Indiana Tribüne, Volume 20, Number 182, Indianapolis, Marion County, 21 March 1897 — Page 2
VMls und Familie.
In der Wahl des Berufes mCotn von Männern ungezählte. Fehl begangen; viel häufiger noch kommen sie bei Frauen vor, weil hier die Zahl der l Tl I r P . . ln örage lommenoeneolele oejcuranittt ist. Lluf?erdem ist rn die Notbwendiakeit einer festen Berufswahl für Frauen erst seit wenigen Jahrzehnten als festtteyenoe ,ya:iacye Kon oer ouraerlicken Gesellschaft anerkannt worden. Viel zu klein ist noch immer die Lahl derjenigen, die aus der Hohe modeiner sittlicher Erkenntniß stehen und ein- für allemal einräumen, daß völliger Müßiggang auch für die reiche Frau kein würdiges Lebensziel ist. Andrerseits macht sich bisweilen im modernen Leben eine Strömung geliend, die herrisch und rücksichtslos die Wervflichtunaen'aeaen das Elternbaus leugnet und die selbständige Berufsthätigkeit zum A und O des Frauenleben erheben will. Es würde schlimm stehen um die Bestrebungen zur Bervejserung der Lage der Frauen, wenn die Nichtachtung der ersten und heiligsten Pflichten als ihre sichere Grundlaae anqeseben werden sollte. Der deutschen Philosophin Hedwig Bender rühmt man hingebende Treue im kleinsien gegen ihre Angehörigen nach; das Leben der Luise von Franois war eine . 11. i i rri n r a einzige juuc van neuen xncuuciiun . . i i c cn gen gegen iicyeuern uno verwandte; Mrs. Codwallader-Guild, die Bildhauerin, hat die Characterstärke und psychologische Vertiefung, die aus r.n . .f .r . v raren sengeicyionenen uno originellen Compositionen spricht, aus der selbstverleugnenden Hingabe an Famuien pflichten aeschövft. Pflichterfüllung dieser Art ist also der Selbständiakeit an sich keineswegs gefährlich. Schwache Charactere, die rm yausuchen Äerus stumpf werden, dürften in der Reael auch im öffentlichen Berufs- und Erwerbsleben nur leyr qitqt Fortkommen. Demgegenüber darf aber nicht veraessen werden. daß die Zahl der selbstsüchtigen Eltern unbedingt großer ist als die der zu hoch strebenden Töchter. Gewissenlos sind alle dieieniaen Eltern, die ibre Töchter wie Eigenthum ansehen, mit bem sie deueblA schalten und walten tonnen. Das höchste unantastbare Eiaentbum der Einzelnen, auch der Tochter, sind ihre natürlichen Anlagen. Von ihrer richtigen Verwertbuna bänat für sie Gewissensfrieden und Lebensglück ab. liiitlt Eltern wollen dies aber nicht nsehen. Es fehlt besonders manchen Müttern das Gefühl dafür, daß aus ihren Kindern nothwendigerweise erwachsene und selbständige Menschen werden müssen. Sie machen es sich geradezu zur Pflicht, alle selbständigen Regungen zu bekämpfen und zu hindern, daß sich die Töchter wenn es sein kann oder muß doch wenigstens neben der häuslichen Pflichterfüllung für einen späteren festen Beruf beizeiten vorbereiten. In großen Städten ist freilich heute bisweilen auch schon das Umgekehrte der Fall. Die Mütter finden es unbequem, den Töchtern Unterweisung im Häuslichen zu geben. Da schickt man lieber die Siebzehnjährigen als Buchhalterinnen u. dergl. aus und überläßt es später dem Zufall, wie sie sich mit ihrer eigenen häuslichen Wirthschaft abfinden. Nicht selten trifft man außerdem Mädchen, die von vornherein mit dem eingeschüchterten Wesen in die Welt der Erwachsenen eintreten, das aus dem allgemein verbreiieten Gerede über schlechte HeirathsQussichten entspringt und manches zerstörte Lebensglück zuwege brachte. Das junge Mädchen hält sich von vornherein für ein vom Schicksal benachtheiligtes Geschöpf; es träumt von der Ehe als von einem verlorenen Paradiese mit lauter anstrengungslosem Genuß, es geht vorurtheilsvoll an seine Berufsarbeit und wird niemals recht gewahr, wieviel reiches Lebensglück der Alleinstehenden erblühen kann. Characteranlage sollte mehr als Talent den Ausschlag für die BerufsWahl der Mädchen geben! Für kunstlerische Thätigkeit ist Willenskraft und unabhängiger Sinn ebenso wichtig wie reiche Begabung und stark entwickelte Phantasie. Die Lehrerin kann neben der Characterfestigkeit ein sonniges Gemüthsleben und tadellose Umgangsformen nicht entbebren. Sogenannte Klugheit und Gelehrsamkeit machen allein nichts aus. Aehnliches kann man auf allen Gebieten weiblicher