dinge dieser Welt zu sehen, so würde er unter den Säulengängen im Hose eine Änzahl Personen bemerkt haben, wel che bei seinem Erscheinen in Bewegung geriethen, hin und her huschten, seinen Namen einander zuflüsterten. Es waren das lauter Leute, welche im Prozesse, genannt der Hutprozeß, eine größere oder kleinere Rolle gespielt hatten und nun, möglicherweise zum letztenmal, kamen, um sich dem Herrn Untersuchungsrichter zur Berfügung zu stellen. Da war Filippino, der Hutmacher, gekleidet wie ein Lkavalier, in einem ussallenden, großkarrirten Anzug. Da war Donna Chiarina. sein Weibchen, in einer Seidenmantille mit SpitzenVerbrämung, einen grellsarbigen Fache? in der Hand. Aus dem Haar tm por ragte ihr ein hoher Schildpattkämm, der ihren Mann zweihundertfünfzig Franken gekoste! hatte.. Auch Don Ciccio Scuotto war da, die Seele des Prozesses, mit seinen lichten, hoch aufgeschlagenen, über den Knöcheln hin und her pendelnden Beinkleidern, und dem bekannten rauhbor--stigen Hut auf dem Kopf. Ferner Don Nunziante mit der dicken Vurgundernase. und Gennariello, ' der Neffe des Prete, mit langem Haar, blutlosen Wangen, ausgehungert infolge der langen Gerichtssitzungen, welch ihn verhindert hatten, sich sein Futter aus den Gassen zu evsingen. Endlich war auch der dielgenannte Giorgio da. 5r war erst seit einem Tage aus dem Gefängniß entlassen und von Filippino gastfreundlich in sein Haus aufgenommen worden, auS einem Gefühl nicht gerade der Dankbarkeit, denn eZ ist kein Verdienst, nicht gemordet zu ha'ben, sondern der Pietät für seinen Wohlthäter. Girogio erkannte in dem eleganten, gattrasirten Kavalier den schwrzbärtigen Jäger nicht, welcher ihm in der Falda den Hut abgefordert hatte. Der Niedergeschlagenste von allen diesen ton unstreitig Don Ciccio, de?
famose Paglietta, der seinen schönen .Prozeß unter den Augen zerfließen sah
wie emen Schneeball, den ein andrer. lhm zum Tort, in elnen Kessel mit sie dendemOel geworfen hatte. Die Nichts? hatten, seiner Aerjlcherung nach, diesmal eine ganz pyramidale Eselhafiigkeit entwickelt, und er war gerade zum zehntenmale daran, seine Broschüre Bon den Mangeln zc. in drohende Aussicht zu stellen, als ihn der pröfcli che Anblick des AaronS, die unerivartete und ausfallende Art, wie er unter der Thoreinfahrt erschien, er wußte selbst nicht warum, stutzig machte. Don Ciccio Scuotto war, obgleich ein gewandter und eifriger Advokat, doch keineswegs ein höherer Geist und in nichts besser als die meisten seines gleichen. An Bezauberung, bösen Blick, dieUnfehlbarkeit ersterEindrllcke glaubte er und glaubte er auch nicht, je nach dem Fall; gerade wie wir alle ein klein wenig an Träume und Ahnungen glauben. Was den Baron von Santafusca betrifft, so kannte er ihn nur von flüchtigem Sehen ber; aber man lebt nicht zwanzig Jahre in so einem Berufe, ohne einen scharfen psycholoaischen Blick zu erlangen. Wir wollen sagen, daß die Art, wie der Baron rn die Thoröffnung trat; die Art, wie er seinen Stock gegen die Säule stieß; der leichtfükiae Ansatz, mit dem er die ersien Stufen der großen Treppe nahm; die übertriebene Eleganz seines Anzuges, die gemachte Leichtigkeit und Unbekümmertheit seines Schrittes, kurz, etwas Undefinirbcrres in seinem ganzen Auftreten die Aufmerksamkeit des famosen Paglietta erregte und ihn veranlaßte, dem Manne zu folgen, so wie man einem Lichtchm folgt, welches man nach fünf- bis sechsstündigsm kompaßlosen und verzwttseltem Herumirren imWalde plötzlich vor sich auftauchen sieht. Man