Erwerbsthätigkeit beobachten. Unbedingt bedarf die allgemeine Gewissenhaftigkeit in Bezug auf diese Frage noch dringend der Werschärsung bei Eltern und Töchtern. Denn übertriebener Ehrgeiz und allzu sorglose Vernachlässigung rächen sich gleich schwer: nur in einem Beruf, für 5"..dle geistigen und körperlichen -Graste reichen und regelrecht geschult sind, kann sich die Alleinstehende glück, lich fühlen. Nothwendige Vorbe cnung. er Herr Oberförst erzählt ia in den Ukim 5, er so glaubhafte Geschichten?" .Ja. der m ä ? .jd Tl. . O . . M m - laut acyiicns ais Zeuge vor Gericht und da trainirt er sich bei Zeiten auf J)t Wahrheit sagen. Ein Vorsichtiger. Vater der Braut: Augenblicklich kriegt meine Tochter nur eine gute Aussteuer, alles andere nach meinem Tode; sind Sie damit einverstanden? Bewerber(Arzt): Herr, ehe ich .mich darüber erkläre, müssen Sie mir gestatten, Sie auf Ihren Gesundheitszustand zu untersuchen! Durch die Blume. (Ein Water besucht seinen auf der Universi. -tät befindlichen Sohn.) ..ftim, jetzt zeig' mir doch auch Deine Bibliathek, die so viel Geld kostet!- Die kann ich Dir nicht zeigen. Vater, die Zat zu sehr durch Feuchtigkeit gelit-JOtl"
Slaxy bet Kavulircr. Die Geschichte eines wandernden Typ?, von W. v. Schierbrand. Zu jener Zeit nahm ich den verantwortungsvollen Posten eines Chefrcdakteurs ein. Es war nicht gerade eine der größten Zeitungen des Landes, an der ich diese hoheStelle bekleidete. Nein, das will ich nicht behaupten. Sie concurrirte nicht mit dem N. ?). Herald, nicht einmal mit der N. 9). Staatszeitung. Aber innerhalb eines genau umschriebenen Gebiets war meine Zeitung in des Wortes vollster Bedeutung der Arbiter of fasbion", Richter u.Jury zugleich über dieThaten der Menschen. Nichts konnte Passiren, ohne daß die 6lk County Posaune nicht ihren Senf dazu gab, wederHochzeit noch Todesfall, weder eine politische Nomination, noch eine feierliche Verstokkung" (wie mein unerfahrener Assistent ein mal das englische caning", d. h. die Ueberreichung eines mit goldenem Knopf geschmückten Stockes, übersetzte). Ja, nicht einmal eine Fenz konnte ausgebessert oder Bill Ludwig's Store neugepinselt werden, ohne daß das Organ des gesammten Deutschthums von Elk County" nicht zu diesem wichtigen Ereigniß das Wort ergriffen hätte. Kurzum, meine Stellung war, nächst der des lieben Gottes, weitaus die wichtigste und verantwortungs reichste im ganzen County, und selbst über dessen Grenzen hinaus, bis nach dem mittleren Minnesota hin, erscholl der Ruf der Zeitung und seines einflußreichen Redakteurs. Ich entsinne mich, einst auf einem Mississippi-Dam-pfer einen Mann aus Oshkosh getrofsen zu haben, der mir im Vertrauen mittheilte, er halte meine Zeitung, weil
er Grundeigenthum im County habe und deßhalb geposted- sein müsse. Diesen Zweck aber, sagte er, erfülle das Blatt vollkommen. Es mag nun derber klingen, aber wenn ich zetzt zurückblicke aus diese Glanzperiode in meinem Leben, so darf ich doch wahrheitsgemäß sagen, das ich einst übermäßig stolz war. Ich hielt es sogar jLi 1 ? err c . nitqi unier meiner uuroe, mu ganz gewöhnlichen Sterblichen zu sprechen. Aber allerdings, eine einizermaßen hohe Meinung hatte ich von mir selbst selbst und meinen Fähigkeiten. Darüber wird man sich ja nicht wundern. Wer selbst schon 'mal auf dem TripoZ gesessen und von dort orakelt hat, wird es begreiflich finden. Ich kann von mir, wie ich damals war, sagen, daß wenn ich leitartikelte" hinter mir. in wesenlosem Scheine. Lag, was uns Alle bändigt das Gemeine. Ach. warum bleibt man nickt Äeit feines Lebens .County Editor"? - ' Doch das gehört nicht hier hin. Ich wollte nur erzählen, daß ich damals noch eine Respectsperson war gefürchtet oder geachtet 20 Meilen in der Runde. Nur eine einzige Ausnahme gabs hiervon, nur e i n e n Menschen, dem ich keine Angst einflößen konnte, und dieser Eine ist der Seid meinerGeschichte Mar der 5?abulirer. Ob er je einen anderen Namen aebabt. daZ weiß ich nicht. Ich habe ihn nie anders nennen hören als bei diesen poetischen Namen. Seine Bekanntschaft mackte ich auf sonderbare Weise. Es war ein sehr beißer Sommerta.?. und ich saß in meinem Sanctum in Heudsärmeln, schnaufend und mir ab und zu den herabrollenden Sckwein von der Denkerstirn wischend. Da rouie er yerem mai der Favuurer. Er stolverte über einiae Stüble. denn er schien schon zu viel des Guten genozjen zu haben, und setzte sich dann aemütblick auf den Rand meines Schreibtisches, indem er mit den Beinen icyienkerie. Wer kennt irrn mmt. den wandern den Typo", den ruhelosen Schrift fetzer und Drucker auf der Walze?" Kotb die Nase und rotb das Kesickt. in gewisses Etwas an ihm, daß vomNächxen im Heuschobtt, von rnhmer Bekanntschaft mit manchen ländlichen Lockup" von dem Leben des Jsma:liten erzählt, dessen Hand gegen Jedermann erhoben ist und jedermanns Hand gegen ihn. So ziehen sie ziemlich aue aus, viee m s Amerikanische übersekte ewiaen andwerksburscken. aktr dieser hier übertraf ste alle, die ich bis yer nocy gejehen. Sein Antlitz glänzte sanft wie dre Abendrötbe. aber eben so intensiv, und wenn er sprach, verbreit tete jlch eine dumpfe Fuselatmosphare kn der ganzen Nachbarschaft. Er war alt, wahrscheinlich über 60. und sein grauer Ban hing wirr über die haarige Brust hinab. Er bewarb sich um einen Job", und da wir gerade Jemand brauchten, so enaaairte ick ibn auf einen Werkuck. CZr war ein trefflicher Arbeiter, das mußte man ihm lassen, und meine Auftrage für Job Printina-. die sich sonst imrner aus allzu bescheidener Höhe hxtU ren, vergrößerten i:cy zueyens. urzum, er war sein Geld werth, so lange er überhaupt arbeitete. , Damit erlazopsle M seme Elgenthumlichkelt aoer nocy nicht. Er war nämlich der unermüdlichste Vertilaer von Kauta bak und starken Flüssigkeiten. Vorzugs-' weise Whiskey. Von früh bis spät huldigte er diesem zwiefachen Laster. Dabei konnte man ,yn eigentlich kaum einen Trunkenbold nennen, insofern er nämlich nie wirklich betrunken wurde. Seine Eapacität sei. wie er sich ausdrückte, nocb nie vraktisck ervrobt worden. Aber die merkwürdigste Eim m am m m genjazast, oie er desatz. bestand m einem aanz aukerordentlicken Eräblertalent. Wie Scheheresade konnte er, wenn er gewollt. Tausend und Eine Nacht ohne Aufhören erzählen, und zwar die wunderbarsten Geschichten. Geschichten, bei denen Einen dieHaark zu Berae standen und die Gänsebani anlief, und dann wieder solche, die rüh. renö und atyr.ilch waren. Sie warev
XOtiU sammt und sonders ein Gemisck
von Wahrheit und Dichtuna. wobei letzteres Element bedeutend überwog. Daher wohl auch sein Name Max der Fabulirer." Er hörte den Namen gern. Am liebsten lauschte ich seinen Geschichten, die persönliche Abenteuer zu schildern vorgaben. Der alte Mar war nämlich schon viel, sehr viel, auf der Wett umyergerutjcht, und das was er gesehen, das schmückte er und illustrirte er dann auf so originelle Weise, daß es jedenfalls viel interessanter als die naate ayryett war. 3 den grausigsten feiner Farns" gehörten die über Indianer. Er behauptete, vor 20 Iahren mehrere der kleinen aber blutigen und grausamen Feldzügc gegen die Apaches unter Geronimo und die Sioux und Black Feet mitgemacht zu qaven, und wies zum Beweis eine Narbe am Schädel vor, die Halbkreisförmig um denselben sich hinzog. Er sei damals beinahe scalpirt worden. Ich hegte allerdings den Verdacht, daMax die Verletzuna während einer seiner vielen TKson.il encounters" am Schanktische einer Schnapskneipe crhalten, hütete mich aber, diesen Verdacht auszusvrechen. denn sobald man seine Wahrheitsliebe. in Zweifel zog, konnte der alte Knabe sehr ungemüthlich werden. Jedenfalls mußte Max viel unter Indianern verkehrt haben, denn er kannte deren Sitten und Gebräuche genau und wußte auch eme Menge Brocken aus ihren Sprachen. So hatte Max mehrere Monate bei uns geschafft", und die Jobs" von den Geschäftsleuten unseres kleinen Städtchens, hörten auf. Es war aus längere Zeit hinaus eben alles abgegrast. Ich schlug Max vor, ein geringeres Salär anzunehmen und dazubleii den Dagegen empörte sich aber sein Zunftstolz. Nem, sagte er knurrend und sah mich böse an, ich gehe wieder. Dieser Platz ist doch nichts für meines Baters Sohn kein Feld für mein Genie." Und er hob sein noch fälliges Geld, schnürte sein Bündel (das sehr klein war) und verabschiedete sich. Zwei Jahre lang hörte ich nichts von ihm. Da