braucht deswegen keinesweqs cn geheimnißvolle Eingebungen und mylterwse physiologische Gesetze zu glauben; es genügt die Einräumung einer instinktiven, 'durch langjährige Uebung erlangten Witterung der Dinge und Verhältnisse, um zu erklären. wreso Don Ciccw sich veranlaßt sindtn konnte, den Baron von Santafusca bis fast an die Thur des Untersuchungsrichters zu verfolgen. Im Vorzimmer duselte ein alter Thürhüter, den der Baron mit seinem crroganten, krakehlerhasten Austreten unsanft emporscheuchte. Was befehlen Sie?" fragte der Alte, indem er sich mit schmerzenden Gelenken aufnehme. Melden Sie dem Cavaliere Martellini, daß der Baron von Santasusca zu seiner Verfügung steht." Und das Epazierstöckchen erhebend, deutete er ihm selbst den Weg an, den er zu nehmen hatte. Alleingeblicben, ging er eine halbe Minute mit militärischem Schritt im Gemache auf und ab, eine Bewegung, die dazu beitrug, seine Nerven zu beruhigen. In jenem Auqenbe dachte er cn nichts. Wie der Schüler unmittelbar vor seiner Vorrufung zum Examen plötzlich alles vergißt und das Gefühl hat. als wäre sein Kopf mit Werg vollgestopft, so erinnerte sich der Varon in diesem Augenblick nicht einmal an die Grundzüge seines sorgfältig ausgearbeiteten Jdeenzanges. Aber er erschrak nicht darüber. Er hatte ja nichts ZU thun, als jenem tölöelhaften Advokatengezllcht immer wieder dieselbe Antwort ins Gesicht zu werfen: Ich wem nichts. Allerdings... lern Ahne Nicolo würde eine etwas schneidigere Erwiderung gegeben haben; aber was thun? Der Cavaliere wußte zum Glucke noch weniger als er. Nur drei Tage lang mochte tch der Herr sein!" knurrte er vor sich hin. 0, ihr Schreiber und Pharisäer!" Euer Excellenz sind wirklich pünktlich wie ein König!" rief der liebenswürdige Cavaliere. indem er seinen glanzend kahlen Schädel durch die halbgeöffnete Thür herinstreckte. Der Cavaliere war ein rundliches. wohlgenährtes Männchen, ein wenig hochschulterig. weiß und zart von Teint, mit einem schwarzen Backenbärtchen und einer schönen glatten Stirn, welche glänzte wie eine Billardkugel. Seine liebenswllrdig-vertrauli-chen Manieren ' verriethen den Mann, der in eleganten Kreisen und besonders bei Damen zu Hause war. Diesen letzteren pflegte er ausgesuchte Galanterien zu erweisen und gelegentlich kleine Komplimente in Form eines gereunten Verschens zuzustecken. Nun, Wie geht's, ueber Baron? AI so Ihre schöne Gefangene nicht mitaebracht?.... Doch, was sage ich! Der Gefangene sind za Sie selbst. Hag!" Der gestrenge Richter lachte herzlich. Ja, ja, dort mochte rch auch tm Arrest sein, meiner Treu! Ein charmantes Gesängniß das!" Was memen Sie damit? Was anders als das Herz der Principessa Genug! Sie siegen auf der ganzen Linie zugleich... kommen uverall als erster ans Ziel, bei den Rennen wie h der Liebe." Mit weltmännischer Unbefangenheit seinen Zeugen unter dem Arm fassend. schlenderte er mit ihm tinm düsteren Gang entlang, wobei er im Dränge seines Mitteilungsbedürfnisses inner halb sünf Minuten viermal stehen blieb. Unter uns sagte er, ich hätte Jhnen die Plage gern erspark, denn dieje ganze Geschichte mit dem Hut ist gar zu abgeschmackt.... ein Ragout ohne Salz. Aber auch wir armen Richter können nicht immer thun, was wir wohl wollten. Da ist das Publikum.. da smd die Journalisten. Da ist ferner dor allen Don Ciccw. Kennen vtc ihn?" Rein!" Der lächerlichste Kerl von der Welt boshaft, lästig, zudringlich wie eine Gelse. Nun. der hat slch's in den Kopf gesedt, Licht in die Sache zu bringen.
Das Glück hat ihm'fo einen EinfallsPinsel in den Weg geführt, der das Geld nicht zählt, und den er in der Angelegenheit wacker anzapft. Ich soll ihm
i:m zeden PrelL den Prete schassen, todt oder lebendig. Todt wäre ihm, glaube ich, sogar ein wenig lieöer, wegen der Reklame. Kurz, er gibt keine Ruhe, droht sogar mit Broschüren: und Sie haben gar keine Ahnung, was das ist, ein Advokat, der Broschüren schreibt.... Ich versichere Sie, manchmal fühle ich mich versucht, selbst einem Prete den Kragen umzudrehen, rein um ihn zusriedenzu stellen. Ha. ha. ha!" Das G.'lächter des kleinen Männchens hallte unheimlich von den Wöl bungen des Ganzes wider. Ich muß also, lieber Baron, guten Willen zeigen und, wenn nöthig, auch die Ziegen, den Hund von Santafusca vernehmen. Freilich.... der Hund, befragt, antwortete nicht...." Welcher Hund?" fuhr der Baron auf, der, allzu sehr in die eigenen Grübeleien versunken, nicht schnell genug den scherzhaften Sinn der Redensart aufgefaßt hatte. Nun fuhr der andre fort, .einem Hund kann man den Maulkorb anlegen, aber nicht einem Journalisten.... einem Advokaten...." Unter derartigen Gesprächen waren sie bis zu einem nackten, häßlichen Saal gelangt, in welchem einige Sessel, ein Tisch in der Mitte und als einziger Schmuck das Bild des Königs sich befanden. Dafür gab es Diele Thüren ringsum. Staatsanwalt" war über einer zu lesen. Ueber einer anderen JtozU:." Dann weiter Gefängnisse".. Kgl. Carablnieri. Ein dumpfer Geruch nach verschlos senem Raum, nach Staub und alter Tinte erhöhte noch die Traurigkeit des Raumes, jenseits dessen Santasusca sich die bzwafrnete Macht, die Rache der Gesellschaft, auf der Lauer liegend vorstellte, rasselnd mit Ketten und schweren Schlüsselbünden. Hier. Eccellenzabelieben Sie einen Augenblick zu warten. Gleich lasse ich Sie rusen und fertige Sie rn drei Worten ab. Für zwölf Uhr habe ich die Austem bestellt. Sie werden staunen Zerbrochenen Leibes, wie einer, der nach einem heftigen Fieberanfall aus dem Bette aufsteht, ließ sich der Baron auf einen Stuhl fallen; er stellte seinen Hut auf den staubigen Tifch nieder und wischte sich die Stirn. So sehr er gewohnt war, nichts aus Sensationen zu geben, bei der Borstellung. so Thür an Thür mit der menschlichen Gerechtigkeit sich zu befinden, konnte er sich doch eines Schauers nicht erwehren. Und doch war sein Plan unfehlbar! .. Ich weiß nichts!.... Ein Mensch, der den Mund nicht öffnet, kann keinen Unsinn reden. Es war 1a das lekte Geplänkel seines Feldzuges. Einmal wieder draußen aus diesem düsteren Gebäude, wollte er sich in einen Winkel der Schweiz verkriechen.... hoch, recht hoch.... in irgend ein einsames Gebirgsthal, und dort lange Tage hindurch auf dem Rücken im Grase liegen, gedankenlos, ohne andre Sorge als die, seine Körper- und Geisteskrafte zu erneuern. Dann... dann wollte er Gutes thun. Abermals hatte er suhlen müssen, daß man nicht ungestraft die uralten Naturgesetze verletzt. Aber vorher muszte er eine Zeitlang im Grünen ausruhen. Nachher Gutes thun, gewiß. Die Wohlthätigkeit gehört zum Leben wie zu der Maschine das Oel.... Vom Grün in Grün seiner HochgebirgSvtsion wandte fein Blick sich ab nach einemi der Eingänge, die er vor sich hatte. Dort, hinter jener Thür, lauerte das soziale Ungethüm; und er mußte ihm lächelnd gegenübertreten, wie er der Prinzessin gegenübertrat; er mußte ihm die Mähne streicheln, dem Ungethüm; er mußte es mit Späßchen besänftigen, lachen über sein wüthendes Gebrüll.... Da krischte die Thür, nach der er starrte, und hervor traten zwei Carabi nieri, breitschulterige, wohlgenährte, reckenarmig: Gestalten, und zwischen sie gezwängt ein bartloses Bürschlein, eine jener erdfarbigen Erscheinungen, wie sie in den kothigcn Gäßchen um den Hafen herumwimmeln. Seine Handknöchel waren gefesselt; als einzigeKleidung trug er über der bloßen Haut ein ärmsiches Jäckchen von unbestimmbare? Farbe und ein paar aus den Nähten gegangene Hosen, welche er sich bemühte, mit den gekreuzten Händen emporzu halten. Nachdem ihn die zwei rm ganzen Körper, bis auf die nackte Haut, betastet, stießen sie ihn vorwärts gegen jene Thür, welche mit Kerkermeisterüberschrieben war. Die Thür ging auf und fiel hinter ihnen mit einem leisen Schnapper ins Schloß. So wird dachte der Baron von Santafusca, ein Christenmenfch um einer gestohlenen Uhr eines Huhnes willen behandelt!'.... Bevor er so et waS an sich gestattete, würde er sich zehnmal eine Kugel durchs Hirn jagen.. Me? ein urplötzlicher Schrecken gmg ihm durch die Glieder, als hätte sich ein Abgrund zu seinen Füßen geöffnet. Wie, war nicht auch er so ruckweise vorwartsgestoßen Korden bis an die Schwelle des Kerkers?.... Und er ylaub te jene unsichtbare Faust wieder in seinem Rücken zu fühlen, so deutlich, daß er sich rasch umwandte.... Aber gleich darauf schämte er sich wieder seiner Feigheit. Mit einer gewaltigen Wil lensanstrengung raffte er sich auf, um schnell noch einmal jene Ideen über die Unendlichkeit von Zeit und Raum, über die völlige Vernichwng nach dem Tode zu rekavituliren. welche seine Stärke ausmachten. War er nicht ein rechter Narr, daß er sich eine? Albernheit wegen so viele Sorgen machte? Fuer Excellenz sind gebeten, sch beTubnnühen.-