kam er eines Tages, es war wieder so heiß wie damals, in mein Sanctum .gewalzt", als ob wir uns erst gestern getrennt hätten, setzte sich wieder ungeniert auf mein Pult, und nahm sich eine Handvoll Tabak aus meinemKästchen, womit er seine Pfeife füllte. Dann erzählte er. Wunderbare Geschichten noch wunderbarer als früher. In Wyoming unter den Biehdieben war er geWesen, in Arizona unter den Mezicanern und Goldgräbern, in Ealifornien unter den Chinesen auf einer Orangenfarm was weiß ich! Und dieseAbenteuer, die er wieder erlebt hatte. Kaum glaublich. Dabei erzählte er das Alles mit so selbstverständlicher Miene, mit ruhigen, cynischen Lächeln, daß man ihm unwillkürlich glauben mußte. Na, er erhielt wieder Arbeit und trieb es ganz so wie das erste Mal. Ein bischen mehr trank er noch als früher. Aber sonst kein Unterschied. Er war ungefähr wieder einen Monat bei uns, da befand er sich eines Abends spät, als er schon sehr viel schlechten Whiskey an Bord" hatte, in stark gemischter Gesellschaft in einer Spelunke, die von einem Neger gehalten wurde. Max hatte eben eine furchtbare Geschichte erzählt, die er selbst erlebt baben wollte, wie gewöhnlich. Da widersprach ihm einer der Anderen, ein Mann, der selbst längere Zeit im fernen Westen gelebt hatte. Max nahm dies krumm, und ein hitziger Streit erhob stch. Alle Anwesenden waren mehr oder minder berauscht, meistens mehr", aber am nächsten Morgen waren sie sämmtlich bereit, darauf zu schwören, aß Max und sein Geaner. Jim Peyton, gewettet hatten um N000, daß heute über's Jahr Max 5n derselben Kneipe die Ohren dreier In dianer vorzeigen werde. Ich frug Max darüber. Ja. es sei ganz richtig." gab er zu. Verrücktheit , brummte ich. Wissen Sie," erwiderte Max darauf in aller Seelenruhe, ich habe das satt. Wo ich auch tunkomme, hier und anderwärts, man glaubt mir meine Abenteuer nicht. Dem will ich ein Ende machen. Und ich kann's auch. Ich bringe bis llber's Jahr die drei Paar Jndianerohren herzu, vielleicht gebe ich noch einige Nasen oder so was zu, und lasse mir das richtig an Ort und Stelle veschelNigen, bafj ich dieselben auch selbst erbeutet habe. Dann soll Jim Peyton oder irgend ein Anderer nur kommen und sagen, es set Humbug intt mir: Mar der Fabulirer ließ stch nicht halten. Er ging wirklich eine Woche spater wieder auf dieWanderschaft. Ich sehe ihn noch, wie er in aller Gemüths ruhe die breite Fahrstrake, die nach Alena, dem nächsten Orte führte, hin abschritt und den braunen Tabükssaft mit besonderem Gusto aus spie in den Staub. .', Ich hatte Max im Dränge der Geschäste denn es herrschte eine hochpolitische Zeit bei uns im County und die Fahne der Partei mußte stündlich hochgehalten werden vergessen. ES waren schon circa 10 Monate verflossen, als er den Staub unseres Städtchens von sich geschüttelt hatte. Jim Peyton war neulich wegen einer schlim men Schießassaire m die Eaboose gesteckt worden. Da erhielt ick ein Telegramms Es war aus Medicine Hat, Montana, und meldete, daß Max am Tage vorher von Indianern de Crow - Stammes ermordet und scalpirt worden sei. Wa5 mit der Leiche geschehen solle? So schloß die Drahtbotschaft. Ich telegraphirte zurück um weitere Einzelnheiten. Die Antwort kam, es gäbe nicht viel weitere. Max habe sich, mit Erlaubniß der Behörden von Medicine Hat und mit thatkräftiger Unterstützung eini. ger prominenier Bürger, denen er g: saa). eZ handl: sich um eine Wette, in !
der Umgegend auf der Jagd nach Indianernasen und -Ohren befunden. Dabei habe ihn fein Schicksal erreicht. Das sei Alles. Ob ich die Begräbnißkosten decke wolle. Was sollte ich thun? Ich machte mich sofort auf die Socken und interviewte einige der populären wohlhabenden Bürger unseres Städtchens, denen ich din ganze Geschichte erzählte. Mit deren Hülfe wurde die nöthige Summe zusammengebracht. umMax wenigstens ein anständiges Grab zu bereiten. Die 200 wurden telegraphisch an denMayor von Medicine Hat befördert. Und das war das Ende von Max dem Fabulirer. Möge dies eine Warnung für manche Leute sein, ihre großen Worte nie in Thaten umzusetzen, auch nie einen Versuch in dieser Richtung zu machen. Es bezahlt sich nicht. AicAnzcrtrcttttkichctt. Von Cdcla Rüst.
Die Unzertrennlichen" oder Fred und Ed hießen ste semer Zeit m der Residenz: Fred Riedel. der schon da mals vielseitig angebetete lyrische Te nar, und sein Pylades, der ebe nach einem kleinen Namen ringende Maler Eduard Land. Fred war ein Mne und schwarz wie die Sünde. Ed mittelgroß, blauäugig -und blondlockig, wie eine Tanne schlank. Auf einem Künstlerfest hatte das Freundschaftsband stch geknüpft, und als sie danach von einer gewaltigen Riesengebirgsfexerei ruhebedürftignach Spree - Athen zuruckgebummelt wa ren, hatten ste unter demselben Dach einem schonen Quartier in der Händelstraße Unterschlupf gefun den. Hoch oben auf der Zinne hauste Ed m einem selbst ungeheuerlichen Ansprüchen genügenden Atelier, aus dem man in die rauschenden Wipfel des Thiergartens hmemlugte. Fred Riedel, der vom Schicksal bereits Verwöhntere. hatte stch im Hochparterre behaglich eingerichtet, wo auch der ge meinschaftliche Eß- und Plauder-Sa lon die Freunde zu allen Tageszeiten vereinte. Ein v!--v! hatten sie arundsätzlich vermieden. Da könnte irgend eine kleine, runde, weiße, allerliebste Hand eines Tages zum Zankapfel werden. . . Sie hatten Besseres zu thun. Auch hatten sie ihr Augenmerk auf eme recht ältliche Frau Wlrthm gcnch tet. die sie wiederum mit einer über alle Zweifel erhabenen Jette" versorgte denn so ein sauberer, junger Zlmmerfratz wozu?! Die Jette war sogar ein Haupterfolg. Ihr Erscheinen als Hebe mit dem elektrisch erllmgelten Tropfen brachte selbst die indifferentesten Naturen unter der Freundesschaar zu momentanen Ausbrüchen. Einige heulten -bei ihrem unverhoffim Anblick wie Möpse, wenn sie den Mond sehen; andere donnerwetterten mehrmals hintereinander, und mancher stürzte hastig, schweigend, aber unter nicht mißzuverstehenden Geberden seinen Cognac oder sonstiges Belebungsmittel hinunter. Jetzt davon zu sprechen, wäre indiscret. aber in ihrer Jugend muß sie furchtbar gewesen sein!" meinte ein trockener Schöngeist, der auf sein sprachloses Starren in Jet te's Antlitz hin lachend um seine Aeußerung zur Sache gebeten worden war. Das alles war so recht nach dem Herzen der beiden Unzertrennlichen. Auch' die schwärzesten Prophezeiungm der Cumpane verfingen nichts. Darin nämlich 'waren alle diese männlichen Unken einig, daß dieser seltene Freundschaftsbund gerade so lange vorhalten würde, bis das historische dämonische Weib" plötzlich aus der Bildfläche erscheinen würde, für das womöglich beide in gleicher, großer, brennender, rasender Leidenschaft erglühen würden. Die ersten unumgänglich nothweneigen Dummheiten hatten ste ja hin ter sich, und die große Leidenschaft" des Lebens ach was, lächerlich! Sie wollten arbeiten., hart arbeiten; sie lebten ihrer geliebten Kunst und ihrer ehrlichen, unbegrenzten Freundschaft für einander, und das Weib.das sie trennen konnte, muhte erst noch geboren werden. So waren mehr als zwei Jahre in schönster Harmonie verflogen, und es war wieder einmal Winter. Da klopfte Ed eines Tages seinem Zfreund Fred bedeutungsvoll auf die Schulter und sagte: - . 5, . . 'llienicy, un yave rnu unserer Jette etwas vor!Na, das trennt uns nicht!" Hohnlachte Fred. Aber normal ist das nicht., weißt Du, ich werde Dich auf Deinen Geisteszustand hin untersuchen lassen." Ed schien ausnahmsweise nicht zum Scherzen aufgelegt. Er war ganz im Feuer: Je länger ich ste vor Augen habe, desto mehr drängt stch mir der Stoff auf." , . ' ; Die Jette? ! Ja! Solch ein Modell für ein britisches Straßenfegerweib läuft mir ja im ganzen Leben nicht , wieder in d Finger , . Ach so abklexen wiüst Du sie? !" . Eine grandiose Idee, sage ich Dir! Das : Bild macht - mich mit einem Schlag berühmt!" Damit kramte Ed ganz begeistert die einst aus England mitgebrachte Skizzenmappe vor Fred aus, um ihn ernsthafter für die Anglegenheit zu erwarmen, und Tags darauf hatte er die erste Sitzung mit Jette, die freilich bei seiner zaghaften Eröffnung über seine Absichten ihr qualitativ äußerst geringes Fassungsvermögen, sast