Der so sprach, demüthigen Tones und gekrümmten Rückens, war ein alt'er Thürhüter, mager wie ein Hering, mit einem kleinen, weißhaarigen Schädelchen; eine reischossene alte Toya schlo! täte um seine Glieder. Beim Anblick dieses Menschen mit dem winzigen Kopf, in einer Tracht, die stark an die priesterliche erinnerte, starrte der Baron, keines Wortes sähig. Hier h.'rein, Eccellenza, wenn es ge fällig ist!" Santasusca raffte sich auf und folgte. Um Vergebung.... hier herein!" sagte der Mann, als er bemerkte, daß jener durch eine falsche Thür wollte, und kegte ihm dabei sanft die Hand auf den Rücken.. Der Varon sah sich in einem großen, lichten, wohlausgestatteten Raum. Vor einem mit Papieren übersäten Tischchen saß in einem ungeheuren Lehnstuhle Cavaliere Martellini; rechts und links von ihm hingen zwei Glockenzüge herab, welche übcr seinen Knien in eiren Knoten verknüpft waren. Vom Blutroth der hohen Rückenlehne hob sich sein weißer, glänzender Schädel in scharfem Gegensatze ab. An beiden Enden des Tisches saßen, schreibend über ihre Akten gebückt, zwei Herren, welch: der Varon nur m schattenhaften Umrissen wahrnahm. Der alte Thürhüter war, wie er gleichsam durch magnetischen Rapport fühlte, im Saalhintergrunde neben der Thür stehen geblieben. Nehmen Sie Platz. Eccellenza! sagte der Nichter, dem der hohe Lehnstuhl eine gewisse Würde verlieh, in gehaltmem Tone. Jener begab sich schnellen und entMdenen Schrittes geradeswegs nach
dem ihm angedeuteten Platze, wo er sich mlt gereizter und herausfordernder Miene niederließ. Da wir uns ja sozusagen in Fainilre befinden, so werde ich mir er lauben, die Herren vorzustellen. Hier der Kanzler, Cavaliere Tinca, und hier Doktor Macelli. mein Kollege." Dre beiden Schalten an den Tischenden rührten sick ein wenig. Der Baron zwang sich, desgleichen ZU thun. Quaglia, die Sachen!" sagte de? Cavaliere. Das dürre schwarz sGe'spenst loste sich von der Wand los. um einen mit einem grünen Tuche bedeckten Korb herbeizuschleppen. Unsre Konferenz. Herr Baron, wird sehr kurz sein; denn, wie ich höre, ist man mir schon von andrer Seite zuvorgekommen." Wieso das?" fuhr der Zeuge Mit überlauter Stimme auf. Ein Schurke kann sehr gut den Händen des Richters entgehen, aber nicht ein ehrlicher Mann den Händen der Journalisten. Verzeihen Sie, Eccellenza, meine Indiskretion: Was ist Wahres an dem Bericht, den der gesinge Omnibus" gebracht hat? Ah!" rief lachend der Baron aus. dem ik Einleitung ein wenig das Hcrz zusammengeschnürt hatte. Es ist daran folgendes wahr: erstens, daß der Journalist me m Santasusca war; zweitens, daß die Lügen heutzutage einen billigen Marktpreis haben." Aoer eine Unterredung haben Sie mit diefem Herrn Cecere doch gehabt?" Eme Unterredung.... rn; das heißt eine Plauderei im Cafö. Er hat mich um meine Meinung gefragt, und ich habe sie lhm gesagt. Im ubngen weiß ich rein gar nichts." Sie glauben also.... ode? neigen wenigstens zu der Meinung, daß wirklich ein Jäger exrstirt?" Wie gesagt.... tch weiß gar nichts. Das heißt relativ nichts.... selbstverständlich. Man besitzt nicht eine Villa, die den Namen Santasusca führt, ohne sich ein wenig um häusliche Angelegenheiten, um eine Sache zu kummern, in welcher der eigene Name figurirt. Der Hut wurde in der Villa ausgefunden: Sie haben sogar schon wegen Verletzung des Hausrechts Protest eingelegt.... Haben Sie Prete Clrillo gekannt?" Nein!" Quaglra. der Thürstcher, der Tausende von Verhören von seinem bescheidenen Platze aus mitangehört, glaubte mit seinem feinen, mit dem Ton der Wahrheit wie derLLge gleichmäßig vertrauten Ohre in diesem Nem , das der Varon brüsk und unartig den Richtern ins Gesicht geworfen hatte wie einen setzen, eine unwahre Nuance wahrzunehmen, die ihm zu denken gab. .Was können Sie uns ferner über Salvatore sagen?" Salvatore war ein draver alter Mann.... ein Heiliger.. Lassen wir ihn um Gottes willen ln Nuhe; thun wir dech in unsrem Bestreben, ein Verbre'chen zu entdecken, wenigstens den Tod ten rm Grabe knn Unrecht an!" Der Baron hatte diese Worte in einem Athem und mit wahrer Empfindurna m Blick und Stimme gesprochen. Es war wahrhaftig da? wärmste Lob, das Salvatore von seinem Herrn nur erwarten konnte. SeinHerz war in dem Augenblick von wirklicher und wahrrostiger Zärtlichkeit geschwellt. Salvatcre und Madvalena hatten, wie wir schon gesagt, von jenem leidenschaftdurchwühlten Herzen rechtzeitig den besten Theil für sich inS'icherheit zu brin gen gewußt. Und wie erklären Sie slch's, Eccellcnza, daß Salvatore im Besitze deS Hutes des Prete CirM gewesen?" Ich weiß gar mchtö. Bester...." ' Sie haben dem Journalisten gesagt, daß der Hut möglicherweise über die Mauer in den Garben geworfen wordn sein könnte." Jawohl." Wollen S uns dfe Situation deH Hauses und Gartens ein .wenig erklär ren. Ist eine Umfassungsmauei da?- ! Ä . .So."
Aber ein 'Zeugeagte' auCW der Hut nicht im Garten gefllnden worden ist." Wo wurde er denn gesunden? fragte der Baron erregter. Im Hause - : Wo im Hause?" fragte der Varon' mit fast beleidigend Eindringlichkeit. Beruhigen Sie sich. Excellenz! Es. ist Ihnen lästig, ich verstehe das voll-' kommen. Aker es handelt sich nur um fünf Minuten." Der Varon war vor seinem Wo rm Hause?" stehen geblieben wie vor einerversperrten Thür. Er war nicht weniger begierig als die andern, zu ersahren, wie !der Prete seinen Hut verloren. Eine kleine Pause folgte, während tvelchcr der Herr Kanzler und jener andre Herr mit der Brille auf der Nase in ihren Papieren blätterten U7.d einander dabei unverständliche kabbalistische Worte zuraunten. Du weißt mchts! hörte der Varon in sich eine Stimme saaen. die aus den
Tiefen seines Innersten zu kommen, schien. Es. war eine letzte Warnung an einen Menschen, der sich von seiner Stimmung schon allzu weit hatte hinreißen lassen. Er rückte sich in seinem Fauteuil zurecht und begann starr vor sich hinzublicken, das Auge in das lichte Viereck der Fensteröffnung gerichtet, die Bein: ubereinandergeschlagen, seinen Prachtvollen Zylinder auf den Knien. Er schwang sein Stöckchcn, betrachtete die Fingerspitzen an seinen Handschuhen. Du weißt nichts!" wiederholte aberrnls die Stimme der Klugheit und Vorsicht. Der Richter verlor erniqe Zeit da mit, ein Papier ZNRschm den andern herauszusuchen; dann begann er mit der Eintönigkeit einer Glocke: Ihr Name? Verzeihen Sie, es ist das die vorgeschriebene Formalität." Carlo Coriolano Baron von Saniafusca!" antwortete der Baron mit Emphase. Sohn " Von Nicolo." : Ihr Alter?" ' Fünfundvierzig.... glaube ich doch...." U Barone lächelte ein wenig. Wohnhaft?....? Doch das wissen wir.... lassen wir's sein. Der Nichter flüsterte seinem Nachbar etwas ins Ohr. worauf dieser die mit zwei großen Glasern bewaffnete Nase emporhob. Der alte Thürhüter hatte sich hinter den Schultern des Zeugen aufgestellt. wo er wie ein Pendel von einem Bein auf das andre wackelte. U Barone, der seine Umrisse aus dem Augenwinkel sah, konnte 'der Versuchung nicht widerstehen, den Kopf nach hinten zu dreyen, um sich noch einmal jene dürre, schwarzgekleidete Heringsgestalt zu betrachten. Es war ein aroßes Geheimniß für ihn, wie er hatte glauben können, das ('orpns delicti zu zerstören, indem er einen Hut ln den Meeresgrund versenkte, der sich nun in den Händen des Gerichtes befand. In die Ergründung dieses Problems versenkt, überhörte er die letzte Frage des Nichters, ein Umstand, der in allen Anwesenden einen Moment der Verlegenheit hervorrief. Meinen Sie nicht, daß er in das Meer geworfen worden sein könnte?" fragte fast begüt'iend der liebenswürdig: Cavaliere Martellini; und er l'lickte dabei nach der Uhr, wie um seinem vornehmen Freund zu sagen: Haben Sie Geduld, ich bin fast zu Ende. Das ist in der That meine Meinung." Was soll ins Meer geworfen worden sein?" fragte der Kanzler, der die Antworten protokollirte. Der Hut!" Der Prete!" Diese beiden Worte erschollen . zu gleicher Zeit; das erste aus dem Munde des Barons, der unter dem unwidersiehlichm Zuge der Wahrheit sprach, das zweite aus jenem des Richters, welcher dem natürlichen Jndizienaange des Prozesses folgte. Der dissonirende Zusammenprall dieser beiden Worte war der erste Stoß, den das künstlich aufgeführte Lllgengebäude des Barons erlitt. Er fühlte so fort, sich in einen Widerspruch verwickelt zu haben, und beeilte sich, mit großer Lebhaftigkeit zu versichern: Der Hut, will ich sagen. Der Hut!Das ist! unmöglich," versetzte der Richter, da sich doch der Hut in imfern Händen befindet. Wenn Sie ihn sehen wollen Quaglra, entfernen Sie das Tuch!Langsamen, schwankenden Schrittes trat der Thürhüter auf den Korb zu und