gänzlich verlor und ihn nach einem vernichtenden Augenaufreißen angefahren hatte: Det könnt' Ihnen woll passen! Aber von so'ne Modellmächen bin ick keenes nich, un un ick kündige die Madam, wenn mir so wat jeboten wird!" Nachdem ste langsam aufgeklärt worden war und die ehrenwörtliche Versicherung erhalten, daß sie ihrer im höchsten Grade malerischenMorgenhüllen nicht im mindesten beraubt werden sollte, wurde sie zwar gefügiger, lehnte sich dann aber wieder gegen die zugemuthete Sturmhaube sammt Kehrbesen auf. Erst als Ed ihr mit den treuherzigsten Augen von der Welt aufband, daß man heut zu Tage jenen barbarischen Zeiten fern stehe, in denen der Besen den Hexen beigesellt sei. daß man ihn jetzt vielmehr, nur noch als Symbol edelster Reikrlichkeit betrachte, ließ ste sich rühren und folgte ihm im Vollbewußtsein ihres Werthes in's Atelier. Leider war ihre Anwesenheit in den anderen Räumen stets so sehr viel nothwendiger, daß die Arbeit nur sehr langsam vorwärts schritt. So kam es,
daß Ed sich zuletzt gar kein Gewissen mehr daraus machte, Jette unter den sträflichsten Versprechungen er schwor ihr, die Schweiz. Paris, wenn sie wollte sogar Ost-Afrlka mit irr zu bereisen zur Versäumniß ihrer manNigsachen Pflichten zu verlocken. Je inniger sich aber nun die seelischen Bande zwischen ihm und Jette befestigten, eine desto größere Abneigung schien allmählich zwischen Jette und Fred aufzukeimen. Fred Riedel ueß sich auch durchaus mcht abhalten, seinen Gefühlen ihr gegenüber immer häufiger durch Nachwerfen nicht ganz perfekt geputzte? Stiefel, Gabeln, Lössei und ähnlicher Gebrauchsgegenstände beredten Ausdruck zu geben. Er fühlte sich durch die mangelhafte Bedienung. die ihm monatlich baare vier Mark extra kostete, zu Gunsten des mngen Malers vernachlässigt. Namentlich beklagte er stch fast täglich bitter über überheizte Zimmer, die seinen , Tenor nothgedrungen umbringen müßten; und so wich allmählich zwischen Ed und Fred der Wonnemond den ärgsten Wmtersturmen. Schon in aller Frühe riß Riedel sämmtliche Fenster auf, bis er hustete, und kam dann ebenso consequent wuth schnaubend aus der Probe gestürzt: er sei heiser, kriege keinen Ton heraus, und das alles nur dieses Schauerweides wegen! Jette hatte natürlich immer nur 'n paar Brrkettchen eingelegt, und em Pfand innerlich eine wahre Herzens freude. wenn der ihr verhaßte Tenor tobte und schnaubte. Eines Abends Fred hatte den Lyonel gesungen kam Ed harmlos aus der Kneipe heim und fand den Freund mit dunkelrothem Kopf am Abendtlsche ihres Speisezimmers vor; er hatte bereits allem getafelt, was noch niemals geschehen war, seit sie unter demselben Dache lebten. Auf sein Guten Abend!- erhielt er keine Antwort. Fehlt Dir etwas, Alter?- fragte Ed. Nee blos die Stimme ist mir heute bei meiner großen Arie übergeschnappt, sonst nichts!" Ach, armer Kerl, da " Spare Dein Beileid gefälligst!" Wieso denn? Kann ich etwa dafür, daß. . Du?! I wo! Wenn Du nur durch Deine Jette und ihren Besen ein berühmter Mann wirst, was gehen Dich andere Leute an!? - Na, hör' mal -!" Ich hab's satt!- schrie Fred; Deine Freundschaft und diese ganze Bagage hier kann mir. . . gestohlen werden! Morgen ziehe ich aus! ! Dich durchschau' ich, mein Kerlchen, Du bist nicht so undurchsichtig, wie Du Dir einbildest! Kein Wort weiter wir zwei stnd fertig miteinander !" Riedel sprachs, schlug die Thür hinter stch zu, daß die Scheiben klirrten, und zog jeder friedlichen Auseinandersetzung unzugänglich am anderen Morgen als Eds erklärter und erbitterter Feind aus. Eduard Land blieb verwittwet zurück. Sein nahezu fertiges Bild fesselte ihn noch an Jette. Er hatte sich auch nicht verrechnet. es machte ihn in der That, als es zur Ausstellung gelangte, über Nacht zum bekannten Manne und. war im Handumdrehen verkaust. Jette aber fühlte sich fortan als 5erühmte Frau. Sie wurde plötzlich despotisch, anspruchsvoll, verlangte immer enerischer, die ihr liebreich proponirten Reisen über Paris nach OstAfrika zum schwarzen Militär nun auch unverzüglich ' anzutreten und machte dem Bildner ihrer Schönheit die ärgsten Scenen. Unter ZurücklassuNg emeS beträchtIichen Geldgeschenkes als Beweis seiner Dankbarkeit rettete sich Ed nur durch rechtzeitiges und geräuschloses Auskneifen vor noch höher geschraubten Ansprüchen. - So war schließlich doch - das Unwahrscheinliche Ereigniß geworden, wenn auch etwas anders, als die Freunde es prophezeit hatten. Ed und Fred, die beiden Jnscparables", waren geschiedene Leute, und was sie getrennt hatte, war in That ein Weib. Vorgebeugt. Sie: Sei so gut, und sieh' einmal auf das Barometer, was wir heute für Wetter bekommen werden. Ich will in die Stadt fahren und mir einen nuen Hut kausen." Er: Regen, Hagel, Erdbeben!" Ein Bescheidener. Von allen Bekannten schätzte ich Sie beson ders hoch, Herr Commerzienrath." O, 0 's sind ja blos elf Millionen!"