legte den Inhalt bloß. Wollen Sie sich herbemühen, Eccellenza!" sprach sich erhebend der Richter. Der Baron hatte von seinem etwas tieferen Sitze auS das Innere des Kordes nicht wahrnehmen können. Auf die wiederholte Einladung des Richters bemühte er sich, aufzustehen, aber er konn te es nicht. Eine Art nervöser Lähmung hatte ihn des Gebrauches seiner Glieder beraubt. Verzeihen S.... aber wenn Sie nur einen Moment aufstehen wollten...." U Barone fühlte, daß er unmöglich langer die Rolle einer Salzsäule spielen konnte. Seine physische Unfähigkeit erschreckte ihn um so mehrmals er auf dem Gesichte des Cavaliere den Ausdruck einer gewissen Ueberraschung zu lesen glaubte. Me seine Willenskraft zusammennehmend, die ihm in extremen Momenten zu Gebote stand, erhob er sich, schritt gerade zur Bank los und blickte in den Korb. Da lag der Hut deS Prek in der Eleganz seiner fast unberührten Neuheit, ein schwarzer Fleck auf dem von einer rothledernen Weidmanns tasche gebildeten Hintergrund.
'',Dan'Cie7"'fichr der Cavaliere fort, den vielbesprochenenHut; schauen Sie sich ihn an, Eccell:nza. Wir wissen bestimmt, daß dieser Hut am Morgen des 4. April durch 5!auf in Prete Cirillos Besitz gelangte. Don Antonio hat ihn später in der Kammer SalvatoreZ gefunden, welch lehterer ihn vielleicht im Garten aufgelesen hat. Aus G?n?isstnhastrgkert schickte ihn der Psarrer in einer Schachtel an Mlippo Mantica nn. Prete Cirillo atier war verschwunden, und man hat bis heute nichts wieder von ihm gehört. Am Hut werden Sie, wenn Sie genau hinsehen, hie und da leichte Eindrücke, sowie Spuren von Aetzunz 'durch Kalk vorfinden . Sehen Sie wohl?" U Barone sah nichts als einen großen schwarzen Fleck vor seinen Augen. Alle seine Fähigkeiten waren darauf konzentrirt, die Demonstrationen und Fragen des Richters aufzufassen. Neben sich fühlte er mehr, als er sie sah, die schwarzen Umrisse einer Gestalt, welche gespenstige Glieder regte, die Hän'de, gleichsam um ihn zu ärgern.
wühlend in den Korb schob; und er begann diese Gestalt aus blutunierlausenem, bösartigem Auge zu sixiren. Von der abgenutzten schwarzen Toga des alten Disners hab sich die Welße seines kleinen Kopfes, sowie eines leinenen Bäffchens, da er trug, in grellem Gegensatze ab. Er hielt den Hut des Prete in der Hand und bewegte ihn hin und her, wobei er mit einem Knochenfinger die Beulen und Flecken andeutete und dazu ein Paar perlmutterfarbene Glotzaugen rollte. Der Baron konnte keinen Blick von diesen Augen verwenden, welche ihn mit einem gswissermafzen ironischen Aus drucke zu betrachten schienen'. Was nun die öffentliche Meinung betrifft," fuhr der Richter fort,, totU che den Jäger anklagt, so ist die Auffindung dieser Jagdtasche allerdings geeignet, sie bis zu einem gewissen Grade zu bekräftigen." Aha!" rief der Baron mit einem triumphirenden Ausdrucke, als wollte er .sagen: Habe ich nicht recht gehabt, an diesen Jäger zu glauben? Die Werdtasche wurde in einer Barke in der Nähe einiger Klippen gefunden." (5kmz richtig!" schrie der Schuld bewußte, ohne zu merken, daß er zu viel sagte. Er glaubte auf diese Weise die Wirkung jenes Widerspruches abzuschwächen, in welchen er kurz vorher gerathen war. In dem Konflikte, in dem er sich zwischen Wahrheit, Sünissen und Richter befand, war er nunmehr fchon so weit gekommen, daß er sich nicht mehr recht klar zu machen wußte, was er besser sagen, oder waö er besser verschweigen sollte. Um Vergebung. Varon...." stammelte, ein wen'ig erbleichend, der Funktionär; Sie sind vielleicht ettvas.... unwohl Nein, nein, ich bin vollkommen wohl! Was reden Sie da?" rief der Baron mit einer zusammenfahrenden Bewegung, als fühlte er sich nnversehens in eine Fallthür hinabstürzen. .Ich wollte nur konstatiren," fuhr er laut lachend fort, daß