Die Stiefmutter. Von C. F. Phillips. Aber lieber Jimmy, Du bist ja gewiß ein sehr guter Junge und ich habe Dich auch von Herzen lieb; wenn indeß Dein Vater nicht einwilligt, wozu überhaupt davon sprechen James Brennan, der einzige Sohn seines steinreichen Vaters, zerrte nervös an seinem Augenglas und stotterte etwas von $1500 eigenem Einkommen. Fräulein Bella Mercutio lachte laut auf. Und wollen Sie etwa damit sagen, daß wir auf ein Jahreseinkommen von 51500 heirathen sollen? Nein, lieber Jimmy. wenn ich schon der Bühne Valet sage, so thu ich's nicht um der Liebe in einer Hütte willen, mit Brot und Kaffee. Ich bin nicht von der romantischen Sorte Mädchen oder vielleicht babe ich Sie nicht genug gern dazu. Diese Aussicht sagt mir keinesfalls zu, lieber Junge." Aber, aber ich liebe Sie," stammelte Jimmy. Ich kann nicht ohne Sie leben. Bella. Sagen Sie, daß Sie mich auch ein klein wenig lieb haben nur ein klein wenig, Bella!" Gewiß, ich habe Sie sogar recht lieb, recht lieb. Aber um Gottes Himmels willen, schauen Sie nicht so trauerweidenmäßig drein. Ich möchte Sie ja eher heute als morgen heirathen, wenn es ginge, aber es geht nicht. Sie sagen ja selbst, daß Ihr Vater nicht einwilligen würde." Es haben schon Leute mit Z1500 jährlich geheirathet," murmelteJimmy. Aber ich bin nicht derart veranlagt. Ich bin zu selbstsüchtig, zu realistisch zu was Sie wollen! Und nun trinken Sie ihren Thee aus. lieber Freund und sagen Sie mir Adieu. Je länger Sie drüber nachgrübeln, desto weniger wird Ihnen die Sache gefallen und geschehen muß es doch." Ich brauche keinen Thee," brummte Jimmy und griff nach feinem Hut. Und wenn Papa seine Einwilligung gäbe?" Dann wird Bella Mercutio die Ihre. Und nun Adieu, lieber Junge, ich habe um sechs Uhr Rendezvous mit einem Theateragenten und will mir ein Hütchen aufputzen, um ihm den Kopf zu verdrehen." Sie hielt ihm ihre Wange zum Kusse hin und er ging. Auf dem ganzen Wege grübelte er darüber nach, wie es wohl möglich fei, seinem Vater die Einwilligung abzuschmeicheln. Bella war aber auch gar zu materialistisch, und er mußte, so verliebt er auch war, eingestehen, daß sie das Praktische doch zu weit treibe. Gewiß, .es war der harte Kampf um's Leben, den sie bisher gefochten, der sie veranlaßte das Ideale so in dm Hin terqrund zu schieben, und er konnte sie ja nicht tadeln, nein. Wenn nur sein Vater etwas nachgiebiger wäre wie glücklich könnten sie doch sein! Sie hatten einander im Macready Club kennen gelernt, in jenem dramatischen Amateurclub, dessen hervorragendstes Mitglied Jimmy Brennan geWesen. Bei der ersten Begegnung fing Jimmy Feuer und wurde erhört. Aber als sie davon Kenntniß erhielt, daß all seine Absichten von der Erlaubniß seines Vaters abhängig waren, lehnte sie seinen Heirathsantrag rundweg ab, denn von einer heimlichen Ehe, erklärte sie, wolle sie nichts wissen und auf seines Vaters Einwilligung sei nicht zu
hossen. Brennan senior war auch in de? That der Letzte, der zu einem solchen Herzensbunde seine Einwilliguna oegeben hätte. Denn er lebte nur seinen Buchern, Münzen und staubigen Manuscripten, und seit dem Tode seiner Gattin hatte er mit keinem anderen weiblichen Wesen gesprochen, als mit seiner Secretärin, die dem alten Bit cherwuvm seit undenklichen Zeiten Scbreiberdienste leistete. Und zu diesem verknöcherten Weiberfeind sollte nun Jimmy hingehen und von seiner Liebe zu einer thaufrischen Soubrette sprechen. Undenkbar. .... Am nächsten Tag pochte Jimmy mit strahlendem Gesicht an Bella's Thüre. Bella, haben Sie mit Ihrem Theateraqenten ein Engagement abgeschlossen?" .Nein." - Das freut mich, denn ich habe Ihnen eins anzubieten. Ich bin neugierig, ob Sie die Rolle werden spielen können. Sagen Sie, Liebling, roenn ich dieSache so -einzufädeln wüßte, daß Sie mit dem Papa in tägliche Berührung kamen, glauben Sie, daß es Ihnen gelingen würde ihn zu erobern und mit dem strahlenden Sonnenschein' 4. r C!- C9...n. rlmmm ;zqres acyens 01c isisiunic ciuu Harte zu schmelzen?" Ihm nämlich die Einwilligung zu unserer Heiraihzu entloöm?" Ja, das mein' ich, wenn er Sie liebgewinnt. Hörcn Sie mich an, Bella. Mein Papa hat einen weibliehen Secretär, den möchte ich nun schleunigst entfernen und Sie an ihre Stelle setzen. Sie hätten nichts zu thun als nach seinem Diktat zu schreiben. Sehr langweilig, fürchterlich langweilig, aber sehr leicht. Fräulein' Wilkins ist alt und brummig. Welch' köstliche Veränderung wird also ihre junge, schone Cousine für. den alten Herrn bedeuten. Gleich einer Göttin vom Olymp wird sie in feine staubige Bibliothek hlnuntersteigen." ' Ich soll also als Cousine Ihres Fräulein Wilkins gelten? Und wie wollen Sie das bewerluemgen So.dak icb ihr Gehalt erhöhe un trc der Bedingung, daß sie Ihnen ein Emvfeblunqsschreioen gibt, m welchem fi ficfi krank meldet und Sie mit der Stellvertretung betraut. Was . sagen Sie zu dem, Plan?' ' Es klingt wie nne Posse, aber venn's gelingt. ich will's versuchen.
Hoffentlich wird mir Jhv Herr Pap auch zahlen?"
O gewiß, $10 per Woche. Nur N0? Ich dachte, daß der alte Herr im Golde schwimmt." Ja, aber er sieht es nur gern hereinschwimmen, nicht heraus. Uebrigens handelt es sich hier um den Preise der zu gewinnen ist." Nun gut, ich will's versuchen. Wenn Sie die einleitenden Schritte gethan haben, lassen Sie mich' wissen." Das geschieht noch heut Abend. Heut pass' ich die Wilkins ab und bringe die Sache in Ordnung. Und jetzt, mein Lieb, seien Sie guter Dinge und geben Sie mir einen Kuß. Sie werden doch Mrs. Brennan, meinWort darauf." Nächsten Morgen berichtete er schmunzelnd, Miß Wilkins habe sich durchaus nicht abgeneigt gezeigt, wöchentlich ein höheres Gehalt mit drei Monate Ferien zu acceptir:n. Zum Dank dafür habe sie ein sehr warm gehaltenes Schreiben verfaßt, in welchen sie ihrem Bedauern darüber Ausdruck gibt, privater Verhältnisse halber auf einige Zeit plötzlich verreisen zu müssen, weshalb sie ihre Cousine als fähige Stellvertreterin sende. Sehr befähigt und intelligent" rief Jimmy begeistert und nun nehmen Sie den Kampf auf und siegen Sie. Wir nehmen sofort einen Wa gm und ich warte an der Straßenecke den Erfolg ab." Eine halbe Stunde später zog die schöne Bella di Glocke an Papa Vrennan's Haus und Jimmy wartete geduldig. Nach Verlauf einer Vurtelstunde schlug er sich freudig schmunzelnd auf's Knie. Die Cousine hat den Posten angetreten. Die Trümpfe sind in ihrer schönen kleinen Hand. Heut Abend gehen wir in's Theater und nehmen irgendwo ein feines Souper zu Ehren des ersten Sieges!" Am Abend legte sie Rechenschaft ab und gestand, der alte Herr sei Anfangs etwas unangenehm gewesen und ste babe gefürchtet, ev werde sie vor die Thür fetzen. Aber nachträglich thaute er überraschend rasch auf und war ganz liebenswürdig und höflich. Er fcheint nicht halb so brummig zu sein, als man ihn schildert, und sein Sherry war prima." Er hat Ihnen Sherry zu trinken gegeben?" rief Jimmy überrascht Doch nicht den, mit dem gelbem Siegel?" Ich weiß nicht, was für ein Siegel drauf war, aber das weiß ich, daß er ein Bouquet gehabt hat ah und die Sandwiches mit der delikaten Gansleber!" Sie haben das Spiel gewonnen, Bella." rief Jimmy überrascht. Mir ist's, als hört' ich schon unsere Hochzeitsglocken." Ihre Berichte klangen von Tag zu Tag verheißungsvoller. Papa Aren--nan hatte ihr zu ibrer raschen Auffas sung gratulirt. Papa Brennan hatte erklärt, sie bedeute für ihn entschieden einen Gewinn. Papa Brennan hatte geäußert, er wüßte wahrhaftig nicht, was ev ohne sie thäte. Und Jimmy begann zu denken, es sei nun schon Zeit, die volle Wahrheit zu bekennen. Aber Bella fand es noch verfrüht und Jimmy verstand sich dazu, noch ein wenig zu warten. Endlich, nachdem die Komödie unge fähr zwei Monate gedauert hatte, beschloß er eines Abends, daß nun die Bombe platzen müsse. Im selben Auaenblick brachte ihm sein Diener ein Telegramm aus Saratoga, das folgendermaßen lautete: Lieber Junge! Ihr Vater und ich haben heute morgen geheirathet. Er hat sich so sehr an mich gewöhnt, daß er den Contract permanent machen wollte. Kränken Sie sich nicht, lieber Jimmy, und bewahren Sie Ihre Zu--Neigung Ihrer Stiefmutter." Zweierlei Rechnungcu. Herr Direktor", sagt der Post. assistent Löblen zu seinem Vorgesetzten, morgen wird sich meine Schwester Elsa. mit dem Kaufman Dornbusch vermähl len, weshalb ich ergebenst um Urlaub bitte, da ich der Hochzeit bnwohneu möchte So, so," unterbrach ihn der Post direktor, Ihre Schwester wird morgen in den heiligen Stand der Ehe treten? Na, gratuliere bestens ! Sie sollen einen. Urlaub von achtundvierzig Stunden haben!" Danke gehorsamst, Herr Direktor," sagt der Assistent, verbeugt stch leicht und verläßt dann daS Arbeitszimmer seines Vorgesetzten. Sieben Tage stnd seit seiner Urlaubs. bewilligung verflossen, Löblen aber noch immer nicht von demselben zurückgekehrt. . Endlich am achten Tage findei er stch wieder aus seinem Bureau em und 'wird don dem Direktor mit Vor würfen-ob -einer solch kolossalen Urlaubsüberschreitung empfangen. Ja, Herr Direktor-, vertheidigt sich Löblen mit dem guten Muth der Ueber. zeugung und Unschuld, Sie hatte doch die Güte gehabt mir achtundvierzig Stunden Urlaub zu gewähren? Sechs Dienststunden stnd mein Tagespensum, macht also gerade acht Tage." Milderungsgrund. Rich ter (zu einem Vagabunden, der einen. Svazierstock mit aesckniktem Assenkovf gestohlen hat): Sie haben also aner kannt, daß dieser Stock von Ihnen ge. stöhlen ist! Können Sie etwa Milde rungsgründe angeben, welche das Straf verfahren gegen le mUoern k" Äaga bund: ..la leben Sie. err Rickiter. der geschnitzte Kopf ach!...... (schluchzend) er sah meinem seligen Va ter so sehr ähnlich, daß ich dem Dränge, ihn mitzunehmen, nicht widerstehen konnte!" Ricktia beleiünet. J3& haben Sie, Herr V!eier, Ihre Frau kennen gelernt?" Auf einem BaU; tä ein Opfer Meines Vergnügen?."