meine Meinung eine wohlbegrllndete gewesen, und daß ich gang iin Recht war, wenn ich sagte: Cherchez le chasseur!".... Ich bin gar nicht unwohl ganz nw Gegentheil, ich fabe fast Appetit...." Er zog die Uhr. Ganz natürlich es ist. schon beinahe zwölf Uhr.... Es scheint, dajj die Herren mich gern auf einem Widerspruch hätten ertappen wollen aber- dahier ist 'der unwiderlegliche Beweis, dak ein Jäger existirt. Hier sehen Sie,, meine Herren, ist das widrige Beilager deS Opfers mit seinem Mörder!" Die Stimme deß Barons von- San tafusca hatte nach und nach Unnatur lich mnschleiern und dumpfe Accente angenommen; aus den Blicken, mit denen er den alteniThürhüter maß, sprach fo viel wilde Wuth und Angst zugleich, daß der Cavaliere und die andern schreckensbleich Blicke wechselten Der gutmüthige Untetsuchungsrichter that so, als suchte er nach Papieren; aber seine Hände zitterten, als hätte er do-s Wechselsieber im Leibe. 3st Don Ciccio Scuotw da.&" .Er steht draußen..Lassen Sie ihn emtreten!"' Der Baron, dessen Kopf bereits aus dem Chaos eines swrmzerwühlten Meeres segelte, hatte den weißen, verglasten Blick wieder at& Fenster geheftet. Bitte, Excellenz, sprechen Sie sich nur -aus!" hob der Richter mik einiger maßm ruhigerer Stimme wieder an. .Auch wir halben die Existenz erneS Mörders me in Zweifel Hezogen... Nehmen Sie Plah!" Der Baron ließ sich auf nnen Klappfiuhl nieder, den er selbst m die Mitte des .Sales trug, und begann dann eifrig Berechnungen und Vergleiche zwischen der eigenen mrd der an der Wand hcmgchen Uhr anJustellen. Es war, Qls ginge ihn das Weitere der Verhandlung gar nichts mehr an. Trachten wir uns also zu orientiren, um zu einem Schlüsse zu kommen, lieber Baron!" begann der Richte? wieder mit der gswohntrn Liebenswürdigkeit. Er wor seiner Gemüthsbewegung glücklich Herr geword und numnchr bestrebt, mit einer fener inquisitorischen Kriegslisten, welche thren Zweck selten lxrsehle, sein Opfer dadurch kirre zia machen, daß er ihm scheinbar in die Falle ging. ES ist also ein Jager gesehen worden auf der Falda, im WirthsHause Zum Vesuv" ; derselbe wurde spater von nem Bahnwärter nahe dem Bahnhof bemerkt ; und schließlich scheint er in einer Frscherbarke, welche er m der Nähe einiger Klipp fand, ms Meer hinausgerudert zu fern." Ganz so!" versetzte Santasusca nni dem natürlichen, Msachen Ausdruck eines, der die ausgesagten Thatsache gesehen und sozusagen mZt Handen gegrMn hat. (Fortsetzung und Schluß folgt.)
SürdicMche. Nierensuppe. Man brater zwei oder drei Kalbsnieren in frischer Butter und hackt nach dem Erkalten dieselben mit etwas Petersilie und Schalotten mäßig fein. Sodann röstet man einen Eßlöffel Mehl in Vutter lichtgelb, giebt das Gehackte hinzu, Aiet die Ztöthige Menge Fleischbrühe, win auch schwache, daran und würzt die Suppe entsprechend. Nachdem dieselbe eine cpite Viertelstunde gekocht hat, zieht man sie vor dem Anrichten mit zwei bis drei Eidottern ab und servirt über geröstete Weißbrotschnitten. ffarcirte Her in ge. Beliebig viele Hmnge werden 24 Stunden in kaltem Wasser ausgewässert, dann werden die Gräten herausgenommen, indem man die Heringe vm Rücken aus aufschneidet, dann die Farce hineinlegt. Dieselbe besteht aus. fein gewicgtem Kalbsbratu:,. ungefähr 1 Pfund auf 24 Heringe,. 2 in Würfel geschnittenen und in Butter brann gebratenen Zwiebeln (die braune Butter bleibt zurück; nach Belieben Kapern und circa 3 Viertel Pfund fein geschnittenen Sardellen und einem Theelöffel voll Mostrich. Die' so zubereiteten Heringe werden mit; folgender Sauce Übergossen,, in der man sie. vor dem Gebrauch etwa 24 Stunden ste--hen läßt. Einige: hartgekochte Eidotter werden mit Provenceöl. fein zerrieben, Mostrich, Zucker und Essig nach Geschmack. Man zerschneidet, die' Heringe in Stücke, bevor man sie. in die Sauce legt. Gebratener' Herirrg- mik Füllung. Einem reingewaschcnen. und acht bis neun Stunden in Mila eingeweichten Faßhering (Milchner) wird der Rücken aufgeschnitten und die Milch herausgenommen Diese, wird in einer Schüssel mit einem LöffelButterbis zu vollständiger Auflösung verrührt und dann eine, kleine.' Tassen sauere Sahne, eine hatte geriebene Zwiebel, ein Ei, ein wenig feiner-Pfef-fer. ein Löffel voll Reibbrod und drei bis vier Löffel geriebenes Schwarzbrod hinzugelegt und zu einer halbdicken Masse gerührt, mit welcher dann der Häring gefüllt wird. Dieser, wird fchließlich in weißes, mit kalter Butter bestochenes Papier gewickelt und auf heißer Pfanne im Brutofen hellbraun gebraten. Gänsebraten kn-ufperig, z u b r a t en. Nachdem die Gans zuerst 1 Stunde mit 1 bis 2. Tassen Wasser, fest zugedeckt, aber bei öfterem. Umwenden, auf dem Herd halb gar gedämpft ist, wird sie offen, die. Brust nach oben, im Bratofen noch ungefähr, ebenso lange unter öfterem Begießen mit dem Fett der Sauce, braun gebraten. In der letzten Viertelstunde be gießt man sie nicht mehr, dadurch wird die Haut knusperig. Beim Anrichten werden dann einige Löffel Fett' über den Braten gegossen. Die Saucen wird mit einem halben Theelöffel Kartoffelmehl, in kaltem Wasser aufgelöst,, bündig gemacht. Man versäume nicht, die Bratenschüssel und dieSauciere gut. durchzuwärmen. Chokoladenbonbons:. Ein. halbes Pfund harten Zucker, ein Viertelpfund Chokolade, ein halbcs.Pint: Sahne und etwas Citronenfaft rühre man auf dem Feuer so lange, bis Alles geschmolzen und lasse es dann eine.Weile kochen. Um zu Probiren, ob) es genug gekocht hat, nehme man von der Masse einen Löffel voll und schütte.ihni in kaltes Wasser. Erkaltet die Masse, so ist sie fertig gekocht, und man nehmesie alsdann vom Feuerund gieße sienn: ein. an allen vier Seiten geschlossenes.. Blech, das vorher mit Butter , bestrichen. worden ist. Wenn die.Masse geronnen-. ist, schneide man regelmäßige kleine.Vierecke, die ganz leicht auseinander brechen, wenn sie erkaltet sind.. Jngwerspeise. Zu einemViertelpfund gereinigten, besten- 9tfN derschmalzes nehme man- ein Pfund, feinsten Mehles, einen- Kinderlöffel voll Ingwer, einen- Theelöffel', voll Backpulver, zwei- Eitr,. ein Pfund. Syrup und ein wenig- Salz. Zuerst wird der Syrup in- eine? erwärmte Schüssel gethan,'. alödnnn- dafc andere sehr gut untermischt;.die. Eier sehr gut geschlagen hinzugethan. Diese Masse wird wiederum sehr: gut -untereinander-gemengt, alsdann w- eine-Form, geihan. die mit Rinderschmalz-ausgestri-chen ist, und 4 Stunden im Wasseröade gekocht. Aus derselben-Masse torn man auch ein anderes,. Mrr guteS Ge richt herstellen,', wdem marr sie,, anstatt in eine Form zu-thun zu kleinen run den Ballen sormt.mit-Eiern unÄ Brot garnirt und heifcem Feitt oder: Bitter brat. Vorzügl'i'che at& Man nehme ein halbes Pfund. Butter und zerreibe sie gutnn einem halben Pfund feinsten Mehles. Törzu- mLsche man langsam ein-halbes.' Pfund SrZer und etwas kalte, Milch, rühre-WeS zu einem losen Teig, den man- fchr dünn aufrollt und in Farmen schneidet. Alsdann wird e auf einem Blech in fünf Minuten kr schnellem: Feuer gebacken und mit feinem Zutker beschütt tet. Versalsene Speisen fei, der. genießbar K mach. Man nehme- ein Stückchen reinen, gründlich emsgewafchenen Schwarzm. ißttt es eine Weile an einer Gabel in ie noch siedende Speise, rni der Schwamm wird das überflüssige. Salz an sich ziehen. . Eierfrikadellen. Acht hart, gekochte Ein werden fein gehackt, mtt zwei rohen Eiern, ein wenig Äahm, ge hackten Schalotten, etwas Salz. Pfef fn und fewgestoßenem Ztreback zu einem Teig vermengt. demselben werden kleine Klöße eesormt. die vx Zwieback umgekehrt und dann w $ut ter hellbraun gebrakn Md.
